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Mittwoch Ben 1. Juni

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Lokales.

Hanau, 1. Juni.

* Justizpersonalien. Geheimer Justizrat Dr. Kleinmann ist heute wieder beim Landgericht eingetreten, um vertretungsweise auf mehrere Wochen die Gnadengesuche zu bearbeiten.

* Bibelstunde wird heute Mittwoch abend 8 Uhr in der Hospitalkirche von Herrn Pfarrer Goebels gehalten. Jedermann ist herzlich willkommen.

* Der Himmel im Juni. In diesem Monat macht Bk Sonne ihren größten Bogen, denn am 21. Juni mitternachts tritt sie in das Zeichen des Krebses, kommt am Mittag dem Scheitel­punkte am nächsten und bringt die längste Dauer des Tages hervor, mit anderen Worten: es be­ginnt der Sommer. An diesem bemerkenswerten Tage geht die Sonne schon 3 Uhr 39 Minuten auf, um erst 8 Uhr 24 Minutne zu verschwinden. Es nahen mithin auch diehellen Nächte". Ani 6. Juni haben wir Neumond, am 12. erstes Viertel, am 20. Vollmond und am 28. letztes Mertel des Mondes. Die Planeten zeigen fol­genden Stand: Merkur, die Dauer der Sicht­barkeit nimmt wieder ab, gegen Mitte des Mo- nats wird der Planet ganz unsichtbar. Venus, die Dauer der Sichtbarkeit wächst an bis auf 114 Stunden am Ende des Monats. Mars kommt am 29. des Monats in Konjunktur mit bet Sonne und bleibt daher unsichtbar. Ju­piter geht von Mitte des Monats an bereits vor Mitternacht unter und ist am Ende nur noch 24 Stunde lang sichtbbar.

* Bauernregeln vom Juni. Juni trocken mehr als naß, füllt mit gutem Wein das Faß. Ist es Corporis Christi (24.) klar, bringt es uns ein gutes Jcchr. Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr. O heiliger Veit (15.), o regne nicht, dass uns nicht «n Gevst gebricht. Nicht kalter, trockncr Nordwind im Juni ist gut, wie bekam, man sagt, er wehe Korn t^ das Land. Regen am St. VituSlag die Gerste nicht vertragen mag Prophetische Bauernregeln sind ferner: Wies wettert am Medardustag (8.), bleibt es sechs Wochen lang danach. Wie's Wetter zu Me- dardus fällt, es bis zu Mondes Schluss anhält. Was St. Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt. Regnets am St. Barnabas (11.), schwimmen die Trauben bis ins Fatz. Vor dem Johannistag keine Geäste man loben mag. Wenn der Kuckuck noch lang nach Johanni schreit, ruft er Miß­wachs und teure Zeit. Reynets am Sieben- schläfertag (27.), man sieben Wochen Regen er­warten mag. Bläst der Juni ins Donner­horn, so bläst er ins Land das liebe Korn. Medardus giebt keinen Frost mehr her, der dem

BAwsiock ces

4t. -

_____.__________ InâMolnve zuMichaelis a-n. Die Menschen und der Juni- Mn d, die ändern vielfach sich geschwind.

Stadttheater Hanau

Mittwoch den 1. und Donnerstag den 2. Sunt 1921 Benefiz -Vorstellung zugunsten des gesamt, künstlerisch. Personals Roberl und Bertram oder Die luftigen Dagabondeu.

Posse mit Gesängen und Tänzen in 4 Ab­teilungen von Gustav Raeder.

Vorverkauf ab beute an der Tageskasse.

Eva von Thun.

Roman von Henriette von Meerheimb (Margarete Gräfin von Bünau).

53. Fortsetzung.

(Nachdr. verboten.)

Gewiß, gnädige Frau. Aber ich kenne das Publikum ein trauriger Schluss verstimmt immer. Am besten wär's, Sie fänden noch ein« andere Lösung. Wenn's auch im Leben oft un­gerecht zugeht, auf der Bühne verlangt der Zu« schauer allemal, dass die Schuld ihre angemessene Stoafe findet und hier geht ja Ihr Liebes­paar Lutterglatt aus allen Verwicklungen hervor, während die unschuldige Frau einfach ver­schwindet."

