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Anzeiger
General-Anzeiger
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rrr. 69
Mittwoch den 23. März
1921
Das Neueste.
— Die interalliierte Kommission in Ober- Westen zählte 716 406 deutsche und 471406 polnische Stimmen.
— Die Polen inszenieren in Oberschlesien litten Aufstand.
— Die Lage in Mitteldeutschland ist unverändert. Die Truppen werden nicht zurückgezogen.
— Präsident Harding hat den Kongreß zu einer Sondertagung auf den 11. April einberufen.
— Es bestätigt sich, daß das in England angenommene Neparationsgesetz sich nicht auf deusche Waren erstreckt, die vor dem 15. April in England eingeführt sind, falls der Kaufvertrag noch nachweislich vor dem 8.. März abge- schloffen worden ist.
Aufruf des PlebiSzitkommiffariatS.
Das Plebiszitkommissariat für Deutschland, gez. Dr. Urbanek, erläßt folgenden Aufruf:
Oberschlesier l Die Abstimmung ergab eine überwiegende Mehrheit der deutschen Stimmen. Gegen diese 715 000 deutsche Stimmen stehen nur 460 000 polnische Stimmen. Die deutsche Mehrheit beträgt über eine Viertel Million. Die Heimat ist gesichert! Keine Macht der Welt darf es wagen, gegen den Har ausgesprochenen Willen der überwiegenden Mehrheit dieses Land aus dem Jahrhunderte alten Zusammenhänge mit Deutschland zu lösen. Der Sieg ist unser! Aber auch wir empfingen Wunden. Die Kreise Tarnowitz. Pletz und Ryb- nik stimmten überwiegend polnisch. Darin liegt eine Gefahr. Ihr Brüder von Tarnowitz, Pleß und Ryb- nik: soll der Oberste Rat au» Eurer Abstimmung entnehmen, daß Ihr Tuch von un» trennen wolt? Ihr gabt polnische Stimmzettel ab, aber nimmermehr, um das Band zu zerreißen, welche» Euch mit den ober- schlesischen Brüdern verknüpft. Oberschlesien ist ein einiger, unteilbares Ganzes. Es lebe dar einige, unteilbare Oberschlesien! Diese alten Forderungen erheben wir jetzt auf» neue. Vor den Augen der Welt bekennen wir uns zu den Grundsätzen der wahren Demokratie. In klarer demokratischer Folgerichtigkeit fordern wir, daß jeder Bürger unsere» Landes, welcher Rationalität, welcher Konftsfio und welcher politischen Gesinnung er auch sei, Zutritt haben muß zu allen öffentlichen Aemtern. Wir proklamieren aufs neue Gleichberechtigung der Sprachen in Schulen, Verwaltungen und Gerichte. Wir verlangen, daß innerhalb der seit Jahrhunderten unveränderten Gren- J« unseres iiau^b^ âsteu Huropg^er Wider Mehrheit entscheidet, daß aber die Minderheit geschützt sein muß gegen jede Zurücksetzung. Wir laden unsere polnischen Brüder herzlichst und mit tiefster Aufrichtigkeit ein, uns die Hände zu reichen und mit uns zu sammenzuarbeitenandem Wiederaufbau dessen, war Krieg und Abstimmungskamvf verwüsteten. Wir wollen zusammen eine Republik Ober- ichlesicn als freien Bundesstaat im Gefüge der Deutschen Reiche» errichten. Wir wollen zusa men eine gerechte Lindvertcilung durchführen, die Wohnungsnot beseitigen und die soziale Fürsorge ausbauen. Der Bruderkampf ist zu Ende. Die von den deutschen Parteien geforderte Amnestie ist gesichert. Reichen wir uns als freie Männer die Hand zu friedlicher, fruchtbringender Arbeit, zum Segen der Heimat. Gott schütze da» einige und unteilbare Oberschlesien.
Die ungarische Presse über das Abstimmurrgs- ergebnis.
Die ungarische Presse begrüßt lebhaft das Ergebnis der oberschlesischen Abstimmung. Der „Pèster Lloyd" schreibt: Das oberschlcsischc Beispiel beweist, daß da» Staatrgcfühl ein stärkerer Faktor ist, als di« Stammeszugehörigkeit. Jetzt werde die Entente das zu Ungarns Unglück iw Trianonvertrag begangene Unrecht einsehen müssen.
