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SanauerS Anzeiger Generat-Anzeiger

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AmMches Organ für SlaSl- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Äd. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Tell RichardSultichifür lokalen und provinziellen Zeil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigrn und Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Sanas. Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1288.

Nr. 71

Samstag den 28. Mörz

1921

Das Neueste.

Die Entente droht in der Antwort auf die deutsche Note vom 22. März mit weiteren Zwangsmaßnahmen.

In Hamburg herrscht Ruhe, ebenso ist Eisleben von der Schutzpolizei genommen.

In der Gegend von Leuna ist die Bildung von roten Kampftruppen im Gange.

In Eisleben sind, wie festgestellt worden ist, am vergangenen Montag 60 Russen einge- troffeu, die als Urheber des Aufruhrs bezeichnet

Jm Kreise Pleß in Oberschlesien wurden 40 deutschgesinnte Beamte durch Hieb- und Stich­verletzungen schwer verwundet.

Kardinal Gibbons, das Haupt der katho­lischen Geistlichkeit in Amerika,, ist gestorben.

Ostern.

Sieghaft bricht der Frühling an, Finsternis Md der Nachtreif zergehen vor der wärmenden Sonne, das Leben der Natur kehrt zurück. Uebev- M hebt ein Sprossen und Blühen an, so froh und zuversichtlich, als gäbe es auf Erden nur ein Werden und kein Vergehen. Das Dunkel weicht dem Lichte, der Tod wird vom Leben überwun­den, das aufblüht, als müßte es nie mehr ver­welken. Im Wandel der Natur spielt sich der Werdegang des einzelnen Menschen, der ganzen Menschheit, di« den gleichen Gesetzen unterwor­fen ist. Vor und neben dem Christentum zeigen alle Kulturvölker in Sage, Dichtung, Legende Md Religion, greifbar deutlich oder mit symbo­lischer Verschleierung, das Ringen des Lichtes mit der Finsternis, des Lebens mit der Vernich- tML.de 7 Glutvollen Jugendkraft, mit dem un- WWMren aber neidisch »^atuiiwttihÄÄM Ringen des Guten mit dem Bösen, des Reinèn' md Strahllenden mit dem Häßlichen und Dun­keln. Der Sieg des Lichts und des Lebens, Auf­erstehung und Verklärung, das ist die frohe Mär, die uns trostvoll in den Ostertagen erklingt.

Das Recht zur Hoffnung zu kraftvoller Le­bensbejahung dürfen wir aus der Osterbotschaft schöpfen, das Recht zu dem Vertrauen, daß ernster Arbeit, die sich in ehrlichem Wollen auf das Gute richtest Erfolg zuteil werden muß. Ohne harte Arbeit und mühevolles Ringen, ohne Einsetzung aller persönlichen Kraft und, wenn er sein muß, selbst das Leben, vermögen wir jedoch in den schweren Fragen, die Menschen und Völker bewegen, nicht zu siegen. Verloren ist die Sache eines Volkes, wenn nicht jeder einzelne tatkräftig mitwirtt, gleich als ob an seinem Teil allein das Schicksal des ganzen Werkes hinge. Und das sei uns Trost und aneifernde Mahnung.

Ostern, das weihevolle Fest des ernsten Ge­denkens an die Ueberwindung des Todes durch das Leben, an die Auferstehung aus tiefster Not zu hellem Glanze, es fällt in diesem Jahre in eine besonders sorgenvolle Zeit. Das harte Schick­is- das Deutschand kaum noch erträgliche Be­lastungsproben auferlegt, das den äußeren Feind öanze Gebiete deutscher Industrie besetzen und oort schalten läßt, als obs Eigentum der Feinde svare, erspart uns auch das höchste Elend nicht, m das ein Volk versinken kann, den inneren Auf- Nt, der einer Anarchie gleichkommt. Nachdem furchtbare Weltkrieg Millionen wertvoller Volksgenossen hingerafft hat, muß nun auch noch ât fließen in wilden inneren Fehden und haß- ufullter Selbstzerfleischung. Wie man das nennt

wir in diesen Tagen erleben, ist von unter­geordneter Bedeutung. Man mag es Bolsche- wrs-mus, Anarchismus, oder sonstwie bezeichnen, ändert nichts an der Tatsache, daß das Leben unsres Volkes wieder einmal ernstlich bedroht And, just in einem Augenblick, in dem unsere Feinde bereit sind, den schon erhobenen Arm urederzuschlagen, um uns vollkommen zu vernich- len. Wahrlich gibt es jetzt nichts besseres zu tun, ? ? töte politische Macht- und Kraftprobe zu UMieren und über unser Volk ohne jedweden Müntz neues großes Elend heraufzubeschwören?

