zelger
EinrüSungsgedühr:
Die 8gefp. Kolonelzeile oder deren Raum 1.— Mk„ die 4gefp. Zeile im Reklameteil 3.— Mk.stLöst« Teuerungs- zuschl. Offertgsbübr30 Pfg. B e z u g s p r e i s:Viertel-
zmwu xjH^iiu^uuvL ou ^eöUHb^reib .^ienei= ^ - ^ . â â,
KLKLS.KL« AmMches Orga« für Sladk- und Landkreis Saturn
PostsKe<^Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Verlaseleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Vrodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei fxmaiu Fernsvrechanschlüsse Nr. 1287 und 1238.
Sir. 59
Freitag den 11. März
1921
Das Neueste.
— In der gestrigen Sitzung des ReichskabinettS »urde die Haltung Dr. Simons in London einmütig gebilligt.
— Der Unterausschuß beim Reichstag zur Auf« klining der Kriegsschuld machte u. a. die Feststellung, daß in Deutschland kein« Anordnungen ergangen sind, denen der Charakter einer geheimen Mobilmachung jimewobnte.
— Ix der gestrigen Eröffnungssitzung der preußischen Landesversammlung wurde der sozialdemokratische Abgeordnete Leinert wieder zum 1. Präsidenten gewählt.
— DaS preußische Ministerium hat seine Entlassung gegeben. Er führt die AmtSgeschäfte bis zuni Amts- mtritt der neuen Ministeriums weiter.
T- Der Reichspräsident hielt an die ins Abstim- yimrgSgtbict reisenden Oberschlefier eine Ansprache.
— Petersburg soll im Besitz der Aufständigen fein.
Neues zur Schuldfrage veröffentlicht der frühere preußische Finanz- minister Dr. Südekum:
Zu all dem vielen Alten und Neuen, was zu sagen ist, ist jetzt ein Alkerneuestes hinzugekommen, ein wichtiges Indiz für Englands Anteil und Schuld an der planvollen Vorbereitung zur Weltkatastrophe.
Es handelt sich um eine Mitteilung von Fred C. Conhbeare an die Zeitschrift Foreign Affairs (Auswärtige Politik), herausgegeben von dem englischen Pazifisten E. D. Morel, Nr. 9 vom März 1921. Herr Conhbeare, ein Professor in Cambridge, der schon während des Krieges in seinem Heimatland mutig- für die Wahrheit gefochten hat und bis zuletzt für einen Frieden des Rechts eingetreten ist, knüpft an eine sehr wichtige Enthüllung in den jüngst veröffentlichten Denkwürdigkeiten des Admirals Lord Fisher, Erster Soelord her Admiralität, an, worin die-„ ter darlegt, es sei sein Plan gewesen, beim Ausbruch des Krieges sofort erhebliche russische Stxeitträfte unter dem Schutze der englischen Flotte von Kronstadt nach der pommerschen Küste zu werfen, um von dort aus Berlin zu bedrohen und die gegen Rußland operierenden Heere im Rücken zu fassen. Mit den Geheimver- trägen über ein Zusammenwirken der englischen und russischen Flotte gegen Deutschland, die die Bolschewisten veröffentlicht haben und deren Echtheit die Engländer nicht abstreiten konnten, sind auch Geheimdepeschen bekanntgegeben worden, die
länger als erneut Monat vor Ausbruch des Krieges
zwischen Paris und Petersburg gewechselt wurden und von der Entsendung britischer Transportschiffe nach Kronstadt handeln. So stützen ich also die Darlegungen von Lord Fisher (der bekanntlich immer dafür eingetreten ist, die deutsche Flotte vor der Kriegserklärung zu überfallen, und wie die dänische im Jahre 1804, mit einem gewaltigen Schlage zu vernichten) und dre russischen Enthüllungen gegenseitig so zuverlässig, daß ein Zweifel an dem Bestehen eines solchen Planes, also an dem Bestehen englischer Angriffsabsichten, nicht mehr möglich ist.
