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Samstag den 9. 7mF

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Sporl-Nachrichten.

Internes Sportfest des 1. H. F. C. 93.

Morgen läuft die Meldefrist für die Mit- glichet ab, die gewillt sind an dem Sportfest der 93er am Sonntag den 17. Juli auf dem 93er Sportplatz an der Schönen Aussicht terfiuneh- men. An alle Mitglieder ergeht hiermit nochmals die Bitte, sich recht zahlreich an den Wettkämpfen beteiligen zu wollen. Näheres darüber am schwar­zen Brett im Vereinslokal Große Krone. Rührige Hände sind bereits fest« an ber Arbeit, damit die Veranstaltungen nach den Wett- kämpfen findet ein Sommerfest statt in glän­zendster Weise verlaufen werden. Der Eintritts­preis beträgt für die Wettkämpfe sowohl als auch für das Sommerfest pro Person 1.30 Mk. Näheres in der nächsten Woch«.

Hanan Viktoria 1894-

Es wird gewiß von allen Freunden und An, Hängern ber Hanauer Viktoria freudig begrüßt werden, daß chnen auch während ber Zeit des Spielverbotes im Süddeutschen Fußballverband Gelegenheit geboten ist, einem interessanten Fuß- ball-Propaganda-Wettspiel beiwohnen zu können. Die Liga-Reserve folgt nämlich morgen Sonntag den 10. Juli einer Einladung be 8 Sportverein 1910 in Schlüchtern, um dort anläßlich eines großen Sportfestes mit einer ganz vorzüglichen Mannschaft des westdeutschen Fußball-Verbandes etn Propaganda-Spiel auszutragen, bei dem der Sieger einen von Schlüchtern gestifteten Pokal erhält. Die Vittoria tritt mit ihrer kompletten Liga-Reserve an, um gegen den dortigen Geg­ner, der in seinem Kreis als äußerst spielstark und gefürchtet geführt wird, ehrenvoll abzuschnei­den und unsere Heimatstadt sowie nicht zuletzt unseren süddeutschen Verband gegen den west­deutschen würdig zu vertreten. Bei dem Feste in Schlüchtern wird auch zum ersten Male wieder die Hanauer Vittoria auf dem Gebiete der Leichtathletik durch eine Staffelte vertreten, die zurzeit unter guter Führung und Schule emsig trainiert, nm dieses sportliche Gebiet in der Vik­toria wieder zur gleichen Blüte wie vor dem Striege zu bringen. Möge es der jungen Stafettea-Mann ^ast vergönnt sein, die Ha­nauer Vittoria auch auf diesem Gebiet recht glücklich und gut zu vertreten, damit hiermit der Grundstein zur weiteren Entwickelung dieses Sportzweiges in der Vittoria wieder neiugelegt wird. Für alle Anhänger und Interessenten, welche die Mannschaften begleiten wollen, um dem dortigen Sportfeste beizuwohnen, ist Abfahrt Sonntag früh 5.30 vom Ostbahnbof. Es ist «u hoffen, daß es sich die treuen Anhänger der Vik­toria nicht nehmen lassen, ihren Verein nach Schlüchtern zu begleiten und den Kämpfen ihrer Mannschaften beizuwohnen.

Faustballabtellung des Turnverein«

'O. Juli, nachmittags 2% werden sich auf dem Sportplätze in DilbelmSbad die Mannschaften der Tgm. Alzenau, Meister des Spessartgaues, und des Turnvereins Sessel stabt, Meister des Ostbezirks vom Maingau, im Wett­spiele gegenüberstehen. Diesem Sviel geht daS der Jugenvmannschaften voraus.

Vereine. Versammlungen.

* J«ienvge«pve bet Deutschen demokra­tische« Partei. 9liAsten Dienstay, 12. Juli, Zu­sammenkunft in Gro»-8teinheim, Hottranbau» Jung. Gemeinschafflicher Abmarsch 7V. Uhr abends vom Steinbeuner Tor. ' Die Mitalieder unserer Juyend- »ruppe und Freunde unserer Sache werden um recht zahlreiche Beteiliyunq gebeten. Gleichzeiti, verfehlen wir nicht, unsere Mitglieder und Freunde schon deute aufmerksam »u machen, daß nächsten Freitag, 15. Juli, abends 8 Uhr im 6a rtenfaalZum Elefanten* eine Lffentliche Versammlung stattfindet, in der unser Partei­freund, Student Lemmer aus W esbaden, über Auf­gaben der Jugen» im rrpublikanifche» Deutschland von heute sprechen wird. Im Axschluß an diesen Vortrag findet eine Diskuision statt. Da zu dieser Leriamm- lung Einlaiunge» an alle Jugendgruppen der Poli tischen Parteien Hanau» ergeben, verspricht dieselbe einen anregenden und interessanten Verlauf. Es miro erwartet, daß an diesem Abend kein Mitglied unserer Hanauer Jugendyruppe fehlt.

