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Anzeiger

General-Anzeiger

AmMches Organ für SßfSi

Erscheint täglich mit Ausn^m

öl- Md Landkreis Kanan

ie der Sonn- und Feiertage

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Verlaasleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitiichen und allgemeinen Teil Richards» lisch: für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausduchdnickerei Hanau.

Fernsvrechanschlüüe Nr. 1237 und 1238.

Str? 48

ü

1921

Das Neueste.

Die Reichsregiernng hat ihren Entwurf be­issend Festsetznüg des 6. März als nationalen Trauer- zurückgezogen.

Die deutschen Gegenvorschläge sind rertiggestellt, unter den Sachverständigen herrscht volle Einmütigkeit.

Der englische und der französische Botschafter in Berlin reisten gestern nach London ab.

Lloyd George soll einigen Delegierten erklärt haben, die Verhandlungen über die Reparationen würden jedenfalls 14 Tage dauern, weil er wolle, daß sie diesmal beendet würden.

Ter Reichswirtschaftsrat beschloß, daß bei der Erhebung der Steuer für 1920 für Lohn- und Ge­haltsempfänger jeder Art die Steuern für 1920 mit den erfolgten Lohnabzügen abgegolten sein soll.

Die Resolution für die Erklärung der Friedens- zustandes mit Dcurfchland ist vom nordamerikamschen Kongreß in erster Lesung angenommen worden.

Kohlen und Koks 13 Millionen

Tonnen i Werte v. rd. 656 Million. Goldmark

360 000 Stück Vieh im Werle von rund - . 237

Farbstoffe u. chemisch- pharmazeut. Erzeug­nisse i. Werte von rd. 225

Ammoniak i. W. v. rd. insgesamt Maren im

2,3

»

Auf dem Wege nach London.

Morgen reist die deutsche Delegation nach London zu der Konferenz, die über das Schick­sal Leutschlands, Europas, ja der Welt entschei­den soll. Fieberhafte politische Spannung hält die Welt in Atem. Alles schaut nach London, wo versucht werden soll, die tiefe Kluft, die zwi­schen den deutschen Anschaunngen und denen von Paris zu überbrücken. Wohl gemerkt, ver-- sucht! Wir Deutschen sind bereit, zu diesem Ver­such die Hand zu bieten ob sie aber in Lon­don angenommen lverden wird, steht noch da­hin, wenn man den wildwüsten Chorus, der ans dem Pariser Hexenkessel bringt, berücksichtigt, der besagt, daß es sich nicht um eine Abänderung der Pariser Beschlüsse, sondern um die Durchfüh­rung bti selben handle. }

Unser Außenminister Dr. Simons 'hat in der KonnsW-agssißunff des Reichswirtschastsrates

Märt.. ^ Wutsche Volk bereit ist, die Verpflichtung der Wiederherstellung in loyaler Weise zu erfüllen, daß aber die Durchführung der Pariser Be­schlüsse vollkommen unniöglich ist. Dies ist auch die Ansicht der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes, die fest hinter ihrer Legie­rung steht, auch dann, wenn die Alliierten^even- tuette Zwangsmaßnahmen ergreifen sollten. Die Gegenvorschläge, die die deutsche Regierung machen wird, werden geeignet sein, eine Eini­gung herbeizuführen. Doch, wie schon gesagt, die Hoffnungen auf verständnisvolles Eingehen der Ententemächte unseren Vorschlägen gegen­über, sind gleich null und das deutsche Volk wird auf alles gefaßt sein müssen. Es wird'aber auch die eventuelle Schwere der konnnenden Tage er­tragen, wenn es nüchtern und klar die Lage be=

Werte von 1120,8 Mill. Goldmark

Es ist hier alles beiseite gelassen, was nur eine einmalige Lieferung darstellen kann, das rollende Eisenbahnmaterial in Höhe von 5000 Lokomotiven und rund 150 000 Wagen, die ge­samte Handelsflotte usw. Berücksichtigt sind lediglich solche Leistungen, die regelmäßig jähr­lich erfolgen können. Aus der Zusammenstel­lung ergibt sich, daß deren Gesamtwert erst Gwas über die Hälfte des von uns für 1921 bis 1923 verlangten Betrages von je 2 Milliarden Gold­mark ausmacht Fügt man die 12 Proz. Aus­fuhrabgabe in der von den Alliierten erwarteten durchschnittlichen Mindesthöhe von 1 Milliarde Goldmark hinzu, so betragen unsere Leistungen des Jahres 1919/20 nur

