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Nr. 75
Freilag den 1. April
1921
Das Neueste.
— Die preußische Regierung wird über den Kommunistenaufftand eine Denkschrift herausgeben.
— Im Kreise Liebenwerda treiben die Anarchisten weiterhin ihr Unwesen. In verschiedenen Orten des Reiches wurden Kommunisten verhaftet.
— Der Reichspräsident hat das Ehrenpräsidium der Deutschen Gewerbeschau München 1922 übernommen.
— Die Hamburger Bürgerschaft nahm den vom Senat vorgelegten Vertrag mit der Reichsregierung betreffend den Uebergang der Elbe in den Besitz des Reiche» an.
— Exkaiser Karl weilt noch in Ungam und wartet den Ausgang der heutigen Sitzung der ungarischen Nationalversammlung ab.
— Der Generalstreik im englischen Bergbau scheint zur Tatsache zu werden.
Lehren aus dem Anglück.
Ein hartes Schicksal hat unser Volk in seine Schule genommen. Kaum daß einmal etwas Ruhe und Stetigkeit in das Wirtschaftsleben gekommen ist, kommt wieder eine Aktion, ausgeführt von Elementen, denen diese Ruhe und Stetigkeit nicht gelegen ist und wirft alles sorgsamst Auf- gebaute wieder über den Haufen. Doch das eine Gute haben diese zerstörenden Aktionen an sich, nämlich, daß dadurch diese Akttonisten sich selber und ihrer Sache, soweit man von einer solchen überhaupt sprechen kann, schaden — allerdings leider auf Kosten der Allgemeinheit. Aber da Schaden klug macht, muß das deutsche Volk wohl erst durch diese teure Schule der Erfahrungen gehen: ehscZ"wiâer zur Selbstbesinnung und zur Beachtung der geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze von Staatsordnrmg und Volkswohlfahrt gelangt. , Der kommunistische Märzputsch von 1921, eines der allermerkwürdigsten Ereignisse, könnte eine Etappe der Rüöckehr zu Staats- und DoMvernunft werden, wenn man auf die Erfahrungen, die er wieder einmal gezeigt hat, hören wollte.
Welches sind nun die Erfahrungen? Einmal steht fest — und hier nutzt kein noch so entschiedenes Ableugnen mehr — daß der Putsch lang vorbereitet auf eine Parole Moskaus zurückzuführen ist. Man wollte dem deutschen Kommunismus und vielleicht gar der „Weltrevokution" einen neuen Impuls verleihen, ohne Rücksicht auf die Leichen deutscher Männer und Frauen zu nehmen. Was schert auch Moskau diese Leichen, das Unglück, das über deutsche Familien gekommen, wenn wirklich der Bürgerkrieg im deutschen Reiche zum Ausbruch gekommen wäre? Nichts, gar nichts! Moskau sandte Leute nach Deutschland, und deutsche Arbeiter folgten diesen! Wir fragen: Was wollen diese landfremden Eindringlinge unter dem deutschen Volke? Unruhe stiften und Blut fließen lassen, nichts anderes! Wie lange will sich unsere Arbeiterschaft von solchen Elementen noch mißbrauchen lassen? Sind sie nicht Mannes genug, ihre eigene Sache selbst zu führen? Wallt den deutschen Arbeitern nicht endlich das Blut, wenn sie sehen, wie diese landfremden Eindringlinge mit ihren Interessen geradezu Schindluder treiben? Die Ereignisse der letzten Tage vollbracht im Solde Moskaus sollten Lehre und Warnung sein, wohin der Weg geht, den russische Söldlinge uns führen wollen.
