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General-Anzelger
AmMches Organ für SkaSl- und Landkreis Kanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Indermühle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil J.V.:Wi lHelm M ori tz: für lokalen u. provinziellen Teil sowie Svort Wilhelm Moritz: für Anzeigen u.Reklamen August Brodt. alle in Hanau a.Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau. Fernivrechanffblüffe Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 142
Dienslag den 21. Juni
Das Neuelle.
— Der Reichstag nahm den Gesetzentwurf betreffend der Rechtsverhältnisse der ehemaligen elsatz-lothringischen Beamten und den Entwurf der Besoldungsordnung für die früheren elsaß- lothringischen Landerbeamten an.
— Auf der Zeche „Mont Cenis" in Herne eignete sich gestern eine schwere Schlagwetter- ^losion. 68 Tote und 73 Verwundete, wurden bis jetzt geborgen.
— Das belgische Kolonial-Ministerium erhielt Nachrichten aus dem Kongo, daß der Aufstand dort weitere Ausbreitung gefunden hat. Die Neger haben ein eigenes Heer gebildet und oerfügen über Waffen und Munition in aus. gedehntem Umfange. Auch unter den im Kongo tätigen amerikanischen Negern haben die Un- nihen Unterstützung gefunden.
Die deutsche Sonnwendfeier am Rhein.
Eine nationale Kundgebung.
In den Abend- und Nachtstunden des 18. Juni fand in Cau'b a. Rhein eine Sonnwend- jeier unserer deutschen Brüder unb Schwestern më dem besetzten Gebiet statt, welche sich zu einer prachtvollen und erhebenden nationalen Kmdgebung und zu einem unerschütterlichen Nekenntnis zum Deutschtum gestaltete- Der Besuch war bei den heutigen schwierigen Verhält- niffen ein überraschend großer; über 4000 Per- mâ chatten sich ungemeldet, aber die Zahl der lMesenden wa-r wohl um das Dreifache größer. Äesonders herzerfrischend berührte die große Teilnahme unserer frischen deutschen Jugend.
Um 549 Uhr fand zunächst eine Feier am Lenkmal unseres Nationalholden Blücher statt, «lche mit der Niedert eg ung eines Kranzes am Fuße des Standb ides endete. Die wagemutige Jugend erstieg schließlich das hohe Postament unb hängte dem alten Marschall Vorwärts den Kranz um dem Hals. Der Preußenmarsch leitete den Festakt ein. Kernige Ansprachen in Rede unb Vers, die zur endlichen Erweckung des .deutschen Michel", zum nationalen Egoismus unb zum unerschütterlichen Fesibl-eiben aufriefen, Musikoor träge des Wiesbadner Musikver- ems und gemeinsamer Gesang vaterländischer Lieder erhoben Herz und Gemüt.
Den Höhepunkt der nationalen Feier bedeutete jedoch wohl für â Teilnehmer die unvergeßliche Weihestunde um Mitternacht auf dem höchsten Gipfel der ragenden Rheinhöhe beim Flackern des altdeutschen Sonnwendfeuers. Die echte Nibelungenstimmung? Die Natur selbst half durch klaren Rtondschein den märchenhaften Zauber dieser Stunde steigern Schon der t l-stündige Hinausmarsch des endlosen Zuges aus dem vielgewuudenen Wege mit Fackeln und Windlichtern wirkte in der wunderbaren Rhein- landsichaft geradezu zauberhaft.
Ein Lied: „Wir stehen unb flehen zum Gott der Germanen und schwören beim Lichte, das über uns schwebt, zu wandeln, und handeln im Geiste der Ahnen«, die kämpfend und siegend auch ^ns vorgelebt!" nach der Melodie des Nieder- ländischen DankgebetS schallte zunächst in weihe- Mer Begeisterung von Tausenden gesungen in bie Ware Mondnacht zu dem besetzten User her- Mer. Es endete: „Und drohen die Lohen am <*g des Gerichtes, erwarten wir aufrecht den Sieg oder Fall." Tann sprach der Reichstags- wgetwbriete Wulle, wieder und wieder von Lau* «A Beifallsrufen unterbrochen. Es war eine vcht deutsche Rede, getragen vom wärmsten und höchsten Vaterlandsgefühl. Sie klang in das Sechrikendorffsche Kampflied aus, das heiligen gegen die übermütigen und heimtückischen wè-schcn Feinde predigt. Es folgten eine Reihe hon Gesängen und Sonnwendbräuchen durch die -cl'Mend; das geriet erlosch erst um 4 Uhr I^W- Die Zahl der Teilnehmer mürbe, auf loOOO geschätzt. Gerüchtweise soll auch der ftan-
Kommandant von Mainz in Zivil ru- 3cSen gewesen sein, er wird feine reine Freude RsKt haben. Das „Echo du Rhin" wird mie« Feuer und Flamme speien. Das also ist der Erfolg der erst jüngst von Herrn Bartho-r gewesenen. erfolgreichen „friedlichen Durchdrin- ^’ß, die den deutschen Geist beseitigen soll. .Dieser Geist wird sich nicht unterdrücken er wird nie aufhören. Das war der Schwur dort oben in bet Sonnwendnacht. Möge
Deutschland die Sonn-wende seines Ge- nicht fern fein! Apel.
