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SanauerS Anzeiger

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Genetal-Anzeiger

Nr. 50

Amtliches Organ für Elabl- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlaasleitung: Äd. Indermüble. Verantwortlich: für volitiicken und allgemeinen Teil Richard Hu l tick: für lokalen und vrovinriellen Teil, iowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Sanau am Main. Rotationsdruck der Waisenbausbuchdruckerei danau. Kernivrechanschlüsie Nr. 1237 und 1238.

Dienslag Sen 1. März

1921

Das Neueste.

Die erste Vollsitzung in London zur Darlegung irr deutschen Vorschläge findet bereit» heute statt.

- Im Reichstag wurde gestern der Geschcntwurf -ttreffend die Verlängerung des EntwaffnnngrzelctzcS dj, zum 1. Juli in allen drei Lesungen angenommen

Der ReickSwirtschastsrat erledigte gestern die «Ye Le ung der NcichSmietengcsetzeS.

Die sozialdemokratische Pofitzei lehnt die Betei» Ü-iMg an einer bürgerlichen Regicriiiig in Preußen ab.

General Lero«d wurde nach Pari» berufen.

In Florenz kam es zwischen Nationalisten und Sozialisten zu gewaltsamen Konflikten, wobei mehrere Personen getötet bezw. verwundet wurden.

Die Londoner Konferenz.

Ankunft der deutschen Delegation.

London, 28. Febr. Di« deutsche Delegation H heutt nachmittag hier eingetroffen. Sie war um 3 Uhr in Dover eingetroffen, wo «in Ver­treter der englischen Regierung sie begrüßte, und setzte ihre Fahrt alsbald im fahrplanmäßigen Zuge fort, in dem zwei Wagen reserviert waren. Pünktlich um %5 Uhr lief der Zug in London in der Viktoria-Station ein, wo der deutsche Bot­schafter Sthamer mit Mitgliedern der Botschaft und Vertreter Lord Curzons zur Begrüßung an­wesend waren. Vor dem Bahnhof hatten sich Phlreiche Neugierige angesammelt. Die Dele­gation begab sich in bereitstehenden Automobilen ins Savoy-Hotel. Die Abfahrt verlief ruhig und ohne Zwischenfall.

Die erste Vollsitzung.

London, 28. Febr. (Amtlich.) Die erste Vollsitzung der Konferenz, in der die Repara- tiönsfroge verhandelt werden soll, findet am ^^stag vor^^^l^^^^^mLancasterbouse

Reichsminister Dr. Simons wird in der Ntztzng feine Erklärung abaeben. Die Alliierten werden nachmittags darüber beraten. Lloyd Georg« wird am Mittwoch in Anwesenheit Lord Curzons und Chamberlains eine Erklärung da­rüber abgeben.

Erst Entschädgungs- dann Entwaffnungsfrage.

Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Haras aus London mitteilt, es stehe schon jetzt fest, daß die Konferenz zunächst die E n t s ch ä * digungsfrage und alsdann die Ent« waffnung -frage beraten werde. Einè juristisch« Kommission sei beauftragt worden, die Frage zu prüfen, ob die Verbündeten vor dem

1. Mai 1921 die Zustimmung her deutschen Re­gierung zu der Gesamtforderung der Entschädi­gungen, wie sie das Abkommen von Paris fest­gesetzt habe, fordern könnten. In Wirklichkeit handle es sich nur um eine juristisch« Konsul­tation, deren Ergebnis übrigens nicht zweifelhaft ki. Die Bedingungen könnten notifiziert w«r- ben und man könne ihre Annahme verlangen, so­bald Deutschland in billiger Weise gehört worden sei. M«nn Deutschland dieses Abkommen ableh­nen werde, dann werde man einfach zu den Klau­seln des Friedensvertrages von Versailles zurück­kehren.

Die Zwangsmaßnahmen.

, London, 28. Febr. DerTemps" bespricht seinem heutigen Leitartikel die einzelnen Zwangsmaßnahmen, die gegen Deutschland an­gewandt werden können, und sucht sie mit dem Friedensvertrag zu begründen. Hinsichtlich eines Autonomen Zollregimes in den be­setzten Gebieten leitet das Blatt die Be­richtigung von Artikel 270 des Vertrages her vnd sagt, ein derartiges Regime sei möglich, im ««He diese Maßnahmen den Alliierten notwendig ^scheine, um die wirtschaftlichen Interessen der Bevölkerung sickerzustellen. Die Bewohner der öesthten Gebiete hätten noch keine unabhängige gewählte Vertretung, die berufen sei, zu sagen, .e sie die wirtschaftlichen Interessen, die ihnen ^nsei, sicherstellen wolle. Wartktn sucht sie nicht dl« Mittel auszuüben^ Warum richtet die inier- elliierte Oberkommission r: drn feeä'cn ^tete^ein lokales Zollparlament ein, das die Sonderen Interessen des linken Rheinufers in

