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Aeneral-Anzeiger
AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Lana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.
Verantwortlich: für volitilcken und allgemeinen Teil RickardHultlck:sür lokalen und provinziellen Teil" sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen unb< Reklamen August Brodt, alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waiienbausduchdruckerei Hanau.
Fernipreckanlcklüsie Nr. 1237 und 1238.
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Freitag den 18. Februar
1921
Das Neueste.
— gm bayerischen Landtag gab Ministerpräsident I Aabr eine neue Erklärung über den Standpunkt I «.«kN» in der Entwaffumigssrage.
I — Die Pariser Presse bringt neue Drohungen ne Deutschland für den Fall, daß die Londoner iftreni ergebnislos verläuft.
I — Die Zabl der farbigen Desatziingstriippen im h Khtinland beträgt immer noch über 24 000 Mann.
■ — Rumänien beziffert seine Entichädigung«ausprüchc
I )({ Deutschland auf über 31 Milliarden Goldlci
I — Eine internationale Kommission wird sich nach I ßien begeben, um die dortige Lage zu ftubieren.
I — Die K»mmission für auswärtige Angelegenheiten i gnb Finanzen in Frankreich wird heute juiammeii’ f treten, um die bei dem Pariser Abkommen vorzuiiehiiicii- ' ben Serbefferungen zu prüfen.
I Bayerns Slandpunkl in der ° Enlwassnungsfrage.
In der gestrigen Nachmittagssitzung des baye- I rischen Landtages kamen in Anwesenheit der g«- k samten Staatsregi<rung di« b«idcn Jnt«r- pellation « n d«r M. S. P. und der U. S. P. I betreffend die Haltungder bayerischen I Regierung zum Pariser Diktat zur I Besprechung. Ministerpräsident v. Kahr kcnn- I zeichnet« in Beantwortung der Interpellationen ■ den Standpunkt der Regierung und der Scali» I tionsparteien dahin, daß die Erfüllung der Pa- eifer Forderungen die vollständ>se Ver- s flavung des deutschen Volkes, insbesondere der r Arbeiterschaft, auf zwei Generationen hinaus b«- I brüten würde. Das ganze deutsche Volk in allen I seinen Teilen sei sich darin einig, daß diese Vor- - schlage unannehmbar seien. In der En t- I w a f f n u n g S f r a g e, sagte ber Redner, mutzte I ßxr bayerisch« Ministerpräsident bei den Berliner I Besprechungen Mr M baherijâ)« Einmohner- rvehr an dem seither eingenommenen ! Standpunkt festhalten. Die Einwoh- $ «erwehr entstand in der schwersten Not des Staate» und des bayerischen Volkes durch einen freien Entschluß des Volle». Sie halte und hat keinen anderen Zweck, als den des Schutzes der eigenen ■ Person und des Eigentums und der Aufrechterhaltung von Ruh« und Ordnung im Staate. Niemals noch hat |i< ihre Waffen mißbraucht. Alle iAnerpolitijchen Befürchtungen über ihr wahres Wesen sind ebenso unbegründet wie die Befürchtungen unserer Gegner, daß sie ihnen als natio» naiislisch-militärischc» Instrument im Dienst« der Revanche gcsährltch werden könnten. Die Einwohnerwehr wird von selbst verschwinden bei genügender Erstarkung bc» Staates. Heute schon festzu- legen, bis zu welchem Termin das der Fall ist, ist schlechterdings unmöglich. Sicher ist nur, daß heute bsr Zustand noch nicht erreicht ist, d«r ein«» bewaffneten Selbstschutz der staatserhaitenbcn Llnwohnerschaft als überflüssig erscheinen lassen könnte. Di« Umsturzoewegung her staatsfeindlichen Elemente dauert unvermindert fort. Zu diesen Gefahren im Jnn«rn kommt die Gefahr von außen. Die österreichischen