hoffen, daß eine entschlossene und zielbe- Regierung die rechten Wege einschlägt. Ist unserem Volke bestimmt, weiter zu leben, und könnte schwach genug sein, dies zu bezwei- f° muß und wird es auch noch durch diese hindurchgehen. Eine feste Phalanx, eine parke Front aller Kreise, aller politischen Par- MN, die fluf dem Boden des Rechts, des Ge- und der Ordnung stehen, und auch der Wusste kommunistische Anwklauf endet mit einem Zusammenbruch an den granitenen Quadrat- Bauern des von Vernunft und Einsicht be= Urschten Teiles unseres Volkes.

.. Kein Verzweifeln, sondern festklammern an

Hoffnung, an den Glauben, daß der Lei­

densweg auch einmal einen Gipfelpunkt hat, von dem aus es wieder eine Erhöhung, eine Wieder­geburt unseres Volkes geben muß. Dieser Glaube an die Zukunft des deutschen Volkes ist nötig, denn der Wille zum -Leben bringt uns höchste Kraft. Straft zum Aushalten in dem Ungemach, «das uns Niederdrücken will, und Kraft zum Wei­terleben und Neuschaffen. Lassen wir ab von der Selbstzerfleischung und finden wir uns zu­sammen zur gemeinsamen Arbeit, denn unser Vaterland kann nur durch das Zusammenwirken des ganzen Volkes, aber nicht durch die Pläne einer einzelnen Partei oder Klasse wiederge­boren werden. Erkennen wir dies und machen wir uns die unerschütterliche, felsenfeste Zuver­sicht auf eine Auferstehung des deutschen Volkes zu eigen, dann kann es keinen Zweifel mehr 'geben, daß wir auch wieder den Weg zum Auf­stieg finden, dann wird auch für Deutschland nach dem Meer von Blut und Tränen, das uns der Weltkrieg und feine Folgen bis auf den heu­tigen Tag brachte, nach all der Not und dem Elend, das uns noch umgibt, die Z e i t der Auferstehung kommen.

Die ArWarr-stvelle ein Plan Moskaus.

Wir haben schon in unserer letzten Nummer die Vermutung ausgesprochen, daß die ganze Aufluhrbewegung von Moskau ausgeht, die sich gegen Regierung und Bürgertum richtet und bezweckt, der kommunistischen Bewegung in Deutschland einen jieuen revolutionären Impuls zu geben. U

fasere Vermutung bestätigt sich, denn t Magdeburger Oüerpräsidium fest ge­stellt worden ist, sind am Montag allein in dem ^bEn Eisleben 6 0 Russen eingetroffen, die astsr Wahrscheinlichleit, nach dazu bestimmt

wie bei dem

und unter dem deutschen Volk einen neuen Vur- gerkrieg herauszubeschwören. Dieser Aufstand sollte nach gestern hier eingelaufenen Nachrich­ten auch auf das Ruhrgebiet verbreitet werden, doch der Verlauf der für gestern angesetzten Demonstrationsversammlungön hat gezeigt, daß man nicht geneigt ist, sich der Aufruhrbewegung anzuschließen. Wir hoffen, daß die Arbeiterschaft auch weiterhin die gegenwärtige Hetze als Irr­sinn ablchnen, daß sie Besonnenheit. und Ruhe bewahren und daß sie nicht im geringsten daran denken wird, als Deutsche nach der Moskauer Pfeife zu tanzen.

Soviel aus den uns heute vorliegenden Nachrichten heworgeht, scheint es, nachdem in Hamburg Ruhe eingetreten ist, auch in Mittel- deuffchland gelungen zu sein, den Ausstand auf lokale Herde zu beschränken und es ist zu hoffen, daß die eingesetzte Schutzpolizei auch in den noch unruhigen Otten die Oberhand gewinnt.

