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Mittwoch Den 1. Sunt

Leite 3

Provinzialparleilag der Deutschen -emokr. Partei von Äessen» Aassau.

Der auf Samstag und Sonntag nach Werl- burg a. d. Lahn einberufcnc Parteitag der Deutschen demokratischen Partei von Hessen- nassau nahn: bei stärkster Beteiligung einen ^ßerordcntlich erhebenden und anregenden Ver­lauf. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Oberlyzealdirektor Dr. Friedrich-Cassel erstattete Generalsekretär Körber-Frankfurt den Tätig- Mbericht, der zielbewußte Arbeit und opfer­freudige HtnMbe erkennen ließ. Die Reihe der politischen Referate eröffnete Dr. Wilh. C o h 'n, aedt - Frankfurt mit ausgezeichneten Dar­legungen über die grundsätzliche Stellungnahme tx'r Demokratie zu den politischen und wirt- schaftlichen Problemen unserer Zeit. Er for- ^rtc mit Nachdruck eine zielbewußte deutsch« Demokratie, die der historischen Entwicklung und bett Bedürfnissen des Vaterlandes entspricht. Unser Glaube an diese Demokratie muß fest ge­nug sein, auch einmal schlechtere Zeiten zu über­dauern. Den nationalen Sinn müssen wir in per Opferbereitschaft gegenüber dem Gesamtvolke zW Ausdruck bringe«. Reichstogsabgeordneter Landwirt T r i e s ch m a n n - OberellenLach sprach über das Siedlungsgesetz und ZwangS- wittschaftssragen. Er betonte die Bereitwillig­keit der demokratischen Bauern, die Einheitsfront der Landwirtschaft in Berufsfragen zu stützen, doch gebührt der Bauernschaft ein stärkerer An­teil an der Führung. Wie frühen im Bunde der Lüirdwirte geben heute im Landbund« die be- totnien Führer des Großgrundbesitzes den Aus­schlag. Dies ist besonders im Hinblick auf die Rotwendigkeit der Durchführung des Siedlungs- gesetzes zu bedauern. In der Deutschen demokrati­schen Partei hat die freiheitlich gesinnte, nach wittschastftcher Selbständigkeit strebende Bou- emschaft eine E zuverlässige, starke Stütze. Dann schildert« Reichstagsabg. Prof. Schücking, schon mit stürmischem Jubel begrüßt, feine per­sönlichen Eindrücke während der Krise und bic Haltung der Fraktion zur Frage des Ulttma- tums. Das Verhalten der Parteien vor An­nahme des Ultimatums war wenig würdig. Tak­tische Erwägungen lähmten den Willen zur Tat. Der Gedanke von Dr. Simons, Harding als Schiedsrichter Mzurusen, war gut. Dieser hätt« tonnt ein geordnetes, rechtliches Verfahren ein, leiten müssen. Und ein paritätisch zusammen- Ksetztes Schiedsgericht hätte sicher den Lebens- notwendigkeiten unseres Volkes eher Rechnung getragen, als die einseitig zusammengesetzte Re­parationskommission. Unsere Versäumnisse bei der rechtzeitigen Herausgabe eines diskutablen Angebots rächen sich bitter. Sie weckten und stärkten die Äuffaffuna^im Ausland, daß Deutsch­land nicht zahlen wolle. Die MUzc Wett glaubt jedoch in stärkerem Maße als wir selbst an un- 1 stre Leistungsfähigkeit. Diese nach unserer Auf- sassung zu Unrecht gegen uns gerichtete Stim­mung dürfte bei Abwägung des Für und Wider nicht außer Berechnung bleiben. Wie auch jeder Einzelne zur Annahme des Ultimatums stehen mag, Beute könne es für das ganze Volk nur «in» Lösung geben: Durch Arbeit zur Frei­heit! Die nun einsetzende Aussprache hielt ich auf einer ernsthaften Höhe und ergab im wesentlich««. Uebereinstimmung mit den Refe­renten.

Der Sonntagvormittag war der eingehenden Behandlung von Mittelstands- und Handwerker- MM gewidmet. Landtagsabg. Goll gab alt gemein« Richtlinien für eine zielsichere und för­dernde Mittelstandspolitik, Stadtrat S ch o u g - »ranffurt sprach sachkundig zum Thema:Sub- mssionswesen" und Spenglermeister Sch wank- Ävkel setzte sich mit einer eindringlichen Rede M zeitgemäße Ausgestaltung des Lehrlings- ^escns «in. Im Schlußreftrat begründete èichstagsabg. Kn test-Cassel mit trefflichen âten und Beispielen He ablehnende Haltung wt Deutschen demokratischen Partei gegenüber

Slabtthealer Kanau.