Jetzt bringt Herr Conybeare den Beweis picht nur dafür, daß der Plan bestanden hat, Aldern daß auch feine Ausführung schon in die Wege geleitet worden war. Herr Mac Lelland, letzt Kaufmann in Newyork, früher Agent von Pvhds Büro in St. Petersburg, hat ihm vor ner Zeugen an Bord des Schiffes Empreß of France das Geständnis gemacht, er, Mac Lelland, yabe wenige Tage vor dem 28. Juni 1914 von ^"don die gekabelte Anweisung erhalten, nach Kronstadt zu gehen und dort eine große Flotte Englischer Handelsschiffe in Empfang zu neh- nm, die von England nach dem baltischen Hafen entsandt worden war. Mac Lelland fand die ^chrffe zu seinem Erstaunen nicht beladen, son- „ Ker, und erfuhr bei seinen Erkundigungen M dem Grund dieses seltsamen Umstandes, die seien zu dem Transport russischer Trup- â^ecks Landung an der deutschen Küste nter dem Schutz des Feuers englischer Panzer vEirlmmt. Der Bürgermeister von St. Peters- ^ll> oder doch jedenfalls derjenige hohe Beamte. «I "^ Funktion dieses Amtes erfüllte, sagte am gleichen Tage, daß der Krieg unmittel- ^r bevorstände. Niemals vor dieser Aussage N^ $?* Mac Lelland von dem Fisherschen
°^ von der Veröffentlichung der Ge- 1>-^^?efchen etwas gehört — er kann also un= XI ■ ^ Opfer einer Gedächtnistrübung èeworlytn* ^krwischung verschiedener Eindrücke a®^ Ueberführung englischer Schiffe nach um einen russischen Ueber fall auf die fonh» Ostseeküste zu ermöglichen, hat stattge- u^ e?> bevor sich der Mord in Serajewo ereig- ber dann das Verhängnis auslöste
Herr Lloyd George war im Juni 1914 Mitglied des englischen Kabinetts Asquith. Ler aus mit dem, was Sie zu dieser furchtbaren Mklage zu sagen haben. Herr Lloyd George! Sie maßen sich das Amt des Richters an; S'e wollen das deutsche Volk ungehört zur ewigen Sklaverei verdammen! Wir werden Ihren „Richterspruch" nie anerkennen, denn vorher muß erst noch eine andere Verhandlung stattfinden, in der Sie, gerade Sie, als Angeklagter vor dem Richterspruch der Weltgerechtigkeit zu erscheinen haben.
Die Feststellungen des Unrerfuchungs- ausfchuffes.
Der mit der Aufklärung der Vorgänge, die zum Weltkrieg geführt haben, betraute Untersuchungsausschuß des Reichstages hat in seiner Sitzung vom MiNwoch folgende Feststellung beschlossen:
„Der Ausschuß hat die von den Sachverständigen erstatteten Referate nebst den von ihnen beigebrachten Belegen aus den deutschen, österreichisch-ungarischen und russischen Akten, aus dem englischen Admiralstabswerk über den Weltkrieg und aus verschiedenen amtlichen französischen Angaben geprüft. Er hat zunächst festgestellt, daß weder Deutschland noch in Oesterreich-Ungarn Anordnungen ergangen sind, denen der Charakter einer geheimen Mobilmachung innegewohnt hätte. Die Fragen ob Rußland während eines längeren Zeitraums vor der offiziellen Mobilmachung im geheimen Kriegsvorbereitungen getroffen hat, soll noch geklärt werden. Die folgenden Tatsachen und Dat«i hält der Ausschuß für erwiesen:
1.
1. Die am 25. Juli um 9.30 Uhr abends verfügte österreichisch-ungarische Teilmobilmachung getarnt 22 Div _________ .... _ „ . nes di . acht Armeekorps grenzte an russisches Gebiet. Serbien hat seine Mobilmachung an demselben Tage um 3 Uhr nachmittags ausgesprochen.
2. In der Zeit vom Abend des 25. Juli bis zum Mittag des 31. Juli ist nach den Akten des Wiener Kriegsministeriums keine weitere Mobilmachung angeordnet worden. Die eigenen Berichte des russischen Generalstabs bestätigen, daß dort noch am Abend des 30. Juli von einer allgemeinen Mobilmachung in Oesterreich-Ungarn nichts bekannt war.
3. Die amtlich zugegebene russische Teilmobil- machung vom 29. Juli erstreckte sich über ein Gebiet von 86 Millionen Einwohner. Sie umfaßte 55 Infanterie- sowie 8'/, Kavallerie- Divisionen, außerdem mehrereKosakenformationen und Bootsmatrosen auch aus den am weitesten nördlich gelegenen Gouvernements.
4. Die Mobilmachung der englischen Flotte war außerordentlich erleichtert durch den Umstand, daß seit dem 16. Juli die drei Heimflotten mit 460 Wimpeln zu einer Probemobilmachung mit Manövern um Portland versammelt waren und'am 16. Juli die vorgesehene Demobilmachung einftettte.
