anaue
Einrückungsgebübr:
Die8gesv. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk., die ^gelv. Zeile im Reklomsteil 4.50 Mk., Finanzinserate 17vMk. Offertgebübr 30 Pfg. Bezugsvreis: Viertel« iäbrl. 14.40 Mk..monatl. 4.80 Mk., f. Postbezug viertel- iäbrl. 15.90 Mk.. monatl.5.30Mk. Die Nummer 20 Pfg.
Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
General-Anzeiger
AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil , Richard Sultick: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt, alle in Saitau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hana«.
Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.
Sir. 134
Samstag den 11. Juni
1921
Das Neueste.
_ An dem Kiriegsprozeß gegen den ehemali- M Angehörigen der geheimen Feldpolizei Max ianâdhr beantragte der Neichsanw-alt eine Ge- zMisftrafe von insgesamt zwei Jahren.
— Nach einer halbamtlichen Mitteilung ist die Frist zur Ablieferung der Waffen der Ein- «ohnerwehren âgehalten worden.
_ Aus dem Industriegebiet Oberschlesiens gerben Massenerkrankungen an Ruhr und Grippe gemeDet.
— Der gesamte Betrieb der Harz-Oluerbabn Aordhausen-Werningerode, der auch die Bro^e :- umfaßt, ist seit gestern ein^ktellt. Das Personal stellte wegen Lohnforderungen die Arbeit ein.
— Nach Dlättermoldungen aus Deft. .ld leg- kn sämtliche drei Mtglieder der Landes Präsidiums von Lippe ihre Aemter nieder.
— Wie aus San Salvador gemeldet wird, Hai ein heftiger Sturm in Bezirke San M'ruel gwßen Schaden verursacht. Zwölf Dorier sollen zerstört sein. Außerdem wurden in der Stadt N Twnsito 54 Häuser zerstört.
— Der Dampfer „Bubukina" ist von Smyrna joimnend auf eine Mine gelaufen Md gesunken. Von den 240 Passagieren, die sich an Bord be= fanbe«, konnten nur zwei gereitet werden.
Lehrreiche Enthüllungen.
" Unter der Spitzmarken „Wer wollte den Januar-Putsch?" bringt der „Vorwärts" eine Zuschrift der beiden Führer der kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands Laufenberg Md Wolffheim, in der diese gegen Dr. Paul Levi , SlÄlung rrehmen, der lvegen seiner Broschüre:, „Unser Weg wider den Puffchismus" aus der kommunistischen Partei kürzlich ausgeschlossen wurde, nachdem er eine zeitlang ihr Führer gewesen war. Es wird dort u. a. behauptet, daß Levi die Kommunisten zur Teilnahme an dem Januarputsch der Unabhängigen (1919) verleitet und sie später im Einklang mit dieser Taktik Mn den Willen und die Einsicht ihrer örtlichen Führer in das von vornherein zum Zusammenbruch verurteilte Münchener Räteexperiment Hereingetrieben habe. Wenn diese Enthüllungen nm insofern interessieren, als wieder einmal dar- Seton wird, mit welcher, Leichtfertigkeit die verhetzten und unselbständigen Massen von ihren „Führern" zu blutigen Unternehmungen getrieben werden, so sind die weiteren Feststellungen bon größtem allgemeinen Interesse. Es heißt nämlich:
„Damals war Karl Liebknecht ebenso tot wie Rosa Luxemburg und Leo Jogiches — der leben- dige Erbe aber dreier toter Führer war Dr. Paul Levi! Dr. Paul Levi übernahm die Erbschaft nicht ohne die intimste Kenntnis der nun offen von ihm zu verwaltenden Erbschaftsmasse. Er war es, der unmittelbar vor der Revolution Me verkommenen Gewalthaufen zu schaffen begonnen hatte, die als „Roter Soldalenbund" nach seinem eigenen späteren Eingeständnis bis zu 60 Prozent von Lockspitzeln durchsetzt waren. Karl Liebknecht saß im Zuchthaus, Rosa Luxemburg im Gefängnis, Leo Jogiches in Schutbaff, als Paul Levi gegen den einmütigen Willen aller revolutionären Gruppen seinen berüchtigten Aufruf zur Massendesertion an die Front ver- l^te, in welchem den Herren Deserteuren an- gekündigt wurde, in der Heimat „würde für sie ^wrgt". Nur die Zusammenfassung und Fi- vanzrerung seiner Lumpengarde hat das Abglei- wn der Revolution in den bewaffneten Kampf ^ Arbeiter widereinander und die kapitali- Iftsche Restauration ermöglicht. Was bezweckt meser Mann mit seinen plötzlichen Entdeckungen? m1 foltert das Kommen der „rein^ff^'üischen Legierung" — und wünscht dabei zu sein. Es
nicht unseres Amtes, den parlamentarischen , ^veiterparteien Ratschläge zu erteilen. Lang- v 'r Führer der deutschen Arbeiterbewegung OKI eit Parteien werden selber wissen, wie sie einen Menschen vom Schlage des Dr. Paul Levi zu werten haben."