Tur«a«seüschast Ha»»««. Sämtliche Mit- gNeder, welche an dem ©auturafeft in Neu-Isenburg teilnehmen, fahren wie falgt: Für Turner, welche Samrtagabcnb fahren 6.00 ab Hanau-Ost für die Turnerinnen, sowie hie anderen Mitglieder geht der tu» Sonntag 7.00 Uhr ab Hanau-Ost bi» Frankt'urt. üb, von da au« r« Fuß nach Neu-Isenbur, (Wal»- weg». Abmarick abend» ab Neu-Isenbur, pünktlich 6 Uhr, und ab 6.84 Fcauksun-». Standquartier .Darmstädter Hof*. Auch können nach Mitglieder mit dem 9.15 Uhr ab Hanau-Ost nach Frankfurt-Süd fahren, und 1 Stunde nach Neu-Isenburg durch Wal» ix Fuß geben. Turner und Turnerinnen können sich im Standquartier in eine Liste «inzeichnea, um Mittag­essen zu erhalten. Um recht zahlreiche Teilnahme an dem Feste bittet her Vorstand.

«van«. Kasino. Morgen Sonntag Spazier- 5ang nach Dörnlgdetm @af hau« .Zum Schiffchen*. Treffpunkt 3 Uhr an der Kinzig drücke.

* B. K. Jun« Siegfried. Zu der morgen um 5 Uhr nach«, statlfindcndrn Feier des hiesigen Wart- burgberein« fix» alle B. K.ler derzlich eingelabtit. Die Feier findet in der Turnballe, Zahustraße, statt. Ein- >ritt»karte testet Mk. 2.5u in' . e teuer.

* GesangvereinFröhlichkeit". Heute abend 6 Uhr Vereinrabend in der.Central lalle*.

* Octoria. Am Morita,, 11. Juli, Versammlung im D«rein»lokal .Bayrische Blcrralle'.

M«r. JKnittnffs Kongrtgation. Montag abend '/«8 Uhr Borturncrsitzun, in der Turnhalle der Bezirk«schule II am Joüaune»!irchplatz.

* Jugend-ribt.Mar.AüN'il -Kongregation. Morgen früh um 7 Uhr ist 3. Aloysianischer Sanntaz. Uw 0,10 Uhr ist Lrrsammlung im Sälchen de» Psarr- hoscs

Wartburgverei«. 3 Uhr Schülerabteilung: Singen, 5 Uhr Sportabieilung 1., 5 Uhr Trcsspnnkt .Rosenau* zum Frcunvichaftlipiel mit B. ». I. Kessel- stadt. Morgen nachmittag kein Verein. Abend» 8 Uhr Unterhalt»«».

* Juacndaruppt her Deutsch«,» Volkspartei. Moryen früh $1u<Rua- Trcff»unkt 6 Uhr am Milch- näu»âen, Nürnberzerstt. Rückkehr gegen 11 Uhr. Lieder­bücher mitbrinsen.

* Ravsp-rtverein Hana« «»«-kV.» R. e.«3. Morgen Sonntag findet eine Nacbmitt«q»tonr ibrr Rück n«en Langenselbold Bnebberq und zurück über Niederrodenbach statt. Die Tour erfolgt mit Wertung 1. WertungBnckbcrg*, 2. Wertung .Vavrjsche Pier- halle*. Abfabtt 2NdrPehr. Dicrhalle'. Gäste will­kommen.

* kkath. Kasino .Eintracht". Heute abend 9Nbr Monatsverlammlnng im VereinSloral. Ruf der Tagesordnung steht als wichtigster Punkt die Lokal- fragt.

* Win>tftor!l»und kJnaenbgruvve der Zentrums- narteN. Heute abend 8 Uhr Schulungsabend im Pfarrlälchen.

* ri,no«rapsten«GefeVschaltMadrl»bkrq»r. Der Ankängerunierr'cht must wegen Reparaturnornahme im ßflteum vorläufig entfallen.

