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SanauerS Anzeiger

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GeneM-ANZeiger

AmMches Organ für Statt» und LauLkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

^ Verlassleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil? RichardHultsch: für lokalen und provinziellen T«W sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen «nd^ Reklamen August Brodt, alle in Hanau am Matmii Rotationsdruck der WaisenüausbuchdruiLrei Sanaa.

Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

»»MEMgBaHsxs^sssa^

Nr. 72

Dienstag den 29. März

1921

Das Neueste.

Die polizeiliche Aktion in Mitteldeutsch- land schreitet mit Erfolg fort.

Die Kommunisten fordern allerorts die Arbeiterschaft zum Generalstreik auf. Die sozialdemokratische Partei warnt vor dieser Hetze.

Ueber den unbesetzten Teil des Regie­rungsbezirks Düsseldorf und des Regierungsbe­zirks Münster und Arnsberg wurde der Aus­nahmezustand verhängt.

Die Kämpfe mit den polnischen Banden in Oberschlesien sind im Zunehmen begriffen.

Generalsrreèkshetze rMenkhalben.

Ueberall an allen Ecken und Enden unseres lieben so schwer geprüften Vaterlandes sind gegenwärtig Leute an der Arbeit, die die größten Anstrengungen machen, um die Arbeiter- fchaft zu Putschen und Streiks zu veranlassen. Kommunistische Zeitungen und Flugblätter wie Maueranschläge überbieten sich in maßlosen Hetzaufrufen, worin die Arbeiter aufgefordert werden, zur Unterstützung der kämpfenden Brüder in Mitteldeutschland gleichfalls in den Kampf einzutreten. Auch in Hanau hat seit gestern diese Hetze eingesetzt. In Extrablättern der Südwestdeutschen Arbeiter-Zeitung", bekanntlich die Nachfolgerin der HanauerFreiheit", die gestern hier verteilt wurden, wird zum General­streik aufgerufen, ja in Maueranschlägen, die heute angebracht wurden, schreckt man nicht zurück die Arbeiterschaft aufzufordern, sich der Betriebe

zu bemächtigen, also in derselben Weise vorzu- gehen, wie es die Kommunisten in Mitteldeutsch­land getan haben, weswegen sie jetzt durch Poli­zei- und Truppenaktionen bekämpft werden, was

Soll etwa der wu|iuyi

Ät und der Teil der Bevölkerung, der mehr treten auf dem Lande gier w der Kommunistischen Partei angehort, ruhig zu- ; ' ~ -

sehen, wie Betriebe mit Gewalt besetzt werden, wie geplündert und gemordet wird? Die Sozial­demokratie, die rechts von den Moskowitern steht, lehnt die Mion, die, wie auch derVorwärts" wiederholt betont hat» auf Geheiß von Moskau ausgeht, mit aller Entschiedenheit ab. Auch die Sozialdemokratische Partei Ha­nau erließ gestern einen Aufruf, in dem die Arbeiterschaft aufgefordert wird, denverbreche­rischen" Generalstreik zu vermeiden und den Lockungen der Provokateure Widerstand zu lei­sten. Man weiß in den besonnenen Kreisen der Arbeiterschaft, daß die gegenwärtige kommu­nistische Aktion in nichts zusammensinken muß, da sie auf den geschloffenen Widerstand aller Volksschichten, aller Parteien von den Bürger­lichen bis zu den unabhängigen Sozialdemo- kvaten stößt, da nur Wirr- und Jrrköpfe hinter tiefer bolschewistischen Bewegung stehen. Es ist deshalb anzunehmen, daß der Generalstreikshetze nicht Folge geleistet wird.

Was die Lage in Mitteldeutschland anbe­langt, so kann gesagt werden, daß die Aktionen der Schutzpolizei und der Truppen die Heran- siehung der letzteren machte sich zur Wiederher­stellung der Ordnung notwendig im Fo-rt- l^eiifen begriffen sind. Die von den Kommu- lisâ besetzten Ortschaften werden nach und nach gesäubert, dagegen macht sich an anderen Orten Ze hetzerische Arbeit der Kommunisten bemerk­bar, und zwar beabsichtigt man durch die bereits oben angeführte Generalstreikshetze überall kleine Unruheseuer anzuzünden, um' so den Hauptherd ch Mitteldeutschland lebendig zu halten. Wie smnlos das Treiben der Kommunisten ist, geht aus einer Meldung aus Gotha hervor, wo man M Samstag das Gefängnis geöffnet und 31 Intersuchungsgèfangene, darunter Sittlichkeits- oevbvechsr und wegen anderer schwerer Delikte ^geklagte Personen der Freiheit übergeben hat. und dabei will man mitVerbrechern" nichts W tun haben?

