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General-Anzeiger

AmlKches Organ für SkaSl- und Landkreis Sanau Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Indermüble, Verantwortlich: kür volitischen und allgemeinen Teil Richard Hulti ch: für lokalen und vrovinziellen Teil

Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau. Fernlvrechamcklüffe Nr. 1237 und 1238.

Ak. 104

1921

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Das Neueste.

Da» Reichskabinett ist am Mittwoch zurück- âeten.

Der Reichstag nahm den Ausschußantrag auf Ittfliebung der Immunität Erzberger» an und erteilte die Genehmigung zur Strafverfolgung.

Der ReichSrat hat da» Umlageverfahren in der Ketreidebewirtschaftung genehmigt.

Die Konferenz deS Obersten Rate» in London ist gestern beendet worden.

Die Lage in Oberschlesien hat sich wesentlich verschärft.

Da» tschecho-stowakisch-österrcichische Handels­abkommen ist gestern in Prag unterzeichnet worden.

MMrM Ser Merchsregrerrmg.

Berlin, 4. Mai. Mit Rücksicht auf die durch I die Antwortnote der Vereinigten Staaten ge- I schaffens politische Lage hat das Kabinett heute I einstimmig seinen Rücktritt beschlossen. Der Reichskanzler hat sich am Abend zum Reichsprä­sidenten begeben, um ihm den Entschluß des I Kabinetts mitzuteilen. Der Reichspräsident hat j das Kabinett gebeten, die Geschäfte bis zur j Bildung einer neuen Regierung weiterzuführen, i Das Kabinett hat ^gestimmt.

Die Regierungskrise- die bereit» seit einiger Zeit [ bestanden, über die aber infolge der schwebenden poli- tischcn Fragen nicht» berichtet werden konnte, ist nun­mehr, nach der Ablehnung des deutschen Angebote» durch die Vereinigten Staaten und nachdem die En­tente ein Ultimatum beschlossen hat, das uns vor die Wahl der Uebernahme ungeheuerlicher Lasten oder eine? neuen Kriege», mit der Gefahr der Besetzung des Ruhrgebiete», Türkisierung Deutschlands und der Zerstückelung -unserer Reichseinheit gestellt hat, akut? geworden. Am SamStag ist das Gcsamtkabinett vuöckgetrcten. . Die Beivreâkgâ.d^ len mit den Parteiführern haben bereits gestern be- piine» haben aber bis zur Stunde zu keinem Ergeb­nis geführt. Da die Sozialdemokratie es ablehnt, an der Regierungsbildung teilzunehmen, bleiben nur die bisherigen KoalitionSparteien übrig. Für den Reichs- kaiizlerposten werden bereit» einige Namen genannt so Stresemann, Schiffer, Steger Wald, doch dies sind nur Kombinationen zu einer bestimmten Anfliagrerteilung ist eS noch nicht gekommen. Leicht ist die Aufgabe jedenfalls nicht, die die kommenden Männer übernehmen müssen. Letztere müssen einen festen Mut, einen tiefen Glauben an ihr Volk rind üroßc Selbstverleugnung besitzen. Mit dem alten Porteigeist ist eine solche Regierung, die uns au» schwerster Gefahr retten, die das in tollem Strudel iimhcrgewirbelte Schiff, an» Ziel lenken soll, auch webt zu bilden. Wenn die bürgerlichen Parteien in dieser Entscheidungsstunde nicht anderen Geist zeigen als etwa die sozialistischen Parteien im Reichtagc. die am Tage, da die Pole» einen der frechsten Einfälle in deutsches Land machten und die Entente rin» den Lebensfaden abzuschneidcn droht, nur Reden hielten, Wd das eigene Land beschimpften, so ist uns einfach nicht mehr zu helfen. Nicht Vorteile, Rechte und Siege der Parteien brauchen wir, sondern Männer, die uns führen können.

Berlin, 5. Mai. Der Reichspräsident empfing beute vormittag den RcichstagSprästdcntcn Löbe. Im Laufe der Nachmittag? besprach der Reichspräsident sodann mit den Vertretern der sozialdemokratischen Fraktion und der einzelnen Fraktionen der jetzigen Koalition die Frage der Regierungsbildung. Mit einer Erweiterung der Koalition kann nicht gerechnet werden. Der Reichspräsident wird seine Verhandlun­gen morgen fortsetzcn. , Bisher sind sie noch nicht so­weit gediehen, daß ein bestimmter Auftrag zur Regic- rnugsbildung hätte erteilt werden können.