Die maßlose Verhetzung hat es fertig gebracht, einen blutigen Kampf heraufzubefchwö- ren, einen Kampf, der allerdings wohl in erster Linie von den zahlreich auftretenden irregeführten Jugendlichen — man möchte fast sagen Kindern — geführt wurde, die eine wesentliche Verstärkung durch ein Heer berufsmäßiger Verbrecher vom Schlage Hölz fanden. Und wie diese Verbrecher gehaust haben, das haben unser« Leser in den letzten Tagen zur Genüge erfahren. Hier ist von Unverstand und Mißverstand keine Rede; das Verbrechertum erhob sich gegen jedermann. Diese Leute, die die Gesängnisse öffneten, und noch weiteres lichtscheues Gesindel aller Art herbeiholten, fanden bei den russischen Agenten Zuflucht und setzten so Teile des deutschen Volles in einen furchtbaren Schrecken. Diesen Elementen, die sich um die Kommunisten sammelten, war das Ziel nichts, der Kampf alles und dieser Kampf war heraufbeschworen durch die Kommunisten, bezw. Moskau. — Jedes Verbrechen verlangt seine Sühne und diese Sühne muß öffentlich fein, wie die Schuld. Das unter di« Füße getretene Recht muß wieder hergestellt werden. Das verlangt das Volksempfinden. Unser Voll ist, wie Pfarrer Björnsons „Ueber mrsove Kraft" durch den Zweifel am Höchsten
und Heiligsten deS Menschen, durch den Zweifel an sich selbst zusammengebrochen. Richten wir unser Volk wieder auf, daß wir Recht und Gerechtigkeit wieder auf den Stuhl der Macht setzen. Das ist der Sinn der Forderung auf Sühnung der furchtbaren Blutschuld, die die Kommunisten mit ihrer monatelangen Hetze auf sich geladen haben. Um unseres Volkes willen mutz das Recht wieder hergestellt werden!
Die Ereignisse der letzten Tage sind ober auch geeignet — und wir hoffen, daß sie es tun werden — die Augen unserer Regierungsinstan- zen zu öffnen und letztere dazu zu veranlassen, in Zukunft etwas mehr Energie zu zeigen als bisher. Es hat nicht an Stimmen gefehlt, die bereits vor Monaten vor dem kommenden Kommunistenputsch warnten. Auch wir haben an dieser Stelle wieder und wieder pflichtgemäß unsere Stimme erhoben. Aber vergebens. Die preußische Regierung wie die Reichsregierung taten, als ob sie blind wären und erkannten nicht, was bereits die Spatzen von den Dächern pfiffen, daß gegen das deutsche Voll in seiner Gesamtheit ein großer Schlag geplant war, der, wenn er gelungen wäre, alles verderben mutzte. Den Wechselbeziehungen, die zwischen Moskau und den deutschen Bolschewisten bisher bestanden haben, wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß die kommunistisch« Propaganda über solch unr- fangreich« Geldmittel verfügen konnte, wie es leider der Fall ist. Ja, die Reichsregierung fand nicht einmal den Mut, die seit Wochen betriebenen Hetzereien in den kommunistischen Presseerzeugnissen zu verbieten und das in einer Angelegenheit, wo es sich um Gut und Blut eines ganzen Volles handelte. War es hier nicht Aufgabe derjenigen Instanzen, denen die Wohlfahrt des Volles anvertraut ist, sofort mit allem Eifer und allem Ernst gegen das Unheil anzugehen anstatt sich der Leisetreterei zu bedienen? In dieser Beziehung sind beide Regierungen, Reichs- wie Landesregierung, anzuklagen und das deutsche Voll in allen seinen ordnungsliebenden Schichten hat di« Pflicht, Rechenschaft zu fordern. Am letzten Ende — und darüber muß man volle, unbarmherzige Klarheit gewinnen — ist es das deutsche Volk in seiner Gesamtheit, das die furchtbaren Folgen einer andauernden Verhetzung und jenes Terrors wie wir ihn jetzt in Mitteldeutschland erlebt haben, tragen muß. Besondere Rechenschaft aber wird man von dem sozialdemokratischen Oberpräsidenten Hörsing verlangen müssen, denn für nähere Kenner der Verhältnisse war es schon lange kein Geheimnis mehr, daß die kommunistische Umsturzzentrale im Bereiche der Hörsingschen Machtbefugnisse ihr Feld gefunden hatte zu ungestörter Entwicklung. Jeder weiß, daß es in Mitteldeutschland schon lange gegährt hat und trotzdem fand Hörsing — begreiflich als Parteifunktionär — nicht den Mut, einzuschreiten. Das letzte Morden und Brennen wäre verhütet worden, der blutig« Terror hätte nicht sein schreckensvolles Haupt erheben können, wenn regierungsseitig bereits vor Inkrafttreten der kommunistischen Aktion diesbezügliche Sicherungsnurtznahmen getroffen worden waren. R. H.
Der Aufruhr der Kommunisten.
