Sanauer 8 Anzeiger
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General-Anzeiger
AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Sauca
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Lerlaasleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Richard Hultich: für lokalen und orovinziellenTeil sowie Scott Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in öanau am Main. Rotationsdruck der Waiienbausduchdruckerci Hanau. Fernivreckanichlüne Nr. 1237 und 1238.
Nr. 44
Dienslag den 22. Februar
1921
Die Preutzenwahl.
I £y» Ergebnis der Landiagswahlen liegt k zwar noch nicht vollständig vor, dennoch ist es heute möglich, sich ein Bild über die Lage zu machen und die künftige Konstellation der Par- teien zu beurteilen. Fest steht, was wir gestern schon hervorhoben, daß die Wahl einen erheblichen Zug nach rechts ergeben hat. wenn er auch nicht ganz so stark wie bei den Neicbstagswahken tu Tage tritt. Weiter kann bereits in dieser Stund« «in« schwache Mehrheit der bisherigen Regierungsparteien als feststehend angcieben werden. Die Melirbeit ift vorhanden, trotzdem die Demokraten erhebliche Verluste zu verzeichnen haben. Ob aber die seitherige Negierungsloali- jilm in der Lage sein wird, die Ce'chäfte des Lande« weiterzuführen, ist eine andere Fraoe, da erstere wesentlich geschwächt und die Ovnosi- tion gestärkt worden ist. Die Mehrheitssozialisten treten aus diesem Grrmde bereits an bk- Unab« I hängigen heran und fordern bkk a"s. sich nn der Regierung zu bekiriocn. Der ^Vorwärts"
I schreibt: Eine ernste MeintmgsverschieLenheit I zwischen beiden Parteien bestehe nur über die Frage des Zusammengehens mit Vür^rl'chen. Ein Znge-stöndnis nach dieser Richtung hin kâe aber dèn Unabhängigen umsowenioer schwer fallen, als la ihre österreichischen Gesinnungsgenossen bereits nach ihm gehandelt haben. Tic Einigkeit der Sozialdemokratie sei erforderlich sowohl im Kamvfe aeoen die Rechts^arte-en als auch r*egcn den Terror der zersnli'terndcn kommunistischen Minderheiten. Soweit der „Vorwärts", der sich zunächst nach Links wendet, um bk seitherige sozialdem-okratische' uneingeschränkte Vor- inachtstessunq weiterhin zu erhalten. Von der I rechten Seite dagegen, besonders von der Tent- i^lchen Vvlkspartei, wird versucht, in erster Linie einen großen Regierungsblock mit Einschluß der Delitschnationalen und Soziali st en hcrbcizusübren. Es wäre zu wünschen. wenn die letzteren Bestrebungen von Erfolg begleitet sein würden, denn keine Partei fall von der Arbeit für das Volk ausgeschlossen werden, die den ehrlichen Wissen dazu hat. D-'e Herrschaften, die in der Koalition sitzen, verheiraten sich ja nickt, wie man zu sagen pflegt, sie leisten nichts anderes als Nothilfe für Volk und Vaterland und dazu sieht keiner zu hoch und ist niemand zu gering. Die Hauptsache ist: Der ernstliche Wille zu praktischer Arbeit. Wir find uns alle darüber klar: es kann niemals der Wille Kur einer Partei oder gar der Wille nur eines Mannes, sondern cs kann nur der Wille des Volkes, parlamentarisch ausrebrüdi: Der Wi lle derMchrheitdesVolkes gelten.
Bei den kommenden Beratungen über die Regierungsbildung sollten also die einzelnen Parteien nicht über Zwirnsfäden stolpern, damit «Ine etwaige Krise vermieden wird. Denn jetzt ist keine Zeit für Krisen, ebensowenig wie für Schlagwortpolitik. Nur Gemeinschaftsarbeit unter Zurückstellung aller parieipoli- usch«n, Zwistigkeiten muß heute bk Parole sein und dieser Parole sollten alle Parteien Folge leisten, denen das Wohl Preußens und damit des ganzen deutschen Volkes am Herzen liegt. Aachen wir in Preußen den Anfang mit der Gemeinschaftsarbeit, das Reich wird bald folgen.
Das neueste Ergebnis.
