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SanauerS Anzeiger

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General-Anzeiger

Nr. 81

sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und

Verlagsleituns: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil R i ch a rd S u l ts ch: für lokalen und provinziellen Teil

AmMches Organ für ElaSl- und Landkreis Sana» Reklamen August Brodt. alle in Sanou am Main.

Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Freilag den 8. April

Fernsprechankchlüss« Nr. 1237 und 1238.

1921

Das Neueste.

Die deutsche Regierung hat de» Regierungen I Entente eine Note übermittelt, in der sie bie ober« chlestsche Frage behandelt.

Die Wahl der preußischen Ministerpräsidenten toll morgen borgenommen werden.

Wie verlautet, hat der bayrische Ministerpräsident von Kahr mit dem französischen Gesandten Dard in München und mit einem englischen Militär, mit dem letzteren in Anwesenheit des Forstrats Escherich bie Emwohnerfrage eingehend besprochen. Der franzö­sische Gesandte soll bie Absicht haben, in den nächsten Tagen nach Pari» zu reifen.

Der Vertreter Großbritanniens bei der Rhein- landkommsssion hat telegraphisch Weisung erhalten, so­fort die vom Botschafterrat vorgeschriebenen wirtschaft­lichen Maßnahmen, soweit sie das Zollsystem betreffen, in Anwendung zu bringen.

Die Verhandlungen in der englischen Streikbe­wegung haben zu einer Einigung nicht geführt. Die ilgemeine Strerkparole wird für heute erwartet.

Auch ein Vorschlag.

Einen ganz absonderlichen Plan über die Regelung der Reparationsfrage finden wir im Dresdener Anzeiger", einen Vorschlag, der von dem bekannten Großindustriellen Arnold R e ch - b e r g ausgeht und der eine ganz abstruse Idee enthält, die von dem genannten Blatt nur mit dem Wörtchenkühn" gekennzeichnet wird. Rech­berg schreibt:!

Auf welchen Wegen die Entente auch immer ihre Forderungen von Deutschland einzutreiben

gedenkt, immer wird es nur der Ertrag der deut­schen Arbeit sein, der sie «ntschädigen kann. Si« mirs), umso besser dabei fahren, menn sie uns für unsere Arbeit die denkbar freiesten Formen der Entfaltung läßt. Das schließt nicht aus, daß gleicher Zeit die größtmöglichen Sicher- MMkn gegeben werden. E»ne yotiu, utt wa>«

bereinigt (Freiheit der deutschen Arbeit und p Garantien für die Entente) wäre bie folgend«: Frankreich und England werden direkt an der deutschen Jndustti« beteiligt. Die Beteili­gung selbst muß einen erheblichen Anteil ausmachen, um einigermaßen den diskutierbaren

Ententeforderungen zu entsprechen. Ich denk«

mir folgenden Weg: Die Regierungen von Frankreich und Engürnd übernehmen als Kriegs, entschâdigung an der deutschen Industrie bis zu einem Drittel des in ihr investierten Kapitals, Das würde getviß ein außerordentlich gewal­tiges Opfer der deutschen Wirtschaft sein

ah«r ein Opfer, mit dem sowohl uns als auch der Entente gedient wäre. Voraussetzung wäre, daß Frankreich und England im eigenen Inter­esse auf anderweitige Entschädigungsforderun­gen, sowie auf das die Steuerkraft des Landes verzehrende Besatzungsrecht verzichteten. Damit wäre ein ungeheurer Druck von unserem natio­nalen und wirtschaftlichen Leben genommen. Die Befreiung von diesem Druck wäre «^ Opfer wert, di« wir dafür bringen könnten. Es scheint durchaus vorteilhaft, für die deutschen Industri­ellen, wenn sie bis zu einem Drittel ihres Jn- dustriebesitzes an die französische und englische Industrie abgäben, um dafür die unbeschränkte Rohstoffzufuhr und den völlig ungehinderten Zugang zum Weltmarkt einzutauschen, welch« beiden, Vorteile ihnen die Ententeregierungen dann im Interesse der Ententeindustrien selbst zugestehen müssen. Es darf nicht vergessen wer­de«, daß gegenwärtig die deutsche Industrie von der Entente mit Gewalt lahmgelegt werden ^önnt«. Bis die sich daraus für die Entente Völker ergebenden Nachteile klar zutage treten, würden Schaden entstehen, we^h« kaum wieder gutzumachen wären. Wenn daher die Industrien von Frankreich und England mit einem Drittel an der deutschen Industrie beteiligt würden, so müßten dadurch die den deutschen Industriellen verbleibenden zwei Drittel ihres Jndustriebe- sitzes einen höheren Wert erhalten, als ihr der­zeitiger Gesamtbesitz.

