Hanauer S Anzeiger
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«
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Fernsprechanschlülle Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 88 Samstag den 18. April 1921
Das Neueste.
— In der gestrigen Sitzung der preußischen Lande?- Versammlung kam e» bei der Besprechung des Som« nmnistenaufruhrS in Mitteldeutschland zu Unruhen.
— Der preußische StaatSrat, der als Vertreter der Provinzen vor Einbringung von Gesetzesvorlagen üu Landtag gutachtlich zu hören ist, wird voraussichtlich in 14 Tagen znsammentreten.
— Stegerwald strebt die Bildung eines Geschäftsministeriums an, gegen da« die Sozialdemokraten in schärfste Opposition treten wolleu.
— Briand sprach gestern im KammerauSschuß erneut über das Reparationsproblem.
— Der für gestern angekündigte Streik der englischen Eisenbahn- und Transportarbeiter ist wieder aufgeschoben worden.
— Die Hafenarbeiter Malmös traten in den Streik, um gegen die Herabsetzung der Löhne zu protestieren.
Die Kommunistenunruhen in Mitteldeutschland.
Die Verteidigungsrede Severing». — Kommunistische Unruhen. >
In der gestrigen Sitzung der preußischen Lündesversomnilung wurde in der Weiterberatung der kleinen Anfragen über di« Unruhen in Mitteldeutschland fortgefahren.
Minister Severing, mit Pfuirufen von . der äußersten Linken und Beifall von den Mehr- heitssozialistcn begrüßt, will zunächst dein Abg. Gräf antworten. Welche rechtsstehende Zeitung habe denn rechtzeitig auf diesen Aufstand aufmerksam gemacht? Alle Veröffentlichungen über einen Aufmarschplan der Kommunisten sind Unsinn. Man kann mir nicht verdenken, wenn ich Licht auf alle Mitteilungen der „Deutschen Zei- **»8", der „Molen »i-âru'-M^ d«r .Leiv-liuer Volkszeitung" hineinfalle. Daß die von Ihrer Seite geplanten Maßnahmen ebenso gefährlich sind, wie die der Kommunisten, steht fest. Wenn die deutschnationale Partei jetzt mit einem Male ein« Schadenersatzrechnung aufmachst so ist das eine geistige Bankrotterklärung, die nach dem Kapp-Putsch geradezu lächerlich wirkt. (Großer Lärm und Protestrufc rechts, Beifall links.) Der Redner erinnert an die Marisfelder Erhebung aus dem Jahr« 1909, die damals durch Militär niedergeschlagen wurde, und betont. daß damals von der Regierung die Saat gesät worden ist, die jetzt aufgegangen sei. In den von dem Abg. Gr äs angeführten Fällen war der Einsatz der Reichswehr auch nach dem Urteil militärischer Sachverständiger nicht erforderlich. Das Korps Lichtschlag habe sich dagegen im Vorjahre gegen die Putschisten im Ruhrrevier als ganz unzuverlässig erwiesen. Wir danken den Angehörigen der Schutzpolizei dafür, daß sie weder den Lockrufen der Linksbolschewisten, noch derjenigen der Ätechtsbolfchewistxn gefolgt sind. Die Rede des Abgeordneten Gräf muß gekennzeichnet werden als «in« Zusammenstellung von Unwahrheit, Schiefheit und Lügen. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ich kann mich nicht zu der Juden. Hetze entschließen, die der Abg. Gräf empfiehlt. Ich habe mich nicht grundsätzlich gegen die Heranziehung der Reichswehr zum Kesseltreiben gegen di« Verbrecher gewandt. Gegen die Ent« sendung der Schutzpolizei nach Liebenwerda haben sich tm Kreistage neben den Kommunisten auch die Mitglieder de« Bauernbundes gewandt, weil die Sipo auch gegen di« christlich- agrarischen Wricherer und Schieber vorgegangen ist. (Hört, hört! links.) Mei.» viel angegrif« jene Rede habe ich einen Tag vor der Veerdi. S des erschossenen Sylt gehalten. (Laute bei den Kommunisten: des Ermordeten!) ftdn ich protestiere gegen diesen Ausdruck und wiederhole: des erschossenen Sylt. (Neue Rufe der Kommunisten: des Ermordeten! Gegenrus« bei den Soz.) Der Abg. Eberlein sprach von Polizeispitzeln. Die komniilntstisch« Partei hat ihre Spitzel aber sogar an den preußischen und Reich« minister len, (Hört, hört!) die Abschriften amtlicher deutscher Dokumente nach Moskau fen. den. (Hört, hört!) Die Kommunisten können nidit bestreiten, die Attentate und Aufstände voryereitel zu haben. Die einzigen, die kein Recht haben, über weißen l error zu klagen, sind di« Kommunisten, denn sie bilden den roten Terror Unser Volk will Ruhe und Ordnung. (Bei. sall hci bei Mehrheit.) Es würde mir mehr im- bunteren, men» die Kommunisten nach ihrer fr Wildste jetzt etwas ruhiger wären. Voß! Standpunkte der Demokratie werden wir uns nicht ^bbrillgen lasten, weder durch die Bolschewisten von links, noch durch diejenigen von rechts. (Langaodauernder Beifall bei der Mehrheit.)