raM»wM^■^^as«p■l»a!^M^aIM^ra«m^^HE^Eflff'ff|i^
Der Reichskanzler in Essen.
Essen, 20. Juni. In der Ansprache an den Reichskanzler gab Oberbürgermeister Dr. Luther seiner Freude Ausdruck, daß der -Reichskanzler sobald zu einer großen politischen Kundgebung in die Mitte der schwerarbeitenden BevöÜcrung des Ruhrgebiets gekomme-r sei. Daraus dürfe entnommen werden, daß das Rlchrgebiet von der Reichsregieruing nicht mehr als das Aschenbrödel angesehen werde, als das es oft behandelt worden sei. Alsdann wies Luther auf die wirlsäiaftliche Kraft und die organisatmische Kunst des Ruhrbezirkes hin, die in allen Schichten der Bevölkerung zu finden sei und für die die Elektrische Aus-stellung, die am Tage der Eröffnung! fertig dagestanden habe, ein beweiskräftiges Beispiel neben vielen anderen abg-ebe. Um diele Fähigkeiten der Bevölkerung mit Erfolg in den Dienst des Vaterlandes zustellen, müsse aber die Reichsregierung dafür sorgen, daß die soziale, kultmelle und wirischrft- liche Freiheit nach innen und außen erhalten bleibe. Dabei müsse der Satz gelten, daß gerade dorthin, wo schwere wirtschaftliche Arbeit geleistet werde, die Lebensgüter der Kultur in erster Linie gebracht werden müßten, besonders also in den -rach dieser Richtung oft vernach- ässigten Ruhrbczirk. Luther lichloß mit einem Glückauf zur Arbeit des Reichskemzlers bei der Erfüllung des Ultimatums, an die, nachdem es angenommen worden sei, alle Kraft« des Volkes gesetzt werden müßten. Er drückte die Hoffnung aus, daß eine Löjung gefunden werde, die für loas ganze Voll tragbar sei und es nicht in eine -tödlich« Zerklüftung zerreiße-
Reichskanzler Dr Wirth betonte in feiner Erwiderung die besondere Bedeutung des Ruhr- bezirks für das gesamte deutsche Vaterland. Er führte aus, daß sich bie Reichsregierung der
die Städte Duisburg und Düsseldorf voll bewußt sei und daß sie bei den Alliierten alles tun werde, um die Ueberzeugung, daß die Sank- tionen aufgehoben werden müßten, Dahm zu schaffen. Der Stadt Essen dankte der Reichs- kanZ-ler dafür, daß ihm die Stadt Essen bezeigt worden sei und die Elektro-Ausstellung, die ihre Durchführung dem Elektrotechnischen Verein in Essen und der Mitarbeit führender Persönlichkeiten Essens und cer Nachbarschaft Essens verdanke. Herzliche Freude und freudiger Mut erfüllten ihn, wenn er auf das Gesehene zurück- schaue. Er sokbft habe sich, wie Dr. Luther soeben erwähnt habe, einst der Naturwissenschaft und Mathematik gewidmet und er sönne deshalb 'in dem. was heute vor sein Auge getreten sei, «den gewaltigen Fortschritt seit der Zeit vor dem Kriege beurteilen, und dieser Fortschritt habe .sich vollzogen, worauf er besonderen Wert lege, •aus eigener Kraft. Wenn überall so wie hier in Essen in der Industrie und Naturwissenschaft weitergearbeitet und weiter geforscht werde, so müsse es 'gelingen, das Schicksal des deutschen Volkes zu meistern. Wir brauchten, wenn,wir durchkommen wollten, all« Kräfte, die' in Deutschland überhaupt mobil gemacht werden könnten. Dabei dürften fteilich größere politische Gegensätze, wo sie etwa vorhanden seien, nicht verschärft zum Ausdruck gebracht werden. Vielmehr müßten sich alle in Besonnenheit und Arbeit -unter allen Umständen zu einer großen Arbeitsgemeinschaft 'wecks Erfüllung der Nepa- ratiouen zusammenflnden. Die Reihs-eg'erung babe dos Z'el in der Richtung der großen Politik vv'-gezei-'bnet. Diese Politik sei im Volke im weitesten Maße verstanden worden, eine Politik der Verständigung und Versöhnung noch innen und außen. Sie dürfe nicht scheitern sie müsse vielmehr von Tag tu Tag vertieft und erweitert werden Wo der Will« sei, u tb zwar ein ein- Heitlicber Wille, werde auch der Weg gefunden um das gesteckte Ziel zu erreichen. Dieses Z el sei, durch Arbeit zur Freiheit zu kommen. Der Will«, aufrichtig und treu dem erkannten Ziele zuzustreben, müsse stets Hiessen aus großer ^eh-e »um Vaterland und Volke. In diesem Sinne rufe er der Stadt Essen sein Glückauf M.
