- -^^ sowie Svort Wilhelm Moritz: für Anzeigen und
AmMches Organ für Sladr- und Landkreis Saneu Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. | z J ' motationsorull ver LOaiienvausvucyoruaeret vamm.
Fernsprechansâlüsse Nr. 1237 und 1238.
■
rrr. iso
Dienslag den 7. Juni
1921
ro
Der Weg zum Ziel
Einrückungsgedübr:
DieSgefo. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk., die 4gefo. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk., Finanzinserate 1.70 Mk. Offertgebühr 30 Pfg. Bezugsvreis: Viertel- jâhrl, 14.40 Mk.,monatl. 4.80 Ml., f. Postbezug viertel- Mrl. 15.90 Mk.. monatl. 5.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.
Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
Berlagsleitung: Ad. Jndermuble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und provinzielle« Teil.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
0®-;rsnsBBzsBBB9SERäBsiissaB®csssiaEB3zres!Mas5aH®33RsxcÄH®8isne3EsesKHBaa
Das Neueste.
Dbe Interalliierte Kommission in Ober- Men hat an General Höfer in einer ultima- fititn Note aufgefordert, innerhalb 12 Stunden Aden Rückzug des oberschlesischen Selbstschutzes sorgen. Höser hat abgelehnt.
Aus Oberschlesien laufen Meldungen über Mg Gewalttätigkeiten der Insurgenten ein.
— Bayern hat die Entwaffnung bar Selbst- schuhorganisationen angeordnet.
— Die englische Presse drückt ihre Unzufrie- jxcheit über den Ausgang des Leipziger Pro- ^M gegen Kapitänleutnant Neumann aus. Mn erwartet von der Regierung, daß sie im Unterhaus dasselbe tun wird.
— Der Termin der Verhandlungen gegen kn Kommunist Hölz vor dem Sondergeriaft ist auf den 13. Juni festgesetzt worden.
— Im englischen Unterhaus wurde mitge- teist, daß Krassin aus, Rußland nach London zurückgekehrt ist und seit dem Abschluß b»? Handelsabkommens mit Rußland in Großbritannien U beträchtliche Ankäufe getätigt worden sind.
— Wie aus London gemeldet wird, muß mit der Möglichkeit einer allgemeinen Arbeitseinstellung in der Maschinenbauindustrie gerechnet t »erden, wodurch sich die Zahl der Arbeitslosen M weitere 1^ Millionen erhöhen würde.
Unsere Aufgabe kann, wie schon oben gesagt, nur gelöst werden, wenn es glückt, über den Weg zum Ziel — unter Aussetzung aller sonst be- steheaden Meinungsverschied-n^^iftz^ — Uebereinstimmung im deutschen Volke zu schaffen Wir begrüßen daher die Ausführunoen des Herausgebers der „Glocke", Darvus, eines Sozialdemokraten, dessen sozial^' Gesinnung bisher ganz außer Zweifel stand, ja der in gewisser Hinsicht sogar radikale Anschauungen vertrat. Er schreibt:
In wirtlchailicher Beziehung kann unser leitender Gesichtspunkt nur dor lein, nette Werte M schassen. Unsere Industrie und Landwirtschaft müssen weit über ihren Stand vor dem
London, 7. Juni. Die „Firnes* meldet aus Oppeln von gestern, daß General Höfer in einer Unterredung mit britischen Offizieren erklärte, er verpflichte sich nicht vorzurücken, solange die Polen sich nicht rührten. — Der Berichterstatter meint hierzu, das sei gerade die Schwierigkeit, da niemand und am wenigsten der Stab der Aufständischen garantieren könne, daß sich bk Aufständischen nicht rührten. Der Stab der bot Nischen Aufständischen bestehe zum größten Teil aus Nichtoberschlesiern. Sie hätten das Vertrauen ihrer Leute und Ortsbefehlshaber verloren, die allein Krieg auf eigene Faust führten.
