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General-Anzeiger
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nanao
Fernivreckanicklüffe Nr. 1237 und 1238.
Nr. 60
Samstag den 12. März
1921
Das Neueste.
— Im Reichstag wird heute eine Regierungs- irklSrung in Sachen der Londoner Verhandlungen ab= gegeben werden.
- Foch hat Pressevertretern gegenüber erklärt, daß tl» weitere Sanktion eine Besetzung der gesamten fiuhrgebieteè mit den Städten Essen, Barmen, Elberfeld und Dortmund vorgesehen sei.
— Im preußischen Landtag fand gestern eine Dc-' batte über die Ministe! Präsidentenwahl statt.
— Der Thüringer Landtag hat die Verfassung für Thüringen angenommen.
— Nach einer HavaSmelduna au? Newyork haben mehrere Eisenbahngesellschaften die Löhne der Else»- bihner herabgesetzt.
— Wie aus Peking berichtet wird, hat die chinesische Regierung beschlossen, keine Handelsabordnung her, Sowjets zu empfangen.
Der europäische Wirtschaftskrieg
Wen« man sich fragt, wer von den beiden- Parteien, die in London verhandelt haben, gesiegt hat, so wird" man daraus kein« eindeutig« Antwort geben können. Aber eins st«ht unverrückbar fest: Die stärkere Partei, der Verband, hat es durchgesetzt, daß die Völker Europas einen Irrweg einschlagen. Irrweg« führen vom Ziel ab, je länger man sie verfolgt es ist falsch tu glauben, man könnte, — wenn man den Irrtum ein gesehen hat, — sogleich, an der Stell« weitergehen, an der man den falschen Entschluß gefaßt hat. Denn man hat Kräfte und Zeit verloren, indem man in der Irre ging, und muß neue Kräfte und Zeit drangeben, um auch nur an den Ausgangspunkt zurückzugelangen. Aber man hat noch etwas dazu verloren, das viel schwerer zu ersetzen oder einzuholen ist als Krqft.Md Zett: das Vertrauen zueinander. M Wf, nach Durchführung der ersten Sanktionen werde man weiter uer^i aber solche Verhandlungen mehr Mrsfick aven positiv« Ergebnisse zu bringen als die der ersten Märztag« in London? Unsere Verhandlungs- gegner haben immer wieder behauptet, unser Angebot sei unehrlich, d. h. es bleibe hewz-ßt und' absichtlich hinter dem zurück, was wir selbst für. möglich halten. Sie erwarten, daß wir nach der ersten Züchtigung anderen Sinnes" werden. Denn, daß durch ©trafen ehrliche Ueberzeugungen gewandelt werden, daran kann kein Kulturmensch des zwanzigsten Jahrhunderts glauben. Was hat eg aber für einen Zweck, wenn sich wirklich deutsche Unterhändler fänden, die für eine Galgenfrist $r Volk wortbrüchig werden lassen?
einzige „Nutzen", der erzielt werden könnte, Mare für die Gläubiger ein Verschleiern des Zukunftsbildes für eine weiter« kurze Spann« Zeit, für ben Schuldner aber eine vorüber- ^nbe Verlangsamung auf der Fahrt ins Verderben. Und mag es auf lange Zeit ungehört llngeglaubt verhallen, — wahr ist es darum doch, daß der Londoner Urteils, spruch für all« Beteiligten unab» War es Unheil im Gefolge.hab en wird.
di« deutsch« Leistungsfähigkeit, der deutsche Schöpferwill« dominierend sind. Die Tatsache, daß die Entente ein größeres Vertrauen zur deutschen Industrie als zum deutschen Staate hat, muß unserer Ansicht nach zu Gegenaktionen benutzt werden. Welcher Art diese Aktionen sein müssen, haben Sachverständige zu entscheiden. Wenn es wirklich so ist, daß Entente- tänber uns brauchen, d. h. unser« hochwertigen Produkt« nötig haben, so erscheint der Gegen- sckachzug angebracht, daß ein Gesetz erlassen wird, wonach deutsche Waren nach Ententelün- dern nur verkauft werden dürfen, wenn der Kaufpreis voll in Mark im Inland bezahlt wird. Es wird dann offenbar werden, ob England und Frankreich deutsche Waren tatsächlich haben müssen. Noch immer enffcheidet auf unserer Erde der Geist und der Schöpferw'lle. Deutschlands Volk hat in den letzten verflossenen Jahrzehnten bewiesen, "daß es bieten Ge'st und diesen Schöpserw'llen befW. Zur höchsten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit muffen wir uns erheben, wenn wir uns aus den Nö'en der Zeit befreien wollen. Niw best« wirtschaftliche Produktivität wird die Tatsache erweisen, daß man uns nötig hat, nur sie kann uns Rettung bringen.
