Hanauer W Anzeiger
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General-Anzeiger
Amkliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.
Verantwortlick: kür volitiicken und allgemeinen Teil I. B.: W i 1 he l m M o r i tz: für lokalen u. provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen u.Reklamen August Brodt. alle in Hanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.
Nr- 145
Freitag den 24. Juni
1921
Das Neueste.
— Der Text des deutsch - schweizerischen Handelsvertrags wird, nach stattgehabten Besprechungen, weiterhin unverändert bestehen bleiben. Beide Länder werden sich auch zu- künftig dar Recht der Meistbegünstigung gewähren.
— Havas meldet aus Tokio: Japan hat den Vertrag von Trianon ratifiziert.
— Der Botschafter-Kongreß hat sich Donnerstag vormittag unter dem Vorsitz von Jules 5ambon mit verschiedenen Einzelfragen zu den Ausführungen der Friedenrverträge, namentlich mit der Inkraftsetzung der Friedenrvertrages pon Trianon beschäftigt.
—Ministerpräsident Briand empfing Donnerstag nachmittag den britischen Botschafter Lord Hardinge.
— Dem Berl. Lokalanzeiger wird aus kyndney gemeldet, daß das amerikanische Pacific-Geschwader demnächst Australien einen Besuch abstatten wird. Diese Nachricht treffe sicherlich nicht ohne Absicht im Augenblick der Zusammentritt» der britischen Reichrkonferenz in London ein.
— Die Bank von England hat den Diskont een 6'/, auf 6 Prozent herabgesetzt.
Gegen die 30 prozenlige Grund- belastung.
. Bekann-Kich plant die Reichsregievung, den Goldwert des Gvund mich Bodens mit einer ^Opxozentigen Zwan-gshypochek des Reiches zu Masten, wobei der Goldwert durch Multiplika- ition des Friedens wertes errechnet werden soll. Stellt z. B. ein Grundstück einen Friedenswert dm 100 000 Mk. dar, so würde diese Belastung MMWark Goldmark «der 300 000 Papiermark Äiadjen. Daraus ergäbe sich eine Mehrbe- fafiunig von 15 000 Mk. bei äprozentrger Ver- szinsung, die natürlich bei Metshäusern abge- 'wÄzt werden dürfte und müßte. Die Wahnurrgs- imieten müßten danach tvohil um das Dreifache ^gesteigert werden, was in den meisten Fällen von vornherein als undurchführbar erscheinen dürste. Bei VAenwohnungen würden die Besitzer größ- -tenteils zur Aufgabe des Besitzes gezwungen 'werden, denn man kann natürlich nicht erwarten, daß der Inhaber - einer Villa, dem seine Wohlig bisher 4000 bis 5000 Mk. kostete, in Zukunft 19 000 bis 20 000 M. answenden könne, tot sein Wohnbedürfnis zu befriedigen. Und wie Wl es beim rein landwirtschaftlichen Besitz gehalten werden? Die Boden'preise sind mit der Entwertung der Reichsmark naturgemäß stark im Breise gestiegen, oder bei weitem nicht um das löfache. Ebenso ist auch die Rentabilität des Bodens nicht im entferntesten um einen solchen Betrag gesteigert worden, und eine solche Mög- uchkeit liegt überhaupt nicht im Bereiche mensch- Mer Voraussicht. Der Reichs-Landbund rechnet mit der Gefahr, daß durch ein solches Gesetz einer Mieren Verstaatlichuna des Grund und Bodens dre Wege geebnet werden sollen und bemerkt: „Solches Beginnen würde nur den Absichten des èierndbundes insofern Vorschub leisten, als da- !dmch ein großer Test des Deutschen Reiches auf indirektem Wege dem Feindbund überantwortet wurde. Wir warnen die Regierung, durch solche Maßnahmen die ungeheuerliche Schuld an der Verstaatlichung des deutschen Grund und Boxens und der Vernichtung des Bauernstandes âf sich zu laden."