Berlin, 5. Mai Das Reichskabinett trat heute morgen zu einer Sitzung zusammen. Vor Eintritt w die Verhandlungen nahm Reichsjustizminister Dr. Heluze das Wort und führte folgendes aus: Er fühle dle Verpflichtung, namens des Kabinett? d-m Reichs­kanzler für - das zu danken, was er dem Kabinett in der Zeit seines Bestehens gewesen sei. Das Kabinett habe in der schwersten Zeit die Geschäfte des Reiches geführt und stets im besten persönlichen Einvernehmen jusammengearbeitet. Ein solches persönliches Emvcr- uehmen sei Voraussetzung für alle gedeihliche Tätiy- «lt einer Kabinetts. Selbst der schärfste Kritiker könn? dem Kabinett manchen Erfolg nicht abspr-chen. Zu diesen Erfolgen habe der Reichskanzler durch die Sri, wie er die Geschäfte geführt habe, ganz wesentlich br« getragen. Sein klarer politischer Blick, mit dem er so manche Schwierigkeit überwunden habe, seine unb^ streitbare Unparteilichkeit und sein persönliches Woll- wollen hätten ihm da» »ollste Vertrauen des Kabinc t? tingebracht. Diese» Vertrauen sei die beste Grundlage für die gemeinsame Arbeit gewesen, die jedem Mit- Alicde de» Kabinett» einen wertvollen Teil seines Lebeu» bedeuten werde.

Die

Erklärung der Verdanüsregierungrn.

London, 5. Mai. (Amtlicher Wortlaut) Die DerbandSregieruugcn stellen fest, daß trotz der w :del- b»lt«u Zugeständnisse, welche von den Verbündeten

taaraat

Offener Kamps in Oberschlesten

Verschärfung der Lage Korfanly Zivil- und MililSr» gouverneurDeutsche und Italiener kämpfen gemeinsam.

Die Lage in Oberschlesten hat sich seit Mitt­woch wesentlich verschärft. Der Stampf wird offen geführt. Die interalliierte Kommission hat die Deutschen in Oberschlesien aufgefordert, in die Reihen der Abstrmmungspolizei einzutreten und in Ratibor kämpfen bereits Deutsch und Italiener gemeinsam gegen die polnischen Ban­don, die straff militärisch organisiert und aus­gezeichnet bewaffnet sind, besonders auch mit schweren Waffen. Sie verfügen über Bahn- zorstörmittel sowie über Lastkraftwagen und militärisch organisierten Train. Ohne eingehende Vorbereitung von polnischer Seite wäre eine derartig umsaffende, schlagartig im ganzen Lande auftretende Organisation nicht möglich gewesen. Der Kampf geht, wie der von Korfanty ernannte Oberkommandant erklärt, um die Unabhängig- keitsmachung Oberschlesiens von Deutschland endgültig herbeizuführen, daspolnische Recht" mit der Waffe in der Hautz zu wahren. Ober­schlesien soll vollkommen in polnischer Hand sein und die interalliierten Truppen sollen in der Lage sein, durchzugreifeu. Man schätzt die Zahl der polnischen Insurgenten auf ungefähr 100 000 .Mann bestausgerüsteter Leute.

Bis zur Stunde liegen folgende Meldungen vor:

Im Laufe des Mittwochs hat sich die allgemeine Lage in Oberschlesien wei­ter verschärft. Die polnische Aufruhrbe­wegung wurde weiter nach Westen vorgetmgen. Die Nachricht von der Abberufung Korfantys als Abstimmungskommifsar wird von den Füh­rern der oberschlesischen BevötLeru-ig «infrimmiw dahin bewertet, daß Korfanty nunmehr in der Lage ist, die Führung des Aufstandes zu über­nehmen, ohne die Warschauer Kreise bloszu­stellen. Die Aufständischen beherrschen im allge­meinen das Gebiet südlich der Linie Rosenberg- Roesowska und Groß-Strelsy-Kandrzin; nach Westen hin wird das Aufstands gebiet durch die Oder begrenzt. Die Mittwoch von Ratibor aus begonnene Säuberungsaktion der italieni­schen Truppen im Kreise Rybnik konnte 'mach den bisher vorliegenden Nachrichten Erfolge noch nicht zeitigen. Im Laufe des Tages liefen zahl­reiche^ Meldungen ein, aus denen hervorgeht, daß die Aufständischen starke Unterstützung durch Bewaffnete erhielten, die über die polnische Gren?« kamen

