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General-Anzeiger

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Sir. 53

Freitag den 4. März

1921

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Das Ultimatum der AlMerlen.

®ie deulschen Vorschläge abgelehnt. Dis WnlMort Lloyd Georges. Ablauf des drohenden Ultimatums am Montag. Der Weizen der Kom­munisten blüht.

Die große Frager Was nun?

Die Alliierten haben gestern ihre Antwort auf die deutschen Gegenvorschläge, diekeine nähere Prüfung verdienen" erteilt; eine Antwort die nach den vorausgegangenen Aeußerungen von Alllierten-Vertretern und derAlliiertenpreffe nicht mehr überraschen konnte. Diese Antwort war von den Alliierten ins Auge gefaßt worden, noch ehe die Sitzung ihren Anfang genommen und es hätte wahrlich nicht erst der 24 stündigen Beratung bedurft, um sie zu formulieren. Be­reits von vomherein war die ganze Lage außer­ordentlich wenig dazu angetan, eine sachliche Würdigung unseres Angebotes bei den Gegnern ermatten zu lasten. Sie hatten sich in Paris auf eine kompromißliche Fastung ihrer Ansprüche geeinigt, und es war klar, wie Minister Simons noch zuletzt im Reichswirtschaftsrat sagte, daß es. ungeheuer schwer werden müßte, sie von dieser erreichten Einigung zu einer anderen Einigung zu bringen. Die Franzosen, die schon mit dem Pariser Abkommen unzufrieden waren, hatten seitdem immer wieder erklärt, daß sie in London sich auf keine weitere Abänderung, jedenfalls auf keine Herabsetzung ihrer An­sprüche einlasten würden. Und Lloyd George mußte dieser Sinnesart der Verbündeten weit­gehend Rechnung tragen aus politischen Gründen, die wir erst kürzlich an dieser Stelle, gelegent. lich «kner Warnung vor Jllufionspolitik erörtert

als wir schrieben:Die brittsche Politik ?o«Msu, Latz sie zwei Megen mu en^MMj schlägt, nämlich die Niederhaltung Deutschlands durch die Franzosen in Permanenz und die Ausschaltung der französischen Politik in Ueber- see." Die Alliierten haben mit der geradezu frivolen Ablehnung unserer Vorschläge, die doch wahrhaftig die Grenze unserer Leistungsfähigkeit darstellen, ja unseres Erachten« nach sogar weit über unsere Kraft hinausgehen, bewiesen, daß es ihnen ja gar nicht ernstlich darum zu tun ist, mit den Deutschen eine Einigung herbeizu­führen, sondem daß ihre Politik auf bie wirtschaftliche und politische Zer­trümmerung de» deutschen Reiche» hinausläuft. Und wenn Lloyd George in seiner gestern ge­haltenen Rede das Gegenteil versichert, so ist das nichts weiter als eine unverschämte Heuchelei, auf die das deutsche Volk die rechte Antwott zu geben wisten wird. Die Alliierten haben anstatt sachlich' mit uns zu verhandeln, ein Ultimatum gestellt, das eine Reihe Drohungen enthält, Drohungen die auf Verwirklichung der bereits von der Ententepreffe angekündiglen iniätärischen und wirtschaftlichen Zwangsmaß­nahmen hinauslaufen, wenn wir unseren Sinn nicht ändern und das Pariser Abkommen an- .nehmen. Die ganze Antwort ist so recht auf bie psych. logische Einwirkung auf unser Volk einge­stellt, mit der man letzteres seelisch zu zermürben gedenkt. Es ist eine schwere Nervenprobe, die unserem Volke gestellt wird, doch wir zweifeln nicht daran, daß es sie bestehen wird, angesichts des Grundsatzes: Wir wollen gewiß Entschädi­gungen bis an die Grenze des Möglichen leisten, tvlr wollen aber keine Verpflichtungen auf uns nehmen und unterschreiben, bie über diese Gren­zen hinausgehen und für die uns unsere Kinder und Enkel einst verdammen würden. Wir lassen uns auch nicht vor ein Entweder Oder stellen. Deutschland ist bereit, sich den Ertrag seiner âdeit durch die Entente schmälern zu lassen; aber Deutschland ist auch durch bie ewigen Drohungen und Rechtsbrüche abgestumpft und überzeugt, daß Zuges: ändnifse, Nach geben, Will- fhrigkeit nur die Maßlosigkeit und die rachsüch- N..,..^raiedrigungssucht Frankreichs reizen. âUflarisch können wir, weil waffenlos, verg«- waitrzt und materiell zu Grund« gerichtet wer- en; aber moralisch lassen wir uns nicht mehr ^ugewaltigen. Das deutsche Wort muß wieder Geltung in der Welt zurückerhalten.