S62 Mandate feststehend - 212 bürgerliche, 150 foziaUstisch-kom.
Eine schwache Mehrheit für die bisherige Koalition.
Berlin, 21. Febr. Bis 11 Uhr abends lagen aus 19 Wahlkreisen bk Resultate vor. Danach wnncn bisher 327 Abgeordnete als gewählt gelten. Diese verteilen sich auf die einzelnen Par- «len folgendermaßen: Deutschnationale 57, Volkspartei 46, Zentrum 67, Demokra- «n 17, Mèhrheussozialislen 95, Unabhängige 20, Kommunisten 23 und Wirtschaftspartei 2. Diese Uebersicht hat sich ergeben aus den Wahlen nach v«n Kreiswahlvorschlägen mid aus der Verrechnung der Rtsistimmen der Verbindungèerklä- Ukngkn. Es fehlen noch die Resultate aus den Wahlkreisen 15 Hannover-Ost, 20 Köln-Aachen 21 Koblenz-Trier. Erst wenn diese Resultate uorlieg<n, jst es möglich, noch die auf die Landes- wahlvorschläge entfallenden Abgeordneten zu Verrechnen.
Berlin, 22. Febr. Aus der Verrechnung der »reststimmen für die Landeswahlvorschläge er« ^uen sich weitere 35 Mandate für bk verschieden Parleien und zwar für die deulschnatio- 9, Teutsche Volkspartei 5, Zentrum 3, De- ^ulraten 4, Wirtschaftspartei 2, Mehrheitsso- «lAn 4. «smmunisten 4, U, & B. 4.
Der sammcn
Preußentag setzt sich also vorläufig zu-
aus: 66
51
70
21
4
99 24 27
Deuischnational«, Deutsche Volksparteiler. Zentrum, Demokraten, Wirtschaftsparteiler, Mehrheitssozialisten, U. S. P. Kommunisten
Die Bremer Vürgerschaflswahlen
' Eine bürgerliche Mehrheit in Bremen.
362 Mandat«.
Davon entfallen 190 auf bk Parteien der bisherigen Koalition und 172 auf die übrigen Parteien.
Das Ergebnis der Landtrsgswahlen vom Januar 1919.
Sozialdemokartische Partei Deutschlands 145,
Christliche Volksparlei 85, Deutsche demokratische Partei 65. Deutsch-nationale Volkspartei 48» Teutsche Volkspartei 24 und Unabhängige sozialdemokratische
Deutschlands ebenfalls 24 Sitze.
Partei
Außerdem erhielten:
die Schleswia-.Holstcinisck'e Bauern- und LanLarbeitcr-Demokratie 1,
die Welfen 2 und
bk Vereinigte deutsch-hannoversche und Zentrumspartei 7 Sitze.
Zu dieser Aufsiellung ist zu bemerken, daß die bisherige Preußische Landesversammlung aus 401 Mandaten bestand, während diesmal durch eine neue Berechnung, nach der 40 000 Stimmen auf ein Mandat entfallen, diese Zahl nicht erreicht werden wird. .
Das Ergebnis von Keffen-Nastau
Er erhielten :
Tnat. Pp. D. Vp. Sentr. Dcinokr. S. P. D. 11. S. P. D. K. B. D.
118143
128 651
103 020
59 872
231 249
25 875
32 652
(2)
(2)
(1)
(5)
Reichst. 1920
166 970
179 938
192 068
112 713
143 686
139 248
16 496
2
3
3
1
5
2
Prcnß. 1919
101 992
65191 199 752 M312 425 377
37 210
(2) (1) (5) (5)
(9)
Wirt sch. d.d.M. 3 085
Ohne Stadtbezirk Frankfurt und 9 Landbezirken.
1. Wahlkreis Tkipreußen. Da die Wohlen zum vreiist. Landtag ähnliche Zastlen ergeben wie bei der Reichstagswahl, bürsten gemahlt fein: 6 Deutsch- natwnale, 2 Zentrum, 3 Deutsche Volksp., 1 Demofiat, 5 Mchrlikitssozialisten, 1 Unabhängiger, 1 Kommunist.
