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General-Anzeiger

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Verlagsleituns: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil , Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil

... -- . ~__<, . sowie Sport Wilhelm Moritz: Mr Anzeigen und ^

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou ä*S

I Motationsürua cer wauennausDuajoruaeret panau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage

FernspreLanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

Nr. 100

Samstag den 30. April

1921

Das Neueste.

Di« deutsch« Regierung erklärt in einer Note an die Reparations-Kommission an der Aufstellung des Zahlungsplanes nicht teilzu. nehmen, hinsichtlich dessen sie jedoch alle Vor­behalte macht.

Die Reparations-Kommission soll festge. stellt haben, daß gegen Deutschland aus dem Grunde, weil * es die bis zum 1. Mai fälligen zwanzig Milliarden nicht völlig bezahlte, Sank­tionen nicht angewandt werden könnten.

2m Reichstag wurde gestern die Aus­sprache über den Aufruhr in Mitteldeutschland fortgesetzt.

Die schleichende Reichrkabinettrkrise scheint sich in akute Wirkungen auszulösen.

Protest gegen die angemeldeten Schäden.

Eine deutsche Note an die ReparatiouS- kormmssum.

Berlin, 30. April. Am 24. April übergab die Kriegslastenkornmission der Reparationskom- mission eine Note, in der es u. a. heißt:

Nachdem der zur Prüfung der Schädenfeft- setzung gebildeten deutschen Organisation Ge­legenheit gegeben worden ist, sich zu den Forde­rungen der alliierten Mächte zu äußern, beehrt sich die deutsche Regierung der Repavatronskom- mission zur Frage der, Reparationsverpflich- tungen folgende Mitteilungen zu machens

Die von einzelnen alliierten Regierungen der Reparationskommission eingerichteten Schä- denvechnungen sind zum überwiegenden Teil in rinex Weise aufgestellt, die es nicht gestattet, zu :iner kharon Erkenntnis der berechneten Schäden Md ihrer Bewertung zu gelangen. Sie ent- haAen in sehr vielen Fällen Üur dtè Endziffern für einzelne Schädengruppen. Das vorgelegte Material blieb in der Hauptsache für eine um­fassende und systematische Stellungnahme unzu­länglich. In einer beträchtlichen Zahl von Fällen ist der Nachweis gelungen, daß Scha­denposten zu Unrecht eingesetzt oder zu hoch bewertet oder mehrfach in Rechnung ge­stellt worden sind. Damit ist auch die materielle Unzuverlässigkeit der Schädenrechnunz ernstlich erschüttert. Die deutsche Regierung kann mit Rücksicht auf di« Unvollkommenheit und Unzu­verlässigkeit des ihr zugänglich gemachten Ma­terials und mit Rücksicht auf die Kürze der ihr zur Aeußerung gelassenen Zeit nicht anerkennen, daß ihr in dieser so überaus bedeutenden Frage billiges Gehör im Sinne des Artikels 232, Ab­satz 2 des Friedensvertrages von Versailles -ge­währt worden sei.

Auf Weisung der deutschen Regierung vom 28. April ist seitens der Kriegslastenkommission eine Erklärung übersandt worden, daß sich die deutsche Regierung nicht in der Lage sieht, am 29. April über den Zahlungsplan zu verhan­deln. Die deutsche Regierung hat vor wenigen Tagen der amerikanischen Regierung einen neuen Plan übermittelt, auf welchen die Ant­wort noch aussteht. Die deutsche Regierung möchte es unter diesen Umständen zunächst der Reparationskommission überlassen, ihrerseits einen Plan auszustellen, hinsichtlich dessen sie jedoch alle Vorbehalte macht. Sie verweist da­bei auf die bei den Verhandlungen über die Höhe der Entschädigungssumme von ihren Ver­tretern abgegebenen Erklärungen, in welchen gegen die Unzulänglichkeit der ihr zur Prüfung der Entschädigungssorderungen gegebenen Zeit und gegen die Unzulänglichkeit der Unterlagen dieser Forderungen wiederholt Verwahrung eingelegt worden ist.

Arbeiten bi- Mitternacht!

