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Amrüches Organ für Start- und Landkreis Kanan

. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierlage

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Verantwortlich: für volitikcken und allgemeinen Teil Rickard Hut tick: für lokalen und provinziellen Teil iowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fernfprecbanscklüsie Nr. 1237 und 1238.

Sir. 39

Mittwoch den 16. Februar

1921

W

z Das Neueste.

Refch»Msnlster Dr. Simon» traf gestern in jgrflnthe ein und bekräftigt, in einer Ned« seinen im Utiistag eingenommenen Standpunkt in der Frage Ablehnung der Pariser Fordtningen.

Baden steht lineutwegt treu zum Reich.

_ Der Sachverständigen Heirat des Reichdverkehrs> htinifkrinm« beschäftigte sich gestern mit der Erhöhung jtr Personen« und (Gütertarife.

Der Prozeß Hiller wurde auf unbestimmte Zeit hrtegt

: - Zuverlässigen Meldungen zufolge, werden von sim Polengeneral ZeligowSki weitere Vorbereitungen für eine neue Offensive getroffen. So ivnrdc» am 10. Februar aus Wllna fünf Waggon» mit Solvaten jinb Munition nach Landwaro« entsandt.

- Da» englische Parlament wurde gestern mit âer Thronrede eröffnet.

r Zur Preutzenwahl.

Die zweite auf unsere Rundfrage über die Bedeutung der Preuhenwahlen eingegaugene Antwort ist die vo» Herrn Bürgermeister Lind-Niederissigheim, Mitglied der Deutsch, nationalen VolkSpartei uns Vorstandrinitglies der Baueruschastrn. Bürgcrmeistcr Lind schreibt:

Am 20, Februar ist der Tag, der eine W«n- irmg im Geschicke Preußens bringen soll. Die öwuernschäfte« haben bei ihrer Gründung und >er gesunden Mcilarenlwicklußg stets protestiert egen die Mißwirtschaft im Reich und in den tändern. Wir waren als deutsche Bauern empört ber die Vergewaltigung und di« dauernde )rangsali»rirng, die die sogenannte revolutionäre Segittimg in der verschärften Zwangswirtschaft um 21 Stauf brachte. Diese Haltung der Regic- tung im Reich hat sich wirkungsvoll auch über- ^n auf di« Länder. Die preußische Regierung, bi« in ihrem Kabinett die Männer Braun, Se­vering, Lüdemann, Hänisch aufzuweisen hat, ist dadu^h berühmt geworden, daß sie eine aus­gesprochene Parteiwirtschaft betrie­ben und im Zusammenhang mit dieser einer ganz schädlichen Mißwirtschaft die Wege geebnet hat. Liese Mißwirtschaft hat sich nicht allein be­schrankt auf unser Wirtschasislebon, sondern hat In allererster Linie schädlich eingegrifsen in unsere zuverlässige, innere Verwaltung in Preu­ßen. Di« Parteiminiister der Sozialdemokratie haben in erster Linie den Grundsatz vertreten, in den Nachgeordneten Verwaltungsstellen, Ober« Präsidenten, Regierungspräsidenten und Land- räte ihre Parteileut« unterzubringen. Es wurde nicht danach gefragt, ob der Mann für diesen schwierigen Verwaltungsposten die nötige Vor- iildung besitzt oder ob er in der Lag« ist, seine Verwaltung so objektiv zu führen, daß auch den Preußischen StaatSang«hörig«n anderer politischer Richtung die DaseinSmöglichkeit gelassen wird. Vor dem Kriege haben die Sozialdemokraten Men alle obere Regierungsstellen und ihre Ge­haltssätze di« schärfste Opposition getrieben. Ihr Hauptagitationsstoff bei den Ebatsberai-ungen >var immer das Kapitel die Seb älter der oberen Beamten. Auf Grund dieser Betätigung, die der Oeffentlichkeit noch in frischer Grinnerung ist, hätte man annehmon müssen, daß die Sozial- bemokrati« in der Praxis auf dem Gebiete der Finanzen äußerste Sparsamkeit an den Tag legen und unsere Verwaltung verbilligen würde. Wie l'jU es aber hier aus? Die Oüerpräsidenten, Re; SlrrMospräsidenten und Landräte wurden poli= beschnüffelt und hier und da ohne Rücksicht auf ihre Leistungsfähigkeit zwangspensioniert. Die Bauernschaften waren leider nicht genügend unorganisiert. um diesem brutalen und einsei- usen Parteigelüste einen genügend starken Pro- ich entgegenstellen zu können. Es wurden Sainb« täte, Negierungsräte und Okerpräsidenten ins wie Gleis geschoben, trotzdem ihr« wirtschaftliche Kenntnisse, ihr« guten Verbindungen mit allen ^rwerbsgruppen und ibre Vcrwaltungsfähigkeit