Oppeln, 5. Mai. Nach den bis abends vorliegenden Nachrichten ist das Eesamtgebiet Oberschlssiens, das von der sogenannten Kor­fantylinie begrenzt wird, vom polnischen Auf­stand ergriffen. Die genannte Linie folgt dem Laufe der Oder bis Klein-Schi mmitz, fällt dann mit der Westgrenze des Kreises Eroß-Strehlitz zusammen, durchschneidet den Kreis Rosenberg in der Gegend von Zembowitz und endet nörd­lich von Vozanowitz an der polnischen Grenze. Aber auch über diese Linie hinaus breitet sich der Ausstand in den Kreisen Ratibor, Gosel und Rosrnberg noch aus. Die Aufständischen benutzten den heutigen Tag vor allem dazu, ihre Organisation ousznbauen und sich durw Unterstützungen an Menschen und Material von Polen her zu verstärken. Bei Nierada und Äisia im Kreise Tarnowitz sind Nachschübe über die polnische Grenze einwandfrei festgestellt worden. Korfanty ließ in den Landgemeinden überall Aufrufe verbreiten, in denen er sich als Präsident der Wojewodschaft Schle­sien bezeichnet. In den meisten Orten sind die deut'chgesinnten Gemeindevorsteher ynd Kommunalbeamten ihres Postens enthoben und durch Aufständische ersetzt wor icn. In Radzion- kau wurde von den Aufrührern ein Konzen­trationslager eingerichtet. An vielen Orten versuchen die Aufjkändffchen, mit den Instanzen :er interalliierten Kommission zu verhandeln.

Der Zentralverband der Angestellten in Hinden­burg richtete an den deutschen Bevollmächtigten in Oppeln ein Telegramm, worin er auf die Lebensmittslknavpheit und auf die Gefahr be­vorstehender Plünderungen hinweist.

Der Zweck des Aufstandes.

Warschau, 5. Mai. Korfanty fordert in einem Aufruf di^ oberschlsstsche Bevölkerung zur Auftechterhaltung von Ruhe und Ordnung auf und droht strenge Strafen für Raub, Mord und Diebstahl an; Todesurteile bedürften seiner Bestätigung.

Der von Korfanty ernannte Oberkomman­dant der Aufständischen, Dowiva, erklärt in seinem ersten Tagesbefehl, daß das Ergebnis der Abstimmung von der Welt nicht anerkannt werde und daher die polnischen Rechte mit der Waffe in der Hand gewah rt werden müßten. Er ordnet an, daß die ge­heimen deutschen Milltärorganisanonen zu ent­waffnen seien, der friedlichen deutschen Bevöl­kerung gegenüber aber Vie der ganzen Welt bekannte polnische Toleranz (!) zu zeigen sei. Gegen die alliierten Behörden solle man sich loyal verhalten und unbedingt jeden Konflitt mit diesen vermeiden.

Nach einer Meldung der polnischen Tele- graphen-Agentur sandten die Führer der pol. nischen Aufftantzsbewegung in Oberschlesien an den Obersten Rat, zu Händen Lloyd Georges, ein Telegramm, worin sie mit der Zerstörung der industriellen Anlagen drohen, falls ihren rntlv.ro 4 en, werde,

Parks, 6. Mai. Nack einer Havar-Mektzung au» Warschau vom 4. Mai ist der polnische Pkebiftitkom- miffar in Obcrschlesicn, Korfanty, wegen UtberOfrrei* hing seiner Befugnisse von seinem Posten abberufen worden.

BreSlau, 5. Mal. Korfanty hat sich gestern abend zum Zivil« und Militârgonvrrneut von Oberschlesien auSgerufen.

Gin englischer Augenzeugr.