GutzkowsKönigsleutnanff*

schloß gestern abend di« diesjährige Spielzeit.

Ktt Gnllparzers gewaltigerMedeo" begonnen Ä Et Gutzkows Gelegenheitsstück beschlossen, «Deutete der Spielplan als ber erste unter Lei- wng des neuen Direktors Herrn Joh. Poetsch M Suchen und Versuchen, literarisch und fünfte AH Bestes zu geben und dabei den nicht Aer damit in Einklang stehenden Geschmack ^ Publikums zu berücksichtigen.

. Ursprünglich dazu bestimmt, die Feier von cs hundertstem Geburtstage zu verherr- » hat sich dieses Stieftind der Muse seines unters seltsamerweise bis heute behauptet, ia5 j^och wieder ein« gewisse Berechtigung "Ä^ker Armut an historischen Lustspielen hat. ®r haben dem Stück und der hiesigen Auf- ^£9 bereits bei der Erstausführung eine . ^e Besprechung gewidmet, und was uns «9 einmal zur Feder greifen läßt, ist außer fei/ IMtand, daß eg die letzte offizielle Vor- W war, auch die Pflicht, einem beliebten der vergangenen Spielzeit Lebewohl Lrr ^n ~ Frl. Jacoby, die in der Hosen- 9e bes jungen Goethe gestern von uns Ab- , nahm.

hiE^.M gewaltig« tragische Heldin, bic '-^denschaft und gewaltige Effekte bic SRchauer erschütterte, sondern als kleine mun- e? -lebhaberin hat sie sich die Herzen der Knauer erobert. Unverwüstliche Frisch«, gepaart ««»^ ^versagender Bühnensicherheit ließ sie Jy Mischen Kobold über die Bühne wirbeln, ^>« sich in Uebertreibungen zu gefallen. Alles w war sprühende Natur und das Leben

den Versuchen auf Kommunalisierung und So­zialisierung des Handwerk und der Verede­lungsindustrie. Für das große Interesse, das gerade diesen Fragen entgegengebracht wird, sprach der sehr starke Besuch und die lebhafte Teilnahme an der Aussprach«. Neben einigen Entschließungen zu politischen Fragen sand nach Beendigung der Aussprache einstimmige An­nahme auch folgend« Resolution:Der Parteitag der Deutschen demokratischen Partei von Hessen- Nassau erhebt Einspruch gegen btt willkürlich«, bunte Ortsklafs«n«inteilung in den Beamten- und Lehrerbesold ungs gesehen und die darin ent­haltene wirtschaftliche Benachteiligung der Land- beamten. Er fordert, sofern ein« völlige Auf­hebung der Ortsklasseneinteilung nicht zu er­reichen ist, die Verminderung der Ortsstufenzahl und die Abgrenzung der Ortsklassen nach zu­sammenhängenden W irtschaftsgebieten."

Am Spätnachmittag sprachen in einer öffent­lichen Versammlung die Abgeordneten Fran Dönnhoff, Graf Bernstorff und Prof. Schücking. Der große Andrang gab Veran­lassung zur Einberufung einer ebenfalls überfüll­ten Parallelversammlung. Stimmung und Bei­fall zeugten auch hier für die unvergänglichen Ideale der Demokratie.

* Der Gesetzentwurf über die Regelung der Mietzinsbild ung (Reichsmietengesetz) ist dem Reichstag zugegangen. In dem Entwurf wird die Beibehaltung der Zwangswirtschaft auf dem Gebiete der Mietpreisbildung auch zu. künftig als erforderlich erachtet. Durch sie sollen in erster Reihe unbillige Belastungen der Mieter verhindert werden. Den Hausbesitzern wird jedoch andererseits Ersatz der gestiegenen Selbstkosten zugebilligt. Der Grundgedanke des Entwurfs ist folgender: Mietpreissteigerungen sollen nur insoweit zugelassen werden, al» sie durch die Steigerung der für das Hau» aufzu. wendenden Ausgaben notwendig geworden sind. Einen besonders wichtigen Punkt bildet die Re­gelung der Reparaturenfrage. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen den sogen, laufenden Jn- standsetzungrarbeiten und den großen Wieder­herstellungen, wie Abputz oder Anstrich der Hauses, Umdeckung der Daches usw. Die Steigerung der Kosten für die laufenden Jn- standsetzungrarbeiten ist bei der Festsetzung der Zuschläge zu berücksichtigen. Wenn die grundsätz­liche Aufrechterhaltung der Zwang»wittschaft auf dem Gebiete der Wohnungswesen» beschlossen wurde, so sah der Entwurf doch davon ab, die Zahlung der sog. gesetzlichen Miete grundsätzlich zwingend vorzuschreiben, d. h. zu bestimmen, daß von einem gewissen Zeitpunkte ab die ge­setzliche Miete ohne weiteres an die Stelle der vereinbarten vom Einigungsamte festgesetzten ob^r nach »benjton^