37 % dessen, was wir in jedem der beiden kommenden Jahre bezahlen sollen, 28 % der Forderungen der Jahre 19231926

2224 %

19 %

u. 16 %

zf

1926-1929 1929-1932 19321963

Ziehen wir die früheren Bestimmungen des Spa-Avkommens heran, durch das bekanntlich die abzugebendè Kohlenmenge gegenüber den tat­sächlich bis dahin erfolgten Lieferungen bedeu­tend in die Höhe geschraubt wurde, so ergibt sich eine gleich erschreckende-Berechnung. Nehmen wir den Durchschnittspreis für jede von uns gelie- mit 50 Goldmark an, so machen 24 Millionen Tonnen Kohle jährlich, die einer Monatsliefe­rung von 2 Millionen Tonnen entsprechen, einen Wert von 12 Milliarden Mk. aus, stellen also dar:

40

30

24

20

17

% der

%

% %

%

Forderungen der Jahre 19211923

19231926

19261929

19291932

1932-1963

trachtet. Die französische Regierung arbeitet be­reits mit Mitteln, die geeignet sind, den poli­tischen Unsinn bis zur Siedehitze zu steigern. Eine Hetze kommt zur Anwendung, die selbst den Franzosen zum Wahnsinn bringen muß. So ver­breitete kürzlich dieAction Francaise" die Nach­richt, daß die französische Regierung die Er­hebung einer Kapitalanlage von 25 Proz. beab- Wige und zwar als das einzige Mittel, um die Finan'en .Frankreichs wieder auf eine gesunde GWndlage zu stellen. Abgesehen von der Un= sinnigk-it des Planes solcher wirtschaftlichen Harakiri-Maßnahmen wirkt natürlich eine der­artige Nachricht wie ein rotes Tuch auf den französischen Bürger und Bauer, der sein Reut-, nerideal plötzlich schwinden sieht. Was liegt da näher, als daß die Franzosen in wilder Be- sejsenheit schreien:Der Deutsche muß zahlen, muß alles zahlen, muß bluten, so lange bluten, brZ unser Rentnertum gesichert ist. Habt keine Gnade! Und wenn er nicht will, dann übt Ge­walt, denn wir sind die Sieger!" Ja, ein! tiefe, liefe Kluft zwischen unseren Anschauungen und denen unserer Feinde ist vorhanden. Seien wir uns in aller Eindringlichkeit und Besonnenheit dieser bitterernsten Tatsache bewußt und bringen wir den Mut auf, neue schwere Leiden auf unsre Mustern zu nehmen. Fest bleiben! heißt ^ angesichts der Höhe und Form, wie sie in der ^er8utro3'$un9^^^ zutage getreten ist. ^as fordern die Alliierten? Die Liga zum ^iutze der deutschen Kultur läßt in den näMen AMu eine kleine Broschüre erscheinen, in der ^r. Ernst Hamburger, gestützt auf volks- ^rüchaftliche Gründe, die Undurchführbarkeit

^ d°n den alliierten Staatsmännern gemach- Vorschläge nach weist. Hamburger legt u. a.

^i Behandlung der Pariser Beschlüsse als Maß- Kohlenproduktion an und schreibt:

«U , gewaltige Höhe bereits der niedrigsten yresralxu verdeutlicht am sinnfälligsten eine

. -Eichung mit dem Wert der bisherigen Liese- u^?- Wir haben nach den Angaben einer Men Denkschrift, die in Brüssel vorgelegt

Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß der Wert von 50 Goldmark je Tonne angesichts des Fallens des Weltmarktpreises für Kohle und der von uns verlangten Lieferung des größten Teils zum Inlandspreise als Grundlage für die Be­rechnung sehr hoch gegriffen ist.

Stellen wir uns vor, daß die Entschädigung nur in Kohle gezahlt werden wütde, um eine Anschauung von der Höhe der Summe in Waren ausgedrückt zu erhalten, so würde sie gleich sein einer Lieferung von:

60 Mill. Mark in den Jahren 19211923

welcher Richtung sich die deutschen Gegenvor­schläge in der Entschädigungsfraze bewegen. Be­amte" des Ministeriums erklären, daß diese Vor­schläge für vollkommen ungenügend erachtet werden.