Paris, 7. Juni. Pertinax meint im ^ ßo de Paris", daß, wenn die Truppen des Generals Höfer in Oberschlesten die Oberhand bekommen sollten, die Franzosen durch eine entschlossene Intervention auf dem rechten Rhein, ufer den Gang der Ereignisse ändern könnten.
Neue Angrifssaklivnen.
Oppel«, 6. Juni. Der heutige Tag brasst neue N«griff»aktionen ber Aufstän. bissen. In d«n nördlichen Kreisen wurden mehrfach polnische Vorstöße zurückgewiesen. Die Dörfer .Neudorf, PrnSkau und'Amali«nhog wurden box pal« nischer Artillerie stark beschvssen. Zahlreiche Häuser wurden durch Volltreffer zerstört. Bei Zembowitz ie» teifiate sich ein polnischer Vanzerzug an den Kampfhandlungen. In den Gebieten bei Landsberg uxb Skronikau erhielten die Aufständischen Verstärkungen. Er wurden starke polnische Angriffe au» der Gegend Krappitz gemeldet. Besonder? bildet der Bahnhof Kandrzin dar Ziel polnischer Vorstöße. Angriffsver- stlche der Insurgenten auf Slawentzitz mißlangen. Bei Birawa im Kreise Kosel starke Feuertätigkeit. Die deftige« Angriffe der Aufständische« in der Gegend von Altkosel wurde« durch drei Panzerzüge unterstützt. Die Angriffe mißlangen. Im Kreise Ratibor würd« bie Oderbrücke bei Lapatich durch polnische Spre«. oungen erneut schwer beschädigt. Auf dem Bahnhof Tarnowitz wurde«, ähnlich wie in Kattowitz und
die Zurückziehung der alliierten Truppen aus den Städten des Industriegebietes vorsahen. Anderseits teilt die Kommission mit, daß sie den polnischen Insurgenten untersagen wird, diejenigen Orte wieder zu besetzen, die sie am 3. Juni abends geräumt haben.
Höfers Antwort.
In seiner Antwort erklärt General Höfer, daß seit fünf Wochen die deutsche Bevölkerung mit leidenschaftlicher Ungeduld auf die Befreiung des von den polnischen Insurgenten besetzten Gebiets warten. Nur die bestimmte Hoff- ung auf das endliche tatkräftige Eingreifen der interalliierten Truppen machte eg möglich, den Selbstschutz von größeren Unternehmungen zurückzuhalten und ihn zu veranlassen, sich mit der Abwehr polnischer Angriffe unter Festigung der eigenen Stellungen zu begnügen. Der Selbstschutz besteht aus Formationen, die allein durch das gemeinsame Bestreben, ihren schwer bedrängten Brüdern zu Hilfe zu kommen, zusammengehalten werden. Ich habe nicht bie Macht und vermag es auch nicht im Hinblick auf die deutsch gesinnte Bevölkerung, die Selbstschutzverbände aus den Ortschaften, deren Schutz sie übernahmen, zurückzu- rufen, zumal nach den bisherigen Erfahrungen ich nicht di« Gewähr dafür bieten kann, daß in den geräumten Gebieten deutsches Leben und Eigentum geschützt bleiben. Die Zurückziehung des Selbst-
Krieg« gehoben werden. Sonst hilft uns nichts. Man liest jetzt ht den Zeitungen jeden Tag neue Steuervorschläge. Industrie, Handel, Grundbesitz, alle Formen des Verkehrs, alles soll besteuert werden. bis in die tiefen Poren der Vo^wiè schaft ist man eingedruffgen, und Steuern werden auf Steuern gehäuft. Dieses tolle Treiben wird, unb zwar in nicht allzu ferner Zeit, mit einem furchtbaren Zusammenbruch abschließen, wenn wir nicht die Steuerquellen aufbessern, das sind die Erträge der Industrie unb Lan>m'i-Echaft- Wir können uns gegenseitig alles bis auf das letzte Hemd hinwegsteuern und werden doch nicht einmal unseren Zahlungen an die Alliierten .rachkommen können, wenn wir nicht unsere Vro- duktion steigern. Erschossen müssen wir es, sonst können wir eg nicht erschwingen. Nicht in der allgemeinen Verarmung liegt die Lösung des Problems, nicht in der Herabsetzung aller Bedürfnisse bis zu einem Grad, der aus dem deutschen Volk eine Nation von Ausqeitoßonen machen würde, die keine sozialen Unterschiede untereinander mehr kennen. weil alle den gleichen
Äer Reichstag hat sich auf einige Tage ver- krzt, nachdem er der Regierung den Gewäh- mngsschein ausgestellt hat, der besagt, daß der s Reichstag damit einverstanden ist, daß die Regierung alles daran setzt, um die übernommenen j Verpflichtungen gegenüber den Alliierten zu er- . ________ .....