Von den vorliegenden Nachrichten geben wir folgende wieder:

Berlin, 24. März. Der Reichspräsident erließ heute nacht für die Provinz Sachsen auf Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung unter Gegenzeichnung des Reichskanzlers und im Einverständnis mit der preußischen Regie­rung Vorschriften zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in den ge­fährdeten Gegenden, Es handelt sich hier um einen nicht-militärischen Ausnahmezustand, bei dem die Zivilverwaltung mit erhöhten Befug­nissen ausgestattet wird. Dementsprechend wurde zum Zivilkommissar der Oberpräsident der Pro­vinz Sachsen, Hörsing, ernannt.

Die wahren Urheber des mitteldeutschen Aufruhrs.

Berlin, 26. März. Wie dieVoss. Ztg." aus Magdeburg meldet, sind die Urheber der kommunistischen Aktion im Mansfelder Gebiet russische Bolschewisten. Wie beim Magde­burger Oberpräsidium festgestsllt worden ist, sind allein am Montag 60 Russen in Eis­leben eingetroffen. Heute nacht wurden im Aufstandsgebiet bei Eisleben 30 Verhaftungen vorgenommen. Sämtliche im Aufstandr- gebiet nicht ansässigen Ausländer werden von heute an entfernt.

(Hoffentlich werden die Ausländer nicht nur aus dem Aufstandsgebiet entfernt, sondern über­haupt aus Deutschland abgeschoben, soweit sie wenigstens verdächtig sind, an der Aufstands­bewegung beteiligt zu sein. D. Ned.)

Berlin, 25. März Die Nachrichten aus Mit­teldeutschland sind dahin zusammenzufassen, daß die Aktion der Schutzpolizei im Fortschreiten ist. In Eisleben ist die Schutzpolizei Herr der Lage. Der Tag ist mit Ausnahme von einigen Schüssen die in der Nähe des Bahnhofes abgegeben wur­

den, ruhig verlaufen. Zwischen Eisleben und Hettstedt treiben sich noch bewaffnete Banden herum. Hettstedt selbst ist von der Schutzpolizei besetzt. Außer dem Bahnhof ist dort auch ein Privatgebäude gesprengt worden. Die Höhen um Hettstedt waren von den Aufrührern be etzt,

den.

sind aber im Laufe des Tages gesäubert wor

Die Aufrührer haben sich in die weiter« Um­

gegend der Stadt zurückgezogen. In Hetsstedt sind weitere Verstärkungen einigetroffen. Don dort wird morgen eine Aktion zur Säuberung des Mansfelder Kreises beginnen. In Mansfeld, Kloster Mansfeld und Laibach ist der Sitz der Aufrührer, die auch unter der Bevölkerung zwangsweise Rekrutierung versuchen. In Halle haben die Arbeiter der Gas- und Wasserwerke die Arbeit wieder ausgenommen. Die Elektrizi­tätswerke arbeiten. Die Halleschen Eisenbahner haben mit 600 gegen 400 Stimmen den Streik ab gelehnt. Falls eg bei Luna zu Unruhen kom­men sollte, ist mit schneller Unterdrückung zu rechnen-. In Halberstadt und Sangershausen herrscht Ruhe. In Bitterfeld wo di« Bettiebs- räte durch Aktionsausschüsse abgesetzt wurden, ist es vereinzelt zu Gewalttätigkeiten gekommen. Das Gesamtbild der Lage in der Provinz Sachsen ist darnach als ruhiger zu bezeichnen. Im Freistaat Sachsen wird die Gesamtlage als ruhig bemteilt. Kommunfftische Versammlungen haben in verschiedenen Teilen des Reiches statt- gesunden, ohne daß es zu Zwischenfällen gekom­men ist. Hamburg ist ruhig. Aus Breslau wird ein mißlungenes Attentat auf den Kassenraum einer Bank gemeldet.

Bildung toter Kampftruppen.