berechneten Mietzinse» treten solle und daß ab­weichende Vereinbarungen der Beteiligten keine Gültigkeit haben. Ein derartiger Eingriff in den das Mietrecht beherrschenden Grundsatz der Vertrag»freiheit liegt auch bei fortbestehender Zwang»wirtschaft eine zwingende Veranlassung nicht vor.

* Die steigenden Pferdepreise. Obgleich der Pferdebestand in Preußen seit der letzten Zäh­lung eine ausgiebig« Steigerung aufweist und gegen den Bestand von 1913 nur mit 150 000 Tieren zurück bleibt, befinden sich die Pferde­preis« ständig im Steigen. Während 1913 Pferde j« nach der Gattung mit 650 bis 1250 Mark, l ^jährig« Fohlen mit 500 bis 700 Mark bezahlt wurden, beträgt heute deren Preis 14 000 bis 35 000 Mark pro Tier bezw. 6000 bis 18 000 Mk. für Fohlen, ja vereinzelt werden Pferdepreis« von 40 000 bis 50 000 Mark angelegt. Dabei ist der Stuf trieb zu den Märkten fortwährend im Steigen 'begriffen. Man hofft nunmehr ben Preiswucher durch eine Pferdeeinfuhr aus den Ostländern zu unterbinden, da eine Einfuhr aus Belgien, Holland oder Schweden nach dem Stande ber Valuta nicht gut möglich ist.

selbst, ohne es erst durch die Verrohrung von geschulter Mimik, Körperbildung usw. zu ziehen-, bam durch sie zur Darstellung. Daneben soll auch nicht vergessen fein, daß sie mancher Rolle viel feine Menschenbeobachtung einhauchte und vor allem waren es Menschen, die noch den Traum der Kindheit in den Augen trugen. So war auch der junge Goethe so recht noch einmal nach ihrer Begabung. Kindheit, jugendliche Schwärmerei, Mutterliebe, Mannseinwollen, alles das kam in jener sonderlichen Mischung heraus, die jungen Seelen eigen ist.

Wenn man in Nachrufen die schlechten Eigenschaften des Betreffenden gern mit mehr oder minder großer Mühe unter den Tisch fallen läßt, so sind wir in diesem Falle dieser nicht sehr einfachen Beschäftigung wirklich überhoben und der Beifall des gestrigen Abends zeigte, daß auch das Publikum die Künstlerin liebgewannen hat, die so leicht und freundlich zu fesseln verstand und uns persönlich und vielen anderen wird «s unvergeßlich sein, wie Frl. Jacoby am Bunten Abend am letzten Tage des vergangenen Jahres unter all den Darbietungen auf einmal ganz einfach, ungeschminkt ihrenFitzebutze" nicht de­klamierte sondern erzählte.

Die anderen Mitglieder des Ensembles, die uns zu verlassen gedenken, werden in drei Ben«- fizvorstellungen sich uns noch einmal präsentieren. Wie wir so hintenhoppm gehört haben, sind die größten Anstrengungen gemacht, die tolle PosseRobert und Bertram" so sprühend wie möglich herauszubringen. Wir hoffen, daß das Publikum in Anbetracht der schwierigen Lage des Schauspielerstandes diese Vorstellungen bis zum letzten Platz füllen wird.