Soweit der Rechbergsche Plan, der unserem Trachten nach mit Realpolitik in ähnlichem Ver­hältnis wie das LiebeZwerben einer Jungfrau um den bekannten Mann im Mond steht. Es be­deutet eine unglaubliche Verkennung der Volks, Psychologie, wenn man der Meinung ist, daß Engländer und Franzosen an deutschen Jndu- strieuntern«hmungen teilh-aben sollen. Wahrlich mit der deutschen Würde ist es sehr weit gekom­men man scheut nicht zurück Vorschläge zu machen, die uns in noch stärkere Abhängigkeit »om Auslands bringen und dem deutschen Volke zumute«, das Beste, was deutscher Geist, deut­scher Schöpferwille hervorgebracht haben, preis- !wg«ben, zu verschachern. Wir können diesen Gedanken nicht ausdenken und halten ihn für unsittlich. Sind wir nicht mehr ausschließlich Herr in unseren Fabriken, dann dürfte es mit

unserem Erfindergeist, mit unserem nationalen Wetteifer, mit unserem nationalen Wiedraufbau schlimm bestellt sein. Noch immer entscheidet auf unserer Erde der Geist und der Schöpferwille. Deutschlands Volk hat in den letzten verflossenen Jahrzehnten bewiesen, daß es diesen Geist und diesen Schöpferwillen besitzt. Und jetzt soll er dem gegnerischen Willen unterworfen werden? Nein, dieser Gedanke ist, wie schon gesagt, nicht auszudenken, er ist absurd.

Es ist möglich, daß diekühne" Rechbergsche Idee hier und da berauschen oder gar Ent­zückung hervorrufen wird. Diese Herrschaften übersehen aber ganz die großen Gefahren, die mit Verwirklichung dieses Planes verbunden sind. Man denke nur an die Arbeiterfragen, an die Sozialgesetzgebung, an die Betriebsräte, und vergegnwärtig« sich die Haltung der britischen und französischen Emissäre, die ein sehr gewich­tiges Wort mitzusprechen hätten; ferner an die Preisgabe der Fabrikationsgeheimnisse usw. Wir sind nicht Fachmann genug, um all die Gefahren, die der Rechbergsche Vertrustungsplan enthält zu beleuchten halten es aber bei der enormen Wichtigkeit der Frage für dringend notwendig und «rwünscht, daß Fachleute und wirkliche Wirtschaftspolitiker hierzu Stellung nehmen. Unsere Spalten stehen ihnen zur Erörterung die­

ses Problems zur Verfügung.

R. H.

Zur letzte» Rede Briands.

Von unterrichteter Seite wird uns ge­schrieben : In der zweiten Rede bei der Debatte über die auswärtige Politik in der französischen Kammer am 6. April führte der französische Ministerpräsident über den Inhalt des von dem hiesigen amerikanischen Kommissar am 21. März übergegebenen Memorandum soweit die Wieder­aufbaufrage betroffen wird, in bitteren Worten

Darlegungen Briands nicht unzutreffend, denn auch er gibt an, daß von 7,4 Millionen Be­wohnern der zerstörten Gebiete 3,3 Millionen auch heute noch nicht dorthin zurückgekehrt sind. Weiter war in dem Memorandum hingewiesen, daß einflußreiche llnternehmergruppen'mit der Verwertung von Material und mit Ausräumung s- arbeiten beschäftigt seien und die Abwicklung ihrer Aufgaben in keiner Weise beschleunigten. Hierzu mag auf die imJntransigeant" neulich wiedergegebenen Aeußerungen des Ministers Loucheur verwiesen werden, worin dieser selbst 'die schweren Mißstände hervorhob, welche durch Spekulationsankäufe in den zerstörten Gebieten unter Vernachlässigung des Wiederaufbaues entstanden. Loucheur sagte u. a. folgendes: Man kauft eine Farm für 12000 Franken, welche 80000 Franken für Kriegsschäden einsteckt. Dieses Pachtgut wird dann verlassen und dient zu nichts mehr, in keiner Weise, denn es macht den Boden Frankreichs nicht produktiv. Man kauft für 100 000 Franken eine Fabrik, die 1 Million erhielt und man begnügt sich damit, die Kriegsschäden zu diskontieren und die Fabriken zu schließen. Endlich wurde in dem Memorandum heroorgehoben, daß mächtige Kreise in Frankreich in den zerstörten Gebieten ein außerordentlich starkes politisches Agitations­mittel erblickten. Diese Tatsache ist schwer zu bestreiten. Eine planmäßige Organisation von Reisen in die zerstörten Gebiete ist der Beweis dafür. Eine Andenkenindustrie und ähnliches zeitigten seltsame Auswüchse in dieser Beziehung. Es wurde deutscherseits nicht behauptet, daß ganz Frankreich diese Art von Agitation billigt. Dag weite Kreise sie pflegen, ist aber unleug­bar. Unter diesen Umständen ist die Behaup­tung, Deutschland verleumde Frankreich wider besserer Wissen bei Amerika, nur durch eine völlige Verkennung der deutschen Absichten er­klärbar. Die amerikanische Regierung glaubte in dem Memorandum den aufrichtigen Wunsch der deutschen Regierung zu Verhandlungen mit den Alliierten auf einer neuen Basis zu ge­lungen, zu erkennen. Diese Stellungnahme der amerikanischen Regierung wäre nicht verstände lich, wenn das Memorandum tatsächliche Ver­leumdungen enthielte. Es handelt sich vielmehr um Tatsachen, deren Hervorhebung der deutschen Regierung nicht verdacht werden kann gegen­über den mannigfachen Angriffen, die selbst von alliierten Staatsmännern in der Wiedcr- aufbausrage gegen Deutschland gerichtet wurden.

