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Hanauer K An

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General-Anzeiger

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Str. 153

AmMches Organ für SlaSi- und Landkreis Samu

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Veriagsleitung: Ad. Indermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil I.V.:WilbelmMoritz: für lokalen u.provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen ».Reklamen August Brodt. alle in tzanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei banau.

Fernivrechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Montag den 4. Juli

1921

Das Neueste.

Fm Hamptausschutz des Landtags wurde heute der unabhängige Antrag auf eine baldige Vorlegung des Gesetzes über die Sozialisierung des deutschen Bergbaues nach dem Vorschlag der Soziakisierungskommission gegen die Stimmen der sozialistischen Gruppen abgelehnt.

Für das oberschlesische H ilfs werk stifteten die deutsche Bank, die Dresdener Bank, und die Diskontogesellschaft je eine Million Mark, die Darmstädter Bank 600 000 Mark. Der Reichs­präsident Ebert spendete für das oder schlesische Hilfswerk K Million.

Meldungen ans Brüssel zufolge hat sich das belgische Königspoar in Begleitung des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aoußeren zum Besuche des englischen Königs­paares nach London begeben.

Reuter veröffentlicht eine Uebersicht über den bisherigen Starck der deutschen Entwaffnung, worin «s heißt, das Ergebnis der Entwaffnung sei Mitte Juni von brttischen und französischen Offizieren als durchaus befriedigend anerkannt wmcken. Auch das Vorgehen der bayerischen Re­gierung in der Frage der Einwohnerwehren habe »inen guten Eindruck gemacht.

Ein Regierungsevlaß Chinas ratifiziert das chinesisch-deutsche Abkommen und ermächtigt das chinesische Ministerium des Auswärtigen, mit der deutschen Regierung die Ratifikationsurkunden auszutauschen.

Reichskanzler Dr. Wirth

über Oberfchlefieu.

Während einer großen Versammlung in der Philharmonie in Berlin, die den Abschluß des \ gestern in ganz LeutjchiarrL begangenen Hufs- tages für Oberschlesien bildete, und zu der der , Reichspräsident, der Reichskanzler, der Minister des Aeußern Dr. Rosen und zahlreiche Spitzen der Behörden und der Gesellschaft erschienen waren, ergriff aus der Mitte der Zuhörer der Reick^kanKer Dr. Wirch das Wort zu folgen­der Ansprache:

Es ist wahrhaftig eine Vermessenheit, in­mitten des Kranzes von Rosen und Liedern einige politische Bemerkungen einzuflechten. Aber doch soll es gesehen. Richt nur hier in Berlin, sondern im ganzen deutschen Vaterland wird heute zu Gunsten Oberschlesiens, zu Gun­sten Ihrer bedrohten Heimat, ein Opfrtag ge­feiert. Es ist nur ein Tag; er rollt bald dahin in das Meer der Vergessenheit. Aber Oberschle- sten selbst hat nicht nur einen Tag des Opfers hinter sich. Wochen, Monate, Jahre der schwer­sten Opfer hat die oberschlesische Heimat ge­tragen in einer Art, die würdig ist der großenOpfer, die das ganze deutsche Volk seit Beginn des Weltkrieges ertragen hat. Un­ser ganzes Volk weiß, was opfern heißt, alle wissen es wohl in meiner Schwarzwälder Hei­mat bis ins kleinste oberschlesische Dorf hinein. Wir haben unendlich viel geopfert und verloren, wir Deutsche. Aber nicht alles! Noch haben wir Güter gerettet, des kostbarsten Jnhalls.

