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Fernlvreckanlcklüfie Nr. 1237 und 1238.

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Amtliches Organ für Sta-l- und Landkreis Kanan

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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M. 139

FreUag den 17. Juni

1921

Das Neueste.

- Der Reichstag nahm gestern das Gesetz über tie neue Getrcidebewirtschaftung in dritter Lesung gegen die Stimmen der gesamten Linken an.

— Auf dem Florentin Kästner-Schacht in Reins- ^rf bei Zwickau stürzte ein mit 12 Bergleuten besetzter Förderstuhl 500 Meter tief in den Schacht. Von den vcwnglückten waren 10 sofort tot, 2 erlagen später ihren Verletzungen.

— Wie gemeldet wird, dürfte die Ententekonferenz lam vor Mitte Juli stattfinden.

— Das bayerische Staatsministerium der Innern tut die Belohnung für die Ergreifung der Mörder« des W Gareis von 10 000 auf 30 000 Mk. erhöht.

— Die Abstimmung in der englischen Streikbewegung h«t die für eine Fortsetzung des Kohlenstreiks not» eenbige Zweidrittelmehrheit weit überschritten.

— Die italienische Regierung hat das Völkerbund- sckretrriat telegraphisch benachrichtigt, daß der König M Italien alle Protokolle, auch dar über die Er- lichiiing einer ständigen internationalen Gerichtshofes, ratifiziert habe.

Rathenau über den Wieder­aufbau Frankreichs.

Im Reparationsaus schuß des Reichswirt- I schaftsrates gab gestern der Reichsminister für I den Wiederaufbau, Dr. Rathenau, eine I längere Erklärung über die mit dem Wiederaufbau j jusammenhängenden Fragen und Verhandlungen I mit dem französischen Minister Loucheur ab. Er I führte u. a. aus:

Sie wissen, daß eine Reihe von Aufträgen schwebt. Es handelt sich zunächst um eine Anzahl von Holzhäusern, die ursprünglich auf 25 000 beziffert war, möglicherweise auch auf diesen Be­trag kommt. Im Augenblick ist die Zahl der [ Häuser, die in Verhandlung steht, kleiner; es ; wird sich zur Zeit etwa um 5000 handeln. Eine Kommission reift in Deutschland um= > kr.itOie Modelle zu besichlrgen: es ist möglich, sasi der Auftrag demnächst erteilt wird. Preis­differenzen schweben noch. Dieser Auftrag, den ich als vorläufig bezeichnen möchte, ist in seiner materiellen Bedeutung nicht zu überschätzen; es wird sich um eine Größenordnung von höchstens 10 oder 12 Millionen Goldmark handeln, somit M einen Umfang, vor dem eine industrielle Unternehmung gewissen Umfangs heute nicht er­schrecken würde, um einen Auftrag also, der für die gesamte deutsche Volkswirtschaft eine kleine Bedeutung hat. Wenn es sich lediglich um diese Bestellung und ähnliche Leistungen bandelte, so wäre <Z um das Reparatinosproblem schwach be- fiellt. Unsere Hoffnung muß es sein, die Aufgabe aus eine erheblich breitere Basis zu stellen. Die Grundsätze, von denen wir anszugehen haben, wenn wir das Reparationsproblem betrachten, in erster Linie gegeben durch die Frage, die m möglichst weitem Umfange uns auferlegten Ä bezw. Devisenleistungen in Sachleistungen verwandeln. Hier begegnet uns die erste Schwierigkeit. Die Leistungen sind hauptsächlich für Frankreich bestimmt. Sie wissen, ber sich Frankreichs Anteil an den Revarationsforde- siungen der Alliierten nur auf 52 Prozent be- lnuft, das heißt, wenn wir für die ersten Jahre Umfang unserer Leistungen aus etwa 3M 11 S schätzen, daß ein Ausmaß von etwa Milliarden auf Frankreich entfällt. Dieses Ausmaß bietet also die obere Grenze dessen, was Frankreich ohuss besondere Finanzverabredungen L Jahre als Maximum an den deutschen Lieferungen aufnehmen könnte, unter der Vor- ^usietzung, daß Frankreich bereit wäre. seine ge­samten Forderungsrechte in Sach- oder Arbeits­leistungen zu empfangen. Das wird aber Frank- . ) raum zuzumuten sein; denn Frankreich hat nnen erheblichen Bedarf an Gold bezw. Devisen. FD ^utsteht die erste Frage: Wie ist es möglich, Ctt’ ^enn ich mich so âusdrücken darf, Vlaß- • an Materialbedürfniffen über Frank- uch hereinbricht, wenn die Reparation in drei °ocr vier Jahren beendet sein soll. wie ist es r ’ diese gewaltige Masse so zu kanalisieren. IK nicht die Jahresa»!snghmefähiakeit Frank- ua Reparationsleistungen erheblick "bet« Das wird zu Finanzproblemen führen, ?Z^^ besonderen Studiums bedn^^en. linkte L™‘c AufM.be besteht darin, daß wir verst'cbea süssen, den Jndexvon 26 Prozent durch c» e Andere Vereinbarung zu ersetzen. Damit 7 eng zusammen das Problem der D v i d l e i st u n g oder — für Gold M immer lÄt^ Devise zu sehen, da das estektive Gold " nicht vorhanden ist — der Devisenleistiing u1^ Lande zum anderen in die^m nem',r- tZ-sliaß. Ich glaube, daß es möglich und bit^/ E ^ür öu sorgen, daß das frWte ^ böi-t^' das uns geaenwärtm obliegt,' auf« ■ ' iluch wenn wir im Stande sein sollten, diese