H^nd nimmt? Aber nicht nur der Artikel E 9'siatt« es den Alliierten, gewisse Zwangs- "«snahmen am linken Rheinufer zu ergreifen, i "«in auch Artikel 212, der gewisse St'vul erun- ?,? 7® Waffenstillstandes, namentlich die Klau­en 1 und 2 in Kraft lasse. Nach dielen Vor- Munxen hätten die Alliierten das Recht, die ^'cubahnen, die Schiffahrt, den t,njj ^3 T^ l< ptzgN aNszu - bn?en- Schließlich spricht das Blatt noch CfJ v p^'vllegierten Rechten der Verbündeten r die Werte und Einnabm«"ue^en des N«i- rv« und führt hierfür die Paragraphen 12 und

14 des Anhanges an. In diesem Augenblick feien bie Revarationskammisston und die Sach­verständigen damit beschäftigt, bie Zablungs- sähDeit Deutschlands a' und das deutsch« Steuersystem zu prüfen. Nichts könne also verhindern, daß diese Privilenirn über irgendeine Einnahme des Reiches, beispielsweise über die Zolleinnahmen, ausgeübt werden. Deutschland habe nur ein Mittel, den Zwangs­maßnahmen iu entgehen, das sei, zu bezahlen, was die Alliierten forderten.

KeinAbhandeln oder feilschen".

London, 1. März. Die Blätter erklären, un­ter den Alliierten herrsche eine Atmosphäre un­bedingter Festigkeit. Keinerlei abhandeln ober Feilschen werde zugelassen werden. Es verlautet, daß die in Chcquers am Sonntag geborenen Besprechungen unter den Alliierten den Beschluß zur Folge gehabt hätten, den deutschen Delegier­ten gegenüber eine feste Haltung einzunehmen.

Der diplomatische Mitarbeiter der ..Eveninz Standard" schreibt: Wenn die Deutschen sich weigern sollten, die Forderungen der Alliierten anzunehmen, so werde eine starke alliierte Trup- venmacht. in der Hauptsache aus Franzosen be­stehend, sofort das Ruhrgebiet besetzen. Außerdem würden im Rheinland sofort Maß­nahmen ergriffen werden, umWerte einzutrei- hen". Andere Strafen wurden verhängt werden.

Die Erfolge der Türken.

Die Anatolier Mustafa Kemals sind auf dem grünen Felde, ihrer Heimat siegreich geblieben. Sie haben den Griechen und den Franzosen ein Vordringen in das Innere Anatoliens unmöglich gemacht und dadurch bie Undurchführbarkeit des Werkes von Sevres ohne langwierigen Feldzug ihnen der Umstand zu Hilfe, daß seit der Rückkehr König Konstantins des großmütigen Frankreichs Wohlwollen seinen grie­chischen Verbündeten entzogen worden war; Frankreich übt Vendetta für das ablehnende Ge­baren des Köni^ während des Weltkrieges.

Ebenso siegreich sind die Anatolier an dem grü­nen Tisch der Londoner Konferenz geblieben. Sie haben dort ihre Sache mit Ruhe und Umsicht verfochten, und ihre Führer Bekir Sami Bei hat sich als ein trefflicher Staatsmann ge^igt. Die Räuber" Anatoliens haben in London einen guten Eindruck gemacht. Ohne Schwierigkeit über­ließ man ihnen die Vertretung der gesamten türkischen Interessen, auch des Sultans und Kon- ' antinopels. Die drei gut ausgewählten 53e>rhe(er Konstantinopels, der erfahrene Großwesir Tewfik, der feine, kluge Mustafa Reschid und der ge­wandte ruhige Osman Ni^ami, haben das ihren Kollegen von den anatolischenRäubern" ein­sichtsvoll erleichtert.

