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Amtliches Organ für SlaS!- und Landkreis Sauen

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage

Berlanslettuna: Ad. 3nbetmü6Ie.

Verantwortlich: für volitilchrn unb aUctmtiiien Teil RickardHultlch: für lokalen und orovtajielle« Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeisen und Reklamen August Drodt. alle in Hanau am Mai«. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hana». FernlvrrLanlLlüff« Nr. 1237 und 1238.

Nr. 111

1921

Das Nenefle.

Lloyd Georg« hielt gestern im Unterhalts« eine bedeutsame Rede Wer Oberschlesien und forderte von den Polen, daß sie den Friedensver- My respektieren.

Die Frist zur Abgabe der Einkommen- steuereMämmg ist bi.S17.Mai verlängert worden.

Der englische Eifenbahnarbeiterverband beschloß, den Transport importierter oder von Streikbrechern verladener Kohle zu verweigern.

Pfingstler-.

Fahr um Jahr erneuert sich der Kreislauf unserer christlichen Feste. Jedes einzelne begrüßt seit Jahren das deutsche Volk mit neuen Hoff­nungen aber sein Leidensgang scheint kein Ende zu haben. Auch am morgigen Pfingstfest müssen wir wieder voll Kümmernis und Sorge an unser Volk denken, das durch ein Meer von Blut und Tränen, von Schmerzen und Not schrei­ten mutzte Md das heute mittendrinn in neuen Leidensquellen steht, aus denen die Not ihre Wasser ergießt, ergießt schier unversiegbar. Furchtbar schtver find die Verpflichtungen, die wir dieser Tage nach dem Ententewillon auf uns nehmen mußten, schwer, ja unerträglich wer­den sie Jahrzehnte auf uns lasten, wenn wir daran denken, daß wir neben anderen Erfchwe- amgen 37 Jahre lang eine feste Fahreszahlung ton 2 Milliarden Goldmark leisten müssen Md dazu noch 25 v. H. des Wertes unserer Ausfuhr. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge gibt das eine jährliche Zahlung von 3^ Milliarden Goldmark das find zurzeit mehr als 52 Milliarden Papienmark. Da wir etwa 20 Millio­nen Personen haben, die durch eine berufliche jede dieser Personen jährlich 175 Goldmark oder W5 Papiermark an den Gegner abführen. In der Annahme, daß jeder Erwerbstätige in Stadt und Land jährlich 2400 Stunden arbeitet, er­geben sich 48 Milliarden Arbeitsstunden; die an die Gegner zu leistende Abgabe beträgt dffo, wenn sie genau gleichmäßig verteilt würde. auf jede Arbeitsstunde 1,08 Papiermark. Rathenau hat sogar mit 2 Mark pro Arbeitsstunde 'gerech­net, da er weniger Arbeitende annimmt unb hauptsächlich nur mit dem gewerblich Tätigen rechnet. Wie soll das deutsche Volk diese Summen aufbringen? Und sie müssen aufgebracht werden, sonst drohen uns Zwanysmaßnahmen, die nichts anderes wie Hunger und Losreitzung weiter ge­segneter Landstriche vom deutschen Reich bedeu­ten. Eine weitere Leidensquelle stellen die Verhältnisse in Oberschlesien dar. Obwohl die oberschlesische Abstimmung einen wirWchen Sieg der deutschen Bevölkerung ge­bracht hatte, gaben sich die Polen damit nicht zu- stieden; sie überfielen wie Räuber das Land, mordeten und sengten nach Räulberart und die Entente-Ueberwachungsbehörden, die dafür ein- Sesetzt waren, Ruhe, das Leben und Eigentum unter allen Umständen gegen alle Angriffe zu schützen, hatten, d. h. sie wollten nicht die Macht haben, dies« Räuberhorden dahin zu jagen, wo­hin sie gehören. Doch letzteres ivar nicht anders zu erwarten. Wie sollte derjenige, der im Westen am Rhein nur zu offen erkennen läßt, wie es ihm allein darauf ankommt, das deutsche Volk in die Vernichtung hineinzutreiben, im Osten die­sem Volke Schutz gewahren? Drohend hängt schwarzes Gewölk am Himmel. Was werden mag, weiß Gott allein. Behalten wir Oberfchlesien nicht, dann ist für das deutsche Volk jede Hoff­nung verloren, denn dann ist es ihm unmöglich, die ihm auferlegten Lasten zu tragen. Dazu kmnmt noch die innere Zerklüftung un­sres eigenen Volkes. Wie oft haben wir es an diestr Stelle schon zum Ausdruck gebracht, daß das deutsche Volk, wenn es überhaupt noch eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat, diese aus l^er Kraft, aus seinem Wesen und aus seinem Willen schöpfen muß. Wenn die Habgier frem­der Völker von zwei Seiten her Deutschand ein- koilt, daß kaum noch ein frischer Luftzug von Kaußen herein kann, daß nur Lüge und Ver­leumdung die Meinung der Welt verwirren, dann muß das. Volk zu sich selbst zurück, dann muß es seine Einigkeit wollen, damit es die Kraft finde, sich zu behaupten, denn um etwas Öderes als um das Sichbehaupienkönnen han- ^kt es sich für den Augenblick und handelt es ich auf Jahre hinaus nicht. Wir haben die Welt S^gcn uns und das Unglück vor uns vielleicht ®^r, wenn wir das Zusammengehören der Deut­schen in die Tat umsetzen, die Zukunft in uns.

