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Sanauer

General-Anzeiger

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Nr. 162

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und vrovinziellen Teil

sowie Svort Wilhelm Moritz: für Anzeigen und

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanaa Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main.,

Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernsvrechanschlüss« Nr. 1237 und 1238.

Dienstag den 3. Mai

1921

Deulschlanös letzte Frist.

VorbehaMose Annahme der Bedingungen bis 13. Mai. Andernfalls

sofortige Besetzung.

Die Londoner Konferenz ist in ihren gestrigen Sttaiungen ein großes Stück vorwärts gekom­men, sie hat sich auf den Vermittlumgsvorschlag Zaspar geeinigt und zwischen Briand und Lloyd George herrscht in der Frage der Anwendung her Zwangsmaßnahmen gegenüber Deutschland wieder einmal Uebereinstimmung. Deutschland wird von der Reporationskommission den Zah­lungsplan der deutschen Schuld und von den Wiierten eine Reihe von Bedingungen über­mittelt bekommen, die es sämtlich vorbehalt­los bis 13. Mai anzunehmen hat. Weinert sich Deutschland, die was heute schon festste*! unmöglichen Bedingungen mit Haut und Haare zu schlucken, wird die Besetzung des Ruhrgebiets und der anderen vorgesehenen Zone, über die bisher Klarheit noch nicht besteht, automatisch mit dem 13. Mai durch geführt werden. ©k Mo­bilisierung und Bereitstellung der Truppen er­folgt bis dahin, so daß zu dem genannten Zeit­punkt der Einmarsch unweigerlich erfolgt, wenn Deutschland seine Unterschrift verweigert. Dies ist der augenblickliche Stand, an dem sich kaum soch etwas ändern dürfte.

Sitzungsberichte.

Die Sitzung der Obersten Rate? begann mm 1 Uhr nachmittag» und war bereits kurz vor 2 Uhr beendet. Der Entwurf des RedaktionSauSschuffe? wurde in seinen großen Zügen gutgeheißen. Die Finanzfächverständigen werden nochmals um 3 Uhr wsammenkommen, um die Zahlungsbedingungen und ne Sicherheiten endgültig ferUa baut gestimmt sind, an Stelle de» territorialen Unterpfandes M treten. Die Besetzung würde nämlich nicht statt, finden, falls Deutschland die ihm von der Reparation?- kowmission aufgegebenen Bedingungen annehmen sollte. Die Zustellung wird innerhalb einer Frist von vier Tagen erfolgen, und die deutsche Regierung wird innerhalb einer Frist von 5 bis 6 Tagen antworten müssen. Auf diese Weise werden die Verbandregier- ungen über die endgültigen Absichten Deutschlands bis zu dem Augenblick der Beendigung der Vorberei­tungen zur Besetzung genau unterrichtet sein. In­folgedessen wird das militärische Vorgehe« in dem wahrscheinlichen Falle einer Weigerung Deutschland» keine Verzögerung erleiden.

Faspars Plan. Die Zahlungsbedingungen.

Paris, 2. Mai. HavaS meldet aus London: Die Sitzung des Redaktionsausschusses der aus Briand, Lord Curzon, Graf Sforza und Jaspar bestand, war um 12.50 Uhr nachmittags beendet. Es kam eine Verständigung über den Wortla«t zustande, der dem Obersten Rat unterbreitet werden wird und dessen Annahme nicht zweifelhaft ist. Der zur Annahme ge­langte Entwurf wird es Frankreich ermöglichen, u n- scrzüglich die militärischen Maß­nahmen e i n z u l e i t e n, die für die vorgesehene Besetzung notwendig sind, in erster Linie also die Ein­berufung der Jahrganges 1919. Während der nötigen Vorbereitungszeit wird die Reparationskommission an Deutschland eine Zustellung über die Zahlungsweise und die Sicherheiten für die Zahlungen zur Begleich­ung seiner Schuld ergehen lassen. Wenn Deutschland bis zum Ablauf dieser Frist seine Zustimmung nicht gegeben hat, so wird die Besetzung des Ruhrgebiete? unverzüglich wirksam werden.