Halle, 25. März. DerHalleschen Zeitung" zufolge ist die Bildung der roten Kampftruppen in der Gegend von Leuna im Gange. Das Rie- prs^ÄW»** Einheiten formiert sind. Bis jetzt sind sie etwa 6000 Mann stark. Die roten Regimenter ver­fügen über einen wohlorganisierten Nachrichten­dienst mit Radfahrertruppen usw. Vorläufig nimmt die rote Kamftruppe noch eine abwar­tende Haltung ein. Gestern gingen, wie das Blatt berichtet, kommunistische Patrouillen in Halle von Haus zu Haus und befahlen den Männern, sich zum Eintritt in die Rote Armee bereitzuhalten. Furchtsame, die der Parole nicht (folgen wollten, wurden mit Erschießen bedroht. Die aus der Umgebung von Halle kommenden Nachrichten zeigen, daß die kommunistisch« Be­wegung sich auch dort immer mehr zu einer ein­heitlichen Aktion verdichtet. In Leuna werden alle vorbeikommenden Männer zum Eintritt in die roten Kamp-fttuppen gezwungen. Nach ver­schiedenen Ortschaften mürben von den indu­striellen Zentren aus Stteifzüge unternommen, um wehrfähige Männer zum kommunistischen Waffendienst zu pressen. Zwischen Leuna und Ammendorf sind von den internationalen Ver­brechern etwa 8000 Gewehre, die meist nagelneu sind, an die roten Kampftruppen verteilt worden. Die technische Nothilse steht aktionsbereit, doch hat sie noch keinen Befehl zum Einsetzen erhalten. Die Hettstedter Bahnlinie ist durch eine Brücken­sprengung bei Hettstedt zerstört worden. Die Halleschen Straßenbahner haben sich bisher gegen den Streik ausgesprochen.

Querstat, 25. März. Eine kommunistische Versammlung beschloß, hier die Verkündigung des Generalstreiks. Sonst ist die Lage hier ruhig. In Schraplau und Stetten sowie in anderen Ortschaften liest man an den Häusern. Anschläge, in denen die gesamte Bevölkerung zwischen 18 und 35 Jahren zum sofortigen Eintritt in die rote Kanipfttrtppe aufgefordort wird. Wer dem Aufruf nicht Folge leiste, werde erschossen. Der Aufriss ist von Max Hölz?unterzeichnet.

Die Eislebener Kormmmisten für Einstellung des Kaulpfes.

Magdebmg, 25. März. (Amtlich.) Die Kom- munistenfiihrer in Eisleben erschienen heute beim dortigen Kommando und baten um Ver­handlungen über die Einstellung des Kampfes im ganzen Mansfelder Gebiet. Dor Komman­deur lehnte auf Weisung des Oberpräsidenten jode Verhandlung mit den Aufrührerischen Ar­bitern ab und stellte folgende Forderungen:

1. Die aufrührerischen Banden stellen sofort den Kampf ein. Dann wird die Sicherheitspo­lizei nicht mehr schießen.

2. Alle Waffen und Munition werden sofort abgegeben. Diejenigen, die freiwillig abliefern, werden nicht nach ihrem Namen gefragt und auch nicht verfolgt. Sämtliche Kraftwagen und son­stige geraubten Sachen sind sofort zurückzugeben. Es wird gestattet, daß die Orts beworben die

Waffen «i-nsammeln. Die Arbeit ist in allen Be­trieben wieder aufzunehmen.

Führung des Redakteurs Mansfeld« Volkszeitung

fienfühver unter Hstedt von her versprachen, bei

ihren Leuten mit allen Mitteln dafür einzutre­ten, daß die Bedingungen angenommen und vorbehaltlos befolgt werden.

(Letzte Meldung.)

Eisleben, 26. März. (Morgens.) Gestern abend setzte die Schießerei wieder ein und wurde in der Nacht zeitweise sehr heftig. Man hörte einzelne sehr starke Detonationen. Einige Plün­derungsoersuche, die gestern in der Stadt unter­nommen wurden, erstickte die Polizei im Keime. Die Polizei-Schutztruppe ist Herrin der Lage. Patrouillen in dm Straßen verhüten Ansamm­lungen. Heute morgen herrscht vollkomnnn Ruhe, es fällt kein Schuß.