Dr. Meyer (Komm.) begründet hierauf elne große Anfrage, die sich gegen da» Verbot
der „Roten Fahne" und die Zerstörung ihrer Maschinen richtet. Ein weiterer Antrag verlangt für den durch das Zeitungsverbot entstandenen Schaden vollen Ersatz aus Staatsmitteln. — Abg. Jeschke (Komm.) begründet dann unter heftigen Angriffen auf den Staatskommissar Weißmann die Anfrage wegen der Erschießung des Obermaschinenmeisters Sylt. Abg. Krieger ruft dazwischen, alles deute darauf hin, daß man eine Verschleierungspolitik'treibe. Der Abg. Paul Hoffmann wird wegen fortgesetzter wüster Zurufe an den Polizeipräsidenten Richter zweimal zur Ordnung gerufen. Abg. Jeschke: Sylt ist als ein Opfer des Proletariats gefallen, hoffentlich wird sein Nachfolger schon im offenen Kampf« fallen können.
Abg. Franken (Komm.): Deutsche Behörden haben sich dazu hergegeben, die Entente zum Einschreiten gegen das Proletariat zu ver- anlaffem. Als Redner zu den verächtlichen Subjekten auch den von den Kommunisten in Mörs tötlich mißhandelten Peter Zimmer rechnet, erhebt sich ein ohrenbetäubender Lärm. Unter den Rufen: „Lump, Schuft!" stürzen die Sozialdemokraten auf die Tribüne los, und in dem minutenlangen Wirrwarr hört man nur einzelne Rufe und sieht den Redner gestikulieren. Man versteht nur die Prötest« der Sozialdemokraten dagegen, hier noch einen Totgeschlagenen zu beschimpfen. Sie verlangen, daß dem Redner das Wort entzogen wird. — Vizepräsident Dr. Porsch unterbricht darauf die Sitzung eine Viertelstunde, während bk erregten Szenen im Saale fortdauern.
Unterbrechung 3 Uhr 20 Min. nachmittags. Abg. Franken (Komm.) tonftatiert, beweisen zu können, Aaß der Eingriff her Entente direkt auf Veranlassung Peter Limmers erfolgt sei, der auch schor im vorigen Jahr« seine eigen« Partei verraten habe. — Auf Antrag der Rechten er- fvlgt darauf die Besprechung der Anfrage Gräf.
Abg. Stieler (Ztr.) meint, daß die Kommunisten sich als die Vertreter der Arbeiterschaft hinstellten, sei eine Ueberhebuna. So weit seiest wir noch nicht uno wurden auch so weit nicht kommen. Die eine Million organisierter christlicher Arbeiter seien für den Kommunismus nicht tot haben. Di« Blutschuld her Kommunisten stünde trotz aller Verneinungsversucke fest — Abg. Vinkerneil (D. Vpt.): Die Rcoie- rung muß!« durch Anzeigen von den kommunistischen Vorbereitungen untcrr'chtet ktn. Herr Hörsing aber erklärte alle biete Mitteilungen für bürgerliche Mahlmanöver. DaS Lumpenvro- letariat hängt sich an die Rockschöße der Kommunisten und die Kommunisten werden die Verantwortung nicht los. Der Dank an bi« Sino bezieht sich nickt auf deren oberste Leitung. Wir verlangen eine UiterfiiAunq der Gründ«, aus denen heraus die Reichswehr nicht eina«seht morden ist. — Abg. Dr. Schreiber (Dem.): Bewiesen ist, daß der Einfluß der Gewechsckaf- ten nicht stark genug war. der Radikalisierung von rvcht» und links entivrechend entaegen»u- arbeifen. Belustigung muß ertoleen, aber nicht mit Granaten, wie es die Rechte will. anderseits sind auch bie Angriffe auf die Reick^wvstr nickt am Platze. — Morgen mittag 12 Uhr Diätengesetz und Weilerberatung.