Die obersüklesische Frage.

Eine deutsche Note an die Llüiicrtcn.

Die deutsche Regierung hat der Jnieralliierten Kommission in Oppeln, sowie den Regierungen in London, Varis und Rom eine Note über die ober-

schlesische Frage unterbreitet, in der sie auf das Ab­stimmungsergebnis und die erzielte deutsche Mehrheit hinweist. In der Note heißt er u. a.:

Die deutschen Stimmen überwiegen in den Sammel­punkten der Intelligenz, in den Landstrichen mit fort« geschrittener landwirtschaftlicher Kultur, sowie in den Ortschaften der hochentwickelten Industriegebiete. Wenn auch die gemeindeweise Abstimmung lediglich aksWadl- modus angesehen werden darf, so sei doch in diesem Zusammenhänge darauf hingewiesen, daß sich unter den 664 Gemeinden mit deutscher Mehrheit sämtliche Städte des Abstimmungsgebieter und fast alle größeren Ort­schaften befinden, während die 597 Gemeinden mit pol­nischer Mehrheit nur geringere Einwohnerzahlen auf­weisen und wirtschaftlich von untergeordneter Bedeutung sind. Wie wenig die Sprachenfrage bei der Abstimmung zum Ausdruck gekommen ist, erhellt aus der Tat- fache, daß Dörfer, in denen lediglich der oberschlesisch, polnische Dialekt gesprochen wird, häufig deutsche Majoritäten, fast überall aber starke deutsche Minori- täten aufweisen und daß überhaupt nur ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung polnisch gestimmt haben, während 60 Prozent den oberschlesisch-polnischen Dialekt als Muttersprache sprechen. Das Ergebnis der Ab­stimmung ist umso bemerkenswerter, wenn man sich vergegenwärtigt, unter welchen Umständen und Be­dingungen die Wahlhandlung stattgefunden hat.

Die Note geht dann eingehend auf den polnischen Wahlterror ein und schließt:

Die deutsche Regierung beehrt sich daher unter Ueberreichung einer Denkschrift über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oberschlcsien und Deutschland und eines Gutachtens über die wirtschaftliche Einheit OberschlcstenS, den Antrag zu stellen, daS gesamte oberschlesische Abstimmungsgebiet dem Deutschen Reiche zuzusprechen. Die deutsche Regierung stellt den Antrag in der festen Ueberzeugung, daß Oberschlesien ebenso« wenig ohne Deutschland leben kann wie Deutschland ohne Oberschlesten nicht in der Lage sein würde, sich wirtschaftlich zu erholen und seine Leistungsfähigkeit wieder gewinnen. Jede andere Lösung würde auch dem FriedenSvcrtrage zuwiderlanfen, der im Gegen­satz zu den Vorschriften über die Abstimmung in Schleswig eine TeilungSmöglichkeit nichl

Regierung alle Garantien zu bieten, die zum Schutze der Dèinderheit erforderlich erachtet werden.

Aus der Deukfchrifi.