I"^ llmj|ii „ erben| sozialen Tiefstand erreicht haben, sondern in
können, Meine andere Frage. Deshalb kann es ”' MWMWff " " - . -.
ßch jetzt auch nur um einen ernstlichen Versuch bür Erfüllung handeln. Aber schon der feste Wille zur Tat ist ein gutes Vorzeichen für ihr Gelingen. Freilich eine Bedingung ist unerlätz- lidj. Wenn es nicht glückt, alle Kreise unseres Volkes davon zu überzeugen, daß die Lasten gemeinsam getragen werden müssen, so kann diese schwierige Aufgabe, die ja einem Volk ber Neuzeit auf wirtschaftlichem Gebiet gestellt wurde, nie gelöst werden. Es fehlt nicht an Anzeichen, daß die Erkenntnis des rechten, aber auch einzig gangbaren Weges in breitere Kreise bringt. * So erfreulich diese Beobachtung ist, um fß bedrückender ist die Tatsache, daß es Märn er gibt, die zum Teil in Weltfremdheit Befangen, M.Tail aber auch bewußt verhindern, daß alle ewtepten des deutschen Volkes der rechten Erkenntnis teilhaftig werden. Große Teile der Rutschen Arbeiterschaft erhalten durch ihre Füh- rer ern.falsches Bild der Lage und der Mög- Weit ihrer Lösung. Das ist tief bedauerlich, aber durchaus nicht unerwartet. Nach alledem, mag Jahrzehnten und unendlich vermehrt leit ber Revolution den deutschen Arbeitern ein. gehämmert worden ist, würde es geradezu ei ne âleugnung aller Taktik bedeuten, wenn jetzt
Massen klarer Wein eingeschenkt würde. So l^ ^sv weder überraschend noch verwunder- 9 k ^^ Arbeiter jetzt gesagt wird, daß die Raiten der angenommenen V^erpflichtungen von schultern ber deutschen Besitzenden, der jitfiften* allein getragen werden müssen Ad können. Ueber das Wie ma^f man sich bi5 âzuvi«! Gedanken. Ob es überhaupt so ton, Z' '^" sisöt, daß seine Wegnahme zur Er- ? 8 onsreichen würde, welche wirtschaftlichen uigen eine weitere Anspannung der direkten wAA" . ^aBen würde, auf solche Fragen geht ”®t vorsichtigerweise nicht ein. Das ist bedauer-
^^^Eârlich und es ist Aufgabe der ein« , ^s'A Kreise der Bevölkerung hier austlärend ^^ Volk, das gemeinsam den Krieg hat, muß auch gemeinsam die Lasten nttk • ko lange wie es notwendig sein wird bX”1^ darf sich hierbei ausschließen. Mr Hoffnung, daß es einmal nicht mehr J™?fS sam wird und daß der Zeitpunkt kom- 2, t p1^' ^° unser Vaterland als innerlich und «„AEch wichtigstes Land Europas wieder das
» Ä^bon kann. Bis ba^n aber müssen Timt/,, ^ „m ^ir einmal zu ungeheuren Sach- iml k^V0^ di? nächsten Jahre gezwungen sind m«, r’e, Verpflichtung der Erfüllung übernom- b^Ä11! gemeinsam alles daran setzen, Tr/i^A^ Zu verwirklichen. Daß hierbei die her M n ^^ ihrer Schwere und der Stärke toirt^w^*1 ^ verteilen sind, ist eine weitere rX'J^Me Selbstverständlichkeit. W«r Dies WirtwI^^^d viel geben müssen. Das ist ètschafts-Einmaleins. an dem nichts zu 8n=
des Wohlstandes, daß das Volk die neuen Lasten fragen kann. Wir müssen, da wir aus ausländische Zahlungen angewiesen sind, darauf bedacht sein, hochwertige Produkte zu exportieren, und wir müssen uns so einzurichten wissen, daß wir nicht durch zersplitterte Angebote uns und die ande-
reu auf dem Weltmarkt« unter Bieten, sondern den Weltmarktpreis uns voll znuuff« kommen lassen. Wir können uns den Luxus des „bum= ping* nicht mehr gestatten. Wir müssen unentbehrliche Sachen liefern, Waren, Bei deren Herstellung wir den anderen überlegen sind, und wir müssen den vollen Wert dafür haben . . .