Das „Reue Peffer Journal" sagt: Seit sieben Jahrhunderten ist Oberschlesien deutsches Gebief und mit dem übrigen Deutschland auf engste verknüpft. Die deutsche Arbeit machte Oberschlesien nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell zu einem Teile Deutschlands. Durch das Ergebnis der Abstimmung kommt die Entente in die Lage, den in London abgerissenen Faden wieder anzuknüpfen.
Der „Pesti Hirlap" urteilt: , Die Entente steht jetzt vor der Wahl, entweder einer Eingebung der Versöhnung zu folgen oder das System der rohen Gewalt fortzusetzen, ohne daß dies im geringsten Nutzen bringen könnte.
Dem „Pesti Nsplo" zufolge sind besseres Geld und jene höhere Kultur, der allen Staatsbürgern gleichen Schutz gewährt, Ordnung, Arbeit und Einigkeit die entscheidenden Faktoren gegen alle irredentischen Bestrebungen. Die Mehrheit der Bevölkerung bekenne sich zum Deutschtum. Somit sei ihre Zugehörigkeit moralisch entschieden.
Der „Vilag" führt aus: Wenn Frankreich überhaupt Gewicht darauf lege, von Dentschlano eine tat- sächliche Entschädigung zu erhalten, müsse e» die Lebexrintcrcsseil der deutschen Produktion unbedingt berücksichtigen.
Die Zollgrenze am Rhein.
Deutsche GcgettM«z»»aymcn.
Berlin, 22. März. DerVolkswirtschastsausschuß des Reichstages nahm heute einstimmig die Verordnung belr. Regelung des Warenverkehrs zwischen dem unbesetzten und besetzten Gebiet, die bereits heute mittag die Zustimmung des Neichsrates gefunben hat, an. Nach § I der Verordnung wird der Reichskommissar für die Au»- und Emfuhrbewiiügnnz ermächtigt, für den Warenverkehr von und nach den Gcbielen, in denen er die Anwendung der deutschen Ein- und Aus- suhrbestimmungen infolge Besetzung für beeinträchtigt hält, Vorichrülen zu erlassen. Zur Begründung der Verordnung führte der Regierungsvcrtretcr u. a. aus: Die Beiytznngsbehörvcn beabsichtigen, eine Zollgrenze rechts de» Rheins zu errichten uiio die deutschen Einund Ausfuhrbestimmungen für das besetzte Gebiet außer Kraft fetzen zu lassen. Der Beauftragte Des
Polnischer Ausslanö in Oberschlesien.
Sehr ernste Lage.
Was wir vorausgeahnt haben, ist eingetreten. Die Polen von dem Abstimmungsergebnis un- befriedigt, greifen zu den bekannten Mittel des Terrors und inszenieren einen Aufftand, wie ihn unsere Brüder in Oberschlesien in den Augusttagen erleben mußten.
Uebereinstimmend lauten die Nachrichten aus Kattowitz, daß in dem Gebiet östlich und südlich der Stadt der polnische Terror unumschränkt herrscht. Die interalliierten Behörden versagen den Deutschen jeden wirksamen Schutz. Auch die Abstimmungspolizei versagt vollständig. Bewaffnete polnische Abteilungen mit voller militärischer Ausrüstung passierten gestern die Grenze und haben eine Anzahl von Grenzorten besetzt. Die Ortschaften Birkenthal, Schoppi- nitz, Ianow und Nikischschacht sind völlig in ihrer Gewalt. Die deutsche Einwohnerschaft
nach Kattowitz, wo sich beim deutschen PlMszitkommifsar bereits über 1000, zum Teil übel zugerichtete deutsche Flüchtlinge gemeldet haben. In anderen Erenzorten, so in Chorzow und Baingow, sind Hallersoldaten, die als Abstimmungsberechtigte hereinkamen, jetzt plötzlich in voller militärischer Ausrüstung und mit Waffen versehen erschienen. Ueberall in diesen Orten wurde die polnische Republik ausgerufen. Auf den Kirchen und Rathäusern in Bogutschütz und Gieschewald sind die polnischen Reichsfahnen gehißt worden.
Nach einer Meldung der „Täglichen Rundschau" stürmten gestern nachmittag polnische Banden die Polizeibüros der Stadt Kattowitz und vernichteten das gesamte Aktenmaterial.
Das „Berliner Tageblatt" rechnet mit einer verstärkte n Wiede rholungd esAu gust- aufstandes, falls die alliierten Truppen die polnischen Truppen nicht über die Grenze zurückdrängen sollten.