Noch kein Ende der Ministers« ise.
Steril», 15. April. Ministerpräsident Kteaerwold mochte beule den seitherigen KoolitiouspN'Nricn bis Mitieilnug, brüt er zweierlei nicht tue: er bilde kein Kobinkit. do» nie eine Fortle biing der alten Koalition angrs<s>-„ werden könne, weil dafür neben den oesitrn uerösientl'chlen Grüiiden uack halb zweimonatigen Berbandlungen her Parteien bie Mög«' üchkeit vertont tei. Weiterhin trete er nite nuten* und innervoliHM’tn Gründen imchk ergebnislos zurück. (In positiver Hinsicht WhV Sie erwald vor. es werde ein Ministerium geb ibrt aus brev voli* tische» Persönlichkeiten, u titl est Steger» wald, Severing und ss i f est b e es. Tmrbcn sollen drei Mitglieder her Silberigen Koalition Varia, in e n t a r i f di e Staatssekretäre wertm, damit zur Erörterung rein voliliichcr ^rggeu im KW nett auSretckend volitisch orientierte und erfahrene M inner vvrblmden ünd. D'e vier verbleibenden Minderten allen mit SD e a in t c II versehen werden, d e sich uer« pflichtkii, du Rcichöversassuilg und hie preußische Verfassung in Stunden der Gewhr mit alle« staatlichen Machtmittel» nach nhen Seiten hin zu iteitelbwii .führt midi dieser Vor'chlag nicht mm flirte, dann ih ^legenvald entschlossen, in» und) Eelrdignna der Sanktionen ein G ef di ä f 11» it n b Ueber» o n g s -DI I n i ft e r I ft m zu bi Iben, in diele» e> probte M, nner zu b 'riUe» und bei der L«rtraue»»>raa« >m Landtage hitieiii tue PesgnNvoi tima zu übe > la sie».
Perlt», 10. Avril. Rach Ansicht der Blätter wird MinistkiPräsident Stegerwald im Lause des yenUicu tage» ein Geichitils« und Utbt»gang»»uniüerium bilden, bei dem el sich aber um ein Pryolwnum
handeln werde. Die sozialdemokratische Fraktion erklärte in ihrer gestrigen Sitzung, daß sie gegen das GeschäftSministerium in die schärfste Opposition treten werde.
Frankreichs Vorbereitungen.
Eine neue Rede Briands.
Pari», 15. April- (Havas.) Der Kammer- ausschuß für auswärtig« Angeleg«nh«it«n trat Haute nachimltag zusammen und hörte den Mini- sterpräsidenton über die auswärtigen Fragen. Briand antwortete auf eine Anzahl Anfragen. Seine Rede dauerte mehr als zweieinhalb Stunden und rief den günstigsten Einfluß bei allen Mitgliedern des Ausschuffes hervor, di« sich bei Schluß der Sitzung sehr beftiedigend über seine Erklärungen aussprachen. Briand erklärte, daß, wenn Deutschland bis zum 1. Mai neue Angebote mache, et es nicht übernehmen würde, mit den Vertretern in neue Verhandlungen ei »zu treten, ohne vorher Garantien erhalten zu haben, um auf diese Weise eine Fortsetzung der ausweichenden Politik zu verhindern, die das Reich sonst zu betreiben versucht wäre. Andererseits machte der Ministerpräsident in Beantwortung einer Anfrage bekannt, daß er sich weiger«, Unterhandlungen durch Mit- lelepersonen anzuknüpfen, ganz gleichgültig, wer dieselben auch seien. Wenn Verhandlungen statt- finden, so würden sie direkt geführt zwischen den Vertretern der Entente und denen der deutschen Regierung. Betreffs der Maßnahmen, die getroffen werden könnten, wenn Deutschland auf seiner Weigerung beharre, seinen Verpflichtungen nachzukomm2n, trilte Briand mit, daß diese Fmge ganz besonders die Aufmerksamkeit der Regierung in Anspruch genommen habe. Die Regierung habe bereits einen Gesamt- I p la u ms 4ugt ge I a b i, L
im Einvernehmen mit den anderen Alliierten zur Ausführung gebracht werden könn« und erst dann angewandt werden mürbe, wenn die Alliierten darüber befragt worden seien. Die Prüfung dieses Planes wird von dem Ministerpräsidenten unter Zuziehung der übrigen Minister und der Sachverständigen energisch betrieben.
