Einrückungsgebühr:
DieLgesp. Kolonelzeile oder deren Raum 1.50 Mk., die 4gdn. Zeile im Reklameteil 4.50 Mk., Finanzinserate 1.70 Mk. Offertgebühr 30 Pfg. Bezugspreis: Viertel- jSbrl. 14.40 Mk.,monatl. 4.80 Mk., f. Postbezug viertel- jäbrl. 15.90 Mk.. monatl. 5.30Mk. Die Nummer 20 Pfg.
Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
M. 124
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana»
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
nzelger
Berlagsleitung: Ad. Jndermüble.
Berantwortlick: für politischen und allgemeinen TeilÄ Richarddultsch:ftir lokalen und provinziellen Teil ( sowie Sport Wilhelm Moritz; für Anzeigen und l Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.
Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238. ]
Dienslag den 31. Mai
1921
Das Neueste.
I „ Die deutsche Regierung übermittelte gestern I m Reparationskommission 20 Stück Reichswechsel
I Betrage von 200 Millionen Dollars.
I - Ministerpräsident Briand hielte gestern im IikMösischen Senat eine neue Rede.
I - Der Dreiteilungsplan für Ooerschlesien Le- I ..anet bei der oberschlesischen Bevölkerung der I Missten Ablehnung.
I - Das Urteil im Leipziger Prozess gegen I Kriegsbeschuldigten" Hauptmann Müller lautet I sechs Monate Eesängnis.
- Im Regierungsbezirk Merseburg und Anhalt k Miden 12000 Bauarbeiter ausgesperrt.
- Auf Danziger Fischer. die in den Danziger i Gewässern fischten, sind von polnischen Erenzsol- ! toten Schüsse abgegeben worden. Die Fischer I retteten ihr Leben nur dadurch, dass sie ihre Netze im Stiche liessen.
I Briand über die Reparations- frage.
In der gestrigen Sitzung des französischen
I Senats hat Senator Delahaye eine Jnter- I ^ellation über die auswärtige Politik der Regie- tz Mg emgebvacht. Ministerpräsident Briand I erlangte, daß die Diskussion, entgegen dem Aa- I tage des Interpellanten nicht sofort, sondern I erst nach der Beratung über das Budget der
I Ausgaben, die von Deutschland zurückgezahst I werden sollen, erfolge, die auf der Tagesordnung I siehe. Der Senat entsprach dem Anttage Briands I und sofort ergriff der Generalberichterstatter I Kheron das Wort, um einen Bericht über das I Budget über die Ausgaben für Pensionen, Z-u- I Weisungen und des Wiederaufbaus in der bereits I gemeibeten und bekannten Weise zu erstatten. I Nach seiner Ansicht hat Frankreich bis jetzt 60 I Milliarden für Pensionen und Entschädigungen ’ sowie für Sachschäden bezahlt. Für Pensionen Milliarden zu verausgaben. Der Wrederaufbau 6er befreiten Gebiete, würde 78 Milliarden kosten, was insgesamt 187 Milliarden ausmache. Frankreich erhalte nach dem Abkommen von London etwa L8840Millionen Goldmark, was nach Berechnung von Sachverständigen nach dem heutigen Kurse etwa 151 ÜDliffionen Franken aus- mache. Da der Kurs sich aber bessere, würde sich der Wert der französischen Forderungen verringern. Der Berichterstatter krittsierte sodann die Zühlungsmodalitäten, Namentlich weist er da- | kauf hin, daß die Schatzverpflichtungen wohl | «ficht ohne Schwierigkeiten abgesetzt werden I Sönnen. Die Reparationskommission habe so ent- I weben, daß Frankreich einen Teil seiner For- I Zungen aufgegeben habe. Diese Entscheidung I man nicht ohne Erregung hinnehmen. Der | Berichterstatter ergeht sich dann in einer ein- I Wenden Berechnung der Amortisierung. Die I ^e des Budgets sei so, daß noch in diesem I Fahre 37 Milliarden für die Ausgaben gesucht I «Eden müßten, auf deren Rückerstattung man I Ane. Noch im Jahre 1927 müsse man 5 bis 6 Milliarden durch Anleihe aufbringen. Trotzdem I dürfe man nicht den Mut verlieren. Man müffe Vertrauen zu sich selbst und zu der Zu- I ™ft des Landes haben. Man müsse die unter- Mtzen, die unter den schwierigsten Umständen , gefahrvolle Ehre hätten, die Interessen Fvank- I zu verteidigen. Senator Shenebort I "dauert, daß die 12 Milliarden, die Deutschland I zum 1. Mai hätte zahlen sollen, in die Haupt- & Wb einbegriffen wurden. Man befinde sich jetzt allerdings einer Realität gegenüber und müsse i Deutschland gegenüber eine Politik des Abwar- I tens betreiben. Aber eine feste Politik.
