Hanau
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Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanau
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8r. 66
Samstag den 19. Mürz
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Das Neueste.
— Reichsminister Dr. Simon» erklärte in einer Besprechung der Sachverständigenkommission, daß das M deutscher Seite in London gemachte Angebot nicht viederholt würde.
- Zm englischen Unterhaus wurde die Reparations- ßl in dritter Lesung angenommen.
— Die Besetzungszone ist auf Mühlheim (Ruhr) Wlgedehnt worden.
— Der Reichspräsident erließ einen Aufruf an die Obtrschlesier.
- Jnriner KundgebungderTiroler Landesregierung ötrb die Vornahme einer Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland auf den 24. Apiil festgesetzt.
— Eine in Hamburg abgehaltene Versammlung der deutschen Reedereien genehmigte den mit der Regierung vereinbarten Albfindungsvertrag.
Die Schuld am Kriege
Anfang März 1908 fordert der französische General Prudhomme in der „France mili» taire" zum Krieg gegen Deutschland auf: denn Frmrkeich würde künftig niemals in einer gün- (tigeren Lage dazu sein. Man müsse wünschen, daß der unvermeidliche Krieg möglichst schnell komme:!
„Niemals", so ruft der General aus, „wird sich eine bessere Gelegenheit bieten, unserem Platz in der Welt wiedcrzugewinnen, dank dem doppelten, unerwarteten Beistand von Rußland «nd England, das damach strebt, Deutschlands Kriegsflotte und Seehandel zu vernichten. Die Mitwirkung von Oesterreich-Ungarn und Italien würde unvergleichlich weniger wirksam für Deutschland sein; denn der eine Staat ist dmch den Dualismus zerrissen, und der andere hat absichtlich seine militärische Kraft verringert."
In her letztem Nummer her „Woche" gte Reichskanzler C. Fehrenbach das Wort, um die politische Lage, wie sie sich „nach London" gestaltet hat, zu beleuchten. Ausgehend von der Ueberzeugung, daß wir von London nichts on- deres erwarten bürsten, als was eingetrete« ist, rechtfertigt der Kanzler den Entschluß, der uns trotzdem nach London gehen ließ, mit der Erwägung, daß -wir nach der Auffassung des Kabinetts auch in hoffnungsloser Lage nicht versäumen durften, unseren guten Willen bis zur letzten Ausschöpfung der Verhandlungs- Möglichkeiten zu beweisen. Briand bringt den französischen Chauvinisten nicht die deutsche Unterschirst unter die 226 Milliarden nebst Beigaben mit, dafür aber die Zustimmung Englands zu Gewaltmatznahmen, als deren Ende Mn in chauvinistischen Träumen die Annexion der Rheinlande steht. „Die Engländer legen sonst Wert auf Rechtsformen. Auch wenn sie, länger als andere Nationen, Schuldner in das Schuldgefängnis steckten, vollzog sich dies in Form des Rechts. Es war mittelalterliches Recht, aber doch geltendes Recht. Uns gegenüber sind die Rechtsformen längst gebrochen, und es ist nur eine Konsequenz des auf einer grandiosen Ge- schichtsfälschung, der Behauptung nämlich von der alleinigen deutschen Schuld am Kriege, beruhenden Versailler' Friedens, wenn jcht nicht mehr die klaren Bestimmungen dieses Friedens fachtet werde«. Der Weg des Zwanges kann Deutschland zwar noch schwer schädigen, die Welt aber nicht aus dem Unheil herausführen. Der einzige Weg, der Weg der gemeinsamen Arbeit, ist von uns angeboten worden, soll aber Mt gegangen werden und ist bei der vorherrschenden Stimmung auf der Gegenseite vielleicht noch nicht gangbar. Dem Zwang durch Gewalt begegnen, sind wir nicht in der Lage. Wir vermögen durch Ausdauer zu beweisen, daß er Mi zum Ziele führt, daß er keine Möglichkeit b'etet, den Weltkrieg zu liquidieren." Reichs- 'anzler Fehrenbach erinnert an das Wort von •i-iobo George, daß zwischen uns, solange wir nicht den Forderungen der Entente nachkäwen, rein Frieden sein kann. „Als Friedlose müssen
fest zusammenhalten. Aus den Worten ^-loyd Georges klingt uns dies Mahnung so wucytig entgegen, daß sie jedem Deutschen ver- n sein muß. Nur wenn wir einig und nandhast bleiben, werden wir zum wirklichen Frieden kommen."