Stark bleiben?
Köln, 11. März. In der Sißuna der Handelskammer hielt der Börffhende Gèb. Kommerzienrat Hausn eine Ansprache, worin er u. a. ausffihrte, daß beider aronen Kluft ^mischenden Forderungen derEntsnte und der für Deutschland auch bei böch- ster Anspannung der Kräfte, möglichen Leistungen eine Ablehnung b^r Förderungen niemanden überraschen könnte. Was jetzt not tut. sei, daß die Re- aierung stets unb test auf her Ablehnung verharre. Handel und Industrie seien schon aeaenwârtig durch die Znffichziehuna von Nuftrögen usw. nute
, _____reutet
weiterkomme, und mit Vorschlägen an uns berantreten, wenn nur die Rheinprovinz stark bleibe.
Skinnes gegen Simons.
Ern altes Lateinisches Wort sagt: „Unter den Mstn schweigen die Gesetze". Viele Jahre teng haben die Waffen ausschließlich g«spro°
Mit unsäglicher Mühe ist versucht wor- gesetzlichen Zuständen zurückzulehren; «Anfang« sind zerstört, es muß abermals ganz von neuem begonnen werden. Der Hauptgrund
V8 w London zu keinen positiven Er- g>nwn kam, war der, daß die behandelten W um ihrer selbst willen entschieden, Jj^ 5° SU politisch-taktischen Maßnah- l!? "u^^ucht wurden. Bei den tontinen* streik Ludern Hal der Wunsch gesiegt, ein aufs tobtttbes Volk zurückzudämmen, und England o«r Londoner Bühne der neuen Welt ilck-» m^usl'^l von der Einigkeit der europä- K Berbandländer vorgespielt. Der Preis, ""^ dieser „Erfolg" bezahlt wurde, ist der ^e^'lche Wirtschaftskrieg. Es roach ganz kurzer Zeit als ein verhänq- Sm ^^tum herausstellen, daß sich unsere Mock-» ^mh siegen unseren Willen bezahlt lvnnen. Die Einnahmequellen, die sich tieliitnSv Nistet sichern wollen, sind an etwas die w L ??ë sich nicht kommandieren läßt: an an bi. m vAskraft des deutschen Volkes und Sm™ âreitschaft der deutschen Erzeuger und Tr«n-p»^^',^.^ über die kontrolli«rten bl-iü? "r^u schicken. Erster« wird geschwächl. einem ^r ^flehen; l«tzter« aber muß mft bei aufhören, wenn sich der Vorteil
best«»-? ^ Güteraustausch in eine hohe Selbste leren e^8 umkehrt. In unserer Brust, in un= Stern- ^u und Hirnen ruhen unserer Zukunft Am-ri^ Die neutralen Staaten, vor allem aber brquck-» ^den uns nur helfen, wenn sie uns und sie werden uns brauchen, sofern
Der Auswärtige Äusicknß bat, wie schon gemeldet, sein? Beratungen am Freitag " mittag ab^ffcklaffen. soweit sich erkennen läßt, dürft« Minister Simons die große. Medrbeit deS Reickstages hinter sich baden, trotz einzelnen Differenzen. Di« Derhandlnngen des Auswärtige« Au?sckuffer waren vertranl'cker.Natur." Dennoch wissen die Berliner Abendblätter aüerbanb darüber. sie rrtäbltn. Nach der „Boff. Zta." war ant bemerffnswert-sftn die Rede de? deutschen Votkspartei- lerS Hugo Stinnes, der in scharfer Weise die Ver- banbrungSffifirung in London durch Dr. Simon? kritisierte. Sckon am Donnerstag hatte nach Derselben OneUe der Abg. Dr. Strei-mann nicht alten sanfte Tone angeschlagen und ausgetehrt, was seine Partei an^ her Verbandlungsffidruna in London sachlick aus- uisktzen habe. Darüber hinaus griff a m Frei- tag Stinnes ^die Auchenp qli.ti k d.es g e- samken Kabinett? an, in der keine führende Idee zu erkennen, keine Planmäßigkeit zu finden sei. Kennzeichnend dwiir fei die Ratlosigkeit innerhalb de? Kabinetts vor der Konferenz und bie Tatsache, daß man zu so wichtigen Verhandlungen den Delegierten nicht einmal genau formulierte Vorschläge mitaegeben habe. Die ganze Art, wie von der Delegation in London verhandelt worden sei, lasse, einen