Im Kreise Liebenw erde treiben die Anarchisten ihr Unwesen.
Alagdeburg, 31. März. Die Meldestelle beim Oberpräsidenten teilt mit: In Magdeburg herrscht Ruhe. Einzelne Zusammenrottungen von Arbeitslosen sind ohne jede Bedeutung. In Westeregeln im Kreis« Wanzleben fand ein bedeutender Dynamitdiebstahl statt. Der größte Teil des Dynamits wurde durch eine fliegende Kolonne der Schutzpolizei wieder aufgefunden. 20 Personen wurden festgenommen, darunter auch einige Oesterreicher. In den Leunawerken herrscht Ruhe. Es treiben sich noch zwei Banden herum, die eine östlich von Halle, di« andere im Unstruttal. Die letztere wird bereits verfolgt. Bei einer Unternehmung verloren die Aufständischen in der Nähe von Wiehe 15 Tote und 13 Gefangen«. Es wurden mehrere Last- und Personenkraftwagen erbeutet. Die Schutzpolizei hatte keine Verluste. Auch bei einem Unternehmen gegen Querfurt wurden von einer Bande noch 22 Personen fostgenommen. Die Versprengten rotteten sich wieder zusammen und ziehen gegen Anhalt. Im Kreise Lieben- werda treiben die Anarchisten ihr Unwesen, hauptsächlich in Bockwitz und Mückenberg. Sie requirieren und plündern. Drei Gutsbesitzer wurden verschleppt. Die Eisenbahnbrücke Mückenberg-Plessa wurde von den Kommunisten besetzt, um das Heranrücken von Truppen zu verhindern. Das Kohlenwerk Plötz
bei Mettin wurde heute nacht von Kommunisten besetzt. Die Sicherung des Betriebes wird durch die technische Nothilfe und die Schutzpolizei durchgeführt. In Halle herrscht Ruhe. In Naundorf hielt eine Bande «inen Personenzug an und plünderte die Reisenden aus. Die Verfolgung der Bande wurde in die Wege geleitet. Auch Löbeijün wurde von einer Bande geplündert. Unter den Gefangenen befinden sich Russen, Oesterreicher, Marokkaner und Algerier. Die Verluste der Kommunisten allein bei der Einnahm: des Leunawerkes betragen 30—40 Tote und 52 Verwundete.
Nach den um 7 Uhr abends von der Meldestelle beim Oberpräsidium ausgegebenen Nachrichten ist in Magdeburg sowie im Regierungsbezirk alles ruhig. In einzelnen Ortschaften bei Aschersleben fanden Kommunistenversammlungen statt, in denen zugereiste Agitatoren auftraten. Diese wurden festgenommen. In Merseburg und im Regierungsbezirk Merseburg herrscht Ruhe. Das Gewerkschaftskartell in Merseburg forderte alle Arbeiter, die dem Ge- werkfchaftskartell angehören, auf, sofort die Arbeit oufzunehmen. Eine Bande von ungefähr 150 Mann hat die Postkasse sowohl in Naundorf wie in Löbejün geraubt und di« Telephondrähte durchschnitten. Eine Aktion gegen diese Bande ist eingeleitet. In Liebenwerde hat sich die Lage weiter verschärft. Es haben sich dort Aktionsausschüsse und rote Gerichte gebildet, welche Urteile sprechen. Eine große Aktion gegen den ganzen Kreis Liebenwerda ist im Gange. Die Aktion im Unstruttal wird weitergeführt. Im Kreise Schleusingen und in Suhl ist die Arbeit in allen Betrieben wieder ausgenommen worden In Halle haben die Arbeiter der städtischen Werke dem gestrigen Aufruf des Gewerkschaftskartells Folge geleistet und die Arbeit wieder ausgenommen. Halle hat wieder Licht und Wasser. Der Eisenbahnbetrieb von Halle nach Thüringen ist ebenfalls wieder ausgenommen worden.
Es wird weiter gemordet.
Berlin, 31. März. (Privattelegramm.) Nach einer Meldung des Tageblattes war für-heute vormittag die Aushebung des kommunistischen Herdes in Gröbers angesetzt. Die Kommunisten hatten jedoch davon Nachricht erhalten und sind in der Richtung Osmünde - Landsberg abgezogen. Auf dem Rückzug« zerstörten sie alle Telephonleitungen. Auf dem Gute Gütz haben die Aufrührer geplündert und den Gutsbesitzer ermordet. Sie versuchen jetzt die Landarbeiter in den Streik zu hetzen.