Der Berichterstatter des „Vorwärts", der ne Verhältnisse gestern nachmittag in verschiedenen Orten selber in Augenschein ntzhmen konnte, faßt die Lage in den Worten zusammen:
Hölle ist jetzt hier los! Wie der „Vorwärts" weiter aus Gleiwitz meldet, herrscht in der gesamten deutschorientierten Arbeiterschaft eine kaum noch zu überbietende Erbitterung oder die schändlichen Taten der Sokolbanden. Zu Hunderten wurden die Arbeiter mit Gummiknüppeln von ihren Arbeitsstätten vertrieben.
den Fall, daß die interalliierte Kommission
eingreift, werden von den deutschen Ee- werkschaften Gegenmaßregeln erwogen. Den Gewerkschaften ist es unmöglich, sich noch einmal an die interalliierte Kommission wenden, da diese bereits die Gewerkschaften bei den letzten Vorstellungen ab- gewiesen hat. Die Geduld der deutschen Ge- verkfchasten ist erschöpft. Die Arbeiter sehen auf sich selbst gestellt und es kann geschehen, neunter der erzwungenen Abwehr ebensoviel unschuldige leiden müssen, wie es durch den polnischen Terror geschieht.
„.."lin, 22. März. Die Meldungen über polntichen Terror östlich und südöstlich von «Eowitz häufen sich in beängstigender Weise.
Berl. Lokalanzeiger ist der Bahnhof «chopplnitz voll von verwundeten Deutschen, m neutraler Journalist wurde am Montag in
lebensgefährlich verletzt. Das euhche Plebiszitkommissariat in Kattowitz wird
^ortriebenen und mißhandelten Deutschen „i^oufen. Die Franzosen scheinen weiter gewillt zu sein, dem Treiben der Polen ein P ? Zu bereiten. Englische Truppen griffen im erlist dn Grenze energisch ein und vergelten eine polnische Bande.
Der Prozentsatz der deutschen Stimmen.
22. März. Nach den vorläufigen Fest- foloen^"«'^ deutschen Plcbiszitkomnussanats können feit w?5i ^"zcntziffern zugunsten Deutschlands für ^«»chmmung zu Oberschlesien bekannt gegeben
MhStowitz
37,83 v. H.
Kattowitz
57,10 v. H.
Beuthen
50,22 „ „
Kömgshütte
74,74 „ „
Tarnowitz
39,- „ „
Gleiwitz
64,59 „ „
Hindenburg
51,80 „ ,
Rybnik
36,54 „ „
Rosenberg
68,— „ ,
Kosel
75,60 „ „
Oberplogau
87,85 „ „
Nikolai
26,40 . „
Lublinitz
53,26 „ „
Pleß
29,20 „ ,
Oppeln
57,63 „ „
Leobschütz
99,61 „ ,
Kreuzburg
69,04 , ,
Ratibor
70,79 , „
Groß-Strehlitz 49,20 „ ,
Reichskommissar» für die besetzten Gebiete sei von den Besatzungsbehörden bereits dahin unterrichtet worden, daß er der interalliierten Rheinlandkommission unter« stehe. E« werde daher die Hauptaufgabe deS ReichS- kommiffars sein zu verhindern, daß notwendige Inlandswaren über daS besetzte Gebiet abströmen und daß unerwünschte AurlandSwaren durch- das besetzte Gebiet einbringex. Eine Erweiterung der bestehenden Vorschriften der Außenhandelskontrolle werde sich «icht vermeiden taffen, insbesondere werde unter Umständen eine deutsche Rheinkontrolle stattfinden muffe«.
Der Botschafterrat.
PariS, 22. März. Der Botschafterrat tagte heute bormittgg unter dem Vorsitz von Jule» Cambon. An der Sitzung nahm außerdem Marschall Foch und der französische Oberkoyimiffar in den Rheinlanden Tirard teil. Auf der Tagesordnung stand die Verlesung eines Berichts der interalliierte« Rheinlandkommission gemäß den Beschlüssen, die der Oberste Rat in London zwecks Errichtung einer Zollgrenze im Osten der besetzten Gebietes gefaßt hat. Da die englische Regierung zu spät in Kenntnis gesetzt worden war, nm ihrem Botschafter Anweisungen zugehen lassen zu können, wurde die Prüfung der Angelegenheit auf Freitag verschoben. Die Konfere»; befaßte sich sodann mit Einzelheiten, welche die Anwendung der militärischen Bestimmungen in den verschiedenen Friedens- Verträgen betreffen.
Neue Anschläge im Rheinland.