leitenden Gedanken vermissen. Die Rede Stinnes forderte den Außenminister Dr. Simons zu einer längeren Erklärung heraus. Er muffe den Abg. Stinnes daran er- 'nnern, daß er nickt ,/ein junger Mann" sei. Nack dem „Berl. Lokalanz." übte auch Graf Westarp Kritik an, der Haltung beS Minister« in Loudon. Der Minister Dr. Simons führte zu seiner Entlastung aus, daß er die Ansicht vertrete, die Gegenvorschläge 'cien in erster Linie positiver und nicht wirtschaft- licker Natur. Dann hätten bie Sachverständigen auch reine eigenen Gegenvorschläge fertigsten können. Der einzige Vorschlag, der Vorgelegen habe, fei da? Natbenausche Proiekt gewesen. Tie sei aber sei von ben Sachverständigen abgelehnt würden. Weiter bestritt Dr. Simons auf .das aNerentschiedmüe, daß er das Kabinett über die Haltung der Sachverständigen geaen- uber den Gegenvorschlägen nicht richtig unterrichtet â, Die Regierungserklärung wird heute vormittag um 10 Uhr im Reichstage erfolgen. Man rechnet mit einer langen SitzungSdaüer. Mit einem sensationellen Verlauf ist aber kaum zu rechnen.
Gegen die Sanklionen.
3" der Groß-Berliner Fnn.'tionäiveriommlung her Dozialiumsftatischcn Partu würde eine Eutswließung angenommen, in der es heißt : Die deutsche Arbeitcr- chait ist bereit, im Zusammenwirken mit den Arbeitern Frankreichs und Belgiens die Kriezs'chäden nach besten Kräften wieder gut zu macken. Den unerfüllbaren ZertrüMmerungSfordennigen brr Entente wird aber die sozialdemokratische Arbeiterschaft den opferwilligsten Widerstand entgegensetzen. Die Konferenz hofft, bau endlich auch die Brbnterschaft der Entenieländer in 'Ntschiedentr Weise den Stornos gegen die nur kapilch- liftlieben Interessen dienende Politik ihrer militaristischen Machthaber aufnehmen wird.
Berel, èate ^iaaten und I-llerh.buug.
Washington, 11. März. (Havas). ES wurde vereinbart, daß bie amerikanischen Truppen am Rhein
nicht an der Erbebung der Zölle teilnehme«. Immer- hi» werden die Vereinigten Staaten der Ausübung der neuen Politik der Alliierten keine Schwierigkeiten in den Weg legen.
Anrufung des BSlkerbundes.
Ipu. Berlin, 12. März. Der Berliner Vertreter der Baseler National-Zeitung erfährt, daß die deutsche Regierung wegen der militärischen und wirtschaftlichen Sanktionen die Intervention des Völkerbundes anrufen werde.
Schwierige Komplikationen.
Rom, 11. März. Die „Tribuna" meldet aus London: Die Frage der Beschlagnahme der Zahlungen seitens der Ententemächte für die aus Deutschland bezogenen Waren ist so v«r- wickelt, daß GrafSsorza sofort eine grundsätzliche Einwendung machen mußte. Ec erklärte, man könne eine Billigung nur im allgemeinen geben, bevor er nicht nur di« Fachmänner in der Regierung, sondern auch die interessierten italienischen Industrien und Bankleut« zur Beratung herangezogen habe, vorbehaltlich überdies. den etwaigen Entwurf den Sachverständigen im Parlament zu unterbreiten.
Der „Roste del Carlino" prüft die internationale Lage vom italienischen Gesichtspunkt aüs und schreibt, Italien habe für seine Zukunft sowohl von Feinden wie von Freunden zu fürchten. Es sei daher gut, daß, wenn keine italienischen Soldaten sich im Rheinland befinden, Italien doch in der rheinischen interalliierten Kommission vertreten sei, damit dort die Versöhnungspolitik Graf Sforzas weiter vertreten werden könne. Der Neapeler „Martine" sieht die Lage etwas pessimistisch an, indem er die Meinung ausdrückt, daß schwierige Komplikationen entstehen könnten.