Die „Delitzscher Zeitung" berichtet: Der Ort Gröbers wurde gestern nachmittag 4 Uhr von den roten Banden kampflos geräumt. Sie zogen sich in die Gegend von Gütz und Dammen- dorf zurück, wo sie sich verschanzen und plündernd und raubend umherstveifen. Der Gemeindevorsteher Hesse in Roitzschgen wurde von ihnen erschossen. Der Hauptstützpunkt der Banden soll Petersberg bei Halle sein. Die Schutzpolizei und Reichswehr von Halle, Bitterfeld und Delitzsch sind im Animttsch.
Ein unerhörtes Vsrbrechen der Aufrührer.
Dresden, 31. März. Ein unerhörtes Verbrechen ist gestern nachmittag von Kommunisten im Oelsnitzer Kohlenbezirk begangen worden. Gewissenlose Gesellen löschten die Kesselfeuer auf den Schächten auf dem dem Staate gehörenden Werk Gottessegen und besetzten die Schächte. Wie ein Telegramm des WerLamtes Zwickau an das sächsische Finanzministerium meldet, ist die Ausfahrt aus der Grube nicht unbedenklich, sodaß die noch im Schacht eingeschlossene Mannschaft erheblich gefährdet ist. Die nächste und offenbar beabsichtigte Folge dieser Tat war das völlige Versagen der Wasserhaltung und der Pumpenarbeit, das völlige Darniederliegen der Luftzufuhr und der Fahrkunst, so daß den in den Gruben eingeschlossenen Bergleuten weder frische Luft zugeführt werden, noch sie selbst zutage gefördert werden können. Die Regierung hat sofort das Erforderliche zur Rettung der bedrohten Bergleute und Schächte und zur Verhütung weiterer Verbrechen eingeleitet.
Die Lage im Rheinland.
Essen, 31. März. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet ist die Lage unverändert. Auf den Zechen Oberberg im Amtsbezirk Dortmund wird überall gearbeitet, mit Ausnahme der Zeche Westfalen in Aalen, wo etwa die Hälfte der Belegschaft nicht angefahren ist. Auf der linken Rheinseite befinden sich noch die Belegschaften der Zechen Rheinpreußen. Schacht 1, 2, 3 und 5, Diergardt Schacht 1 und 2, Friedrich Wilhelm und Wilhelmine Melissen im Ausstande. Schacht 4 und 5 der Zeche Rhcinp reichen sind
von den Kommunisten besetzt. Die Zeche Dier- gardt Schacht 1 und 2, di« ebenfalls von den Kommunisten besetzt war, ist heute morgen wieder freigegeben worden. -^ Wie von kommunistischer Seite mitgeteilt wird, beschloß die Streikleitung für den Westen in der Nacht den Abbruch des Streiks.
Gegen di« Sonderger«hte.
Die Berliner Gewerkschaftskommissisn und das Ortskartell Groß-Berlin des Afabundes fordern in einem Aufruf in der „Freiheit" die Aufhebung der Veroronung über die Sondergerichte.
Der Kommunlstenführer Sylt schwer verletzt.
Berlin, 31. März. Der Kommunistenführer, Elektrizitätsarbeiter Wilhelm Sylt, würd« heute morgen wegen Auftuhrs von der Kriminalpolizei festgenommen und auf das Polizei- Präsidium gebracht. Als er auf dem Polizeigefängnis dem Kriminalkommissar zur Vernehmung vorgeführt werden sollte, schlug er dem begleitenden Beamten mit der geballten Faust ins Gesicht und versucht« die Ueberraschung des Beamten auszunutzen und zu flüchten. Der Beamte brauchte seine Waffe und schoß. Die Kugel drang in den Rücken, durchbohrte den Körper und trat ayf her rechten Brustseit« heraus. Sylt wurde sofort vom Kreisarzt Medizinalrat Lindemann untersucht. Die Verletzung ist zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich, da weder Herz noch Lungen getroffen sind.