Devisenme'.rgen aufzubringen. Die ^-Tn.- wird eine vollkommene Zerrüttung des internationalen Geldmarktes sein. Schon heute ist es der Fall, daß durch Devisenkäufe der Dollar zeitweilig über 70 Mark gestiegen K, Das ist nicht nur schädlich im deutschen, sondern auch im franzö­sischen Interesse, denn die Valuten der Länedr sind gleichsam wie durch kommunizierende Röhren verbunden.

Dies sind die Grundsätze, von denen wir auszugehen haben, Wenn wir das franzö­sische Problem betrachten. Es gliedert sich tun in eine Reihe von Einzelaebieten Das erste Gebiet ist das der S a ch l e i st u n g e n. Dieses Gebiet wird voraussichtlich, wenn wir zu einer grundsätzlichen Verständigung mit Frankreich kommen, dasjenige sein, aus dem sich hauptsächlich unser wechselseitiger Verkehr abspielt. Vor­leistungen — das erwähnte ich schon — sind ohne große Bedeutung. Bevor wir aber zu den großen Sachleistungen kommen, müssen die grundsätz­lichen Fragen zwischen Frankreich und uns ge­klärt werden, wie diese Sachleistungen, . wie ferner die Arbeitsleistungen und die Finan- Zerungen zu behandeln sind. Bei den Sachlei­stungen wird eine große Rolle. vielleicht die größte, die Preisfrage spielen. Es wird sich darum bandeln, den Maßstab zu finden, der die Preisfestsetzungen in gerechter Weise ermög­licht und gewährleistet, daß die franröfilÄ« In­dustrie nicht in die Lage kommt, sich darüber zu beschweren, daß die Leistungen, die Deutschland macht, erheblich teurer sind, als sie in Frankreich sein würden. Diesen Anspruch können wir nicht erheben. Neben der Preisfrage erhebt sich die Finanzierungsfrage. Wenn wir einen großen Teil der französischen Jahresleistungen zu uns herüberkanalisieren wollen, so können wir von Frankreich nicht erwarten, daß es in einem Jahr gänzlich auf den Devisenemp sann verzichtet ober uns MgcnMer .a&a&kzü^ ohne eine vorherige Vereinbarung mÄ" liefern, als Zahlungsansprüche in den betreffenden Län­dern an uns gestellt werden.