Aus Oberschlefien.
Nack der Montag»sir mq bei NeickS'asimrttS. bir sj,y nnt Obericklrsien befaßte, fand eine Be-vr-cku-w twisten dem Reichskanzler nnb den ^ntemibrm tbemall» üb-r bie obersch eftie F-aze statt. Die Be- ra‘ ina her JntervAalion über C6 ^"Atefien irt nickt, auf bie Taersordi iiig der brntiaen S't'"'a des R nck'- lagetz priest worden, fonfern.bürste mt am M tinkock eelo'grn. Für bie fR perr i« merze voranssicktlich bei ReMrminmer bet Innern Dr. Stofen ipreAen.
Blätternieldnnoen ans Opveln nrotpe a Genera' $5 f er cn SRontaa dem riatiiAen Genera! H-nnikn den von dem Zwöl'eransicknß der bentiAen Pa-icien anSgearbetteten neuen R ä it m n na « v l a n über, reicht. In dem Vian nrrb betont, daß der Selbstschutz in dem Auacildi.ck auiaelöst werden wird, wo eine
Gewähr für Ruhe und Ordnung in Oberlchlesien geboten ist. — In Besprechungen mit dem Vorsitzenden des Zwölseraurschusses, Ulitzka. erklärte das italienische Mitglied der interalliierten Kommission, General de Marini, daß die deutschen Vorschläge im ganzen als eine geeignete Grundlage für weitere Verhandlungen anoesehen werden könnten. Die Verhandlungen werden
heute fortgesetzt werden.
London, 20. Juni.
Die „Time?" meldet aus
Oppcln: In Obcr'chlcsien sei jedermann der Ausstandes vollkommen überdrüssig unb sehne sich darnach, daß normale Verhältnisse mrfid'ebrcn. Korsanty sei darüber sehr erfreut. Der Ann'tand habe feinen Zweck vol-kommen erfüllt nnb die Alliierten ko gut wie ööllia qevvungen, die Herrschaft der Polen über das Ju- buftneaebiet anzuerkennen. Auf die Frage des „Timer"- Ber-chterstatters, ob Korfanty glaube, daß die Kommission bei der Wiedcrübeniahme der Kontrolle die von ihm errichtete Verwaltung anerkennen werde, erklärte Kortanty, da» Volk habe diese Verwaltung angenommen und für die Kommission werde el schwierig ein, gegen den Willen 6e8 Wolfe! an machen. Korfanty erwartet, der „TimcS" zu'tzlgc, daß der größte Teil bei augenbi (fliA von den Insurgenten besetzten Gebiete» polnisch wird. Korfanty sagte außerdem, bie Kriegsgerichte müßten noch viele Fälle regeln. „Wir werden der Kommiision alle Akten übeiweiicn, und wahrscheinlich werden sich dann die alliierten Krieg»- gcriAte mit ben Fällen weiter besassen."
Der „TimeS"-Berickttrstattcr schreibt dazu, diese Haltung äußersten Vertrauens und äußerster Befriedigung sei fast humorislisch, wenn man bedenke, daß eine besondere alliierte Kommiision, bie ernannt worden sei, um die Fälle zu uuterfuAeii, in denen die Insurgenten in der Stadt Hindenburg da? Gesetz überschritten, zu der Entscheidung gekommen sei, bau 23 Personen gewalttätig ums Leben gebracht unb über 6000 Personen — meist unter brutalen Mißhandlungen - widerrechtlich uerhaHet worden seien und daß in taufeuben von Fällen widerrechtlich requiriert worden sei.
