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General-Anzeiger
AmMches Organ sör Stadt- und Landkreis Sone«
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Pertagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil I.V.:Wilhelm Al oritz: iür lokalen ».provinziellen Teil iowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen ».Reklamen August Brodt. alle in Hanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenhausduchdruckerei Hanau. kHernivrechaniLlüsle Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 149
Mittwoch den 29. Juni
1921
Das Neueste.
— Der Generalstabsarzt a. D. Prof. Dr. von Schjering, der während des Krieges Chef des Feld-Sanitätswesens war, ist heute morgen an den Folgen eines Cchlaganlalls verschieden.
— Der Vorsitzende der Entwaffnungs- iommission der Völkerbundes, der französische übgeorbnete Ren« Viviani, hat die Kommisiion |U einer Sitzung zusammenbrrufen, die am 16. Juli in Paris stattfinden soll.
— Am 16. Juli findet in Paris die erste Tagung der gemischten Kommisiion zum Studium »er Abrüstungrfrage statt, die aufgrund des Beschlusses der letzten Völkerbundsversammlung geschaffen wurde.
— Die Einfuhr aus Deutschland nach England zeigte im Mai eine Abnahme von 250095 Pfund Sterling im Vergleich zu April.
— Einer Lloyd-Meldung aur Grimsby zu- !olge haben Fischerleute aus Aerger über die Ladung von Fischen, die das deutsche Fischer- iahrzeug „Wilhelm Heinold" gefangen hat, die Fische ausgeschüttet und auf dem deutschen Fahrzeuug Kompaß und Brücke beschädigt.
Ueberschwemmung Deuljchlands mH ausländischen Luxusartikeln. •
Kürzlich wurde in der „Köln. Zeitung" mit- getellt, daß von der Entente in einem Monat Einfuhrbewilligungen für eine Menge Vanille erteilt wurden, die dem lOfachen Jahres bedarf der Rheinlands entspricht. In derselben Zeit hat man für 80 Millionen feine Textilien zur Einfuhr freigegeben, ferner über 1000 Tonnen Datteln, fast 2000 Tonnen Mandeln, sehr erhebliche Mengen von fr an- rösischemSpiritus, Schokolade und konservierten A tt a n a s. Don sachver- e wird der Wert dieser Einfuhr 1 Milliarde Mark monatlich geschätzt. Die Folgen machen sich in einem erneuten rapiden Fallen unserer Valuta bereits sehr stark bemerkbar. Diesen schweren Schädigungen der teutschen Volkswirtschaft sucht die Reichsregierung durch ein neues Gesetz zu begegnen, das eine Kontrolledes Paketverkehrs zwifchen dem besetzten und unbesetzten Deutschland ermöglicht. Natürlich kann eine amtliche Paketkontrolle uns von de mUebel nicht restlos befreien. Sie wird im besten Fall die Luxuseinfuhr einschränken, ohne sie zu unterbinden. Viel notwendiger ist es, daß die Gesamtheit des Volkes die schweren Schädigungen der Einfuhr von Luxusartikeln für unsere Wirtschaft erkennt und sich danach richtet. Wir können einen Kauf ausländischer Waren. nur mit Waren a u s f u h r bezahlen. Da wir von dem Werte der Warenausfuhr 26 Prozent an die Alliierten zu entrichten haben, muß sich jeder Deutsche darüber klar werden, daß er durch jeden Kauf ausländischer Waren eine Geldsumme von 26 Proz. über den eigentlichen Rechnungsbetrag hinaus Deutsch- landentziehtunddenEntentelän- dernzuführt. Unsere Einfuhr darf sich also nur auf unentbehrliche Rohstoffe erstrecken, die in Deutschland zur Weiterverarbeitung für unseren eigenen Verbrauch und für Exportwaren benötigt werden. Wenn jetzt dringend gemahnt wird, ausländische Zigaretten, Schokoladen, Weine und Spirituosen, Spitzen, Seidenstoffe usw. zu meiden, so liegt in einer solchen Aufforderung keine chauvinistische Tendenz. Gerade, weil wir ernsthaft bemüht sind, den der Entente gegenüber übernommenen Verpflichtungen nachzukommen, müssen wir peinlich darauf achten, unsere Wirtschaftsführung so einzurichten, daß sie jeder Kritik stand- halten kann.