Das ist psychologisch richtig in diesem Fall und auch genügend motiviert."

Was fragt das große Publikum danach? Bei Shakespeare und Schiller lassen sie sich Gift, Dolch, Selbstmord alles gefallen, aber die modernen Dichter, die müssen auf den heutigen Geschmack Rücksicht^nehmen."

Mr solche Ansichten schreib« ich nicht!"

Aber ich muß sehen, daß ich aus meinem Stücken etwas herauSholc. AHo, gnädige Frau, arbeiten Sie den Schluß um nur versuchs­weise. Ich schicke Ihnen dann noch in dieser Woche den Kontrakt zu."

Ich soll absichtlich mein Stück verschlechtern? Dos ist hart!"

Nicht so hart wie für mich ein DurchM bei der Aufführung."

Ellinor sah nachdenklich vor sich hin.Gut ich werde den Schluss in Ihrem Sinne um- $r beiten", meinte sie endlich. Sie hielt mit einem reizenden Lächeln dem Theaterdirektor die Hand bin.Aber wenn das Stück bei der Aufführung dann nicht gefällt, geben Sie es noch einmal mit meinem ersten Schluss? Unter Umständen mit einer anderen Rollenbesetzung der Sappho?"

Wenn ich die Nora WinAer bekomme

* Stadttheater. Mittwoch den 1. Juni, abends 71- Uhr, findet die erste Venefizvorstellung zu Gunsten des Künstlerpersonals unseres Stadt­theaters statt. Das Programm bietet eine seit Jahren hier nicht mehr aufgefükrte bekannte ante BosseRobert und Bertram". In dieser Dorstelluna sind alte bekannte Mitglieder in ersten Rollen beschäftigt. Die Spielleitung hat Herr Hans Schwarz. Die musikalische Leitung Herr Kapellmeister Rutschmann. Die beiden Titelrollen lieaen in den Händen von Herrn Badewitz und Herrn Hans Heinz Herbers. Diese Vorstellung aibt auch einigen bisher hier sehr beliebten Mitglieder Gelegenheit, sich vom Hanauer Publikum zu verabschieden und zwar Frl. Mia Carla, sowie bie Herren Heinrich Schrotb. Georg Mendel, Waltb. Nödelberaer, Hans Aug. Herten und Eduard Pasquale. Der Vorverkauf zu dieser Vorstellung, der bereits begonnen hat, ist ein ankerst starker und empfiehlt es sich, zumal die Aufführung einem guten Zwecke bient, sich rechtzeitig Karten zu besorgen.

* Stenoqrapbie-Knrsas. Morgen abend 7 Uhr eröffnet die Ctenographen-Gesellsckiaft Gabelsberger im Lnzeum, Steinheimerstraße. einen Lebrgang für Anfänger. Der Unterricht findet wöchentlich einmal und zwar jeden Donnerstag von 78'/, Uhr statt. Interessenten verweisen wir auf das heutige Inserat.

* Preussische Klaffenlotterie. Am fünfzehnten Ziehungrtagr 5. Klasse wurden u. a. folgende Nummern gezogen sobne Gewähr): mit 3000 Mk. Nr. 3600, mit 500 Mk. Nr. 124 495, mit 390 Mk. Nr. 79 640 79 675 80 214 80 265 80 365 80 377 80378 80386 80442 80474 80484 80489 124326 124 340 124 471 137 284 137 293 164 543 164 544 204962. Infolge der Losevermehrung sind neue Nummern bereits eingetroffen unb können deshalb zur nächsten Lotterie oorgemerfte Lose schon jetzt abgeholt werden.

* Eine niederträchtige Gesinnung zeigte der Arbeiter Karl G. von hier, der im Januar zu der Haushälterin eines in Untersuchungshaft sitzenden Manne« ging, sich als beim Gericht beschäftigt ausgeb und dann 1000 Mk. verlangte, wofür er als Gegenleistung versprach, daß die betr. Akten in dem Gerichtsverfahren verschwinden würden. Außerdem machte er dem Mädchen einen Heiratrantrag. Die Haushälterin händigte dem Schwindler auch 200 Mk. aus, womit er sich zufrieden gab. Gestern stand E. vor dem Schöffengericht; er gab an, sich auf den Fall nicht mehr besinnen zu können. Da» Gericht gab dem Angeklagten Zeit zum Nachdenken, in­dem es ihn wegen Betrug zu einer Gefängnis­strafe von 4 Monaten verurteilte.