Das zweite Gebiet ist das Gebiet der Ar­beitsleistungen. Dieses Gebiet wird verhältnismäßig in seinem Umfange zurücktreten. Die öffentliche Meinung in Deutschland geht wohl dahin, daß wir imstande sind. einige hun­derttausend Arbeiter nach Frankreich zu senden. Das wird kaum möglich sein. Von Arbeiten, die hauptsächlich für deutsche Arbeiter in Betracht kommen würden, ist bereits viel geschehen. Die landwirtschaftli >en Boden- flächen sind, wie mir scheint, zu einem starken Prozentsätze wiederhergestellt. Die Bauarbeiten |inb komplizierrer, als wir uns gewöhnlich den- ren. Wir geben uns leicht der Vorstellung hin, es könnten neue Städte gebaut werden mit neuen Stratzenzügen und neuen typisierten Häuiern. Das ist nicht der Fall. Das französische Gesetz verbietet es und das französische Gesetz verlangt es und der städtische Einwohner will, daß sein H>aus auf den alten Fundamenten aufgebaut mm.de, ohne besondere Rücksicht auf die Oeko- noinie und Ecnheitlichkeit. ^Diesen Tatsachen gegenüber können wir keine Aenderung ver­langen. Neben diesen Schwieriakeiten bestehen Schwierigkeiten der wechselseitigen sozialpoli­tischen Verständigung hinsichtlich der nach Frank­reich zu entsendenten deutschen Arbeiter. Ver­ständigungen der Gewerkschaften sind in Genf getroffen worden uni) wir haben den Wunsch, oaß die Absichten der Gewerkschaften sich so weit wie möglich verwirklichen lassen. Leicht ist es auch nicht, das Problem der Löhne zu lösen. Unsere Arbeiter haben Anspruch auf die Höhe des französischen Lohnes. Auf der anderen Seite vermindert sich in gleichem Maße das Interesse Frankreichs an den deutschen Arbei^sk''ä^en, denn es fragt sich, wo der Vorteil Herre für sich. Auch über die schwierige Frage, ferner über die Frage der Verpflegung und der Kantonierung werden grundsätzliche Regelungen zu treffen sein.

Das dritte Arbeitsgebiet ergibt sicb aus den Vomussetzungen, die ich eingangs erwähnte, bass Verständigungen angebahnt werden, die dahin führen, baß wir im Stande sind, einen q r o - ßen Teil der französischen Auf­träge auf uM zu übernehmen, ohne daß wir indessen an Frank"eicb größere jährc -x Ansprüche stellen dürfen, als die (Sutirhrift der­jenigen Beträge ausmacht, die im Ultimatum vorgesehen sind.

Die Wiesbadener Verhandlungen.

Di« Wiesbadener Verhandlungen haben zwei Tage gedauert und sind in vollkomm-^en Formen geführt worden. Auf beiden Seiten bat ma.t mit voller Loyalität die Schwi«riakeiten anerkannt, die auf Seiten der Gegenpartei bestanden. Ich

habe mich gefreut, einem Ma-ne zu begeo^en, der ebenso wie ich die Absicht hat, die großen Fragen ohne Leidenschaft und ohne Voreinge­nommenheit zu behandeln, der allerdings genau weiß, wie groß und wie weitgehend die ^xchte sind, die sein Land uns gegenüber besitzt, der nicht die Absicht hat, von diesen Rechten etwas aufzugeben. Das ist die französische Seite des Problems.

Ich darf jetzt einige Worte über bie’entgen Aufgaben sprechen, die sich für uns in Deutsch­land ergeben. Die Industrie und die Landwirt- sckmft sind berechtigt, auf Aufträge zu re ebn eit, aber ebenso ist das Handwerk berechtigt und die Gewerkschaften haben das Recht auf Mitbestim­mung in Fragen der Arbeitsleistung. Es wird also einer Stelle bedürfen, die außerordentlich vielseitigen Ansprüchen gerecht wird und die dennoch — und das ist das Problem — nicht schwerfällig arbeitet, sondern ihre Aufgaben rasch und gut erfüllen kann. Die Sofung muß in dem Sinne ängebahnt werden, in dem ich sie Ihnen darstelle: die Landes teile müssen möglichst gleich­mäßig berücksichtigt sein, desgleichen sämtliche Berufsstände einscbließlich des H-crndwerks. Und trotzdem muß die Stelle so funktionieren, daß wir arbeiten können. Denn können wir das nicht, so geht es zu, wie auf einem RangierbabnhÄ wo die Wagen sich stauen. Dann kommt eine Ver­wirrung sondergleichen heraus.

Meine Herren, ich möchte Ihnen heute noch keine Vorschläge machen über die Organisation, die geschaffen werden muß, aber eines darf ich Ihnen bei allem Respekt vor den einzelnen Kriegsleistungen der Wirtschaft '""?n: weder will ich Wumba noch Zeghaben. Es wird sich also um eine Gebilde handeln, da? sich von diesen beiden Organisationen unterscheidet. Die erste Aufgabe ist die, daß gerecht verteilt' wird und keine Reparationsgewinnler geschaffen üverden,^S^ls sst ein Kreis von Aul.-,,nb^n, sowohl derer, die in Wiesbaden behandelt worden sind wie derer, die uns gegenmärtig obliegen. Sie haben aus diesen Ausführungen vielleicht den Eindruck gewonnen, daß es möglich ist, das ganze Land in großem Nmßauge zu den Leistungen heranzuziehen. Gesichert ist die Aufgabe Noch “rrbt. Ich hoffe aber, daß die ft Beoeanung die die erste im engsten Kreise seit Beginn des Krie­ges gewesen ist, zur Fortsetzung der Beziehungen führen wird und damrt auf zur Auffindung der Lösung.