Wir haben bis jetzt gerettet die Einheit, die staatliche und die wirtschaftliche Einheit unser es Vaterlandes. Die­ses große kostbare Gut, das letzte Erbe aus einer großen, aus einer ehrwürdigen geschichtlichen ' Vergangenheit, die wir heilig halten wollen, bis wieder der Tag der Freiheit kommt und die Stunde dem deutschen Volke schlägt, wo man das Wort Glück und Wohlfahrt des Landes wieder über die Lippen lassen kann. Dieser grosse Körper des Volkes, des 60 Millionen- Dolkes, trägt gewisse Taufende von Narben, ge­schlagen aus hundert Schlachtfeldern, geschlagen in bitterster Not, da die Lebensmittel im Welt­kriege in Deutschland zur Neige gingen. Aber neben den ehrenvollen Narben des großen ; Weltkrieges trägt unser Dolkskörper zwei blu­tige Wunden. Drüben amRhein ist jene eine Wunde, die unser wirtschaftliches Mark teil­weise zerschnitten hat; drüben am Rhein, wo einst die Germania des Niederwaldes hernieder­sah aus den freien deutschen Strom. Dort ge­denken deutsche Männer und Frauen auch heute, trotzdem sie Wehmut im Herzen tragen, aller deutschen Brüder und Schwestern des anderen Lolksteiles Oberschlesien, wo die zweite große Wunde an unserem V o l k s k ö r p e r b l u t e t! Nun sind 7 Jahre verflossen, seit das Ultimatum an Serbien er» gongen ist, sieben Jahre der Demütigungen^ sie- oen Jahre der enttäuschten Hoffnungen, sieben Jahre der Not für unser ganzes deutsches Volk. Aber diese oberschlesische Wunde, wenigstens sie connte geschlossen werden. Es könne ein Ende gefunden werden, in dem blutigen Morden, in

das deutsche Oberschlesien, das Ministerpräsident Stegerwald ausbrachte, wurde mit ungeheurer Begeisterung ausgenommen. Darauf sangen die Versammelten:Ich hab mich ergeben" und Deutschland, Deutschland über alles". Im feier­lichen Zug zogen darauf die Oberschlesier aus der Arena.

Die Räumungsaktton.

Nach Blättermeldungen aus Oberschlesien geht dort die Räumungsaktion ordnungsmäßig vor sich. Der Uebertritt des deutschen Selbst­schutzes über die oberschlesische Grenze findet am 5. Juli statt. Die weitaus größte Zahl der An­gehörigen des Selbstschutzes kehrt in ihre Be­rufsstellung zurück. Um die Unterbringung der Leute, die keine feste Beschäftigung haben, be­mühen sich die christlichen und freien Gewerk­schaften.

LautVossischer Zeitung" ermöglicht die fortschreitende Räumung allmählich auch einen besseren Ueberblick über die Vorgänge während der Jnsurgentenherrschaft. Die Meldungen über Grausamkeiten der Insurgenten erhalten immer neue Bestätigung. Mitten aus den Städten hol­ten sich die Insurgenten die besonders verhaßten Deutschen heraus, um sie gefesselt in die in jedem Ort eingerichteten Prügelstationen zu schleppen, wo sie furchtbar mit Gummiknüppeln mißhandelt wurden. In den Krankenhäusern und Privatwohnungen liegt eine große Zahl furchtbar zugerichteter Männer und Frauen. Photographische Aufnahmen der Aerzte belegen diese Tatsachen. Unter den zahlreichen Zeugen dieser entsetzlichen Vorfälle befinden fid) auch einzelne Polen und Polinnen, die aus Abscheu freiwillig zur Bestrafung der Mörder und Fol­terknechte beitragen wollen.

Eine Erklärung der vereinigten deutschen ' Parteien und Gewerkschaften Oberschlesiens au die inlerauuerte Loruruijjiou.

Die vereinigten deutschen Parteien und Ge­werkschaften Oberschlesiens übermittelten der Interalliierten Kommission folgende Erklärung:

Die Interalliierte Kommission glaubt den pol­nischen Aufstand durch das Räumung-abkommen heileren zu können. Die friedliche Bevölker,.^ OLerfchlesiens hat Grund zur Annahme, daß die­ser Aufstand nicht der letzte ist. Die Formationen der Aufständischen gehen bewaffnet und ge­schloffen zurück; sie werden mit ihrem Kriegsgerät nach Polen transportiert, soweit sie von dorther gekommen sind. Die aus Oberschlesien stammenden Aufständischen gehen mit ihren Waffen in die e matsorte. Die in deutscher und ve^rscher Sprache gedruckte polnische Presse schürt schon setzt einen neuen Ausstand. Wir verweisen auf den von her Zensur zugelassenen ArtikelUnser Glaubensbekenntnis" in Nummer 88 desOber­schlesischen Wegweisers" vom 1. Juli. Bei den am 29 Juni veranstalteten polnischen Demon­strationen forderten die Redner, darunter mehrere Geistliche, offen dazu auf, sich für den nächsten Aufstand vorzubereiten.