Länder stehen unmittelbar vor dem Allerschwersten. Die Gefahren, die Bahern von außerhalb seiner Srcm zen drohen, drohen anderen Ländern kaum im gleichen Matze. Angesichts dieser Lage ist di« Einwohnerwehr nach wie vor eine staatliche Le b« ns n o twen d i gke i t. In der Einwohnerniehr liegen auch hohe ideelle Kräfte, bis keine Slaatsrcgierung leichten Her- zens*pr«isgebcn oder zurückstoßen darf. Wenn die bayerische Staatsregiermig und bis Koalitions- jxlltcien im Gefühl dieser ungeheuren Verantwortung zu dem Ergabnis gecommen sind, es mützte an bem bisherigen Standpunkt fest gehalten , werden, so ist es niemandem, ber auf politische Wohlanständigkeit hält, gestattet, in diesem Entschluß etwa» anderes, als eben dieses Verant- vorrungsgefüht zu erblicken. Die Andeutungen, als stünde die bayerisch« N«gierung unter fremden Einfluss«» oder konspiriere sogar mit den Gegnern, um ihre Unt«istützung zu gewinnen, gehör«» in ben Bereich böswilligen Tratsches. Mit Nachgiebigkeit dienen wir weder uns, noch den Siegern. Das gilt nach unserer Auffassung auch von dem Diktat der Entwaffnung und Auflösung der Einwohnerwehr. Wir haben es für unsere heilige Pflicht erachtet, bissen unseren Standpunkt auch der Rcichsrczierung mit allem Nachdruck anzubringen. Sollte die Reichsregierimg zu der Anschauung gelangen, sich diesem Stand- PlUlt nicht anschlietzen zu können, so müßte sie für alle Maßnahmen auw ausschließlich die Verantwortung nach jeder Richtung h.in tragen.
Die Red« des Ministerpräsidenten wurde von den Koalitionsparteien mit Beifall und auf den Tribünen mit Händeklatschen ausgenommen.
Darauf gab Abg. Stang (Bayr. Vp.) eine gemeinsame Erklärung für die KoalitiiinS- parteicn ab, nach bei die Koalitionsparteien die Stellungnahme der Regierung zu den aus den Pariser Forderungen sich ergebenden politischen und wirtschaftlichen Fragen, wie sie in der heutigen Rede des Ministerpräsidenten zum Ausdruck gelangt ist, billigen. Sie erachten übereinstimmend mit der Regierung bis in Paris erhobenen Neparationsforderungen für unerfüllbar und unannehmbar. In der Frage der Entwaffnung und Auflösung der Einwohnerwehren, die eine Divergenz der Auffassungen zwischen Reichsregierung und bayerischer Staatsrcgierung. nicht aber eine Spannung zwischen Bayern und dem Reiche, geschweige denn die Gefahr eines Bruches mit dem Reiche geschaffen habe, erkennen die Koalitionsparteien die Berechtigung und die Folgerichtigkeit des Standpunktes der bayerischen Negierung an. Sie gehen aber der Hoffnung Ausdruck, daß noch ein Weg gefunden wird, der bis erforderliche Berücksichtigung der L«bensnotwendizk«iten des Reiches und Bayerns mit der loyalen Ausführung übernommener Verpflichtungen zu vereinbaren vermag. (Zustimmung bei den Koalitionsparteien.)
Die deutschen GegcnvorschtLar.
Berlin, IR. Fcbc. Mehreren Blättern znlolge bürsten die deutschen Gegenvorschläge für die Londoner Kon'ercnz von ren Sachveri'läiisigcii voraussichtlich amangi der nächsten Woche fertiggestellt sein. Wie es in den Blättern heißt, Ci in Aussicht genommen, die Gegenvorschläge zum Gegenstand einer Besprechung zwischen ber Reich-regierung und ben NeftbstagSirak- honen, sowie Vertretern bei Ne chrivirtschnftSrateS zu wachen. Erst nach dieser Bcsprechuiig werde die etib= gült ge Fassung ber Gegenvorschläge erfolgen und zwar voraussichtlich Ende der nächsten Woche.
Die Dsuischen haben in London „mehr mitzuoeraieu".