Man muß dabei an die Urheber solcher Steuerpläne denken, ©w sozialistischen Minister wen schon wiederholt Anläufe genommen, den Grundbesitz. durch steuerliche Maßnahmen ge» wuschlos zu sozialisieren. Wir verweisen aus daS Berspièl des ehemaligen preußischen Finanz- nnnrsters Lüdemann mit seiner exorbitanten neuen Grundsteuer. Jetzt ist als Urheber der ^ntergnungspläne der Reichswirtschaftsminister
Schmidt anzusprechen. Berücksichtigt man, s^nß Die sozialdemokratische Fraktion des Reichs- n^Ms ihre Zustimmung zu den Steuervorlagen von einer Verdoppelung des Reichsnotopsers ab- MNgig machen will, so weiß man in der Tat was noch für die Zerschlagung allen Be- ltzes und dessen UeberDhrung in Gemeineigen- erforderlich sein sollte. Mit allen zu Gebote rey^lden Mitteln muß verhindert werden, daß y™l nicht wieder gutzumachende Maßnahmen 0 Gxistenzgriundlageil des Besitzes in Stadt und ^nd für immer beseitigt und die deutsche Land- wlrnchcfft zu dauernden FronUaven der Feind- Edes gemacht wird.
Nachlassen der Arbettsmöglichkeil
aus
unter den Wirkungen der Sanktionen.
Köln, 23. Juni. In den letzten Wochen ist allen Kreisen des rheinischen WirtschastS«
Obers Al eHen zuruckgekehrten Ministerialdirektors von Maltzabn entgegenzunehmen. Nach dem Bericht ist zwischen General Jennifer und General Höfer ein Einvernehmen über die Räumung Oberschleffens erzielt worden. Diese Vereinbarungen würden bie Grundlage abgeben für die von der interalliierten Kommission zu erlassenden Anordnungen. Nach dem Abkommen soll die Räumung Oberschlesiens innerhalb sieben Tagen vollständig durchgeführt sein. Zunächst müssen die polnischen Insurgenten innerhalb 36 Stunden eine neue Linie erreicht haben, die westlich von Lüblinetz liegt und die Stadt Glei- witz freiläßt. Erst wenn die Polen diese Linie erreicht haben, wird der deutsche Selbstich-utz sich von der gegenwärtigen Linie zurückziehen und zwar so. daß er mit dem nördlichen und dem südlichen Flügel in je einem Halbkreis ein« 'chwenkt Zwischen den beiden Kalb kreisen wird, völlig geräumt Oppeln liegen. Die neue deutsche Linie werde im Norden etwa östlich Kreuzburg, im Süden östlich von Oberglogau liegen. Nachdem der deutsche Selbstschutz biek Linie erreicht hat, müssen sich die Polen an die deutsch-polnische Grenze zurückziehen. Erst nach der vollständioen Räumung Oberschlesiens durch die Insurgenten hat der Selbstschutz die beiden Halbkreise zu räumen und sich aufzulösen. Die alliierten Trup- ven werden das jeweils geräumte Gebiet sofort besetzen. Narb Beendigung der Räumung dürfen sich in dem Abstimmungsgebiet nur noch interalliierte Truppen befinden.
Unmittelbar noch der Kabinettssitzung machte der Reichskanfler den Parteiführern Mitteilung von dem zwischen General ^enniker und General Köfer crbgefATofTerw Nebereinkommen. Die Parteien haben sich daraufhin geeinigt, daß die Besprechung der Jntervellation über Oberftblesien auf unbestimmte Zeit vertagt wird. Auch die Einbrin-ger der JnterveUntton, die Deutsâatio-
Zwölferaiusschuß dobrn ausgeivrochen hat. das die Jnterpellationsdebatte im gegenwärtigen Augenblick politisch unzweckmäßig toâre.
Die Voiffsche Zeitung bemerkt dazu, daß durch bie Vertagung der Jnterpellationsdebatte eine Gefahr, die dem Sabirett drohte, beseitigt sei. Nicht nur innerhalb der Opposition, sondern auch der Koalitionsvarftstn sei man in den letzten Tagen zu der Meinung gelangt, daß das Schicksal des Kabinetts WirtL von dem Ober» Schlesiens abhänge Die Fortführung der Politik der aufrichtigen Erfüllung sei nur möcflich, wenn die Regierung Wirch auch auf Erfolge dieser Politik Hinweisen könne. Eine ungerechte, für Deutschland unglückliche Entscheidung über Ober- schlesien würde das Kabinett Wirch und seine Politik auf das allerschwerste gefährden.
Deutsche Waren unentbehrlich.