Parvus findet hier den Mut zur Wabrhsit unb sagt seinen Anhängern unve-stlümt, M^ es falsch ist, «nzunehmen, daß bie Werte, die wir den Ententeländern abliefern müssen, schon vorhanden sind, und daß man sie bloß ihren jetzigen Eigentümern durch Stsuein oder sonstwie wea- zunehmen brauche. Nur durch Arbeit, Erschaffen von neuen Werten können wir unsere aufgezwungene Schuld begleichen. Diese Arbeit aber muß seelenvolle Arbeit sein, bie ihre tiefsten Wurzeln schlägt in dem alten bewährten Fundament der deutschen ^fWaft: Unternehmer g ei st und Arbeitswille! Die Höchstleistungen, die von uns verlangt werden, sind nur möglich, wenn alle am Werk teilnehmen, jeder sein Aeußerste? an nisii- ger oder körperlicher Anstrengung gibt und wenn die Kräfte nicht neben- oder gegeneinander, sondern miteinander in engster Geschlossenheit wirken. Das ist der Wea, hm *J~ in oeschlaffe nen Reihen zu gehen haben, wenn wir unsere Lasten abtragen wollen. Wer diesen Weg nicht mitgehen, diese Wahrheit nicht verstehen sann, oder will, der scheidet aus a^ Kämvfer um die deutsche Existenz, um die deutsche Wirtschaft und um die deutsche Zukunft. R, H.
Aus Oberschlesten.
Die D. A. K. fordert den Rückzug des Selbstschutzes.
Ein 12ftünbigc0 Ultimatum-,
BerNn, 6. Juni. Die Interalliierte Kommission hat dem General Höfer folgende Note übeinnittelt:
schutzes aus ben befreiten Ortschaften ist unausführbar. Ich appelliere an das soldatische Empfinden der Vertreter der interalliierten Mächte. Die Forderung steht aber auch in völligem Gegensatz zu dem, was als Recht der deutschen Bevölkerung Oberschlesiens vor dem englischen Parlament feierlich anerkannt ist. Die Drohung mit der Zurückzsiebnng der fran-
Städten des Jn- dustriogebtetes bindet mir vollends bie Hände. Ihre Durchführung würde die Preisgabe mich dieser besonders wichtigen Teile von Oberichfesten an die Insurgenten und damit eine direkte Förderung de? polnischen Aufstandes bedeuten. Die Verwirklichung dieser gegen Recht und Vertra g verstoßenden Dr »hung würde eine ungeheuere Emp örung in allen deutschgesinnten Teilen der Bevölkerung, insbesondere auch in den Reiben des Selbstschutzes aussen und vor aller Welt die völlige Schutzlosigkeit unserer Landsleute, dartun. Mick aber würde sie außerstand sehen, dann noch auf den Selbstschutz einen Einfluß zur Selbstbeherrschung und Ordnung auSzuüben, dem ich bisher Geltung verschafft habe.