Paris, 17. Febr. In Besprechung der Rede Dr. Simons wendet sich der „Caulois" dagegen, daß Simons über die Londoner Konferenz geringschätzig zu denken scheine. Das Ziel Dr. Simons laufe darauf hinaus, Zeit zu gewinnen, theil er hoffe, die Altirerten zu veruneinigen. Dazu würden sich die Alliierten aber nicht hergeben, und es werde ihnen bei Beginn der Konferenz leicht (ein, den deutschen Lertretern zu beweisen, daß sie nicht mitzuberaten hätten, sondern nur Vorschläge in begrenztem Umfange vorzubringen und - die ihnen aufer- legtcn Entscheidungen anzunehmen oder abzulehiicn. Das Blatt findet es sogar angemessen, daß man nicht bis zum 28. Febrüa; warte, um Deutschland an die Wirklichkeit zu erinnerns die dieses zu vergessen scheine. Marcel yutinJber Vertreter des „Echo be Paris", hatt« gestern Besprechungen mit führenden französischen Politikern, die erklärten, daß Frankreich bis deutschen Gegenvorschläge in London unbarmherzig zurückweisen werde. Aristide Briand hält sich energisch an bis Minimalgrenze des Abkommens von Paris. Wenn Tenlfchland in London diese Vorschläge ablehnc, so werde ber Delegation sofort ein Schiff zur Rückkehr nach Deutschland zur VerfüLung gestellt werben. — Ueber bis Anwendung der Zwangsmaßnahmen schreibt Hutin: Wenn die Deut-' schen mit einem kategorischen Nein London verlassen würden, so sei anzunehmen, daß die französischen Unterhändler nach Paris zurückkehren und Briand unverzüglich das Parlament unterrichten werde,. Man fasse die Möglichk«it ins Auge, daß bi-e englischen Freunde die Sanktionen nicht sofort spielen lassen würben, die im Pariser Abkommen vorgesehen seien Wenn England 3. B. von den 3 olle in nahmen eines großen deutschen Hafens Besitz ergreife, und wenn Frankreich für den Anfang bis Hand auf eine industrielle "roßftabt lege, die für die Kohlenlieferungen an Bayern und andere deutsche Stadt« in Frage komme, dann werbe sich die deutsche Regierung die Sache wohl überlegen und ohne Zweifel nach. London zurückkehrcn, um auf einer Grundlage zu verhandeln, die sich ben Pariser Dispositionen an^pafs«.
24000 Mann farbiger Truppen im besetzten Gebiet.
Ueber die Stärke der im Dezember im 6c* setzten Rheinland befindlich gewesenen farbigen Truppen wird uns auf Grund einer amtlichen Umfrage folgende Uebersicht gegeben: Im Bezirk Köln befanden sich rund 5400 Marokkaner, im Bezirk Aachen rund 2100 Marokkaner und Zuaven, im Bezirk Trier 385 Araber und Ana- miten, im Bezirk Koblenz 700 Algerier und Senegalneger. In Hessen waren 6550 Algerier, Marokkaner und Tonkinesen, in bet Pfalz rund
3600 Marokkaner, Madagassen, Cenegalneaer und Tonkinesen und scffliefflich im Bezirk Wies« baden rund 5600 Farbige der verschiedensten Art. Insgesamt betrug die Zahl der Farbigen etwas über 24 000. Das Hauptkontzngent stellten Marokkaner, Algerier und Araber mit zusammen über 19500. Ihnen folgten Tunesier mit 2300 und Madagassen mit 1400. Die anderen farbigen Rassen waren mit geringeren Ziffern vertreten. Es siebt zu befürchten, da^z mit Eintritt der wärmeren Jahreszeit neue farbige Truppen, die des deutschen Winters wegen in wärmere Landstriche zurückgenommen worden waren, in unsere armen besetzten Nheinlande einziehen. — Aus der obigen amtlichen Feststellung ergibt sich überdies, wie unrichtig die in Amerika verbreitete Nachricht ist, die farbigen Truppen seien aus Deutschland zurückgezogen worden.