Ipn. London, 23. Juni. Die Kandelrkammer von Vort Elisabeth in Süd-Afrika hatte nach dem Waffenstillstand« beichlossrn, keine Deut, scheu Waren mehr durch ihre Mitglieder verkaufen ;u lassen, noch an Deuschland Rohstoffe zu liefern. Schon bald zeigte sich, daß die Kammer biekn Beschluß bedauerte, aber man wollte den Rückzng noch nicht in vollem Umfange antreten. Zuerst wurde im vorigen Jahre schon der Verkauf von Rohstoffcn an Deutschland zugelassen, weil besonder. Wolle an andere Länder nicht abzusetzen war. Nun haben die Mitglieder de: Kammer auch die Erfahrungen mit dem Handel amerikanischer und englischer Waren unter Ausschluß der deutschen Konkurrenz hinter sich und find zu dem Entschluß gekommen, daß die deutschen Waren nicht mehr zu entbehren sind. Die Waren anderer Länder sind den Käufern zu teuer, sodaß diese energisch deutsche Artikel verlangen. Der Kammer ist jetzt von einer Mehrheit der Mitglieder ein Antrag au« gegangen, um den damaligen Beschluß wieder aufzuheben.
9
Zum Verschwinden amerikanischer Schisse.
New- N»rk, 23. Juni. Die Dokumente, bie vor 18 Monaten in russischen arbeitertretfett von der Polizei bttchlaznahmt wurden, enthalten auch Pläne, die mit dem geheimnisvollen Berjchwindrn amerikanischer Schiffe in Zusammenhang sieben. Nur diesen Papieren geht hervor, daß die S o w j e t« unter die Mannschaften der Schiffe eine Anzahl von Individuen verteilten, die stark genug waren, um die Besatzung auf hoher See zu überwälügen. Die Schiffe steuerte man taun in russische Häsen. Bei Beschlagnahme der Papiere waren seinerzeit mehrere Verhaftungen vor- genommen und bie Schuldigen bei Lande» verwiesen Worten.
lebens gegen die Beibehaltung der Rhein- zollgrenze protestiert worden mit dem Hinweis daraus, daß die Aufrechter,Haltung der Zollgrenze starke wirtschaftliche Erschütterungen res rheinischen Wirtschaftslebens im Gefolge haben müsse. Allgemein wird die in starker Zunahme begriffene Verschlechterung der Arbeits- verhältnisse als eine Folge der Sanktionen bezeichnet. Welchen Umfang diele angenommen hat, ist durch eine besondere Umfrage in allen Betrieben des Re^'^ungsbezirks Köln, soweit sie mehr als zehn Arbeiter beschäftigen, ermittelt worden. In 183 Betrieben des besetzten Gebietes dieses Bezirks wurden 11 939 Kurzarbeiter gezählt. Diese Zahlen würden wesentlich höher sein, wenn auch die kleinen Betriebe statistisch erfaßt worden wären. Am stärksten wurden die Maschinenfabriken und die Betriebe für die Herstellung von Instrumenten und Apparaten ge- troffen. Insgesamt wurden hier 33 5kurzarbeiterbetriebe festgestellt. Die Industrie der Metallverarbeitung steht im besetzten Gebiete mit 23 Betrieben an zweiter Stelle. Besonders empfindlich hat auch die Textilindustrie unter den jetzigen llechältnissen zu leiden, da 22 Betriebe durch die allgemeine Geschäftslage zur Kurzarbeit genötigt wurden. Die Hüttenindustrie war zwar nur in acht Fällen zu Einschränkungen genötigt. Diese sind aber von WwerwieoenhOer Bedeutung, da sie eine große Zahl von Arbeitern getroffen baben. Verkürzung der Arbeitszeit und Arbeit auf Lager sind jedoch eine Betriebsform, die nur für ein« beschränkte Zeit ertragen werden kann. Sei der Erschöpfung der Mittel, die bei den hohen Löhnen schnell erfolgen muß, führt unpro- Vfibe Arbeit rasch zur Stillegung der Betriebe oder zu gröberen Arb^^-^^laffungen. Bisber sind in 52 Betrieben Einstein« und Arbeiterentlassumgen großen l^Kg^ges erfolgt In einer oanzen Reihe von Bällen, Mottos denjenigen dz« in den letzten rvconaren zur â zeige gebracht wurden. Wenden diese Betrieb^ni- 'assuugen usw. mit den Mrkumaen der Sanktionen ^Leoründet. Der zablenmäßige Nachweis der Arbeitslosigkeit und die Einführung von Kurr^ichftn kennzeichnen die schwierige Lage des Erwerbslebens jedoch nur in ungenügendem Maße. Die übrio-n Betriebe, besonders die kapitalkräftigen, haben die volle Beschäftigung der Arbeiter durch Ausführung von Jnftand- setzuiagsorbeiien beibebalten, um die Arbeiter vor unerträglichen Lohneiâßen -u bewahren. Im allr-"^e''-en hat sich a^'n die Da^ der rheinischen Industrie und des Erwerbslebens nach dem Inkrafttreten der Sanktionen erheblich verschlechtert. ArE>eitsverk""^mg. BeVebseinschrän- ?ung und Stillegung haben jetzt einen UmfÄ-vg erreicht, der die Rotlage den Nrb»it«rschaft verschlimmert, ohne dnff den Alliierten aus dieser Regelung ein Vorteil erwählt. Desbabb muß im Interesse der Uufre-^erhaltung der L«i- ffunasfähiakeit des beuH^n Wi^sntzastslebens bk sofortige Aufhebung der Sanktionen verlangt werden.