Tiefster Ekel muß jeden Leser ergreifen, wenn bon zuständiger Seite das bestätigt wird, Gusher von der Linken stets bestritten wurde, cmnlich einmal, daß das Heer durch Hetze- wn und Wühlereien und die widerlichste 23er« zur Desertion Van der Heimataus , s^^öhlt worden ist, und dann, daß s Stosstrupp der glorreichen Revolution „Hr = ne Gewalthaufen." aelchckffen die in dem Artikel als „Dumveu^de' ^vuet werden. Für uns ist diese Feststellung
Die Zahl der Flüchtlinge.
Berlin, 10. Juni. Die Zahl der oberschlesischen Flüchtlinge, die ihr Heim und ihre Arbeitsstätte verloren haben, beträgt in ^" ' "reisen Cosel 2323, Kreuzburg 466, Leobschütz 270, Oberglogau 665, Oppeln 2200, Ratibor 775. Viel größer ist die Zahl der Flüchtlinge, die die Arbeitsstätten allein verloren haben. Sie beträgt in den Kreisen Cosel 2510, Kreuzburg 1626, Leobschütz 1050. Oberglogau 4636, Oppeln 2300 und Ratibor 4078.
Blankovollmacht für den englische» kommandierenden Offizier.
Paris, 11. Juni. Nach einer MeldMg aus London, die das „Journal" wiedergibt, hat man gestern abend in diplomatischen Kreisen erklärt die britische Regierung sei entschlossen, das Mittel zu suchen, um aus der Verwirrung, die augenblicklich in Oberschlesien herrsche, herauszukommen. Die Regierung habe dem General Hennicken Blankovollmacht gegeben, um die polnischen Aufständischen aus Bezirken, die sie nicht räumen wollen, durch jedes Mittel, das er für gut hält, hinauszutreiben. Wenn es für notwendig gehalten werden sollte, würden neue Verstärftrngen nach Oberschlesien gebracht werden.
Man behauptet, eine offiziâ NofffizierMg dieser Absicht an Frankreich sei bereits erfolgt.
(England scheint endlich einzufehen, daß eine Säuberung des oberschlesisän Gebietes dringend notwendig ist. Ob es freilich gelingen wird, auch die Franzosen davon zu überzeugen und diese zu veranlassen, die bisherigen Instruktionen, die General Le Rond es verbieten, die Truppen für nirgend etwas zu verwenden, was I über die Abwehr der Angriffe hiumisgeht, auf- zuheoen. ist »och aüzmvartM.,
Zur Ermordung des Abgeord. Gareis
München, 10. Juni. (Wolff.) Wtgm Berta« qung des zurzeit versammelten Landtagraiirschössen siebt sich die Staatsregieruv, veranlaßt, durch die Presse svlzende Vvm Ministerrat beschlossene Erklärung bekanntzugeben:
„Die bayrische Staatsrezieruns gibt der schärfste» Entrüstung Ausdruck über die Freveltat der in der vergangenen Nacht der LandtagSabgcord- nete Gareis zum Güter gefallen ist. Die Staaflregie« rung bedauert aufrichtig, daß dieser durch dohe (Üeiftel« gaben aiiSciezeichnete Mann durch die ruchlose Tat einer gewissenlosen »der fanatischen Meniche« so plötzlich au» dem Leben gerissen worden ist, und spricht dem Landtag und den Hinterbliebenen ihre wärmste Teilnabme aus. Leider ist es bir jetzt nicht gelungen den Täter festzustellm. Di« Staatsregierung wird alles aufbieten, ihn auSfinbig zu machen und die Motive seiner Tat aufzuklären. Zu liefern Zweck bat die Polizeiverwaltuug bereits alle Maßnahmen ge» troffen und eine Belohnung von 10 000 Mark für die Ermittlung der Täters ausgesetzt. Die StaatSregie- rung richtet bei diesem Anlaß erneut an alle Bevölkc» rungSkreise die ernsteste Mahnung, Ruhe und Besonnenheit zu bewahren und die Regierung in der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu nnterstützen."