3. Wahlkreis Potsdarn 2 6s erhielten die Metirtettssoz. 16)436, Zcntr. 22 938, Temokr. 72 536, DkMschnat. 154 55D, llnabb. li'O 665, Deutsche Vpt. 150 272, Komm. 54 703, Hannoversche Landesp. 13b, Miltclstandsp. 38 595. Es entfallen auf die MehrbeitS- iogiahfteu 4, Demokraten 1, Denfidmat'onale 3, Unabhängige 2, Teutsche Botkèpaitei 3 u. Kommuuistcn 1, zus. 14 Sitze.
Wahlkreis 5 Frankfurt a. p. C. Es erhielten die Deutschnat. 247 353 Stimmen <6 Abg.t, Dcütidie VolkSpt. 09 419 (2, Zcntr. 4 6 449 (1), Temokr. 50..88 (I), Soz. 242 559 (6i, Nnabh. 47 814 (1), Sloiii. 21199, Christl. Vollsp. 10030 Stistiinen.
Wahlkreis 7 Breslan. Es entfallen ans bie Mehrhcitsioz 350 149, Deutidinat. 188 788, Zcntr. 172 974, Dcntiche Vpt. 74 7b9, Dcmokr.49 390, Komm 22 587, WirtickaitSv. 14 062, Nnabh. 8059. Es ent fallen auf die Mehrheitssozialisten 8, Dentidmatmimle 4, Zentrum 4, Deutsche Vollspartei und Temokrateii je 1 Sitz.
Waylkris 8 Liegnitz. Es erhielten die Soz. 2254411 Stimmen, Zcntr. 50.92, Deniokr. 53609. Dclitichiiat. 130 013, llnabb. 10 673, Deutsche Volk»pt. 67 116, Kom. 14 627, Wirt cha tèpt. 16 958 Stimmen. Es kiitsallcn auf die Soz. 5, das Zentr. 1, bu Deniofr. 1, die Deutschnat. 3, die Teutsche Volkèpt. 1 Sitz.
Wahlkreis 11 Merscbnra. Komm. 204 569 Tentichnat. 153 872, Deiitiche Vpt. 971 31, Nnabh. 75 879, Mchrdcits-oz. 71 889, Temofr. 66 420, Zentr 8288. Es ent allen auf »ie Koinmiinisleu b, Tcnisch itat Duale 3, Tentiche VolkSparlci 2, llnab ängtge. Aithr eWozialist.en und TemokraNn je 1 Sr.
Wahlkreis >4 Wcser-Cms. CS erb eiten bi1 Mclnhcitssoz, 53 212, Zcntr. 104 620, Dcmvtr. Rart- CftineSlauh 12 698, Dem fr. 13048, Deutfebuat 23 611 Nnabh. 14 745, TeNlsche Vpt. 49 485, Komm. 6151- Es entfallen auf bie Diebrbcitropasten 1, die Zentrums- paitei 2, die Teutsche Voltspartei 1 Sitz.
Wah kreis 17 We. faleu-Norv. Es erhielte) die Deimdmat 90 027 (2 Sitze), Deutsche Vpt. 9l 48: (2), Zcntr. 400 749 (10), Temokr. 3o 091 (infolge Listen Verbindung (1), Mchiheiiswz. 196211 (4), llnabl 22 9.7, Komm. 48 884 il Sitz).