Nock ist nicht zu sagen, wieviel die Türken gewinnen werde;:, sicher.ist nur her eine erste große Gewinn: Das Werk von Sevres, durch das die Türkei zum Tode verurteilt worden war, wird nid)f bestätigt, wird in wesentlichen Teilen von neuen Bedingungen abhängig 'gemacht. Kei­nen Erfolg und diese Freude teilen die Türken mit ihren Gegnern, den Franzosen, denen es mit dem Werk von Sevres ergangen ist wie manchem Hausbesitzer mit seinem Hause: auf die erste Freude des Erwerbs folgte dann die Freude, es wieder los zu sein. Diè neuen Bedingungen sind: seine Erforschung der Zugehörigkeit der^Bevölke- rung Ostthraziens und Snrhrnas durch einen internationalen Ausschuß. Es ist ein entschlossener Anlauf der Konferenz, diese Fragen versumpfen zu lassen. Die AnaEer haben dirs sofort gefühlt und, ihre Zustimmung nur unter der Bedingung erteilt, daß der Ausscharß in nvri Monaten feine Arbeit beendet habe, eine Bedingung, der auf ber Konferenz nicht widersprochen worden ist. Die Aufgabe ist schwer, d.nn statistische Vorarbeiten von Wert gibt es wenig. Am meisten ist noch aus der SchriftThe Bulgarurn Exarchate, its history and the exten. d of its auchru ily" (London und j Neuenburg 1907} zu entnehmen.

Tragisch ist das Schicksal der Griechen. Das ««lobte Land ter Vereinigung fast aller feieren wurde ihnen gebetet, aber sie Herden schwerlich dahin gelangen. Mtth.ünen und Smyrna werden ihnen entgleiten. Es ist Gr den KLuG Konstantin traurig, durch die Erfülltmz des Verlangens fei« "er Griechen, zu ihnen -urückznkehmn, seinem Lande auch schwere. Sorgen mitaebracht zu haben. Eine freiwillige Einigung mit den Türken hätte diese Sorgenlast verringern können.

Eine Erhebung in Griechenland T

Pari-, 28. Febr. Nach einer Londoner Meldnno desJournal des Tebatâ" tauben im Pirön», ui Ntben und in Linyriia c.rone flunbgehiuigrn statt. Die Zeitnehmer bätien die Verpfiichtimg nbemoiiimen. mit ihrem Stute alle Rechte zu verteidigen, die der FriedtnS- vertras von Lövre» Grrecheuland iHfnn^e.

SvzialSemvkraten und Regierungs­bildung.

Berlin, 1. März. Ueber bie Haltung der sozialdemokratisch«»: Partei in ber Frag« der Regierungsbildung in Preußen schreibt dieSo- tialistische Korrespondenz", daß die einmütigen Entschluss« her Partei dahingehen, jede Verbin­dung mit der Deutschen Volkspartei abzulehnen und die alte Koalition aufrechtzu­erhalten. Andernfalls müsse man den burger- lictzen Parteien bie Bildung der Regierung über­lassen. Es sei gewiß, daß auch die Sozialdemo­kraten der Landtagsfraktton so entscheiden werden.

Berlin, 28. Febr. In der Sitzung des Be- ttrksvorstandes der sozialdemokratischen Partei Mittelschlestens in Breslau erklärte der Vor­sitzende unter allgemeiner Zustimmung, daß die Mehrheit der alten Koalition ausreich«, um bie Regierung zu bilden, zumal bie 26 Unabhängigen im Landtag sicherlich sich nicht immer gegen eine Regierung ter Sozialdemokraten, der Demokratie und des Zentrums wenden mürben. Die Auf­nahme der Volkspartei in bie bisherige Koalition komme nach den Wahlergebnissen nicht in Frage. Eine rein bürgerliche Regierung, der zuzustim­men man kein Interesse habe, wär« nur unter Einschluß-der Deutschnationalen möglich.

(Diese Stellungnahme ber sozialdemokrati­schen Partei zur Regierungsbildung in Preußen war vorauszufehen. Doch wir glauben, daß bie Partei mit ter Beibehaltung ter alten Koalition wenig Glück haben wird. Nach den bisher laut gewordenen Stimmen dürfte bie demokratisch« Partei nicki mehr bereit fein, in eine Regierung einzutreten, die sich in Gegensatz zur Reicks-egie- rung stellt. Wie sich das Zentrum verhalten wird, steht noch dahin. D. Red.)