Sm Ruhrgebiet ist es zu kleinen Zusammen- We-n zwischen einzelnen Demonstranten und Sicherheitspolizei gekommen, doch die Aufforde- Uâgen zum Generalstreik scheinen bisher so gut tote feinen Erfolg gehabt zu haben.

ueber die Lage liegen heute folgende Mel­dungen vor:

M ^rlin, 28. März. Der Ostersonntag ist in verun ruhig verlaufen. Auch aus den west-

Industriezentren wurden Zwischenfälle "icht gemeldet. Jedoch ist eins weitere leb- )ufte Tätigkeit der Kommunisten be­merkbar. Ihre Tätigkeit geht offenbar dahin, Ms dem Wege der Eeneralftreikhetze Un- MAerde zu schaffen, ehe die Bewegung in vutteldeutschland zusammenbricht. Die polizei- /Aktion in der Provinz Sachsen wird in- sw'stchen mit Nachdruck fortgeführt und steht vor em baldigen Abschluß. Das Detachement Graf

Poninski ist gestern nachmittag, von Mansfeld kommend, in Eisleben eingetroffen und weiter marschiert. Grösseren Widerstand hat das Detachement nicht gefunden. In dem Mans- felder Seekreis und im Bezirk Eisleben ist es ruhig. Die Rädelsführer sind entflohen und machen entlegenere Dörfer unsicher. Das Zentrum der aufständigen Bewegung scheint jetzt in Ober- und Unter-Röblingen und Teutschental zu sein. Die erteilten Weisungen sichern ein scharfes Zugreifen gegen die bewaff­neten Banden. In Bitterfeld hat ein Trupp ortsfremder Leute die Ortspolizei entwaffnet und sich verübergehend in öffentlichen Gebäuden festgesetzt. In Sangershausen wurden ge­stern durch eine kommunistische Bande die Post und die Banken geplündert, das Telegraphen­amt gesprengt und in der Nacht ein aus Würt­temberg herbeigezogener gepanzerter Strecken­arbeiterzug aufgehalten. Dabei kam es zu einem Gefecht, wobei es auf beiden Seiten Tote und Verwundete gab. Seit gestern morgen ist die Stadt durch Schutzpolizei besetzt. Die Kom­munisten hatten sich unterdessen verzogen. Im Bezirk Halle haben sich Zwischenfälle nicht er­eignet. Zschernowitz streikt, ebenso Eolpa. Die Eesamtlage in der Provinz Sachsen wird aufgrund der getroffenen Maßnahmen dahin beurteilt, daß der Widerstand der Aufrührer in wenigen Tagen erledigt sein wird.

Berlin, 28. März. In Mitteldeutschland geht die Polizeiaktion weiter fort. Das Detache­ment von Poninski vereinigte sich mit den Polizeitruppen des Obersten von Hartwig. Mehrere Lastautos mit bewaffneten Aufrührern, die im Begriff waren, nach Süden und Westen

auszubrechen, wurden abgefangen. Emstere Gefechte fanden nicht statt. Während es in den Hauptorten des Aufruhrgebietes ruhig ist,

dernde Banden auf. Versuche, den !

chnvertèhr

durch Zerstörung der Bahnanlagen und Brücken lahmzulegen, können die Durchführung der Aktion nicht aufhalten. Im Einvernehmen mit der preußischen Regierung zieht die Reichs regierung militärische Kräfte heran, die einge-

setzt werden sollen, falls es erforderlich ist. Mit Rücksicht auf die Versuche der Kommunisten, die mitteldeutsche Aufruhrbewegung durch Putsche und Unruhen in anderen Landesteilen zu halten, haben die Behörden überall Weisung, fest durch­zugreifen und Gewalttätigkeiten mit der Waffe zu begegnen.

In Essen wo die Kommunisten versuchten, eine Versammlung im Freien durchzuführen, kam es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei, der eine Anzahl Tote kostete. Die Ruhe wurde dort wieder hergestellt. Gegen den Putsch in Mettmann wurde ebenfalls Polizei eingesetzt. Der Oberpräsident verhängte über den unbe­setzten Teil des Regierungsbezirks Düssel-! darf und des Regierungsbezirks Münster Arnsberg den Ausnahmezustand.