Deshalb fordern wir von der deutschen Delegation, daß sie festbleibt. Wir sind Jz. ln ber Lage, über unsere geniachten Vor- ^e hinauszugehen, bie das äußerst« «nthal- verantwortliche Männer ber deutschen Zutrauen zu können glauben eine , . die erzwungen werden müßte, ist diycholo-gischer Notwendigkeit unerreichbar. lodern von unserer Volksvertretung, daß p^vverzüglich bas Wort ergreift und in aller k zu der an gekündigten Vergewalti- deutschen Volkes Stellung nimmt und öleib ^ - ^s Volkes kundgibt: »Fest zu

Daß die in der Alliiertenantwort anzekun- digten Zwangsmaßnahmen auf eine offenkundig« Vergewaltigung hinauslaufen. geht daraus her­vor, daß eine rechtliche Grundlage für eine so­fortige Anwendung von Zwangsmaßnahmen überhaupt nicht vorhanden ist. Die wahre Sach­lage stellt sich tatsächlich wie folgt dar: Dr. Si­mons hat in unserem Namen formell die Pariser Vorschläge abgelehnt; bk Alliierten haben da­raufhin unsere Gegenvorschläge abgelehnt. Da­mit ziehen wir uns auf den Wortlaut des Frie­densvertrages zurück, demzufolge bk Repara­tionskommission gehalten ist, bis zum 1. Mai von sich aus die Entschädigungssumme sestzufetzen. Erft wenn wir auch diese ablehnen, hat die En­tente zu entscheiden, ob sie zur Gewalt greifen will oder nicht. Die Alliierten haben also ab­solut kein Recht, die angekündigten Zwangsmaßnahmen zu verwirk­lichen; tun sie es, gut, dann gesellen sie dem Gewaltdiktat, das der Versailler Vertrag dar­stellt, eine neue Vergewaltigung bei, die dann hoffentlich auch die Augen des übrigen Auslan­des öffnen wird.

Die Rebe Lloyd Georges

Die Rede Lloyd Georges in der gestrigen Sitzung der Konferenz hat folgenden Wortlaut:

Herr Dr. Simons und meine Herrènl Meine

Kollegen von der britisch Regierungen haben mich .

tert und den alliierten ersucht, in ihrem Na-

Lr, Simons am

Dienstag gehalten hat, und zu dem Schriftstück, das er anschließend überreichte, zu äußern. Die alliierten Regierungen sind der Ansicht, daß die von Dr. Simons namens der deutschen Rezie- runH gemachten Darlegungen eine ausge­sprochene Herausforderung gegen­über den grundlegenden Bedin­gungen des Versailler Friedens-