bedarf in unserem Volke zunächst in aller- echer Linie der Volksgesinnung, des aufrichtigen Allens miteinander und füreinander zu leiden und zu wirken. Denn unb das ist das wirklich

Wichtige vor uns liegt von jetzt ab eine Zeit der mühseligen Arbeit und der kargen Lebens­weise, «ine Zeit, in der in den deutschen Landen mehr denn je das Bibdlwort zur Wahrheit wer­den wird:Du sollst im Schweiße deines Ange­sichts drin Brot essen". Und hier heißt es ge­meinsam zu denken fort mit dem Prasserileben, zurück zur Einfachheit! DaS deutsche Volk muß wissen, daß es, während es sich für seine Feinde abquält, in Wahrheit doch für seine Kinder schafft, denen wieder die Son-r« der Freiheit leuchten soll. Indem uns die Geschichte zu höchster Arbeitsleistung zwingt, wertet si« auch in uns Kräfte aller Art, wenn wir die Arbeit nur selbstvergessend tapfer anpacken. Nichts Besseres ist, denn daß der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit. Aus Not wird Tugend, aus Zwang Leben und Freiheit!

Ist es di« Stimme des Predigers in der Wüste, die wir erheben? Wir wissen es nicht aber wir wollen nicht verzweifeln. Wir hoben nun einmal den Glauben an das deutsche Volk und an den gesunden Kern seines Wesens. Wenn wir ihn nicht hätten, dann wäre das Urteil ge­sprochen: Es ist alles aus unb alles umsonst, das Schicksal nimmt seinen Sauf! Gewiß, es ist kein Zaubermeister da, aber dieser Glaube muß uner= sch ritterlich sein und muß m it selber Naturkraft Leid und Zweifel aus dem Selbe schlagen. Nein, wir wollen nicht an Wunder glauben, alles ist gesetzmäßig, waS geschieht. Schön, aber daß cs solches Gesetz gibt, ist auch im politischen Leben und Denken für uns das WMder. Hier haben wir uns nur nach den Gesetzmäßigkeiten zu rich­ten, und diese Gesetzmäßigkeiten lehren, daß Freiheit nur mit Pflichtbewußtsein zusammen bestehen kann unb daß nur Einigkeit, Zusammen­arbeit und Verständnis füreinander das Sich- selbstbeha'.wten ermöglichen. Deshalb ertöne ^uve am ^ii^en Winger, Dem M oer W fohn-ung, angesichts der furchtbaren Leiden, die wir zu ertragen haben, der Ruf: Findet euch! Eint euch! Laßt allen Hader beiseit« und tragt die Not gemeiu- s a m! Das ist der einzige Weg, der uns aus den düsteren Tiefen der Gegenwart wieder zu den Sonnenhöhen einer neuen Zeit, in ein neues Land führen kaun, das wir im Pfingstgeist der Erneuerung mit der Seele suchm. R. H.

Lloyd George über Oberfchlesie«.

Eine bedeutsame Erklärung.