Was die

Zahlungsbedingungen

betrifft, so wird Deutschland 36 Jahresraten in Höbe von 5 Proz. seiner Schuld leisten müssen. Bis 1926 ist ein Zinsfuß von 2l/2 Proz. vorgesehen der in der Folge auf 5 Proz. einschließlich der Tstgungsquote erhöht werden wird. Die Reparationskommiisiou wird drei Gattu«gen von Bons ausstellen. Eine erste Rate von 12 Milliarden Goldmark, die innerhalb eines Jahres zahlbar ist, eine zweite Rate von 38 Milliarden Goldmark, die am 1. November auSaegcbcn werden wird, eine dritte Rate von 80 Milliarden Goldmark, die se nach der Aufnahmefähigkeit des internationalen Geldmarktes und der Zahlungsfähig- 'üt Deutschland? ausgegeben werden wird.

Der Beschlich der Alliierten.

Deutschlands Galgenfrist bis 13. Mai.

Paris, Z. Mai. Der Sonderberichterstatter »er Agentur Havas erfährt aus London, daß die Alliierten sich gestern nachmittag über die wesentlichen Bestimmungen einer Entschließung einigten, die heute vormittag endgültig festgesetzt werden soll. In dieser Entschließung beschlossen die Alliierten, alle militärischen Maßnahmen zu ergreifen, die im Hinblick auf die Besetzung des Ruhrgebietes durch die alliierten Streitkräfte notwendig sind. Sie ersuchen den Reparations­ausschutz in einer Frist von höchstens vier Tagen

Frankreich mobilisiert.

die Art und Weise der Bezahlung der deuifchen Schuld festzusetzen und bekanntzugeben. Im glei­chen Zeitraum werden die Alliierten Deutschland die Bürgschaften bekanntgeben, die zur Aus­führung seiner Verpflichtungen für notwendig gehalten werden; sie werden das deutsche Reich auffordern, die Aburteilung der Schuldigen oor- zunehmen und die Entwaffnung zu Ende zu führen. Deutschland wird vor dem 13. Mai seine vorbehaltlose Annahme der Bedingungen zu erkennen geben können; wenn es sich weigert, wird die Besetzung automatisch sofort mit dem 13. Mai durchführbar. Sie wird an dem Tage auf­hören, an dem Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt haben wird.

Ein Garantieausschuß in Berlin.

Paris, 3. Mai. (Havas.) Die Sachverstän­digen derMiie-ten sind gestern abend -zu'ammen-. getreten, um sich über den Vorschlag der franzö­sischen Delegation zu einigen, welche die Ein­setzung eines Garanti«aussck'uff«n in Berlin for­dert, um die Bezahlung der 11 Milliarden Gold­mark zu sichern, die noch zu erstatten sind, wenn Deutschland eine Milliarde Gold, welches die Reserve der Reichsbank darstellt. abneftefert haben wird. Der Rat wird wahrscheinlich heute eine endgültige Entscheidung über diesen Punks liessen.

Frankreich mobilisiert

Paris, 3. Mai. Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet aus London: Wäh­rend der um 9 Uhr abends zu Enhe gehenden Sitzung des Obersten Rates sei schwer gearbeitet worden. Bei Schluß der Sitzung habe Briand zu Lloyd George gesagt:Kann ich die Eini­gung als hergeftellt ansehen und kann ich die Truppen mobilisieren?" Lloyd George habe ge­antwortet:Aber gewiß, sofort."

Paris, 3. Mai Havas meldet: Sofort nach seiner Rückkehr in sein Londoner Hotel, hat DXtanb um 9.15 Uhr an den Kriegsmir "ic B-arthou telegraphiert, daß er sofort den Befehl zur Einberufung der Jah­resklasse 1919 erteilen solle. In Ueber­einstimmung mit diesen Weisungen, hat der Kriegsminister beschlossen, die Jahresklaffe 1919 durch individuellen Befehl einzuberufen. Jeder der den Befehl erhalten hat, muß seinen Mobil- machungsorit, der in feiner Mobilmach ungevor- schrist angegeben ist, äussren. Die «inbrrurenen Mannschaften werden sofort eing^eiht, einge­kleidet. ausgerüstet und bewaffnet. Sie treten in Nachschubabteilungen ein, die bereits vorge­sehen und für die Rheinarmee bestimmt sind. Der Transport dieser Abteilungen in die Rheinland« wird organisiert, daß der Handelsverkehr nicht unterbrochen wird. Der Zeitraum, in dem diese Abteilungen bereit sind, kann kaum geringer sein, als der im Mobilmachungsfalle für die gleichen Maßnahmen erforderlich wäre. Der Unterschied besteht lediglich in der Anzahl der zu transpor­tierenden Leute. Daraus folgt, daß die von den Eisenbahnen verlangte Leistung bedeutend ge­ringer ist und die wirtschaftlich« Lage des Lan­des nicht gefährdet.