Vertrags darstellen u. daß sie dementsprechend behandelt werden müßten. Die Pariser Vor­schläge haben, der Linie von Boulogne und Brüs­sel folgend, eine wesentliche Erleichterung der Gesamtforöerung des Vertrages sowohl hinsicht­lich der Entwaffnung als auch der Reparation gebracht. Diese Vorschläge sind in nachgiebigem Geiste gemacht worden, um eine freundschaftlich« Regelung mir Deutschland herbeizuführen. Die Gegenvorschläge spotten des Vei- t r a g e s. Die Alliierten kommen zu diesem Schluff«, nicht nur aus dem Charakter dieser Gegenvorschläge selbst heraus, sondern auch au Grund der Kenntnisse der Reden, die Dr. Si­mons in Deutschland auf die Pariser Vorschläge hin gehalten hat und auf Grund der Unter­stützung, die diesen Reden in der deutschen PreM und im Reichstag zuteil geworden sind. Eine der ernstesten Feststellungen, die er machte, nw in der wenn ich mich recht erinnere in Stuttgart gehaltenen Rede enthalten, wo er die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg zurück­wies. Diese Zurückweisung fand in ganz Deutsch­land Beifall und kann daher als Kennzeichen der wahren Haltung Deutschlands dem Friedensper- trage gegenüber angesehen werden. Für die Alliierten ist die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg grundlegend. Sie ist die Basis, auf der das Gebäude des Vertrages errichtet worden .st, und wenn diese Anerkennung verweigert oder aufgegeben wird, ist der Pertrag hinfällig. Die Alliierten fühlen daher, daß sie die Tatsache in Rechnung ziehen müssen, daß die deutsche Regie­rung mit offenbarer Unterstützung der deutschen öffentlichen Meinung di« eigentliche Grund­lage des Vertrages von Versailles a n f i ch t. Die Vorschläge, die durch Dr. Si­mons gemacht worden sind, sind einfach die not­wendige. Folgerung aus dieser neuen Haltung. Wenn Deutschland in dieser Gemütsverfassung n seine Verpflichtungen heran geht, sind solche Vorschläge unvermeidlich. Wir wünschen deshalb ein für allemal ganz klar auszuspreân, daß die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg als cause jugée behandelt wird. Der Vertrags von Frankfurt im Jahre 1871 wurde auf die Annahme gegründet, daß Frank­reich im Unrecht war. Infolgedessen hat Deutsch­land nicht nur Reparationen verlangt, sondern auch die Zahlung der gesamten Kriegskosten durch Frankreich. Deutschland würde niemals Frank­reich gestatten, jenes Urteil anrufechten, und wir müssen darauf bestehen, daß das Urteil des jc^t vergangenen Krieges, das sich auf die erklärte Zustimmung fast der gesamten zivUilierten Welt ftüben konnte, respektiert wird. Bis Deutschland

Ländern als eine Folge der Handlung der kaiser­lichen Regierung im August 1914 angeridjtct worden ist. (Die Schuldfrage spielt überall bie Hauptrolle. Deshalb endlich los von ihr! D. Red.) Im Hinblick auf die nicht abzu­schätzende Wichtigkeit, zu einer wirklichen Ver­ständigung zu kommen, hatte ich es für wesent­lich, daß die deutsche Oeffentlichkeit über den Charakter und die Ausdehnung der angerichteten Verwüstungen unterrichtet wird. Ich kann nicht umhin, zu glauben, daß sie, wenn sie sich ihrer gewußt wi.d, sie ihre Sinnesart ändern wird.

Sie sieht unter dem Eindruck, daß ihr bie Alliier- ten Geld über ihren Bedarf hinaus zu entwinden 'uchcn, und ich bin völlig sicher, daß sie nicht bie eisest« Kenntnis hat von ber Ausdehnung der Verwüstungen, die durch den Krieg in den alliier­ten Ländern verursacht worden sind. Ich will einige Zahlen anführeü, die die Ausdehnung der verursachten Schäden an geben. In Frankreich nb fast 21 000 Fabriken zerstört worden. Die Bergwerk« in Nordsrankreich sind zerstört worden und man wird 10 Jabre ober mehr brauchen, sie wiederherzustellen. Sämtliche Fabriken der Metallindustrie, der elektrischen und der Maschi­nenindustri« sind völlig nernirfitet. 4000 Textil­fabrik«», 4000 Nahrungsmittelfabriken sind zer-j

