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Hanauer

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Anzeiger

General-Anzeiger

AmMches Organ für StaSl- und Landkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Verlag-leitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für voli tischen und allgemeinen Teil Richardbultich: für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brod t. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Harum.

Fernivrechankchlüsie Nr. 1237 und 1238.

sr. 68

Dienslag den 22. März

1921

Das Neueste.

Die Abstimmung in Oberschlesien ergab 742 000 deutsche und 472 000 polnisch« Stimmen.

In verschiedenen Bezirken Oberschlesiens Eckern besorgniserregende polnis-be Unruhen auf.

In Helsingfors liegen Nachrichten vor, Mach Lenin mit einer Reihe führender Per- Michkeiten unter den Menschewiki und Sozial­revolutionären Verhandlungen eingeleitet haben solle. Nach derBerlingste Tidende" handelt es sich um bk Möglichkeit der Bildung einer Koa- liiionsregierung.

Die Schuld am Kriege

Der russische Minister S a s s a n o w reiste ha September 1912 nach London und berichtet darüber:

Ich hielt eS für nützlich, in einer meiner Unterredungen mit Grey eine Information da- rüber einzuholen, was wir von England im Falle eines bewaffneten Zusammenstoßes mit Deutschland zu erwarte« hätten . . ."

Der deutsche Sieg.

Da* Vesamtresultat der Abstimmung ist folgendes: 742 000 deutsche, 472 VVV polnische Stimmen.

Die Entscheidung in Oberschiesten ist, wie bereits unsere gestern veröffentlichten Zahlen ergaben, zugunsten Deutschlands ausgefallen. Die oberschlesische Bevölkerung hat sich in ihrer großen Mehrheit dafür ausgesprochen, daß bk wirtschaftliche und kulturelle Zusammengehörig­keit Oberschlesiens mit Deutschland, die ihren Wohlstand und Ausstieg geschaffen hat, unter

einem Sinne Gebrauch gemacht, der zugleich den Interessen ganz Europas entspricht. Denn es ist klar, daß di« Losreißung Ob«rschlestens aus ber festgefügten Verbindung mit dem deutschen Wirt­schaftsgebiet seine Produktivkräfte aufs schwerste gelähmt hätte. Das deutsche Volk wird feinen Brüdern und Schwestern in Oberschlesien bk Dankbarkeit beweisen. Abgegeben wurden insge­samt 742 000 deutsche und 472 000 polnische Stimmen. Das Zahkenverhältnis ist für die Polen nicht so niederschmetternd, wie es bei der Abstimmung in Ost- und Westpreußen der Fall war. Aber man muß bedenken, daß ihnen in Oberschlesien ungleich mehr Zeit gelassen war, das Land in ihrem Sinne und mit allen Mitteln, deren nur die Polen im Volks- und Wahlkampf fähig sind, zu bearbeiten und daß bk Plebiszit- Kommission in Oppeln unter Leitung des franzö­sischen General Le Rond, es vom ersten Tag ihrer Amtsführung an darauf angelegt hatten, den Schlußakt der Abstimmung zu einer bloßen Farce cherabzuwürdigen. Die Amtsführung der Kommission stand unter dem ausgesprochenen Zeichen der Parteilichkeit, und Herr Korfanty war ganz der Mann dazu, diese Gunst der Lage sür seine Zweck« bis zum Letzten auszunutzen. Eine wilde Agitation ergoß sich über das Land bi« schließlich bis zu offenem Aufruhr ausartet«. Dazu kam die offene Unterstützung dex polnischen Tätigkeit durch die Franzosen. So ist es gekom­men, daß die deutsche Bevölkerung von vorn­herein einen ungleichen Kampf zu führen hatte. Daß bk Deutschen aus diesem Kampfe, den sie ant stumpfen Waffen zu führen gezwungen waren, eine fast Zweidrittel-Mehrheit davon- getragen haben, ist ein hoch erfreulich es Ergeb- ntë, das gegen jedwede Zerreißung Oberschlesiens Ipncht. Dieses großen Sieges über die strupel- wjen Kampsmethoden eines Korfanty darf sich das deutsche Volk zunächst von Kerzen freuen. Aber wir müssen weiter auf der Hut sein. Un japanisches Sprichwort lautet:Nach dem Sieg bind« den Helm fester!" Das gilt auch iw Oberschlesi-n? Erinnern wir uns, daß auch eine große deutsche Mehrheit bei der Abstimmung nach dem Willen unserer Gegner noch nicht end- N»"g über die Grenzen Oberschlesiens entschei- j-, Der berüchtigte § 5 des Anhanges zum Attikes 88 de.: Friedensvertrages besagt:daß . ^ Schluß der Abstimmung die Anzahl der in L . Gemeinde abgegebenen Stimmen durch e internationale Kommission, d. h. im wesent- hp. ^ den französischen General Le Rond, n alliierten und assoziierten Hauptmächten J, m P*^11 sollte, zugleich mit einem ge- -ucn Erichs über die als Grenze Deutschlands Oberschlesien anzunehmende Linie, bei dem

