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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt und Landkreis Sana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Str. 40
Donnerstag Sen 17. Februar
1921
Das Neueste.
— Dem Reich-rat ist ein Gesetzentwnrf vorgelegt, toi 6. März 1921 als einen allgemeinen Trauertag zu begeben.
— Dr. Simons sprach gestern abermals in Karlsruhe über die Lage.
— Die deutsche Regierung hat gegen den Anspruch der Entente auf Kontrolle der deutschen Schiffsfrachten Terwahrniig eingelegt.
— Lloyd George erklärte in einer Rede im Unter» Haus«, daß er über die Einreichung deutscher Gegen- aorschläge erfreut fei.
— Der frühere Präsident der französischen Republik, Pomcarü, wurde tum Vorsitzenden des Aus- schuffeß für auswärtige Angelegenheiten gewählt.
— Die Regierungsbildung in Schweden stößt auf große Schwierigkeiten.
—- Nach einer HavaSmeldung aus New Dork liegt Taruso im Sterben. .
Ein Frauenwork zur Preutzen- wahl.
Zn Fortsetzung unserer Wahlbetrachtungen 8eben wir heute einer Frau das Wort. Frau Hara Mende, M. d. R. erläßt folgenden Mahnruf an die preußisch-deutsche» Frauen:
„Wir sind ein einig Volk von Schwestern und Brüdern, nur daß manchmal auf die Schwestern Pehr Verlaß ist, als auf die Brüder*.
(Bismarck.)
Dieses nicht allzu bekannte Wort Bismarcks (die Männer haben es vielleicht aus bestimmten Gründen nicht gern zitiert) auferlegt uns Frauen eine große, moralische Pflicht: wir müssen das Wort des größten deutschen Staatsmannes wahr Machen und müssen es jetzt, gerade jetzt, wahrzu- machey streben. Die SEaton am 20. Februar geben uns willkommenen Anlaß zu beweisen, daß mehr „Verlaß auf die Schwestern* sein wird. Was steht denn an diesem Tag auf dem Spiel? Das Schicksal und die Zukunft des deutschen Volkes. Wenn es scheinbar nur die Wahlen für den preußischen Landtag sind, so ist das nur die Kulisse, hinter der sich das ganze Deutschland verbirgt. Preußen ist das Rückgrat Deutschlands, war es und muß es bleiben. Warum wollen denn unsere Feinde so ganz besonders Preußen vernichten? Weil sie erkannt haben, dass hier noch etwas zu vernichten ist, das noch wert ist, bekämpft zu werden. Die deutsche Kleinstaaterei ist der Nährboden für Frankreichs Größe, darum ist es für diesen Staat noch vorteilhafter, wenn aus Preußen mehrere Staaten werden, wenn sich der einzige Großstaat auch noch auflöst und zu ohnmächtigen Splittern wird; darum di« Unterstützung der rheinischen und hannoverschen Sonderbestrebungen. Darum auch di« dauernde Uri» terwühlung des Deutschtums in Oberschlesien; wieder ein geschickter Schachzug unserer Gegner, auf den wir im Begriff sind, hereinzufallen, wie auf so manchen anderen vorher.
Deshalb, preußisch-deutsche Frau, überlege dir, wen du am 20. Februar wählen wirst, gib »einen Stimmzettel nur ab für solche Kandidaten, von denen du weißt, von denen du dir die Za- Mge geben läßt, daß sie die Einheit Preußens und damit den Rückgrat Deutschlands erhalten wollen.
Es geht aber um noch mehr, es geht auch um die kulturellen Güter deines Volkes. Willst du Preußen noch weiter regieren lassen „von Men- !chen ohne Wissen und Bildung, die als Staatsmänner auftreten*, wie das vernichtende Urteil eines berühmten Neutralen lautet? Willst du °em« Kinder noch länger zu Versuchsobjekten weltfremder und überspannter pädagogisches Schwärmer machen lassen, oder hast du als Mutter ™41 einiges Interesse daran, daß wieder «n Geist der Ordnung, der wahren Religiosität »er Arbeitsamkeit und Pflichttreue in die Schule nnzieht? Daß deine Kinder auch einige Festig- mit hinausnehmen in das Leben, damit sie rauß^n nicht in Unmoral und Zuchtlosigkeit ver- --^Eßn du das willst, dann gib deinen Stimm- ? «el nur ab für solche Kandidaten, die dir iwr» dafür sorgen zu wollen.