* Stenonrapben-Verein Gabelsveraer von 1860. Morgen Sonntag Ausflug mm Stistiinasse'' des Stenogravhen-Vereins Kahl. Wehrt Hanan-Ost morgens 7.26 nach Niederrodenbach, von hier mar­schieren wir über Alzenau nach Kadl. Für Nach­zügler nachmittags direkte Ta'nt nach Kahl ab Hanan- Ct 12 IR oder 310 Ubr. Treffpunkt in KablRabenau* (am Babnbof). Zahlreiche Beteiligung erbeten, Rrennbe »et Vereins wiilkammen. Bei schlechter Witterung 12.13 ab Ostdahnbof.

* V«n» der technischen Angestellten «nv Beamten. Dienstag, 12. Juli, abends/»6 Uhr Vorstandsfltznng in der .Bayr. Bierballe*. Mitalieder» besuch erwünscht jur Beitragsgahlung und Rückivrachc.

* GesangvereinGintracht" (Jugendbund.) Heute abend l/t9 Uhr Versammlung imHess. Hof*. Letztmalige Besprechung her Tour.

* Verein ehemaliger Kameraden der V«r» kebrstruppen Hanau. Alle Kameraden werden auf die am 14. Juli, abends 8 Uhr, stattfindende Manatsversammlung im Gast».Zur Sonne* au'- merksam gemacht. Im Interesse der grasten Tage»- ordnang wird »adlreichc« und pünktlich«» Erscheine» erwartet.

* Turnverein Hanau. Heute abend 8 Uhr Etner»wcrü.mm!ung tm Vereinklokal. Wichtige Be­sprechung.

* 1. Hanauer Fußball-Club 1893, e. B- Heute abend um 8 Uhr findet im Saale des Hotel zum Riesen* die diesjährig« ordentliche Hauptversammlung statt, worauf wir unsere Mitglieder nochmals ganz besonders Hinweisen, infolge der äußerst wichtigen Tagesordnung sic wurde bereits am letzten Samstag im Inse­ratenteil dieses Blattes bekanntgegeben ist es Pflicht «ines jeden Mitgliedes (auch der Da­men) pünktlich zu erscheinen.

LanöwtrrschafUiches.

* Z«r Bekämpfung des Drahtwurms. In manchem Jahr« tritt der Drahtwurm in außer» gewöhnlich großem Umfange auf. Besonders an Getreidearten, aber auch an Klee, Raps, Le­guminosen, Gemüsepflanzen, Erdbeeren richtet er

blätter (bei Fritfliegenbefall verläuft der Pro­zeß in umgekehrter Richtung). Zieht man die kanten Pflanzen heraus, so bemerkt man am Stengelfuß oder an den Wurzeln zerftessene oder dürchgefaulte Stellen. Die Urheber des Schadens kann man oft an oder in der Nâh« der Pflan­zen finden. Es'sind Schnellkäferlarven, die we­gen ihrer schlanken, wurmartigen Gestalt und ihres dicken KhitinpanzerSDrahtwürmer* ge­nannt werden. Sie sind 3 Cm. lang und gelb bis rotbraun gefärbt und brauchen 45 Jahre zur vollständigen Entwickelung. Als Mttel zur Bekämpfung der Drahtwürmer sind folgende zu nennen: 1. Kopfdünger mit Salpeter oder schwe­felsaurem Ammoniak (80120 Kg. auf den Hek­tar und 813 Dz. Kainit auf den Hektar). Er­sterer beschleunigt die Entwickelung der jungen Pflanzen, sodaß sie den erlittenen Schaden leich­ter überwinden; letzerer treibt die Drahtwürmer durch seine ätzende Wirkung in tiefere Baden- schichten, b. h. aus dem Bereich« der Wurzeln heraus. Die Düngemittel müssen möglichst fein und gleichmäßig verteilt werden. L Anwalzen der Saat, da fester Boden die Beweglichkeit der Drahtwürirer beeinträchtigt. 3. Wo der Befall sehr stark ist, muß das Feld umgebaut und der Boden möglichst intensiv durchgearbeitet werden (wiederholt tief pflügen, umgraben usw.), um die Drahtwürmer an die Oberfläche zu bringen und ihre Vertilgung durch insektenfressende Vög«l (Stare und Krähen) zu begünstigen. Die Neubestellung erfolgt zweckmäßig erst im Herbst. Flaches Säen ist vorteilhaft, da die Pflanzen dann den Drahtwürmern eine geringere Angriffs-