Keine AZieSerhofunA des -eulfcheü Angebots.
Berlin, 18. März. Die Sachverständiaen, bie °". °" Kritik der Pariser Beschlüsse und der lrtschastlichx^ Vorbereitung des deutschen cs *” Limd"" teilgenommen haben, wrache« heute bei dem Reichsminister des Acn- »er« vor und erklärten, daß sie auf Grund ihrer «enntms der deutschen wirtschaftliche« Sei«
stungsfäbigkeit nach wie vor der Ueberzeugung sind, daß web» die mit den Pariser Forderungen der Entente noch mit den Beiben Londoner Angeboten der deutsche« Regierung verbundenen finanziellen Leistungen von der deutschen Wirtschaft aufgebracht werden könnten. Diese deutschen Anerbietungen, die wirtschaftlich nicht gesichert seien, müßten für ihre Erfüllung an ähnliche Voraussetzungen geknüpft werden und ähnliche Folgen zeitigen, wie sie von den Sachverständigen in ihrer Denkschrift über die Pariser Forderungen hargèlegt seien. Demgegenüber erllârte Reichsminister Dr. Simons, daß er die Stellungnahme der Sachverständigen, wie er bereits im Reichstage betont habe, voll zu würdigen wisse, daß die Höhe der Angebote der deutschen Regicnrng ans politischen Erwägungen heraus bemessen sei und daß sowohl die Reichsregierung als auch der Reichstag diese an bestimmte Voravssetznnaen gebundene» Angebote in London nach den Ereignissen der letzten Zeit als nicht mehr bestehend und endgültig erledigt betrachten.
Frankreich erwartet neue Verhandlungen.
Der „Temps" sagt in Besprechung der gestrigen Vertrauenskundgebung der Kamnier:
Nach den Worten Briands erwartet die französische Regierung baldigst neue Verhandlungen, sei es durch eine Initiative Deutschlands oder durch ein anderes Ereignis. Frankreich erwarte, daß di« neuen Verhandlungen nur den Friedensvertrag von Versailles als Grundlage hätten, der der einzige Text sei,.der augenblicklich die Alliierten binde, und in der die Gesamtheit der Frankreich zuerkannten Rechte umschrieben sei. Frankreich erwarte ferner, daß die neuen Verhandlungen, wenn sie zu einem Ergebnis führten, dem französischen iMM» â»âLiit> Jut ukbiie.. Summe LuMrten, NN . ü däs"nunmehr nicht mehr bestehende Abkommen vom 29. Januar versprochen habe. Frankreich erwarte endlich, daß die neuen Verhandlungen nicht abgeschlossen würden, ohne nicht nur Sanktionen zu bringen, damit man die Unterschrift Deutschlands erlange, sondern auch reale Garantien, die dauerhaft seien, mit einem Wort: Pfänder, die der Politik entsprächen, bie das Völkerrecht zulasse, und von denen der Vertrag selbst in seinem Artikel 430 spreche, Psänder übrigens, die auch die Londoner Konferenz praktisch gemacht habe, fei es insbesondere durch die rheinischen Zölle, als auch durch die Ausfuhr aus dem Ruhrgebiet. Sckließlich sagt das Blatt, man dürfe weder den Vertrag noch bie Pfänder aufgeben, man müsse sie vervollkommnen.
Das „Journal des Debats" vertritt den Standpunkt, man müsse Deutschland den Sinn für seine Niederlage und für sein« Verpflichtungen nicht nur durch Benachrichtigungen, sondern durch Taten beibringen. Wenn man sämtliche Verletzungen in Betracht ziehe, deren sich Deutschland am Verträge schuldig gemacht habe, dann hätten die Alliierten das Recht. Sanktionen anzuwenden. Außerhalb dieser Sanktionen lagen dann die Maßnahmen, die das Völkerrecht und das gerne tue Recht zulassen. Aber für diese Rechte könnte nur ein Erfolg zu erzielen sein, wenn das Einverständnis der Alliierten eng sei. Deutschland sei im Rückstand, was die Entwaffnung, die Reparation und die Bestrafung der Kriegsschuldigen anbe-. treffe. Die Alliierten müssen ihm durch einen überlegten Akt bedeuten, daß es seine Verpflichtungen erfüllen müsse, und ihm begreiflich machen, daß sie unbeug'am sein werden. Man werde keine Augenblickslösungen verlangen. Man werde auch keine mathematische Formel bringen, die das Problem löse, aber man werde das Erforderliche veranlassen und methodisch vorgehen, sodaß am Tage, an dem man zu einem Ergebnis gelange, dies auch endlich das Mttge Ergebnis sein werde.