Wir betrachten die Beilegung des Aufstandes als eine Pause vor neuen schweren Ereignissen. Unsere Besorgnis vor der Zukunft wird verstärkt durch die von der polnischen und Pariser Presse verbreiteten Nachricht über eine unmittelbar be­vorstehende Amnestie. Es ist die eigene Ange­legenheit der Interalliierten Kommission, wenn sie entgegen ihrer Bekanntmachung vom 3. Mai die Verletzuna ihrer Autorität durch eine Am­nestie ungesühnt lassen will. Aber so wenig wie wir Vergeltungsmaßnahmen gegen die große Masse der mißgeleiteten polnischgesinnten Volks­teile erstreben, so sehr fordern wir mit allem Ttacbbrud daß die für den Ausstand verantwort­lichen imd iw Aufstand an verantwortlicher Stelle tätig gewesenen Personen zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie Schuld an dem firrcht- baren Verbrechen tragen, daS an Oberschlesien verübt wurde Nach unserem Rechtsbewußtsein dürfen unter die Amnestie nicht fallen- 1. der bisherige volnifcbe Plebibitkommiffar Korfanty und die Mitglieder des Vollzugsausschusses, 2: die Kommandanten von Formationen der Auf- 'tänd'ichen die Ort;- und Kreiskommandanten, auf deren Befehl und unter deren Verantwortung die Verbrechen verübt wurden, 3. die Vorsitzen­den und Beisitzer der Feldgerichte der Aufstän­dischen, die sich richterliche Ge:valt über Leib und Leben der friedlichen Bevölkerung, sowie alle bie« ienigen Personen, die widerrechtlich sich öffent­liche Aemter anmaßten, 4. alle Teilnehmer des Aufstandes, di« am 3. Mai Beamte der Inter- rlliierten Ko-mnission waren, inSbewndere die Kreisbeirm«, Beamten und Polifisieh . Ober­schlesien und Svenalvolizei, 5 alle diejenigen Personen ohne Unterschied der Nationalität, die Verbrecken und Vergehen gegen Leib und Eigen­tum begingen. Die noch dem Auyust-Aufstande erlassene Amnestie vom 29. November erweckte bei den Nolen den Eindruck, daß ihre Taten von

dem Rauben, dem Zerstören von Dörfern, dem Niederbrennen alter ehrwürdiger Schlösser, wo die Tradition von Jahrhunderten lebt. Die Wunde könnte sich schließen, wenn statt des Ge­dankens der Diktatur, statt des Gedankens der Macht und der Zerstörung und Schädigung des deutschen Volkes, jener Gedanke lebendig würde, der das Streben aller Denker aller Jahrhunderte beherrschte, der Gedanke,

daß nicht Macht, sondern Recht allein

das unglückliche Europa wieder aufrich­ten kann. (Bravo!) Wir wollen von diesem Gedanken des Rechts gerade in den Tagen der nationalen Ohnmacht und der Wehrlosmachung nicht lassen. Wir wissen, daß Macht allein nie­mals die Welt regieren kann. Wir haben ge­sehen, wie der Machtgedanke Europa in Schutt und Trümmer gelegt hat. Nun stehen wir mit der bangen Frage vor Ihnen: Was wird aus Oberschlesien ? Ich kann Ihnen diese Frage heute abend nicht beantworten, obwohl ich sie bei manchem von Ihnen auf den Lippen lese. Die oberschlesische Frage ist mehr ge­worden als nur ein Objekt der Eeheimdiplo- matie, es ist eine europäische Frage, im gewissen Sinne auch eine Frage für die g a n z e Welt geworden. Ist es etwa nur Rauch und Schall, was einst über die Welt ging, daß Ge­rechtigkeit das Ziel des europäischen Krieges und eines Friedensschlusses sein soll? Ist es nur Scholl und Rauch, daß die Völker nicht wie Schachergüter verschoben werden sollen? Soll das demokratische Prinzip der Selbstbestim­mung der Völker nur aufbem Papier stehen? Ist das alles Schall und Rauch, was das ober- schlesische Volk gesprochen hat, das sich laut zu Deutschland bekannt hat? Glaubt jemand, daß Europa zur Ruhe kommen kann, wenn die- ser Geist des berantratif^en Selb|^

