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General-Anzeiger
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Ferniorechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.
Nr. 51
Mittwoch den 2. Mörz
1921
Die Londoner Berhanölungen.
Aer erste Eindruck „ungünstig“. — Die deutschen Gegenvorschläge undlskutierbar? — Beratung der Zwangsmatznahmen.
Die Eröffnungssitzung.
V (Spezialbericht.)
Ein selten schöner Frühlingstag war an diesem 1. März morgens über London ausgegangen, an dem die erste Sitzung der Konferenz stattfinden sollte. Einig« Neugierige und viele Journalisten. Photographen und Kinooperateure drängten sich vor dem Lancasterhouse, d-as unmittelbar neben dem St. Jamespalast liegt, zusammen. Aber eine noch viel größere Anzahl von Neugierigen stand vor dem St. Jamespalast selbst, wo um 11 Uhr ein Lerer des Königs stattfinden sollt« und vor dem die Slaatskarossen unaufhörlich vorrolltcn. Es war kurz nach 11 >* Uhr, als die deutsche Delegation die vor dem Cavoyenhotel stehenden Automobile bestieg/ um sich nach dem Lancasterhouse zu begeben. Hier waren unter besten als erste die Italiener unter der Führung des Grafen Sforza im Automobil eingetroffen. Ihnen folgten unmittelbar die Belgier mit Jaspar und Theuns, die von den anwesenden Belgiern mit Hochrusen empfangen wurden. Ihnen folgten die französischen Sachverständigen und im nächsten Automobil Briand und Loucheur. Gleich darauf der französische Botschafter irk Berlin Laurent. Als nächste kamen die Deutschen und kurz vor 1512 Uhr erschien Lloyd George zu Fuß, elastisch und erfrischt ausgehend. mit lauten Hurras begrüßt und freund- M nach allen Seiten dankend. Es war X' 12 Uhr. Die Sitzung hatte ihren AnjMg tseuotvä. Li. dem mit wundervollem Brokat ausg«siatteten Eßzimmer stehen in Hufeisenform Tische, an denen die Alliierten ihre Plätze haben, Lloyd George in der Mitte als Präsident, ihm zur rechten Lord Curzon, Chamberlain und der englische Botschafter in Berlin Lord d'Abornon, auf seiner linken Seite, Briand,-Loucheur, Berthelot und der französische Botschafter in Berlin Laurent, auf der rechten Seite der Engländer die italienische Delegation, sodann die japanische. Links von den Franzosen die Belgier. Im inneren des Hufeisens stehen rechts und links zwei kleine Tische, an denen bie Dolmetscher sitzen, und an der offenen Seite des Hufeisens befindet fick der Tisch der deutschen Delegation. In der Mitte sitzt Re I ch s m i n i st er Dr. Simons, ihm zur rechten die Ministerialdirektoren v. Simson, ^suirc und Lewald, zur Linken die Staatssekretär« Bergmann, Schröder und der etwas später kommende «ythamcr, der dem Empfang in St. Jamespalast beigewohnt hatte. Als L^"h Gc- org« erschien, begrüßte er sofort die deutsch« Delegation in freundlicher Weise, schüttelte Dr. Simons die Hand und fragte nach dem Verlauf der Reise, die hoffentlich anoenebm von statten gegangen sei. Er begab sich sodann nach seinem Platz, ebenso die übrigen Delegs^-^n, Lord Cur- mit dem Band des Hosenbandordens geschmückt und .zahlreiche Orden an der Brust.
Lloyd George eröffnete die Sitzung, indem er darauf hinwies, daß schon die Konferenz von Spa bewiesen habe, wie nützlich von Zeit zu Zeit die persönliche Aussprache der leb ‘Cncen Staatsmänner über die einzelnen Klau- lein des Friedensvertrages von Versailles sei. machte den Vorschlag, sich heute zunächst mit ™ 8 * der Reparationen zu be- r* t ^ Reichsminister Dr. Simons erklärte damit einverstanden und Lloyd George bat darauf up bie Antwort der deutschen Regierung ^ um ihr« Stellungnahme zu den Pariser Ve- ^tuffen in der Reparationsfrage. Der Reichs- mmis«r des Aeußern ergriff sofort das Wort und
B keinen Zweifel daran, daß die deutsche Re- grerunz die Pariser Beschlüsse in der Form, in rV ^Vorlagen, für undurchführbar halte. Dies ^ .länger in zwei Denkschriften deren eine von den deutschen â'<7p^„dig->u stamme und die wi-t^oftlicben ^"u"L-n der Pariser Be'chlüsse be- Zndele, während die andere vom Fi- Mlm^rium die finanziere Seite Le- $A ®r werde die beiden Denkschriften im „s.^'^ ,r Tage dem Generalsekretariat über- gâ^, '^- Er ging dann aus die positiven vi?,..^^lchläee ein, die er in längerer Rede ne«^r Cm®^ Alliierten hörten den Ai'Ssührun- ^® Re:chsministers des Aeußern nicht ohne rach sz^ $ Wiederholt fragte Lloyd George zurück, worauf besonders der hi» £ , ^w Premierminister Auskunft gab. kinr/o. ut^: Sprache genau kennt. Am Ende kjwi,„,^u^führung«n fragte Reichsmin-^er Dr.