Um die ungeheuerlich großen Reparations- Verpflichtungen zu erfüllen, erwächst jedem Deutschen die Pflicht, seine persönli-den Wünsche und-Jnteressen der Allgemeinheit unterzuordnen, das heute mehr als je erforderliche Verarftwortlichkeitsgefühl des Ein-elnen gegenüber Der Volksgemeinheit auch in wirtschaftlichen Dingen zu betätigen, und auf auslände g Luxusware zu verzichten, für die eine niedergebrochene Volkswirtschaft keine Verwendung haben darf. Man glaube nia)t, auf die paar Zigaretten, die Tafel Schokolade oder das Stückchen Seife, das der einzelne kauft, komme es nicht an. Wer selbst so denkt, muß auch dem Nächsten das Recht gleichen Gedaukengangs zu- gcftehen. Aus den verhältnismäßig geringen Mengen, die a l l e Einzelnen verbrauchen, setzen sich dann die ungeheuren Quantitäten zusammen, die Milliardenbeträge ausmachen, und deren dauernde Einfuhr uns dem endgültigen Verderben immer näher bringt
Darum fort mit allen ausländischen Luxusartikeln, im wohlverstandenen Interesse unserer heimischen Volkswirtschaft, die ihre Schulden bezahlen und wieder auf die Höhe kommen will.
großer Teil der Oderfahrzeuge im Aufstandsgebiet versammelt. Die Folgen des Aufttandes erstrecken sich nicht bloß auf die Oderschiffahrt bis Stettin, sondern bis Hamburg. Der Getreidetransport ab Hamburg ist gegenwärtig wohl noch gerade im Gange, aber durch den Mangel an Bunkerkohlen in weitem Umfange bedroht und eingeschränkt. In einer von der s dlesischen Schiffahrt an die interalliierte Kommission gerichteten Eingabe wird gesagt: „Die Verluste der Schiffahrt sind außerordentlich groß; 1500 Fahrzeuge, darunter 1000 von Kleinschiffern, deren einziges Dermögensstück in ihrem Kahn besteht, sind in ihrer Bewegungsund Erwerbsmöglichkeit vollständig lahmgelegt. Min Teil davon, der im eigentlichen Gefahrengebiet festgehalten wird, ist zum Teil zerschossen, zum Teil havariert. Einige Kähne sind gesunken und sehr niese ausgeplündert. Als legitimer Vertreter der Groß- und Kleinschiffahrt der Oder wendet sich der Sckiiffahrtsbetriebsver- band für die Oder an die Kommission und die hinter ihr stehenden Regierungen und meldet die gesamten bereits entstandenen und noch entstehenden Schäden zum Ersatz an."
Oppeln, 27. Juni. Die Enttäuschung, die die oberschlesische Bevölkerung nach dem Eingriff der Engländer erlebte, blieb auch der Bürgerschaft in Gleiwitz nicht erspart. Die Engländer verließen, kaum angekommen, die Stadt wieder, um eine westlich von Gleiwitz gelegene Stellung zu beziehen. Nachts hallte die Stadt von Eewerschüssen der räuberischen Insurgenten wider, deren Angriff an der Wachsamkeit des deutschen Selbstschutzes scheiterte. In kurzer Zeit besetzten die Insurgenten die Wagenwerlstatt der Eisenbahn, die staatlichen Hüttenwerke und das der oberschlesischen Eisenbedarfsaktiengesellschaft gehörige Stahlröhrenwerk. Die Merkstätte wurde vom deutschen Selbstschutz energisch verteidigt. Die deutschen Arbeiter zogen geicycogen aus Oen Warki, und bewogen die Italiener und später die Fran.zosen zum Eingriff. Nach einem Bericht von Augenzeugen feuerten die Franzosen auf die Werke, dagegen auf die Polen lediglich mit Platzpatronen. Vier Angehörige des deutschen Selbstschutzes und ytoei Frauen fielen den Kugeln der Insurgenten und tyrer Verbündeten zum Opfer. Die drustche Dcvöikerung, der sich eine ungeheure Erregung bemächtigte, versammelte sich vor der Wohnuuk des Stadtkommandanten und verlangte energisches Einign eit'N. Dv'aushin leitender französische Kommandeur Verhandlungen mn den Insurgenten ein. Um 6 Uhr abends ließen sich die Polen herbei, den Rückzug anzutreten. In dem von ihnen besetzten Werk hausten b;e Insurgenten wie Räuberbanden. Sie ha^en die Ernkichtungen teils zerstört und die Büros geplündert. Der dadurch angerichtete S'hadru laßt sich noch nicht übersetzen.