Weitere Ausdehnung der Besatznngszone.
Mühlheim (Ruhr), 18. März. Heute früh gegen 7 Uhr wurde der westliche Teil Mühlheims mit dem BahnhofSveldorfvon französischen und belgischen Truppen besetzt.
Nach einer weiteren Meldung erstreckt sich zur Zeit die Besetzung auf den Bahnhof Spe!- dolf, einschließlich" der Zugangswege und der näheren Umgebung. Es wurde ein Befehl des Kommandeurs der alliierten Truppen angeschlagen, wonach das Personal sämtlicher Verkehrsanstalten, wie Eisenbahn, Post und. Telegraph usw. ihm unterstellt ist.
Duisburg, 18. März. Die alliierten Truppen belegten den Bahnhof Oberhausen-West uno die Schleusen des Emsche.rkanals. Die Besatzungen haben vorläufig geringe Stärke. Man rechnet
mit einer dauernden Besetzung, da die Truppen dort Quartier machten.
Berlin, 18. März. Die Lage in Möhlheim ist unverändert. Die Stärke der Truppen, die den Bahnhof Speldorf und die Umgebung besetzt haben, wird auf 100 Mann geschätzt. Die Meldung über die Besetzung des Bahnhofs Oberhausen-West ist unzutreffend. Die Station ist mit einem Offizier und 15 Mann (Franzosen) belegt.
Das französische Budget für 1921.
Havas meldet: Heute wird im Senat der Generalbericht des Finanzausschusses über das Budget für 1921 verteilt werden. In diesem Bericht führt der Berichterstatter Henry Ehero aus, die französische Schuld habe sich am 1. Dezember 1920 aus 307 Milliarden bei laufen. Hierzu kämen noch in Zukunft Pensionen für die Kriegsbeschädigten und Ersatz für erlittene Hriegsschäden im Betrage von 218 Milliarden Francs. Davon seien für Rechnung Deutschlands etwa 38 Milliarden bezahlt worden. Wenn Deutschland nicht bezahlen sollte, dann werde sich die französische Staatsschuld noch um weitere 180 Milliarden vermehren. Der Berichterstatter sucht nachzuweisen, daß Deutschland mit Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage bezahlen könn«, Frankreich dagegen nicht und sagt, die Deutschen müßten durch Anwendung aller geeigneten Sanktionen und Beschlagnahme aller Pfänder zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen gezwungen werden. Weiter wird in dem Bericht ausgeführt, das ordentliche Budget für 1921 weise Einnahmen im Betrage von 22609 492 095 und Ausgaben von 22545847613 Francs auf, was einen Aktivsaldo von 83644482 Francs ergebe. Das auf 2837000000 Francs verminderte außerordentliche Budget sei völlig durch Anleihen gedeckt. Bei den angeführten Zahlen seien Spezialaus. g-tâM» -omu»» »Mttzâ WWM^t -ââsi. nicht von der Kammer bewilligt seien, nicht berücksichtigt. Ueber die zukünftigen Budgets heißt es in dem Bericht, daß bas ordentliche Budget für 1922 einen Fehlbetrag von 6 bis 8 Milliarden aufweisen werde. Der Finanzausschuß verlangt von der Regierung die Vorlegung eines Butgets und Finanzplanes, worin in erster Linie gesagt werde, auf welche Weise man beabsichtige, Deutschland zur Z-ilung zu veranlassen. Wenn Deutschland bezahle, werde Frankreich trotz der riesigen Kriegslasten seine Finanzschwierigkeiten lösen können; wenn es nicht zahle, sei das Problem unlösbar. Endlich ver angt oer Bericht strenge Kontrollmaßnahmen und die Unterdrückung jeglicher verschwenderischer Ausgaben.