Deutschlands Stimme schüchtert Frankreich nicht ein.

Paris, 25. Febr. Ueber die Rede des Reichs­ministers Dr. Simons im Reichswirtschaftsrat sagt derTemps", während gestern die Türken in London verhandelt hätten, habe Dr. Simons wiederum mit Protesten begonnen. Er habe noch eine Rede mehr gegen das Abkommen vom 29. Januar gehalten. Vor dem Reichswirtschaftsrat habe er seine Schiffe verbrannt. Trotzdem wolle er die Ueberfahrt übernehmen, die ihn nach London führe, bewavpnet mit seinen Gegenvor­schlägen. Wenn Dr.-Simons den Einflüsterungen seiner diplomatischen und industriellen Um­gebung gehorche und sich nach London begèbe, um geräuschvoll zu demissionieren oder um die Kon­ferenz zu sprengen, dann könne, wie derTemps" sagt, nur noch die Wahl seines Nachfolgers in- teressteren. Hänge es doch nicht von der deut­schen Regierung ab, daß die Konferenz scheitere! Wenn auch Deutschland seine Stimme erhoben und mit der Faust auf den Tisch geschlagen babe, das schüchtere Frankreich nicht ein. Das könne nur verlocken, daß auch Frankreich die Kraft sei­ner Fauste versuche. Kriegsminister Barthou habe gestern in der Kammer mit ebensoviel Zu­rückhaltung wie Festigkeit gesagt, welches der Geisteszustand Frankreichs sei. Es suche nur friedliche Lösungen, aber es sei vollkommen be­reit, sein Recht auch anders, wenn es sein müsse, sicher zu stellen.

Protest des internationalen Gewerkschafts­bundes..

Str Juteruaèionalc GewkrM'aitrbimd sandte durch sein Büro in Amsterdam an Lloyd èeorge em^Kcic- gravm. in dem das Büro, das im Namen von 25 Millionen organisierter Arbeiter spreche, es für nötig erachte, bei Beginn der Beratungen der Vertreter der verschiedenen Regierungen über die an Deutschland zu stellenden Forderungen die Aufmerksamkeit dieser Ver­treter auf die Forderungen -u lenken, die die Arbeiter hinsichtlich der Durchführung des Friedensvertrags wiederholt dem Obersten Rat de» Völkerbundes be­kannt gaben, sowie auf die vom Internationalen Ge­werkschaftskongreß in London im November 1920 an­genommene Resolution betreffend den Wiederaufbau Europas und die Koblenlietcrungen Deutschlands. Die organisierten Arbe ter erachten eine Schadenver­gütung durch Deutschland für gerechtfertigt, protestie­ren jedoch gexen Forderungen, die die Arbeiter Mittel­europas eine volle Generation hindurch in Sklaverei ürzen. Das Büro fordert von der internationalen Botlchasterkouferenz die Feststellung einer gerechten Schadexvergütung unter Berücksichtigung dieser Er­wägungen sowie der Resolutionen bei Londoner Kon-

grcßes.

80 100 120 140

19231926 19261929 19^ 32 1932-1963

Das heißt nach dem Stand von 1920, daß wir in den ersten beiden Jahren an Entschädigung eine dem Wert der Hälfte unserer Steinkohlen- förberung, gleichtömmende, in den letzten 31 Jahren eine den Wert der gesamten jährlichen deutschen Steinkohlenproduktion in der jetzigen Höhe übersteigende Summe zu zahlen 'haben. Nehmen mir den jährlichen Durch schütt unserer Verpflichtungen von 5.4 Milliarden, der sich durch Division der Gesamtsumme von 226 Milliarden durch 42, die Anzahl der Jahre ergibt, iWch fügen den angenommenen jährlichen Durchschnittswert der Ausfuhrabgabe von einer Milliarde hinzu, so entspricht diese Zahl von 6,4 Milliarden Goldmark fast genau dem Wieder­gutmachungswert der jährlichen Steinkohlenför- derung nach der heutigen Höhe.

Noch viel ungünstiger gestaltet sich naturge­mäß für uns der Vergleich, wenn wir annehmen, daß die oberschlesische Volksabstimmung wider Erwarten zu unseren Ungunsten ausschlägt; da­mit ginge uns ein Gebiet verloren, in dem 1923 23 Prozent der Gesamtförderung an Kohle pro­duziert wurden: die von uns verlangte Summe durch den Wiedergutmachungowert der deutschen Steinkohlenföiderung ausgedrückt würde diesen dann um rund 30 Prozent übersteigen.