Pari-, 29. April. Das Journal des Debat» unternimmt unter Hinweis auf die nun vom Wieder- berstellungSauSschilß festgesetzte Schadenforderung einen Vorstoß gegen jede Rückkehr zum Pariser Abkommen und legt dabei die französische Auffassung mit einer ungewöhnlich plumpen Offenheit dar. Da heißt eS:

Deutschland schuldet den Verbündeten 132 Milliarden Goldmark. Man muß eS auffordern, diese Schuld in Üner gewissen Zeit zu begleichen. Da Deutschland dlestS Geld nicht besitzt und auch keinen Wert von gleicher Höhe, den man pfände» kann, muß man eS behandeln wie jeden Schuldner; eS muß Abschlag», iahlungen leisten, und man muß sich sichern, daß eS die VermögenSstücke, die el noch besitzt, anständig verwaltet. Mo man muß zuerst pfändbare und verkaufbare Sicherheiten nehmen und dabei so verfahren, wie man «egcnSber Ehegatten und Vätern verfährt, die grauen und Kindern Alimentationen leisten. müssen. Man wuß den Deutschen sagen:Arbeite, und am Abend, wenn du fertig bist mit deiner Arbeit, dann arbeite noch bis Mitternacht, hi» 1 Uhr morgen», damit du Werte wwffstJ Wenn darauf geantwortet wird, da» sei vklaverci, dann muß man erwidern;Nein, alle Erliche« Mensche«, die Schulden iu bezahlen haben,

leisten ein übrige», um sich von diesen Schulden zu befreien." Gewiß, so fährt der Artikel fort, kann man ein Land nicht behandeln wie einen gewöhnlichen Schuldner. Aber Deutschland, das sich entzieht, hat Kohlen, die man pfänden kann. Wenn es bann schreit, muß man eS heulen lassen, wenn es Ausstände macht, muß man ihm den Gürtel, den es um den Leib trägt, enger schnüren. Ein Volk kann nicht wie ein einfacher Gefangener einen Hungerstreik oraanisieren.

Der Artikel verlangt zum Schluß im Namen der geheiligten Rechte der Verbündeten, man solle nicht mehr beginnen, mit Deutschland zu verhandeln und dürfe sich unter keinen Umständen darauf einlassen, den vom WiederhersteUungsauSschuß festgesetzten Betrag zu mindern.

Die 1 Milliarde Goldmark.

Berlin, 30. April. Auf Weisung der Reichs­regierung vom 28. April hat die Kriegsssasten- kommission auf das mit der Note vom 25. April seitens der ReparationSkommission gestellte Ver­langen auf Ueberführunq einer Milliarde Gold der Reichsbank auf die Bank von Frankreich mit einem Schreiben geantwortet. Die deutsche Re­gierung glaubt, daß das in der Note der Revo- rationskommission entbalteiie Erichen auf Ab­lieferung von einer Milliarde Gold an die Bank von Frankreich, auf dessen rechtliche und tat­sächliche Durchführbarkeit hier nicht mehr einge­gangen werden soll, nicht aufrecht zu erb alten ist. Der Reichsrat hat ferner ein Gesetz be­schlossen, das die Verfügung über Gold weiter- hru bis 1. Oktober 1921 verbietet und strafbar macht.

Vorläufig keine Sanklionen? Eine wichtig« Entscheidung der Reparation«» kommisfion.

Paris, 29- April. Wie dieChicago Tri- bune" mitteilt, stellte die Reparationskommission weil es 'die bis zum 1. Mai fälligen 20 Milliar­den Goldmark nicht vollkommen bezahlt hat, Sanktionen nicht angewandt wer, den können. Nach dem Wortlaut des Vertrages können für die Restschuld im Sinn« des § 235 nebst Anhang nur verzinsbave Bons verlangt werden.

Diese Feststellung der Reparationskommission wurde gegen den verzwejfelten Wider- stand der französischen Delega­tion gemacht.