Berlin, 3. Mai. Wie derLokalanzeiger" meldet, wurden in Düsseldorf für die Truppen, die ins Ruhrgebiet marschieren sollen, Weg­weiser angebracht. Mehr als hundert Woh­nungen wurden für die auf dem Durchmarsch befindlichen französischen Offiziere mit Beschlag belegt. Ferner erhielt dis Stadt Düsseldorf den Befehl, für die französischen Veiatzungs- mannschaften sofort den Bau einer neuen Kaserne in Angriff zu nehmen.

Der Plan Loucheurs.

Jpu. London. 3. Mar. Der von Loucheur der Londoner Konferenz vorgalegte Plan für ^i« wirtschaftliche Ausbeutung des Ruhrgebiets steht die Fortsetzung aller Betriebe der Kohlen- und Eisenindustrie, soneit si« zum Großbetrieb zu rechnen sind, auf Rechnung der alliierten Enl- tchädiDngskommission vor. Die Eig-' 'mr sollen verpflichtet werden, sich allen Anord­nungen der alliierten Kontrollkommissionen, di« in den Betrieben unteraebradit werden, zu

fügen. Für dre Fortsetzung der Arbeit, für Ruhe und Ordnung auf den Zechen, in den Fabriken usw sind die Eigentümer verantwortlich. Streiks werden verboten. Jeder Arbeiter, der streiken w'll, wird sofort aus dem besetzten Gebiet ent­fernt. Die Ablieferung aller Produkte darf nur an die alliierten Behörden erfolgen oder mit deren Zustimmung an die Käufer der Waren. Doch werden Zahlungen nicht an die Werke ab­geliefert. sondern sind an die noch näher zu be­stimmenden Kassen der alliierten Kommissionen zu entrichten. Die Entschädigung, welche die Werke für ihre geleistete Arbeit erhalten sollen, müssen näher festzolegt werden und haben sich prozentual zu den Kosten der Produkte zu stellen, während die Gewinne der Unternehmer diesen nicht ganz, sondern nur teilweise zufließe,r sollen, der Rest ist der alliierten Entschädigungskom- misston zu überweisen.

Loucheur verspricht sich von diesem Verfah­ren so gewaltige Summen, daß allein aus diesen Gewinnen die monatlichen Forde-u^" der Alliierten zu bestreiten seien. Dann stehen den Alliierten noch die Gewinne aus den Verkäufen der deutschen Waren und Produkte zu, die nicht von den Unternehmern, sondern von den Alliier­ten selbst abzusetzen sind, wie Kohlen, Eisen usw.

Gegen diesen Plan tragen die englischen Sakbverständigen schwerste Bedenken. Man be­zweifelt ernstlich, daß der Plan überhaupt durch­führbar ist, weshalb man schon Gegenvorschläge macht, um die deutschen Jndustriewerke in der zu besetzenden Zone einfach mit bestimmten monatlichen Abgaben zu belegen und im übrigen dea Handel mit den Produkten freizulâssen.

Englische Pressestimmen.

Für und wider die Zwangsmaßnahmen.

»»rwangeuitig ^hüöâsicr LaârÄtev über den Inhalt und die Dauer des Ultimatums, das Deutschland übersandt werden soll, veröffent­lichen die Londoner Blätter verschieden lautende Berichte. Einer Meldung zufolge sollen die Be­dingungen Deutschland erst innerhalb von acht Tagen überreicht werden und die Frist, die Deutschland gewährt wird, soll vier Tage dauern. Unter den Maßnahmen zur Erzwingung der Forderungen der Alliierten befänden sich die Be­setzung des Ruhrgebiets, eine britische Demon­stration zur See gegen Hamburg und Bremen und eine Aktion beBglich der Zollabgabe.