London, 5. Mai. Der Sonderberickterßatter des .Daily Expreß" messet unter der Uebrrjdirift .Im polnischen Laaer" au» Beutbcn unterm 4. Mai über feinen Besuch imGroßen Hauptguartier der polnischen Aufständischen": Der gesamte Bezirk um Kattowitz, Beutbcn und Gleiwitz herum ist ein riesiges Lager. Zwischen Kattowitz und Hindenburg kam ich an wenigsten» 10 000 Sokol» vorbei, die die Straßen ab« patroullierten, auf den Feldern lagerten und die Dörrer besetzt hielten. Die Truvpcn waren mit allen Waffen moderner KrieaSkunü ausgerüstet. Ich sab die letzten Typen von Sanitätswagen, Feldküchen und reichten und schweren MalÄinengcwckren. Al» ick Kattowitz heute morgen verließ, war die Stadt ruhig, nach einer Nacht des Terror». Den neugierigen pol­nischen Zivilisten, die meinen Kraftwagen anbielten und nach meinem Paß fragten, genügte daS frauzöüschc Visum. In Blottwitz wurde ich vor den polnischen Neaeralstab geführt und dort eingehend untersucht. Einer der Stabsossiziere erklärte triumpbierenS: BiS Ende der Woche besindet sich kein Deutscher mehr in Obencklesicn". Auf dem Wege mriicf nach Beuthen kam ich durch mehrere verlasseuc Dörrer. Die Einwohner waren eiitived:-, vom Schrecken ersaßt, geflohen oder hielten sich in den Kellern verborgen. Leichname von deutschen Polizisten unb polnischen Insurgenten, d e nicmand zu beerdigen versuchte, lagen an den Wegen alS stumme kugelt des bitteren Kampfes. Der Berichter la' ter schließt:Tic interalliiektcn Vertreter schreiben eur- mütig dcn Polen die Hauptschuld zu."

Einstellung von Deutschen in die Apo.

Opp'!», 6. Mai. Hier wird folgender Aufruf verbreitet: Die interalliierte Kommission hat beick'ossen, 2 > 0 Den sche, mögt djit Ob r ch Str, in die Apo etn« würden. Jeder junge D u u,c melde sich nachmittags 2 Uhr im Gymnasium, Zunmcr Nr. 6. Vor allem oiien sich ehemalige Off.zic cc, De amten x. melden. Militärvamere uns mitju-ringcit, möglichst auch Wäsche und Stic el. $At die Orden als Erkennungszeichen mitbringen/ Es geht um die Heimat.

seit der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles gemacht worden sind, un eacht-t Der Warnungen u:w Zwangsmaßnahmen, die in Spaa und Paris bc- schlosstu würben, wic'anch der in London angckiindigteu und seither in Kraft getretenen Maßnahmen die be midie Regierung mit der Erfüllung der Beipflichtung«» im Rückstände ist, die ihr nach den Bcuunmungkn der Versailler Vertrage» obliegen un» zwar in folgenden Punkten: »

1. Entwaffnung,

2. Zahlung von 12 Milliarden Mark, die gemäß Artikel 235 deS FliedensvereraaeS am 1. Mai fällig

sarr

waren und deren Begleichung von der Reparctions- lommission bereits für den genannten Zeitpunkt Der* langt wurde,

3 . Aburteilung der KricgSV rbrecher unter den Be­dingungen, wie sie erneut durch die Verbandtnoten vom 13. Februar und 17. Mai 1920 scstgclcgt wurden,

4 einig n anderen wichtigen Fragen, in erster Linie denjenigen, welche die Artikel 264 bis 267, 269, 273, 321, 322 und 317 deS FriedenSverirageS berühren.

Sie beschließen derdelb:

a) heute bereits alle vorbereitenden Maßnahmen zu ergreifen, welche »ur Besetzung deS Ruhrgebiet»

durch die verbündeten Truppen am Rhein nötig sind und zwar unter den in § d vorgesehenen Bedingungen.

b) Gemäß Artikel 233 bes FriedenSvertrage» die RcparationSkommission anfzusordern, der deutschen Regierung unverzüglich die Zeiten und Bedingungen für die Begleichung der deutschen Schuld in ihrer Gesamtheit mitzuteilen und ihre dierbczügliche Ent- schlitßung der deutschen Regierung bis spätesten» 6. Mai betanntjugeben.

e) Die deutsche Regierung aufzufordem, inner« bald einer Frist von sechs Tagen nach Empfang der obigen Entschließung klipp und klar zu erklären, daß sie entschlossen ist:

1. ohne Vorbehalt oder Bedingungen ihre Verpflichtungen zu erfüllen, so wie sie von der Reva- rationSkommission festgelegt sind.