Der Präsident Königsbauer der bayrischen Landtager hat anläßlich des an dem Abgeordneten Gareis verübten ruchlosen Morde» der Fraktion der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei folgendes Schreiben rugelandt: „Die Nachricht von dem Plötz, lichc» Ableben unseres sehr geschätzten Kollegen, des Landtâgrabgeordncten Garcir, der da» Opfer eines bubenhaften Morde» getvorlen ist, hat mich und alle Kollegen auf dar tiefste erschüttert. Im Namen der Lanttags beehre ich mich, ber Fraktion meine herzliche unb aufrichtige Teilnahme a» dem ichiveren Verlust mit der Versicherung auizudrückcn, daß wir alle dem Daümgeschleüenen ein treues Andenken bewahren werden.
Generalstreik in ganz Bayern.
München, 10. Juni. Die Äklionraurichüsse der Betrieb» âte, sowie der drei sozialistnchcn Parteien haben heute abend den Geueralstreik beschlossen, der heute, Plittcrnacht, beginnen und bis zum 13. Juni dauern soll. Die Stra»enbahu wir» nicht verkehren. Ueber bie Hailung der Eiseababner hegen noch keine näheren Mitteilungen vor. Auch die Z«, Lungen werden nicht erscheine». Wir verlautet, bürten die lebensnotwendigen Betriebe währen» der Streiktagc »ufrecht- erhatlcn bleiben.
München, 11. Juni. Wie die Blätter melden, haben die bayerischen sozialistischen Parteien um die Gcuehnugung einer Massenprotestvcriammlung unter freiem Himmel nachgesucht, bie ihnen jedoch verweigert würbe. Die sozialistischen Parteien rufen trotzbem zu einer gcme>n>chastUchcn Protestlun»,cbung gegen bie Ermoidcru»g Garei« auf, die Sonntag nachmittag in »cm Au»steUung»park ualtfindcn soll.
Nach eincv^Metdung beb „V»rwärtS" ist die Aur- dehnung »er Gcncratstrtlk» auf das gesamte ©einet Bayerns bejdiltfjen werben. — Nach einer weiteren Meldung des Blätter hat La» Telegraphenamt auf Befehl »er Polizeldireltion alle Ferniprechleiiunge» nach bem GewertickajtSdauS. tew fein der General-
ja nichts '.laues, denn wir haben ja stets betont, daß man an dem Zusammenbruch der deutschen Heeresfront von der Heimat aus gearbeitet hat — aber dennoch dürften so manchem anderen diese Enthüllungen die Augen öffnen. Es ist ziemlich gleichgültig, ob Dr. Levi wirklich der Mann ist, als der er hier gekennzeichnet wird, ob er oder ein anderer die Verbrechen am deutschen Volke, die wir heute schwer und bitter zu büßen haben, begangen hat, die hier enthüllt werden. Aber ungeheuer wichtig ist es, daß die deutsche Arbeiterschaft hier einmal die Wahrheit erfährt, daß man die Front durch Agitation von der Heimat aus durch Hetze, durch Flugschriften zermürbt, den deutschen Wall gegen feindlichen Ansturm zerbröckelt und dem Feind schließlich die Tore geöffnet hat. Gewiß haben auch eine Anzahl anderer Umstände mitgespielt Md niemand, der an der Front war, wird sie ableugnen können, aber dennoch der gewaltigste Schlag wurde von hinten geführt, nachdem man durch eine gewissenlose Hetze den Geist der deutschen Krieger zermürbt hatte „Massendesertion!" In dieses Bild hinein paßt vortrefflich das Wort des „Vorwärts": „Die deutsche Flagge darf nicht siegreich heimkehren, damit sie nicht wieder ausziehen möge. Das ist unser Wunsch und Wille." Hoch lebe die Internationale! — von der wir heute so wenig merken. Und während r. in das schrie, stürmte man Proviantläger und Staatskassen Md feierte Siege im Land statt an der Front. Und der revolutionäre Rummel ging schließlich in eine große Streik- und Lohnbewegung über.