2.
Die zeitliche Reihenfolge der Anordnungen des letzten Stadiums vor der Mobilmachung:
1. Rußlands offizielles Inkrafttreten der Kriegsvorbereitungsperiode für das ganze europäische Rußland 26. Juli.
2. Englands Warnuna-telegramm (Worning- telegramm, für Heer und Flotte 29. Juli.
3. Frankreichs Befehl zur Aufstellung des Grenzschutzes (Ordre de part et Couverture).
4. Oesterreich-Ungarns Alarmierung gegen Rußland 31. Juli.
5. Deutschlands Zustand drohender Kriegsgefahr 31. Juli.
3.
Zeitliche Reihenfolge der allgemeinen Mobilmachung der Großmächte. (Alle Stunden nach mitteleuropäischer Zeit).
1. Rußland. Wah ist insgeheim befohlen 29. Juli im &r ? s Abends, offiziell angeordnet 30. Juli. £. Uhr abends.
2. Oesterreich-Ungarn. 31 Juli. 12.23 naDn.
3. Frankreich. 1 August, 440 Uhr nachm.
4. Deutschland 1 Aagwst 5 Uhr nachmittags
5. England Flotte: 2. August, 2.25 Uhr morgens: Land Heer (Expeditionskorps): 3. Aug. 12 Uhr mittags.
BerichlerffMung über London. Einmütige Sitzung der Haltung Dr. Simons
Berlin, 10. März. (Amtlich). Unter dem Borsitz des Reichspräsidenten fand heu.e vormittag eine Sitzung des ^Hi'^üs statt, in der der Minister des Aeusterr Her Sie Londoner Verhandlungen ^ee cht erstaiir^ Aus Grund dieses itz^richtes und der eingehen-
den Erklärungen, die sich in einer ausführlichen Aussprache ergaben, faßte das Kabinett einen Beschluß, der die Tätigkeit des Ministers einmütig billigt und mit seiner Haltung in London sich einverstanden erklärt. Der Reichspräsident schloß daran den Ausdruck des Dankes für die hingebende Arbeit des Reichsministers und der Delegation.
Die gestrigen Beratungen bei ReichstagSauSschusser für auswärtige Angelegenheiten über die Londoner Verhandlungen find in der neunten Abendstunde gestern abgebrochen und auf heute vormittag 10 Uhr vertagt worden. Trotz der Ausführungen einzelner Abgrord- neter, die an der VerhaudlungSfübrung Dr. Simons Kritik übten, herrschte im wesentlichen Uebereinstimmung darüber, daß die deutsche Delegation ihrer Aufgabe voll gerecht geworden ist.
Keine Verhandlungen in der Reparationsfrage
Di« von der Ent«nt«preffe miebergegebenen angebliche« Aeußerungen von Dr. Simons über di« Fortführung der Verhandlungen in der Separationlfrage werden von dem „B. T." aufgrund von Mitteilungen aus authentischer Quelle bementiert. Die Frage, ob und unter welchen Voraussetzuxgen neue Verhandlungen mit den Alliierten ausgenommen werden können, steh« jetzt nicht zur Debatte. Da» deutsche Volk werde ausharren müssen, dir sich in den alliierten Ländern eine rubrere Ueberlegung geltend macht. Von Vorbereitungen zur etwaige« Fixienmg einer neuen VerhandlungSbasiS könne zunächst keine Rede sein.
Die SSfung deS Reparati-nSproblems nur durch Uebereinkommen.
Paris, 10. März. Der französische Sachverständige, Minlsterialdireftor Seydoux erklärte dem Sonderberichterstatter des „Jntransigeant" in London auf die Frage, wie er die Lage auffaffe, da» Re- parationrproblem sei das schwierigste, das seit Jahr-
n nur
könne weder politisch ' durch Ueb erein kommen gelöst werden. Man könne Steuern erheben, Anleihen aufnehmen und die ausländische Schuld Deutschlands zum Nutzen der Alliierten erhöhen. Die Verfassung bei FriedenSvertrages hätten zwei Dinge übersehen, die eine beträchtliche Rolle spielten: die wirtschaftliche Krise und der Sturz der Wechselkurs«. Diese zwei Faktoren zwängen jetzt, ein Mittel zu suchen, damit man bezahlt werde, ohne daß Deutschland die alliierten Länder mit seiner Ueber« Produktion überschwemme.
Di« Brüsseler Sozialist««.