Arbeit und Feier bei Krupp.
Eine Feier zur Ehrung von rund 600 Jubilaren bei Krupp wurde ein erhebendes Fest der Arbeit. Krupp von Bohlen und Halbach führt« u. a aus:
Ein einiges deuisches Land, ein eng geeintes deutsches Volk, das soll und muß jetzt erst recht der Siahlblock bleiben, an dem kein Volk der Welt achtlos Vorbeigehen kann. Ein einiger deutscher Arbeitswillen soll und muß der Welt zeigen, daß sie ohn« Deutschlands wirtschaftliche Kraft selbst ärmer, durch Deutschlands Niedergang unmöglich reicher werden kann. Sven Hedin, der den ganzen Erdball bereist und wi« wohl wenig an bett alle Völker kennen gelernt hat, schrieb neulich: ^Ein zerschmettertes und vernichtetes Deutschland würde in der Mitte Europas einen leeren Naum zurücklaffen. der wie eine Krebs- krankh«it den ganzen Erdteil in Fäulnis versehen würde"; gleichzeitig sagte er: „Deutsche Arbeits- freude, deutsche (Gründlichkeit, Handel und Industrie, Wiffenschaft und Kunst stehen so ho-ch oder höher wie die aller anderen Völker." Dies« Eigenschafien, diese Ruhmestitel uns zu erhalten und zu mehren, dazu bedarf cs des sicheren- Bewußtseins, daß auf diesem Gebiete unsere Segnet — denn von solchen müssen wir Teutsche trotz aller Friedcnsverträge leider immer noch sprechen — uns wohl Schwierigkeiten aller Art bereiten, bauernbe Hemmnisse aber nicht schaffen können.
Unseres Wertes bewußt dürfen wir denn auch gerade unseren Gegnern gegenüber bleiben, trotz aller Demütigungen und Erniedrigungen, denen wir mehr und mehr ausgesetzt sind, nie vergessend, daß der Friede, der trotz Waffenstillstan- des mit der Drohung der Waffengewalt uns aufgezwungen ist, nicht den Grundlagen entspricht, auf denen wir, dem Wort der Gegner vertrauend, die Waffen aus der Hand gelegt haben. Lassen Sie uns trotz allem die Hoffnung nicht ganz auf- geben, daß, je länger je m«hr auch bei unseren Gegnern -ein richtiger Stolz sich gegen ein derartiges Vorgehen aufbäuint.
Auch für das Kruppsche Werk insbesondere sehe ich noch schlvere Zeiten voraus; brachten doch schon die Kriegs- wie die seitherigen Jahre nicht wenige Sorgen, die sich der Außenwelt nicht aufdrängen, sondern zumeist im Verborgenen durchgelämpft werden müssen. Wie manchmal schien her ganze Grund und Boden zu wanken, auf dem wir standen! Um für di« unsicher« Zukunst d:« Grundlag«n ber Firma wenigstens in Bezug auf Rohstoffversorgung und im Hinblick auf die stets zunehmende Höhe der erforderlichen Betriebsmitl«! nach Möglichkeit zu festigen, hat die Firma gerade in letzter Zeit gewaltige Lasten auf sich nehmen müssen, die wiebér neue Sorgen auf die Zukunft legen . . . Andererseits darf ich gerade gegenüber den Herren Jubilaren, die zu der Entwicklung der Firma ihr volles Maß beigetragen haben, dankbar zum Ausdruck bringen, daß all« Kruppianer sich über den grossen Erfolg der neuesten Krupp-Anleihe freuen dürften . . .
Auf die Dauer müssen wir wieder alle über die eigenen Sorgen hinausstreben. Keiner von uns darf sich für zu gut halten, 'n freier Selbstbestimmung einer großen Sache zu dienen. Das soll nicht Mcnschendienft fein, sondern Dienst an der Mensckheit. am Gemeinwesen, am Volk«; ein Mlzer Dienst, der jeden ehrt.