1. Nach Inkrafttreten der Sanktionen hat der fran« zösische Kommandeur in der Pfalz, General de Metz, mit mehreren pfälzischen Parteiführern Fühlung gesucht und ihnen nahegelegt, ob es für die Pfalz nicht jetzt an der Zeit sei, sich nach Westen zu orientieren. Der General malte den Herren die Folgen aus, die das Inkrafttreten der in London beschlossenen Sanktionen für Handel und Industrie auch in der Pfalz haben müsse, — er sei denn, daß man sich irgendwie an Frankreich anschlietze.
Daß Herr de Metz über das Festhalten aller Pfälzer eu ihrem deutschen Vaterland« nicht im Unklaren gehalten wurde, versteht sich von selbst.
2. Auch bei Dorten in Wiesbaden haben die Sanktionen neue Hoffnnpen geweckt. Schon seitdem die Pariser Forderungen aufgestellt und von den bekannten Drohugen begleitet worden waren, begannen er, und wenn wir recht berichtet sind, auch seine französischen Freunde mit neuer Vorbereitungsarbeit. Auch scheint es jetzt, mehr als vor zwei Jahren, den Dorten-leuten gelungen zu sein, belgische Militärs im besetzten Gebiet für ihre Pläne zu interessieren.
Am 7. März, dem kritischen Montag, als in London die Entscheidung erwartet wurde und dann auch kam und den Abbruch und die Sanktionen brachte, da hatte der französische Kommandierende General in Wiesbaden eine große Anzahl seiner Offiziere zu einer Festlichkeit im Schloß versammelt, und zu seinen Gästen gehörten auch — Herr und Frau Dorten. Gegen %1 Uhr nachts wurde dem General ein Funkspruch überreicht, dessen Inhalt (offenbar die Meldung vom Inkrafttreten der Sanktionen) groß« Begeisterung hervorrief. Dr. Dorten wurde von einem hohen Offizier als „Freund Frankreichs" gefeiert und wurde beglückwünscht, daß nun „das Ziel, nach dem man lange gestrebt habe," in erreichbare Nähe gerückt sei.
Das sind die Hoffnungen, die der französische Militarismus und seine Helfershelfer deutscher Staatsangehörigkeit an die Sanktionen knüpfen. Immer wieder werden solche auf Furcht und Selbstsucht gegründete Hoffnungen an der vaterländischen Treue aller deutschen Rheinländer zerschellen.
Kommunistische Generatstreikshetze.
Ende voriger Woche hatte der sozialdemokratische Oberpräsident der Provinz Sachsen, H ö r- sing, angekündigt, stärkere Polizeiaufgebote in bas Halle-Merseburger Jndustrierevier zu entsenden, um die dorttgen unhaltbaren terroristischen Zustände zu beseitigen. In der Nacht zum Sonntag begann nun die Polizeibesetzung. Sofort stellten die Mansfelder Arbeiter unter kommunistischer Führung ein Ultimatum auf Zurückziehung der Sipo bis Sonntag nachmittag 4 Uhr Hörsing beantwortete es gar nicht, und so setzte am Montag in Eisleben der Generalstreik ein. Die Streikleftung — die V. K. P. D. — versteigt sich so weit, die Polizeientsendung als den „Anfang her weißen Kampagne" zu bezeichnen. In: weiteren fordert sie die Arbeiterschaft auf, so lange zu streiken, bis die Sicherheitspolizei aus dem Gebiete verttieben sei. Allerdings konnte sie bis sttzt nur Teilstreiks erzielen. Aus den ein gegangenen Nachrichten geben wir nachstehende wieder:
Halle, 22. Mrz. Die Streiklage im Jndustrierevier verschärfte sich gegen gestern im allgemeinen nicht. Auf den Werken der Mansfelder Gewerkschaft ist eher eine Zunahme der Arbeits
willigen festzustellen. Im Oberröblinger Gebiet allerdings ruht nicht nur die Arbeit selbst, sondern auch die Notstandsarbeiten werden jetzt verweigert. Radikale Elemente hielten heute früh die elektrische Kleinbahn im Mansfelder Bergrevier an, das einzig« V«rkehrSmittel der Arbeiterschaft, und zwangen fle zur Umkehr, sodaß viele Arbeiter gezwungen waren, den Arbetts- stellen fernzubleiben. Auch auf dem Lande wurde in vereinzelten lMdwirtschastlichen Betrieben unter dem Druck« des Streikbefehls die Arbeit niedergelegt. In allen Betrieben des Industrie- reviers ist eine Bekanntmachung aus gehängt, daß, wer innerhalb dreier Tage nicht wieder auf der Arbeitsstelle erscheint, als aus dem Arbeite Verhältnis ausgeschrieben betrachtet wird.