Briand versickerte dem Ausschuß, daß auf alle Fälle, wenn Frankreich neue Opfer bringen müsse, wie zum Beispiel die Einberufung ein oder zweier Jahiesklaffen, wegen der Aus. dehnung der Besatzungen in Deutschland, diese Opfer sofort kompensiert werden würden. Die besetzten Gebiete müßten so organisiert werden, daß. Erhebungen vorgc- nommen werden können und Frankreich sichere Garantien für die Reparation der Schäden bekäme.
Auf eine Anfrage betreffs des Zeppelin», her Obexschlesicn überfsoaen haben soll, erklärte der Ministerpräsident, daß ihm über bie Angelegenheit nichts bekannt sei. Er wurde jedoch durch diese Frage veranlaßt, sich über bié Folgen der Dolksabstl^mmung in Ober« schl«si« n auSzuipr«chen. Er gab an, daß der Vertrag von Versailles, wi« auch der zum Ausdruck gekommen« Wunsch der Bevölkerung, das Recht gebe, eine Teilung der Abstimmung«. gebi«tez vorzunehmen, in ber Art. daß man Polen den Gruben, undJndust ric« bezirk zuteil« und Deutschland bie landwirtschaftliche Zone. Betreff» der neuen Vorschläge, die Deutschland vor dem 1. Mai machen könne, erklärt« Briand, daß sich nach aller Wahrscheinlichkeit diese» Angebot in bet Hauptsache auf Arbeitskräfte und Material beziehen werd«. Er gab zu ü erstelln, daß dies« Reparation-arbeiten günstig anfgenoinmcn roer- den könnt«», jebod) nur unter der Bedingung, daß bie deutsche Regierung' einen genaueren Plan zur Zusammc. «arbeit vorlege, als dies in Spa geschehen sei.
Pari» 16 April. Sine offiziöse Havav» Note besagt: In den interessierten Kreisen wird die größte Verschwiegenheit bezüglich ber Ergebnisse der heute vormittag im Elys«e abg«halte» neu Konferenz l!«oüachl«t E» ist indessen klar.
Gegenstand bei 9ktahin gen bei Kvn. irren* die Prüfung der Diaßnabmen ivat, die mißrZcherwcis« noch dem l. Mai notwendig werden, um D««itickland zur Erfüllung seiner Verpflichtungen zu veranlassen Ueber bk ^kh lungnahm, der französischen Renierung, sall» Deutschland daraus beharrt, sick seine» *kr« nflicht ungèN zu entfliehen, ist ein Beschluß nicht gefaßt worden. Es ist iödesten nur natürlich, daß d« interalliierten UkrlinHditeiten nHc (Iricnfrankkn, die In diesem Zusammenhang cinlrekn könnten und die Maßnahmen, zu denen bkh Eventualitäten Prranlnsfung geben könnten, schon im vorau» einer Prüfung unter
ziehen. Uebrigens wird die Regierung, wenn sie handeln muß, dies nur nach Devständigumg mit ihren Alliierten tun.
Die Sozialdemokratische Partei und die Aeparationsfrage.
Berlin. 16. April. Eine große Funk- tionärversammlung der Sorialdemokratischen Partei nahm einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt:
Die deutsche Arbeiterschaft ist bereit, die volle Verantwortung für alle berechtigten Wiederglltmachungsforderungen zu übernehmen. Diese Wiedergutmachungspflicht muß aber begrenzt sein durch die Leistungsfähigleit des deutschen Volkes und darf nicht dazu führen, die deutsch« Arbeiterklasse für Generationen zu wirtschaftlicher Sklaverei zv verurteilen. Der Friedensvertrag und die Londoner Beschlüsse gehen über diese Grenze weit hinaus. Die Anwendung militärischer Gewalt durch die Staatsmänner der Entente dient nur dazu, die Reaktion und den Kapi« talismus in allen Ländern zu stärken und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der internationale» Arbeiterschaft herabzudrücken.
Die Slreikkrise in England.
Der Streit der Eisenbahn« und Transportarbeiter abgesagt.
London, 16. April. Der auf abends 10 Uhr festgesetzte Streik der Eisenbahner und Transport- arbeit« wurde abgesagt. Al» Grund dafür gab der Sekretär bei Verbandes der Maschinisten und Heizer die Wegerung der Bergarbeiter an, trotz bei Anraten« der Nationalverbandes der Eisenbahner, her Tran». Portarbeiter und ber Organisation der Maschinisten und Heirer in weitere Verhandlungen einzutreten.