g«ht aber nach um mehr. Zerrissen wie . r nach außen sind, so zerrissen sind wir nach nen, und es gibt immer noch deutsche Männer ^ o Frauen, die aus Parteiegoismus heraus den Menkampf predigen, die sich mit den Feinden ?Tr vertragen als mit den eigenen Volksge- Ä”’ dre die Völkerversöhnung suchen und den
Obigen; die dem Schlagwort nach- ^n' v^ue Sinn und Verstand nur Hetzen und ohne sich einmal klar zu machen, daß es ^^eigenen Volksgenossen sind, gegen die sie ^ Willst du, preußisch-deutsche Frau, wirkliche to r ^n0 innerhalo deines Volkes, dann wähle « wiche Männer und Frauen, die gleich dir
national fühlen, die die Hoffnung auf die eigene deutsche Kraft setzen, die nicht auf die Internationale warten.
Preußisch-deutsche Frau, du hast viel, sehr viel in deiner Hand, du hast von vornherein die Majorität, weil mehr Frauen stimmen können als Männer, nütze hier einmal deine Quantiät als Wähler aus, aber verbinde sie mit der Qualität der zu Wählenden, laß dich nicht von der Masse treiben, sondern entscheide selbst nach deinem eigenen Gewissen. Dann zeigst du, daß auf dich „mehr Verlaß ist als auf manchen Bruder*, der mitläuft und sich von falschen Lichtern immer tiefer in den Sumpf locken läßt.
Du deutsche Frau, wähle um deiner selbst willen die Parteien der Ordnung, der Bildung, des nationalen Pflichtbewußtseins, wähle sie um der Zukunft deiner Kinder willen, wähle.sie um der Zukunft deines Volkes und deines Landes willen. Dein Volk und dein Land sind dir heilig, sie dürfen nicht untergehen. Blicken wir zurück in Deutschlands Geschichte, auf und nieder geht die Kurve unserer Entwicklung, jetzt sind wir einmal wieder unten, ganz unten angelangt, aber wir streben wieder nach oben, und die deutsche Frau muß jetzt tapfer mithalfen, daß ihr Volk wieder hochkommt. Der Stimmzettel gibt ihr dazu das Recht, ihr eigenes Gewissen macht es ihr zur Pflicht.
Oftmals, wenn ihm Glück und Gold erkoren, Hat der Teutsche schnell sich selbst verloren.
Immer aus des Leids Erneuerungsschoß Wuchs der Deutsche^ riesengroß.
Das ist auch jetzt unesre Hoffnung. Daß sie sich erfüllen möge, soll uns die Wahl am 20. Februar ein Anfang sein.
Eine neue MÄe Dr. Simons.
Reichsminister Dr. Simons weilte, wie wir schon gestern berichteten, am Dienstag und Mittwoch in Karlsruhe. Gestern vormittag fand eine Versammlung statt, an der der Minister, die Landtagsabgeordneten, Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, Vertreter von Handel, Industrie und Gewerbe aus Karlsruhe und anderen badischen Orten, Vertreter der Beamtenschaft, Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilnahmen. Nach einer Begrüßung durch den Staatspräsident Trunk, der u. a. ausführt«: Herr Minister! Wenn Sie nach London gehen, gehen Sie mit der Ueberzeugung eines gewissenhaften Volkes, das die Schwere feiner Pflichten kennt, das willens ist, alles zu tun, die junge Republik zu schützen. Und gehen Sie mit dem Vertrauen nach London, daß das deutsche^Volk geschlossen und entschlossen hinter ihnen steht: ein einig Volk und ein Wille! Was wir heute dem Minister des Aeußern sagen, das müssen wir halten. Wir müssen in dieser Stimmung bleiben. Wir müssen ihm die Treue halten, auch wenn die Dinge in London geschehen sind — mit oder ohne Resultat.