* Tabakdiebstahl. Die Fabrikarbeiter Hein­rich H. von Bier und Johannes I. von Kbei'a- Auheim haben tu eit von 1

aren, ortgesetzt Tabak entwendet und die Ehefrau des H. hat an dem Absatz des gestohlc- nen Tabaks mitgewirkt. Vor dem Schöffengericht entschuldigten sich alle drei Angeklagten mit großer Notlage Das Gericht verurteilte H. und I. wegen Diebstahls und zwar ersteren zu einem Monat, letzteren zu 14 Tagen Gefängnis, die Ehefrau Marie H. wegen Hehlerei zu einer Woche Gefängnis.

Wegen Ueberschreitung des Ackitstunden- tages stand gestern ein hiesiger Gewerbetreiben­der vor dem Schöffengericht; er hatte im De­zember und FanlUr einen Arbeiter länger als 8 Stunden täglich beschäfiigt und gab an, damals in einem Notfall gehandelt zu haben. Das Ge­richt erkannte auf lOO Mark Geldstrafe.

* Fntzbav-Nbtrilung im Jugendbund des

G. D. 9t. Heute abend 8 Uhr imRest. Mobr" Spielersitzung zwecks Aufstellung der Mannschaft für Wettspiel am Sonntag.

ja!" Der Direktor hielt die schmale Seine zusammengekniffcncn Augen listig.

Vielleicht!" entgegnete Ellinor Das hängt nicht von mir allein ab. denke -"

Hand fest, funkelten

langsam.

Aber ich

Sie sprach den Satz nicht zu End-, sondern schnürte schnell das Manuskript zusammen.

Mangoldt half ihr.In einigen Tagen kann ich das Stück wohl zurüHaben, gnädige Frau?" Wann denken Sie, dass die Aufführung statt- findet?"

Bald. Vorläufig leiern wir noch ein paar alte Ladenhüter herunter, nachher gebt's an die Klassiker, dazwischen schieb ich die Premiere ein."

Meine Adresse wissen Sie?"

Jawohl. Eltlinyen, Rheinstrasse. Empfehle mich ergebenst, gnädige Frau!" Er begleitete Ellinor höflich bis zur Tür.

Sie stieg die gewundene Steintreppe hinab. Ein paar tiefe Atemzüge hoben ihre Brust. Das glückte schneller, als sie in ihren kühnsten Träu­men zu hoffen wagte, denn sie wusste nur zu gut, welche Stöße von eingereichten Stücken stets die Schreibtische der Thoaterchivektocen schmück­ten. Von hundert gelangte kaum eines zur An­nahme; und ihr gelang das gleich beim ersten Versuch! Sie hätte laut in den verblassenden Sommertag hineinjauchzen mögen. Wenn sic nur eine Seele gehabt hätte, die sich mit ihr freute!

Sie sah sich um. Gab's nicht auf der Straße einen Armen, den sie beschenken konnte? Nein, kein Bettler oder Leierkastenmann war zu er­blicken. Aber dort dicht vor ihr an dem großen Glasfenster einer Konditorei preßten einige Kin­der ihr Näschen gegen die Scheiben, um die da­hinter aufgebauten Herrlichkeiten zu bewundern.

Ellinor ging rasch entschlossen in den Laden und kaufte mehrere Tüten mit Kuchen und Süßigkeiten, die sie den erstaunten Kindern hin­hielt. Die strahlenden Gesichter, mit denen die Kleinen die Fäustchen aus den Taschen nahmen

Wahlkrelsoerlrelerlag der Deutschen Bolkspartei im Reichstagswahl- kreiSe Hessen-Nassau.