London, 13. Mai. Lloyd George erklärte im Unterhause, die Alliierten müßten darauf Bestehen, daß der FriedenSvertrag respektiert werde. Er erklärte weiter, die Behauptung, daß solche Truppen, wie sie Deutschland hat, zur Teilnahme an der Wiederher­stellung der Ordnung nicht zugrlassen werden dürften, ist unfair. (Beifall), , Fair Play ist er, wofür Eng­land eintritt und ich hoffe, daß England dafür 5i8 inet Ende eintreten wird. Ich hoffe auch, obwohl er sich um Deutsche handelt, wir immer mehr zeigen werden, daß wir für fair Play eintreten und daß wir unsere Autorität in Europa in immer steigenden Maße dafür einsetzen werden, Daß es Polen gestattet sein soll, in Verachtung der FriedensvertrageS Oder­schlesien wegzunehmm und daß e8 anderen nicht ge­stattet sein soll, sich in einer Provinz zu verteidigen, die ihnen 200 Javre gehört hat und die 600 Jahre lang gewiß nicht polnisch war, wäre entehrend und unwert der Ehre jeder Lander. Lloyd George ist völlig gewiß, daß die Haltung der Alliierten nicht der­artig sein werde. DaS einzige, was er im Stauen der Regierung zu sagen wünsche, sei dar, waS au* immer sich ereignen möge, sie ein fait accompli nicht anerkennen könnte (BeisaS.) Lloyd George surr fort/ er glaube es sei richtig, ganz offen zu sprechen, denn wenn solche Dinge sich ereigneten, und man von ihnen nickt Notiz nehme und sich mit ihnen nicht be­fasse mit dem festen Gerechtigkeitssinn, der die Haltung Englands bei jedem Vorgehen in auswärtigen Dingen kennzeichne, so wäre das verhängnisvoll für den europäischen .' rieben. Wenn der Frieden gestört werde, so möge er nicht voiauSzuschen, was mit Europa geschehen werde. Er sei in Unruhe, ja sogar in Schrecken versetzt bei dem Gedanken, daß, wenn der Welt das Vertraue» nicht wredergegeben werde, darau.- hie furchtbarsten Folgen cr.vachien könnten. Die ganze mdustrieve Welt sei doch so sehr auf Kredit und Vertrauen autgebaut, daß, wenn die» einmal erscküt- tert würde, er nicht zu sehen vermöchte, wie die Welt wieder auigtrant weiden könnte. E» sei dnhrr im Sitten sie der Ration von größter Wichtigkeit, ohne Rückst t aus Aburigung oder Vorliebe aiijuerZennen. baß die Gerechtigkeit mit Zuneigung oder Abneigung nicht» zu tun.habe. England müsse ehrenhaft uni fest entscheiden in Uebereinstimmung mit dem Vertrage,

den es selbst unterzeichnet habe. Der FriedenSvertrag sei die Urkunde der Freiheit Polen». Da» letzte Land in Europa, da» da» Recht hab«, sich Über den Friedenrvcrtraz zu beschweren, sei Pslrn; denn Polen habe bett Vertrag von Versailles nicht gewinnen helfen. Durch ein grausame» Geschick fei Polen während de» Kriege» gespalten geweseu. Die eine Hälfte feiner Söhne sei auf Seiten der Alliierten gewesen, die an­dere habe gegen sie gestanden. Die eine Hälfte, die auf Seiten der Alliierten kämpfte, wurde durch die andere Hälfte entkräftet. Wenn di« Alliierte» bon den Polen, die auf ihrer Seit« kämpften, abhängig gewesen wäre», würde Polen heute entweder eine deutsch« oder österreichische Provinz sein. Di« Hälfte, die gegen die Alliierten kämpfte, kämpfte bis zum Ende. Die Alliierten «ahmen polnische Soldaten in deutsche« Schützengräben gefangen. Sie kämpften in deutschen Uniformen und schofseu die Franzosen, Engländer und Jtaliexrr nieder, die für Polen» Freiheit kämpften Di« Freiheit Polen» war Ztali«n, England und Frankreich zu danken. Er gäbe keinen Buchstaben des Vertrage», der «icht ein junge» englische» Leben und nahezu zwei französische Leben bedeute. Polen gewann seine Freiheit nicht selbst. Unter diesen Um­ständen mußte el vor allen anderen Ländern jede» Komma del Vertrage» achten. Jetzt da Deutschland durch dal Borgeben der Alliierten entwaffnet und hilflos fei, sage Polen, e» wolle für Oberschiesitu so­gar gegen den Vertrag kämpfen. Korfanty fegte, die Polen in Schlesien wollten eher sterben all sich er­geben. Wenn sie früher so gemacht hätten, all die Schlacht für Polen» Freiheit gekämpft wurde, wären weniger englische, französische und italienische Beben verloren gegangen. Aber m Polen kam dieser Um» schwung erst als Deutschland entwaffnet und hilslo»

Et« Notschrei aus Kattowitz.