Die Interalliierte Regierungskommission von Oberschlesien hat Kenntnis erhalten von dem deutschen Vormarsch in der Gegend von Ujest. Sie befiehlt dem General Höfer, seine Truppen in die Linie Kalinowo-Dollna-Leschnih-Salow- nia zurückzuziehen. Letzter« Orte bleiben zur Verfügung des Generals Höfer. Falls die ersten Bewegungen zur Ausführung dieser Bestimmungen nicht innerhalb 12 Stunden nach Ueberrei- chung dieser Note begonnen haben, wird die Kommission die Maßnahmen in Anwendung bringen, die Gegenstand der am 21. M"- an Herrn v. Moltke aerichteten Note waren. und die
Höfer, Generalleutnant und Führer des ober- schlesischen Selbstschutzes.
Die deutsche Aegkerunq erklärt das Ultimatum als eine unmögliche Forderung.
London, 6. Juni. Der deutsche Botschafter Dr. S t b a m e r bat beute nachmittag im Auswärtige« Amt eine Note her deutschen Regiern« o überreicht, in der unter Hinweis auf bei 12stündiae U timaium der Interalliierten Kommission in Oppeln "klärt wird, die kurze Befristung des Ultimatum» enthalte schon an sich eine nnm 5 glich« F°r- d.« r u n g. Interalliiert« Truvpen feien in dem zu räumenden Gebiet nicht Vorbande«, die ein Nachfolgen der Polen hinter dem zurückaebenden Selbstschutz ber» bindern lärmten. Die Bevölkerung bei etwa geräumten Gebi -tes würde daher dem polnische« Terror völlig prer »gegeben.
Der deutsch« Botschafter führte zn bet Rote ber internniiertex Kommission au», daß die Drohung, bei N'cktbekolgunq bei furjfriftigen Ultimatums durch de« Selbstschutz bie bisher von den interalliierten Truppen gehaltenen Städte den Insurgenten zu übergeben, nicht nur für die Bewohner Oberschlesten», sondern für das aefamte deutsche Volk unerträglich sei. Eine solche Maßnahme wäre ein schwerer Verstoß gegen den Friedmswrtra r und' würde die Preisgabe der deutschen Bevölkerung Cberitbleücnl. an die polnischen Jnwr- amten bedeuten. Mit Rücksicht auf da? bedeutende Knltnrwerte vernichtende Vorgehen der polnisiben In- furgenten fei el klar, daß die deutsche Bcvöl - teritna si ch nicht webrlo» den Insurgenten prei »geben würde. Damit würde aber durch bie bau der interalliierten Kommission angrdrobte M«fnabme die Sntf« sselung eine» allge - meinen Bürgerkriege» unv ermeiblick fein. Wenn auch die deutsche Regierung durchaus bereit sei, die Regierungen der alliierten Mächte bei der Wüderbcrst-Uung der Ordnung in Oberscklesien zu unter Rügen, w würde eine babix gerichtete Mitarbeit durch ein Ultimatum, wie e» bèn der interalliierten
tlommiisjon erg«ng«n fei, sehr erschwert. N«ch Lag« »er €e*c fei el der deutsch«« Regierung u n m ö g I i *, auf den 6«lbst>ckup in Obcrschlesi«n bab'n «mzuwirken, dar d e demsche Bevölkerung mehr« 'VS den pv'nüchen Iniuraentenbansen preitgegeben w rde. Die oberschlesische Bevölkerung habe von dem ^u treffen der britischen Tri ppcn die Befreiung von hem polnischen Terror erhofft. Werde sie in dieser Erwartung getäuscht, so fei ein Lerzweiffungrau-bruch von wcitnaaendcn Folgen unvermeidlich.
