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General-Anzeiger
Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil,
AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Sana« I Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. I a ' Rotationsdruck der Waikenbansbuchdrnckerei Hanau.
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Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.
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Str. 65
Freitag den 18. MSrz
1921
Das Neueste.
— Die französische Kammer hat dem Ministerium gtianb mit 491 gegen 70 Stimmen ein Vertrauens- »tum bewilligt.
— Die Reparationsbill wurde in der Audschußbe- ratung der englischen Unterhäuser ohne wesentliche Aenderung angenommen.
— Die führenden englischen Blätter üben scharfe Kritik an dem Abschluß der englisch-russischen HandelS- abkommen».
— Zwischen Deutschland und Rußland finden Ver- h«ndlungen in konsularischer und handelspolitischer Hinsicht statt.
— Kronstadt soll von den Sowjettruppen genommen sein.
— Bonar Law hat aus Gesundheitsrücksichten seinen Rücktritt vom englischen Ministerium erklärt.
Die Schuld am Kriege
Der belgische Gesandte in Berlin Baron Greind l berichtete am 8. Juni 1907:
„Wie Graf Lalaing ganz richtig sagt, treibt der König von England persönlich eine Politik, deren Endziel die Isolierung Deutschlands ist. Zein Vorgehen entspricht den; Empfinden der Nation, die durch eine svupellose Presse irregeleitet ist." . . .
Gegensätze.
Deutschlands Taktik gegenüber dem Vielverband heißt auf die einfachste Formel gebracht: Abwarten. Daß wir wirtschaftliche Nachteile in den Kauf nehmen müssen, ist unbestreitbar. Mein das wäre auch der Fall gewesen, wenn wir uns dem Londoner Befehl gebeugt hätten. Ganz abgesehen davon, daß uns dieser Befehl die außen- und innenpolitische Handlungsfrei- hmt genommen hnben würde. Das Abwarten
SHoß zu legen. Vielmehr handelt es sich für uns darum, nicht nur die Blößen «"szunuizen, bie der Vielverband sich durch die offenkundige Verletzung des Versailler Vertrages gegeben hat, sondern auch darum, unsere Entschlossenheit hart und unüberwindlich zu gestalten. Die Ausnutzung der Blößen ist möglich, indem wir, was wir an dieser Stelle so oft getan haben, die Schuldftage immer wieder auf die Tagesordnung stelle^besonders ober die öffentliche Meinung desMuelandes dafür interessieren. Unsere innerpoHische Geschlossenheit aber bekunden wir dadurch, daß wir alles vermeiden, was innerpolitische Gegensätze unheilvoll wirksam machen muß. Es gilt jetzt nicht, parteipoli- , tisch« Forderungen durchzusetzen, sondern den jeglichen Beweis zu erbringen, daß unsere nationale Willenskraft unerschütterlich ist und bleibt. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht überall durchgesetzt. So wollen die Bergleute im Ruhrgebiet das Ueberschichtenabkom- men kündigen, aus Gründen, die in keinem Falle stichhaltig sind. Wenn die Ruhr-Bergleute einige Arbeitsstunden in der Woche weniger verfahren, so bedeutet das für die deutsche Wirtschaft eine unerträglich« Steigerung der Kohlennot. Diese trifft uns umso empfindlicher, ass die Abstimmung in Oberschlesien unmittelbar vor der Tür steht. Wenn sie, was zu erwarten ist, günstig für uns ausfällt, so ist damit noch nicht die Kohlennot in Deutschland be- boben. Es ist zu beachten, daß gerade ein günstiges Ergebnis die Franzosen veranlassen wird, die Räumung langsam zu vollziehen. Mein selbst dann, wenn die oberschlesische Kohlenausbeute uns vollständig zur Verfügung steht, wird die Kohlendeckung Deutschlands auf absehbare zu kurz sein, weil sämtliche Schächte in- iolze des Raubbaues die Leistungsfähigkeit der Vorkriegszeit eingebüßt haben. Weiter kommt in Betracht, daß unser eigener Kohlenbedarf von Tag zu Tag wächst. Um die technisch-industriellen Kriegsschäden im eigenen Lande zu heilen, könnten unsere Betriebe auf Jahre hinaus unter Volldampf arbeiten, sofern ihnen die notigen Kohlenmengen zur Verfügung stehen, ânn die Ruhr-Berglerfte bei ihrem Beschluß beharren, so machen sie zunächst den inneren Wiederaufbau Deutschlands unmöglich. Sodann wrgen sie dafür, daß die Arbeitslosigkeit immer mehr zunimmt. Schließlich geben sie aber auch Verband die Mittel an die Hand, Deutsch- londs Wirtschaft durch die Besetzung des Ruhr- Seoietes vollständig zu zerschlagen.