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Wie das T." hört, wurde ein Gesetzentwurf über das Verbot von Selbstschutzorganisationen fertig- gestellt. Veranlassung zu dieser Vorlage ist das Verlangen der Entente in ihrer Note vom 29. Januar, bis zum 15. März gesetzliche Bestimmungen über die Durchführung des Art. 177 und 178 der Friedens- vektragS zu erlassen. Der Gesetzentwurf entspricht in
ben entscheldenen Bestimmunaen beinahe wörtlich den bethen genannten Artikeln deS FriedenSv rtrages. Mit der Dnrchiübrung der Geletzentwuries soll, ähnlich wie bei dem Entwaffnungsqesetz, eix Relchskommlffar betraut wersen, dem ein Beirat von 15 Reichrtazsmit- gliedern zur Seite stehen soll. Verstöße gegen das Gesetz ollen mit Geldstrafe bis zu 50 000 Mark oder mit Gefängnis bis zu 3 Monate« bestraft werven.
Wie die Blätter aus München melden, bat die bayrische Regierung gegen die Beratung bei Gesetzentwurfs, die heute im Reichstag stattfinden soll, Einspruch erhoben. Die bayerische Regierung will von dem Entwurf bei Gesetzes erst Kenntnis haben, um sann mit der ReichSregierung von seiner Beratung im Reichrrat Fühlung nehmen zu können.
‘JNtttifiWäfibéittO.^^ über dieTchuldlüge.
In einer von der Bavrilcken Dolksvartei veranstalteten Maffenversammlung sprach Ministerpräsident v. Kabr über die große Schuldlüge. Aus keiner Rede mögen folgende Sätze berausge- griffen sein:
Der Leidensweg, den das deutsche Volk über die Stationen Tomviegne—Versailles—Spa—Paris —London zurückgelegt bat. brachte uns an kein Ziel. Aber war er deswegen vergeblich? Zwei Dinge haben sich verändert, zwei schwerwiegende Dinge: Das eine: die Wahrheit über die Schuld am Kriege ist auf dem Marlch. die Grundlagen des Versailler Friedensvertrages wanken, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann das auf der ungeheuerlichen Lüge der alleinigen Schuld Deutschlands am Weltkriege in Versailles aufgebaute Gebäude zusammenbrechen wird. Sie werden diesen Sturz nicht aufhalten können, auch wenn sie ihre Archive, die die eigne Schuld verbergen, noch so lange und noch so streng verschlossen halten. Einige Wochen vor Paris und London erklärte der vielgewandte Lloyd George in Bir- mingbam. daß die Staatsmänner der am Kriege beteiligten Nationen nicht den Krieg gesuckr hatten, sondern in ibn bineingestolvert seien. Von diesem Ausspruck. mit dem Lloyd George der Wahrheit die Ebre gegeben hat, wird er nickt mehr wegtommen. wenn er seine bessere Ansicht auch nock so oft verleugnen sollte. Er ist gerade aus
heit in den letzten Tagen wenig geändert hat Der Artilleriekampf zwischen Kronstadt und der Petersburger Forts geht weiter. Von bolsche. wistischer Seite wird behauptet, daß die Uneinigkeit unter den Aufständischen zunehme; die Infanterie in Kronstadt habe sich der Bewegung angeschlossen; die LebensmittelvorrLte seien erschöpft; die Leitung der Aufständischen sei völlig in gegenrevolutionärer Hand. Da die Konzentration der roten Angriffstruppen beendet fei könne der Angriff auf Kronstadt jede Stundr erwartet werden. Dagegen lauten die Kronstädter Funksprüche nach den finnischen Meldungen sehr zuversichtlich.
Nach einer „Rosta" -Meldung beschuldigt bie ..Prawda" die französische Regierung der Urheberschaft an der Kronstädter Bewegung, deren Zweck sei, die Londoner Verhandlungen mit den Türken und ebenso die russisch-englischen Verhandlungen zu beeinflussen. Das Letztere scheint bereits erreicht zu sein, da nach einer autorisierten Reuter-Mldung die Unterzeichnung des russisch-englischen Handelsabkommens zurzeit nicht zu erwarten ist.
Der Bericht eines Augenzeuge«.
Zu den Vorgängen in Rußland erhält dir Handelszeitschrift Ost-Export folgende Mitteilung eines soeben aus Rußland zurückgekehrten Berichterstatters:
Rußland befindet sich in einer Krisis der höchsten Spannung. Die deutschen Zeitungsniel- dungen sind nicht übertrieben. .Di« Ursache, die die seit Jahr und Tag unzuftieden« Volksmass« auf bie Straße getrieben hat, liegt in beut völligen Zusammenbruch der Volkswirtschaft sowohl nach innen wie nach außen. Alle Pläne und" ausgearbeiteten Maßnahmen haben sich als haltlos erwiesen. Der Rat der Dolkslomnissar« .M SMMâiM^ S. B. Lis gsiMten ^v^ktt . . '^s Kvmmrbakfirts für ben Außenhandel der werfen müssen und eine ickleun'ae Reorganisation und Neuaufftellung angeordnet.