Saarkohle für Deutschland.
Da Frankreich außer Stande ist, die Förderung der Saargrubeu voll aufzunehmen, erstickt das Saargebiet in Kohlenüberjchuß, der allerdings nicht der Bevölkerung zugute kommt, sondern auf den Haldem lagert. Die Folge davon ist, daß sich die französische Grubenverwaltung zu Preisermäßigungen verstehen mußte. Fran- zö fisch erseits wird nun versucht, für den Saarkohlenüberschuß neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen. So versucht die Grubenverwaltung u. a. auch den Verein der Saarkohlenhändler, der vor dem Kriege bestand, zu gewinnen, um ihn für eine Verwendung der Saarkohlen nach Deutschland wieder aufleben zu lassen. Wie verlautet, hohen kürzlich in dieser Angelegenheit Besprechungen in Mannheim fiattgefunden.
Aus Oberfchlesien.
Die amtlichen oberschlefischen Abstimumngszahlen.
Das amtliche Or^in der interalliierten Kommission in Döpeln veröffentlicht heute die amt-- lichen Abstimmungszahlen. Danach haben 60 ProMt der Stimmen für Deutschland gelautet. Von sämtlichen Gemeinden haben 55 Prozent eine deutsche Mehrheit erhalten. In den drei Wahlkreisen Kreuzburg, Leobschütz und Ober- zlogvu gibt eS nach der amtlichen Feststellung überhaupt kein Gebiet mit polnischer Mehrheit. Im ganzen Abstimmungsgebiet ist eine einzige Stadt mit polnischer Mehrheit ft st gestellt, nämlich Alt-Berun im Kreist Pleß, wo 1172 polnische und 255 deutsch« Stimmen abgegeben morden sind.
Einigung über die Räumung.
Laut Dossiicher Zeitung ist die Reichsrezie- rung am Donnerstag nachmittag zu einer Sitzung -ulammengetreten. um den Bericht des aus
Ein Denkmal des Dölkerhasses.
Paris, 23. Juni. General Petain hat am letzten Sonntag die Grundsteinlegung einer Denkmals vollzogen das auf der Höhe von Notre Dame Lorette errichtet werden soll, vollzogen, wo 80000 Franzosen gefallen sind und begraben liegen. Petain hielt dabei eine Rede, in der er auf den Barbarismus der Deutschen hinwier. Die Ruinen der Kathedrale von Reim» sollten nicht wieder dergestellt werden, damit sie die Völker ewig an die barbarischen Taten der Deutschen erinnerten.
PolMsche Tagesberichte.