Was den. Verband gegenüber allein Eindruck ist. daß wir nationale u n d p o l i - Ufch« Selbstzucht üben und beweisen. Er bat ein leichtes Spiel mit uns, wenn er sieht, wir nicht einmal mit überholten parteipoli- ulchen Gegensätzen Drtig werden. Während die Ruhrbergleule doch einigermaßen versuchen, die Rirndjguna des Ueberschichtenabkommens sachlich
zu begründen, sagen die Bergleute des nieder- schlesischen Grubengebietes eindeutig, was ist. Sie haben gleichfalls das Ueberschichtenabkom- men gekündigt, um dadurch gegen die Behandlung der Sozialisierungsfrage Einspruch zu erheben. Stellen wir einmal noch fest: Das Nicht- verfahren von Ueberschichten verursacht einen Förderausfall von rund 15 Millionen Tonnen Steinkohlen im Jahre. Da wir den Eisenbahnverkehr nicht gut erdrosseln können, so müssen also noch mehr industrielle Unternehmungen entweder zur Kurzarbeit schreiten oder die Betriebe stillegen. Die Werften müssen ihre Bautätigkeit einstellen, sodaß es vielleicht noch Jahre dauern wird, bis wir auf eigenen Schiffen in überseeischen Häfen wieder die deutsche Flagge zeigen können. Die Sozialisierungsftage wird dann aber erst recht nicht in Fluß kommen. Soweit es sich um die Sozialisierung des Kohlenbergbaues handelt, ist diese ohnehin dadurch erledigt, daß der Verband nicht zulassen wird, daß das Deutsche Reich Milliarden für die Entschädigung der Eigentümer herauszahlt. Die Sozialisierung würde weiter unsere finanziellen und wirtschaftlichen Energien schwächen, weil um die Herrschaft im sozialisierten Bergbau sich wilde parteipolitische Kämpfe entwickeln würden, Aber auch das neutrale Ausland sieht an allen diesen Vorgängen, daß es noch gute Wege hat, daß Deutschland sich politisch und wirtschaftlich wiederaufrichtet. Vielleicht wird die Antwort ein neuer Sturz der Valuta sein, was die Arbeitermassen dann zuerst zu spüren bekommen.
Der Schlichtungsausschuß hat nun in seltsamer Verkennung der Lage am 12. März einen Vorschlag aus gearbeitet, der zwar Lohnerhöhungen vorsteht, aber den Ueberschichten tatsächlich ein Ende macht. Statt bisher 7% sollen
K mehr ver-;
Gründen zu einem Rückgang der Förderung führen muß. Eine Änderung dieses Vorschlages muß in dem Sinne verlangt und erwartet werden, daß die Steigerung der Koblenerzeugung unter allen Umständen gewährleistet wird, zumal sich nicht absehen läßt, welche Folgen die Besetzung der Kohlenhäftn durch den Verband für die deutsche Kohlenförderung hat.
Zechenverband und Ueberstunden.
Essen, 17. März. In der heute abgehaltenen Hauptversammlung des Zechenverbandes wurde zu den schwebenden Verhandlungen-über das Ueberschichtenabkommen folgende Stellung eingenommen: Die Dortmunder Verhandlungen sind mit einem Einigungsvorschlag abgeschlossen worden, der eine Aenderung des bisherigen Ueberschichtenabkommens vorsieht, wodurch das Lohnkonto der anerkannternraßen schon jetzt mit Unterbilanz arbeitenden Zechen weiter belastet wird. Eine solche Belastung kann- aber im gegenwärtigen Moment unter keinen Umständen ertragen werden. Der Zechenverband kann diesen Einigungsvorschlag als eine geeignete Grundlage für ein neues Abkommen nicht ansehen, und da umso weniger, als die dabei vorgesehene Lohnerhöhung in der tatsächlichen Entwickelung der Lebenshaltungskosten keine ^Begründung findet. Auch über, den Bergbau^hin- aus werde ein solches Abkommen nach Inhalt und Methode die bedenklichsten Folgen für die gesamte Produktionswirtschaft haben.
Die Besteuerung deutscher Waren.