Annahme der Skeparationsbill.
London, 18. März. Bei der dritten Lesung der Reparationsbill beantragte Elyner die Verwerfung der Bill aus dem Grunde, daß sie nicht eine gemeinsame Politik der Regierung darstelle,daß sie vembritischenHandelschadeunddieArbeitstoiigkeit vermehren würde und weil keine genügenden Anstrengungen gemacht worden seien, um eine Beilegung durch ein Uebereinkommen zu sichern. In seiner Antwort rechtfertigte der Eeneral- staatsanwalt die Zwangsmaßnahmen und erklärte, es fei unrichtig anzunehmen, daß die Verhandlungen mit Deutschland zu Ende seien. Wenn Deutschland in irgend einem Augenblick bereit wäre, ein vernünftiges Angebot zu machen, so seien die Alliierten bereit, Verhandlungen mit Deutschland aufzunehmen. Darauf wurde die Bill in dritter Lesung mit 132 gegen 15 Stimmen angenommen.
Der Reichspräsident an die Oberschlesier.
Der Reichspräsident rrtäßt jolgenden Aufruf: Oberschlesier!
Die Stunde der Entscheidung ist gekommen! von Euch wird es ebbängen, ob Oberschlesien, durch Ja»r- ynndcrte mit Deutschland vereint und in Jahryunocr- ten mit Deutichland groß geworden, fick auch in Zn fiuift in Blüte und Woytstano weueremwickcln saun. Oberschlesien und Deutichiand sind unlöslich miteinau- der v« bunden durch die Bande des Blutes, durch die gemeinsame Kultnr, durch den gleichzeitigen sozialen Aufstieg und durch die gemeinsame w rlschaftlicke Ent Wicklung. Würden diese Baude zerrissen werden, io ist die fruchtbare Arbeit der letzten Janrhundelte zu nichte gemacht. Hunger und Not sind d e unausbleiblichen Folgen. Oberschlesier l Volt Stolz und vor Zuversicht blickt das ganze deutsche Volk an Eurem Lchickialstage auf Euch. Aus allen Teilen des Reiche« und aus dem Ausland sind Eure Brüder um Schwestern zu Euch g. komme», um aller Welt bic Einmütigkeit aber DcuNchcn und die Zmammen. gehö igkeit Oberschlesien« mit dem Deutschen Reiche Ut beweisen. Weder Drohungen noch Lockungen, weder Müden noch Entbehrungen haben vermocht, sie von der Ersülluna ihrer vaierläi, blichen Pflicht ab» zu alten. Wir vertraue» daraus, daß be Abstimmung
1921
in Ruhe und Ordnung vor sich gehen wird. Der Reichdregierung ist el ein Bedürfm«, in dieser feier» kicken Stunde erneut zu erklären, daß sie da» aber- schlesische Volk in der Neugestaltung seiner Zukunft nach Kräften unterstützen wird. Die erste gemeinsame Aufgabe der Zukunft wird sein, die Gegensätze auSru- aleichen, die der Vbstimmnngdkampf geschaffen hat, und sich in gemeinsamer Friedendarbeit »usammenrufinden. Oberschlesier! Die Stimdc der Entscheidung ist da. Das deutsche Volk und die deutsche Regierung hoffen und vertrauen auf Euch. Denkt an Eure Zukunft, denkt an Euch und Sure Kinder und stimmt für ein deutsches Oberschlesien.
Polnische Grausamkeiten.