Das gleich« Blatt stellt fest, daß es auch dem britischen Md italienischen Drucke zu verdanken sei, daß die Gesamtschuld« auf 132 Milliarden Goldmark statt wie vorgeschlagen 190 Milliarden Goldmark von der Reparationskommission fest­gesetzt wurde"

(Die bot egend« Meldung, die wir bereits gestern nachmittag . t$ 81 : Shang bekanntgaben, ist bis zur Stunde tmtu^ noch nicht bestätigt worden. Trifft die Meldung zu, so würde der Beschluß der R-para- tionskommiision letztere wurde ja bisher besonders von Frankreich immer als ma-gtbenbe Instanz ange­sehen zum mindesten eine Verschiebung bei Termin» die Besetzung de» Ruhrgebiete» bedeuten.)

Die französische Ablehnung.

Jpu. Paris, 30. April. Die Besprechungen innerhalb der Regierung haben eine vollkommene Ablehnung der deutschen Vorschläge gebracht. Man will nur noch die Konferenz in London abwarten aus Höflichkeitrgründen gegenüber den Verbündeten. Im übrigen sind alle An­ordnungen gegeben, um die Sanktionen auszu- führen. Der Grund für die Ablehnung wird darin erblickt, daß Deutschland die Summe der Entschädigung und wie es diese bestimmt zahlen will, nicht nannte. Darin wollen die franzö­sischen Minister wieder eine Verschleppung er­blicken und entschlossen sich deshalb auf die Behandlung dieser Vorschläge nicht einzugehen, sondern erst die Zwangsmittel anzuwenoen. In Paris verlautet unter den fremden Diplomaten, daß die amerikanische Regierung noch vor Sonntag eine Erklärung ihrer Meinung an Frankreich senden werde.

Paris, 29. April. Briand ist in Begleitung des Marschall Foch, des General Weygand und des Generaljekretär» Berthelot und den Sachverständigen nach London adgereift.

Louchezrrs AgitationZreise.

In feinen Unterredungen in London führt« Loucheur aus, daß die Besetzung de; Ruhrge- bietes nicht nur ein Zwangsmittel bedeut«, son­dern auch eine sehr umfangreiche Operation. Loucheur verpflichtete sich, aus dem Ruhrgebiet monatlich 150 bis 160 Millionen Goldmark her­auszuholen, d. h. ungefähr 2 Milliarden Gold­mark pro Jahr. Ob Loucheu. den Engländern auch vorreckinet«, wie hoch sich die Be'atz"i^s- kosten belaufen werden, wird nicht gesagt. Aber Lou,ch«ur bedient sich auch eines weißen Argu­ments. indem er erklärt, daß die Besteuerung

der Tonne Kohle mit 20 Goldmark her englischen Industrie außerordentlich zugute kommen werde. Die Wirtschaftskrise, di« England gegenwärtig durchlaufe, sei, wie er meint, zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß die deutschen In­dustrien ihre Tonne Kohle gegenwärtig mit 14 Goldmark bezahle, während die errglische In­dustrie dafür 32 Goldmark anlegen müsse. Wenn demnach die deutsche Kohle mit 20 Gold­mark pro Tonne besteuert wird, so wär« Deutsch­land nicht mehr in der Lage, so wohlfeil zu produzieren, und die englische Konkurrenz hätte sich eines unwillkommenen Gegners entledigt.

Wie fadenscheinig die Argumentation Lou- cheurs ist, ist sehr leicht zu erweisen. Er ver­gißt, daß eine Tonne Kohle, wenn sie statt 14 Goldmark 34 Goldmark kosten wird, niemals denselben Absatz finden $ann wie jetzt, daß in­folgedessen die Kohlenproduktion sinken muß, oie Arbeitslosigkeit nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland erheblich steigen wird, infolgedessen die Steuereingänge stark zu­rückgehen werden und der Export, den Frank­reich wenigstens durch zwei Menschenalter kon­trollieren möchte, derart sinken wird, daß an eine Abzahlung der Entschädigungssumme selbst in der Höhe, wie sie die Reparationskommission festfetzie, in alle Ewigkeit nicht zu denken ist. Wenn demnach der Plan von Loucheur durch­dringt, so muß die notwendige Folge sein, wenn Frankreich wirklich 2 Milliarden Goldmark aus dem Ruhrgebiet herauSholen will, daß es sich dort für wenigstens 6070 Jahre wird fest­setzen müssen, während man hier der gläubigen Leserwelt weißmachen will, daß man in einigen Monaten durch die Operation soviel erreicht haben wird, daß Deutschland sich weiterhin nicht weigern wolle, das zu zahlen, was man von ihm fordert.