Wenn wir mit obigen Ausführungen wieder einmal den Blick zu jenen düsteren Novembertagen des Unglücksjahres 1918 schweifen lassen, so tun wir es, um fest-"stellen, daß der sogenannte „Dolchstoß von hinten" doch keine Legende ist, wie man noch vielfach behauptet, daß er vielmehr Tatsache ist. Oder Genügt das Eingeständnis des Aufrufes zur Massendesertion immer noch nicht? Wir hoffen, daß die deutsche Arbeiterschaft ihre Folgerungen ziehen Md endlich erkennen wird, wie ungeheuer man sie belogen hat. R. H.
Die Noi Oberschlesiens.
Massenertrankungerr in den Industriestädten.
Den schrecklichen Drangsalierungen unserer deutschen Brüder Md Schwestern in Oberschlesien gesellt sich nunmehr der Hunger mit seinen furchtbaren Begleiterscheinungen hinzu. Wie uns gemeldet wird, sind in den Industriestädten Massenerkrankungen an Ruhr und Grippe zu verzeichnen, die viele Opfer fordern. Besonders das Kinderelend infolge des Milch- Md Lebens- mittelmargels wird als beispiellos geschildert. Mehl, Milch, Zucker, Kartoffeln und Gemüse fehlen fast gänzlich. Dabei dauert die Kamvf- tätigkeit der polnischen Aufständischen an-
Ueber
die Kampstätigkert
liegt heute folgender Bericht dorr
Oppeln, 10. Juni. Bei Zembowitz nahmen die Polen erneut Sprengungen vor. Im Kreise Oppeln wurden deutsche Stellungen und der Bahnhof von Kandrzin von den Aufständischen erneut beschossen. Die Artillerietätigkeit der Polen bei Ratibor ist schwächer geworden. Die Olsauer Brücke wurde von den polnischen Banden erneut gesprengt. Bei Studzienna fanden kleinere Schießereien statt. Die Bevölkerung im Industriegebiet leidet immer mehr unter einer Nahrungsmittelknappheit. Die Insurgenten führen weiterhin große Mengen der geförderten Kohle nach Polen aus. Die polnischen Truppen an der deutschen Grenze wurden in den letzten Tagen durch sogen. Zollbataillone erfttzt.
Wie das „B. T-" aus Beuthen meldet, wurde Taivnowitz gestern nachmittag von den bewaffneten Polenbanden geräumt Der in der Stadt durch die Insurgenten angerichtete Schaden ist groß. Im Norden der polnischen Front, wo die Engländer vorgegangen sind, ziehen sich laut „Voss.. Ztg." die Insurgenten unter Mitnahme ihrer Ari.llerie und ihres Trains lang'am zurück. In Beuthen wurden das Eisenbahnmaschinenamt Md das Botriebsamt von den Insurgenten gestürmt. Der Oborsekretär Krämer wurde in Gegenwart von französischen Rosten verschleppt.
(Auch hier wieder ein erneuter Beweis, welche Stellung die Fmnzosen den Polen gegenüber einnehmen. Die Franzosen, die bekanntlich nach einem Urteil der „Tunes" die Polen nicht als Insurgenten 'sondern als Alliierte ansehcn, stehen Gewehr bei Fuß und sehen mit Wohlwollen den Erfolgen der polnischen Freunde zu. Währenddessen verelendet Oberfchlesten immer mehr. D. Rèd->
streiklcitung, gesperrt. Die Polizei hat im Gewerk Ichaftrhaus Haursuchung nach Streikstugblättem vorgenommen. Auf den Straße» würben die General» strerkrflugblätter beschlagnahmt und die Verbreiter festgestellt.
Aus Dem besetzten Gebler. Erleichterung in der Handhabung der Zoll« grenze.
Koblenz, 10. Juni. Verschiedene rheinische Blätter melden, daß eine wesentliche Erweiterung bet sogenannten Freiliste zu erwarten sei, während bie Aushebung der Ein- und Au»fuhrgenehmigung»ver< fahren nicht erwartet würde. Durch diese Nachricht wird nur bestätigt, war praktisch sich längst gezeigt hat, daß da» Ein- und Ausfubrge»ehmigu»g»verfahre», wie es bie Rheinlandkommission durch die Ein- und Au»fuhrâmter in Ems und Koblenz zur Durchführung dc» Zolldienste» angeorbnet ist, technisch »«durch- sübrbar ist, will man nicht eine i Riesenapparat errichten, der in feiner Wirkung da» rheinische Wirt- schaftZlebe» ix wenigen Wochen völlig vernichten würde.