Freitag den 27. bis Sonntag den 29. Mai 1921 fand in Dillenburg ein Vertretertag der Deutschen' Volkspartei im Reichstagswahlkreis Hessen-Nassau statt. Der erste Tag war vor­nehmlich der Empfongnahme und Begrüßung der zahlreich aus allen Teilen des Wahlkreises er­schienenen SSertreier gewidmet. Die gostgeben- den Ortsgruppen Dillenburg, Haiger und Her­born hatten cs sich nicht nehmen lassen, den Par­teifreunden einen Begrüßungsabcnd zu widmen, der unter ber Leitung des Herrn Beigeordneten Dr. Dönges- Dillenburg einen in allen Tei­len wohlgelungenen Verlauf nahm und in dessen Mittelpunkt ein Lichtbildervortrag des Generals v. Francois über die Schlacht bei Tannen­berg stand.

Samstag der 28. Moi war dann den eigent­lichen Vevhond-lungen mit umfänglicher, aus­schließlich politischen Fragen geltender Tages­ordnung gewidmet. Der Wahlkreisvorsitzeade, Herr Stadtverordneter Mittelschullehlrer Land­grebe- Frankfurt, konnte neben den Ver­tretern mit besonderer Freude die Reichstagsab­geordneten des Kreises, Geheimrat Dr. Messer, Vizepräsident des Reichstags, und Landwirt Hepp, Mitglied des Reichswirtschaftsrates und Vorsitzender des Reichslandbundes, begrüßen. Nachdem der Wahlkreisvorsitzeade darauf hinge- wiesen, j> auf Zeiten tiefster Erniedrigung Zei­len umfänglichsten Aufbaues kommen müßten, nachdem er unserer bedrückten Brüder in Ober­schlesien gedacht hatte, erteilte er Herrn Reichs­tagsabgeordneten Geheimrat Dr. Riesser das Wort zu einem Bericht über bk politische Lage im Reich.

Rückblickend wies der Referent zunächst noch einmal darauf hin, wie durch den Eintritt der Deutschen Volkspartei in die Reichsregierung nach den Reichs tags wählen vom 6. Juni 1920 her bis dahin eingeschlagene Kurs allgemeinen nationalen, wirtschaftlichen und kulturellen Nie­derganges abgedreht wurde. Hernach wendet sich der Berichterstatter der Haltung der Reichstags- fraftiön zum Ultimatum zu. Mit packender Be­redsamkeit schildert er das nur unter dem Ge­sichtspunkte heißester Vaterlandsliebe gestellte geistige Ringen um die tragbarste Lösung. Bei aller Anerkennung des reinsten Wollens auch der Ja-Sager in der Fraktion gibt er doch eine zwingende Darstellung aller der Gründe, bie letzten Endes eine erdrückende Majorität in der Fraktton für die Ablehnung ergaben. Ungeachtet unseres gegenwärtigen Austttttes aus der Re­gierung, wird auch unsere neue Opposittonsstel- lunH unter dem hohen " " '

eifass dankte die Versammlung dem Red­ner. Alsdann gab Herr Landtagsabgeordneter Dr. Kalle-Biebrich einen Bericht über die Lage in Preußen. In scharfen Strichen entrollte er noch einmal vor den Hörern die wechselvollen Bilder der nach den Preußenwahlen vollzogenen Umbildung der preußischen Regierung. Mit der klugen und warmherzigen Warnung, noch stärker als bisher in der Partei die positive Einstellung auf weite Sicht der Kritik am Einzelsall voran­zustellen, schloß der Referent. Den beiden Berichten folgte eine Aussprache, die Herr Reichstagsabg. Hepp mit treffenden Ergänzun­gen der Darlegungen einleitete und an der sich weiterhin die Herren Justizrat Dr. Schmidt- Scharff-Frankfurt, Rechnungsrevisor Bceres- Frankfurt, Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann-Weil­burg, Frau Stadtverordnete Ilgen-Wiesbaden, KommuNallandtagsabg. Murowski-Hanau, Land- tagsabg. Schworzhaupt-Frankfurt. Kommunal-

und in bk Kuchentüten versenkten, war ihr Dank genug.