I m Ministerpräsident Briand ergreift das I wort. Die heutige Debatte, so sagt er, sei finan- I Art. Die technischen Fragen würden die I ^minister beraten. Er selbst wolle die Ent- cheidungen der Londoner Konferenz, soweit sie mernationalen Eharakter trügen, besprechen. Frankreich habe zuviel Vertrauen in sich selbst zuviel Grund zu hoffen, daß es Herr der I ^Wrerigleifen werde. Frankreich, das so prak-
I und dull von gesundem Menschenverstand I K- W sich gesagt, Deutschland werde zahlen, I Deutschland müsse zahlen. Aber inzwischen müsse wn nur auf sich selbst und auf das Prestige des cheges zählen. Das Volk wolle vom Feinde so erlangen, als möglich sei, aber die Ereig- sie zwängen doch traurige Ausblicke auf. Mai immer, man hätte seit zwei Jahren von iWMlanb nur einen schwachen Teil des Er- yofften geerntet. Man müsse die Dinge mit Kalt- S’Ät betrachten. Er gebe zu, daß man ihm eMumer vorwerfen könne, aber er wolle die mit gutem Willen und Aufrichtigkeit nach ^tnel 232 des Friedensvertrages beurteilen. Deutschland sei für verantwortlich Mârt worden. Es müsse alles bezahlen, auch di« Schulden der Privatpersonen. Aber Lier , komme.
Nach ihm ergriff Senator Ribot das Wort. Er sagte, der Ministerpräsident hätte einen Fehler begangen, wenn er sich von den Alliierten getrennt und allein das Ruhrgebiet besetzt hätte. Ribot geht alsdann dazu über, den vorliegenden Budgettitel zu besprechen. Nach ihm spricht Finanzminister D o u m e r. Er sagte, Frankreich würde nicht mehr das bezahlen, was durch Deutschland bezahlt werden müsse. Er habe wiederholt erklärt, daß die Wiederaufrichtung der Finanzen davon abhänge. In der weiteren Debatte ergriff General Hirschauer das Wort. Er verlangt die vollkommene Entwaffnung Deutschlands, namentlich was die Luftfahrt betrifft. Briand ergreift nochmals das Wort, um zu erklären, die Frage der Sicherheit habe ihn vor allem anderen beschäftigt. Die Organisationen in Bayern, wo ein beunruhigender Geisteszustand herrsche, müßten aufgelöst werden. Der Entwaffnungsplan sei von Marschall Foch ausgearbeitet wor- : den. In der Frage der Sicherheit könne man nicht nachgebe'r. Wenn Deutschland nicht wirklich entwaffne, werde man handeln müssen. Schließ- : lich sprach der Ministerpräsident davon, daß man m i t D e u t s ch l a n d, das ein großes Volk verkörpere, normale Beziehungen werde anknüpfen können, wenn es guten Willen : zeige. Der demokratische Geist müsse sich in Deutschland entwickeln. Damit wird die Gene- ; raldebatte geschlossen. Die Weiterberatung der einzelnen Titel des vorliegenden Budgets wird . vertagt.
Deutsche Reparationszahlungen.
Paris, 30. Mai. Heute mittag 12 Uhr übermittelte Regierungsrat Meyer als Stellvertreter ’ des abwesenden Staatssekretärs Bergmann der Reparationskommission 20 Stück Reichswechsel im Betrag von 200 Millionen Dollars mit fol- -
; Im Auftrage meiner Regierung beehre ich ; mich hiermit in Ausführung des Artikels 5 des ; Zahlungsplanes vom 5. Mai und in der von der Reparationskommission gewünschten Fassung zwanzig Stück Reichswechsel mit dreimonatiger : Laufzeit über je 10 000 000 gleich 200 000 000 Standard Dollar der Vereinigten Staaten Amerikas zu übermitteln, die sämtlich das Giro der Deutschen Bank, der Bank für Handel und Industrie, der Dresdener Bank und der Diskonto- Gesellschaft tragen. Reihe 40 Nr. 1 bis 8 ist zahlbar in Newyork, Reihe 41 Nr. 1 bis 6 in Londmr und Reihe 42 Nr. 1 bis 6 in Paris. Ein Betrag von 35 733 000 Dollar wurde bereits, wie ich der Repamtionskommission in meinem Schreiben vom 28. Mai mitteilte, der Federal Reserve Bank in Newyork in der von der Reparationskommission gewünschten Art und Weise zugunsten der Bank of England auf Santo der Reparationskommission bei diesen Banken überwiesen. Die deutsche Regierung bietet ferner der Repamtionskommission sofort 15 Millionen Goldmark in französischen Franken an.