W'ede-aufhau unseres Wirtschaftslebens singend erforderlich gewesen wären. Nun kam- ^.bs GehaNs^uen! Mit den Gehältern der ^chierungs- und Oberpräsidenten waren die prteimänrer der Sozialdemokratie einverstan- M- «ber die Gehälter der Landrät« waren den ârteigrößcn in vielen Fällen zu niedrig. Es 'Mn eine namentliche Liste derjenigen Kreise '«reew'c en werden, in benen bei ber Besetzung ^t Landratsposten die Männer der Soz'aldemo- se.le sich außerhalb der Landrafsdienstentschä- !!?unl! «N.c besondere Krei'sentchädwung bis ru :i000 Mark garantieren ließen. Weiter wurde ^uz allgemech bei der llcberr.ahme derartiger ^rwaltrmgMellen d'e Bedingung gestellt, im ^enstalter 1520 Jahre zi-rüSdaNert zu w«r- nur um sich bei even^ieller Aenderung der «lZe eine möglichst hohe Pension zu sichern. Wei- i muß hervorgehoben werden, daß diese so-ial- ^^«tischen Herren Landrät«, sobald sie ihren Mten übernommen und M Umx Schwäche. in

der Verwaltung bemerkbar machte, die Anstellung von besonderen aus der Verwaltungskarriere hervorgegang-enen Beamten verlangt wurde. Diese Wirtschaft hat sowohl die Finanzen in Preußen aks auch in den Bezirken und Kreisen sehr ungünstig beeinflußt. Dadurch, daß die Län­der, Bezirke und Kreise auf Alimente (Reichs- abfinbung) gesetzt sind, mußte ständig nach neuen Steuern gesucht werden, um tiefe Mißwirtschaft und ihi« kolossalen Ausgaben bestreiten zu können. Herr Finanzminister Lüdemann hat noch in "Sen letzten Tagen der Preußcnrersammlung dem Haus und der Ocfsentlickkeil ein Programm unterbreitet, nach dem Grundbesitz, Gebäude und Gewerbe zugunstsn des Landes steuerlich beson­ders belastet werden sollen. Lüdemann erklärt: das Reich erfaßt Vermögen und Einkommen, dem Land verbleiben mithin nur Grundbesitz, Ge­bäude und Gewerbe. Dies ist ein Widerspruch, denn in dem vom Reich erfaßten Vermögen und Einkommen ist Grundbesitz, Gebäude und Ge­werbe reichlich, in manchen Fällen doppelt und dreifach, erfaßt. Die sozialdemoratische Finkanz- politik im Land ist nur eine Verschärfung der Steuergcsetz« im Reich.

Ihr Bauernschaften, bie ihr alle produktiven Stände des Landes in euch vereinigt, seid auf der Hut, wahrt euern Besitz und euer väteèliches Gul! Der Kampf geht um Preußen als führender Staat im Reich. Der Kampf giltaberauch uws«remWirt° schaftsleben und ber gesunden inneren Verwaltung. Wir brauchen Sicherheit, wir brauchen vernünftige innere Ver­waltung. Die Parteiwirtschaft und die damit verbunden« Mißwirtschaft gilt «8 zu bekämpfen.