@imr „Exchange" Meldung infolge soll der Gene« ralselretär des BergarbeiterverbandeS Hodge» zurück' getreten sein. Bezeichnend für bie plötzliche Wendung in der Lage ist die Tatsache, daß, während im Unterhause im Laufe der Debatte über die €trei!lage bei Arbeiterführer Clynes dem Hause barlegte, daß el ein Akt der Treulosigkeit seitens bei Arbeiterdreihundes fein würde, bie Bergarbeiter im Lücke zu lassen, das Parlamentsmitglied Leslie Wilson bie Nachricht brachte, daß der Arbeiterdreibund die Bergarbeiter in Stiche gelassen habe. Diese Nachricht verbreitete sich rasch im Hause. Clyne« ersuhr sie jedoch erst, all er seine Rede beendet hatte. y
London, 16. April. Im- Unterhause teilte Chamberlain mit, daß Lloyd George die Vertreter ber Berg- wcrksbcsitzer und Berga:bciter für gestern vormitta« zu einer Konferenz ins HandelSamt eingcladeii hatte Indessen feien oie Vertreter ber Bergarbeiter nichi erschienen. — Lloyd George verlas einen Brief bei BergardeiterbundeS, demzufolge ein Antgleich nur möglich ist, fall* ein nationale* Lohnamt errichtet und bie Nationalisierung zngcstandcn wird. Der Bund fei daher überzeugt, taß eine Besprechung mit der Grubenbesitzern einen Erfolg nicht zeitigen könne.
London, 15. April, meuter meldet: Da» Land hat für über einen Monat Kohlenvorräte für d« Eisenbahnen, für einen Monat für die G»«Versorgung für scch« Wochen für die elektrischen Unternehmungen und für vier Monate Petroleum. Die Ernâhrnng«> loge sei zusriedenstcllcnd. Da« Land wiro imslanv. fein, ben Eisenbalmverkehr aufred) zu erhalten. Pür den Dienst der Omnlbusse, bei Wal* und Elektrizitätswerke werden, fall* nötig, SchissSkesayniigen bcranpe* zogt» werden. Die Dlegientng verfügt über da» Retz des broptlofen Verkehr« sowie über den Älugjenjtnr« hbr. Es sei bahrr ganz unmöglich, daß ein teil bei Lande» isoliert werden kann.
Politische Tagesberichte.'
— Wut (hilfst Dr. Lcvt» aus der komm»!« nistlschc» Partct. Wie bie „Note Fahne" mitteilt, ist ber Nkichstagsabgeordnktc Dr. Paul Levi wegen groben Vrrtraucnsbruch« und schwerer Parteischädiguilg, begangen durch leine bekannte Broschüre, au« der kommnnistischk» Partei »»«»tschlosst» wotoen. Er wirb ansgesorbert, sein AeickStagsmandat »iedeizutegen. (Mit D>. Levy ben Ättarckismu« verurteilte, wird er an« der Partei »»«geschlossen! !>
— 'hheöcri inf Hin nun »co freien Handels In rowjctrttstland Wie an« Helsinsor« gemeket wirb, erließ ba« lrxekntivkomilee bei S|kkrfburger Sowjet» eine Verfügung über bie Wiedereinnihrung bei 11 cteit Handels in Ptler«biiru Wit in Moskau müffelt die Handellreibeuden das 18. Lebtutjahr voll- enbet haben und dürfen webet arbtilspflichti«»och zum Uriegödlemt eittbelnse» sein.
— ,flür Stu, bet» IIhm der IN'angssewirt- idxifitiim des Olctrcihc». Die beiithhnalionale Fraktion brachte im prcttßiichcn Landtag einen Antrag ein, bei ber AtichSregttrung solle dahin gewirkt wer- ben, daß bie Zwangllbewirtich-sm», des gefainiee (Betreibe* tunlichst bald aufgeiiobeu wirb. Aus jeden Fall möge aber umgebend bie beMsioistn« Foim ber wt- lit.dibewiillchaiulag für oa» neue Ernktlahr endgültig de aiintgegcbni nicroeri, um bie l'aiibwirtfiunit von bei pi'obiittionillkmenbtn llngkwißbelt in befreien.
- viimof Dr. (tlrfifht +• B'sckos Dr. Gkorg Htinricki Kirükin ist in orr Nacht zum 16. April nad längerer Krankliti« im Sliter von Ml Jahre» gestorben Er war seit 1904 «eiter bei Diözese.
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