Im Innern schließen sich bte Verpflegung^ bezirke gegenseitig ab WestsiLiri^n. von Tjuluen und Kurgan ostwärts, hat alle, Eisenbanbrücken berni^tct. Die letzte Verbindung war am 11. Februar. Große Bezirke haben nn Norden, an der Wolga und im Zentrum alle Näturalliese- rungen eingestellt. Infolgedessen herrscht in den leitenden Kreisen eine an Panik grenzende Unsicherheit, um so mehr, als nur sehr wenige Truppenteile sich noch zu-den Henkersdiensten hergeöen.^Symptomatisch ist dqè Vorgehen der Arbeiter speziell gegen bte jüdischen Kommissare. Trotzdem ist es sehr fraglich, ob bte Agonie zuw schnellen Ende führt, da bie Volks massen mehr- unb waffenlos sind und die geringste Unterbrechung in der Lebensmittelversorgung di< Aufftändischen zur Ueber gäbe zwingt. Auf all, Fälle läßt sich mit Bestimmtheit sagen, daß
keinem Mund so wertvoll, weil er es zuletzt in London gewesen ist. der mit aller Deutlichkeit die Tatsache hervorbob, daß auf sein Fundament der alleinigen Schuld das ganze Gebäude des Friedensvertrages von Versailles rube und dieses rujammenbreche. wenn das Fundament weiche.
Die Revolution von Kronstadt.
wenn es nicht gelingt, das jetzige System restloc zu beseitigen, es unbedingt zu einem vollen Kurswechsel und gänzlichen Bruch mit den bisherigen kommunistischen Prinzipien kommt.
PoNttsche Tagesberichte.
— Die finanzielle 8aqe Italiens. Einer offiziellen Statistik sind folgende Zahlen über die finait« zielte Lage Italiens zu entnehmen: DaS im Finanzjahr 1919/20 14 Mill arden Lire betragende Defizii wurde im nörläusigen Budget für 1321/22 bereit? aw 10,3 Milliarden" verringert. Infolge der Erhöhung deS BrölvreiftS und anderer neueren Maßnahmen, die etwa 6,3 Milliarden ein brin gen werden, wird da? Desi'it voraussichtlich weiter auf vier Milliarden Herabgesetzt. Die Steuerrrgcbnisse sind vom Juli 1920 bis bi? Januar 1921 im Vergleich mit der gleichen Zeit des VorjadreS um über zwei Milliarden gestiegen, wozu hauptsächlich die Stempelsteuer, die StaatS- konzeffionen und die indirekten Steuern beitrugen. Für das Finanzjahr 1921,22 läßt sich aus den indirekten Steuern und anderen Gebühren eine weitere Mehreinnahme von über einer Milliarde erwarten. Dem Finanzjahr 1919 gegenüber hat sich die Handelsbilanz um 2,5 Milliarden gebessert, und zwar fast ausschließlich infolge der.Steigerung der Ausfuhr. Auch die Banktätigkcit war bedeutend. Die größeren Institute haben ihr Aktienkapital um 36 Proz. erhöbt, während ihre Reserven um etwa 100 Millionen gestiegen sind. Die unlängst getroffenen Maßnahmen zur allmäbligen Freigabe des Handels mit Hafer unb_ Gerste, denen demnächst entsprechende Maßnahmen für den Handel mit Ma>S folgen," lassen erkennen, daß die italienisch« Wirtschaft allmählich zu dem normalen Zustant zurückkehrt.
— Die Unruhen in Irland. Nach einet
Reuternieldung aus Dublin meldet der amtliche Wochenbericht über -Irland, daß in der letzten Woche 111 ' schwere Angriffe erfolgt sind. Die Zinnseiner haben in zahlreichen Geschäftshäusern ix Dublin die Geschäftsbücher beschlagnahmt, um gewaltsam den gegen die
Stackkoln, 11 wan Di, bi-üa? Ns-^ vucyer vemuagnaonir, »m gewan,mn oen gegen ctoaijDlm 11. iKarg. 5Die piefige englischen Waren verkündete» Bykott durchzusetzen.
bringt noch immer eine Anzahl von finnischen Sensationsmeldungen über die Lage in Kronstadt, an der sich allem Anschein nach in Wahv-
(Weitere Politische Nachrichten auf Seite 5.)