Dr. Simons in Karlsruhe,

Badens TreugSlöbuia»

D«r Minister des Auswärtigen Dr. Simons traf gestern nachmittag aus Stuttgart kommend in Karlsruhe ein und besuchte den Staats­präsidenten. Im Anschluß daran fand eine Sitzung des SlaatsministeriumS in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder der Regierung statt. Um 6 Uhr halle sich der Landtag in Den oberen Räu­men des Staatsministeriu-rns versammelt. Ler vegrüßl« Staalspräsioent Trunk den Reichs­minister und führt« aus, Baden trtenne die außerordentlich« Schwierigleit der Verhältnisse und den ganz besonderen Ernst der Lage. Die badische Staatsregierung stehe zur Reichsregie- rung in der Stellungnahme, den Friedensvertrag loyal durchzuführen, soweit es in den Grenzen des wirklich Möglichen liegt. Baden stehe unentwegt treu zum Reiche. Es er« warte und wolle keinerlei Conderbèhandlung und Sond«rvor1«ile. Baden versichere bem Mini­ster für seine unsäglich schweren verantwortungs­vollen Ausgaben volles Vertrauen.

Landtagsprüsident Dr. Kopf äußerte er­neut, daß sämtlich« Parteien sich hint«r bie im Reichstag abgegebene Erklärung tes Ministers des Aeußern stellen.

ReichZminlster Dr. S i m o n s dankte für bie warme Begrüßung und hob die Notwendigkeit für den Reichsminister des Aeußern hervor, seine Politik stets im Einklang mit den Empfindungen des gesamten deutschen Volkes zu führen; denn die Diplomatie sei heute keine G«hcimwissenschast m«hr. Er habe di« Spann« Zeit, während wel­cher bie Sachverständigen in Berlin die deutschen Gegenvorschläge im einzelnen ausarbeiteten, gern benutzt, um mit den deutschen Stämmen, be­sonders auch mit dem Süden des Reiches in Ver­bindung zu treten. Er halte fe ft an sei­nem in der Reichstagsrede ent­wickelten Standpunkt. Ter große Auf­schwung, den Deutschland in den letzten Jahr- zehnken vor dem Kriege genommen habe^ sei viel­leicht nicht so wertvoll, wie der durch die indu­striell« Blüte bedingte Aufstieg in der Lebens­haltung her artedenten Bevölkerung. Man müsse uns bie Hoffnung lassen, uns wieder emporarbeiten zu können. Kein deutscher Staats­mann könne es wagen, dem deutschen Volke 42 Jahr« Frondienst unter ten von der Entente gestellten Bedingungen znzumuken. Man müsse es deshalb ableh n en, einen derartigen Vertrag zu unterzeich­nen. Angesichts der möglichen Folgen sei «s für uns von entscheidender Bedeutung, heute den Willen des ganzen Volkes durch den Mund der berufenen Vertreter zu vernehmen. Die Lage Deutschlands müsse fiel) in ten nächsten Wochen klären. Bei tiefer Klärung spielten zwei Fak­toren eine wichtige Noll«, einmal ob Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht das ungeheuer wich­tige oberschlesische Gebiet behalte, ferner wi« sich die Beziebunaen Deutschland» zu ben Vereint«,

ten Staaten Nordamerikas gestalten würden. Inner echt werden können. Aber es ist unbedingt not«

übrigen beständen auch über bie Auslegung der gegnerischen Vorschläge noch bedeutende Unklar­heiten. Er erinnerte baran, daß hinsichtlich der praktischen Durchführung der lLprozontigen Aus, fuhrabgabe auf der anderen Seit« nicht weniger als vier Auffassung«« uns entgeaengetreten wären, deren Verwirklichung bei näherer Prü­fung sich als mehr oder weniger unmöglich er« wiesen.