Pottkische Tagesberichte.
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— Die S'«paratlonsvcr«chnnng. Von Revaraiiouskouimii'sion sind brr deutsche» Regierung in dni lchtcii lagen SÄgdtntzberechinmgkN des größten Teils brr Entenlesi anten gemäß Artikel 233 dcs ,uie> ccuSvertragkl zur Aeußerung ilbrrünM worden ; ber Resi rer Berechnungen ul für die nächsten Töne am gekündigt. Aulgruxd bieier Berechnungen beabsichtigt d e Rcpacatwn«konumssion nemäß dem gruannten Ai- titel'bi» zum 1. 5. d e Gesamtsumme zu oertretenber Schäden feftiufeben. Sie bat der deutschen Regierung für die Aeußerung Io kurze Trusten gestellt, die bei dem Umfang Hi Mâ-lH uh» bot Ft-le» aulmteiikr
Unterlagen unmöglich eingehalten werben können. Der Reparntionskommission würbe eine entspreckenbe Erklärung abgegeben. Neber die (>öht und den Inhalt der SchadenSberecknnnee» wirb nähere» bekaantgegeben« sobald die Sichtung des Material» eine Uebersicht g» startet.
— Die KobltnsSrdernng beS Nuhrbe-««A ^einlchliesiüch der linksrheinischen Beckeni betrug n» Januar 1921: Geiamtiördenm- 8 072 912 Io., lie aebcitStäali'be Forderung 332 904 To. Die Geläutt« belegschakt betrug Ende Januar d. J. 537 999 Mann gegen 532 798 Ende 1920, ist also um 4601 Mann gestiegen. Im Januar 1921 war die Gesamtkörder« ung rund 16 000 To. niedriger al« im vorhergehende« Monat. Die arbeitstägliche Förderung bat sich tu Januar 1921 ungefähr auf der gleichen Höhe wie '« November 1920 gehalten. Sie war rund 6000 To. höher als 1920. Im Vergleich zum Januar 1913 ist eine verminderte Förderung von 174 000 Io. ober arbeitSfänliA 6569 To. festzustellen, obwohl sich die Belegschaft um 100 000 Manu vermehrt bat. Die au? Lager genommenen Bestände sind infolge bei ungenügenden Abtransportes von 832 000 Tö. Ende Dezember auf 1 083 009 To. Ende Januar angemessen.
— Rumäniens Entschâ»igttng*forderung-. Bukarester Zeitungen zufolge hat Rnmânieu durch seinen Vertreter bei der NeparatiouSkommission in Varis Entschädigungsansprüche von über 31 Milliarden Goldlei angemeldet.
— Nmbau brr Erwerbslosen« in eine Nr- beilSsürsoene. Der Unterausschuß bei Reichrwiri« schaÜSiat» für produftive ErwerbSloieufünorge baè gestern einen DiinglichkeitSantrag angenommen, dem» zufolge der NeichSwirtschastSrat die NeichSregierung bringend erfudit, die Erteilung der zum Zwecke bei Umbane» der Erwerbslosen» in eine Arbeit»fürforg« in Aussicht genommenen NcichSaniträee und die Bereitstellung der vorgesehenen Mittel derartig zu de- schleunigen, bas der großen Arbeitslosigkeit schon in Bälee gesteuert werden kann. Zn der Erörterung einer Eingabe, die von den Cdemncher Gewerkschaften anSging, wurde mitgeteilt, haft b'e Neichseisenbabn» Verwaltung, die Post und andere Behörden »n» Zeit Reichtaickträge von etwa 16 Milliarden in Aussicht genommen haben.