-L der von den Einwohnern ausgedrückte 'Km wie auch die geographische und rA-lL^ östliche Lage der Ortschaften Be- maWbttauno findet." S&ir müssen also als

nächste Periode erwarten, daß de^ Nachdruck der Politik unserer Gegner begleitet von dem Ge­schrei des angeblich vergcwalligten und schlecht behandelten, um wirtschaitlichen und finanziellen mühelosen Gewinn betrogenen, ohnedies banke­rotten Polens sich nunmehr auf dasGeogra­phische" undWirtschaftlrche" legen, d. h. ver­suchen wird. ti< Grenze so ungünstig wie möglich für Deutschland zu ziehen und auf diesem Umwege Polen doch noch Teile von Oberschlesien zuzuschanzen. Es gilt deshalb auch in diesen Tagen nach bet Abstimmung nicht zu ruhen und zu rasten, fonbern weiter den Kampf bis zum Ende zu führen. Der deutschen Mehrheit, die die Abstimmung ergeben hat. kann und darf auch die Heimtücke gegnerischer Politik und die Hin­tertrepp« des gekannten Artikels kein Stück deut­sches Land w«gnehmen!

Wenn gesagt wird, daß die beiden Kreise Pleß und Rybnik eine polnische Mehrheit ergeben haben, so kann nur erwidert werden, daß diese beiden Mehrheiten, bk erzielt wurden, nur durch den Terrorismus nicht den Anlaß dazu bieten können, eine Teilung des oberschle­sischen Gebietes etwa in her Weise vorzunehmen, daß bkfe beiden von den Polen umstrittenen Kreise an Polen fallen. Das oberschlesische Ge­biet bildet ein Sanges, das wirtschaftlich in sich so verästelt ist, daß der Versuch, einzeln« Teile abzuschn«iden und fk einem anderen Staate zu überweisen, zu einer Katastrophe des oberschle­sischen Wirtschaftslebens führm müßte. Der Ver­such wird gemacht werben, wie auch bereits die Polen von neuem mit Gewalttaten gegen die Deutschen auf der Bildfläche erscheinen. Wir werden also auf der Hut sein und denHelm fest binden" müssen. Besonders für bie deutsch« Politik ergibt sich die Notwendigkeit darüber zu wachen, daß mit der Abstimmung der Ober­schlesier kein falsches Spiel getrieben wird, und WWB MMU Ä« und damit bewiesen hat, daß es vom deutschen Standpunkte aus überhaupt keine obers^lesis^^ Frage gibt. Nochmals: Den Helm fester binden!

Die Bedeutung von Pletz und Rybnik.

Was die beiden Bezirke, die eine polnische Mehrheit erlangt haben, anbelangt, so ist nur das Wichtigste hervorgehoben, kurz folgendes über ihre Bedeutung zu sagen:

Pleß mutz als eine der zukunftsreichsten Kohlengewinnungsstätten angesehen werden. Zwar sind die Bodenschätze bisher von geringer Qualität gewesen und stehen in dieser Hinsicht den anderen oberschlesischen Kohlen nach, jedoch ist es sehr wahrscheinlich, daß in größerer Tiefe auch Fettkohle zu finden sein wird. Gegenwärtig beträgt der Anteil des Pleßschen Gruben an der Gesamtförderung Oberschlesiens 8 Prozent. Das R y b n i k« r Grubenrevier liefert bereits einen großen Teil der Kokskohlen, die die Hüttenwerke des Zenttalreviers benötigen. Die Rybniker Gruben sind als der Zubringer des ganzen Eisen- und Zinkgewerbes anzusprochen. Die Aus­beute von Rybnik und Pleß stellt nahezu 20 Proz. der gesamten oberschlesischen Grubenförderung dar. *

Aufruf des Reichspräsidenten.