Oppeln, 13 Mai. Folgendes Telegramm würd« an bic interalliierte Kommission in Oppeln gerichtet: In der Nacht zum 13. Mai wurden in der Stadt Kattowitz von bewaffneten Fasur- genten Plünderungen vprgenommen. Es wurde geplündert das Restaurant Bismarckteller, nach­dem die EingangStür durch drei Handgranaten aufgesprengt war. Di« Plünderer hielten sich in dem mitten in der Stadt gelegenen Hause Teich­straße 10, der Ortsstelle der Heimattreuen, mehrere Stunden auf. Ferner wurden zwei Lebensmittelgeschäfte in der Heinzelstraße ge­plündert. Die ftanzösischen Truppen sind gegen diese Plünderer in keiner Weise ein geschritten. Die Bevölkerung ist vollkommen schutzlos, Es wird um energisa;« Anweisung an den Kommandanten von Kattowitz gebeten, daß mit allen Mitteln gegen derartige bolschewistisch« AusschveitMgen vorgegangen wird. Die deutschem Parteien unb Gewerkschaften.

Di« Verluste der Alliierte».

Paris, 13. Mai, Nach einer .Havasmâng aus Oppeln haben die alliierten Streitkräfte in Oberfchlesien folgende Verluste zu verzeichnen: Franzosen 2 Tote, 7 Verwundete; Italiener 20 Tote, 40 Verwundete; Engländer 1 Polizei- sergeant.

Die polnischen Verluste.

Nach einer Blättermeldung aus Kattowitz ist ein polnischer Geheimbefehl gefunden worden, der sich auf die Kämpfe um Kandrezin bezicht. Nach dem Beschl verloren dort di« Polen an Toten 175 Mann.

Die Äeparaftonsfrage.

Paris, 13. Mai. Die Reparationskommission beschäftigt sich nach demTemps", gegenwärtig mit der Ausführung der Artikel 5, 6 und 7 des Londoner Zahlungsplanes. Jedes der im Repa­rationsausschuß vertretenen Länder soll buni) seinen Vertreter besonders die betreffenden Fra­gen bearbeiten.

Paris, 13. Mai. Nach demLemps" hofft man, daß Sir John Bradbury, dessen Rücktritts- gesuch von der englischen Negierung nicht ange­nommen worden sei, nächste Woche seinen Sitz in der Reporationskommisfion wieder einnehmrn werde.

WashlNqton, 13. Mai. Havas meldet: In amtlichen Kreisen gibt man der Ansicht Ausdruck, daß die Lage hinsichtlich der Reparations­frage nunmehr befriedigend und daß ein großer Schritt zur Wiederherstellung nor­maler KtabaHniffc getan worden sei. Man ist der Ausfassung, daß einer der Vorzüge yes jetzigen Abkommens darin bestehe, daß die Ver- bandsrogierungen die ihnen zustehende» Repa­rationsleistungen erhalten werden, während es gleichzeitig Deulschlarrd ermöglicht^ werde,. bic Zahlungen entsprechend seiner Letstungssahigleit zu regeln-

Die Garantiekormnisston.

Paris, 13. Mai. Der Jntransigeant schreibt, daß di« V«reinigten Staooten bereits zur Teil­nahme zu der Ende Mai errief)toten Garantie kommission nach dem Londoner Abkomme« è- geladen seien. Die Kommission wird ihren Sitz in Paris und Vertretungen in Deutschland haben. Das Blatt glaube zu wissen, daß bereits eine prinzipielle Einigung erzielt worden fei, den Vorsitz dem französtschen Vertreter Tannery, bei bei den letzten Konferenzen in London über die Reparationsfrage als Finanzsachveifftändiger ausgetreten ist, zu übertragen. Während des Arie, ges war er Leiter des wirtschaftlichen Auskunfts­büros im jdriegSministerium,

Das Kabinett Briand außer Gefahr.