Halle (Saale), 26. März. Mitternacht. So­eben wurde durch ein Handgranatenattentat von kommunistischer Seite die Druckerei derHalle-

schen Zeitung", in deren Gebäude sich das Wolff- Büro befindet, außer Betrieb gesetzt. Zwei Leute wurden erheblich verwundet.

Halle (Saale), 27. März. Heute Nacht wur­den auch in die Druckerei der mehrheitssozia- listifchenVolksstimme" zwei Handgranaten ge­worfen, die jedoch nur Sachschaden anrichteten, sodaß auch diese Zeitung am Erscheinen verhin­dert wurde.

Halle (Saale), 27. März. Durch ein Hand­granatenattentat auf das Grundstück der Druckerei Hendel wurde auch dieSaale­zeitung" am Erscheinen verhindert. Die Ma­schinen sind zerstört.

Halle (Saale), 27. März. In der Nacht zum Ostersonntag wurde gegen 4 Uhr früh auf die Zisenbahnbrücke über die Mulde zwischen Mul- )en stein und Bitterfeld (Linie BerlinHalle bezw. BerlinLeipzig) ein Dhnamitanschlrg verübt. Die Sprengung hat besonders die Gleise zerstört, doch konnte nach mehrstündigen Auebesserungsarbeiten der Verkehr notdürftig wieder ausgenommen werden.

Halle, 28. März. In Halle ist es heute ruhig. Der Eisenbahnverkehr ist noch nicht wieder ausgenommen worden. In Hettstedt jerrscht Ruhe, ebenso in Mansfeld, Sanger- ausen und Artern. In Micheln wurden die Zergarbeiter durch bewaffnete auswärtige Kom­munisten zum Streiken gezwungen. In den Schächten des Eerseltales ruht überall der Betrieb. In Wittenberg ist der Streik auf allen großen Werken durchgeführt. Bei Ammendors wurde die Eisenbahnbrücke gesprengt und der Eisenbahnverkehr unmöglich gemacht. Die Stadt Bitterfeld ist von den Kommunisten geräumt.

In Golpa wird gearbeitet. Unter der Leitung des Direktors bildete sich aus der Arbeiterschaft des Werkes in Zschernewitz eine Abwehrmann­schaft gegen kommunistische Störungen.

Eisleben, 29. März. Im Bezirke Eisleben geht die Polizei- und Truppenaktion ordnungsmäßig weiter. In einigen Dörfern kam eS zu Plünderungen. In Hadersicben und Hettstadt wurde sogar vorübergehend die Räterepublik a u s g e r u f e n. Die Truppen des Obersten von KammSki sind nach Gefechten südlich von Selburg angelangt. In Eisleben traf gestern nachmittag ein Probezug aus Halle ein, der zum ersten Maie nach den Sprengungen die notdürftig wieder bergeftedte Strecke HalleNordhausen belaufen hat. Die Nacht verlief in Eisleben völlig ruhig. Nachdem die Reichswehrtruppen weiter vorgerückt sind, hat sich zur Abwehr etwaiger neuaufflammender Unruhen im Einvernehmen mit der Schutzpolizei eine Einwohner­wehr gebildet, die die Sicherheit innerhalb der Stadt übernommen hat. Kleine Ansammlungen auf bar Hünesburg wurden von der Streife der Schutzpolizei und Einwohnerwehr sofort vertrieben. In Sanger­hausen ist die Lage ruhig. Die Stadtbevölkerung kehrt wieder zur gewohnten Beschäftigung zurück.

Berlin, 28. März. Da verbrecherische Ele­mente wiederholt Versammlungen unter freiem Himmel zu Straßendemonstvationen benutzten, um zum Aufruhr zu Hetzen. hat der Polizeipräsi­dent bis auf weheres alle Versammlungen unter freiem Himmel und Straßendemonstratronen verboten. Vertreter der Berliner Gewerkschaft^ kommission und der U. S. P. haben, wie ge­meldet, dem Polizeipräsidenten persönlich er­klärt, daß in der ncchsten Zeit Versammlungen unter freiem Himmel sowie Straßenumzüge nicht geplant seien. Obiges Verbot richtet sich also lediglich gegen das verfassungswidrige Treiben gewissenloser Aufwiegler.

Die Kommunisten befreie« Gefangene.