Berlin, 27. Juni. Im „Berliner Tageblatt" stellt der deutsche Plebiszitkommissar Urbanek fest, daß das oberschlesische Räumungsabkommen durch die gemeldeten polnischen Angriffe auf den Bahnhof Gleiwitz und Beuchen von den Polen bereits gebrochen worden sei und verlangt, daß die interalliierte Kommission diesen Treubruch sühnt, besonders da in der letzten französischen Note an die Reichsregirning betont wird, daß es jetzt vor allem bn juf ankomme, das Prestige der interalliierten Kom- ;nt|fun wiederherzustellen.
Paris, 29. Juni. Gustav Herve spricht in einem Leitartikel der „Dictoire" die Zustinl- mung des Generals Höfer zu dem Rückzugs- plan der Abstimmungskommission als einen neuen Beweis für den deutschen g u t e n W i l l e n an. Warum, so frag: er. versteift sich der Ministerpräsident in diesem Augenblick gegenüber der neuen deutschen Regierung mit ihren demokracuchen Tendenzen daraus, die Aufhebung der tm Rheinlands gegen die alte reaktionäre Regierung von Simons ergriffenen Sanktionen zu verweigern? Er fürchtet, der Schwäche angekiagl zu werden. Er fürchtet die politische Unerfahrenheit vieler junger Abgeordneter, die, von ihrem Haß gegen Deutschland oder von der Furcht vor ihui verblendet, die Räumung der Kohlcnbüfeu an Rhein und die Leleu gung der Zotliuien als einen Rückzug betrachten würden Will man die demokratischen Tendenzen in D.'Utschland begünstigen oder nich«? Wenn ja. I» hebe mm die Sanktionen auf. Es ist unehrlich. Sanktionen aniinchtzueihaiteu, wenn die Ursachen, 'ne sie ve anlaßten, minU—unden sind.
Sto.fholm, 27. Juni. „Stockholm Tidningen" bespricht im Zusamirenhang mit der Aalauds- frane das oberschlepi-ch? Problem und schreibt, raß aus Rücksicht auf den Friedensvertrag und die'Autorität der Alliierten kräftig Maßnahmen
Die SieuerpiSne der Regierung.
Die gestrigen Beratungen des Neichrkabinetts über die Steuerfragen werden, wie die „Deutsche Allg. Ztg." Hört, heute fortqesetzt werden. Reichskanzler Dr. Wirth beabsichtigt nicht, heute im Reichswirtschaftsrat über die Steuerpläne der Regierung zu sprechen.
Landeshauptmann Escherich legt sein Ehrenaml nieder.
München, 29. Juni. Dr. Escherich hat an alle Kreis» und Gauhanptleute eine Kundzebunz gerichtet, in der er ihnen mit* teilt, daß er infolge der Verfügung der Reichs- regierung zur Auflösung der Einwohnerwehren Bayerns sein Ehrenamt als Landeshauptmann der Einwohnerwehren Bayerns niederlege.
Unsere Reparationsleistungen.
Paris, 28. Juni. Die Reparationskommission veröffentlicht folgendes Kommunique über die von Deutschland auf Grund des Zahlungsplanes bisher geleisteten Zahlungen: „Die deutsche Regierung leistete soeben auf das Konto der Reparationskommission eine neue Zahlung von 44 Millionen Goldmark in europäischen Währungen. Diese Zahlung wird zur Tilgung der deutschen Reichsschatzwechsel verwandt, die auf Grund des Art. 5 des Zahlungsplanes ausgestellt wurden. Der Artckel 5 schreibt vor, daß Deutschland bis Ende Mai eine Milliarde Goldmark in Gold, ausländischen Devisen oder ausländischen Wechseln oder in Reichsschatzwechseln mit drei Monaten Laufzeit zu bezahlen hat. Der
.AMMrung dieses Artikels ist folgender: Der Ende Mai übergebene Dreimonatswechsel lautet auf 839573000 Goldmark. Die ausgeführte Barzahlung zur Erreichung des Betrages von einer Milliarde beträgt 160 427 000 Goldmark. Deutschland zahlte bisher zwecks Tilgung der Schatzwechsel insgesamt 83 949 690 Goldmark. In dieser Summe ist die soeben geleistete Zahlung von 44 Millionen enthalten. Die seit Mai geleisteten Barzahlungen belaufen sich mithin auf 160 427 000.