Diese von .Hamburger ünKèsi^Wj Zahlen genügen, um die Undurchführbarkeit der Pariser Forderungen zu beweisen und man sollte meinen, auch die Alliierten könnten an solchen Beweisen nicht blind vorübergehn. ;

Deutsche Gegenvorschläge ungenügend. /

u ' -- ^4U|uj;i(i, utv in «orufici DuigcKyi Jpu. London, 25. Febr. Nach Mitteilungen ungefähr innerhalb eines Jahres, vom aus dem Außenministerium hat die englisch^ Re-

---tober 1919 big gum Oktober 1920, geliefert: gkrung bereits Kenntnis davon erhalienj in

FȀ nach London gerufen.

London, 25. Frbr. Wir Havas berichtet, hat die Konferenz beschlossen, den Marschall Foch anzu- hören. Aus diesem Grunde hat Briand dem Marichall telegraphiert, sofort nach London zu kommen. Savas schreibt diese Aufforderung dem Wunsche der Alliierten zu, in dem Augenblick, in dem die Beprecknngen mit den Deutschen über die Reparationen stattfiudcn sollen, für jede Möglichkeit gerüstet zu sein.

Briand bisher befriedigt.

London, 26. Febr. Ministerpräsident Briand erklärte einem Vertreter des RenterbüroS it. a.: Ich bin von den bisher erzielten Fortschritten der Kon­ferenz befriedigt. Die Konferenz hat in der Orieut- frage zweifellos den richtigen Weg verfolgt. Dank der veriötlüichen Haltung nähern wir uns, glaube ich, dem Frieden im nahen Osten. Dies ist verheißungs­voll für den Rest unserer Arbeiten. Ueber die engliick- sran'önschen Beziehungen kann ich nur meiner Zu­versicht Ausdruck geben, daß die Konferenz engere Bande» zwischen Frankreich und England zur Folge hab.» wird. Jedesmal, wenn wir zusammen kommen, gelangen wir, obgleich manche Fragen von verschiede­nen Staudpunkten aus betrachtet werden, zu der Ueberzeugung, daß cs unerläßlich ist, daß wir vereint sind. Wir brauchen nur zusammen zu fontuten, um zu dieser Ueberzeugung zu geiaugen. -- Ueber bie Reparation-frage ei Härte Briand : Dies ist e! n e Fr a g e der G e r e,ch t i a k e i t, die für alle Nationen bindend ist und bevor sie nickt 'geregert ist, wird in der ganzen Welt Unruhe herrschen. Wenn in Dcntichland ZaRuugrschwwnglett besteht, besteht auch in Frankreich Schwierigkeit und sicherlich sollte die Sympathie auf feiten der Nation sein, die angegriffen worden ist.

Dis Orisnlverhanölungen.

London, 25. Febr. Havas. Amtlicher Bericht über d'.e Vormittagssitzung der Londoner Kon­ferenz: Die Konferenz trat um 11 Uhr vormit- tags zusammen und ersuchte die türkische Abord­nung um Mitteilung ihres Standpunktes zu den Vorschlägen, die ihr gestern übermittelt wurden. Angesichts der Meinungsverschiedenheiten be­treffs der Bevölkerung Thraziens und Smyrnas, in den Gebieten, die durch den Vertrag von

Sevres den Griechen zugesprochen waren, sind btt Mächte bereit, die Frage der Bevölkerung einer internationalen Kommission zu unterbreiten, di« den Auftrag erhalten soll, schleunigst sich über bk zahlenmäßigen Feststellungen vor und nach dem Kriege zu unterrichten. Dabei wird vorausgesetzt:;

1. daß die Griechen und Türken sich förmlich verpflichten, das Ergebnis dieses Schiedsspruchs anzuerkennen;

2. daß sie die übrigen Bestimmungen des Vertrages von Sevres anerkennen, soweit diese keinerlei Aenderungen erfahren.

Außerdem müssen beide Teile sofort alle Feindseligkeiten einstellen und ihre Gefangenen austauschen in Gemäßheit der noch zu bestim­menden Bedingungen. Es werden außerdem Sicherheiten verlangt werden für den Schutz der Minderheiten in den griechische und türkischen Gebieten in der Zeit, die bis zum Abschluß bei Friedens noch verstreichen wird.