Reichsminister Dr. Simons führte darauf aus:
Ich vertraue auch dem Volke. Es ist eine andere Zeit geworden. Wer jetzt für das deutsche Volk Außenpolitik macht, der kann es nicht mehr tun als ein auf feine Regierung gestellier Beamter. Der muß sich getragen fühlen von dem Willen des Volkes. Und um sich von diesem Gefühl, von diesem Willen überzeugen zu können, deshalb stehe ich heute vor Ihnen. Wenn ich heute hierher komme und frage, wie Sie darüber denken, dann weiß ich, daß ich zu Männern komme, die erfüllt sind von den heißen Sorgen, die man hier auf dem Außenposten des Reiches mehr als anderswo gegenüber den Pariser Beschlüssen empfindet. Kein Teil des Reiches würde die Folgen stärker empfinden, wenn wir den Pariser Beschlüssen nicht Nachkommen könnten. Die sogenannten Sanctionen, die Besetzung deutschen Gebiets, würden für Süddeutschland und ganz besonders für Basen von größter, schwerwiegender Bedeutung sein. Wicytig ist es mir, zu erfahren, wie die Politik, ine ich im Reiche vertrete, im badischen Volk Anklang findet. Tas deutsche Volk weiß, daß es diesen Krieg als einen Verteidigungskrieg geführt hat.
Redner spricht sodann über den Versailler Friedensvertrag. Es zeige sich jetzt, daß ohne Mitarbeit des deutschen Volkes die Regelung der ungeheuren Probleme, die der Friedensvertrag mit sich bringe, nicht möglich sei. Der Minister meint, man wäre aust gutem Weg, wenn wir den Brüsseler Weg weiter gegangen waren, und fährt fort: Man hat diesen Weg verlassen und hat den Weg des Diktats vorgezogen. Was jsi denn die Pariser Konferenz anderes?! Die En- lenle greift weit über das hinaus, was wir zu leisten vermöchten. Es ist unsere Aufgabe, den Franzosen nachzuweis«», daß es ihnen auf dem von ihnen betretenen Wege nicht a-elinaen wird.
ihre schwierige Lage zu erleichtern. Es wird unsere Aufgabe sein, ihnen das nachzuweisen.
Wir müssen versuchen, diese schwebenden Fragen zu lösen und mit Vorschlägen an die Londoner Konferenz herangehen, die innerlich durchdacht und praktisch ausführbar sind. Ich sehe der London«! Konferenz mit wenig Optimismus entgegen. Wenn wir jetzt mit Gegenvorschlägen kommen, so wird die öffentliche Meinung in England in gleicher Weise revoltieren, wie die deutsche öffentliche Meinung gegen die Beschlüsse der Pariser Konferenz revoltiert hat. Darüber müssen wir uns klar sein. Es ist möglich, es ist sogar wahrscheinlich, daß bie Londoner Konferenz in ihren ersten Versuchen keine Ergebnisse der Verständigung ergeben wird. Es wird außerordentlich schwer sein, sich in London über die neuen Methoden zu einigen. Ein« der peinlichsten Bestimmungen des Friedensvertrages ist es, daß man bem deutschen Volke nicht gesagt hat, was man eigentlich von ihm verlangt. Und wenn man uns jetzt vorwirft, daß wir nicht selbst Vorschläge gemacht haben, so müßten wir erwidern, daß die Ungewißheit bei uns zu groß gewesen sei, um Vorschläge machen zu können. Wenn wir jetzt Vorschläge machten, so könnten wir sie nur aus unserer Unsicherheit heraus machen. Die Gegner rechnen damit, daß wir in wenigen Jahren wieder zu großer Blüte gelangen. Um diese Summe zahlen zu können, müssen wir zu einer Blüte gelangen, die jene unserer wirtschaftlichen Blüte von 1913 und 1914 bei weitem übertrifft, und doch sollen wir zu solchen Leistungen verpflichtet werden. Das wäre eine katastrophal« Politik. Damit das deutsche Volk mit Hoffnung auf Erfolg sich aus dieser elenden Lage herausarbeiien kamr, gebrauchen wir Ruhe und Verständigung für unsere Lage. Dieser Weg ist zwar unscheinbar, aber er bietet wenigstens Aussicht auf Heilung. Dann müssen wir festesten an dem, was wir aus dem Zusammenbruch gerettet haben. Zu dem wenigen gehört die Unversehrtheit des Reichsgedankens. Ich weiß, daß es im Deutschen Reiche kein Land gibt, wo dieser Gedanke so lebhaft ist als in Baden. Solange wir eine Reichsverfassung haben, solange müssen wir sie auch verteidigen gegen jeden Angriff von innen und außen. Die Beschlüsse der Konferenz in Paris würden in ihren Folgen eine Vernichtung der Reichsverfaflung bedeuten. Dagegen müssen wir uns wehren. Die Pariser Beschlüsse liefen auf einen Zusammenbruch alles dessen hinaus, was sich das deutsche Volk auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet erobert habe. Wenn man die Pariser Beschlüsse aber nicht annimmt, so treten die Sanktionen in Kraft, die ebenfalls auf eine Trennung des Deutschen Reiches hinausgingen. Jede Bestrebung von außen, die darauf zielt, das deutsche Gebiet auseinanderzureißen, ist ein Attentat gegen die V-ersassung. Auf meiner Reise nach Süddeutschland habe ich das erhebende Gefühl gehabt, daß dieses Attentat auf den einmütigen Widerstand des ganzen deutschen Volkes stoßen wird. Ich gehe mit dem Gefühle nach London, daß diese Einigkeit aus dem deutschen Volke nicht heoaus- geriffen werden kann. Dieses Gefühl wird mir Kraft geben, den unannehmbaren Forderungen gegenüber zu treten. Er hoffe, das Vertrauen, das ihm entgegengebracht werde, rechtfertigen zu können. (Lebhafter, lauganhaltender Beifall.)
