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General-Anzeiger

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Nr. 114

Donnerstag den 19. Mai

1921

Das Neueste.

Lloyd George hält in einer Kundgebung seine llnterhauSrede aufrecht.

In einer Note der interalliierten Militär- ksuimission wird die Anwerbung von deutschen Frei- willigen für Schlesien verboten.

-Don einem Rückzug KonfantyS in Oberschlcsien A noch nichts zu merken. Die Polen haben neue Vorstöße unternommen.

Wie die Blätter aus Essen melden, werden die ml dem Kreis Solingen abziehenden französischen Truppen nicht nach Frankreich zurücktranSportiert, sondern auf dem Truppenübungsplatz bei Köln unter- gebracht werden.

Botschafter Dr. Mayer hatte mit Briand eine lluterredung.

Eine neue Rede Lloyd Georges.

Lloyd George hält seineUnterhausrede aufrecht.

Obwohl in den letzten Tagen verschiedene Ententeblätter sich bemühten, Brücken zwischen London und Paris zu schlagen, ist der Eindruck einer tiefen und ernsten Konfliktes zwischen England und Frankreich doch bis heute mit voller Wucht bestehen geblieben und dieser Eindruck wird verstärkt durch eine neue Erklä­rung, die Lloyd George gestern dem Reuter- Büro gegeben hat. Diese neue Erklärung, in der der englische Premier sagt, daß er feine Unterhaurrede in vollem Umfange aufrecht er. hatte, wird in Frankreich wiederum wie der Blitz einschlagen und einen Staub austvirbeln wie noch nie zuvor. Besonders die französische Presse, derenGeistesverfassung" Lloyd George allunheilvoll" bezeichnet, wird ein Geschrei erheben, das nicht ohne Nachwirkungen fein dürfte. Man darf wohl behaupten, daß in den letzten Jahren zwischen London und Paris noch niemals eine derartige Verstimmung geherrscht hat wie heute und daß noch niemals ein Erster Minister der öffentlichen Meinung eines uer« tonkten Landes derartige Worte ins Ge­sicht geschleudert hat, wie sie die gestrige Erklä- cung Lloyd Georges enthält. Man muß die Er­klärung schon zweimal lesen, um ihren Grädton recht zu verstehen. Wie in seiner Unterhaus­rede tritt er auch diesmal wieder mit aller Ent­schiedenheit dafür ein, daß der Vertrag von Ver­sailles geachtet und nicht mit Füßen getreten »erbe.. Dies ist für Deutschland sehr wesentlich und es wird sich, falls Lloyd George dennoch um­fallen sollte und damit eine Vertragsverletzung Dstan.de käme, auf diesen Ausspruch berufen.

, Die Gefahr für Oberschlesien ist noch nicht teseitigt die Lösung wird im Obersten Rat folgen und dabei wird Frankreich die höchsten Krumpfe ausspielen, um den Polen das Jn- rustriegebiet zusprechen zu lassen. Ob dann noch England seinen jetzt eingenommenen Standpunkt zeibehalten wird, läßt sich noch nicht voraussagen. Wann die Sitzung des Obersten Rates statt- finbet, steht ebenfalls noch nicht fest. Lloyd George wünscht eine Besprechung der ober sch lesi- schen Frage sobald wie möglich, dagegen scheint fedoch Briand vorläufig kein Zusammentreffen mit Lloyd George zu wünschen. Die Geister sol­len sich-erst beruhigen, wie derFigaro" erklärt. Hoffentlich kapituliert Lloyd George nicht vor dieser Hartnäckigkeit Briands.

*

London, 18. Mai. (Reuter.) Lloyd George M dem Reuter-Büro folgende Erklärung abge­geben:

. Ich hakte bie Erklärungen aufrecht, welche ich un Unterhause mit Bezug auf Oberschlesien ab- segeben habe. Natürlich kann ich nur die Ver- natwoitung übernehmen für das, was ich ivirklich b«sagt habe, nicht aber für verstümmelte und ente Itettte Auszüge. Die fast einmütige Billigung, welche sowohl in Amerika wie in Italien und auch in der englischen Presse den von mir zum Ausdruck gebrachten Gefühlen gezollt worden ist, Zeigt, daß die großen Völker, welche im Westen an der Seite Frankreichs kämpften, den Vertrag von Versailles nach Billigkeit auslegen wollen Ich war noch niemals Zeuge einer glei­se n E i n m ü t i g k e i t in irgend einer Frage. Alle Richtungen der öffentlichen Meinung in den drei genanten Ländern haben sich auf den gkeichrn Standpunkt, gestellt. Es wäre im höch- ften Grade bedauerlich, wenn die französische Presse sich einen anderen Standpunkt zu eigen machen sollte, Aber wir müssen die Meinungs- berschiedenheiten tunlichst mit Duldsamkeit auf- Äen. Die Stellungnahme, welche die öffent-