Bayern und die Entwaffnung.
Berlin, 31. Mai. (Priv.-Telegr.) Das „Verl. Tageblatt" meldet aus München, daß eine Mission, die Abgeordneter Held im Auftrage der bayerischen Volks-Partei bei der Leitung der Einwohnerwehren unternommen hat, von Erfolg gewesen sei. Eine Versammlung der sämtlichen Gauleiter soll ergeben haben, daß die Mehrheit der Einwohnerwehren entschlossen ist, die von der Reichsregierung unter dem Druck des Ultimatums gestellten Forderungen unverzüglich zu erfüllen und die Entwaffnung freiwillig durchzuführen.
Die südbayerischen Gewerkschaften fordem energisch die Auflösung und Entwaffnung der Einwohnerwehren. Der Landesvorstand der U. 6. P. D. schließt sich in einer Kundgebung der Forderung der Gewerkschaften an und erklärt, wenn die Regierung Kahr die Einwohnerwehren nicht auflöse, dann würden die Parteiangehörigen im ganzen Lande aufgefordert werden, den Weisungen der Landesvorstandes geschlossen Folge zu leisten.
Oberfchlesien.
Die Lage.
Oppeln, 30. Mai. Bei Landsberg lebhafte Schießcrnen der Polen. Albrechtsdorf wurde von den Aufständischen mit einigen Schüssen der Artillerie belegt, ebenso Neudorf und Amalienhof. Die Dörfer Walzen, Wachow und Leschna sind nach Räumung durch die Polen wieder in unserer Hand. Der Bahnhof Zembowi? wurde von den Aufständischen aufge- gebcn, jedoch ist 8er Bahndamm südlich davon immer noch stark von den Polen besetzt. Bei Turawa leb- vaste Patrouillentätigkeit der Polen. Da« Dorf Borewian wurde von den Aufständischen aufgegeben fund von uns belekt. 51m ftxtiu iite. Strebst» wurden ■
bann eine andere Bestimmung des Friedensver- treges in Betracht, wonach die Forderung nicht die deutsche Zahlungsfähigkeit übersteigen dürfe. Eine Kommission habe den Schaden abgeschätzt. Man habe ihr das Recht gegeben, auf die Zahlungsfähigkeit des Schuldners Wert zu legen und auch das Recht, die Zahlungsbedingungen wenn möglich abzuändern. Das sei jetzt untersagt. Er habe schon erklärt, daß man jetzt auf dene Friedensvertrag zurückgekommen sei. Nach dem Kriege seien manche Dinge möglich gewesen. Je mehr man sich aber vom Kriege entfernt habe, umsomehr hätten sich die Dinge geändert. Man müffe mit praktischen Realitäten rechnen. Zwei Jahre lang habe die Reparationskommission schlecht funktioniert, weil die Delegierten untereinander nicht einig gewesen seien. Mna habe den Vertrag für unausführbar gehaltn; selbst Amerika habe gesagt, man könne Deutschland nicht so große Lasten aufbürden. Als die Reparationskommission die Gesamtschuld festgesetzt habe, habe man vor dem Verfalltage gestanden. Man müsse dem französischen Delegierten Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er eine Frage, die unlösbar schien, gelöst habe. Die Regierung habe ihm keine Orders gegeben. Dubois Habe geglaubt, er müsse die Ziffer annehmen, die vorgeschlagen worden sei, die aber sicher höher sei als die, die andere Delegierte oder die Mitarbeiter Dubois' festgesetzt hätten. Briand bespricht alsdann die Haltung der französischen Delegierten in London. Dort habe man von dem Rechte Gebrauch gemacht, Sanktionen zu ergreifen. Man habe erklärt, man dürfe Deutschland keine neuen Vorschläge machen, es sei denn unter der Form eines Ultimatums. Die Belgier hätten vermittelt und so sei. man zu einem Einverständnis gelangt. Er erkenne in der Tat an, daß er sein Versprechen nicht g e hat te