— ... —,.„_...„ —«,....lt«H> . ■
üöbTen. Im Kreise Hindenburg freien, soweit Inifer bekannt, 23 deutschgeffnnte Oberschkesicr dem polnischen Ausstände zum Opfer. Nach den Nachrichten au» best Zentralrevier ist die Lage der Industrie trostlos. Die überfüllten Halden machen eine Förderung größeren Umfangs unmöglich. Wenn auch einzelne Hütten über genügende Kohlenmengcn verfügen, so ist jedoch infolge Rohstoffmangels in den nächsten Tagen die Stillegung großer Hüttenwerke zu erwarten.
Berlin, 6. Juni. Laut „D. 3' eroberte der deutsche Selbstschutz in Oberschlesien unter schweren Kämpfen und Verlusten den wichtigen Bahnknoten- Punkt Kandrzin, worauf die Aufständischen auch Ujest räumten.
Hindenburg, 6. Jimi. Am 4. Juni erschienen etwa 200 bewaffnete Aufständische in der Händlerschen Brauerei und ließen zunächst die Fcrnsprcchapparat« besetzen, durchsuchten die ganze Brauerei und die Mrtschastsräum« und erklärten, die Borräte abfahr«« lasse« zu müssen. Sie seien für da» polnische Rvte Kreuz bestimmt. Ein Widerspruch gegen die Gewaltmaßnahmen war zwecklo». Er wurden nicht nur die Barvorräte, sondern nahezu alles, was man sonst an Eß», Trink- und Rauchwaren borfand, auf einem Wagen - fortgerahren. Unter den Aufständischen besä den sich auch polnische Stadtverordnete au» Hindenburg.
Katrowitz, 6. Juni. Heute stütz kam von Ida- weich« ein Zug mit 200 Insurgenten, fuhr direkt in den Bahnhof Kattowitz und besetzte ihn. Gleich darauf kam ein weiterer Zug von Bvgutschütz mit 100 Insurgenten, die zur Wache auf den Bahnhof verteilt wurden. Das Eiscnbahndirektionsgeüinde wurde nicht besetzt. Die Eisenbahxdirektiou wandte sich sofort au die interalliierte Kommission. Die Besetzung stehe im Widerspruch zu den Zulage« von gestern abend und brüte nacht. Sowohl der französische Vertreter all der Eisenbahnkontrolleur und Vlatzkommandant von Kattowitz, Oberst Ardiffon, wurden noch gestern ver» ständigt, daß die Gefahr der Besetzung des Bahnhof» akut geworden sei. Beide Offiziere gaben die bestimmte Zusicherung, daß entsprechende Maßnahmen getroffen worden feien, um dies zu verhindern.
Di« Leitung der alliierten Truppen.
London, 6. Juni. Chamberlain erklärt« i« Unterhaus, daß alle alliierten Truppen in Oberschlesien unter dem Beseht des französischen Oberbefehlshabers stehen, der feine Befehle von den alliierten Kommissare« in Oberschlesien durch die Militärabteilungen ber Kommission erhält. Er wird daher vorausgesetzt, daß »te Aktion der italwnischen, britischen und französischen Truppen in Oberschltsicn in Uebereinstimmung mit ben Befehlen der Kommission erfolgen wird.
— Der Vorsitzende der 8. A. P. ®; ber» “T1*^* Der Vorsitzende der Vereinigten Kommu- illstischtn Partei Dentichlands, Heinrich Brandler, wurde vvm Berliner außerordentlichen Gericht zu 6 Jahren Festungshaft verurteilt. I« dem Urteil beißt el, daß durch die Aufrufe der Zentrale ber Pa'tei in der „Roten Fahne" unb in Flugblätter« eine gewaltsam« Aenderung der Verfassung angebahnt werden sollte. Der Angeklagte habe sich einer Aufforderung zum Hochverrat in Verbindung mit Auf. bctzung schuldig gemacht. Der Angeklagte habe jedoch nicht au» ehrenrühriger Gesinnung gehandelt, sondern sei überzeugt von den komniunistiichcn Idealen.
(Weiter« .VolitisLe Naârichtev" Seite 64