Paris, 13. Mai. Ein Vertreter desNewyori Herald* sprach mit einer Reih« führender frén« zösischer Politiker und erfuhr, daß selbst Briands schärffte politische Gegner jed« Hoffnung auf­gegeben haben, die Regienrng zu stürzen. S'« würden vielmehr ihre Anstrengungen auf rein Snanziell« Betrachtungen konzentrieren, in bet bstcht, das gegenwärtige Mnisterium eher zu stärken als zu behindern. Unter anderen erklärt« der Führer des nationalen Blocks, Abneordnster Arago, das Kabinett Briand fei nicht in Ge­fahr. Wenn Briand am 19. Mai vor die Kam­mer treten und den wahren Sinn des Abkommens von London auseinandersetzen werde, so sei,"er, Arago, sicher, daß der Mnisterpräfident in Aner­kennung seiner tatkräftigen Verteidigung btt französischen Interessen eine achtunggebietend« Mehrheit um sich scharen werde.

Poinearö an -er Arbeit.

Paris, 13. Mai. Paincars schreibt in der Weint del béur Monde?, die Londoner Konferenz hab« leider weder dir Hoffnungen Briands noch die feixigen

Die neu«« Lxfer, die Frankreich gebracht bade, seien nur d« genauem Studium der Dokumente erkennbar. So sei nicht nur die 12tâgige Frist gewährt Worben, sondern er fei noch eine Menge klug aurgedachter Milderungen der Bedingungen eingefügt worben. Zur Entwaff» nnngSftage bemerkt Poincarö, Deutschland hab« nicht» getan, xm die Entwaffnung vorzubereiten. Di« Bor­gänge in Oberschleste« zeigten die». Di« ftanzösische Regicru»g habe mit Reckt Deutschland benachrichtigt, daß sie jede Aktion deutscher Truppe» in Oberfchlesien all Verletzung del Frirden»vertrage» anschcn Würbe. Frankreich müsse jedenfall» die Augen offen halten, damit el nicht eixel Tage» einem wieder z « Krâ st« n gekow» menen Dents chland gegenüber stch«.

PoMfiche Tagesberichte.

Der Achtstundentag in Belgien be­schlossen. Aus Brüssel wird gemeldet: Der Senat nahm mit 83 gegen 5 Stimmen den Gesetzentwurf des Slchtstundentage» und der Achtundvier^gstundenwoche an mit einem Zu- satz, daß der König die Znkrastsetzung der an­gegebenen oder vorgesehenen Beschränkungen des vorliegenden Gesetzes im Falle eines Krieges oder im Falle von Ereignissen, die eine Gefahr für die nationale Sicherheit bedeuten, fuspen- vieren kann.

Ein serbisch-kroatifch-slowonisches Kö­nigreich. Aus Belgrad wird gemeldet: Die ver­fassungsgebende Versammlung hat mit 227 gegen 93 Stimmen im Pr'mzip die Bildung eines ferbisch-krootifch-slowonischen Königsreichs angenommen. Pasitfch hielt eine Rede, worin er an alle einen Aufruf zur Versöhnlichkeit richtete und die Rotwenvigkeit betonte, dem Staat eine einheitliche Form zu geben.

Die Arbeitslosen in England. Am 10. Mai betrug die Zahl der amtlich eingetragenen Arbeitslosen in England 1 920 500. Die Zahl der Kurzarbeiter beträgt 1077 900. Hierin sind Vie 1200 000 StreikenLen nicht enthalten.

Die Keine« Staaten und ihre Rüstunge«. Aus Stockholm wird gemeldet: In der Reichs­tagsdebatte über die Dauer der Militärdienstzelt führten Staats minister v. Sydow und der Führer der Rechien Trugger aus, daß die Lage Schwe. dens nach dem Kriege keineswegs besser als vor­her fei. Sydow meinte, das Grundprinzip des Völkerbundes werde sich zwar hoffentlich mit der Zeil als lebensfähig zeigen, offensichtlich habe der Völkerbund bisher noch nicht genügende Stärke. Man brauche nur an Wilna und Ober- schlesien zu erinnern. Der unruhige Zustand, der Welt gestatte den kleinen Staaten nicht, ihre Rüstungen zu vernachlässigen, zumal Schweden und seine Nachbarstaaten seien bei erster Ge­legenheit von Rußland bedroht Trugger führte aus. daß die Hoffnung, der Völkerbund werde ein Leuchtturm des Friedens sein, leerer Traum geworden sei. Sein Feuer brenne kaum noch sichtbar. Die Selbstschwächung Schwedens würde das Gewicht des schwedischen Wortes kn knter, nationalen Fragen stark -«eftrträchttarn»