Die oben erwähnte Denkschrift über die tvirtschast- lichen Beziehungen zwischen Obcrschlesièn unb Deutsch­land weist nach, daß die oberschlesische Industrie m dem deutschen Reiche auf das Innigste verbunden i und nicht ohne schwerste Schädigung dieser Jndustri losgelöst werden könne. Deutschland ist der Haupt­abnehmer für die oberschlesische Kohle. Die Loslösung von Deutschland würde großen Mangel an Grubenholz bewirken. Für die Gießereien und Rodeiseuproduktion ist die Zufuhr des niederschlesischen Kokses unbedingt erforderlich. Oberschlesten hat keine ausreichenden Erz- chger. Das Sri käme au» Schweden und Westdeutsch­land. Bei der Abtrennung würde die Erzznfuhr durch den Stand der polnischen Valuta äußerst gehemm werden. Die ErzauSfuhr aus Süd-, Mittel- und Westdeutschland mürbe wegfallen, weil diese Erze durch den Verlust Lothringens für jetzt nicht voll ansgenützte deutsche Jndustriewerke Verwendung finden müßte. Die polnischen Erze bieten dafür keinen Ausgleich wegen des zu geringen Eisengedaltes. Das für die Stahl» crzeuqung in Obcrschlefien erforderliche Alteisen käme zu 80"/o aus Deutschland. Auch Zinkerz werde au» Deutschland geliefert, desgleichen Kohlen und chemische Produkte für all das könne Polen keinen Ersatz bieten. Ebensowenig für deutsche Maschinen, deren HilfS- und Ersatzmittel. Ein Laud wie Oberschlesien mit seinem großen Ueberfluß an Rohprodukten könne nur im Anschluß an ein Laub gedeihen, das alles da» liefern kann, mal ihm fehlt. Die besten Kräfte der oberschlesiicheu Industrie würden das Land verlassen. Dcittsckland andererseits mürbe durch den Verlust von Oberschlesien einen großen Teil seiner Kohlen- unb Elsenbasi» sowie feiner Zinkprodultiou verlieren. Gleichzeitig würde ihm eins seiner wertvollsten inländischen Absatzgebiete ent­zogen. Eine derartige ungeheure Verschiebung feiner Existenzbedingung könne Deutschland nicht ertragen. In einer anderen Anlage wird eingehend die innige Zusammengehörigkeit der in ganz Oberschlcsicn ver­streuten Werke bargelegt, die eine Teilung in keiner Weise zulafsc.

Errgland vor dem Generalstreik.

London, 7. April. (Reuter.) Die Ver­handlungen der Bergarbeiter mit der Regie­rung wurden abgebrochen infolge der Weige­rung der Bergarbeiter, der Pumpenmann- schaft zu gestatten, die Arbeit wieder aufzu­nehmen, es fei denn, daß das Lohnsystem den Bergleuten im Hinblick auf die jetzige außer- ordentlrch schwierige Lage Garantie schaffe. Sowohl Die Eisenbahner als auch die Trans­portarbeiter erwarten die Streikparole für morgen. . Das Land steht infolgedessen vor der gewaltigsten industriellen Be­wegung seiner Geschichte.

Nachmttag» verkündete Lloyd Georg« im Unterbaute dic Weigerung des Bergarbciterverbandc», zuzulassen, daß die mit den Arbeiten an den Pumpen betrauten Arbeiter bie Tätigkeit wieder aufnebmen, bevor man nicht ein allgemeine» nationale« Arbeit»- i festem anae ommen und bevor nickt bie Gewinne der

Bergwerke kommunalisiert würden. Da el feststeht, fügte Lloyd George hinzu, daß der Bergarbeiter» er« band keine Regelung gutheiben werde, die nicht alle Forderungen der Arbeiter erfüllt, wird die Regie­rung alle Mittel ergreifen, indem sie aus die Hilfe der großen Masse rechnet, um so der ge, schaffenen Lag« Herr ,« werden.

London, 7. April. (Unterbaul.) Di« Führer der Arbeiter erklärten, daß wenn bis morgen um 12 Uhr die Lage sich nicht geändert habe, der General- streik unvermeidlich sei. Man glaubt jedoch, daß die Situation sich in einigen Stunden ändern kann.

London, 8. April. (Reuter.) Der Führer der Eisenbahner Thoma» teilt mit, daß die Eisenbahner- konferenz sich einmütig dahin auSsprach, daß die Berg­leute im Recht seien, wenn sie die ihnen gestellte» Bedingungen ablehne«, die nur einen allgemeinen A«> schlag auf die LebenSbedingungen der arbeitende» Klaffe darstellen, und wenn sie erstreben, die Lebens­haltung, wie sie vor dem Krieg« gewesen sei, wiedei herbeizufühttn. Die Eisenbahner werden heute mit den TranSv»rtarbeit«r in Verbindung treten, sodaß augenblicklich weitgehende Schritte möglich sind, um der Bergarbeiter beizustehen.