* Geldliche Beihilfe an die Gemeinden für langfristige Erwerbslose. Der volkswirt­schaftliche Ausschuß des Reichstage» nahm einen Antrag der Unabhängigen an, der eine beson- bete geldliche Beihilfe an die Gemeinden für langfristige Erwerbslose, die mehr als 26 Wochen erwerbslos sind, vorfieht. Die Sander- unterstützung soll vor allem zur nötigen An. schaffpng von Kleidung und Schuhwerk dienen. Weiter' sollen die langfristigen Erwerbslosen bei den Notstandsarbeiten der produktiven Tr- werbsfürsorge besonders berücksichtigt werden. Insbesondere soll der Zuschuß für die Beschäf­tigung bei den langfristigen Erwerbslosen höher bemessen werden als bei anderen Erwerbslosen.

WeNer-Dorausfage

für Donnerst«« den 8. Annir Veränderlich, wärmer.

Landkreis Kana«.

Fechenheim, 31. Mai. (Lebensmüde). Ein etwa 20 jährige» Mädchen aus Bergen sprang heute früh gegen 8 Uhr in der Nähe des Hafens in den Main, konnte aber gerettet werden und wurde durch einen hiesigen Wacht, meister ihren Eltern wieder zugeführt. Liebes- kummer soll der Emnd zu dem Lebensüber­druß sein.

s Bergen, 31. Mai. (Der Raubüber­fall), den vor einiger Zeit mehrere Personen in einem Kraftwagen auf den Landwirt Lichten­stein unternahmen, hat seine Aufklärung gefun­den. Als Haupttäter wurde der 24 jährige ehe­malige Matrose Han» Hase von Frankfutt a. M. ermittelt und festgenommen; er hat di« Tat bereits eingestanden. Seine Mithelfer konnten noch nicht ergriffen werden.

r. Ostheim, 31. Mai. (Elektrisches Licht.) Während wir seit Anfang dieses Jahres unser elektrisches Licht hilfsweise durch dar Dampfsägewerl Schütz hier erhielten, ist unser Ort seit einigen Tagen an das Ueberlandwerk der ZecheGustav" angeschlossen.

r. Niederdorfelden, 1. Juni. (In der hiesigen Kirche) findet am Sonntag den 5. Juni, nachmittag» 3 Uhr, das diesjährige Fest de» Berger Zweigverein» der Gustav Adolf. Stiftung statt. Festprediger ist Herr Pfarrer Fuchslocher-Großauheim. 3n der Nachfeier werden die Herren Pfarrer Erich Meyer-Frank­furt und Rektor Schumann-Bruchköbel An­sprachen hatten.

t. Langendiebach, 30. Mai. (Balladen- und Liederabend Gotthold Ditter.) Gotthold' Ditter, der Heldewbariton am Stadt, theater Augsburg, veranstaltet am Samstag den

11. Juni, abends 9 Uhr, im SaaleZur Krone" I unter Mitwirkung von Fräulein Emina Ham­

Burger (Bioti,de) «no Herrn E>lHtav (Klavier) einen Balladen- und Lie Näheres wird an dieser Stelle noch bekannt ge­

«L

geben.

5. Niederrodenbach, 31. Mai. (Preis­gekrönt) kehrte am Sonntag abend der hiesige GesangvereinSängerlust" von dem Gesangs­wettstreit in Aschaffenburg-Damm heim. Er gelang ihm mit 50 Sängern in der ersten Land- klasse gegen einige an Sängerzahl weit über­legene Vereine den zweiten Preis zu erringen.

Aus Nah und Fern.

Klein-Krotzenburg, 30. Mai. Gestern früh wurde eine männliche Leiche im Alter von ungefähr 40 Jahren am gegenüberliegenden Ufer bei Groß­krotzenburg angeschwemmt. Di« Leiche war völlig nackt und dürfte wohl 46 Tage im Wasser gelegen haben.

Frankfurt o. M., 30. Mai. Vor dem Schöffen­gericht hatte sich ein Kaufmann wegen Mietpreis- wuchers zu verantworten, weil er während der Frühjahrsmesse sich für ein möbliertes Zimmer pro Nacht dreißig Mark bezahlen ließ. In dem geforderten Preis war das Frühstück mit einbe­griffen. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, weil es den Preis für nicht übermäßig hielt.

Niederkaufttngen, 30. Mai. Der Blitz schlug in das Wohnhaus des Fabrikarbeiters Konrad Schäfer an der Leipzigerstraße und tötete dessen Ehefrau. Ferner geriet durch Blitzstrahl ein großer Strohschober der hiesigen Papierfabrik in Brand.