2. ohne Vorbehalt oder Bedingungen hin« sichtlich ihrer Verpflichtungen die von der Reparation»« kommission vorgeschriebenen Sicherheiten anzunehmen und durchzuführen,

8. ohne Vorbehalt unverzüglich die Maß« nahmen zum Zwecke der Abrüstung zu Lande, zu Wasser und in der Luft, welche der deutsche» Re­gierung durch die Verbandsmächte durch Schreiben vom 29. Januar aufgegeben ist, durchzuführen, soweit die Durchführung dieser Maßnahmen bereits fällig geworden ist und unverzüglich die weiteren Maßnahmen zu Ende ju führen, die ju bestimmten Fristen ver­wirklicht sein müssen,

4. ohne Vorbehalt und unverzüglich die Ab- itrieilung der Kriegsverbrecher vorzunehmen, sowie die Erfüllung der übrigen Teile de» Vertrage», denen bisher noch nicht Genüge getan ist und von denen in § 1 dieser Note die Rede ist.

d) am 12. Mai zurBesetzung bei Ruhr, tale » zu schreite» unb alle anderen militärischen Maßnahmen zu Wasser und zu Lande zu ergreifen bei âchteriüLnsâ der obigen Bcdiuauuaen durch dre beuffdje Regierung. Diese Besetzung wird so lange dauern, bis Deutschland die ihm in Paragraph c auf* gezählten Bedingungen erfüllt haben wird.

London, 5. Mai 1921.

gez. Lloyd George. Briand. Sforza. Jaspar. Hayashi.

Polirische Tagesberichle.

Harding unb die Flottcnabrüstung. Es wird gemeldet, daß Pcäswent Haxding gegen die Annahme der Bill der Marinelrcdite Ein­spruch erhob, in der aufgefordert wird, eine internationale Konferenz für die FlotteaaL- rüstung einzuberufcn. Der Präsident weist da­rauf hin, daß diese Bill einen Eingriff des Songreffes in die internationale Politik be­deute, die ganz der Exekutivgewalt überlassen sei. Es heißt, daß die Bill, die schon vom Abge­ordnetenhaus angenommen wurde, einen Zusatz in diesem Sinne erhalten werde, wenn sie dem Senat vorgelegt wird. Es wird versichert, daß Präsident Harding trotz seines Wunsches, die Entwaffnung herbeizuführen, die Ansicht aus- gedrückt habe, daß alle nötigen Kredite zur Aus­führung des Flottenprogramms von 1916 und für die Ausführung der Lücken in der amerika­nischen Flotte genehmigt werden müssen, bevor ein Programm der Flottenentwaffnung festge­stellt werden kann.

Revoloeranschlag auf einen serbischen Minister. Aus Belg rav wird gemeldet: Als Der Minister des Innern Draskowitsch ver­gangene Nacht um 1 Uhr nach einer Sitzung der demokratischen Partei das Gebäude verließ, um sein Automobil zu besteigen, trat ein junger Mann an ihn heran und versuchte, einen Re­volver auf den Minister abzuseuem. Die Waffe versagte jedoch und der Minister batte die Geistes, gegenwart, dem Attentäter aus den Arm zu ichlagen, worauf der Mann flüchtete. Dem glatteN wostl" zu'olge vermutet man in dem Attentäter einen Kroaten. An maßgebenden Stellen führt man den Anschlag auf kommuni- stifchen Ursprung zurück.

Deutsche und Italiener kämpfen gemeinsam gegen die Polen.

(Letzte Meldung)

BreSlau, 6. Mau In Ratibor, da» boll» fommen »on dcn Aufrührern eingeschossen ist, hat b« italienische Kre SkontrsUcur best deutschen Plebiszit komimssir amtlich aufgeforbert 500 Man» für die Absliminun,»Polizei (Apo» zu stellen. Die Stellunz ist bereits erfolgt. Deutsche und Italic« er sümpfen gemeinsam gegen die Polen. Die rechte Oberseite ist von ben Polen besetzt, während die link Seite noi von den deutschen gehalten wird.

An» Tarnowitz wir» gemeldet, daß reguläre polnische Truppen über die Grenze kommen unb m ber Stadt in Zivil eingetkibet werden