recht gehabt? Wenn er getan hätte, was er gesagt hätte, hätte er einen großen Enthusiasmus entfacht und in einem Tag das Ruhrgebiet besetzt. Er hätte als das Maximum Frankreichs Popularität wenigstens für acht Tage erzielt. Aber an diesen Dingen habe er keinen Geschmack. Er habe geglaubt, es liege im Interesse des Landes, sich nicht den Bemühungen der Belgier zu entziehen, die vermitteln wollten. Der Oberste Rat habe Deutschland eine Frist von sechs Tagen gegeben. England habe sich nicht geweigert, Zwangsmaßnahmen ins Auge zu fassen. Frankreich habe sich nicht über die Haltung, die es eingenommen habe, zu beklagen. Es fei mit Mäßigung vorgegangen trotz der Macht, über die es verfügte. Man müsse Mißtrauen haben, aber man müsse nicht systematisch mißtrauisch bleiben. Der Reichskanzler habe vor dem Reichstag erklärt, man sei besiegt, man müsse bezahlen. Frankreich wolle die besiegten Völker nicht niederdrücken, das sei niemals eine französische Tradition gewesen. Aber Frankreich wolle auch nicht, daß das besiegte deutsche Volk sich so benehme, als wenn es siegreich gewesen sei. Es müsse den Begriff seiner Niederlage empfinden. Man müsse Frankreich aber die Wahrheit sagen. Der Friedensvertrag mache Deutschland zu einem solidarischen Pfand der Alliierten. Frankreich hätte also Un= gelegenheiten gehabt, wenn es sich isoliert hätte und zwar in politischer als auch in finanzieller Hinsicht. Wenn man das Ruhrgebiet allein besetzt hätte, dann hätte das eine schwere Last wer- ben' können. Aber wenn man Frankreich gesagt hätte, daß, wenn man die Ruhr besetzt, man bezahlt werden würde, hätte man es befolgt. (Beifall.) Gewiß, mit den Alliierten zusammen hätte man im Ruhrgebiet Einnahmen erzielen können- Die augenblickliche Regierung Deutschlands habe alle ihre Verpflichtungen gehalten. Er wolle der Welt den Eindruck der vollkommenen Loyalität und des guten Willens geben. (Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident erklärte alsdann, man habe von Deutschland Befriedigung erzielt. Die Entwaffnung sei auf gutem Wege. Die Regierung sei schwach, sie könne gestürzt werden. Die einbe- rufenen französischen Soldaten seien nach dem Rhein gegangen. Man habe versucht, sie von ihrer Pflicht abzuhalten, sie hätten aber gewußt, welchen Dienst sie dem Vaterland erweisen. Durch ihre Gegenwart hätten sich die Ergebnisse gewandelt.
Briand geht alsdann kurz auf die o b e r - schlesische Frage ein, die er etwa in der gleichen Weise wie in der Kammer behandelt. Alsdann spricht er von dem Wert, den es für Frankreich habe, die Allianz aufrechtzuerhalten und dem Wert, der darin bestehe, daß man angesichts des guten Willens von Deutschland Mäßigung zeige.
polnische Banden, die bei Malinowitz vorzudringen versuchten, abgewiesen. Aus Slawa und Malinowitz im Kreise Gr. Strehlitz sind die Polen abgrrückt, Po«nowitz ist jedoch noch in ihrer Hand. Krassowa, an der Straße Jahuschkcwitz-Leschnitz,^ist Hon Polen stark besetzt. In der Nacht zum 30. .
die Aufständischen zwischen Niedane xr Chaussee durch zwei stärkere Zugriffe den Uebergang über die Oder zu erzwingen, wurden jedoch zurück- gewiesen. Die Insurgenten verstärkten sich durch Aur- jebungrn, di« sie namentlich in den Kreisen Tostl und Lublinitz vorgenommen Haden. Di« Meldungen über angebliche Zerstörungen der Zinkgruben ix Lipin« durch die Deutschen, die vom Reuterbüro verbreitet wurden, entbehren jeglicher Grnndlage.
B«rli«, 31. Mai. (Priv.-Telegr.) Wie die Blätter melden, ist die Stadt Kattowitz erneut ohne Wasser. Die Polen haben gestern abend wiederum d' leitung unterbrochen. — Wegen der Erschießung harmloser Spaziergänger durch Insurgenten in den Außenbezirken von Sleiwitz kam el gestern ix bei Stadt zu großen Demonstrationen der deutsch gefinn- ten Bevölkerung, in beten Verlaus englischen uni italienischen Offizieren begeisterte Huldigungen barg» bracht werden.