Meinung in Amerika, in Großbritannien ^d in Italien in der oberschlesischen Frage ge= ^rgt hat, sollte in Frankreich keinen Anstoß ge­ben. Diese öffentliche Meinung hält sich an den Vertrag von Versailles. Sie will die Bestim- Wlgeu dieses Vertrages mit Gerechtigkeii an­

wenden, ob sie nun für oder gegen Deutschland sind. Das Schicksal Oberschlesiens muß durch den Obersten Rat, nicht aber durch Korfanty entschieden werdm. Es darf denKindern des Vertrages" nicht erlaubt werden, ungestraft dasGeschirr Europas zu zer­brechen". Man muß ihnen die Zügel anlegen, oder aber es wird ständig Schwierigkeiten geben. Der Verlauf der zukünftigen Ereignisse kann nicht vorausgesagt werden. Die Nebel am Ho­rizont sind dichter als gewöhnlich und der Welt- frieben wird von der Einigkeit zwischen den Ver­

rizoni sind dichter frieden wird von

bündeten abh fingen.

Gegen die französische Presse,

Lloyd George erklärte weiter, er möchte der französischen Presse mit allem Respekt sagen, daß ihre Gewohnheit, jeden Meinungsausdruck eines Alliierten, der nicht mit der eigenen Meinung übereinistimme, als eine Ungehörigkeit zu behan­deln, unheilschwanger sei. Wenn diese Geistes­verfassung andauern sollte, so werde sie für jede Entente unheilvoll sein. Außer den aus dem Vertrage sich ergebenden Verpflichtungen, fuhr Lloyd George fort, müssen die Ereignisse, die nicht vorausgesehen werden können, die zukünftigen Gruppierungen der Na­tionen bestimmen. Die Zukunft der Welt, in­sonderheit die Europas, wird durch alte oder neue Freundschaften bestimmt. Unter diesen Um­ständen Hst der Vertrag von Versailles ein Do­kument von unendlicher Bedeutung, besonders für die Nationen der Entente. Er bindet uns, wo es soviel gibt, das uns trennt, zusammen. Disjongen, die die Bestimmungen des Vertrages behandeln, als ob sie ein Sport für ihre Leiden­schaft Und Vorurteil wären, brauchen nicht lfin-

keine Entspannung der Lagx eingetteten ist. Neue Ausschreitungen der polnis^en Insurgenten haben sich ereignet. Auf dem Kattowitzer Güterbahnhof wurden mehrere Möbelwagen vollständig auSgeranbt. In KönigShütte wurde ein Depot für illüchtlingSbekleidung von den Polen auSgeplündert. Nach einer Meldung bei Berliner Lokalanzeiger» sind vor einigen Tagen 75 neue Feldküchen von Polen über die Grenze zur Jnfurgentenfront transportiert worden.

DieDossische Zeitung' berichtet von zwei Ver­ordnungen Korfantys, in denen er sich RegierungS- gewalt anmatzt und die eine offene Brüskierung der Ententekommission bedeuten. In der einen verord- nung wird die Ausfuhr von Zahlungsmitteln aus dem von den Insurgenten besetzten Gebiet bei schwerer Strafe verboten, in der zweiten Verordnung werden die Generaldirektoren der Gruben, die sich außerhalb OberschlesienS befinden, aufgefordert, dorthin z»rück- zukehren zwecks Wiederaufnahme de» Betrieb!, wid­rigenfalls die Mitglieder der polnischen Vollzugsaus­schusses selbst Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergreifen werden.

Nach demBerl. Lokalanzeiger' wurde der Sohn bei Fabrikbesitzer» Dr. Haase in Rybnik von pol­nischen Insurgenten verschleppt. Seine Leiche wurde jetzt in der Nähe von Rybnik aufgefundm. Sie wie» mehrere Schüsse im Kopfe auf.