Reichspräsident Ebert erläßt folgenden Aufruf:

An das deutsche Volk!

Die deutsche Sache in Oberschlesien Hai einen entscheidenden Sieg errungen. Er ist dem einmütigen Einstehen des gesamten deutschen Volkes zu danken. Die eingesessene Bevölkerung hielt ungeachtet aller gegnerischen Versuche, sie dem deutschen Gedanken zu entfremben, in ihrer überwiegenden Mehrheit treu zum Vaterlande. Die stimmberechtigten Oberschlesier aus dem Reich und Ausland haben, erfüllt von ihrer Liebe zur Heimat, die Entbehrungen und Mühen nicht gescheut und sind, allen Einschüchterungs­oersuchen zum Trotz, vollzählig nach Ober­schlesien geeilt, um ihrer Pflicht gegen Heimat und Vaterland zu genügen. Mit der größten Opferwilligkeit haben alle Schichten der Be­völkerung durch die Erenzspende zu den Mitteln veigesteuert, um auch dem Aermsten die Reise nach Oberschlesien zu ermöglichen. Die Ab­stimmungsorganisationen halfendurch hingebende, unermüdliche Arbeit und mustergittiges Zu- samnEwirken, das große Werk vollenden. Ihnen allen ohne Ausnahme ist der bleibende Dank des deutsches Volkes gewiß!

Kehreubach au die Htimtehrendcu.

Seifern abend gegen 11 Uhr ist der erste Zug mi heimfebrenben Obcrjchlcsiern in Berlin emgetroffcn. Reichskanzler Fehrenbach, der in Seqieitung einiger Herren vom Auswärtigen Amt zum Empfang erschienen war, richtete folgende Worte an unsere ober« schlesischen Landsleute:

Geliebte Brüder und Schwestern aus Oberschlesien! Nach sorgenvollen Tagen ist heute die Freude in unsere Herzen eingekehrt. Oberschlesien hat gestern den alänzendsten Beweis höchster Vaterlandsliebe gezeigt. Das ganze Deutschland hat auf Oberschlesien gebaut und ist in seinen Hoffnungen nicht zu Schanden ge­worden. Sie haben eine Reise unternommen, Sie sind in Ihre Heimat zurückgekehrt, Sie haben dort Ihre Verwandten wiedergesehen, an den Gräbern Eurer teuren Entschlafenen gebetet und au» den heiligen Quellen Ihrer Heimat getrunken. Nur der ist in tiefster Seele treu, der die Hei ckat liebt; wie Ihr: Ihr habt schwere Sorgen auf Euch genommen. Wer­dende Mütter und sterbende Greise haben die gewaltigen Strapazen der Reise mit bewunderungswürdigem Heldenmute ertragen. Der Dank des Vaterlandes ist Ihnen alle« sicher. Jetzt gilt es, neue Pfeiler aufzu« richten, um Oberschlesien aufs Neue mit dem deutschen Vaterland« untrennbar und unteilbar für alle Zeiten zu verbinden. Dem deutschen Oberschlesien Glückaus!

Begeisterte Hochrufe auf Oberschlesien und das deutsche Vaterland bekräftigten bie Worte bei Reichs­kanzlers. Dann spielte die Musik daS vatcrländiickc LiedDeutschland über aller", da« alle An­wesenden tief ergriffen und entblößten Hauptes mit­sangen. Beim Verlaffen bei Bahnhofes wurden dem Reichskanzler begeisterte Huldigungen dargebracht.

Die AuslandSpreff« über daS Abstimmungs­ergebnis.

London, 22. März. Alle gestrigen Slbenbblätter beben den großen deutschen Sieg in Oberschlesien her­vor.The Star" bezeichnet da« Ergebn!« der Ab­stimmung al« einen sehr ernsten Schla« für Polen. Der unmögliche französische Traum von der Nieder­haltung Deutschland« sei jetzt auSgeträumt. Da» Er­gebnis der Abstimmung fei ein Schlag für die Politik Frankreich» Polen zu einer Bedrohung Deutschlands iu machen.