Gotha, 29. März. Am Samstag haben die Kommunisten die Gefangenen, die seit März in Unter-

3» »Ä*- â ââ -L^iLLLL^L«!? sich der Mörder des Leutnants Schmidt. Die in da?! ^^ Italiener mit ^n|urgenten zu,<j.. Gefängnis eingedrungenen Kommunisten haben 311 mengeraten, die sie nach kurzem Feuergefecht zsr- Gefangene in Freiheit gesetzt, darunter auch Sittlich-1 sprengten. Die Schlacht entwickelte sich in 8er keitsverbrècher und wegen anderer schwerer Delikte I Nähe des alten Bahnhofs an der alten Eisen­angeklagte Personen. Die Lage in Gotha ist sehr bahnstrecke ParuschowitzEgersfeld. Auf der unklar. Für heute sind großeDemonstrationen vorgesehen dncn Seite kämpften einige Apo-Beamte und

Ein Feuergefecht bei Leipzig. «Zf der jenseits des, Bahnweges gelegenen die

Leipzig, 27. Slâr,. In Möll-n, «in« Bor- JH^&SÄÄ ott Leipzig-, hatten sich am Sonntag Oenxiff«teP""'>;'"'-° ^ Kommunisten angesammelt. Daraufhin mürben

101 Mann Schutzpolizei noch Mâll <»««nH ^ "^ ^

Es kam zu einem Feuerzefecht. wobei die Kom- Eden ^-i.en gab ~ofe uns Ve-wundete. munisten einen Toten und Verwundete hatten.! Berlin, 26. März. (Priv. Telegr.) Nach einet Bei Len letzteren wurde eine Liste von Personen Meldung bereif. Zig. am Breslau mehren sich d« gefunden, die an der Bewegung beteiligt sind p^âansch k^

's < ° I waltaktc der Polen während der Ddmmmung in oe»

unb in der vergangenen Nacht verhaftet werden ^re^en Rybnik und Pleß. In zahlreichen Landge- tOTtiiten. , I meinben wurde die unbeeinflußte Wahl bet Deutschen

Leipzig, 28. März. In der Nähe von Mark-1 unmöglich gemacht. Die Abstimmler wurden, bevor sie ranstädt fand zwischen bewaffneten Arbeitern, Zutritt zum Wahllokal erhielten, genau untersucht die von Leipzig nach den Leunawerken zogen. Die deutschen Stimmzettel wurden ihnen fortgenommen, und der Schutzpolizei ein Feuergefecht statt. Darauf wurde den L-uten unter schwersten Drohungen Näheres ist bisher nicht bekannt. Bei dem gestri- M^.den ihnen -m L^ deuffchen

s« «E i,i Mölkn, Das mit -« »t ta X ^Ä Ä ÄÄ Ä» Aufruhrer endete, hatten Diese, wie jetzt fest-«tatsächlich für Polen gestimmt haben. Von allen Akten lteht, einen Toten, 2 Schwer- und 2 Lerch per-1 oer polnischen Wahlbeeinflußung wurde der interalli- mundete. Der Landespolizei fielen zahlreiche I ierten Behörde Mrttcilung gemacht.

Waffen und Munitim in die Hände. Die Kom- ^iner weiteren Meldung der Voss. Ztg. aus Breslau munisten gaben die Parole zum Generalstrerk in I ,usolge wurde in der Nacht zum Freitag auf der Leipzig aus. Das Leipziger Vollshaus, d-ie! Strecke Tichau-Pleß ein Güterzug von polnischen Volkszeitung" und die Konsumvereine tnerben Banditen überfallen. Etwa 50 Mann brachten den von Anhängern der U. S. P. bewacht, um An- Zug zum Stehen und versuchten unter Abgabe von »lägen ter ätommunilten d-rzu»-^ gti'jSÄ "ÄTÄ^ K

Ruhe in Hamburg. gelang dem Lokomotivführer, Gegendampf zu geben,

Mi worauf die Wegelagerer entflohen. In mehreren Be-

Hamburg, -.3. ^icij. <>n Hamburg und um- - ^m von Pleß kam es gestern weiterhin zur Eni- gebung ist der Ostersonntag und der Montag I Hoffnung von deutschen Beamten der Abstimmungs. ruh'g verlaufen. poüzei durch polnische. Aehnliche Vorgänge spielten