W-tHUjDeytf^ Eeaenvorlchläae bei«
zu einer um 10 Uhr vormittag» stattfiiidcnden Sitzung berufen, in der eine Liste sämtlicher Verfehlungen gegen den Versailler Vertrag, soweit sie bisher festgc- stellt seien, und zwar au« allen Gebieten (Militär». Wirtschaft-, Finanz- und Iustizwesen) ausgestellt wer- beu sollen. Dieser Schriftstück werde de» Alliierten zur Grundlage dienen bei der Annahme der in» Auge gefaßten VergektuiigS-Maßnahinen «ngesicht» der schlechten Willen» DentschlaidS, von dem «»jetztdurch die Unzulänglichkeit Jeine» Angebote» wieder einen klaren Scroti« geliefert habe.
Die vorgesehenen Maßnahmen umfaßten besonder» einen Teil der deutschen Zölle und die Beschlagnahme der Einkünfte in-den besetzten rheinischen Gebieten und die Organisation eine» besonderen Zollsystem«, da« diese Gebiete in wirtschaft- kicher Hinsicht von dem übrigen Deutschland trennen würden, und schließlich bie Besetzung der Kohlenhäfen. Der juristische Beirat im fnuijöüfdjcn Ministerium des Aeußern Tormgeat^ wird erwartet.
Die deuischen Gegenvorschläge. 50 Milliarden Gesamlenlschädigung.
Die deutschen Gegenvorschläge haben folgenden Wortlaut:
Die Pariser Beschlüsse der Alliierten vom 29. Januar W21 sind, wie in den überreichten Denkschriften ausgeführt, wirtschaftlich und finanziell unerfüllbar. Deutschland ist jedoch bereit, bei seinen Gegenvorschlägen bis an die Grenze der Möglichkeiten zu gehen, die sich bieten würden, wenn seine Leistunasfähigkeit sich in Zukunst wesentlich bessern wird. In dieser Hoffnung hält die deutsche Regierung die Aufstellung eines
Zahlungsplanes
auf folgender Grundlage für möglich:
a) Der Jetztwert der von alliierter Seite geforderten 42 Annuitäten beträgt bei der Deutschland angebotenen Rückdiskontierung der Annuitäten mit 8 Pro-ent jährlich etwas über 50 Mil- liardsn Goldmark.
Eine ähnliche Ziffer ist auch in Aeußerungen der alliierten Presse wiederholt genannt worden. Auf diese rund 50 Milliarden Mark sind bie gesamten bisherigen Leistungen Deutschlands auf Grund des Friedensvertrages, soweit sie auf Reparationskonio gutwfdire^en sind, in Anrechnung zu bringen. Ein geringerer Abzug für die Vorleistungen würde auch G«samixiblun"en bedingen, welche über das hinausgehen, was als zukünftige dsut'ch« Leistungsfähigkeit verständi- gerweise erwartet werden kann. Es wä"« zweckmäßig, wenn eme besondere gemischte Sachver- ständigenkommifßon den Wert der m ■ *»^«««rcn baldmöc-lichst feftffeüen würde. Durch den Abzug des Wertes der Vorleistungen für den oben angegebenen Jetztwert der in den Variier Beschlüssen f« forderten Annuitäten ergibt sich der Ge- 'amtbetrag der von Denilchl^nd noch zu leistenden Zahlmigen. D'e^cr B-"trah soll im Weg« internationoTcr Anleibe beschafft werden. Da es jedoch nicht möglich sein wird, den gesamten Betrag ober auch nur den größeren Teil desselben in nächster Zukunft durch eine einheitliche international« An^eche aufzubringen,, wird zunächst eine Teilmobilisterung anzustreben sein.