Paris, 22. März. Während derTempS"Jn- transigeant" und dasJounal bei Döbat«" sich über da» Ergebnis der Abstimmung in Oberschlesien noch sehr vorsichtig ausdrücken, die vorliegenden Ziffern unter Vorbehalt wiedergeben und sich jeden Urteils enthalten, schreibt Jacque» Beinville gestern

abend in derLiberte", da» Ergebnis sei für Deutsch-

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stein und Marienwerder hatten sich Wähler in ihrer Mehrheit gegen Polen ausgesprochen. E» sei beson­der» ein moralischer Sieg, den Deutschland in Ober» schlcsicn gewonnen habe. Man bewundere seine Orga­nisation und, habe Vertrauen zu ihm. Man müsse Polen die Bezirke zu erkennen, die eine polnische Mehrheit ergeben hätten (?!) Dagegen aber erscheine es sicher, daß die hauptsächlichsten Bergwerke Deutsch­land zupesprochcn werden.

Frmrkreichs Kontigcnt an Oberschlesiens Kohle.

Wien, 22. März. Wi« bkWiener Allge­mein« Zeitung" hört, beabsichtigt Frankreich sein Kontigent an Oberschlesiens Kohle Oesterreich ab- zutreten.

Polnische Unruhen.

«ewalttâttgteiten gegen Deutsche.

Kattowitz, 21. März. Im ganzen Landkreis BcNthcn flackern besorgniserregende polnische Unruhen auf. In Deutsch-Piekar wurden die Gebrüder Dudek, von denen der eine Mitglied bei paritätischen Ausschusses ist, erschossen. Auf der Straße Beuthen Micchowitz wurde die Straßenbahn ungehalten, samt« licht Leute hcrauSgezcrrt und vor den Augen her Franzosen verprügelt und schwer mißhandelt. Einige erlitten einen Nervenschock. Die Ortsstelle O r z e g o w bei deutschen Plebiszitkommiffariats wurde vertrieben. Dabei wurden 30 Personen teils schwer, teil» leicht verletzt. Von Hohenlinde trifft bie Mel­dung ein, daß die Polen die Straßenbahnen anhalten, Drohungen gegen die Deutschen auSstoßen und mit Gesang durch die Straßen ziehen. Auf Vorstellungen antwortete der Kreiskontrolleur, er habe keine Leute zur Verfügung. In K a r g entwaffneten die polni­schen Apobeamten die deutsche« Apobeamten. Die polnische Apo schlägt auf die Leute ein. Heute abend zog in Beuthen eine Bande von 60 Polen in ge­schlossenem Zuge zum Hotel Lomnitz. An den Gene­ral Lerond wurde ein Telegramm um Hilfe abgeianbt. In Karbowa bei Kattowitz wurden Handgranaten geworfen. In S ch o p p i n i tz wurden polnische Um« zöge veranstaltet und Gewalttätigkeiten gegen die Deutschen verübt sowie die Wohnungen der Deutschen geplündert. Ein Absiimmungsberechtigter Berliner wurde auf der Straßenbahn mißhandelt, ebenso feine Frau. Ein in einem Kraftwagen vorüberfahrender finnzösischer Offizier nahm ihn mit. Schwache fran- zösijche Abteilungen wurden nach Schoppinitz gesandt. Eine schwere Schießerei ist zur Zeit im Gange. D l e Deutschen flüchten. In I o s e p h «- Dorf ziehen Banden umher und drohen, die Text« ichen zu erschlagen. Au» Laurahütte werden gleichfalls Zusammenrottungen gemeldet, welche schwere Gefahren für die Deutsche» befürchten lassen. Die »u ständiaen ÄrciilontroUenre würben wiederholt brin«

gend von verschiedenen Eeiten um Hilfe gebeten, bis­her jedoch ohne jeden Erfolg.

Der Wiederaufbau Frankreichs.