Die „Tägliche Rundschau" meldet auS Kattewitz unerhörte polnische Terrorakte, besonders in dem östlichen Grenzbezirk des oberschiesilcken Abstimmungsgebiets. In Pleß sind vier Wohn barocken für Abstimmungsberechtigte durch Brandstiftung aber durch Bomben zerstört worden. Er ist keine Seltenheit, daß nachts polnische Banden Gewehrschütze auf die Fenster der deutschen Häuser abgeben. Im Kreise Pleß wurde gestern ein deutsches Auto überfallen, wobei «ne Per» sou getötet und fünf verwundet wurden. Im Kreise Rybnik wurde ein Wachtmeister der AkstimmungSpolir« aus dem Hinterhalt erschossen. An der Eisenbahn- strecke Nikolai wurden verschiedene Personen von bewaffneten Banditen ersckossen, zwei weitere wurden verschleppt u . • "ter tu schwer verletztem Zustand aufgefunden. Landkreis Kattowitz wurde eine gesellige/ Verannou: q der Heimattreuen von polni- scheu Bauditen übersahen. Beim Eingreifen der Ab- stimmungSpolizei wurden mehrere Beamte getötet. Außerdem wurde im Kreise Rybnik von den Polen ein Gasthaus in Brand gesteckt, weil dort Abstim» mungSberechtigte untergebracht werden sollen. Auf Abstimmungszüge ist verschiedentlich geschossen worden. - Der Berichterstatter der Bossischen ZeituW^n Ober» schlesten wurde gestern von zwei Kriminalbeamten aus seiner Wohntmg geholt und zu benv KreiSkontrolleure einem Franzosen, g-tührt. Der KrciSkontroUeur macht, dem Journalisten Vorhaltungen wegen angeblicher unrichtiger Berichterstattung. Es kam zu einer erregten Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Kreiskon- trolleur laut Vorwärts den Berichterstatter tätlich an-
Der Ordnungsdienst der deutschen Truppen ausgeschaltet.
Paris, 18. März. Die Botschasterversamm- lung übergab heute der deutschen Botschaft in Paris eine Note, die die Antwort auf den Protest der deutschen Regierung gegen die Haltung der Polen in Oberschlesien darstellt. Die Botschasterkonferenz erklärt, daß bloß die interalliierte Kommission die Aufrechterhaltung der Ordnung in Oberschlesien während der Volksabstimmung zu besorgen habe und daß jedes Eingreifen der deutschen Truppen die Verantwortlichkeit der deutschen Regierung bedingen würde. Dieselbe Note wurde der, polnischen Gesandtschaft in Paris übergeben. Beide Noten sind von Briand unterzeichnet.
Die Antwortnote auf den nur allzubegrün- deten deutschen Protest, läßt leider kein Sterbenswörtchen darüber verlauten, daß die Botschafter- versammlung auch an die polnische Regierung die Warnung gerichtet habe, daß „jedes Ein- greifen polnischer Truppen die Verantwortlichkeit der polnischen Regierung bedingen würde." Von beutf^er Seite denkt niemand daran, deutsche Truppen in das Abstimmungsgeschäft zu verwickeln. Hoffentlich bst dis deutsche Regierung den Mut, die Botschafterkonferenz aufzufordern, daß sie auch an die polnische Regierung dieselbe unerbetene Warnung richtet, die sie der deutschen Regierung als Antwort aus einen sehr begründeten Einspruch hat zugeher lagen. Die Antwort zeige nur wieder, wie sch: das französische Herz auf Seite der Polen ist und gibt einen neuen Vorgeschmack dessen, war wir im strittigen Falle von dieser Seite zu er warten haben.
Kommnnisten forhmi r»r ASfLimmung auf»
BreStau, 18. März. Der .VoikSwacht" ist eine von mehr als tausend Abstimmuxgsdercchttzten Kommunisten unterschriebene Erklärung ^gegangen, in »er gegen Die von der kom. umstuchen Partei Deutschlands' und der besonderen kommunistischen Partei OberschlcsienS auSgegebene Parole der Slimmenthal- Hing bei der obenchicsischen Abstimmung am 2u. 'Dlärj Stellung genommen uno zur Abstimmung für du ■eutidje Republik aufgetorbert w>rd. Die Kommunisten welche diese Erttärung uuteih>nebeu haben, kundiger an, daß sie nach der Abstimnumg der oberfcblefiidjen lOmmuniftiidKn Organisation und der Gleiwitzei Roten Fahne Nachweisen werd.n, daß sie von polm- cher Seite bestochen woroen sind.
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Unsere auswärtigen Leser die für das nächste Vierteljahr den „Hanauer Anzeiger«
der Post noch nicht bestellt haben, bitten mir, dies umgehend, längstens bis zum 20. ds. Mrs., bewirken zu wollen, damit in der regelmäßigen Zusendung keine Unterbrechung eintritt.
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