rechtes verhallen sollte, als sollte der Wills des Volkes nichts sein als nur ein Mtttel, um ge­täuschte Hoffnungen wachzurufen? Brüder und Freunde aus dem oberschlesischen Lande! Drun­ten im Schwarzwald, am sonnigen Rhein, drü­ben in Ostpreußen und Schleswig-Holstein, überall lebt der große und machtvolle Glaube, daß die Welt es nicht über sich bringen kann, das oberschlesische Volk den Polen zu überlie­fern. Dieses Volk hat an Opfern gebracht, wie es größer nicht gedacht werden kann, just in den letzten Wochen. Man hat gesagt, laßt sie, die oberschlesischen tapferen Männer, die ihrer Hei­mat Schutz geboten haben, laßt sie im blutigen Ringen, im letzten Verzweiflungskampf für ihre heimatliche Erde fechten. Wir haben abge­wehrt und gesagt, das Schicksal des Landes wird in der großen internationalen Politik, in London, Parrs und Nom und in Washington entschieden werden. Wir wissen, was das heißt und welche Opfer dadurch verlangt werden. Eine gerechte Entscheidung über das Schicksal Ober­schlesiens verlangt dieses Opfer der Geduld. Die­ses Opfer der Geduld, einer Engelsgeduld zeigt, was das oberschlesische Volk an uns kettet. Es ist nicht die Interessengemeinschaft, obwohl die materiellen Interessen Völker und Stämme mit­einander verbinden, was emporgeflammt ist bei der Abstimmung in Westpreußen, es ist jenes etwas, was hervorquillt aus den Herzen am Rhein, es ist jenes etwas, was hervorquillt aus den Herzen unserer Stammesbrüder, die heute unter polnischer Herrschaft stehen. Das größte, was die Völker zusammenhält und was das höchste ist im Leben der Menschheit, ist die L i e b e zur H e i m a t, die Liebe zum Volke, die Liebe zum Reich, die Liebe zur deutschen Kultur, und diese große Liebe wollen ' wir am Opfertage auch Oberschlesien entgegenbrin­gen. Die Liebe, die dort aufflammt zum deut­schen Mutterlande, ist der größten Opfer des deutschen Vaterlandes wert. Die Liebe der Oberschlesier selbst zur Heimat, zu Volk und Volkstum, zu ihrer Kultur und Sprache, zur Sitte und Religion, die Liebe zum deutschen Geiste, die ist überzeugt und in ihrer Einzig­artigkeit und in ihrer monumentalen Größe die letzte Ermutigung für uns alle, auszuharren auf dem dornenvollen schweren Weg, der uns wie­der aufwärts führen soll, dorthin, wo der Name Freiheit und Vaterland wieder einen guten Klang hat! (Bravo!)

Eine Riesenkundgebung in Berlin.

Beim großen internationalen Sportfest im Stadion zogen die oberschlesischen Vereine zu einer Riesenkundgebung auf, um für das Deutschtum Oberschlesiens zu zeugen. Vor emer tausendköpfigen Menge, die im Halbrund des Stadions versammelt war, ergriff Vizekanzler Dauer im Namen der Reichsregierung und Ministerpräsident Stegerwald im Namen der preußischen Negierung das Wort, um Not und Leid Oberschlesiens zu schildern. Das Hoch auf

vornherein Straffreiheit genießen. Sie behaup­ten und verbreiten heute aber, daß sie für die in diesem Aufstande begangenen Taten Straffreiheit verlangen werden.

Sollte die Interalliierte Kommission eine derartige Amnestie erneut erlassen, so würde sie schon jetzt den vierten polnischen Aufstand be­günstigen. Nach acht Wochen der Rechtlosigkeit fordern wir von der Interalliierten Kommission nach Wiederherstellung ihrer Autorität, daß sie gegen die Leiter des Ausstandes und gegen die Hauvtschuldigen nach den Grundsätzen verfährt, die sie in ihrer feierlichen Bekanntmachung vom 1. März 1920 verkündete.