Wahlkreis 22 DüssclVorf-Oft. Er entfielet auf die Tentichnat. Vpt. 3, Deiilsche Vpt. 3, Zentr. - Dcntich-Temokr. Pa>,ci 1, Son 3, llnabb. 2, Kom
23. Wahlkreis Düsseldorf-West. Es crlmlt die Deitifdinat. 5.3OJI (i Sitz', Teutsche Bvt. 89o (2), Zcntr. 290 664 (7), DiebriieitÄiop «4 97 » (l Dcmokr. 21077, Nnabh. 28 8ti>, Kommunisten 65 747 (1 Silk
BrcmtN, 21. Febr. Da? endgültige Eracbni? her BürgerschaftswablkN stellt sich folgenbermanen : CS wurden abgegeben im bremischen Staatsgebiet 97 414 bürgerliche und 93 635 sozialistische Stimmen Damit cr'ochtcn die bürgerlichen Parteien über bie sozialistischen einen Sieg von 3779 Stimmen. Die Stimmen verteilen sich auf bie einzelnen Parteien wie folat: Tentidmauoimle 18062, Deutsche Volksvarte. 42 742, Einzelhandel 5527, Zentrum 3669, Dano- fraten 27 414, MehrbeitswzialCten 42 054, Nnab- bängige 39 323, Kommunisten 12 258. Die Sitze tu her neuen bremischen Bürgerschaft verteilen sich foL gciidermaßeii: Dentidmationale 15. Dent'che Volks- vartei 27, Zentrum 2, Einzelbandel 5, Demokraten 19. MehrhcitSsozialmen 26, Unabhängige 25, Kommn- nisten 7. AlS stärkste Partei liebt die Deutsche Volks- varfet in die biemische Bürgcrschait ein. Am meGai verloren haben bie llnabbängigen, die rimb 11 000 Stimmen an die übrigen Parleien abgeben mußte». Von sämtlichen 120 Sitzen in der Bürgcrichast erhalten die bürgerlichen 62 und die sozialistischen Parteien 58, iodaß eine bürgerliche Dichtheit von 4 Stimmen zu verzeichnen ist. Die Wahlbeteiligung war äußerst rege itnb stärker als beim VolkScntichciv. Es wählten im gangen von sämtlichen Wahlberechtigten 90 v. H
Die Abstimmung in Oberfchiesten.
Einheitliche Abstimmung.
Paris, 21. Febr. Nach einer Mitteilung des Londoner Berichterstatters des „Temps" Hai der Oberste Rat in seiner heutigen ersten Vornrittago- fitzung eine Entscheidung über die Frage der Volksabstimmung in Oberschlesirn getroffen. ES wird qemcldet, daß die Abstimmung fürEinheimischr und für mißerha-lb Oberfchlefiens wohnende Stimmberechtigte aneinunddcm- selben T a g e stattfindet. Ferner soff die VolkSabstimmungskot rmisfion als A b st i m « mungstag den 2 0. März oder, wenn sich feÄte
Oberste Rat hat sodann Kenntnis davon nommcn, daß sich die britische Regierung pflichtet, der Äbstimmungskommisfion vier taittone zur Verfügung zu stellen.
ge »CT: Ba
Um die Besprechung zwiieden der KriegSlaffenkommrs- fion »nd der NeparationSkommlision zu erleichtern, ist vorgesthen. bau die Sachverständigen der Alliierten und Deutschen in Paris in ständigem Kontakt bleiben rannen. Zu dem Zwecke, den tut Abwickelung diese» Programms notwendigen Schriftverkehr an teschlen- iiigen, vertraute die Kouimiisio» den offiziösen Delegierten der Bereinigten Staaten, Boyden und General» iekrctär Salter, die Sorge dafür an, dir Verbindung zwischen den bevollmächtigten Vertreter der deutsche» Nemcruug und den verschiedenen Delegationen und ben Büros der Kommission fichmiuteUcn. Nachdem Boy» den abgereift ist, wurde diese Aufgabe dem General» tonti ollcur, dem beigeordnetcii Delegierte« Frankreich», übertragen. Am 11. Februar bestätigte von Ocryen, einer der Vertreter der deutschen Regierung bei der ffriegilastenkommusicm, den Empfang einer gewisse« Anzahl ihm -mgeiaudter Reklamationen und teilte mit, »aß die bevollmächtigten Sachverständigen am 14. Februar nach Paris kommen würden, um die Dossier» dieser einzelnen Reklamationen zu prüfen. Er erklärt« dabei immens der deutschen Regierung, daß e» ibi unmöglich sei, die Fristen zu akzeptieren, welche bitt Kommission für die Einsendung der Bemerkungen auf jebe Kategorie der Reklamation stellte. Die Kommission antwortete am 15. Februar der Kriegslasteukommission, das; es ihr unmöglich wäre, den Wünichcn der deutschen Regierung zu entsprechen, und daß die sestzesetz, teil Fristen von der Neparationskommission strikte ein» gehalten würden. Der Zeitverlust infolge der Ueber» sendiing der Dossiers nach Berlin könne nicht berücksichtigt weiden, da die deutsche Negierung gebeten wurde, alle zur Prüfung jedes Dossier? erforderlichen Sachverständigen nach Pari« zu enbniben. Ebensowenig akzeptierte die srommiifiou den Gedanken der deutschen Negieruilg, ihre Bemerkungen aus alle Rrllamatione» en bioc einzulicser». Es ist vielmehr die Absicht der Repcirctioustoiiimffsion, die bcutfdnn Leinerkungen zu jeder Kategorie von Slctlamatioiini nach Maßgab« ihres EiiilausS zu prüfen.