Anschließend hieran fand eine Aussprachc zwischen den Parlamentsmitgliedern und dem Reichsminister statt.

Bayern und das Reich.

Berlin, 15. Febr. Das Reichrkabinett beschäftigte üch beute mit ber Antwort ber bayerischen Negierung in der Entwaffnimgrfrage. Danach erkennt Bayern an, daß bie Verantwortung und Zuständigkeit in dieser Irage beim Reiche liegt, und » eS Sache ber Regierung ist, nach Maßgabe der Gesetze dar Erforderliche zu veranlassen.

Formutterung der deutschen <Se genvorschkLge.

Wie bie »Voss. Ztq" erfährt, wird ber engere tachverstândigcnanßschnß. der zur Isrmnliernng der in London zu unterbreitenden deutschen Gegenvor. 'chkäge eingelegt wurde, zu einer zweiten Sitzung am Freitag ru'ennnentreten. Die Vcridnebenen Sachver­ständigen haben sich in her Zwilchenzeit mit e ner eingehenden Vrüsung der Unterlagen besagt, die einen vorläufigen Ueberblick über die deutsche Produltions- bilanz ermöglichen werden.

Frankreichs Wiederaufbau.

Eine deutsche Denkschrift.

Laut »Berl. Tngeblatt* hat das NeiÄSministerium für Wiederaufbau eine Denkschrift vcriaßt, in her über bxn Stonö her Wie^eronsbanarbeitci! in Rordsrankreich tn Beginn dieser Jahres genauere Abgaben gemacht werden. Danach find von Gifenbahnen mehr als 90 Prozent wieder hergefiellt, von Lokal» unb Straßen­bahnen etwa 60 Prozent, von Brücken etwa ebenso­viel, von Landllraßen 20 bis 30 Prozent und von zerstörten Kanälen etwa die Hälfte. Von dem zer­störten Grund und Boden sind etwa 60 Prozent ein« geebnet und für die Landwirtschaft etwa 50 Prozent Der zerstörten Fläche wieoer nutzbar. Von den Berg­werken sind 16 Prozent wieder bergebellt, von Fabriken 80 bis 40 Prozent und von den stet störten Häusern erst 2K- Prozent. Weiter wird in der Denkschrift be­merkt, daß bisher teutsche Arbeiter in den zerstörten Gebieten nicht tätig gewesen sind uns das; c8 obre« lehnt wurde, deutsche Firmen direkt am Aiisba» teil« nehmen zu lassen. Eine Reihe von Angeboten zur Wiederherstellung zerstörter Schachtanlagcn wurde ohne Begründung abgckhnt. Die einzige Beteiligung DentichlandS bat bisher in der indirekten Lieferung einzelner Maschinen und von Baumaterial, sowie in Rcparatioiiszahluugen bestanden.

Die englische Thronrede.

London, 15. Febr. Tie Tbronrede, die der König bei ber Eröffnung des Parlaments hielt, hatte solgeiidcn Wortlaut:

Meine Herren vom Ober- und Unterbaus«! Meine Lezichungcn zu den ausländischen Mächten haben ihren frenndsll östlichen Charakter bewahrt. Binnen kurzem werden in London Konferenzen abgehalten weiden, liniere Alliierten aus dem letzten Kriege sowie Die Vertreter Deutschlands und der Türkei werden daran teihubmeu. Ich hoffe zuversichtlich, daß in dieser Beziehung Fortschritte in ber Ausführung Des »riebensvertrages, in ber Herstellung der Ein­tracht und in der Wieoerderstellung der Rube im nahen Orient erreicht werden. Ich hege die Hoffnung, daß Die Verhandlungen, die auf ein Hanselrabkommen mit Rußland gerichtet sind, stdeniau» eine befriedigende Lösung finden werden. Der Herzog von Connauqbt bat die neue Ratsversamnilung in Indien eröffnet mit der Hoffnung, daß bie neue politische Verantwort­lichkeit, bie meine Untertanen in Indien auf sich ge­nommen haben, Fortschritte in der Erwartung fein werden, daß sie in naher Zukunft eine Beilegung jedes politischen KoiifiiltcS fiebern weiden. Tie Politik meiner Regierung hinsichtlich Aegypten», soweit sie sich aus den Untersuchungen beS im Jahre 1919 eine gelegten Sonderauâsch isseS eraibt, wir» Ihnen unter­breitet werden. Ich bin glücklich, tagen zu können daß Vorbcrcitilllgcn getrosten worden sind, zwischen meinen Ministern in London und ihren Kollegen Der« de berste einen persönlichen Gedankenaustausch zu von wirklichen, Der während der zwei letzten Kriegsjabr- tino während der Fnedensberatungen so gute Gr« gebnifk gezeitigt hat. Es iviro, wie ich hoffe, möglich ieut, daß die Premierminister von Kanada, Australien, Neuseeland. der Südafrikanischen Union und von Neumndlaud sowie die Vertreter Judiens nach Großbritannien kainii-en werden. Ich vertraue darauf, daß Die Erörterungen, die anläßlich ihres Besuches stattsiiideu werben., im weitesten Maße dazu beitragen werden, tit äußere und bie innere Politik tes Reiches zu vcrcmbeitl'chen.

Meine Herren vom Unterhauses Der Budgkt- Voranschlag für taS Nächste Finanzjahr wird Linien zn gegebener Ze t vorgelegt werden. Der Vor­anschlag bilngt dic Entichlosjtiih.it der Regitrung zum Anèoruck, die Ausgabeu so cinzu chränken, wie es sich mit Der Wohlfahrt des Reiche» verträgt. Die Folgen Des Krieges legen ber Nation Verpflichtungen auf, b<u«# M< «übt mt jchwer« jitusrlidie Belastung »ab

wendi <-, im Jntricss« eines schnellen Wiederauflebens eeS Handels und der Industrie, daß diese Bürde s» sedr wie möglich erleichtert wird.

Meine Herren vom Oberhaus«! Dit Lage in Jo land erfüllt mich auch weiter mit Besorgnis. Eiâ vom rechten Weg abgeirrter Teil des irischen Volke» fährt fort, Methoden verbrecherischer Gewalt o-tzw- wenden, um eine unabhängige Republik hrrzustälen. Weder die Einheit Irlands, noch eine autonome irische Regierung kann durch biefe Mittel erreicht werden. Die Vorbereitiingen zur Jnkrafttretung des Gesetze» über bie Regierung von Irland sind feW gefördert und ich hoffe and) aufrichtig, daß in «inet nahen Zukunft bie Mehrheit des Volke» entschlossen kiindgebcn wird, die Gewalttaten zu verurteilen und bei der Anwendung dieser Gesetzes mitzuhelfen, das ihm Die Verantwortlichkeit einer autonomen Regierung verleibt und das die Schaffung eines Organismus verliebt, durch die die irische Einheit mit konstitutionelle« Mitteln verwirklicht werden kann.

Die Thronrede führt dann die Gesetzentwürfe m^ die dem Parlament vorgelegt werden sollen und die Maßnahmen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit uni zum Schutze der englischen Hauptindustrie gegen un­lauteren Wettbewerb vorsehen, iowie einige andere auf bie innere Politik bezügliche Maßnahmen, die cbenfall» Dem Parlament in dec nächsten Session unterbreitet werben sollen. Ueber bie Kohlensrage beißt es, e» werde beabsichtigt, im Anschluß an die demnächst er» folgend« Auf tbung der Kontrolle über den Inlands­preis und der Kontrolle über die Mengen der Au»« 'iibrtobkn sobald wie möglich die Freiheit de» Kohle», handciS vollständig hcrzuâellcn.