Viernheim, 30. Mai. Gestern früh ereignete sich dicht hinter Viernheim ein Automobilunglück. Auf der Landgrabenbrücke, die eine starke Kurve beschreibt, prallte ein von Mannheim kommendes Auto in voller Fahrt gegen die Steinumfassung und überschlug sich. Der Besitzer des Autos, der dieses selbst lenkte, der 28jährige Fabrikant Es lau aus Mannheim, war sofort tot. Der Be­gleiter kam mit dem Schrecken davon.

Ludwigshafen, 1. Juni. Der Platzkommandaut von Ludwig-Hafen spricht öffentlich zwei deutschen Zivilisten seine Anerkennung au», die unter Einsatz ihres Leben« versucht hatten, einen französischen Soldaten aus dem Mundenheimer Teich zu retten, wo er von einem Vlutstvr» befallen worden war. Wenn es ihnen auch nur gelang, den Verunglückten als Leiche »u bergen, so hätten sie doch einen Beweis menschlicher Solidarität gegeben.

Kiel, 31. Mai. Ein eigenartiger Neubau ist heute mit dem auf der Germaniawerst für Rechnung der Aktiengesellschaft Hugo Stinne» in .Hamburg gebaute» Motor-TankschiffOstpreußen" mit einer Ladefähigkeit von dreitausend Tonnen zu Wasser gebracht. Der Rumpf deS für den OeltranSport bestimmten Schiffes lesteht hauptsächlich aus zwei Druäkörpern von l-BootSkreuzern, die aufgrund des Frieden »vertrag« ihrem ursprünglichen Zweck nicht mehr zugeführt werden konnten. Der SchiffSrumpf wurde dadurch geschaffen, daß zwei solcher Körper von 6,75 Meter größtem Durchmesser und 77 Meter Länge parallel miteinander verbunden wurden, mit einem Aufbau ver­sehen und kurze Vor- und HinterschiffSteile angebaut I wurden, um eine gute Hchiffsform zu -rrielen. Auf | iber gleichen Mlina wird ein im Entstehen begriffenes

«chwesterschiff derOstpreußen' für dieselbe Firma ebenfalls demnächst vom Stapel laufen. Die Taus­rede hielt der Generaldirektor Ernst Lehmann- Königsberg.

Politische Nachrichten.

Wiederbeginn des Reichstags.

Präsident L o e b e eröffnete um 3.15 Uhr nachm die Sitzung. Er begrüßt die Erschienenen und gebeult der leider verstorbenen Mitglieder des Hauses, bei Abgeordneten Tuch-Leipzig (Deutsche Volkspartei) und Dr. Wiebel-Leivzig (TeutsLnat.X (DaS Hau« erhebt sich zum Gedenken an die Verstorbenen). Unter gleich- reitioer Einlegung eine» energischen Proteste» teilt der Präsident dem Hause weiter mit, daß der Deutschnat. Dbg. Dr. Hartmann von den Polen gefangen ge« nommen worden ist. Vor Eintritt in die Tage»- orbnung beantragt der Abg. H ö lle i n (Komm.), die Anträge seiner Vatter auf Aufhebung der Ausnahme­bestimmungen mit auf die Tagesordnung zu setzen und verweist auf die noch immer in Mitteldeutschland be­stehende Gewaltherrschaft gegen aller, was im Geruch kommunistischer Gesinnung siebt, sowie auf den herr­schenden weißen Terror in Bayern. ©eine Aus­führungen stoßen auf lebhaften Widerspruch im Hause und ziehen ihm auch einen Drbnunglmf zu. Abg. L ed ebour (Unabb.) unterstützt ben Antrag Höllein.

Abgeordneter Schul» (Deutschn.) erhebt Wider« svruch. Damit ist der Antrag erledigt. Abgeordn. Maltzabn (Kommunist) beantragt nunmehr, die Anträge über die ErwerbSlosenfrage noch auf die Tagesordnung zu setzen. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt.

DaS Hau» tritt nunmehr in die TecgrSord- nung, Erledigung von kleinen Anfragen ein.

Auf eine Anstage de» Abg. Grif (Deutschnat.) wird regierungsseitig erwidett, daß im Falle der Chef» der Thüringer Staatspolizei, Major Müller-Branden- bürg, eine Untersuchung eingeleitet sei, an her auch Vertreter de» Reiche» teilnehmen. Solange die Unter­suchung nickt abgeschlossen fei, könne nicht» gesagt werden.