— Die Verhandlungen in der Kaliindusirt» Der Verband der Bergarbeiter Deutschland« sendet uns über die Verhandlungen in der Kaliindiistrie eine ZiEchrnt, der wir folgendes entuemuen: lieber ins Cane in der Kalimdustne haben »wi chen den Werks- bksitzern und Arbeite,Vertretern Verhandlungen statt» gefunden, die ?n keinem befriedigenden Ergebnis go- führt haben. Von beiden Parteien tourbe die angen« blicklich äusserst schwere Lage der Ätihmbufilie anerkannt Die Arbeitgeber erklärten, das ihnen nach einem Schwinden der Aussicht auf Preiserhöhung durch die Stellungnahme der Vertreter der Arbeiter nichts anderes übrig bleibe, aT3 durch eine Herabsetzung bet Selbstkosten die Unwirtschaftlichkeit der Industrie nach Möglichkeit zu verringern. Von Arbeiterseite wird auf der Reickskousceenz der Kaliarbeiter über de« Verlauf der Verhandlungen Bericht erstattet werben.
^ Roske über die oi vreutzifchen Einwoh- uerrsehreu. In einem Artikel der osiprcußischeu Volkszeitüna beschäftigt sich Neicktwehemunster « D. Rolke mit der Frage der ostpreußische» Heimatwehre» und schreibt n. a.: Da die Verhandlungen zwischen Ruf-land und Polen noch nicht zu einem Arschlutz «e« langt sind, so bleibt Ostpreußen gefährdet. Daß Nechswehc und Polizei bei außergewöhnlichen Um« ständen nicht genügend stark sind, hat sich gezeigt, all hie Polen beträchtliche Teile der russischen Streitkräfte zum Uebcrtrilt über die Grenze nach Ostpreußen zwangen. Damals bat sich ein bewaffneter Heimat- schntz als dr'ngeno notwendig erwiesen.
— Woffenschmuggel nach Polen Nacheinrr Blätttimeldung aus Stettin wurde in Buckowin an der Grenze Pommerns nach Polen ein rumänischer Händler festgenommen, der in Äcmein schaft mit einem Stettiner Sekretär versuchte, grosse Mengen Heere«- material nach Polen zu verschieben. Wie die Sauen« diirger Zeitung berichtet, handelt el sich um Werte von vielen Mulionen, darunter 50 Flugzeuge, Ge» bDüße. Maschinengewehre, Scherenfernrobre, 100 000 Militärausrüstungen, Eatr l usw. Weiter wurde im Kreise Laiicitvurg ein Besitzer verhaftet, der 13 Maschinengewehre über die Grenze nach Polen Per« schoben hat.
— Neue Streiks. Die Stadt Weimar ist infolge des Sirci'» o leGa?, Wasser und Elektrizität. In Mülhausen (Thüringen) haben gestern sämtliche städtischen Aebe ter ter ElektrizitätS-, Gai- und Wasftrwcrle sowie der Straßenbahn bis Arbeit Niearr» gelcgt.
— Französische Zensururastnahmen Wi» die Tägliche Rundschau aus Landen meldet, hat bu iranzösische Milttäibchöide tu dem besetzten Gebiet le» Zeitungen vcrbotea, die Proteste gegen die Parlier Beschlüsse tortznietzen und btkker einer Reihe vo« Blattern mit Erichclmmgsoerbot gedroht.
— Prof. Ludo Haitmarr» über via ®hv fefjlu^fragc. Gestern sprach der frühere deutsch- österreich.sche Gesandte in Berlin, Professor Sir o Hertmann vor de:vo: raarüden Berliner Periönlichlc! ea auer politischen Richtungen über die Auschlustirage. Gr sagte, der Anschluß an Deulschtaiid sei heute z» einem Dogma geworden, an dem man in Tirol eben» io wie in Wien, in Steiermark ebetuo wie in Salzburg hänge. Die Welt werde ein beispielloses Schau» pul erleben, sar r die heie Sehn nicht D uiluh-Oester» reich« nach Vrrtinigui'g mit feinem Mutterland- sich nicht bald erfülle. Oesterreich wolle ehrlich beu Wetz geben, der ihm von dem Friedcnsvertr-g vorgeschri«, den sei. Auf der Grundlage der vorzunehmrud-i, Volkrabstimmung werd« m lza*ea tut WM M Kl WubztBb afoigau