PallMalland Globe" schreibt unter der UeberschriftDeutschlands letzte Gelegenheit. Wird Deutschland verstehen und gehorchen?" Wenn Deutschland sich weiter hartnäckig zeige, dann müßten endgültige Maßnahmen getroffen werden, um die deutschen Werte eher unter die Kontrolle seiner Gläubiger zu bringen. Nichts dürfe unterlassen werden, um zu beweisen, daß Die unternommene Aktion den gemeinsamen Willen und die gemeinsame Verantwortlichkeit der Alliierten darstelle und daß dies Maßnahmen beibehalten werden, bis die Entwaffnung und die Reparationen in dem vom Fri'edensvertrage vorgesehenen Maße sichergestellt seien.

Evening News" schreibt:Deutsch­land muß abrüsten, Deutschland muß zahlen!" Bei der Verfolgung dieses Zieles siud die In­teressen der Alliierten vollkommen identisch, wie sie es mitten im Kriege waren.

Star" schreibt: Die Tatsache, daß die Alliierten Übereinkommen seien, Deutschland eine siebentägige Gnadenfrist zu gewähren, lasse erhoffen, daß noch im letzten Augenblick die un­besonnene Politik Frankreichs zum Stehen ge­bracht und Europa vor einem:aouen Verbrechen bewahrt werde. Es würde eine Katastrophe be­deuten, wen-n die Alliierten bei einem so hoff­nungslosen Abenteuer wie dieses, hinter dem Wagen des Marschalls Foch Verläufen müßten.

Westminster Gazette" schreibt, Eu­ropa brauche vor allem eine reine Lösung, die es ihm ermögliche, an di« Arbeit zu gehen in der Sicherheit, daß keine Krisen und keine neuen militärischen Operationen mehr kommen. Die gesamte Geschäftswelt und alle friedlich gesinn­ten Leute fürchteten vor allem, daß über Europa eine große und unmögliche deutsche Schuld hänge und daß dabei alle Wahrscheinlichkeit besteht, . jede Unterlassung Deut'chlands zu einer neuen Krise und zu einem ne^en Kampf zwischen en Mächten führe. Das Blatt fordert Llovd George auf, den Franzosen offen heraus die reine Wahrheit zu sagen, «anssi-*. daß das bri­tische Volk nicht an die Möglichkeit glaubt, daß aus Deutschland durch irgendwel-che Mittel die ^roßen Summen, die ron ihm oefordert werden, herausreholt werden können und daß England einer Politik, di« auf die Zerstückelung Deutsch­lands gerichtet ist, weil Deutschland das Un­mögliche verweigere, nicht zustimmt

Polnisch.Prolestslreik in Oberschlesien

Bor schweren Tagen in Oberschlefien.

Kattowitz, 2- Mai. Alle Gruben Oberschlesiens mit Ausnahme zweier Belegschaften sind aus­ständig. Angeblich handelt es sich um einen polnischen Proteststreik gegen die Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens.