Oppeln, 18. Mai. Polnische Insurgenten stahlen ähnlich wie in Kattowitz, auch vom Hauptbahnhof in Beuthrn 18 Lokomotiven. Aus den Ortschaften bei Landkreise» Beuthen werden stärkere Ansammlungen der Aufrührer gemeldet. Von einem Rückzug der Aufständischen ist hi»her immer noch nichts z u m e r k e «. Im Gegensatz zu den Ankündigungen Korfanty» haben im Kreise Lose! die Polen ihre Stellungenverstärkt, so bei der Fähre Alt- Cosel, wo sie neue Erdbefestigungen angelegt haben. Au» dem Kreise Ratibor wird eine lebhafte Tätigkeit polnischer Streifen gemeldet. Die Stadt Rybnik wurde von Insurgenten besetzt, die aber nach Ver­handlungen bex Ort wieder räumten. Während der Anwesenheit der Aufständische» ix der Stadt kam el I zu Ausschreitungen gegen deutsch-gesinnte Oberschlesier

Ver- ^yjiiM&W^ ^' Groß-Strelitz, scheiterte ein

«n .-..., .............. Vorstoß ber Ausrührer

gegen Gogoli». Im streife Krcnzburg griffen bie Polen ohne Erfolg Uschütz und GoUe an; bte Ort- chaften konnten aber gehalten werden, die Polen tour* >en später sogar gezwungen, Seichwitz zu räumen. Die Aufrührer wurden bei ihren Vorstößen durch

Schwierigkeiten werden, wie ich vertrauensvoll chon jetzt annehme, bald vorüber sein. Ich mache ruf die Tatsache aufmerksam, daß wir auf der Masten Konferenz die Bereitwilligkeit kuadge- ^ehen haben, unsere Flotte, falls Deutschland jen Bestimmungen der Alliierten nicht machkommt, ür jede militärische Operation zur Verfügung zu tellen, über die beschlossen würde. Die britische Negierung war bestrebt, die Frage der Teilung Schlesiens auf der Londoner Konferenz zu re­geln. Die Tatsachen der Volksabstimmung waren bekannt. Unsere Bundesgenossen waren nicht be­reit, mit der Besprechung fortzusahren.^Wir mer­zen treu zu der Entscheidung stehen, die von der Mehrheit der Mächte getroffen wird, die auf Grund des Vertrages bei der Festsetzung der schle­sischen Grenze Stimme' haben, wie auch immer der Spruch lauten möge. Wir nehmen die Volksabstimmung als den Ausdruck d<rWQnschederBevölkerungSchle- siens voll an. Da wir aber in den großen Krieg eingstreten sind, und für die Verteidigung des alten Vertrages, an dem unser Land betei­ligt war, gewaltige Verluste erlitten hab^n. kann Großbritannien nicht einwMgen, dabei zu stehen, während auf dem Vertrag, den seine Ver­treter vor weniger als zwei Jahren unterzeichnet haben, herumgetreten wirst.

Englische Pressestimmen.

London, 18. Mai. Die heute abend bekannt­gegebene Erklärung Lloyd Georges zur Ober­schlesischen Frage findet in der gesamten Presse die größte Beachtung und wird als eine ernste Warnung an Frankreich ange­sehen. Wie die Blätter melden, wird Lloyd George morgen abend beim Essen, das der Pilgrim-Elub zu Ehren des neuen amerikanischen Botschafters gibt, wahrscheinlich eine wichtige Rede halten, die hauptsächlich die oberschlestsche Frage behandeln dürfte.

Westminster Gazette" schreibt über den britischen und französischen Standpunkt, jede Politik, die sich auf die Absicht gründe, 60 oder 70 Millionen Deutsche im Zustande der Unter­werfung Deutschlands zu halten, müsse fehl­schlagen ; Frankreich müsse Deutschland die Mög­lichkeit geben, zur Ruhe zu kommen.Pall- mall" undGlobe" erklären, das französische Volk müsse verstehen, daß England unbeding jede Beteiligung an solchen Abenteuern, wie den polnischen, ablehnen und es Deutschland überlasen werde, nach freiem Ermessen mit jedem mutwilligen Angriff der Polen fertig zu werden.

Keine Entspannung im Aufstands- gebiet.

Berlin, 19. Mai. (Priv.-Telcgrst Sämtlich Blättermeldungen aus Oberichlesien deuten daran hin, daß trotz des Korsantyschc.» Rückiuaèanaebots

von Freiwilligenverbänden, Freikorps usw. den bedrängten Oberschlefiern aus andern Teilen bei Reiche» selbständig zu Hilfe zu eilen. Hier, durch werden die zur Verteidigung der deutschen Interessen in Oberschlesten von der Reichs, regierung eingeleiteten Schritte nicht gefördert, sondern gestört. Die Reichsregierung macht mit aller Entschiedenheit darauf aufmerksam, daß solche Anwerbungen und Zusammen« schlietzungen zu militärischen Verbänden den be­stehenden gesetzlichen Bestimmungen zuwider, laufen und Zuwiderhandlungen (mit Strafe be­droht sind. Es wird daher zur Vermeidung der gesetzlichen Straffolgen dringend davor ge­warnt, solche Aufforderungen in irgendeiner Form zu erlassen, insbesondere sie in der Presse aufzunehmen.