— Der Reichstag wird sich demnächst mit einem Gesetzentwurf über die schleunige Auflösung ber KriegSgesellschaften zu beschäftigen haben. Die bisher vorgesehene Sperrfrist von einem Jahr soll auf drei Monate gekürzt werden. Um die Abwicklung der Steuerangelegenheitm der Krieg»« gesellschaften zu vereinfachen und zu beschleunigen, ist geplant, ihnen weitgehende Steuerfreiheit zu gewähren. Er wäre ja auch unsinnig, wenn das Reich, dem ja doch in der Hauptsache die Ueber- kchüffe der Krieg»gesellschaften satznngrgemäßig zusiießen, ihre Lebensdauer noch dadurch verlängern würde, daß er lange Aureinander- letzungen zwischen Kriegsgesellschaften und Steuerbehörden auläht. Ferner ist eine besondere Rcichr- fteCe mit der Uebernahme und Liguidierung der noch laufenden Prozesse der KriegSgesellschasten beauftragt worden. In eine schwierig« Lage kommt allerdiugS da» Personal dieser Organisationen, daS gerade in einem Zeitpunkt auf die Straße gesetzt wird, wo der Arbeitrmarkt, besonder» auch für kaufmännische Angestellte, ungeheuer überlastet ist. Erfahrungsgemäß ist der Nachweis einer Beschäftigung bei KriegSgesell- f dbaften bei der Stellensuche kein« Empfehlung. Die Geschäftsleute ziehen Bewerber, die au» freien Unternehmungen kommen, den früheren Angestellten von Krieg»- und Zwangswirtschaft« • Organisationen vor. Diese» allgemeine Vorurteil geht sicher zu weit. Gewiß sind über den Geschäfttbetrieb dieser Organisationen viele sehr ungünstige und leider zutreffende Nachrichten in die breite Oeffentlickkeit gedrungen. Er läßt sich auch nicht leugnen, »aß dre LriegSgeMtchaiM;^ M Fälle von Korruption aufzuwcisen haben. Diese Dinge sind in der Oeffentlichkeit so bekannt yub haben so schwere Schädigungen unserer gesamten Volkswirtschaft nach sich gezogen, daß el keinen Zweck hätte, sie beschönigen oder vertuschen zu wollen. Deffen sind sich auch die jetzt zur Entlassung kommenden Angestellten der KriegSgesellschasten voll bewußt, die größtenteils unschnldigerweise bei den Bemühungen um neue Stellen unter dem allgemeinen Vorurteil zu leiben haben. Die Betrieb»räte der KriegSgesellschasten wenden sich jetzt mit einer Erklärnng an die Oeffentlichkeit uno bitten vor allem die Arbeitgeber bei etwaigen Einstellungen daS Wort ,Krieg»gesellschaft" als Kainszeichen anzusehen.
— Drr ReichSta«sauSsch»ttz für Beamtenan«. gelegenbeiten verbandelt« über den fast allseitig unterstützten Antrag, nach dem die Neueinstufung in Ortsklassen in die bisherigen Ortsklassen A, B und E gescheh-n soll, während die Ortsklassen D und E gestrichen werden sollen. Kurz vor der Abstimmung zog ein Teil der Unterzeichner bei Antrages die Unterschrift zurück, um eine Fertigstellung der OrtSkassen- verzeichnisscs bi» zum 1. Oktober durch eine eventuelle Annahme diese» Antrages nicht zu verzögern. Der Antrag wurde darauf mit 8 gagen 8 Stimmen abgc- lehnt. angenommen wurde dagegen der Antrag von Dr. Most (D. V.), der besagt, der Ausschuß ist mit Riicksichr auf bie fast unausbleiblich erhebliche Verzögerung in der Verabsckicdung bei Gesetze« damit cinver' anden, daß die weiteren Vorarbeiten für da« endgültige Ortaklassenverzeichni« auf der Grundlage von fünf Ort«klaflcn erfolgen soll. Dieser Beschluß bebrütet nicht nur eine grundsätzlich« Stellungnahme. Der Ausschuß geht dabei aber von bei ausdrücklichen Voraussetzung au«, daß gleichzeitig wii der Verabschiedung der endgiltigen OrtSklasscnvcrzeich- Nisse« die gegenwärtige, den bestehenden Verhältnisses seine Rechnung tragende Staffelung der Kinder- uni TeuerungSjuschläge nach den Ortsklassen in Wegfall komme.
— Der amerikanische Goldbestand. Die „Chicago Tribune" meldet aus Washington, nach den Erklärungen des Schatzamtes betrage der gesamte Goldbestand der Vereinigten Staaten in öffentlicher und privater Hand gegenwärtig annähernd 354 Milliarden Doll. Das seien etwa zwei Drittel des gesamten Goldvorrates der Welt.
— Amerika rüstet ab. Der Senat stimmte dem von der Kammer angenommenen Gesetzentwurf zu, nach dem die Heeresstärke vom l. Juni ab nur noch 150 000 Mann betragen gll. Bis zum 1. Oktober sind demnach 50 000 Mann zu entlassen.
— Zu dem Verschwinden dreier ameri« kanischer Dampfer im Atlantischen Ozean gibt die Polizei besannt: Er wurden vor 18 Monate« bei den Durchsuchungen der Hauptquartiers des Zerdander russischer Arbeiter in den Vereinigter Staaten und in Kanada Schriftstücke beschlag, nahmt, aus denen heroorgeht, daß die amerikanischen Schiffe planmäßig auf offener See Be« chlagnastmt und nach Sowjetrußland geWrt werden jollten.