London. 20. Juni. Der.Mauichesicr Guardian" meldet UU4 Oppeln, wenn bie Fra izosen ihre Politik dir Bcgünu aung der polni'cycn Juiurguenten auf
önne es zu einem Brnch innerdalb der AUiierten fon meu. Die Geduld b>.c brmifAen Mi glieder fei zu O höc. Es sei nötig, daß sie entweder einen größer n E.nfliiß in die itomm ffion erlangten ober aber eine unaddängige Ak on'ergriffen.
London, 20. 3uni. Im Unterbaus richtete Kon.voiidy die Frage an Lloyd George 'ber bei seinem Wudererichiinen im Hause mit Beifall begrüßt mürbe) ob er eine Erklärung über die augenblickliche Lage in Oberschlesien abgeben könne, un) welche Schütte fegt getan worv-u men, um eine Regelung dcrbcizii- fübren. Lloyo George erwiderte, ich glaube nicht, daß cs wütiiAcnbnmt sein werde, augenv ick!' y eine Erkläeung über die oberichlcsiichc Frage abzugeven.
Eine weitere Folge der Lage.
Wie der »Bcrl. Lokalan, .' meld-t, ist ta t bie ganze SA'ffabrt zwischen Stettin uub dem obcriAiefiüten Judustrikgebiet still gelegt. Bau den etwa LEW Ääynen liegen zw.scheit 6oiel unb Opptin 160a Kähne fest.
Drei Milliarden Lchädcu.
Wie die Blätter au; Lppcln melden, belaufen sich nach aunli^r geft tedung dcc zuständigen Handelskammern, die durch den Jii-urgenicnaufnan» dcrvorgrcufenen Schäden auf luiud-stens 3 Miiuardeu Matt und er= reichen bconoerj im J-ivustr-caedict täglich eine Höhe von 20 bis 30 Millionen Mark.
Polnische Grausamkeiten.
Wie dem „Berl. Lokalanz/ aus Seuchen erneut b:- itätigt wird, nage-u oie Holen die ve -ivundc.cn Q>e= 'angenen au bie schcunentürcu und Baume, indem sie ihnen Nägel durch Fuße uno Haude uub Holz,pünc unter bie Fingerungel treiben.
Brianö — Curzon.
Paris, 20. Juni. Havas moldot: Nachdem Boniu-Loagare Briand und Curzon davon in Kenntnis gefetzt hatte, daß Graf Sforza mit oem ins Auge gefaßten V-ovgchen für einen g e - meins amen Schritt in Athen einverstanden ist, haben die drei Regierungen gestern abend ihren Vertretern telegvavhisch Anweisung erteilt, unverzüglich im Athen diesen gemeinsamen Schritt zu unternehmen. Derselbe dürste sich darauf beschränken, den Wunsch der Großmächte auf Wiederherfiellung des Friedens im Orient zum Ausdr-uck zu bringen und die Bermittlungüdienste der drei Mächte anzubieien, für den Fall, daß Griechenland bimit einverstanden ist, seine Interesse-i in ihre Hände zu •legen. Laut Havas wird man der griechischen Regierung nicht verhehlen, daß sie auf Smyrna werde verzichten müssen, das im i dilgen unter griechischer Oberhoheit bleiben sollte, und daß unter Umständen auch noch andere Abänderungen des Übertrags von Sevres vovgen-ommen werden müßten-
In alliierten Kreisen geht der Eindnick dw- hin, daß die Unterredungen der beiden letzten Tage ihre Früchte tragen würden. In diplo- matijchen Kreisen hält man es nicht für unmöglich, daß Griechenland und bie Türkei die Vermittlung der Verbandsmächte annehmen werden. Wenn biete Verhandlungen fdie item sollten, so würden die Verbandslegierungen damit ihre
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volle Handlungsfreiheit wiedergewinnen. In .diesem Falle werde man damit rechnen müssen, haft die Engländer die Versorgung der Griechen mit Kriegsmaterial erleichtern und die Blockade über die türkische Küste verhäagen werden.
Paris, 20. Juni. Der diplomatische Bericht, erstattet der Agentur Havas w'll wissen, daß der englische wie der französische Minister des Aew- tzern bei der D«spre-ckung in Paris die politische Seite der oberschlesischen Frage kaum gestreift hätten. Die Zugeständnisse der engi- li'chen Regierung in Bezug auf die Teilung Oberschlesiens dürften sich darauf beschränken, Polen wohl das Eigentumsrecht auf das Jn- dustriebecken z-i-zusprechen, dagegen die Ausbeutung des Bezirkes Deutschland zu überlassen.