Die Thronrede schließt: Die Minister hoffe» außerdem, daß die Aufgabe des Ausschüsse», der gegen« w.'irtig die Frage der Reform des Unterbautet prüft, ui Bälde beantwortet sein wirb, damit dem Parlament im Lails« der gegenwärtigen Session Vorschläge unter­breitet werden können. Ich rufe den Segen des all* mächtigen Gotte» auf Ihre Beratungen herab.

Polilische Tagesderichte.

Admiral von Scheers Rat an Amerika« Amerikanische Blätter veröffentlichen eine Unter­redung eines amerikanischen Korrespondenten mit dem deutschen Admiral v. Scheer, v. SLeez habe darin erklärt, er lebe keinen Grund weshalb Amerika einen Krieg mit Javan oder England zu fürchten habe. Ein solcher würde ausschließlich auf dem Meere ansgefochten werden, denn bi« Grenzen der Vereinigten Staaten seien gesichert. Kanada würde nicht gegen die Verein. Staaten kämvien und Mexiko sei machtlos. Für Japan sei es unpraktisch und auch unmöglich eine Arme, nach Mexiko oder Kanada zu transportieren. Er fei bewiesen, daß Unterieebote eine aus Groß' kampiichiffen bestehende Flotte in Schach zu halte» vermögen. England sehe ein, das es einen Fehlet gemacht habe, indem es Japan die ehemaligen deutschen Inseln auslieferte. Diese bilden jetzt für Japan eine Brücke, auf welcher es Marine* itat Ionen als Vorposten gegen Australien errichte» kann. England habe Australien in die Arm« Amerikas getrieben, denn die Jnlecesirn beider Länder im Stillen Ozean seien identisch, v. Scheer sagte noch:Wenn ich ein Amerikaner wäre, werd« ich ganz gewiß nicht auf Grund von Gerede vo» einer Ruhepause im Flottenöau hören, jonder» werde für eine allgemeine Abrüstung und Wieder- , Herstellung des Weltiriedens eintreten, welcher immer noch in weiter Ferne liegt.

Abrüstung oder Konflitt der Scsnächt«? Die Weigerung ter jepani^en Kommer, Sie S-eerüstung«» zu vermindern, Hot in Washington tiefen Eindruck gemacht. Man führt den B«schi»b bei japanischen Kammer auf die Erklärung bei amerikanischen Marinetommft^ zurück, daß bU Bereinigten Staaten keine geringere Flotte haben dürfe, als irgend eine an Dere Macht. D«z Senator Borah sagte Freilag im Senat wörtlich: Ich bin vollkommen sicher, daß der N i ch t a b» schluß eines Abkommens zwisch«n d«n Großmächten in der Marine- frage zum Kriege führen muß. Die» ist so sicher wie die Nacht dem Tage folgt. Ich Hiili alle Anstrengungen machen um Verein­barungen in der Rüstungsfrag« herbeizuführen. Ter Washingtoner Berichterstatter der Time« meldet: Die Debatt« im Kongreß bestätige bis Absicht Amerikas, seinen Flottene'at nicht abzu» ändern. Im Senat wurde auf die Vehaup. tungen hingewie,en. wonach die Erklärungen britischer Ntarir.esachperständiser, bie den Wert von Großkampscchiffen Hera 5setzen, Propaganda der britischen Regierung seien, um auf das amerikanisch« Schiffbauprogramm cin^uroirten. Amerika baut zwei Lustkreuzer mit einem Flug­bereich von 2100 Meilen.

Die neuen Kolouiaktryvpcn kommen! In Marseille sind die ersten Transporte neuer Molomaltruppen aus Algier eingetrpffcm S:e werde« vorläufig bis nun 20. März in den südfranzösischen Garnisonen verbleiben uhd dann nach dem bcf<|ta| Gebiet transportiert.

(Weitere Polltisch« Lachrichtm M M/,