Protest der chrinlichcn Arbeiter Italiens.
Rom, 16. Fcbr. Die italienischen christliche» Gewerkschaften (Confederazione Italiano dei Lavo- ratori) haben eine Entschlikßmig gefaßt und veröffentlicht, die nach einem Hinweis auf den Appell der deiltschcii Arbeiterorganisationen an die Solidarität der Arbeiter aller Länder folgendes sagt:
Die Confederaztone hätten schon 1919 gegen den Vertrag von Versailles Stellung genommen und be kräftigten jetzt ihren Wideriprnch gegen die borge» iehenen Sanktionen und gegen den Zustand her Sklaverei, zu rein die deutsche Arbeiterklasse für 42 Jahre zum Profit des fremden Kapitalismus und Impcrialismns verurteilt werden sollte. Dies stellte die letzte und grausamste Verneinung der Grundsätze von Gerechtigkeit und Freiheit dar, für welche die Regierungen der Entente angeblich käiupsteii. Die christlichen Arbeiter Italiens erheben ihre Stimme liegen die Hebelgriffe siegreicher Plulo'ralieu, die eine Revanche-Stimmung erzeugen und den Frieden fern« halten und protestieren im Namen christlicher Ideen gegen die Erdrosselung des deutschen Volkes.
Poincar« der Kontrolleur Briands.
Einige Pariser Morgen blätter unterstreichen die Bedcntnng der Tatsache, daß Poiucarü zum Präsi- dciiteu der Kommission für auswärtige Angelegenheiten gewählt wurde. Mail erführt aus den Debatten, die der Wahl vorangegangcu waren, daß c8 namentlich ne radikalen Mitglieder des Senats, vor allem Gaston Doumergue, waren, die sich für die Wahl Poiucarü« aeaen die Wabl de Lewes' tinköUn. Der Senator
Destonrnelle de Constant hob allerdings mit Recht hervor, daß die Wahl PoincaröS im gegenwärtigen Augenblick besonderes Aufsehen erregen müsse. Aber, die Kommission war der Ansicht, daß man Paincar4 aktiv an den Ereignissen mitwirken lassen müsse und daß es demnach gut sein werde, wenn er mit der Leitung der Kommission für auswärtige Angelegen» hciten betraut werde. Von gewisser Seite wird her» vorgehoben, daß die Wahl Poinearü» zum Präsidenten der Kommission für auswärtig« Angelegenheitrn ein feindseliger Ast gegen das Kabinett Briand fei, da» ins Senat zweifellos weniger Zustimmung finde all in bei Kammer.
„Daily Chronicle* meldet, daß die Wahl Poin. carüs eine Gefahr für Briand bedeute. Würde Briant von London nicht mehr als das Versprechen bei Teutschen die französischen Forderungen zu erfüllen, mitbringen, so würde er rasch durefr einen Poineart ersetzt werden, der dann die Forderungen in Deutschland mit der Spitze der Bajonetts (!) erzwingen würde,
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Die WM bei Scharfmacher» Doincarâ läßt keinen Zweifel mehr, welchen Wea die @rei|xiffe nehmen. Frankreich wird in Loudon auf restlose Erfüllung feiner Forderungen bestehen. Deutschland muß sie ablehnen, Foch der auch in London anwesend sein wird, bekommt sofort Befehl zum Einmarsch. Te, letzte, schwerste Akt beginnt, in dem el sich entscheiden wird, ob Deutschland von einem Sklavenvolk bewohnt ist, oder von einem Volke, da» jede? Opfer für feine Führer zu bringen bereit ist. Deutsche steht ix diesem Augenblick zusammen.