diese Lage der Dinge annimmt, wird diese Kon­ferenz vergeblich sein. Die genaue Prüfung der in Deutschland gehaltenen Reden und der in der deutschen Presse erscheinenden Artikel hat mich wider Wilen, sehr wider Willen, zu dem Schluß getrieben, daß Deutschland nicht im geringsten den wahren Charakter der an dies gerichteten Forderungen erfaßt. Ich verfolge dies sehr ge­nau. Die deutsche Bevölkerung steht unter dem Eindruck, daß unsere Forderungen eine uner­trägliche Bedrückung darstellen und bestimmt sind, ihr großes Land zu zerstören und ihr großes Volk zu versklaven. Lassen Sie mich von vorn­herein sagen, daß wir ein freies, zufriedenes und gedeihendes Deutschland als mefentlb* für di« Zivilisation ansehen (? D. Red.) und daß wir, ein unzufriedenes und versklavtes Deutschland für «in« Bedrohung und Last für die europäisch« Zivilisation ansehen. Wir haben nicht den Wunsch, Deutschland zu unterdrücken. Wir haben auch nicht den Wunsch, dem deutschen Volke Knechtschaft aufzuerlegen. Wir fordern einfach, daß Deutschland seine Verpflichtungen einlös«, die es zur Reparation von den Schäden auf sich genommen hat, die durch den Krieg verursacht sind und für dessen Herausforderung seine kaiserliche Regierung verantwortlich war. Im Frankfurter Vertrag legte Deutschland den Grundsatz fest und handelte danach, daß die Na­tion, welche für die Herausforderung zu dem Kriege verantwortlich war, die Kosten des Krie­ges zu zahlen hätte. Wir verlangen nicht di« Kosten des Krieges, nicht einen Groschen. Wir gehen nicht soweit, wie der Grundsatz des Frank­furter Vertrages. Die Kriegskosten der alliierten Länder insgesamt sind so ungeheuer, daß es ganz unmöglich sein würd«, von irgend einem Lande, von irgend einem einzelnen Lande, ihre Tragung zu verlangen. Das vergegenwärtigen wir uns in her â«Mp

wärtigen. Wir alle stöhnen unter der Last von Steuern, zur Bezahlung von Schulden, die wir

stört oder ihrer Einrichtungen beraubt worden, die entweder nach Deutschland verbracht ober an Ort und Stell« zerstört worden sind. 1659 Ge­meinden und Flecken sind vollkommen zerstört worden. Von 707 Flecken sind % zerstört worden. Von 1656 Gemeinden sind wenigstens 50 Proz. zerstört. 319 269 Häuser sind völlig und 313 675 Häuser teilweise zerstört worden. Das macht 630 000 Häuser entweder völlig oder teilweise zerstört. 20 603 Fabriken sind zerstört worden. 28 000 Km. Eisenbahn, fast 5000 Brücken, 520 000 Km. Straßen 3 800 000 Hektar Land mussten in ihren früheren Zustand wiederherg«- stellt werden, davon 1740 000 Hektar bebautes Land. Die Verringerung der gesamten Kohlen­förderung Frankreichs beträgt 50 Proz. 21 Mil­lionen statt 42 Millionen. Dies« Ziffern als Minimum. Ich habe bie zerstörten Gebiete ziem­lich von einem Ende zum anderen durchreist und es ist geradezu entsetzlich. Der Boden selbst ist umgewühlt und zerstört. Ein gutes Teil dieser Zerstörungen wurde durch Beschießungen und Kriegshandlungen herbeitgeführt. (Selbstver­ständlich auch durch die Franzosen und Englän­der. D. Red.) Abt? ein unglaublicher Betrag von Schaden wurde mit Vorbedacht herbeigeführt in der Absicht, wesentlich« Produktionsmittel zu erftüren. Dies gilt sowohl für Frankreich wie für Belgien. Nach den Worten des Generals Vissing auf der ersten Versammlung ber deut­schen wirtschaftlichen Mission für Belgien am 19. Juli 1915 war das Ziel, daß Belgiens sich erholende Industrie der deutschen Industrie kei­nen Abbruch tue. Es wurden deshalb große Fa­briken mutwillig zerstört, bie Maichinenomrich- tnngen zerschlagen, manchmal wesentlich« kom- vliziert« T«'le des Mechanismus entfernt, deren Wiederersetzung lang« Zeit dauern würde, Brücken, feste Fundamente und Hochöfen bur& und durch Exvloüvn? gas zer­stört, um die fran-Sstschen und belgischen Indu­strien zu verkrüppeln und es ihnen unmöosich zu machen, mit der deutschen Industrie nach Krieos- enbe, in Wettbewerb zu treten. Ich kann der deutschen Delegation mit einer oroßen Zahl der­artiger Fälle dienen. Es ist eine sehr umkang- r«i<b« Gattung von Fällen vorhanden, in denen Maschinen und Einrichtungen abgebrochen wur­den. um Deutschland mit Metall zu versorgen.