Paris, 17. März. .(HavaS.) Nachfolgend geben wir den Inhalt des in der Kammer von dem Finanzminister Donmer eingebrachten Gesetzentwiirk über die Erbebung einer Taxe auf die deutschen, nach Frankreich importierten Waren bekannt. Dies« Taxe bildet, wie bekannt, eine der von de« Alliierten im Lanke der Londoner Konferenz angenommenen Zwangsmannab- men. Die Importeure deutscher Ware« in Frankreich werden dem französischen Staatsschatz einen Teil des Wertes dieser Waren, der 50 ’/ nicht übersteigen kann und durch einen Erlaß festgesetzt wird, überweften. Diese Beträge werden zum Ausgleich der von Deutschland bei der Ausführung des Beitrages von Versailles eingtoangenen Verpflichtungen verwendet. Die fran» rösischen Käufer sind bis zur Höbe der geleistete« Ueberweisung von der ZahUnngspflicht an den deutschen Verkäufer befreit. Die Betrage werden nach Art der Zölle erhoben. Der Wert, der den Zahlungen zu Grunde gelegt wird, wird bet Rechnungswert sein. Falls die Rechnung fehlt, muh der Wert von dem Importeur angegeben werden. Als deutsche Waren werden alle Waren betrachtet, die in Deutschland erzeugt wurden, sowie die Waren, die teilweise in Deutschland erzeugt wurden, wenn deren Arbeitslohn uns ausländische Rohstoffe mindestens 50 °» des Gesamtwertes betraten. Das Gesetz findet seine Anwendung auf Waren im Transitverkehr oder auf solche, die sich m Durchgangslagern befinden, ebenso wenig auf die Waren, deren Kau'preiS oollftäiibig vor dem 8. März 1921 gezahlt wurde. Ausnahmen von dieser Verfügung können gewährt werden 1. je nach Art und Natur der
Waren, 2. je nach den Umständen und dem Ort der Erzeugung oder Fabrikation, 3. je nach der Einfuhr oder der zeitweiligen Zulassung der Waren. Besondere Ausnahmen werden auf die in Ausführung befindlichen Verträge gewährt. Die allgemeinen und besonderen Ausnahmen werden von einer interministeriellen, durch Dekret bestimmten Kommission gewährt.
An die deutsche Kaufmannschaft.
Berlin, 17. März. Das Präsidium und der Gesamtvorstand des Zentralverbandes des deutschen Großhandels beschlossen in einer aus allen Teilen bei Reiches stark besuchten Zentralvorstand?sitzu«g, die Bezirksgriippen und die angeschlossenen Fachverbände des deutschen Großhandels auszufordern, in ihren Mitgliederkreisen dahin zu wirken, daß es als eine selbstverständliche patriotische Ehrenpflicht eines jeden deutschen Kaufmanns angesehen werde, von dem Bezug aller für den deutschen Markt entbehrlichen Waren aus denjenigen feindlichen Ländern, die sich den Zwangsmaßnahmen anschließen, abzusehen.
Auch ein Vorschlag.
In der Times legt C. Hobhouse den schon früher von ihm gemachten Vorschlag dar, statt der in London den Deutschen zugemuteten Leistungen von ihnen zu verlangen, daß sie bie britischen Waren zollfrei einlassen. Damit würde dem britischen Gemeinwesen besser gedient al» durch eine auf 42 Jahre verteilte Entschädigung von 21/, Milliarden Pfund, an deren Zahlung doch niemand glaube. Der Schreiber beruft sich auf die freundliche Aufnahme, die sein Vorschlag bei der Regierung gefunden habe. Vielen Leuten er» scheine die Anregung als geeignet, um aus der unhaltbaren Lage berauSzukommen, die sich aus den Londoner Beschlüssen ergeben. Min möge gute Gründe sieben, um das französische Volk zu beschwichtigen und den Verband zu erhalten, allein e3 gebe noch bessere Gründe, um England selbst von einem Abenteuer zu erlösen, das der gesunde Verstand feiner Bürger nicht (billige und das von allen praktischen Leuten verurteilt werde. Auf deutscher Seite würde man eher Dank als etwas anderes ernten, wenn man durch jene Zollfreiheit die Zahlung einer Entschädigung megräumte.
Berhondluvgen zwischen Deurschlanö und RutzlanS.