Aus eine Anfrage bei Abg. Dr. Moldeuhauer (D. Volk»p.) wegen der Schießerei, welche französische Soldaten ant 26. April in Mülheim a. RH. aulgeübt haben, und wobei 2 Personen verletzt worden feien, erklärte ein Regierung-Vertreter, el habe sich um durch­ziehende französische Soldaten gehandelt. Den Offi­zieren sei er gelungen, die durch Steinwürfe erregten Soldaten zu beruhigen.

Auf eine Anfrage der Frau Abgeordnete Schreiber (S.) wegen Ausdehnung des Schlafwagenbetriebe» der Mitropa auf Kosten des Reiches, erllärt ein Regierungs- Vertreter die Gesellschaft sei als ein Gegengewicht gegen französische und englische Einflüsse gegrünbet worden. Die preußischen Schlafwagen wurden nicht in» Aus­land hintingelaffen, wohl aber die Mitropa. Eine weitere Ausdehnung der Betriebes der Mitropa werde aber nicht zuaelaffen werden, falls bte Staatswagen dadurch geschädigt würden.

Im übrigen zahle die Mitropa ««»reichende Mieten und die Verträge mit ihr würden jetzt nochmals im Interesse des Reiche» einer Prüfung unterzogen.

, Aus eine Anfrage deS Siba. H emete r (Dn) wegen des unbegründeten Verbotes der Halleschen Zeitung durch den Oberpräsidenten Hörsing erwidert der Regierung-vertreter Oberst Kuenzer, baß der Ober­präsident gegenüber der überaus scharfen Schreibweise des Blattes sich im staatlichen Interesse zu einem Verbot auf 10 Tage berechtigt gehalten habe und demgemäß auch des Halleschen Tageblattes, in dem er ein.

verbotenen Blatte» gesehen habe. Der

le Fortsetzung des als Beschwerde-

Institut fungierende R«ick»rat»au»schuß habe jebed) bat »weite Verbot all juristisch unhaltbar und die Gründ? für daS erste Verbot für un»ur«ich«nd und beide Ver­bote darauf aufgehoben.

Der Entwurf eines Gesetze» über den VolkSentscheit wird sodann dem Reichsausschuß überwiesen.

©obann vertagt sich bat Hau« auf Mittwoch nach> mittag 4 Uhr.

Politische Tagesberichte.

Die Einführung RathenauS. Reichs­kanzler Dr. Wirth bat gestern den Wiederaufbau- minister Dr. Rathenau in fein Amt eingeführt. Zr längerer Ansprache an die Beamten der Ministeriuml wies der Reichskanzler auf die besondere Bedeutun; bin, die dem Wiederaufbauministerium nach der An- nähme bei Ultimatums zukomme. Minister Rathenau dankte für da« ihm geschenkte Vertrauen und erklätte, er sehe in der Aufgabe der Wiederaufbauministerium» nicht nur die bei Wiederaufbau» Deutschland», sondern auch ber vollkommen in Zerrüttung geratenen europäischen Wirtschaft-maschine.

Katastrophale Folgen der Sanktionen. Wie demMainzer Anzeiger" berichtet wird, sind dem rheinische« Fabrikantenverein bereit» von zahlreichen Seiten Mitteilungen über Betriebseinschränkungen im befetten Gebiet infolge ber Sanktionen zugegangen. So besonders von chemischen Werken, au- der Metall­industrie und aus der Kunstwoll- und Tuchfabrikation, weiter auch aus ber Schaumwein-Industrie, dann aber auch aus Kreisen der Spczialfabrikeit für Harzfabri­kation und auch von Zigarettenfabriken. Eine große Reihe dieser Betriebe, von denen mehrer« näher be­zeichnet werden, sei infolge von Absatzstockungen, sowie infolge bei Ausbleibens der Zufuhr von Rohstoffen zur Arbeit»einschrânkung und sogar zur Arbeiter- entlassung genötigt gewesen. Alles die« infolge der Sanktionen. Sollte der derzeitige Zustand weiter anbauern, so würde sich die Lage noch bedeutend ernster gestalten und zu einer Katastrophe führen.

und Großmutters Kaffeetisch!

ërinnern Sie sich der sparsamen alten dame, die immer über den teuren Bohnenkaffee klagte? damals!!

dabei wurde ihr Kaffee wegen seines kräftigen Aromas und schönen goldbraunen Tons allgemein gerühmt. Und ihr Geheimnis?

Web ers

QarlsbaderXaffeegew'ürz