Die Oppelner Ort«gruppe der kommunisti« schen Partei erläßt in der Oppelner Zeitung eine Erklärung, in der sie sich gegen die Meldung auswärtiger Blätter über eine Verbrüderung der Ko«- xiuniften mit den Insurgenten wendet. Mitglieder der kommunistisch o Partei seien bei der Abstimmung«- polizei und beim Selbstschutz vertreten. Wie die Ortsgruppe erklärt, seien die Kommunisten in den Selbstschutz eingetreten au« Gründen der Menschlichkeit und um zu verhindern, daß au« Oberfchlesien ein Trümmerhaufen wird. Die Ortsgruppe betont weiter, daß sie sich den Vorstellungen der anderen deutschen Parteien bei der interalliierten Kommission an,«schlosse« habe.
Nrankreich weicht weiter aus.
Paris, 30. Mai. Wie der Havas-Agentur mit» geteilt wird, werden die Verhandlungen zwischen bei englischen und der ftanzösischen Regierung über bü oberschlefische Frage fortgesetzt. Die englische Regierung habe zugestimmt, daß eine Sachverständigenkonferenz eingesetzt werde, jedoch müsse fie in Oberfchlesien selbst Erhebungen anstellen und vom Obersten Rat ernannt werden, der sich zu diesem Zweck in dieser Woche ver. einigen wolle. Der Oberste Rat müsse allbann eine neue Tagung abhalten um die Konklusionen zu prüfen, die die Sachverständigen unterbreiten werden.
Paris, 30. Mai. Eine anscheinend offiziöse Mitteilung der Agence Hava« besagt, in französischen Kreisen habe bie englische Note betr. Annahme bei Vorschlages, demzufolge ein SachverständigenauSschuß mit der Untersuchung über die künftige oberschlefische Grenze betraut werden soll, einen günstigen Eindruck gemacht. Indessen fei man in Paris der Ansicht, daß eine vorherige Zusammenkunft bei Obersten Rates zwecks Ernennung dieses SachverständigenauSschusieS und zwecks Erörterung der Bedingungen für die Prüfung der Frage nicht erforderlich sei. Die Ernennung des Ausschusses könne ohne Schwierigkeiten durch bie Kanzleien erfolgen. Wahrscheinlich werde bie französische Antwort, bie nicht vor Dienstag abgehen werde, in diesem sinne gehalten sein. Gleichzeitig werde die französische Regierung Vorschlägen, dem SachverständigenauSschuß die Untersuchung des in Paris und London überreichten italienischen Entwurfes betr. die Teilung OberschlesienS zu übertragen.
Verfängliche Fragen an Le Rond.
Paris, 30. Mai. Aus dem „Echo de Pari«' en fährt man heute den Inhalt des Fragebogens, den die Botschasterkonferenz an General Le Rond richtete Darin beißt eS:
1. Welcher sind die Maßregeln, die General Le Rond ergreifen will, um die Besetzung durch alliierte Truppen in einer Zwischenzonc zwischen der deutschen und polnischen Front herzustellc« ? Kann General Le Rond biefe Zone rasch besetzen, ohne das Sintrrffei! der versprochenen englischen Verstärkungen abzuwarten?
2. Entspricht der Vorschlag Parcival« und Marinis der gegenwärtigen Lage und kann die Durchführung dieser Vorstckäge irgendwelchen Nutzen gewähren f
3. Ist Korfanty und sein Exekutivkomitee Herr der polnischen Bewegung ober sind Fälle der Undiszipliniertheit unter den Mitgliedern der polnischen Armee aufzuweism?
Schärfste Ablehnung der Dreiteilung.
Berlin, 30. Mai. Die „Rassische Zeitung' mel- bei, der vermutlich demnächst dem Obersten Rat vorliegende Plan über bie vorläufige Dreiteilung Ober- schlesienS begegnet in sämtlichen oberschlesischen Kreisen der schärfsten Ablehnung, da nach dem Eintreffen der englischen Division die interalliierte Kommission über genug Streitkräfte berfügt, um ihre Autorität iw ganzen Abstimmungsgebiet durchzusetzen.
— Die Volksbefragung im Salzburgischen. An dem Gesamtergebnis der Volksabstimmung ehlen nur noch bie Resultate 20 kleiner G». meinten. Bisher wurden 96 000 Stimmen gezählt, von denen 95 00Q mit ja und 700 mit rein lauten; 300 waren ungültig. Die Wahl, leteiligung betrug nahezu 90 Prozent. Die Geistlichkeit der Lande» stimmte geschlossen mit a. Die Neinstimmen wurden hauptsächlich von Kommunisten abgegeben. In der Stadt Salz, bürg stimmten 21000 Wähler mit ja, 300 mit nein.
Weitere halitilA#. flUArtÄUn Salta 4.