Brüssel, 10. März, fHavas.) Bei einer Versammlung sozialistischer Abgeordneter hat diese verlangt, daß Belgien nicht in Abenteuer in Deutschland hineingezogen wird. Sie verlangt jedoch von den deutschen Sozialisten, daß sie auf ihre Regierung einen Druck aulüben, um sie zu bestimmen, die Bedingungen des Vertrag» von Versailles zu erfüllen.
Die Schwierigkeiten der Zollerhebung.
Paris, 10. März. Rach einer Meldung der Abendpresse aus London veröffentlichen die '„Daily News" folgendes Telegramm des Korrespondenten des „Newyork Herald" aus Koblenz, die von den Alliierten der interalliierten Rhein- landkommiffen über die Frage der deutschen Zolleinnabmen erteilte Order habe eine schwierige Lage geschaffen. Nach der Beratung von 48 Stunden sei die Oberkommission zu dem Beschluß gekommen, daß nichts unternommen werden könnte, ohne die Mitarbeit oder wenigstens das Einverständnis der amerikanischen Truppen. General Allen, der amerikanische Befehlshaber, habe keine Instruktionen über diese Angelegenheit aus Washington erhalten. Man erwartet, daß die Alliierten mit der amerikanischen Regierung verhandeln werden. Aber inzwischen herrsche Verwirrung.
Die Wibkunq der Zollbeschkagnahme.
Ueber die Wirkung her Zollbeschlagnahme meldet der „Lokal-Anzeiger" daß sich bereit« in den kaufmännischen Kreisen von Deutz eine große Unsicherheit bemerkbar mache. Bereits gegebene Aufträge werden zurückgezogen. Der bisherige Schaden für Industrie und Handel in Deutz beläuft sich auf Millionen Au? Ri'cinlcind und Westfalen wird der Stillstand des Aus>ulirg?'chä»t? aemeldet.
Ludwigshafen, 10. März. Tausende von Personen, Kraftwagen, Lastautos und Wagen u w. füllten gestern und heute die zur Rhein- Brücke führenden Straßen, um vor Errichtung der Zollgrenze noch Waren über den Rhein zu bringen. Manche Straße war derart überfüllt, daß polizeiliche Absperrung und zeitweilige Einstellung des Straßettbahnverkehrs notwendig wurde.
Auch die Ruhrkohlen zu ve steuern?
$?ariß,- 10. März. Der Londoner Korre- 3011 - ent deo JnirâvägeaNt berichtet, daß gestern Im -O) ersten Rai auch .die Frage erörtert worden ::, 3.0 sie Ko le aus dem Ruhrgebiet, die die c -st m JV ein äsen passiere, mit einer Steuer . ela ét werben soll»- ' ;
Die Erhebung in 2r«tzla«-.
Kopenhagen, 10. März. Ei« Telegramm au» HelsiugforS vom 9. März abends besagt, daß die Batterien von Kronstadt im Laufe bei Tage» die Küsten bei Petersburg und Tarnowka mit schwerem Geschütz beschossen haben. Weiter wird gemeldet, daß die Erhebung nicht bex Zweck habe, bei Rättsystem zu stürzen, aber gegen die Sowjetregierung gerichtet ist und namentlich gegen die an der Regierung befindliche Kommunistische Partei, welche beabsichtige, die Arbeiter zu unterdrücken. Die erste Forderung der Gegenrevolutionäre ist, daß alle da» Recht haben sollen, an den neuen Wahlen zu den Sowjeträten teilzunehmen. Die Revolutionäre sind auch davon überzeugt, daß die Rât^giernng allein Rußland nicht vom R«i« retten könne. ES wird die Mitwirkung aller Arbeiter und der arbeitenden Intelligenz in der Regierung gefordert.
London, 10. März. (Reuter). Wie die .Time»' aus Riga vernimmt, ist laut einem offiziellen Bericht Petersburg mit Ausnahme von zwei Eisenbahnstationen von den Aufständischen genommen worden. Di« Roten sollen sehr schwere Verluste erlitte« haben.
Eröffnung des Preutzifchen Landtags.
Alterspräsident Herold (Zentrum) eröffnet den ersten Landtag des Freistaates Preußen und begrüßt sowohl die alten, als die neu eingetretenen Mitglieder auf das wärmste. Er gedachte der leider- gescheiterter! Londoner Verhandlungen und der besetzten preußischen Gebiete, die er der innigsten Teilnahme versicherte. Je stärker die Bedrückungen, desto inniger würden sich die preußischen Provinzen zufammenschließen. Dckr deutsche Volk werde auch fernerhin das schwerste zu tragen wissen und sich nicht versklaven lassen. Der Alterspräsident erinnerte an»den 20. März. Von der Abstimmung in Oberschlesien hoffe man, daß dieselbe dem Deutschtum zum Siege «verhelfen werde. Die Oberschlesier ließen sich in ihrer Liebe zum deutschen Vaterlande von niemanden übertreffen. (Bravo).