Anmerkung des W. T. B.: Die Note vom 15, Februar liegt bei den Berliner Zentralstellen noch nicht vor. Es ist selbstverständlich ausgeschlossen, daß sich die deutsche Regierung darauf etnlafen kann, sich im einzelnen vorschreiben zu lassen; binnen welcher Mit^ze Äc MWWjâ! M kâUMÜlchâiLws» -reichen AufstellNiigeii zii erledigen hat. Wie wir er» ,ahren, erhielt die dculsche HriegSlaitentommiijion ^bie Anweisung, bicicn Standpunkt der Reparationslsm- mission gegenüber nochmals au»;udrücken.
Schweizerische Havdelskreise verurteilen die Erportsteuer.
Eine Nole der NeparalionsKommlsslon
Die Neparationskommission veröffentlicht folgende Note:
Mit Rückuck.t darailk, daß nach Vorschrift des Artikels 23 des Versailler Vertrages spätestens bie zum 1. Mai 1921 alle Schäden, deren Wiederherstellung Deutschland schuld--, abgeschätzt sein müssen, stellte die R'-paratiouSkommiisian ein Tabl-mu mir, wodurch Woche für Woche die Arbeit vorgesehen w-rd, die geleistet werden must, um eine endgültige Festsetzung ,u dem vörgeiehelien Termin treffen zu fönitcn. Zunächst gab die NeparatioiiSkomnysuon den alliierten Regie» rilligen kund, das; nach den, 12. Februar als dem letzten Termin keine Nennmation mehr angenonimeii merben würde. Andererseits wurde die deiiti'chr Negieriing nirgeforbert, spätesten? zum 15. Februar ihre Sachverständigen nach Vari? zu entsenden, die das der Kriegslaiteiikomiiiikfion vorgelegte Material Drüsen können. So sollen Verzögerungen vcriiuedcii iverden, die entstehen würden, ivenn die Nektaiuationen »er alliierten Reg'erung n erst nach Berlin gesund, w rdeii mutzten. Die ron der StetmrabonSfoiinnifnor -estgesetzie Arbeitsniethode ist kolgende: Jede von einer alliierten Regierung eingegan-ene Neklamation mir! der KritgSlaslenlomnii-sion überwie eu, wobei bei deutschen Regierung zur Aeußerung eine Frist von wenigstens acht biS höchstens 15 Tagen. je nach be: Natur beS Anspruchs, bewilligt wird. Diese Frist soll '3 Tciit'chland eriuöglidien, alle ergänzenden Aus fünfte aiizu ordern, die sie für nütz'-ck ha t, und jede .trage ailsziiwcrfen, die in Beuig a f die betrcffeudc Tletlamation in 3in'atninenhang steht mit den Grund ätzen ober der Auslegung d s FriedenSvertrages. Da oas letzte Tosfier von Nellamationcn her Alliierten im 19. Februar der KriegSlastenkomim'sian fiber aubi murhe, haben die Deutschen sputest nS am 5. März ihre ^Bewertungen an die Neparationskomuijsfion ge- anaeii zu lasse». Sobald die fionmtiiiion diese Ent gean ngeu brr denlsckcii Regierung inbezi g auf jede ächadenstategorie in Händen hat, wird sie die alliierten Nezicruligen ersuchen, ihr die An'worten tu liefern, Die die Negieriiiiuen auf die von den D » ' e ge^ ellttii Anforderungen an cnäntenben Siirfin te er teilen können. Zu diesem Zw ck ist eine zwei c Frist on 8 biS 15 Tagen vorgesehen, fobslf? der äusterue Termin für die Mitteilung der letzten Antivoneii ter linierten an die beutfle Regierung am 20. März ist Die KrttgSlastenkommissian ihrerseits bat iviebcnhn irie Frist von 8 bis 15 Tagen höchstens, um der stepargfiouslommission ihren endgültigen Bericht über ehe Neklamatioii vorzu legen. Der lebte dieser Berichte miß folglich spätestens am 5 April