London. 25. Febr. Amtlicher Bericht Wer die Nachmittagssitzung. Gegen 5 Uhr erschienen die türkischen Delegierten vor der Konferenz, um ihre Antwort auf die vorher verlangten Fragen abzugeben. Nachdem Bekir Silmith Bey erklärt hatte, daß er die Untersuchung annehme, welche über die Frage der Staatszugehörigkeit der Be­wohner von Östthrazien und Smyrna vorgèfchla- gen worden war, gab er zu erkennen, daß bis türkische Abordnung keine ausreichenden Voll­machten besitze, um ohne Bericht nach Angora verschiedene Teile des Vertrages von Sevres an? zuerkennen, welche das wirtschaftliche Leben des Landes schädigen. Er sei entschlossen, dies schleu­nigst zu tun und eine Antwort bis Montag nach­mittag zu verlangen. Die Konferenz e Uiirte sich mit dieser Frist einverstanden. Der Vorsitzende der Konferenz versicherte der Delegation seinen Willen, d'e vorgeschlagene Untersuchung durchaus mit Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu 'fMtzgn - W M â&M&k..^ und ^ ^M^ . schwebenden Fragen nach den Grundsätzen be» Rechtes zu erledigen. Morgen vorwittag wird die Konferenz die Angelegenheit von'Armenien und Kurdistan Zusammen mit der türkischen Abord­nung im Auswärtigen Amt besprechen. Die armenischen Vertreier wurden eingeladen, ihren Standpunkt zu entwickeln.

Polnische Tagesberichts.

Abänderung des Einkammenffeuerr gefeites. Im Reichswirtschaftsrat wurde gestern der Autrag des finanzpolitischen TluS» schuffes für den Entwurf des Gesetzes zur Abâuderung des Einkommensteuergesetzes beraten. Bei der Erhebung der Stcner für 1920 soll aus sozialen Gründen für Sohn» und Gehaltsempfänger jcder Art die Steuer für 1920 mit den erfolgten Lohnabzügen ab» gegolten fein und die Einziehung der Steuer für daS erste Steeierpierteljahr 1920 unter» bleiben, soweit die Lohn» und Gettalts» cmpfängcr ein Einkommen bis zu 24 000 Mk. versteuern würden und soweit sie den Steuer­abzug für die letzten *'< Fahre ordnungs» gemäß Nachweisen sönne». Der Antrag wurde angenommen.

Der Reichswehretat. Wie dasBerl. Tageblatt" hört, wird der HaushalâeS Reichs, Wehrministeriums für 1921 in der Form, wie er dem Reichsrat zu gehest wird, mit 314 Milliarden abschließen, während der vorjährige Haushalt mit 5% Milliarden obschloß. Der neue Etat ent­hält in erster Linie Mehrforderungen für das Erziehungs-, Bildungs-, Fürsorge- uud Sanitäts, wesen. Weiter rverden neue Mittel beansprucht für Waffen und Munition.

Mcinungsverschicdermeitcn unter den Kom­munisten. In der Tagung oes Zentralausschusses der Kommunisten vom 22. bis 24. Februar in Berlin wurde u. a. beraten über die Frage der italienischen Parteispaltung. Die Entscheidung des Zentralausschusses in der Frage der italie­nischen Parteispaltung gMubkn. wie dieRote Fahne" mitteilt, fünf Mitglieder ter Zentrale wegen der von ihr erwarteten Rückwirkung auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Partei mit dem weiteren Verbleiben in der Leitung der Partei nicht vereinbaren zu können. Es sind aus der bisherigen Zentrale der Kommunisten die Kiben Vorsitzenden Däumiz und Levi sowie die Sekretäre Zetkin, Braß und der Beisitzer Adolph Hoffmann ausgeschieden. Der Rücktritt Levis be* deutet, wie derVorwärts" bemerkt, nichts an­deres, als daß man ihm klar zu verstehen gab. daß er von der Koitus zu verschwinden habe. Immer kleinere Größen, schreibt derVorwärts* weiter, kommen ans Ruder. (Als Vorsitzender wurden gewählt BranLler und Stöcker.) ,

(Weitere Politische Nachrichten aus Seite 5J