Noch immer keine Entscheidung.

London, 29- April. Reuter meldet aus Washington: Die Sage m der Reparationsfrage scheint unverändert zu sein. Wie verlautet, haben der britisch«, französische und belgische Botschafter Staatssekretär Hughes gestern mitge­teilt, daß das deutsche Anerbieten unannehmbar erscheine. Von der japanischen und italienischen Regierung sind noch keine Andeutungen gegeben worden.

Die Tagesordnung des Obersten Rates.

Paris, 30. April. Nach Pertinax im ^cho de Paris" stehen 6 verschiedene Punkte auf der Tagesordnung des Obersten Rates:

1. Die Frage des Ultimatums. Hier sei der Standpunkt der Franzosen, daß das Datum des 1. Mai schon an und für sich ein Ultimatum darstelle.

2. Das Abkommen von Paris. Die Eng­länder wollten dessen Forderung herabsetzen; die Franzosen aber darüber hinausgehcn, um auf das Niveau zu gelangen, das die Reparationskommisston festgesetzt habe.

3. Die Frage der 12 Milliarden Rest­schuld aus Artikel 235.

4. Die Besetzung des Ruhrgebietes, die französischerseits nicht als ein Druckmittel, sondern als dauerhafter Zustand für die regelmäßige Erfüllung der Verpflichtungen, die Deutschland unterzeichnet habe, angesehen wird. Im Lande glaube man jedoch nicht, daß die Verbündeten in der Lage sein werden, mit Nutzen das Ruhrgebiet auszubeuten und man scheue die Schaffung eines wirtschaft­lichen Systems, das mehr oder weniger auf Gewalt gebaut sei.

5. Einzelheiten für die Besetzung des Ruhrgebietes. Hier glaubt man nicht, daß Foch, der darüber Vorschläge unterbreiten werde, auf Schwierigkeiten stößt.

6. Die Besetzung hat nicht nur wegen der Verfehlungen in der Entwaffnungsfrage zu erfolgen, sondern auch wegen des schlechten Willens in der Reparationsangelegenheit.

Verschiebung der Londoner Ulliierteukonferenz?

London, 29. April. Blättermeldungen zu­folge verlautet, daß die Eröffnu.rg der Londoner Älliiert«nkonfer«nz vielleicht auf Sonntag oder Montag verschoben wird, da Graf Sforza wohl nicht vor morgen spät abends in London ein» treffen wird.

Ailelilrttl Dr. Simons?

Berlin, 30. April. (Priv. Telegr.) Die Poss. Ztg. weiß von einem Riicktrittrgesuch bei Außenmmistrrs Dr. Simons iu berichten, das

dieser am vergangenen Sonntag vor Abgang der Note an die amerikanische Regierung dem Reichskanzler Fehrenbach überreicht hab«. Dr. Simons habe den Wunsch geäußert, aus Ge­sundheitsrücksichten von der schweren Bürd« her Führung der außenpolitischen Geschäfte bts Reiches entlastet zu werden. Der Reichskanzler habe Minister Dr. Simons jedoch ersucht, auf die Erledigung seines Rücktrittsgesuches solange zu warten, bis eine entscheidende Antwort aus Amerika eingetroffen sei. Da diesem Ersuchen Dr. Simons willfahren habe, sei bis zur Stunde da» Rücktrittrgesuch de» Außenminister» dem Kabinett noch nicht vorgelegt worden. Wie das Blatt zu wissen glaubt, sei aber damit zu rechnen, daß der Rücktritt Dr. Simons von der Leitung des Auswärtigen Amt» in den aller­nächsten Tagen eine vollendete Tatsache werden würde. Da Reichskanzler Fehrenbach mit Dr. Simons sich solidarisch erstatt habe, fei, wie das Blatt aus informierten parlamentarischen Kreisen erfahren haben will, die Demission des Außenministers gleichbedeutend mit der des Reichskanzlers. Die Voss. Ztg. berichtet bereits von verbindlichen Besprechungen, die innerhalb der Regierung spatteien über die Umgestaltung des Reichskabinetts gepflogen worden seien. Dabei sei der Wunsch nach umfassenden Ver­änderungen im Reichskabinett, die mindestens noch zwei andere Reichsministerien betreffen würden, geäußert worden. Diese Veränderungen würden sich aber nur auf die Personen, nicht auf die Zusammensetzung der Regierungskoalition beziehen.