Ee bieten. 4. In Gärten kommt neben tiefem jtaben noch das Auslegen von Ködern in Frage. Man benutzt dazu geschnittene Kartoffeln, die mit der Schnittfläche nach unten in die Erde zu legen sind. Nach einigen Tagen werden die Köder revidiert und mit den gefangenen Draht- würmer« vernichtet. Zweckmäßig ist es, die Aus- legestellen durch Stöcke zu markieren. Mit der Bekämpfung muß sofort begonnen werden, um größeren Schaden vorzubeugen und vor allem eine Wiederkehr der Drahtwurmplage im nächsten Jahre zu verhüten.

Geschäftliches.

Ein vorzügliches Mittel gegen Hühneraugen und hart« Haut ist das millicnenfach bewährte Kukirol* Dieses Präparat wird von zahl­reichen Aerzten empfohlen und verordnet und die schnelle und absolut sichere Wirkung ist sogar ge- richlsnolarisch festgestellt worden. Kukirol ist auch mit bestem Erfolge gegen Warzen anzuwen­den. Man erhält Kukirol in jeter Apotheke und besseren Drogerien. Eine Schachtel kostet 3 Mk. Da viele Nachahmungen im Handel lind, io acht« man auf den Namen und lasse sich nichts an­deres aufreden.

PoMifche Nachrichten,

ein internationales Meeting.

Anläßlich der Frankfurter Tagung der internationalen Arbeitsgemein­schaft sozialistischer Parteien fand am Freitag nachmittag im großen Saale des Hippodrom eininternationales Meeting* statt, zu dem die Parteileitung der U. S. P. geladen hatte. Nach den Begrüßungsworten Diß­mann s-Stuttgart sprach für Deutschland der Reichstagsabgeordnete L e d e b o u r-Berlin, der eine Einigung des sozialistischen revolutionären Proletariats als gemeinsamen Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung und gegen bie kapita­listischen Regierungen verlangt«. Longuet- Frankreich gedachte in französischer Sprache, mit Worten warmer Anerkennung der Opfer, die für ihre revolutionäre Ueberzeugung in Deutschland gefallen seien, eines Gareis und EiSner, und führte aus, wie auch in Frantteich der beste Pro­letarier Jaurös zu Begiun des Krieges fein Leben lassen mußte. Es gelte, zum revolutionären Marxismus zurückrukehren. Weu.r Deutschland seine Pangermanisten habe, so habe Frankreich sein« Nationalisten, die nicht weniger abscheulich seien. Longuet stellte darin Reventlow und Daudet, Wilhelm U. und PoinvarF gegenüber und wies die Schuld an dem Stiege nicht dem deutschen oder französischen Volke, sondern den imperialistischen Regelungen beider Länder zu. Er wandte sich gegen die unsinnigen Forderungen der französischen Chauvinisten und geißelte es, daß zur Zeit 12 Milliarden Mark für die Be­setzung des linken Rheinufers ausgegeben wür­den, Unsummen, die nutzbringender und mensch- beitsforbernber verwendet werden könnten. Di« Bestrafung der Schuldigen fei für beide Seiten zu fordern. Das Wort von Karl Marx:Prole­tarier aller Länder vereinigt euch", aber müßte zum Heile der MenMeit endlich verwirflicht und in die Tat umgesetzt werden. Grimm- Schweiz ging von den urcheilvollen Einwirkungen des Weltttieges auf sein Reine? Land aus. for­derte eine geflossene internatinoale Kampffront gegen die bestehende Gesellschaft, und zog die Grenzen gegen recht? und links, indem er bie Bereitwilligkeit der Reformisten mit der Bour­geoisie ein Bündnis abzuschließen, ebenso sehr iblebnte. wie die ungangbaren Weg« der Kom­munisten. Im selben Geist b testen llch die Aus­führungen Friedrich Adlers-Oesterreich, der gegenüber der Brüsseler und Moskauer Inter­nationale hervorhob, daß es darauf ankomme, das gesamte Proletariat zu einigen.

Die Beschlüsse der Konlerenz der Er- nührungs- u. Landwirlschastsminisler.