Berlin, 10. Juni. Zu den von uns gemeldeter Erleichterungen an der im Zusammenhang mit bei Sanktionen errichteten Zollgrenze im Rheinland« erfahren wir weiter: Die letzte der Zusatzge»ehmigu«gen der pflichtigen Waren hat im Verkehr mit dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet« den Wünschen der rheinischen wirtschaftlichen Kreisen entsprechend eine Einschränkung erfahren. Wie verlautet, sotten M«i»kaffee, Kunsthonig, Hafer und Gerstepräparate, Graupen, Grie» unb Grütze deutscher Herkunft von der Liste gestrichen sein. Auch da» @enehmiguM|Sberfehren selbst dürfte eine Erleichterung erfahre«.
Rheinische Proteste.
Sämtliche Parteien beS Rheinland«» von btt Dtutschnationalen V»Ikspart«i bis zur Sozialdemokratischen Partei haben in einer gemeinschaftlichen Tagung in König»winter eine Entschließung gefaßt, in der gegen die Zwang»«aß«ahmen am Rhein protestiert wird. Et wird auf die zunehmende Arbeitslosigkeit infolge der Zwangsmaßnahmen hinge« miesen. Auch gegen bie Ver«c»dung schwarzer Trup- pcu und die Vermehrung der Besatzuugtrruvpcu wird schärfster Protest erhoben.
Polikische Tagesberichle.
— Uneinigkeit in Reparationsfragen. Der „TempS" stellt fest, daß die Repa-ratwnskommis- sion sich über gewisse Fragen, die den Artikel 235 des Friedensvertrages betreffen, nicht hat eirti« gen können. Es handelt sich dabei um die Fest- fetzMg des Preises der von Deutschland auf dem Wasserwege gelieferten Kohlen und um Festsetzung des Betrages der belgischen Kriegsschuld unb ferner um die Verteilung der deutschen Zahlungen unter die kleineren Staaten. Die Reparationskommission hat nMmehr die alliierten Regierungen ersucht, sich Mnächst unter sich zu einigen. Infolgedessen seien zwischen -FrMkreich, England, Italien und Belgien Verhandlungen eingeleitet worden.
— Schwarz-weiß-rot. Die Generalversammlung der deutschen Reeder in Lübeck nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die Reichsregierung ersucht werd, sich baldigst für bie Beibehaltung der alten Handelsfta'" warz- weiß-rot zu enffcheiden.
— Elsässische Maßregelung. Das „Echo de Paris" meldet aus Straßburg, daß Unioet« sitätsprofessor Wüst von der Elsässischen Behörde seines Amtes enthoben wurde, weil er in einem Briefe zu einer Zusammenkunft ehemaliger Kriegsteilnehmer in Donaueschingen ausgefordert habe.
— Das französische Flottenprogramm. Die französische Kammer nahm mit 483 gegen 128 Stimmen da» Flottenprogramm an, da* den Bau von 6 leichten Kreuzern, 12 Zerstörern, 12 Torpedobooten, 36 Unterseebooten und einem Flugzeugmutterschiff vorsteht. Die Ausgahen, die sich auf mehrere Jahre verteilen, belaufen sich auf 1413 000 000 Franken.
— Amerikas Heer. Wie die „Chicago Tri- buns" aus Washington mitteilt, sprach sich der Senat gestern mit 36 gegen 32 Stimmen für ein stehendes Heer von 150 000 Mann aus. Am Tags vorher war mit 35 gegen 32 Stimmen ein Antrag auf Erhöhung der Armeestärke auf 170 000 Mann angenommen worden, der jedoch mit Rücksicht auf das Votum des Repräsentantenhauses wieder fallen gelassen worden war.
— Vom englische« Bergarbeiterstreik. Am Schlüsse der gestrigen Sitzung der englischen Bergarbeiter und der Mitglieder des Exekutivausschusses des nationalen Berqarbeiterverban, »es, welcher 303 Personen beiwohnten, würd« »er Presse ein Bericht übergeben. N-âch diesem Bericht wurde in der Versammlung beschlossen, die vorgeschlagenen Bedingungen der Bergwerksbesitzer und der RegierMg einem Referendum ber Bergarbeiter zu unterwerfen, welches am nächsten Mittwoch vor sich gehen soll. Das Gr» gebnis dieses Referendums wird am 17.
London bekannt gegeben werdoy^/