(Sylt ist bekannt als Hetzer während des letzten Berliner Elektrizitätsarbeiterstreiks. Er verpechte auch dieser Tage di« Arbeiter zum Generalstreik aufzuhetzen. Ob der Vorfall zu neuer Streikhetze führen wird, ist abzuwarten Der Versuch wird jedenfalls gemacht werden.)
(Letzte Meldung.)
Berti«, 1. April. Auf die Nachricht, daß der Konlmunistenführer Sylt niedergeschossen worden sei, setzte sofort eine lebhafte Agitation unter den Elcktrizitätsarbeitern ein. Man berief eine Versammlung ein, zu der aber von 3000 Elektrizitätsarbeitern nur 400 erschienen waren, von denen 250 für und 150 gegen den Streik stimmten. Damit dürste die ganze Agitation gegenstandslos geworden sein.
Drohender Dergarbeikerslreik in England.
L«ttdon, 31. März. Bei der gestrigen Unter» reiung der Präsidenten desHandelramter, Eir Robert Horne, mit dem Bollzugsaurschuh der Bergarbeiter sprachen letztere die Bitte au«, der Staat möge mit der Unterstützung der Keblenindustrie fortfahren, da diese nicht imstande sei, böhere Löhne zu tragen, als er die gegenwärtigen Umstände gestatten.^ Horn« erwiderte, die Erfüllung der Bitte sei unmöglich. Die meisten'großen Industrien befänden sich in einer ungünstigeren Lage all die Kohlcnininistrie. Ihre Arbeiter könnten nicht nur nicht die früheren Löhne erhalte«, sie fänden vielfach sogar nicht einmal Btschäf- tieung. Er sei unmöglich, die ander«» ohnehin schon bedrängten Industrien zu belasten, um Mittel zur Unterstützung deS Kohlenhandels ru beschaffen. Daraus erklärt« die Abordnnnz, die Beraarbectervertinigung wer»c heute xm Mitternacht alle Grubenarbeiter, «m- schließlich derjenigen, die die Pumpen und Maschinen bedienen, ab berufen. Horne erwiderte, er könne nicht glauben, daß die Bergarbeiter das Ersaufen der Gruben zulassen würden, wodurch btt Bergarbeiter ihren Lebensunterhalt verlieren müßten. Sr ersucht, den Vollzugsausschuß dringend, die Wirkung einer solchen Handlungsweise für die Bergarbeiter selbst unh für das ganze Land erneut zu erwägen. Der Boll' zuglaugschuß tritt heute abermall zusammen.
Lond-n, 31. März. (Reuter.) Die Eisenbahn« und die Transportarbeiter, die mit den Bergarbeitern verbündet sind, haben Berfammlungen von Sonder, abgeordneten für nächsten Mittwoch und DonnerStag einberufen, die sich darüber schlüssig werden sollen, welche Schritte im Zusammenhang mit dem Generalstreik der Bergleute, der heute atzend uavmneidlich er. scheint, eingeschlagen werden foKen.
London, 31. März. (Reuter.) In Vnbmdung mit dem Bergarbeiterausstand ist eine Bekanntmachung erlassen worden, durch di« der A u s n a h m c , u- stand erklärt wird.
Noch feine Einigung.
London, 1. April. Bis 9 Uhr abends war eb nicht gelungen, eine Einigung zustande zu bringen, um den drohenden Bergarbeiterskeik, dessen Beginn auf Mitternacht festgchtzt ist, zu verhindern. Die Regierung bat den Bergwerksbesi««» mitgeterlt, sie fön** nicht dafür garantieren, daß die Pumpanlagen der Bergwerke wieder wie beim letzten Streik durch Müiincsoldaten im Gang gehalten werden können. Znfolgkdtssen wüßten die Grubenbesitz« selbst enf» sprechende Maßnahme« treffen.
Angesicht» bei drohenden Gcneralstrtikr der Bergarbeiter hat die Regierung eine Proklamation erlasse«, in der entsprechend des im Oktober 1920 angenommenen Gesetzes das Vorhanden- sein eines kritischen Zustandes erklärt wird. Dieses Gesetz g.bt der Regierung Vollmacht in jedem Falle, in dem für die Bevölkerung inbezug auf die Versorgung mit Lebensmittkln, Brennstoff«» usw. eine ««fahr droht, entsprechende Maßnahme« ergriffen »erbau