Anmerkung des Wolff-Dürosr Betonn wurde di« befürchtete Amnestie bereits erlassen. Die vorstehende, schon vorher abgegebene Er. klärung der deutschen Parteien und Gewerkschaf­ten Oberschlesiens schiebt der Interalliierten Kommission ausdrücklich die Verantwortung da­für zu, daß eine auch die Urheber des letzten Aufstandes umfassende Amnestie mit Notwendig­keit einen vierten Ausstand hervorrufen muß. Ein Tess der Interalliierten Kommissron machte zwar schon Tanae mit ben Verbrechern gemeinsam« Dache, setzt aber gilt für die ganze Interalliierte Kommission das Goethewort: Ein Richter, der nicht strafen kann, gesellt sich endlich dem Ver­brech«!.

Ein deutsches Graubuch.

Das Auswärtige Amt verfaßte ein Graw buch, das eine Zusammenstellung des bisher vorliegenden Materials über den dritten Auf­stand in Oberschlesien von Mai bis Juni 1921 enthält. Die Zusammenstellung bringt Auszüge aus protokollarischen Aussagen, Uebersetzungen von Dokumenten, Bilder vom Ausstand, den Greueltaten und den Zerstörungen und Plünde­rungen durch die Polen. Aus dem Buch ist T-rch einseitige Verhalten der Franzosen gegenüber dem Aufstand zu ersehen. Weiter zeigt es, wieweit die polnische Regierung bei dem Aufstand beteiligt war.

Einrichtung polnischer Orlswehren.

Die Einrichtung der polnischen Ortsweyven wird mit aller Macht fortgesetzt und darf als nahezu abgeschlossen gelten. Ihre Mitglieder sind zwar nicht offiziell mit Pistolen und Hand­granaten bewaffnet, verfügen aber über genü­gend Menge anderer Waffen und ausreichende Munition. Kraftwagen mit Munition und Waf­fen gingen ständig unter polnischer Begleitung nach dem Süden des Abstimmungsgebietes ab. Wie immer wieder versichert wird, werden große Waffenbestände in den Wäldern der Kreise Rybnik und Pleß vergraben, um beim Ausbruch des vierten polnischen Ausstandes bei der Hand zu sein.

Der Friesen mit Amerika.

Nrw York, 3. Juli. Präsident Harding unterzeichnete die Frisdensresolution, die den Frieden mit Deutschland und Deutsch- öst erreich bedeutet.

Parr», 4. Juli. Di« ..Ehigaco Tribune" teilt aus Washington mit: Nachdem Präsident Harding am Samstag die Frieden»resolutivn unterzeichnet habe, werde eine formelle Frieden». Proklamation in einigen Tagen erlassen wer­den. Obgleich sie reiner Formalität sei, werde durch sie der Krieg,gesetzzrbung, j. B. dem Gesetze über den Handel mit dem Feinde und dem Gesetze über die Freiheit der Anleihen ein Ende gemacht wervrn. Hiernach würden die diplomatischen Beziehungen wieder ausgenommen und über einen H andels. vertrag verhandelt werden. Die Regierung habe bis jetzt noch keinen Schritt in dieser Richtung unternommen. f

Jpu. Paris, 4. Juli. Der Oberste Rat soll in seiner nächsten Sitzung sich mit der Ueber, nähme der amerikanischen Zone im Rhein, lande durch die Alliierten beschäftigen. Die ooraussichiliche Rückziehung der amerikanischen Besatzung, die nach der Annahme Su ch ben Kongreß" etwa 4 Wochen in Anspruch nehmen wird, wird erst der französtschen Regierung durch den amerikanischen Gesandten mitgetetli werden. Bon sranzöstjcher Seite verlautet, daß sich Frankreich und England in die Besatzung teilen wird, da Belgien davon absehen werbe.

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Washington, 2. Juli. DaS Oberste Gericht der DistritleS von Kolumbien hat dem Verwal­ter von beschlagnahmten feindlichen VemrS»en befohlen, der Gräfin Bernstorff, der Gatttn der ehemaligen deutschen Botschafters in Washington, ;elb und Wertpapiere im Betrage von einer Million Dollar rurückzuerstatten, welche wähbvick des StriAöeS be sch laanahmt worden waren?