Aus Sowjel-rrutzlauö.

Reval, 29. April. Di« russische Sowjetregi«, rung hat zwecks Durchführung ihres neuen Transportpla.ces 21 Eisenbahnwerkstätten mili- .iaMe^ haxuyter^diè Swrmowo-Werke mit 12 000 Arbeitern und die Nyksonski-Werke mit 10 000 Arbeitern in Nishny-Nowgorod. In Petersburg sind, wieEkonomitscheSkaja Shisn" mitte ilt, alle Fabriken außer 30 vom 24. April bis 8. Mai wegen Brennstoffmangels geschlossen. Im April trafen 34 Waggons englischer Kohl« ein.

Di« Volkskommissare für auswärttge Ange­legenheiten Sowjetrutzlands und der Sowjet­ukraine antworteten auf die rumänisch« Erklä­rung vom 13. April mit einer Wiederholung des Protestes gegen das feindselige Verhalten rumä­nisch«! Kriegsschiff« gegen russische und ukrai­nische Schiffe, im Dnjestr-Liman und lehnten die Teilung des Liman-GewäfferS, zwischen den drei Staaten in zwei gleiche Teile ab. Di« Volkskommissare drohen die Beschießungen russi­scher und ukrainischer Schiffe mit Maßnahmen gegen die rumänischen Schiffe und Batterien zu erwidern und fordern die Einsetzung einer ye- mischten Kommission.

EkonomitscheSkaja Shisn* berichtet,'daß in Sowjetrußland vier chemische, eine Streichholz-, zwölf Glas- und dreizehn Papierfabriken wegen Brennstoffmangels geschlossen werden mußten. Die Nahrungsmittelversorgung der Arbeiter der Donez-Kohlenbeckens wird immer schlechter. Statt der für die dortigen Arbeiter, Angestellten und Eisenbahner monatlich erforderlichen zwei Millionen Pud Getreide wurden im April nur 400 000 Pud geliefert. Infolge des Kohlen- und Materialmangels wurde das Programm für die Reparatur der Lokomotiven für 1921 herab­gesetzt, doch kann selbst dieses Programm nicht eingehalten werden.

Politische Tagesberichte.

Ein Schützling ^cr Sowfetregikritng.

Laut Roter gähne ist her Kommunist Friesland, auf btffcx Verhaftung die russische Sowjetregierun, mit der Festnahme deutscher Geiseln geanttoortet hat, wie­der aus der Haft entlassen worden. Friesland war beschuldig worden als Kriegsgefangener im Wolga­gebiet im Dienste der Sowjetrcgierung Mordtaten be­gangen zu haben. Die russische Sotvjetregieruug nahm die Verhaftung der Geiseln vor, weil sich die Beschuldigung nicht gegen die Privatperson Friesland richtet, sondern gegen den Kommissar der russische» Regierung Friesland, bet im Auftrag der Regierung ganz be>riuimtc Aufträge auSiührtt, über welche zu urteilen nicht da» Amt der deutschen Behörde« sei.

Zuwiderhandelnde gegen die nenen 3#a6cfiiHUimn6cn im Rheinland werden nach einer Anordnung der interalliierten Rheinland-Kommission von den Mftiiârgerichten ber BesatzungStruppcn ab» geurteilt werden.

»eine Einigung im englischen Berg- ardeiterstreik. Nach eiumonatlge« Streik und schwerster Notlage - der englischen Arbeiter scheiterten gestern erneut die Verhandlungen in Bergarbeiter- kouflikt. Der Erekutioausschub hielt an seinen Prinz,. Plenen Forderungen, besonder* an dem permanenten Pool fest. Der Sxekut>»an»sch»8 verließ L-nds«, um die Distrikte erneut zu befragen.

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