Zu diesem Zweck schlägt Deutschland nor, eine Anleihe in möglichst großem Umfange, etwa bis 8 Milliarden 'h oldmark, aus zu geben, welche möglichst auf allen internationalen Finanwlätzcn tiir Zeichnung gelangen und in allen Emissians- ländern von Steuern jeder Art befreit sein soll. Der Zinsfuß der Anleihe soll möglichst niedrig 'iehakten werden, bie Tilgung mit 1 bis 1'/, Prozent nach fünf Iaßren einsetzen. Deutschland ist bereit, für den Dienff der Anleihe den An- leißegläubigern die nötige Sicherheit zu gewähren. Abgesehen von dem Dienst der Anleihe übernimmt Deutschland für die nächsten fünf Jahre b i $ Zahlung einer Annuität von je 1 Milliarde Goldmark. Diese Annuitäten sollen in erster Linie durch Sachleistungen au?= gelebt werden. Hierfür soll nach Möglichkeit der freie Verkehr zwischen deutschen Lieferanten und alliierten Bestellern eingeführt werden. Deutschland erklärt ferner erneut seine Bereitwilligkeit. durch Arbeit bei dem Wiederaufbau der z è rst orten Gebiete in i t z u w i r k e n. Auch diese Leistungen sind auf die Annuitäten zu verrechnen. Der Betrag der deutschen Neparationsschuld, der nicht sogleich durch die internationale Anleihe oder anderweitig gedeckt ist, wird mit 5 Prozent verzinst. Gegen diese Zinsen kommen bis 1. Mai 1926 die oben erwähnten Annuitäten von je 1 Milliarde Goldmark in Anrechnung. Der Zinsbetrag, welcher hiernach etwa noch ungedeckt
lefen solle. Lloyd Georg« erklärte, wenn die deutsche Regierung Wert darauf lege, so sei er mit der Verlesung selbstverständlich einverstanden. Er bitte jedoch um schriftliche Uebergabe. Dr. Simons versprach diese und Lloyd George fügte noch hinzu, er wolle unverhohlen ausspre- chen, daß nach Ansicht der Alliierten die Vorschläge auf einer völligen Verkennung ber augenblicklichen Lage beruhten. Sie bildeten zur Besprechung oder Prüfung keine geeignete Grundlage. Die Alliierten würden aber am Nachmittag untereinander beraten und den Deutschen morgen eine Antwort überreichen. Hierauf wurde die Sitzung kurz vor 1 Uhr geschloßen.
So fällt in den nächsiG 24 Stunden die Entscheidung über das Schicksal der Konferenz. Die deutschen Gegenvorschläge, die beim Erscheinen dieser Zeilen bereits in die ganzè Welt hinaus- gegangen sind, werden sicherlich auch in der deutschen Öffentlichkeit durch ihre Höhe Erstaunen hervorrufen. Sie stellen nur — das steht fest — die äußerst« Grenze dessen dar, was wirklich ein verantwortungsvoller Politiker mit seiner Unterschrift decken kann. Daran kann auch der wütende Pressefeldzug, der zweifellos in der Presse der Alliierten losziehen wird, nicht das Geringste ändern. Immerhin erfahre ich aus Kreisen der deutschen Delegation, daß
die Lage ernst
ist. Daran läßt bie Aeußerung von Lloyd Ge-
Aber die Deutschen können die Entscheidung der Alliierten mit Ruhe und gutem Gewißen erwarten. Entschlossen, die Schäden des Krieges durch Arbeit des ganzen Volkes bis zur Grenze des Möglichen wieder zutrumachen. entschloßen, unter Entbehrung das Gleigewicht der Weltwirtschaft wiederherzustellen, an dem das Schicksal und die Zukunft der Alliierten nicht minder wie di« Deutschlands hängt, erwarten sie die für morgen angefetzte Entscheidung.
Die deulscken Geaenvorfchlüge undiskulierbar.
Lloyd George Äberrafcht und ungehalten.