Lloyd George setzte seine Schilderungen über die Vernichtungen und Zerstörungen in den Mitteten Ländern, insbesondere in Frankreich, fort. Die Alliierten waren durchaus bereit oewescu, bi? deutscher­seits vorgebra'tten Einwände gegen die Dariser Be- 'chlüsie mit vollem Ernst zu vrüken, wenn Deutschland mm Beispiel eine Verkürzung der Zablunassrist von 42 Jabren gefordert oder anstelle der ILprozentigeu Ausfiihrstener eine seinen Bedürfnissen besser ent- chrechcnde, o^er gleichwertige Maßnabnie vorgeschlagen hättt. Darüber hätte.gcwrochen werden können. Dem­gegenüber müsse er aber feststellen, daß die d e u t s ch e n Vorschläge als Grundlage einer Besprechung oder Prüfung nicht geeignet seien. I» Gegenteil feien sie eine Beleidigung und Herans- soroernna der Alliierten. Berücksichtige man, daß Deut'ckland im Ädrigen schon in vielfacher Hinsicht den Friedensvertraa von Versailles verletzt habe, so müsse man zu der Folgerung kommen, daß die deutsche Regierung ihrer Verpflichtung nicht nachlommen wolle

eingegangen sind, um uns in diesem Kriege zu verteidigen. Sie sämtlich einem Lande aufzu- bürben, darüber sind wir uns völlig klar, würde ein unmöglicher Vorschlag sein. Wir haben da­her mit Bedacht im Versailler Vertrage von Deutschland nicht verlangt, eine einzige Papier­mark für die Kosten zu bezahlen, die die alliierten Länder bei ihrer Verteidigung in diesem Kriege auf sich genommen haben. Was haben wir denn von Deutschland verlangt? Ich meine, es ist wichtig, daß bie deutsche Okffentlichkeit durchaus den Charakter unserer Forderung versteht, denn ich bin sicher, daß sie sie nicht richtig einschätzt Wir _ haben einfach darauf bestanden, da Deutschland Reparation leisten soll im Hinblic auf die Lasten, die jedem unserer Länder durc Schaden an Leib und Leben ber Einwohner auf erlegt worden sind. Wir haben nicht mehr ver- lanat, wi' können nicht weniger, verlangen. Es handelt sich nicht um eingebildet« Uebel, sondern um Unbilben, deren Reparation in diesem Augenblick den Hilfsquellen ber alliierten Länder eine erdrückende Last auferlegt. Nehmen Sie Frankreich: Frankreich muß sich dieses Jahr in seinem Budget auf eine Ausgabe von 12 Milliar­den zur Wiederherstellung seiner verwüsteten Ge­biete einrichien Dies ist unabhängig von der gigantischen Summe, bie es für Pensionen vor­sehen muß. _ Dr« Regelung wird Jahr für Jahr für mindestens 1U Jahre getroffen werden müssen. Was für eine Last gibt es im deutschen Budget, dre hiermit zu vergleichen wäre? Ich bin gewiß, daß das deutsche Volk keine Ahnung von der Verwüstung hat, die in den alliierten

ober, waS noch schlimmer sein würde, nicht die Kraft habe, ihren Willen diirchzusetzen.

Das Ullimalum.

Angesichts dieser Sachlache habe er namens der Alliierten die deutsche Regierung auf- rufordern, bis Montag mittag 1 Uhr Mit- teilung zu mache«, ob sie die Pariser Ve- schlâffe annchme oder die Vorschlâg« zu UHierbrciteH, die eine gleichwertige Aus- sühruttg der aus bem FriedenSvertrag Deutschland obliegenden Berpsiichiungcu sichern könnte. Andernfalls würde

1. Duisburg -Ruhrort und Düsseldorf so­fort besetzt werde«,

2. die Alliiert»« von ihren Parlamenten die Genehmigung einholen, von jeder ZaH- lung für Waren auS deutschen Lieferungen einen Abzug für Sèeparationszwccke «iuzu- bchalten,

3. die an der Westgreirze eingehenden Zolleittuahmen unter Aufrcchterhattu«»g deS deutschen Tarifs zu beschlagnahmen und eine neue Zollgrenze am Rhein zu errichte«, an welcher nach Fesisetzungen der inter- aviirrten Rhcinlandskoittmifsio» Export« und Importzölle erhoben werden würden. Etwaige AbänScruugen der Pariser Bedin­gungen dürfen nur i» der Art der Zah­lung-» angewendet werden, wie etwa in der Herabsetzung der Jahreszahlungen von 42 auf 30 Jahre.

(Bericht über den Verlauf ber Sitzung siehe Seite 4.)