Langsam schlenderte sic weiter an der Kai­mauer entlang. Es war still augenblicklich auf der breiten Wasserstraße. Ungefüge Lastkähne, Schlepperzüge, arrangierte Passagierdampfec lagen zusammengedrängt im Hafen, viele fleine Motorboote huschten schwalbenflink von Ufer zu Ufer. Ein weiß angestrichenes Segelschiff rauschte groß und ruhig stromauf. Gegiebelt und gezackt zog sich die altersgraue Silhouette Kölns ben Rhein entlang. Hoch über allen Gebäuden ht'n- weg ragten die stolzen, grauen Türme des Doms zu dem grünlichen Abendhimmel auf, über den zerfetzte Wolken rasch dahinsegelten.

Eine träumerische Stimmung lag über der alten Sagenstadt am Rhein.

Ellinor setzte sich auf die Kaimauer und blickte sinnend auf das im Wasser schwimmende halbmondförmige langgestreckte Spiegelbild Kölns hinunter. Die Worte des Theaterdirekto-rs gingen ihr nach. Sie sollte eine andere Lösung finden. Ihr eigenes Schicksal und das ihrer Heldin floß für sie in eines zusammen. Wenn sie ihrem eigenen Leben noch eine andere Wen­dung zu geben wusste, so fand sie damit zugleich den gewünschten Schluß für ihr Schauspiel. Warum ließ sie sich bisher auch ohne jeden Widerstand von ihrem Platz verdrängen? Wenn sie sich ernstlich Mühe gab, mußte es ihr leicht gelingen, in dem Kampfe Siegerin zu bleiben. Hatte sie die Verhältnisse nicht überhaupt viel zu tragisch genommen.

Sophie mar jung und hübsch, Shirt trotz aller äußeren Kälte sehr heißblütig. Sie hatte die beiden den ganzen blühenden Sommer hin­durch allein fahren, rudern, reiten lassen, soviel sie wollten. In ihrer augenblicklich durch den Erfolg gehobenen, mutigen Stimmung begriff sie die kalte Resignation nicht mehr, aus der heraus sie so apathisch der Entwicklung der Dinge, dem Wachsen dieser Leidenschaft vom Schreibtifch

landloysabg. Dr. Becker - Cassel, Schrödcr-Mcbrich, Kaufmann Wilke-Fiâ und Staatsrat Dr. Rumpf beteiligten, zen Schlußworten der beiden Berichtes wurde einstimmig folgende Entschließung a nommen:

Der Vertretertag der Deutschen %0 Partei des Wahlkreises Hessen-Nassau 3 der Reichstagsfraktion für ihre Haltung Entschließung gegenüber dem Ultimatum H Entente vollstes Vertrauen aus. Jnshxs^ würdigt der Vertretertag die Versuch« Parteileitung, berU^enbe Zusicherung feiten der Entente zu erhalten bezüglich Ruhrgebictes, Oberschlesiens, der Aufhe der verhängten Sanktionen, der Ermäßig der Besotzungskosten, Beseitigung der M zollinie u. bezügl. der Höhe der Erportabtz«^

Der Vertretertag erwartet, baft Deutsche Volkspartei nur in eine Regi einttitt, in der unter voller Wahrung no^W naler Würde eine gesunde wirtschaftliche soziale Entwickelung unseres Volkes ge^ leistet wird. Unabhängig von der Stelln nahm« zum Ultimatum hält es ber V«r tag nach dessen Annahme durch ein« MeML für bie Pflicht eines jeden Deutschen, sich M möglichste Steigerung der deutschen Pr^M tion einzufetzen.

D«r Vertretertag nimmt mit Empö^W Kenntnis von den Gewalttaten, denen ^l lose deutsche Männer und Frauen in Ok, schlesien schutzlos preiSyegeben sind. Er wartet, daß die Reichsregierung mit GZ; Mitteln für die Erhaltung des deutschem schiessens eintreten wird. Auch für Otg>W schlesien gilt das Wort: Auf ewig ungeteilt!' Alsdann vereinte ein gemeinsames Mitiezn mahl die Erschienenen im Verhandlungsnom dem Kurhaus in Dillenburg. Während te Essens sprach Kommunallandtagsaby. Pssr« Meyer- Frankfurt auf das deutsche Vatn land und die Partei. Herr Landtagsabgeard neter Schulrat Schwarzhaupt regte ei« Sammlung für die Opfer eines großen Brands 1 in Tann in der Rhön an. Seine Worte fanta "lauten Widerhall. Mehr als 1000 Mk. merkt als Ergebnis einer Dellersommluny ben Abge­brannten überreicht werden. z