Der frühere Reichskanzler Hermann Müller hat in einer Unterredung mit dem Vertreter des argentinischen MattesLa Nacion" erklärt: Ich benutze bie Geleec«'eit, Gustave Hervs zu ant­worten, der uns neulich beschworen hat, in bie Regierung einzutreten, um d-e nÄignalistisck« Welle in Deutschland einzudämmen (Herv6 ver­sicherte. daß sich dann viele Erleichterungen des Versailler Vertrags ergeben würden), fertig vergißt, daß bie erste Voraussetzung für unsere wiksame Mitarbeit be ist, daß man der deutschen Republik die Möglichkeit gibt, fick meheraufau= richten. Die verfehlte Ententepolitik hat den Rechtspart«' sn erst ihre wirksam« WaNvarole ae-, liefert und ihnstz, zu ihren Erfolgen bei den Wah­len verholen. Meine Erfahrung erlaubt mir, ausrusprechen, daß bie Probleme ter deutschen Politik bei den Alliierten ebenso wenig Ver­ständnis fanden, solange bie Mehrbeitsso''al'st«n an der Spitze der Regierung standen, wie.jetzt, wp bie Vertrauensmänner von Stinnes an der Regierung teilnehmen. Herv^ kann n'ckt von "ns verlangen, daß wir als Gemckwvollzieher der Entente in die Regierung eintreten.

Das Reichsmisrengssey.

Der vorläufige Reickswirtickattsrat trat geilem in die Eünelberatung der Reicksm etenge'eye« ein. Nach § 1 Abs. 1 kann der Mieter wie der Vermieter eines Gebäude» oder Getzändtteite» jebereit dem anderen Vertragsteil gegenüber erklären, daß die Höbe des Miets'änfeS nach den Vorschritten diese? Geich » b'- r sehnet meiden soll (gesetzliche Mietend Während die Regierung den ersten Termin für ent'ckeidcnd erklärt, rät den die Küpbwnug nach dem Verträge ober nag den Vorschriften des bürgerlichen Ge-etzbucke? znlâisi' icin würde, schlägt die AuSsH^ßfassting des Reichs- iviirichaitSrgtcs lediglich den ersten Termin vor. zu dem die Knudieung nach § 505 deS G -G -Ä gegeben wäre.' Das Giniguinnamt sann bei Aokliegen einer ichwâei! Unbilligkeit Ansilgbmen^ gestatten

Dr. 6 rüg er (benthber Geiiosscusclia'tSverband)' Die Terdui» deS Ge'ctzeS gebt dahin, die Häuser in staatliche ober Kommunalverwaltung zu bringen. Mit dem Gesetz stößt man dem Privatkapital vor den Kopf und meist den Wobnuugsmangel nur noch größer.

Wicdebcrg lCbrn'll. Baualbcitcrver band» stimmt dem Eniickwdanken des Geietzes zu. Die Gemeinben piüisen Eiufluß auf die G.-:altung ber Bodenpoluit laben.

Pi n f b ä u I c r (Angcüenteäöerkmnd): § 1 siebt feine eh bdtlidw Regeiun« vor. Alles wird den ober­en Laadesbehördcn vberlastr«. Ich >dj:aae eine uveih Lessig vor. Die Regierung mnß vorher erkläre», was aus der Mietcrichutzveiorduttug werden soll.

Tr. Sch >vartz tSettmcr bit Pan'angeitellteii): Wir können dem Geictz mir züstimmen, wenn Abi. 3 gestrichen wird und wenn in Ads. 4 der Zusatz an - genomnun.'bctväbrte Giuricktuiigen bestehen zu lakjcii. Plinisicrialrat Krüger hätt am Abs. 3 test. Die Mirt- gesetzgedung werde lciiieSwUs abgebaut. Samu 'wliegt die Ausipiache. Ta» Reich: mietengescy wird in seinen «iuzclneu Paragraphen angenommen. Las Gesetz soll vier Monate nach dem Tage der Verkündung in Strafe treten. Lent« s®ettt Lefuug M Slerâ»- »r«t»nLe,«tzeè>

PoUkische Tagesberichte.

Eine süddeutsche Ministerkonferenz. Aus Stuttgart wird amtlich gemeldet: Gestern traten hie Minister von Bayern, Baden, Hessen und Wütttemberg in Stuttgart zusammen, um übet die schwebenden politischen Fragen zu beraten.

Angestclltknbcwcoung in her (freit» und Stahliubuftrie* Aus Essen wird gemeldet: Die Angeßelltenverbände aller Nichtuugeu haben geller« in einer Sitzung die Frage ber Kündigung de» mit dem Arbeitgeberverband für den Bezirk der nordwest­lichen Verbände» deutscher Eisen- und Stahlindustnelle« abgeschlossenen Gehairobkommen» eingehend besprochen, da von einer Anzahl An,estellten die Kündigung zum RI. März gefordert worden war. Die Vertreter bei Verbände haben einstimmig beschlossen, mit Rücksicht ans bie schwierige volitische Lage »« Zeit von einet Kündigung der Abkommen» abmeben, um eine Er­schütterung unseres Wirtschaftrlcbeii» zu vermeiden. Es wurde jedoch her 'bestimmten Erwartung ItuSbruif gegeben, daß auch die Arbeitgeber dem Rechnung tra» gen und ohne Kündigung den von den Angestellte» gewünschten Verbesserungen beS bestehenden Abkommen» zustimmen werden.