Berlin, 17. März. Die Verhandlungen über den Ausbau und die Stabilisierung der bereits zwischen Deutschland und Rußland bestehenden Beziehungen haben zur Aufstellung eines vorläufigen Protokolls geführt, das am 18. Februar. 1921 in Moskau von den Beauftragten des Auswärtigen Amtes und des Volkskommissariats des Aeußern unterzeichnet worden ist. Das Protokoll enthält neben einem Zusatzabkommen über die endgültige Abwicklung der Kriegsgefangenen-Ange- legenheiten ein Abkommen über die Rechte der beiderseitigen Vertretungen und der Staatsangehörigen. Dieses zweite Abkommen nimmt die bereits bestehenden gegenseitigen Vertretungen zur Grundlage und erweitert ihre Rechte in konsularischer und handelspolitischer Hinsicht. In bezug auf die Rechte der beiderseitigen Staatsangehörigen sind in dem Abkommen Bestimmungen getroffen worden, die den unge» hinderten wirtschaftlichen Verkehr zwischen' den beiden Ländern ermöglichen und sichern sollen. Das Protokoll bildet gegenwärttg den Gegenstand einer Prüfung bei den in Frage kommenden ^Regierungsstellen. In Berlin und Moskau besteht die Hoffnung, daß beide Abkommen aus dieser Prüfung im wesentlichen unverändert hervorgehen werden und daß daraufhin die Unterzeichnung und das Inkrafttreten nach Maßgabe der gesetzlichen Bestim- mungén beider Länder baldigst erfolgen wird.
Kronstadt genommen?
, (Letzte Meldung.)
. „NördiSka Preßcentralen" meldet aus Helsingfors: Die Forts von Kronstadt Nr. 4, 5 und 6 haben sich ergeben. Airs ihnen find etwa hunbert Flüchtlinge in Teriioki angekommen. Sie teilten mit, daß sich Kronstadt noch in bex Händen der Revolutionäre befinde. — Aus Miga wird telegraphiert: Der bevollmächtigte Vertreter der Sowjetregierung in Lettland erhielt ein Telegramm vom Volkskommissariat für auswärtige Angelegenheiten in Moskau, wonach Kronstadt von den Sowjettruppen eingenommen worden ist.
Politische Tagesberichte.
— Arpeitslofen-D«'mo«»stratioi» vor dem Berliner Rathaus. Vor dem Berliner Ratbaus fand gestern anläßlich der Verhandlungen über mehrere kommunistische Anträge wegen neuer Zuwendungen an die EriverbS« und Obdachlosen eine große Arbeitslosen- Demonstration statt. Die zu Tausenden wählende Menschenmenge versuchte gewaltsam in das Rathaul kinzudringen, wurde aber daran von der Schutzpolizei gehindert. Als durch bie Menschenansammlung der Verkehr bebinbrrt wurde, sah sich die Polizei gezwungen, den Platz zu räumen. Eine Anzahl Arbeitsloser hatte sich mitteb gefälschter Tribüuenkarten Eintritt für bie Steinen des Verhandlungtsaales verschafft und versuchte- von dort au», die Beratungen durch Lärmen zu stören-
— Zu dem Anschlag auf die Siegessäule.
Die Annahme, daß der Anschlag auf die Siegessäule »on dem Attentäter nur versucht wurde, um durch eigene» rechtzeitiges Eingreifen sich hervorzutun u«d eine hohe Belohnung zu verdienen, gewinnt immer mehr an Wahrscheinlichkeit und wird auch durch eine Mitteilung der „Voss. Ztg." bestärkt. Danach machte'tu Beginn d. I. auf dem Truvpenübung»platz Markendorf im Kreise Jüterbog-Luckenwalde ein Feldwebel Baum — zufällig bat der Abschneider der Zündschnur des SpreugstoffpaketS in der Siegessäule den gleichen Atmen — dem Landrat gegen Zusicherung einer Belohnung Mitteilung von 'einem Munikions- lager. Da die Vorgefundenen Sprengstoffe zum größten Teil nach Berlin verkauft worden sind, ist es wahrscheinlich, daß das in der Siegessäule vorgefunden« Dynamit und Pikrin aus diesen Vorräten herrührt.
— Untersuchung der Wirkungen der Sanktionen. Die „B. Z. a. M." schreibt: Die gestern vom wirtschaftspolitischen Ausschuß im Reichs- Wirtschaftsrate eingesetzte fünfgliedrige Kommission, die die Aufgabe hat. die Regierung in allen auf die Wiedergutmachung frage sich beziehend m Angelegenheiten zu beraten, nimmt ihr« Tätigkeit sofort auf. Er beschäftigt sich zunächst mit der Frage, wie der Wirkung der Sankttonen auf unser Wirtschaftsleben am besten begegnet werden kann.