Abg. Hoffmann (Kom.): Wir können die Worte bei Präsidenten nicht unwidersprochen lasten. Schuld am Kriege sind die Imperialisten aller Länder. Redner spricht sodann unter Lachen für die russische Sowjet- öie Mted'
eiterten an dem
und her Wiederaufbau in Frankreich
Widerstand bei Kapitalismus. Redner wünscht die Wiederaufnahme der Londoner Verhandlunge«, aber auch die Bestrafung der Kriegsschuldigen und die Auflösung der Einwoh«erwebr«n. — DaS HauS beschließt auf Vorschlag bei Alterspräsidenten, die bisherige Geschäftsordnung weiter in Kraft zu lassen.
ES folgt die Wahl deS Präsidenten: Abgeordneter Leinert (8.) wird mit 857 von 406 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt. 47 Zettel find unbeschrieben. Die übrigen Stimmen zersplittert. Abgeordneter Leinert nimmt die W«hl mit Dank an. Er werde sein Amt nach bestem Wissen und Gewissen führen, er bitte aber um Unterstützung und Nachsicht bei Hauses. Er dankte dem Alterspräsidenten Herold für die Eröffnung der Sitzung und wünschte ihm noch viele 3«b« parlamentarischer Tätigkeit.
Auf Vorschlag bei Abgeordneten Severing (•.) werden die Abgeordneten Dr. Porsch (Zentrum), von Kries (Deutschnational) und G a r n i s cf (Deutsche Volkspartei) zu Vizepräsidenten gewählt.
Präsident Leinert verließt sodann eine Erklärung bei StaatSmin isteriumS, wonach diese» auf Grund der Verfassung nach der Wahl bei neuen Landtage» seinen Aurt?«g all erledigt an« ftebi. Nach der Verfassung und mit Zustimmung bei Hanse» werden die Minister, sowie die parl-men- tarischen Staatssekretäre ihr Amt vorläufig fortfützrtn, bi» das neue Ministerium zusammengetreten ist.
PoMrfche Tagesberichle.
— Das Ende Per Ucherschichtcn im Stithr- bergbau. Die Bcryandlrmge« über die Erneuerung des NeberschichtenabkommenS im Ruhrbergbau sind jetzt endgültig gescheitert. Von Dlontag ab werde« auf den Zechen keine Ucberschichten mehr verfahren. Die gleichzeitig gesührten Verhandlungen über die neuen Lohnforderungen der Bergarbeitervei bände blieben ebenfalls ergebnislos. In dieser Angelegenheit soll bemnätbsi ein Schiedsgericht zusammentrsten.
— Die StekruteuauShebung«»» in «lfatz» Lothringen naben Anlaß zu großer Unzufriedenheit unter der Bevölkerung gegeben. Da der Bedarf an Rekruten sehr erheblich zu sein scheint, wurden die ârzt- l-chcn UntermchungSbestimmungen abgeändert, so daß 90 Proz. aller Militärdienstpflichtigen all diensttauglich erklärt wurden: in Lothringen 80 Proz. Die sozialdemokratischen Blätter erklären, daß sich unter den Tauglichen über 30 Proz. Lungenkrank« bestehen. Außerdem ist von der Untersuchung»kommissio» die Erwartung ausgesprochen, daß der Jahrgang 1921 wahrscheinlich 4—5 Monate früher eingezogen werden dürfte.
— Bürgerlicher Wahlsieg im Freistaat Gotha. Für die Landtagswahlen im Freistaate Gotha, die am 6. März stattfanden, hatten sich alle bürgerlichen Parteien in einen „Heimatbund" genannten Zweckverband zusammengeschlossen, um eine stärkere Stoßkraft gegenüber den Sozialdemokraten und den Kommunisten zu gewinnen. Dieses Bestreben ist von Erfolg gekrönt gewesen. Es erhielten: Heimatbund (Vereinigte bürget« siche Fraktionen) 41 915, Sozialdemokraten 4218, Unabhängige 8307, Kommunisten 24 797. Danach erhalten der Heimatbund 8, die Unabhängigen 2 und die Kommunisten 5 Sitz« i« Parlament