London, 8. April. DerStar" meldet aul verschiedenen Bergwerksbezirken Zusammenstöße zwi­schen streikenden Bergarbeiter und Arbeitswillige«. In Schottland warfen die Arbeiter Handgranaten. Jt Wattstown warschi-rten 5000 Bergarbeiter unte Musikbegleitung zu den Bergwerken und zwangen bi arbeitenden Freiwilligen zum Verlassen der Bergwerk« Sie entfalteten rote Fahnen und sangen das Lied The red flag Cowdenbeath. Die Polizei, die mi Steinen beworfen wurde, ging mit Knüppeln gegei die Menge vor und zerstreute sie. ES wurde beträcht lsther Schaden angerichtet.

Jpu. London, 3. April. In den Kreise« der Arbeiterparteien wird ernstlich befürchtet, daß die Kommunisten die Lage auSnutzen werden, weshalb der Streik unangenehme Folgen haben kann. Zn allen Streikgebieten haben infolge des Kommunisteneinstusse» die Maschinisten größtenteils die Bedienung der Pum­pen eingestellt. In den meisten Bergwerken wird dieß i Arbeit von Koutorangestellten und den Direktoren selbf

erledigt. 3« chuoweres Haden einige Bergwerk , krauen für diesen Dienst angenommen. Da sich un- ter den Streikenden beinah 400 000 jugendliche Sir« , bester zwischen 1317 Jahren befinden, so läßt^fick begreifen, welchen Einflüssen diele jungen Leute seitens der Kommunisten zum Opfer fallen können. Das hat sich bereit» in verschiedenen Versammlungen der Streit , traben gezeigt, wo solche jugendlichen Redner dazu , aufforderten, die Soldaten von den Bergwerken . Dyamitbomben zu vertreiben und die Bergwerke zu sprengen. Jeder Streikende sollte sich bewaffne» uni auch immer nur mit der Waffe in Versammlung» ; erscheinen. Lebensmittel brauchten während bei

S treike» nicht bezahlt werden, sondern könnten einfad ' an» den Läden geholt werden.

: Die Regierungsbildung in Preußen.

Berlin, 8. April. Auch die gestrigen interfrattio« : nellen Besprechungen über die Regierungsbildung in Preußen haben zu keinem Ergebnis geführt. Nachdew die Deutlche Volkspartei auf die von den Sozialdemo^ traten geforderten Garantien überhaupt nicht geant' wartet hat, erklärt heute derVorwärt»", daß di« bei Demokraten und Zentrum angestrebte große Koalition sich als Illusion berauSgestellt bat und daß entwedei nur noch die Bildung eines RechtSblockeS oder Wiederkehr der alten Koalition übrig bleibe. Wie bie Deutsche Allgemeine Zeitung" betont, fei es so gut wie sicher, daß man den Weg eines GeschästSministerium» werde wählen müssen.

PoMische Tagesberichte.

Exkönig Karl an seine Nation. Vo^ seiner Abreise ersuchte der Exkönig Kark der Ministerpräsidenten Teleki zur Veröffentlichung einer Erklärung, in der er zum Au»druck bringt, daß er nur deshalb nach Ungarn zurückgekehrt sei, weil er überzeugt sei, daß das schwer ge. prüfte Land nur unter der Führung eines gesetz. mäßig gekrönten Königs die volle innere Ruhe, die gesetzliche Ordvung und das frühere Wohl, ergehen wieder erlangen könne. Die Erklärung schließt: Ich vertraue der göttlichen Gerechtigkeit, daß der Augenblick kommen melde, Mo wieder in meinem geliebten Vaterland verweilen und dort vereinigt sein werde in gemeinsamer Arbeit mit der Nation. Bis dieser Augenblick kommt, bitte ich die ungarische Nation auch meinerseits, jenen Mann zu unterstützen, der aus Grund des Vertrauens der Nationalversammlung gegenwärtig das schwere und Verantwortung»' volle Amt des Staatsoberhauptes ausübt unt von dem auch ich mit Vertrauen die Wahrung ener Interessen erwarte, welche nach uralter Verfassung und Gesetzen Ungarns ein harmo­nisches Zusammenwirken des Königs und bei Nation fordern. Gefertigt Karl.

«»alifcheS Kriegsmaterial für Pol««. )er englische DampferWimbledon" ist gestern stütz in Danzig eingetroffcn. Die an Bord'befindliche und für Polen bestimmte Ladung, Munition unb Krieg!« zerât, ist heute früh gelöscht worden.

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