Aus Obsrschlesien.

Einia«nq zwsfchen den deutschen Parteien und der J. A. K. ? — Englisches Vordringen. — Bildung roter Armeen.

Wie die Blätter au» Obcrschlesieu melden, wurden die Verhandlungen zwischen dem englischen Gcneral Jennifer und dem Führer der deutsche Selbü'chutzcs General Höker beute fortgesetzt. Die „Vossiiche Zeitung" berichtet, es sei int wesentlichen eine Einigung erzielt worden, und eS sei anznnebmen. das auch der Z w ö l k e r a u » s ch u ß, mit dem na­mentlich das englische Mitglied der interaliierten Kom­mission, Sir Harald Stuart verhandele, sich mit den Versicheruneen, die bei dieser G'legendeit gegeben wurden, vorläufig einverstanden erkläre. Das sozial demokrat iche Mitglied des deutschen Zwölferausschuss- s in Oberschlesien Cyrus äußert sich in den „Oppel­ner Nachrichten" über die Versiândigung mit der interalliierten Kommission dahin, daß das Verlangen der Kommiisioii, Knnaberg zu räumen und durch italienische Truppen besetzen zu lassen, vielleicht doch bei Bietung anderer Garantien angenommen werden könnte, da der Berg als militärischer Stützpunkt nicht mehr in Betracht komme. Cyrus fordert al« Garantie, daß die Insurgenten wenigstens als erste Etappe G lei Witz und Hindenburg räumen, und hofft, daß auf der gekennzeichneten Grundlage eine Einigung zwischen dem ZwSlfcr,u»schuß und der interalliierten Kommission möglich ist.

Englisches Vordringen.

Nach e uer WeiOmta der „Voss. Zlg." aus Breslau scheint eine Einigung zwischen d in I^er-Ausschuß der deutschen Parteien in Oberfchlefien und der inter­alliierten Ko»,nuiston gesichert zu fein. Die Engländer sind in Zalenzc, einer Vorstadt von Kattowitz, einqe« nickt. Durch das engiiichc Vorrücken ist auch die Gegend von Lnblinitz befreit worden.

Eine Abordnung der 12er-Ausschussk« bat sich nach Bcrllu begeben, um ein Einvernehmen mit »er Reichs- regierung zu erziele«.

Bolschewisierungsgefahr.

Berlin, 16. Juni. Bläiiermelöungen aus Seit« theil zufolge bildete sich im Krene Pletz in »er nächsten Räbe der Ha«plgua,tlcrS Karfanly« eine rote A r - m e e. Der XbteilungMoioiaiibant Korfantys wurde abglsetzt. Vollchcmislischc Jniurgentcnabtcilungcn er­pressen von Jnduitrievcrwattnngcn und der Kaukmann- ichast Beträfe bl« zu 200 000 Mark. Auf mehreren Gruben im Zcnlrallttdullncrevitr webt seit heute die rote Fahue. Einzelne Judnslnedlrektionen sind unser die Diktatur »er Arbeiter gestellt. Koriant»

verlegte sein Hauptquartier nach Blokzuitz im Ären Groß-Streblitz.

(Auch au« anderen Landgemeinden liegen Nach­richten vor von dem Zusammenbruch deS nationa­listischen AukstandeS Korfantys. Die Bolichtwifier- nngsqefahr ist ungeheuer, industrielle und Wirschaft«, freist sind sehr pessimistisch. D. Red.)

Festhaltung einer englischen Majors durch die Insurgenten.

Wie dem „Lokalanzeiger" au« Oppeln ßemeldÄ •nirb, wurde her englische Chef der AbstimmungSpolizei Major Keathnge auf einer Fahrt in da« angeblich von den Polen geräumte Gebiet von den Jnsnrgentenstest- genommen und erst nach längerer Zeit wieder steigt« lassen. Auf der R-ückmbrt batte er einex zweiten Zu­sammenstoß mit den Insurgenten. Der Major mel­dete brn Vorfall sofort dem englischen Hauptquartier und General Lerond und erklärte, daß englischerstit« reftgeffent worden fei, daß die durch eix Dekret Lerond« errichteten Gemeindewachen «u« polnischt., Insurgenten bestanden.