vorgelegt sein. Die Ncparationsloiiimiision wird der beiindieii Regie- e n -, wcnil sie einen solchen Wunsch ausdrückt, in miiger Weise Gelegenlcck geben, in einer offiziellen tonimlssioussitzung sich über jede dieser Reklaiiiaiioue» lad) Mallgabe de? EiiilaiiiS der endgültigen Be>inte n Susern. Diese o st,pellen Liyniigen können vor ein 5. Avril und bis enrdjlicfelidj 12. April ftatt- ii en. Die NeparationSlommissioii re-ermert sich d e leit vom 12. April biS zum iriidc diese» MonatS, um die Jt von der Kriegriastenkommlision vorgelegten Berichte zu studieren und ihre »Entscheidun» auszusprechen. -
Bern, 21. Febr. Die von der Pariser Kon« ferenz vorgeschlagene Exportsteuer erweckt in einem Teil der Schweizer Presse und in den Baseler Nachrichten die Befürchtung, daß zwecks Erhebung der Steuer die während des Krieges geübte Wirtschaftskontrolle und Handelsspionage der Entente wieder ungewandt werden soll. Wie die Aniwori der Neutralen, besonders. der Schweiz lauten wird, falls die Neutralen einge- laden würden an der Kontrolle der deutschen Ausfuhr mitgutorten, darüber sagt die Berner HandelszeitungMan ist bei uns der Ansicht, daß nicht nur Frankreich durch den Krieg frevelhafte Schädigungen zugefügt wurden, sondern daß auÄ das deutsche Volk, größtenteils infolge Ler Maßnahmen der Alliierten, ebenfalls die schrecklichen Folgen des Krieges trägt. Zu einer Aussaugung der geschwächten Völker Europas werde die Schweiz keinen Finger rühren.
Frankreichs Einfluß auf die Londoner Presse
Ipu. London, 21. Februar. In der Lon- doner P'.esie zeigt sich bei .der Behänd« lung der Konferenzfragen eine Aenderung der bisherigen Beurteilung der Ententepolitik., Die Westminster Gazette, die in letzter Zeit wiederholt Artikel brachte, daß Deutschland nicht in de,r Lage sei, die Forderungen, welche Frankreich allein stellt, zu erfüllen, tritt jetzt mehr und mehr für die französische Auffassung ein. Die Rorthclisfe Presse vertritt ausschlieg. lich den Standpunkt Frankreichs und versucht auch Lloyd George, der sich in Paris auf dieses Programm ziemlich festgelegt hat, noch weiter zu binden. Der Einfluß der französischen Agi- .ation in der englischen Presse ist letzter Tage tark bemerk mr geworden, besonders alle Fragen, welche England mit Deutschland in Streit bringen ö men, werden in den Vordergrund der Ta^C'-ldti! gebracht.
— Die Eröffnung des StagtsgerichtShofe» Sfättermelbuiigci a it Le v;ig pifolqe fand gestern i» iroße» Sitzungssaal d.« Rcichsgccich:» die Eröffnung des Ltaa: rgcrichlsdoF'S für das Deutsche Reich in inner vor äufigcn Verfassung statt. Anwesend waren sämtliche sieben Mitglieder uv» zwar br« Richter des Reichsgerichts und die von Reichstag gcwrhlten vier Abneordnettn. Nachdem ReiäiSgerichtspräsidevt Del» drück den StaatSgenchtSdot bcgrügt halte, eröffnet« der Vorützcnde Srnattpräs »eut König tont Reichl« re richt dm Staat igenchtSbot mi* «m r Anspracve, in -er er beut Wunsche Au »druck gab, daß seine Wirk« aiiikelt dem b< utfAen Volke zum Segen gereichen werde. Den ersten Gegcnslaud der Tagesordnung bildete die Regelung de« Prozeßverfahren ». Es »urd, beschlossen, daß dieses sich »nnichst nicht auf »K Münster« aultagen »»recken soll.