- Verlängerung der deutschen Haudels» Verträge. Preffenachrichten zufolge beabsichtigt die deutsche Regierung, die Ende dieser Monats ablaufenden Handelsverträge vorläufig zu verlängern, um für eine ruhige Ausarbeitung der Zolltarifr Zeit zu gewinnen.
- verzweifelte Lage Polens. Nach einet Meldung der Breslauer Echlesiichen Zeitung hat die polnische Regierung in Warschau infolge des Sinkens der polnischen Valuta bie Warschauer Börse geschlossen. Die großen Firmen in Warschau weigern sich, Zahlungen in polnischer Mark anzunehmen. Infolgedessen steigt bie deutsche Mark weiter. Die in Kattowitz er» scheinende Gazeta Subomo veröffentlicht eine Bekanntmachung der polnischen Bank Lubovi, daß die Bank die Entgegennahme von Depositen in polnischer Valuta eiMWiie, Lu Kouuiche VollSbauk m bleuem hat scho« vor vielen Wochen kein polnische» Selb mehr entgejenjenommen und sich geweigert, dafür deutsches Geld «nzuwechseln. Laut Täglicher Rundschau, bat der polnische Minister für die Lebensmittelversorgung in Warschau die Schließung aller Privatbäckereicn an- geordnet und den freien Handel mit Brot verboten. Ale diese Meldungen beweisen, wie die Tâgl. Rundschau bemerkt, daß sich die Verhältnisse in Polen mit Riesenschritten dem Zusammenbruch nähern.
— Hilfe für Oesterreich. Aus Rom wird getneldet: Die Konferenz von Porto Resa wird am 15. April zusammentreten, um die Möglichkeiten zu beraten, Oesterreich tatkräftig zur Hilfe zu kommen. Vertreter der Entente werden ebenfalls daran teilnehmen.
— Ameriko und der Krtedc. Die »Morning Post" meldet: Senator Knox erllärte: er werde bei, der Wiedereröffnung des Senats seine Entschließung wieder einbringen, welche die Herstellung de» Friedens mit Deutschland fordert. Er tue dies aber nur für feine eigene Person und wisse nicht, wie der Senat diese Entschließung aufnehmen werd«. Die zuständigen Kreise sind, wie HavaS meldet, der Ansicht, daß die Vereinigten Staaten wohl den Wunsch habe«, so bald als möglich mit Deutschland Frieden zu schließen, andererseits erkennen sie aber auch an, daß dieser Friedensschluß solange verschoben werden muß, als noch die Verbandstruppen deutsches Gebiet besetzt halte«.
— Zum englisch-russischen â-andelsab- kommen. Aus London wird gemeldet: Die führenden Blätter lehnen das cnglisch-rnssische Handelsabkommen teils mit sehr scharfen Angriffen ab. Die „Timer" schreibt: Lenin habe einen diplomatischen Erfolg erzielt. Das Blatt erwartet keinen Wiederstand im Parlament. — Die „Moruingpost" schreibt: Das Abkommen sei für die Bolschewisten ein Sieg, größer, als eine gewonnene Schlacht. — Der ,Daily Telegraph" sagt voran», daß die britische Regierung ihren Schritt sehr bald bedauern werde. — Die linksgerichteten Blätter stimmen der Unterzeichnung des Abkommens zu. Alle Blätter betrachten die Unterzeichnung als die Anerkennung der Räteregierung, wenigstens de-Fecto- Regierung.
- Rücktritt Bouar Laws Reutèr meldet: Im Unterhaufe teilte Lloyd George mit, daß Bonar Law aus Geiundheilsrücksichten zurückgctreten sei. Diese Mitteilung erregte im Unterhause große Ueberraschung. Chamberlem wird als Nachfolger genannt.
— Das neue Aegyptische Ministerium. Nach einer Havasmeldung aus Kairo, ist das neue ägyptische Ministerium gebildet worden. Es setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident Adly Pascha, Vizepräsident Rouchdy Pascha, Minister des Innern Sarwat Pascha, Finanz. minister Ismail Sidky Pascha.
Unsere auswärtigen Leser die für das nächste Vierteljahr den „Hanauer Anzeiger" bei der Post noch nicht bestellt haben, bitte» wir, dies umgehend, längstens bis gum 20. ds. Mts., bewirken zu wollen, bamit in der regel» mäßigen Zusendung keine Unterbrechung eintritt