Paris, 21. März. Die vom Allgemeinen Ar« beiterverband (O. G. T.) einberufene Konferenz von Vertretern der Bevölkerung und der Behör­den aus den verwüsteten Gebieten ist heute zri- sammengetreten. Es sind bk Behörden folgender Städte vertreten: Reims, Laon, Chateau Thierry, Senlis, Soissons, Arras, Liev in, Lens, Arleux, La Fer«, Bapaume, Roubaix, Sissonne Md Chauny. Die Begrüßungsansprache hielt der G«- werkschaftsfekretär Laurent, der Bürgermeister von Lens, Abgeordneter Basly führte den Vor­sitz. Er erklärte einleitend, die Unzufriedenheit der betroffenen Bevölkerung mit den bisherigen Maßnahmen der französischen Regierung sei groß. Als erster Referent sprach daS Mitglied des Wirtschaftsrates der C. G. T. A g a ch e. Er berichtete über die Untersuchungen des Wirt- schaftsrates, die auf eine starke Kritik der ver­schiedenen Schädengesetze und ihre Anwendung, der Hilflosigkeit, der man die einzelnen Geschä­digten überlasse, der Verwaltungseinrichtungen und des verkehrten Gedankens, das Problem auf der Entschädigung aufzubauen, hinausliefen. Man müsse Arbeitskräfte, Material und Geld von denjenigen Ländern verlangen, die es be­säßen und dabei auf den jeweiligen Wechselkurs Rücksicht nehmen. Es sei eine Art Oberkommissa­riat außerhalb der Regierung zu bilden, das mit den Arbeitnehmern und der Arbeiterwelt den Wiederaufbau in seinem ganzen Umfang zu organisieren habe.

Millerand fordert die Bezahlung der Schuld.

Paris, 22. März. Nach einer Havasmelduns wohnte der Präsident der französischen Republil gestern'" nachmittag bet Sitzung der Zivilinge- âur« Frankreichs bei. Die Versammlung be-

6aue§ des wirtschaftlichen Lebens und in erster Linie mit der Frage der Wiedor- h>svst«llupg der während des Krieges an gerichte­ten Zerstörungen. Nachdem mehrere Redner über die in den nördlichen Gebieten Frankreichs <rn- gerichteten Schäden und den gegenwärtigen Stand der Wiederherstellunasarbeiten berichtet hatten, ergriff Präsident Millerand das

Wort und sagte u. a.:

Die tapfere Bevölkerung der befreiten Gebiete hätte sich sofort nach der Rückkehr in ihre Heimat . den Arbeiten des Wiederaufbaues gewidmet Diese Arbeiten müßten energisch fortgesetzt wer­den. .Darüber dürfte man aber nicht die ander« Pflicht vergessen, die man gegenüber den Toten und den Lebenden sowie gegenüber der Gene­ration der Zukunft habe. Diese Pflicht bestehe darin, von dem Schuldner die Bezahlung seiner Schuld zu verlangen. Millerand sagte, wer in der Welt könnte die berechtigten Forderungen Frankreichs übertrieben oder zu schwer nennen, wenn er die Ausdehnung der Schäden, die so­eben geschildert wurden, kenne. Diese Zer­störungen sind nicht im Kampf oder infolge der Notwendigkeiten des Krieges angerichtet worden, sondern sind zum größten Teil das systematisch« Ergebnis eines Wirtschaftsplanes, der dazu be­stimmt war, die Konkurrenz von morgen durch Zerstörung der Fabriken zu vernichten. Millerand erinnerte darauf an die befriedigenden Ereig­nisse der Konferenz von London und pries den Patriotismus der französischen Unterhändler. Er sagte: Frankreich habe nicht warten wollen, sondern es habe sich sofort ans Werk gemacht, um seinen Bergbau und seine Fabriken, die der wirt­schaftliche Rivale und Feind von gestern, für lange Zeit lahmgelegt zu haben glaubte, wieder herzustellen. Der Präsident schloß seine Rede mit einer Dtahnung zur Arbeit und Einigkeit.

Politische Tagesberichte.

Dasenattsch-ruMchech-rudelsqbkommeu«

Im englischen Unterbaust wurde seitens der Negierung auf die diesbezügliche Frage erklärt, im englisch« russischen Handelsabkommen sei nichts enthalten, wa» die britischen Untertanen verhindern könnte, ein G-. richtsverfabren anhängig zu machen, um den Rechten britischer Untertanen Geltung zu verschaffen, wo die englischen Gerichte Rechtsgcwalt hätten. Die A n e r. kennunq der Sowjet-Regierung ergehe sich nich t durch das Handelsablomiuen. Die britischen Kaufleute, die unter dem Handelsabkommen Handel betrieben, hätten allein die Verantwortung für den Ausgang ihrer Unternehmungen in Ruhland. Dir britische Regierung habe das Recht, eine offizielle Äom» Mission nach Rußland zu entsenden, um das Ab. iommen zu erleichtern und Bureaus Uhren und die In. leres en der britischen Untertanen zu schütze«.

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