Die Fortsetzung der Wiesbadener Besprechungen.
Paris, 28. Juni. U'brr die am Dienstag be« qomicxen Beratungen betreffs der Ausführung bet Londoner Abkommens wurde oifivel folgender Sommuxiqué a>«ic«cbcn: In Fortsetzung der Wiesbadener Bripreckuuren haben am DicnSta« die Ber- »andlungen in Paris begonnen. Teilnehmer waren auf deutscher Seite Stasi «sclrctär Bergmann und Relchtkommiffar für den Wiederaufbau Dr. Giigacn- deimcr, auf der tranzSsischen Seite Minister Lou«,cur und aus den beteiligten Ministerien Seydoux, Taunery und Cdiysson. Beraten wurde die Frage der Restitution und Ersetz ciüungcn atmä^ einer Anregung der RcparcttiouSlommnsion. Die Verbandlnng'en über diesen Siegenüan» werden Mittwoch fortgesetzt. Mittwoch nachmittag wird über die Lieferung »o» Materialien verhandelt werden.
Knox und Porler.
Washington, 28. Juni Einer Nentermeldung zufolge erklären die republikanischen Führer. ei sei ein Abkommen über die mit einander konkurrierenden Entschließungen Knox und Porter bezüglich der B e - c n d r g u n g de« K r i e g » z u st a n d e k in 11 Deutschland und Oesterreich erzielt worden. 6,c sagen voraus, daß tiefe» Ab ommen namens der Senats und der Repräunlanteniaines auf der morgen battsindenden Konferenz von den Vertretern der beiden Häuser formell angenommen werde.
Paris, 29. Juni. HavaS meldet aus Washington : Die Führer der republikanischen Gruppen des Pana- ments ertläiteii, daß sie sich über die Resolution Knox und Porter, »re den Krieg mit Deutschland und Oesterreich al« beendet crkläiicn, vcrsläudijp hätten Sie glaubten, daß die Vertreter des Senats und de» Reprä enlantenkauieS, die morgen eine Wraiuuz av- hielten, bete Abmachung im Ramen der beiden Parlamente annchmen würden.
Ans Oberschlesien.
Breslau, 28. Juni. Unter den Opfern des polnischen Aufstandes ist einer der wichtigsten Erwerbszweige, die O d e r s ch i f f a h r t, ganz besonders helmgesucht. Der polnische Aufstand mit seinen Folgen bedeutet geradezu eine Katastrophe für sie. Die Maßnahmen bet interalliierten Kommission gipfelten in der Vorenlhal- tung der oberschlesifchen Kohle. Wegen La- dungsniangels entstand in den oberen Hä'en, insbefondere in Ko>el, eine ungewöhnliche Kahnanhäusung. Lei Beginn des oberjchlesi- jchen Ausstandes lag ein unverhältnismäßig
gegenüber Korfantys Auftuhrbanden ergrifft» werden müßten. Das Recht würde aber beiseite jebrängt und nationaler Egoismus in den Dor- rergrund geschoben. Frankreich, das nach der Beendigung des LkriegeS die Lösung des europäischen und der internationolm Probleme in aufsehenerregender Weise in die Hand genommen habe, stellte sich auf Polens Seite und wolle nicht gegen Korfantys Banden einschreiten. Richt einmal bie bolschewistischen Tendenzen und der Terror dieser Banden scheine in Paris abkühlend gewirkt zu haben. Korfantys Aufruhr predigt der ganzen Welt die Notwendigkeit für jede Staatsmacht, über gute VerteidigüngSmittel. zu verfügen. Ein ewiger Friede sei kaum zu einem Zeitpunkt zu erwarten, wo eS einem Korfanty frei» stehe aufzu treten, wie er es tue.