Die Konferenz der Ernährungs- und Land- rvirtfchastsminlster der Länder, die am gestrigen Freitag unter dem Vorsitz des Reichsministers

Hebung der Produktion zu ergreifen sind. In sachlicher Aussprache wurde die erhöhte Ver­wendung von Kunstdünger für landwirtschaft­liche Zwecke als eines der ersten und wichtig­sten Mittel zur Förderung der lairdwirtschaft- lichen Erzeugung von allen Seiten anerkannt. Die Stellungnahme der Konferenz wurde in folgenden Leitsätzen festgelegt, denen alle Teil­nehmer Zustimmten:

Die Konferenz ist übereinftimmenb der An­schauung, daß Die vermehrte Kunstdüngervrr- Wendung das wichtigste Mittel zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung ist. Es sollen des­halb in enger Zusammenarbeit von Reich und Ländern, von Landwirtschaft, Industrie und Handel alle Wege, die zu diesem Ziele führen, beschritten werden. In erster Linie ist der Weg fortdauernder Aufllärung zu beschreiten, wobei die Veranstaltungen von landwirtschaftlichen Versuchen, bie alle Kunstdüngerarten berücksich. tigen, in möglichst weitem Umfange in Frage kommen. Ferner ist der Weg der Anlage von Bei­spielwirtschaften zu wählen, der neben der An­wendung von Kunstdünger die Borteile der rationellen Bewirtschaftung überhaupt (bessere Bodenbearbeitung, Anwendung von ausgewähl- tem Saatgut) vor Augen führen. Dazu sollen vom Reich im Benehmen mit den Ländern ein­heitliche Richtlinien ausgestellt' werden, während die Aufklärungsarbeit selbst an Hand dieser Richtlinien von den einzelnen Ländern zu leisten und den verschiedenen Derhältnissen ihrer Land-

tlen, der neben der Am

inger die Vorteile der

wirtichast anzupassen waren. Wegen der Aus- fuhrung der Versuche in den einzelnen Ländern scheint eine Regelung in dem Sinne zweckmäßig, daß den Hochschulen die Bearbeitung der wissen- schasliichen Grundlagen vorbehalten wird. Da- neben sollen die etwa vorhandenen provinziellen Forschungsinstitute alle praktischen Wirkungen eststellen, vornehmlich jedoch die landwirtschaft- Uchen Schulen und die landwirtfcha'llichen Be» rater die Durchführung der Maßnahmen über- nehmen. Die dem Resch zur Verfügung stehen, den Mittel sollen an Die Lander nach einem Maßstabe verteilt werden, der den Bedürfnissen der Aufklärung der einzelnen Länder entspricht und möglichst allen den (Erfolg sichert. Die Auk- stellung des Maßstabes soll einer besonderen Kommission vorbehalten werden, in der alle Länder vertreten sind. Der Bezug künstlicher Düngemittel ist durch Niederhaltung der safte und die gleichmäßige Frachtbelastung für die verschiedenen Reichstelle zu fordern.

Zur Frage der Z uckerbe wirt sch af- tung werden fast einstimmig folgende Be­schlusse angenommen:

D'e Konferenz ist angesichts des Umstandes, daß der Zuckerrübenbau eine wesentliche Zu­nahme gegenüber dem Borjahr ausweist und an- genommen werden kann, daß die diesjährige Ernte zur auskömmlichen Versorgung des In­landes ausreicht, der Ansicht, daß die Zucker- zwangswirtschaft zur Beginn des neuen Ernie. - jobres, also zum 1. Oktober, aufgehoben wer- 6w foU. v I

Weiler werben alle Auffassungen der Koy. ferenz b. einem Beschluß angenommen, daß ^ zur Zeit noch bestehende Regelung für ben Skt. kehr mir Kaffee-Ersatzmitteln mit bem 1. Angust dieses Jahres außer Kraft trete« sollen