Das Programm der Reichsregierung«

Nach einer Pfingstpause von etwa, 8 Wochen soll ber Reich»tag am Dienstag, 31. Mai, wieher , zu, fammentreten, wenn nicht politische Ereignisse einen früheren Zusammentritt erforderlich machen. Für diesen Fall hatte sich Präsident Laebe vorbehalten, den Reichstag schon eher einzuberufen. E» läßt sich denken, daß man dieser ersten Sitzung mit besonderem Interesse extgeg eit siebt, da doch inzwischen mancherlei geschehen ist, war man am Donneritag vor Pfingsten, all man auleinanbergixg, nicht für möglich gehalten hätte. Zu diesen Er­eignissen gehört besonders bie tekannte Rede Lloyd George» im englischen Unterhause und die Vorgänge ix Oberschlefien einschließlich bei neuesten Manövers von Korfanty. . ,

Vor allen Dingen ist aber der neue Reichs» kanzler Dr. Witth dem Reichstage noch feine Programmrede schuldig, bie er, wie wir erfahren, gleich in der ersten Sitzung nach den Pfingst- ferien zu halten gedenkt. Man kann sich also auf einen großen Tag gefaßt machen, zumal der Reicks­

tungen denkt, machen wird. Wie bereit» gesagt, arbeitet ne Reichsregierung augenblicklich intensiv an einem großen leparationsplan, und schon die nächsten Tage dürften nähere Angaben über den Inhalt diese» Plane» oder liefet Pläne bringen. Man hat die feste Absicht, di« ersten Zahlungsfristen, koste el, was,es wolle innezu. falten, um der Entente einen Beweis mehr zu liefern, daß wir nach wie vor von dem festen Wille» beseelt falb, unseren Verpflichtungen nachzukommen. Es bleibt Nur zu wünschen, daß von feite* der Entente dieses Bestreben anerkannt und uni auch erleichtert wird. Eine solche Erleichterung würde man darin er­blicken, daß bi» dahin die oberschlestsche Frage im deutschen Sinne gelöst wäre. Damit würde dann in diesem wichtigen Industriegebiet endlich wieder Rube und Ordnung eixtretett. Wenn el so weitergeht tot in den letzten vierzehn Tagen, wenn tesonder» im Unsicherheit ix der Kohlenerfaffung, die immer mehr um sich greift, nicht endlich ein Ende nimmt, dann nützt allerdings der beste Wille zur Wiedergutmachung nichts.

PoNNsche Tagesberichte.

Botschafter Dr. Mayer »ei Sria«^

Hava» meldet, daß der deutsche Botschafter in Paris Mayer heute nachmittag den Mnisterpräfidenten Briand einen Besuch abgestattet und mit ihm eine Unterredung persönlichen Charakters gehabt habe, da her Reichs, minister bei Steubern noch nicht bekannt sei. Mayer habe Briand die Zusicherung wiederholt, daß die neue deutsche Regierung entschlossen fei, alle Klauseln bei UltimatiumS der Alliierten auSzuführen. Er habe daran erinnert, daß das Berliner Kabinett bereit» die Bedingungen der Note der interalliierten Kontrollkom­mission betreffend die Ausführung der Luftfahrtbe- ftimmungen am 18. Mai angenommen habe.