NariS, 20. Juni. Lord Curzon ist heute vor- mittag 8 Uhr 40 Min. von Paris abgereist.
Amerika und die Politik BriandS.
Jpn. Washington, 20. Juni. Es ist hier kein Geheimnis, daß die Regierung der vereinigten Staaten sich dem französisch-polnischen Plane der Zerstückelung Deutschlands widersetzt. Obwohl die Regierung nickt beabsichtigt, in der oberschlesischen Frage einzu» greisen, schließen sich die vereinigten Staaten offensichtlich England und Italien in ihrem Widerstände gegen die Politik Briands an. Ohne Zweifel war Lloyd Georgs vollständig über die Haltung unterrichtet, als er seine bemerkenswerte Warnung an Frankreich r chtete. HugheS, der Etratssckretär der Vereintsten Staaten, erklärte, daß er nicht beabsichtige, von dem amerikanischen Voriatz. jegliche Einmischung in reinenropäilche Angelegenheiten zu unterlassen, «b, »weichen. Zu dieser Zurückhaltung in europäischen Fiagen kann aber nicht verhindern, daß die Vcr- einig'en Staaten wegen weiterer deutschen Gebict»- Iminnnq i hr moralische» Gewicht in di« Wagschale werf«n.
Die britische Reichskonferenz
Vorsitz
oyd George die Eröffnung der
britischen Reichskonferenz statt Huben. Wie dâ« Blätter melden, beabsichtigt Lloyd George eine Ansprache von weitgehender Bedeutung zu halten. Außer den Premierministern von Südafrika, Kanada, Neufundland, Australien, Neu- Seeland und einem Vertreter Indiens werden auch Churchill, Montagu«. Chamberlain und Balfour an der Eröffnungssitzung teilnehme'n. Cur-on wird wahrscheinlich nicht rechtzeitig aus Paris zurück sein. Die Konferenz wird sich hauptsächlich befallen mit der Frage des englisch- savanischen Bündnisses, der Verteidigung des Reiches, der gemeinsamen auswärtigen Politik und der Natur der künftiges konstitrrtionellen Konferenzen. Außerdem wird über die Frage der Reichsverbindunzswege, darunter auch des Luftdienstes und der indischen Auswanderung beraten.
Lloyd Georges spricht.
WB. London, 20. Juni. In der heutigen Sitzung der britischen Reichskonferenz hielt Lloyd Georges eine Rede, worin er ausführt«, die Frage der Entwaffnung Deutschlands und Der Reparation seien g e l ö st, aber Weltfrieden werde erst wieder hergestellt sein, wenn die Grenzen Polens feststän- den und der Friede mit der Türkei geschlossen sei. Deas erste Erfordernis für einen dauerhaften Frieden sei, daß die Unterzeichner die Verträge einhalten müß - t e n. Ein freundschaftliches Zusammepwirke« mit den Vereinigten Staaten sei ein Hauptgrundsatz Englands, das bereit sei, mit den' amerikanischen Staatsmänern jeden Vorschlag- über Begrenzung der Rüstungen zu besprechen. Die Entwaffnung Deutschlands kann als gelöstes Problem bezeichnet werden. Freilich bestehen noch einige Arten von irregulären Formationen, die wir nach nicht völlig erfaßten. Es ist nicht so sehr -Preußen, das zur Beunruhigung Anlaß «gibt, als Bayern. Diese Schwierigkeit wird aber, wie ich annehme, in sehr kurzer Zeit überwunden sein. Diejenigen von uns, welche wisse, wie sehr Sieg und Niederlage auf der Messerscheibe standen, können ohne Zögern er* -klären, daß ohne die 2 Millionen Mann, die von -außerhalb des Vereinigten Königsreichs kamen, das Preußentum wahrscheinlich im Westen und «Osten triumphiert hätte, bevor amerikanische Truppen an der Front eintrafen. „ In diesem Falle würde Lord Currou jetzt darüber beraten müssen, wie die demütigenden, von den trium» vhierenden Kriegsherren Deutschlands auferlog- ten Bedingungen ausiufüh-ren seien. Die zwanglose Einheit des britischen Reiches habe Fvwak- reich. England und die Zivilisation von jener Katastrophe gerettet.
Welters politische Nachrichten Selt« ^