Die Konferenz stimmt mit überwiegend« Mehrheit den Vorschlägen des Reichsminish- riums und des Reichsernährungsministeriumz über die Aufhebung der Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln vom 24. Juni 1916, üb« ben Hand el mit Ta bak vom 8. Juni l^ und mit Wein vom 31. August 1917 zu. Dg Erlaß einer entsprechenden Verordnung wird bemnddjft erfolgen. Der Großhandel mit Sebent und Futtermitteln, mit Tabak und Wein wird damit von den Vorschriften befreit, bte den 3« ginn des Großhandels von einer behördlichen Genehmigung abhängig macht«. Auf Anregung her württemüergischkn Regierung gab der Prz^ bent der Reichsgetreidestelle eine Uebersicht üb« die grundsätzlichen Aenderungen im Verkeh, mit Getreide. Die Umlage von 2.5 M Tonnen, der achte Teil nach dem Dmchschnitt be Ernteergebnisse der letzten 15 Jahr«, bet sechse Teil der Ernte des Vorjahres und tun % der im vorigen Jahre von der Zwangswip. fchaf terfaßten Getreidemengen, bedeutet eini Abkehr von der bisherigen Regel. Für bit Ablieferung haftet Erzeuger, Kommunalver, band und Land. Mit Rücksicht auf die reifen- den Kaufleute, die nicht auf das freie uni teure Brot verwiesen werden können, muß an der Reisebrotmarke festgehalte werden. Die Konferenz sprach sich für bit Beibehaltung der Äeisebrottart, aus. Die Brotversorgung für die Uebergangs- zeit sei durch die Einfuhr sichergestellt und eint Erhöhung der Kochmehlration könne augen­blicklich nicht in Frage kommen.

Als Ort der nächsten Konferenz wurde Ol. denburg bestimmt.

Aus Oberfchleste«.

Beuthen, 8. Juli. Die anläßlich der Do» gänge in der neuen Kaserne, in beten Verlaus der französische 'Major Montalegre zu Tode ge­kommen ist, feit einigen Tagen in Haft gehalte­nen Geiseln wurden Donnerstag abend bez» Freitag vormittag von den Engländern aus bet ^aft entlassen, bis auf den ersten Bür per meist» Dr. Stephan, dem mitgeteilt wurde, daß er aus dem Abstimmungsgebiet entlassen werde. ES ist bezeichnend daß man von den Geiseln vor btt Entlassung die Unterzeichnung einer Erklärung verlangte, daß sie während der Haft human be­handelt worden seien. Ein Teil der Geisel« lehnte die Unterzeichnung ab.

Politische Tagesberichte.

Wre herJntransi,eant* meldet, sind in 8 Havre 17 Stiften mit HemNNztem (Seih ««gekommen.

Die Abendblätter bestätigen, daß hie französisch-. Regierung die französische Mission, die den Verband lunge» gegen die Krieg»bcschuldizten vor dem Rerch«- gericht offen zuriickgerufen hat Nach demTempè' solle» mit den Justizbeamten auch die Zeugen Leipz" verlassen. Die französische Regierung bot von ihr Absicht sowohl die englische al« auch die belgis Regierung in Kenntni» gesetzt.

Aus aller Wett.

In de« Bergen erfroren. DerAllgemein! Tiroler Anzeiger* meldet aus Kufstein, daß am 2. Juli sechs Herren und drei Damen eint Durchkletterung der Winklerschlucht am Wilde» Kaiser unternahmen und, von einem schiveren Un­wetter überrascht, im Freien übernachten muss­ten. Ein Wiener Tourist und ein Fräulein na­mens Nürnberger aus München fanden dabei ben Tod durch Erfrieren.

Stuttgarter Lebenßversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter).

Am 30. Juni 1921 fand im Bankgebâude bis 66. ordentliche Generalversammlung unter bau Vorsitz des Präsidenten des Aufsichtsrats, Dr. jur G. von Doertenbach, statt. Vertteten waren 815 Stimmen. Die Bankleitung berichtete über die ge­schäftlichen Ergebnisse des Jahres 1920, die die des Vorjahres weit hinter sich ließen. Die Ban!, hat nunmehr bte 2. Milliarde im Versicherungs­bestand« überschritten. In der Todesfallversiche­rung wurde ein Ueberschuß von 10 510 859.16 M einschließlich der den Gewinnrücklagen der Ver­sicherten vorweg zugeschriebenen Zinsen im Be­trage von 878 646.93 Mk. erzielt. Von dem Ueberschusse fließen satzungsgemäß 7 2241591' Mark in die Dividendenreserve, 1908 053.06 M in den Divid«nd«nergänzungSfondS und der M mit 500 000 Mark in ben Pensionsfonds der Bankbeamten Die Valutareserve wurde um 1 Millionen Mark auf 25 Millionen Mark erhöht Die Bilanz und die dorgeschlagene Verwendung des Ueberschusses wurde genehmigt, sowie den« Aufstchtsrat und Vorstand Entlastung ett ein Den Antrag weniger Bankmitglieder, eine Satzungsänderung betreffend, lehnte bie General­versammlung mit überwältigender Mehrheit ab-

Zu haben in den Apoiuenen. Alleinvertrieb Wilh. Westermann. Hochstr. 43. Frankfurt 6-