Paris, 1. März. Hovas meldet aus London: Die Kon erenz hörte ben^e morgen die Darlegnngen der ventschon Detonation an, hb anberdem' den Tert dor von den deutschen Tatzverständieien ansgearbeiteten kyeaenvoricklâqè Mlerte. Dr. Simon« bietet bie Zahlung von 50 Milliarden Goldmark zum aegen- märtigen Kur'e an. Hierauf sind, wie die deutsch' Mennfiott bebanvtzet, bereits 20 Milliarden in Forni von Nnchrstattmigei! pemllt Deutschland will den Mebrbetrae, also 30 Milliarden. in dreißia Satiren mblen unter ber Bedinannz. baü eine iut-rnatiouale Rnl'ibe ansaeaebèn wird und das; nach fünf labten ein T'inanzablonmicn abuelchlossen wird. Llopd Èeorae rrOärfe, baü biete Bor-chläge von vollständiger Ber- keunuiig der Laar zeugten und daß, falls der Jn- balt der Borichläge den im einzelnen von Dr. Simons biorüder abgegebenen Er liningen entspreche, b'.c Vorschläge weder eine Prüsiin« noch einer Erörterung verdienten. Die-Alliierten werden beute naefnnittai um vier 11fir zusänuneutreten Und zweisellos morgen ihre Antwort der deutschen Delegation bekanntqcben. Lloyd Gcorac ewpfabl den Sachverständigen der Alliiertem bie militärischen Sachverständigen uns viar'chall Foch miteü, besessen sich in ihren Hotels bereitzu takten, um einer Aufforderung des Vorsitzenden der Konferenz sofort u olge leisten zu können.
Lkoyd George, der ,n V^iiin der Sitzung die bcutid-en Dekegserteil sehr höflich ewpmngen hatte, zeigte sich am Ende der L-iyiing mit ihrer H ltung fel r unzufrieden. Er erklärte gegenüber einem andern Delegierten : „ff-8 ist Zeit, die Gianna adzu- brechen, sonst kommt es noch darauf hinaus, tast wir b è n DcIIIschcil Geld sch uldjg sind!
London, 2. März. Ter Sonderberichterstatter der Havas-Agentnr meldet:
Tas hauptsächlichste Ereignis der gestrigen N a ch- in i t t a g ssitzuiig ist die eiiistiminig getroffene Em- schcidiiiig der Alliierten die deutschen Delegierten nicht wehr liber ihre Vorschläge aiizul öre», bie in voller Uebereinstimmung nicht nur als unannehmbar, sondern ayd) als nndiskiit erbar bezeichnet werden. Lloyd George fei überrascht und fast ungehalten über den mangelhaften Willen und biè böswillige Absicht, die in dem Erposö von Tr. CiiiionS zutage trete. Alle aiiberii 'Alliielüenvkrtrcter, wie Vriand, TdenniS und Jafpe hätten erklärt, daß sie diele AusiHt teilten. Unter diesen Um" Silben bauten die Alliierten-Telegationeii besonders den deutschen-^Vorschlägen gegenüber nichts weiter zu besprechen. Sie werden beute eine Antwori uoi bereiten, die ber deut'chen Abordnung am Donncrir- tag übermittelt werden soll. Zu diesem Zwecke würden bic.mili&iifbcn und iuriiiiitben Sachverständiaen
bleibt, wird am 1. Mai 1926 ohne Berechnung von Zinseszinsen der Kapitalschuld zugeschlagen. Die weiteren Abmachungen über die Finanzierung der Nestschuld Deutschlands, insbesondere auch über die Tilguna, welche nicht vor dem 1. Mai 1926 beginnen soll, bleiben vorbehalten. Sobald als möglich sollen weitere Teilbeträge im Wege der internationalen Anleihe ausgegeben werden.
b) Es wird angenommen, daß bie in den Variier Beschlüssen vorgesehene 12proz«ntige Abgabe von der deutschen Ausfuhr eine Beteiligung der Alliierten an einer in Zukunft zy erwartenden Besserung der wirtschaftlichen Lagè Deut'chlands bezweckt. Der Grundgedankß einer Beteiligung der Alliierten«» einer wirtschaftlichen Vefferung Deutschlands wird anerkannt. Diesel Gedanke hat jedoch schon dadurch weitgehend« Berücksichtigung gesunden, daß die vorstehenden Vorschläge sich nicht auf die jetzige Leistmigs. fähigkeit Deutschlands gründen, sondern eini vernünfti ie Einschätzung der Zukunft in Rechnung stellen.