Die Stellung der Gewerkschaften zur kommunistischen Taktik. Auf einer in Halle tagenden Gewerkfchaslskonferenz für den mittel­deutschen Bergbau wurde zu der Frage Stellung genommen, ob die Gewerkschaften im Sinne der kommunistischen Gewerkschaftstaktik arbeiten sollen oder im Sinne des allgemeinen Gswerkschafts- bundes. 170 Stimmen waren für den A. D. E. B. und 13 Stimmen dagegen.

Die Kosten der interalliierten Kom, Missionen. DerVorwärts" macht auf Grund von amtlichem Material Angaben über die un» geheuren Kosten, die die interalliierten Kom­missionen Deutschland verursachen. Danach sind in der Zeit v m 27. November 1919 bis 31. Dezember 1920 für die Unterbringung des Bürobedarfs und das Personal der Kommissionen insgesamt 21910521 Mart verausgabt worden.

Die sächsischen Beamte« und die Orgefch. Wie dieVossische Zeitung" aus Dresden meldet, hat der sächsische Minister des Innern sämtlichen Beamten den Beitritt zur Orgefch verboten.

Die Ausgaben für Entfestigung und Flüchtlingsfürforge. Wie dasTageblatt" Hörr, werden die Ausgaben zur Entfestigung auf Grund des Friedensvertrages im Reichs- Haushalt für 1921 auf 250 Millionen Mark angesetzt. Wie das Blatt weiter hört, werden zur Deckung der Kosten für Fürsorge der Flücht­linge aus den abgetretenen und besetzten preußischen Grenzgebieten im Reichshaushalt 80150 000 Mk. angefordert werden. Von der genannten Summe sollen 20 Millionen Mk. zur Beschaffung von Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge verwendet werden.

Die Verhandlungen gegen den Ober» leutnant Hiller. Die nächste Verhandlung gegen den Oberleutnant Hiller wird am 14 März vor dem Berliner Schwurgericht statt, finden. Es werden über 100 Zeugen geloben werden. Wie derVorwärts" mitteilt, hat sich bei dem Blatt ein neuer BelaftungsAuge ge» meldet, der von Hiller mißhandelt fein will. Er behauptet, daß die größte Schuld an dem Tode des Füsiliers Helmhake der damalige Revierarzt trage, weil dieser den sich krank meldenden Helmhate hinausgeworfen habe. Schließlich behauptet der Zeuge, er habe sich bereits zweimal bei dem Militärgericht in Berlin als Zeuge angeboten, sei aber ohne Antwort geblieben.

Gcttcra. ieeit in Polen. In Polen ist unter tru (iufenbabuerii der Generalstreik proklamiert iporvkii. DieRoie öabne" berichtet aus Warschau: Die Eifeilbahucii sind militarisiert, auf Befehl bei Somniaitbameu des Warschauer Militärbezirks wurde oa« Standrecht verhängt. Das Steilen uns bie Az" :ahou für heu Streik wird mit Ergänzen und Er» seine en bebroot. Sie Zeutrallo.ninmion ber Äewcrk- ichaiten der pouinchcn Republik ruft zum Generalstreik ui gauj Polen iür den -8. Februar nur den 1. März an , wenn die Reaicruug nicht vorher tie Müttari» iterung der Eaeubahn aufbebt, im Notfall soll der Generalstreik verlängert werden.

Verurteilung von Sinnfeinern. Nach einer Haoas-Melüung aus Cort sind gestern vormittag 6 Sinnseiner, die zum Tode verutteift waren, krichossen worden. Fünf davon wäret* verurteilt worden, weil sie militärische Streit fräste angegriffen hatten. Einer wurde in Besitz eines Revolvers und e.ner Jnstruttio» für Nachtkänrp,e gefunden.

- Um bl« Fuser Aub. Nach einer Hava«. luelbiuig berichtet eine Zepenbe aus Sotio, daß in gittert.diteieu japaunchen Jtreiieii die MtstlIllig ver» irrten wersc, Japan weroe aus her Erteilung des Ma«- vals iwcr ine jnirt Z)ah dcsteucn und es werbe sich oasei aus die yiitfäKibung berufen, die vom Oberst«» Rat un Ma» l^ geholfen wurde. -