Bcsteiung von Gleiwitz und Hindenburs.
Wie der „Vorwärts' aus Oppeln melbet, baden nach dort vorliegenden Nachrichten die Polen tatsächlich begonnen, das von ihnen besetzte Gebiet zu räumen. Gleis witz und das Industriegebiet um Hindenburg mit der Stadt Hindenburg selbst sind frei, jedoch noch nicht passierbar. Sämtliches zur Verfügung stehendes deutsches Eiftnbahnmaterial wurde von den Polen mitgeschleppt, iodaß bisher noch keim Möglichkeit besieht, den Eisenbahnverkehr wieder einzuleiten. Die Poftn haben ihr gesamtes Kriegsmaterial auf der Eisenbahn transportiert. In den Dörfern sind eine Menge Leute zmâck- geblieben, die bei den Jnsmgenten Dienst getan haben.
Die Signibatiott des Aufstandes.
In dem Korfantyschen „Oberschlestfchen Weg. weiser' heißt es über die Liquidation des Aufstandes u. a- Auf Grund eines besonderen Abkommens wurde von der interalliierten Kommission vollkommene «Straffreiheit für alle Teilnehmer des AussbMdeS sowie für ihre politischen N er neben zugeüchect. Den deutschen Parteien OSerschlesins ist von einer derartigen Amnestie bisher nichts bekannt.
Der engl.Dergarbeilerstreik beigelegl.
£ o n b o n, 28. 3unl. Reuter meldet amtlich: Der Bergarbeilerstreik ist beigelegt.
Paris, 28. Juni. Nach einem Londoner Telegramm des „Intransigeant" werden die Bergleute am nächsten Montag die Arbeit wieder aufnehmen. Die Einigung wurde durch gegenseitige Zugeständnisse erzielt. Die Arbeiter verzichten auf ihre Forderung einer naho” nalen Kasse für die Gewinne zum Ausgleich der Löhne und nahmen als Grundlage der Löhne den Tarif von 1914 mit einem Zuschlag von 20 Prozent an. Die Arbeitgeber ihrerseits überlassen den Arbeitern 83 Prozent des Rohertrages und begnügen sich zur Verzinsung ihres Kapitals mit 17 Prozent anstelle der ursprünglich verlangten 20 Prozent. Um die Ausführung dieses Abkommens zu ermöglichen, ist der Zuschuß von 10 Millionen Pfund Sterling, den die Regierung angeboten, dann aber vor zehn Tagen zurückgezogen hatte, erforderlich. Der Ministerpräsident wird mit seinen Kollegen beraten, ob der Zuschuß gewährt werden soll oder nicht.
Die Dereiniglen Slaaien und Japan.
Ein Krieg unvermeidlich?
Jpu. New York, 29. Juni. Der früher« Senator Jame, Hamilton Levid erstatte in einer Rede in Ghigaco, ein Krieg zwischen Japan und den Vereinigten Staaten sei unvermeidlich und die Vereinigten Staaten sollen bei dieser Gelegenheit allein dem asiatischen Eroberer gegenüberstehen. Der Senator sagte: Wir müssen Europa zu verstehen geben, daß wir jeden Augenblick bereit find, für unser Recht nötigenfalls der gangen Welt gegenüderzutretcn. Die Zeit kommt mit unheimlicher Schnelligkeit näher, wo es notwendig jein wird, uns gegen die Asiaten zu schützen. Unsere Verbündeten im Weltkriege werden nicht in der Lage sein, uns im Kriege mit Japan beizustehen, da die Japaner mit Leichtigkeit die europäischen Besitzungen im fernen Osten mit Beschlag dellen tonnen.
Japan und China.
Paris, 28. Juni. Nach einem Kabeltekcg«n«» der „Chicago Tribune" aus Peking teilt die djinejiidje Regierung mit, daß Japan der Republik des fernen Oste»» 8 Fo-ldermigen gestellt habe, bie zur Bedingung für die Anerkenn».«« Der Republik gemacht werden. Japan berurny ». a. die Freiheit seiner Schiffe auf den Fluren und der Benutzung aller Lcrkcbrsivege sowie die unbegrenzte Möglichkeit, Wälder mtd Berawerw auszubeuten.