e) Alle noch nicht erfüllten sinanziellen und Lie-erunasverpflichtungen Deutschlands aus Teil vni Abschnitt 1 nebst Anlage und Teil 1X des Vertrages von Versailles sind als abgegoltetz anzu^ehen. Das Gleiche gilt von der Hergab« des Erlöses für zerstörtes KriegegcrLt (Artikel 169) und von der sich aus Teil X ergebenden Deroflich'ung Deutschlands, die Liquidation und Zurückhaltung des in den alliierten Ländern befindlichen deutschen Privaioermögens zu dulden. Unberührt bleibt die Verpflichmng Deutchlands zur Restitution aus Artikel 238 d. Es besteht Einverständnis darüber, daß die Voraussetzung des Artikels 1431 des Vertrages von Versailles als einge- treten gut, sobald der gesamte zu a festgesetzt Betrag bezahlt ist. Voraussetzung sät die vorstehenden Vorschläge ist «, daß die Ab- stimmung in Oberschlesien zu Eun» sten Deutschlands ausfällt und dem. gemäß Oberfchlefien bei Deutschland belassen wird; b, daß die Hemmungen des Wellwirtschafts« verkebrs beseitigt werden und ein Svstem wirtschaftlicherFreiheitundEleich. berechtigung durchgeführt wird.
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Bei her ersten Betrachtung her dcu'schen Eegenvor» 'ch'äac wird ber Unterschied zwvchcn den von den Gegnern verlrnoten 226 Milliarden und den von uns amicbotene» 5'1 Milliarden sebr erheblich erscheinen. Demgegenüber weist» wir barair bin, daß diese 50 Mibiarden ourdi Nückoiskontierung de« großen BetraaeS von 226 Milliarden errechnet sind, der mit 8 Prozent verzinst werden sollte. Es handelt sich dabei um eme sehr komplizierr« atentcÉrediHung. bereit genaues Ergebni« 5'1,29 Milliarden beträgt. Daß wir auf diese 50 Milliarden unsere bisherigen Leiflunaen, bereit Gesamt- fimime von uns auf über 20 Milliarden an« gegeben wird, diè aber im einzelnen noch genau eftyiftenen ist, anredmen. ist felbftoerriäMbliä. Die 226 Milliarden sollten bekanntlich in Annuitäten be» ablt rocrbcu. während die 5 > Milliarden sich all Gelamt umme barsten cu, bei der bie 5prozentige Ler» ziuiung noch besonders hiuzuzurcchnen ist
(Die Denkschrift des Reichsfinanzminiftcriums siehe Seite 4.)
PoMffche Tagesberichle.
— Nin« ?lKfciheberffd)rift. Nt'ckrsinanz« minister Dr. Wirtb legte dem SleidiStag eine Niileiht- benhdnift für 1920 vor. Nach ber vorjährigen Tenkschri t, bie tue bi? Ende September 1919 begebenen Anleihen sowie die auf Grund ter Anleihe- gcistvc geleisteten und bis zum Abschluß des Verrech« nuNgS-abres 1918 eudgült g verrechneten Ausgaben lunsaßte, belief sich der Gesamtbetrag der Auleih«- trebue auf 178 828 902 026 Mark. Diese Summ« erhöhte sich auf Grund der einzelnen Eesttze auS den Jahren 191 । und 1920 biS zum Betrage von 253 798 316 284 Mark, ermäßigte sich jedoch durch Er> 'pariusse und. Anrechnung von in Za 'lnng gegebenen KrièllSaiitei bestücken um 8 06. 874 306 Mark, sodaß sich als Gesamtbetrag der Aiileihekredit« 2457304(197? Mark ergeben. DaS aekanttr auf Grund des Anleihe- kredite« begebene Gdiulbfavital betrug am 30. September 1920 ‘224049764^1 Start. Von Schuld- Verschreibungen im Gesamtbetrag« von 72 397 773 706. Mark waren am 30» September 19 0 1832189270C Mark gleich 2b vom Hnuderr in das :>!eich»schu!dbuch eingetragen. Der gesamte biS zum 30 September 1920 in Schuldverschreibiineeu und verzinslichen Schatzan- iveiiungcn begebene AuleibebelraZ veeziuß sich im Durchschnitt mit 4.993 vom Hun'-ert.
- Die südoeutsche Minüterronferenr. I» der Sitzung des würltembergischeu .Landtags erklärte der Staatspräsident Hieber, daß sich bei ber zur Zeit in Stuttgart stattfindeuden Konteren; der süddeutschen Minister um keine Sonderaktion von Süddeutschland handele, sondern darum, di« Eeschlossenheit Süddeutichlands hinter de« Männern auch öffentlich zum Ausdruck zu bringen, die die heutigen Interessen in London au wahr« hätten.
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