Berlin, 23. März. Nach einer Meldung der „Roten Fahne" ist es in Eisleben und NeËädt gestern zu Zusammenstößen zwischen Schutzpolizei und Ausständigen gekommen. Im sächsischen Provimziallandtag erklärte Oberpräsident Hörsing: Den unhaltbaren Ausständen in der Provinz Sachsen müsse ein Ende gemacht werden. Das sei der feste Entschluß der Regierung.
Berlin, 23. März. Den Blättem zufolge hielten die Berliner Kommunisten gestern vier Versammlungen ab, in denen die Sage in Mitteldeutschland besprochen wurde. Es wurde erklärt, eine Mion sei noch verfrüht, gegebenenfalls aber müsse man den mitteldeutschen Arbeitern die Solidarität beweisen. — Sowohl der „Vorwärts" wie die „Freiheitt verurteilen aafs schärfste die kommunistische Hetz«.
— gum Anschlag auf die SiegeSsLule. In der Angelegenheit bei Anschläge» auf die Siegessäule erfahren wir weiter, daß die gestern abend festgenommenen elf Personen nach den bei ihnen gefundenen Mitgliedskarten und nach ihren eigenen Angaben »um Teil der kemmunistischen Arbeiterpartei angeboren. Die Vorgefundenen Pistolen und Revolver waren sämtlich geladen. Außerdem wurden mehrere schwarze Marken gefunben.
Rückkehr der Oberschlesier.
Erstem abend gegen */.10 Uhr traf der erste Abstimmungssonderzug auf dem festlich geschmückten Bahnsteig I des Hanauer Ostbahnhofs ein. Schon vorher hatte sich eine stattliche Anzahl Einwohner auf und vor dem Bhnhof eingefunden, um dem Empfang eines Teiles der Ortsgruppe Hanau der vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier beizuwohnen. Neben dem Schlesier-Verein trat auch der gesamte Männergesangverein „Eintracht", unter der Leitung des Herm Oberstadtsekretär Bauer, und Schüler der Oberrealschule« unter der Führung des Herm Oberlehrer Liese, an. Ferner war vertreten die Ortsgruppe Hanau vertriebener Elsatz-Lothringer, der Leiter der staatlichen Niederlassung und der Fürforge-Ausschutz vertriebener Elsatz-Lothringer. Als der Sonderzug in der Halle des Bahnhofs einfuhr, empfing ihn die „Eintracht" mit dem Liede: „Deutscher Sängergrutz". Ferner sang sie die „Grütze an die Heimat". Der Schlesier- Verein bewies eine besondere Aufmerksamkeit dadurch, datz Vere'msmitqlieder den Damen Blumensträutzchen und den Herren Zigarren verabreichtest Nach kurzem Aufenthalt fuhr der Zug unter dem Gesang der „Eintracht" und der Schüler der Oberrealschule weiter nach Frankfurt, während die hier wohnhaften Oberschlesier sich sammelten. Herr Oberbahnaffistent Pascheke begrüßte die Angekommenen und gedachte ihrer Treue und Aufrichtigkeit in warmen Worten. Nach ihm ergriff der erste Vorsitzende der esatz- lothringischen Ortsgruppe, Herr Polizeikommissar Mührdel, das Wort. Er hieß die treuen Schlesier m Namen der vertriebenen Elsaß-Lothringer lerzlich willkommen, nahm auf den Auftuf des ^erm Reichspräsidenten bezug und überreichte einen Strauß Flieder mit Schleife. , Herr Mührdel sprach die Hoffnung aus, bei* einer anderen Gelegenheit der Taten und Aufopferung bet Oberschlesier ausführlicher gedenken zu Sönnen. Seine Ausführungen schloß er mit einem dreifachen Hoch auf die Oberschlesier, in das die zahlreich erschienene Menge begeistert einstimmte und das seinen tiefen Eindruck md)t verfehlte. Mit dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" fand die schlichte Feier ihr Ende.
Einer niederträchtigen Gemeinheit wäre beinahe der Sonderzug zum Opfer dadurch gefallen, daß er durch die durch die Polen aufgenssenen Eisenbahnschienen fast entgleist wäre. Bahnbeamte entdeckten noch reichtzeitig das gemeingefährliche Treiben der Polen. Die übrigen hier wohnhaften Absttmmungsderechtigten fommen am 25. d. Mts., um 1.31 Uhr mittags, « 28. d. Mts., um die gleiche Zeit, uni- am . a Mts., nachts 11'/. Uhr. Der rüvre" wird vielen Anwesenden unuer -