Nach der Mittagspause erstatteten die 0» munallandtagsabgg. Pfarrer Meyer-Fant furt, Studienrat Dr. Becker- Cassel uni Rechtsanwalt Krück-Wiesbaden Bericht üic bie K ommunalland tag« in Wiesbaden und Cassel und über den Provinziallandtay. Ms- dann ergriff Herr Staatsrat Dr. Ru mpf das 11 Wort zu Ausführungen über ZufammensetzM L und Zuständigkeit des durch die neue breuw V äMtffijiiiie^JtejiÄiüw**-^

sprach« konnte der An­kreis vorsitzend« mit besonderem Dank an bie B, Berichterstatter und Diskussionsredner und mit I einem freudigen Hinweis auf bk Geschlossenheit | unserer Auffassung die bedeutsame Tagung schließen.

Nach einem gemeinsamen Spozrergang bi« die Stadt und einem gemeinsamen zwanglW 1 Abendessen sprach dann noch Herr Geh«imai | Riesser in Dillenburg in öffentlicher Ver­sammlung. Auch dieser Abend bedeutete einen | vollen Erfolg für die Partei.

Neben der offiziellen Vertretertagung liefen | noch eine Sitzung des Wohlkreisvorstandes, eim Sitzung des Wahlkrcisfraucnausschusscs unter Leitung von Frl. Oberlehrer in Julie Frankfurt und eine Konferenz des Beamtenau?- schusses unter Leitung des Herrn Rechnungsrevi­sors Beeres-Frankfurt einher. Auch diese Svn- bertagungen zeitigten erfreuliche Ergebnisse für den Ausbau der Partei im Kreise. Scb.

aus zusehen konnte und nur all den schmerzlichen Seelenregungen bei sich und anderen nachspürt«, um sie mit ber Feder festhalten zu können.^

Das Abendrot verblasste langsam. Ein kühlei Hauch lief über das Wasser. Ellinor sah noch der Uhr. Wenr sie den letzten Zug nach Ettlingen noch erreichen wollte, mußte sie aufbrechen.

Die dreistündige Fahrt im Schnellzug verging rasch. Auf dem Bahnhof in Eltlingen stand kein Wagen. Freilich, sie hatte ja nicht bestimmt ge* sagt, wann sie zurückkommen würde. Sommer' abende sind nie ganz dunkel. Sie konnte also den Weg bis zur Rhcinsttaße ganz gut allein zmück- legen, denn Ettlingen war ein solides, um diese Zeit meist schon schlaftrunkenes Städtchen.

Sie ging rasch durch die spärlich erleuchteten Gassen. Ein paar junge Burschen schlenderten vor Hr her. Den Arm um die Schultern ihrer Mädchen gelegt, lachten und sprachen sie laut. Jetzt stimmte einer das alte Volkslied an:

Mein Sohn, mein Sohn, geh nicht an den

Rhein,

Mein Sohn, ich rate dir gut"

Die anderen fielen mit ein, jauchzendes La» chen folgte, dann fing der Singsang wieder M Die Worte klangen ihr noch im Ohr, als B das Ufer des Rheins «rreichte und das leise An, klatschen der Wellen hörte.

Geh nicht an den Rhein,

Mein Sohn, ich rate dir gut - "

Dort hinter den Platanen schimmerte das wohlbekannte kleine Haus. Je näher sie kein um so langsamer wurde ihr Schritt. Jetzt stand sie im Schatten der flüsternden Bäume dicht do- vor, sie hätte nur die Hand oussttecken brauche", iAnn konnte sie die Brüstung des Balkons er­reichen.

(Fortsetzung folgt.)

KiSN fârbe daheim nur mit echten BraanS schenäwtn färben u. fordere die lehrr. Gratishrosch. No. Z vorn Wilhelm Brauns,Gos.mitb^chr Haft.QuBdlinburgjMlj