Kattowitz, 2. Mai. Nach den bisher vorlie­genden Nachrichten befanden sich bis nachmittags etwa 80 Prozent sämtlicher Gruben des ober- schlesischen Jndustriebezirks im Streik. Don 240 000 Arbeitern befanden sich etwa 190 000 im Streik. Ausgenommen die Gruben Nordfeld und Agneshütte wird im Bezirk der Bergwerks- inspektion 1 gearbeitet. Auch auf der Gräfin Lzuvaqrube, der Fürstengrube, sowie der Hein­rich Glückgrube wird die Arbeit bisher aufrecht­erhalten, Doa den Erzgruben und Zinkhütten streiken die Schillerhütte bei Kattowitz, bie Kuni­gundehütte bei Dogutschütz und sämtliche Erz­gruben und Zinkwalzwerke der Hohenlohewerke sowie der Gieschegruben, ausgenommen bie Eisenhütte Ferrum. In Bezirk Sckioppinitz wird auf allen Eisenhütten gearbeitet. Im Laufe des Tages ist vielfach festgestellt worden, daß «in großer Teil der Streikenden den Grund des Streifes überhaupt noch nicht kennt. Zahlreich« Bergarbeiter, die zum Feiern gezwungen waren, äußern lebhafte Mißbilligung über den Streik. Die Veröffentlichungen derOberschlesischen Grenzzeitung" sind offenbar als Signal für die geplante Aktion anzusehen, welche bezweckt, durch Provokation der polnischen Minderheit auf die bevorstehende Beschlußfassung des Obersten Rates in der oberschlestschen Frage entscheiden­den Einfluß auszuüben. In den deutschen füh­renden Kreisen verkennt man nicht ben Ernst der Lage, doch wartet man mit Ruhe die weitere âMLML..derDi.nüe â inM^üW^ . baß an der geschlossenen Haltung der deut i chen Mehrheit in der oberschlesischen Bevölkerung bis Provokation der polnischen Mnderheit scheitern wird.

Beuthen, 2. Mai. Die Streiklage im ober« schlesischen Abstimmungsgebiet hat sich in den Abendstunden verschärft. Von 62 Gruben streiken 55. Nachmittags traten auch die Arbeiter der Guido Otto-Hütte und der Schlesiengrube in den Streit. Es macht sich immer mehr bemerkbar, daß der Streik durch die beünruhigende'n Artikel der Grenzzeitung veranlaßt worden ist, da in den einzelnen Betrieben die zur Arbeit erschienenen Arbeiter unter Hinweis auf die Grenzzeitung zum Streik aufgefordert und die Arbeftswilligen von der Arbeit ferngehalten werden. In Karf und Bo-brok wurden die Eisenbahnbeamten aus den Büros verjagt. Die Karfer Beamten mußten in die Nachbarstadt Beuthen flüchten. Die Apo wurde beauftragt, die Bahnhöfe zu besetzen, da­mit der regelmäßige Zugverkehr wieber ausge­nommen werden kann. Im gesamten Industrie­gebiet beobachtet man hie Md da Ansammlungen größeren Umfanges. Doch ist es bisher noch nicht zu Ausschreitungen gekommen.

Beuthen, 2. Mai. Da man auch in den Krei­sen der interalliierten Kommission an nimmt, daß es sich um einen politischen Streit handelt, der durch die Bekanntmachung der angeblichen Ent­scheidung über eine Teilung Oberschlesiens ver­anlaßt wurde, wurden die Umzüge, die gestattet waren, falls sie ohne Fah'^n und Aufschrift- tafeln statt fanden, heute verboten, sodaß den Polen die Möglichkeit genommen ist, die für ben morgigen Evinnerungstag der polnischen Kon­stitution vorgesehene Feier durch Umzüge zu

Kattowitz, 2. Mai. Auf der Konkordiagrube erklärten die Arbeiter dem französischen Kreis- konttolleur auf dessen Frage, nach ihnen Forde­rungen, sie würden so lange ausständig bleiben, bis erstens der Artikel in derGrenzzeitung" widerrufen sei (gemeint ist wohl b:- Nachricht derGrenzzeitung" über den angeblichen Vor­schlag der interalllixeten Kommission an den Obersten Rat über die Teilung Ob:rschIcsiensz. 'weitens, die entlassenen Arbeiter auf der Glei- witzgrube wieder eingestellt seien, drittens. Di­rektor SSienacfer aus der Gleiwitzgrube ent­fernt sei

Beuthen, 2. Mai. In Bogutschütz, E"> m. Achoppinitz und den anliegenden Ortschaft«: ssüchten die deutschen Bewohner aus Furcht vor Terrorakten. ~ .

(Weitere Nachrichten über den Streik Seite 3.)

Kum »rieben zwischen Amerika und Deutschland. Siner Ncwyorkcr Meldung de? .Manchester Guardian" »ufolge berichtet .Newhork 8-vemng Poff", kaö bat erste endgültige Srgebnil der Herstellung de» Frieden»rnstande» »wischen de« Ver­einigten Staaten und Deutschland die Zurück, iedudkg der amerikanischen Truvven vom Rhein sein werde.