Ein französisch-polnischer Vertrags

London, 16. Juni. Der Berichterstatter be« „Manchester Guardian" in Oberschlesien meldet, datz zwischen Frankreich und Polen ein birher noch nicht ratifizierter Vertrag bestehe, in dem Fr ank rei ch Polen seine Unterstützung in Ober­schlesien zusage. Polen verpflichte sich dafür, ein große« Heer von 600 000 Mann zu unterhalten, in dessen Gencralstab sich französische Offiziere tefin- »kn. Bei einem, künftigen Kriege Frankreichs, der kein Angriffskrieg sei, gebe Frankreich Polen seine aktive militärische Unterstützung. Rußland sei von dieser Bestimmung ausgenommen und der einzige Krieg, der ernsthaft in Betracht komme, sei ein Krieg gegen Deutschland. Die Petroleumqnellen Ostgalizien« sollen Frankreich zur Ausbeutung überlassen werden.

Wie der Berichterstatter be« „Manchester Guardian" weiter meldet, wächst in Polen der Widerstand gegen diesen Vertrag. E« scheine eine starke Bewegung zu­gunsten eine»>W.a^ auf rein wirtschaftlicher Grundlage zu bestehen.

Politische Tagesberichte.

— Große politische Debatten im Reichsta-.

Wie die „Dossische Ztg." mitteilt, wird her neue Mi­nister des Acußern Dr. Rosen bei Beantwortung der Interpellation über Oberschlefien, die am SamStag auf der Tagesordnung der Reichstags steht, und bei Be­antwortung der Anfrage über die Aufhebung bet Sanktionen, die am Montag im Reichstag verhandel^ weiden fall, sich über wichtige außenpolitische Fragen äußern.

— 2t ttS dem RtichSrat. Der Reichsrat stimmte dem Gesetzentwurf über den Staatsvertrag zu, der der U e b e r g a n g der W a s i e r ü r a ß e n von bett Ländern auf das Reich regelt. Er handelt sich uni einen vorläufigen Vertrag, der die nichtstrcitigen Punkt« regelt. Später soll ein cndgiltgrr folgen. Der Reichs­rat erledigte ferner eine Reihe Von Nachtrags- etat» für das Jahr 1921. Im Etat des ReichS- wirtichaftSmimsteriums erhöhten die Ausschüsse der Reichsrats für die Messen in Breslau, Frankfurt am lilam, und Stuttgart die geforderten Reichszuschüsse von insgesamt 7'/« auf 17 Mill. Mark. Wintsterial- dtrekior v. Schlieben erhöh namens der Regierung dagegen Widerspruch und erklärte, daß die Regierung an ihrer Vorlage sesthallen werde. Das Plenum des ReicbSrates stimme den Beschlüssen ihrer Ausschüsse zu. Schließlich nahm der ReichSrat ein neues Bra«nt- weln m y nopolgesetz an. Die sogenannt« Hektolitereinnahme wurde von 8u0 auf mindestens 4000 Mark erhöht. • Das alleinige Recht der Monopolver- wattuug, Brantwcui zu Trinkbrantwein zu verarbeiten, war nach dem früheren Gesetz dahin eingeschränkt, das Die sogenannte Edelbrantweine davon ausgeschlossen waren. Per Ategierungsentwurf wollte diese Be­schränkung beseitigen. Die ReichrratsauSschüffe fügten sie aber wicder ein.

— Die neue Ententekonfererrz. Die Jpu. meldet aus London: In einer gestern stetigefun- benen Sitzung des Miiiüsierrates unter Vorsitz von Chamberlain ist allein über di« mit Frank­reich geführten Verhandlungen zur Abhaltung einer neuen Konferenz beraten worden. Die Konferenz kann einstweilen nicht stattfinden. Eine Uebereinstimmung in den Fragen, die bei der Zusammegkunft erledigt werden sollen, ist nicht erreicht worden, da die britische Reichskon­ferenz nach dem 20. Juni das volle Interesse der englischen Regierung in Anspruch nimmt, so kann die Ententekonferenz kaum vor Mitte Juli stattfinden. — Reuter meldet: Weil die Zusammenkunft des Obersten Rates für die nächste Zeit nicht festgesetzt wurde, begibt sich Lord Curzon morgen früh nach Paris mit dem Auftrag, eine vorläufige Besprechung über die Ostfragc abzuholte-n. Der Vertreter Italiens in Paris werde zweifellos zu den Beratungen hin­zugezogen worden.

Weitere volitische Nachrichten Seite 4.

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