Polnische Tagesberichte»
— Die Koblcnliefcrttng Deutschlands. $^ Wiedergutmachungskommission veröffentlicht durch dir Havas-Ägentur eine Mitteilung, in der erklärt tob j» baü Deutschland im Laufe des ÄionatS Januar 1 681 996 Tonnen Sa Men geliefert hat. Von dieser Menge haben erhalten: Frankreich 1069 075, Italien 208 012, Belgien 274 696 und Luxemburg 130 213 Tonnen.
— Keine Ucberstuuden mehr im Verabnu. In einer Konserenz der, Vorstände der vier Be - arbeiterverbände wnrde beschlossen, dal lleberschichn.' - abkommen für den Rubrbergbau zu kündigen, »odaß am 13. März keine Ueberschichten mehr verfahren werden, vorbehaltlich weiterer Verhandlnngen.
— Ueber die Verkehrslage im Ruhrrevirr wird berichtet: Der Eisenbahnbetrieb wickelte sich in der vergangenen Woche glatt ab. Da die Wa- gengestellung gut und der Güterverkehr sehr stori war, wuchs der Bestand an beladenen Wagen gegen Wochenende so sehr an, daß anfangs dieser Woche zu einer geringen Einschränkung der Wagengestellung geschritten werd«n mußte, um die Anhäufung von Resten, die die Bewegungsfreiheit hemmen könnten, zu vernreiden. Zur Anwendung dieser Maßregel nötigte auch bas erneute Fallen des Rheins und das Uebergeben von Wasserfrachten auf die Bahn, deren Uebernahme in angemessenen Grenzen gehalten werden muß. Für Kohlen, Koks und Briketts wurden in der vergangenen Woche im arbeitstäglichen Durchschnitt 23 94» Wagen (gerechnet zu je 10 Tonnen) angsfordert. Gestellt wurden ar» beitstäglich durchschnittlich 23 066 (Höchstgestel- lung 8. Februar 24 700). Infolge dieser Verhältnisse erfuhren bie Brennstofflager bestand« in der vergâgenen Woche eine weitere Verminderung um etwa 40 000 T., sie betrugen am 12. Februar 1 004 134 T. Wenngleich der Wasserstand des Rheins weiterhin stark gefallen ist (der normale Pegelstand des Rheins bei Caub wird jur Zeit um etwa 1,25 Meter überschritten), hielt doch der Umschlag an den Kippern in den Duis- burg-Rubrorter Häfen sich auf der vorwöchigen Höh«; arbcitsiäalich wurden 35 026 (35 889) T. umg«schlagen. Sollte nicht alsbald ein wesentliches Steigen des Wasserstandes wieder eintreten, werden Schleppkraft und Kahnraum infolge der geringeren Äusnutzungsmöglichkeit der Fahrzeuge sehr knavp werden. Verkehr und Umschlag in den Kanalzechenhäfen war nach wie vor äußerst lebhaft. Umgeschlagcn wurden 32 005 T.
— GSn Beamtenkabinctt in Schweden 3 Aus Stockholm wird gemeldet: Der Fübrcr der SoufervatiDen, Admiral Lindman, der nach der Ab» lebnung Brantings mr Kabinettsbildung aiifgefordert worden war, hat gleichfalls abgelehnt. Der König wandte sich dann an den ftüUYcr der liberalen Partei Landeshauptmann Eden, welcher erklärte, den Auftrag nicht übernehmen zu können. Die Zeitungen äußern, daß, nachdem die drei großen Parteien sich geweigert hatten, die Verantwortung für die Regierung zu über* nehmen, nur ein Kabinett von höheren 'Beamten in Betracht kommen könne. „SvenSka Dagbladet teilt mit, daß der bisherige Woblfahrtsm.m ter Elmquist M diesem Zwtck vorbereitende Verhandlungen geführt habe und rabei u. a. Anschluß an den ehemaligen Finanrunnister int Kabinett Brinting, Tborffon, suchte. Dieser erklärte indessen, nicht imstande zu sein, seine Mitwirlyitg zu geben.
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