Ein Aufruf des Oberpräfidenten Hörfing.

Wie demVerl. Tagebl." aus Magdeburg -berichtet wird, richtete Oberpräsident Hörfing an die Arbeiterschaft des Regierungsbezirks Merseburg einen Aufruf, in dem er betont, daß die Aufforderung zum Generalstreik, zum Kampf gegen die Polizei usw. von der kommunistischen Partei ausgegangen sei. Der Parole der Kommunisten sei nur eine Minderheit der Ar­beiter gefolgt. Die mit russischem Gelde be­zahlten Hetzer hätten bereits zahlreiche Familien ins Unglück gestürzt. Ungeheuerlich groß ist der Lohnverlust. Diejenigen aber, die die Arbeiter ins Unglück gestürzt haben, sind verschwunden und abgereist und haben ihre Opfer ihrem Schicksal überlassen. Arbeiter, begreift Ihr noch immer nicht, daß ihr von verbrecherischen und bezahlten Subjekten zu Verbrechen aufgereizt und ins Verderben geführt werdet. In letzter

Kommunistische Hetzereien in Berlin.

Berlin, 26- März. Der Karfreitag ist in Berlin ruhig verlaufen. Zwischenfälle waren nicht zu verzeichnen. Unter den Arbeitern, vor­nehmlich jedoch unter den Arbeitslosen, wurden hetzerische Aufrufe verbreitet, in denen dazu auf­gefordert wird, heute Samstag zu gewaltsamer Besetzung der großen Betriebe zu schreiten. Di« Schutzpolizei ist in jeder Weise bereit.

Politische Tagesberichte.

Uruguay will Deutschland Kredite «r» öffnen? Wie die Agentur Havar aus Washington meldet, liegen Nachrichten aus Uruguay vor, wonach Uruguay Deutschland Kredit eröffnen wolle, damit es Wolle und andere Produkte kaufen könne. Uruguay wolle auch seine Ausfuhrsteuern auf Wolle aufgeben und erwäge die Schaffung einer staatlich gestützter Import- und Exportgescllschaft für Versendung vor Wolle aus Uruguay nach Deutschland, Frankreich Antwerpen, der Tschecho-Slowakei und anderen euro' päischen Länder« und selbst nach Japan.

Bombenattentat in Mailand. In dem Mailänder Dianakursaal tvurde ein Bomben­attentat aus geführt. Es gab 12 Tote und 46 Verwundete, deren Namen noch nicht festgestellt sind. Die gegen die Anarchisten aufgebrachte Meng« zerstörte darauf die Redaktionsräume des AnarchistenblattesUmanita Nuova" und des sozialistischenAvanti". Das Attentat hängt offenbar mit der Verzögerung des Prozesses gegen den verhafteten Anarchisten-Führer Mala­testa zusammen, der im Gefängnis in Genua di« Nahrungsaufnahme verweigert.

Die französische Ein- und Ausfuhr. Die französische Zollverwaltung veröffentlicht einen Bericht über die Ein- und Ausfuhr in den Monaten Januar und Februar 1921. Dar­nach betrug die Einfuhr 3 596 399 000 Fr., das bedeutet gegen 1920 eine Verminderung von 2 049 956 000 Fr. Die Ausfuhr betrug 3 782 062 000 gr., das bedeutet gegen das Vor­jahr eine Vermehrung um 1024 285 000 Fr. Die Griechen gegen die Türken. Wie der Agentur Havas aus Athen gemeldet wird, hat der Angriff der griechischen Truppen be. gönnen. 3m Abschnitt von Brussa ist Janischchir besetzt worden. Flugzeuge haben festgestellt, daß die Türken in Unordnung zurückgehen. Aus Konstantinopel meldet Havas: Die griechische Offensive soll ungefähr 20 Kilometer in beiden Abschnitten vorgetragen worden sein. Die Angriffsoperationen sollen weiter fortgesetzt werden. Nach einer türkischen Meldung sollen die Griechen im Abschnitt von Brussa zurückge. drängt worden sein und 1700 Gefangene uni 20 Kanonen verloren haben.

(Weitere politische Nachrichten Seite 9 )