Vin des Gewerkrckââ».des sich in Eichenau und Groß-Cholm ab. Die polnischen

m T f t ? , Lpobcauneu wurden von über die Grenze gekommenen

., ^i!n' 7S Mârz. ^er Ausschuß der Gewerk- vgNnichcn Banditen unterstützt. Auch die deutschen ichaftSkommlsston Ber.m und Umgebung erinnert noch- yenmtfn eer dritten MySlowitzcr Hundertschaft wurden "'*^. m, Z"Z" riufruf baran, da;; die organisierte entwaffnet. 3« HohenUnde wurde ein dort zur Ab- Arbelterschast mit der von den kommmmtlichen Parteien Kimmung weilender Feldwebel aus Glatz auf offener planlos mnemerten Bewegung nichts gemein hat; ihr «»rast, md-nifen wahnsinniges unb jedes Verantwortungsgefühl eut- 1 ° ^ ^ ... ., ..

bchrendes Vorgehen in Gestalt der unsinnigen Putsche s Kattowitz, 28. März. Zufolge des über die nüyteii nur der Gegenrevolution und schädigten die I Kreise Kattowiy, Beuthen, Pleß und Rybnu verhängten JuteresseNcher Arbeiterschaft. Errichtet darum noch Belageriuigszustaiids ist anscheinend einc^leichte Be- einmal rié dringende Aiahnnug an die organisierte ruhigung eingetreten. Wenigstens hat der FlüchtlmgS- Ardeltcrichaft, sich in diesen Tagen von allen Ver-! ström nachgelassen und die SchreckenSnachrtchten haben austaltmigcn der Kommunisken sernzuhalten. sich verringert. Nur vereinzelt laufen noch Rletdungen

ein, deren Opfer zumeist beutfdjgefixnte Beamte unb

Keine Einberufung des Parlainents. Arbeiter sind, die zum Teil verletzt wurden. ^Der Der Präsident des preußischen Landtags, Belagerungszustand ist aus die Kreise Mhslowitz(Stadt Oberbürgermeister Leinert, teilt mit: Der An- ""^ Land und Rybmk Stadt und Land auZ^chm ^ârufunci ^^"gemeinsamen Kommandanten, dem italienischen des Landtags am 30. März fand die Unter- Obersten Salwirno, unterstellt. Für Rybnik und Pleß stützung der Deutschnationalen Volkspartei. Di< < ust ein außerordentliches Gericht mit bem Sitz in Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten. I Rybnik unter dem Vorsitz eines englischen Kapitäns Unabhängigen und das Zentrum erhoben gegen gebildet worden.

Die Einberufung zum Teil scharfen Widerspruch.--

Infolgedessen wird der Präsident von der Ein- ! Weiter« politische Nachrichten Seit« &

Fiwa zum 31. März allseLen. ._.

Auslandsstimmen über den Aufruhr.

Havas meldet aus London am 24. März: Während des ganzen Tages hat man sich in London eifrig mit den Unruhen in Dvutschkaâ beschäftigt. Die Zeitungen sind voll von Spezial- telegrammen. Man hält die Nachrichten aber, die nicht durchweg übereinstimmen, für vielfach übertrieben, da man annimmt, Deutschland hab« ein Interesse daran, die Alliierten glauben zu machen, daß die Unruhen sehr ernstlicher Art seien. Vorsicht sei daher diesen Nachrichten gegenüber geboten. In diplomatischen Kreisen lege man ihnen keine allzugroße Bedeutung bei und wolle abwarten. Die Unzufriedenheit, di« sich unter den Industriearbeitern in Form von Unruhen zeige, sei wirklich vorhanden, über man glaube nicht, daß diese Unruhen zu einer natio­nalen Erhebung führen könnten. DasJour­nal" empfiehlt zwei Lösungen, erstens die direkte Ausnützung der natürlichen Schätze Deutsch­lands, der Domänen, Wälder und Bergwerke und die Erhebung einer Steuer für die Alliier­ten und zweitens die Organisation des deutschen Handelsbetriebes durch die Entente. DerMa^ tim" berichtet, daß die Besprechungen zwischen Paris und London über die Sankttonen bereits begonnen hätten. Ins Auge gefaßt sei ein Auf­schlag auf die Erzeugnisse des Ruhrgebiets, die auf dem Wasserwege ausgeführt würden, die Be­schlagnahme der deutschen Steuern im Rhein­lande und vielleicht die Beschlagnahme der deut­schen Seezolleinnahmen.

Der Terror in Oberschlesien.

Rybnik, 26. März. Aus dem Kreise gehen stündlich Nachrichten über eine Verschlimmerung der Lage ein. Die Lage derer, die in der Kreis­stadt eine Zuflucht suchen, wächst stündlich. Ma­schinengewehrfeuer und Gewehrschüsse setzten