Volksbefragung im Lande Salzburg. AuS Salzburg wird gemeldet: Die Beratungen der KlubS und des VerfassungSauSschuffeS über die Fassung des Beschlußantrages betreffend die Vornahme der Volksabstimmung ant 29. Mai verliefen teilweise für stürmisch, sodaß der Borst t?enbe Landeshauptmann Mayer bie Sitzung des Landtages erst gegen 12 Uhr mittags eröffnen konnte. Der Berichterstatter, der LandeSrat Christoph (dentschfreiheitllch) führte zum Bericht bei VeriassungSauSschuffes aus, daß sämtliche Parteien deS Landtages unbeeinflußt durch äußere oder innere Ereignisse nach wie vor für den Anschluß an das deutsche Reich eintreten. Der VerfassungS- auSschuß gelangte zu folgendem Antrag betr. der Volks­befragung im Lande Salzburg, über den Anschluß an Deutschland. Da die Landesregierung all BundeS- behöroe durch Vorstellungen der Bundesregierung an der Durchführung der Volksbefragung am 29. Mai gehindert ist, übernehmen laut der im Verfassung;- ausschuß abgegebenen Parteierklärungen die im Land­tag vertretenen Parteien selbst die weitere Durchfüh. rung der Volksbefragung nnb bestellen hierfür einen permanenten Sonderausschuß auS diesen Parteien, dessen Ausgabe eS sei, das Ergebnis der Volksbefragung den kompetenten Behörden zur verfassungsmäßigen Weiterleitung an den Völkerbund zur Kenntnis zu bringen. Der Antrag wurde einhellig durch Er­heben von den Sitzen debattelo» angenommen^ Da» Ergeb»,» wurde mit einem Brifallsturm auf» yUÄÄHXCÄi

Feuerwirkung aus dem Ort Przedmoscze, der bereit! aus polmschem Gebiet liegt, unterstützt. Die Insur­genten, die Kattowitz belagem, erhielten neue Ver- tärlungen. Die polnischen Postierungen in den Ein­gängen der Stadt errichteten Barrikaden» die jeden Verkehr unmöglich mache«. Dadurch ist auch die Zu- Mr von Brotgetreide au» dem Landkreise Kattowitz unmöglich gemacht. Die erregte Stadtbevölkerung wurde beute erneut beim Kreitkonttolleur vorstellig und verlangte stärkste Maßnahmen gegen die Insur­genten. Korfanty hat an die Direktion der Ver­einigten Königs- und Laurahütte die Aufforderung Sichtet, ab 18. Mai auf Rechnung der polnischen erkontrolle von her Grube Gräfin Laura und von den Richterschächte» täglich 16 Wagzon» Kohle «ach Sosnowice zu senden. Der Führer der Aufständischen drohte Gewaltmaßnahmen an, falls sich die Verwal­tung seiner Weisung nicht füge. Das Kohlendeparte­ment der interalliierten Kommission wurde von dieser neuen Gewalttat Korfanty» in Kennt«!» gesetzt. , Im Laufe des heutigen Tage» wurde» erneut einige Gruben und Hütten, auf denen zum Teil die Arbeit wieder ausgenommen worden war, ftiügelegt und zwar aus wirtschaftlichen Gründen und weil die Arbeits­willigen mit Gewalt von ihrer Arbeitsstätte vertrieben wurden.

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Wir haben gestern bereit» bei Wiedergabe bei MckzugStelegramm» Korfantys darauf hingewiesen, taß dieser Telegramm mit aller Vorsicht auf,«nehmen fei und Laß zu einem Optimismus keine Veranlassung vorliegt. Wir scheinen recht zu habe«, denn au» obigen Meldungeu geht klipp und klar hervor, daß die Polen an einen Rückzug nicht denken. Hatte el Kor­fanty mit seinem Rückzug ehrlich gemeint, dann hätten zum mindesten die neuen Angriffe unterbleiben müssen.

Deutsche Selbsthilfe verboten.

Berlin, 18. Mai. Dem Auswärtigen Amt ist eine Note der interalliierten Militär-Kontroll­kommission zugegangen, in der darauf hinge­wiesen wird, daß in verschiedenen Teilen Deutsch­lands die Anwerbung von Freiwilligen für Schlesien stattfindet. Es wird gefordert, sofort Maßnahmen zu treffen, um diese Anwerbungen, die im Widerspruch zu den Bestimmungen des Friedensvertrages ständen, $u »erhindern, und die Auflösung der in Schlesien bereits gebil­deten Formationen heibeizuführen. Die Kontroll­kommission bittet um Mitteilung der zu diesem Zwecke unternommenen Schritte.

Berlin, 18. Mai. (Amtlich). Die Not der bedrängten deutschen Bevölkerung in Ober- schlesien hat in weiten Kreisen des deutschen Volkes, insbesondere bei den heimatberechtigten Oberschlesiern, den Willen wachgerufen, den schwer gefährdeten Brüdern Oderschlesien» bei­zustehen. So großes Verständnis die Reichs­regierung für die Empfindungen und die große Erregung der Bevölkerung hat, so scharf mus sie den Bestrebungen entgegentreten, die darau abzielen, durch die Anwerbung und Bildung