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AmMches Organ für Ela-t- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ad. Jndermüole.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RtchardSultsch:iür lokalen und orovinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Vrodt. alle in Hanau am Main. Rotationsdruck der Waissnbausduchdruckerei Hanau. Kernivrechanicklüsse Nr. 1237 und 1238.

Str. 36

Samslag den 12. Februar

1921

Das Neueste.

Sm bayerischen Landtag kam es gestern 0 Tumultszenen.

Die Kundgebungen in Deutschland gegen da, Pariser Diktat machen in italienischen par­lamentarischen Kreisen großen Eindruck.

, Harding soll entschlossen sein, gegen die Pariser Beschlüsse sein Veto einzulegen.

Ein von Dresden kommender Personen- !ug ist gestern im Leipziger Bahnhof entgleist, fine Frau wurde getötet, 12 Reisende schwer Md 20 leicht verletzt.

Die litauische Regierung will im Besitze ton unwiderlegbaren Beweisen sein, daß eine intensive Mobilisation der Truppen Zeligowskis Mtfindet.

Die Arbeitslosigkeit in England und Frankreich nimmt ständig zu.

Die deutsche Handelsbilanz und

, die EnlentesorSerungen.

Höhere Leistungen nur durch Prodrrktions- vernrehrung.

Die im Auswärtigen Amt tagende SsHver- siLndigenkonftrenz hat sich eingehend mit den Pariser Beschluss«» befaßt. Die Frage, die zur Erörterung stand, war, welche wirtschaftlichen Grundlagen ergeben sich für die Ausführbarkeit des in Paris aufgestellten Plans, der wie be­kannt 42 Jahresraten in ansteigender Höhe im Gesamtbeträge von 226 Milliarden Goldmark von uns fordert, ferner eine Abgabe von 12 K H. der ausländischen Devisen, der uns ferner verbietet, Kreditoperationen ohne Zustimmung der Rspa- rationLkommission vorzunehmen und sich im Falle der Nichteinhaltung unserer Verpflichtungen den KMiff aus unsere Zolleingänge vorbehält. Man war sich in der gestrigen Konferenz vollkommen darüber einig,, daß es nicht genügt, wenn man einen Produktionsplan lediglich von finanziellen Gesichtspunkten aus aufstellt. Geldleistungen, wie die angeführten, könnten nur aus den Ueber- schüssen einer auf sparsamsten eigenen Verbrauch Mellten Wirtschaft herausgewirtfchafiet werden. Es ergab sich daher von selbst die Notwendigkeit, die Entwicklung unserer Handelsbilanz zu unter­suchen.

Die Ziffern für unseren Gesamthandel waren 1913: Einfuhr rund 12 Milliarden, Ausfuhr nicht ganz 11 Milliarden. Wir hatten also "einen Passivsafdo von etwa über 1 Milliarde Mark. Daß wir «inen solchen Passivsalda ertragen konn­ten, war nur dadurch möglich, daß unsere Zah- lungsbilanz nicht passiv, sondern aktiv war, und zwar durch den Gewinn aus dem im Auslande sestgeleglen deutschen Eigentum, aus dem Besitz ausländischer Wertpapiere, aus den Rücklagen von deutschen Unternehmer- und Angsstelltenver- bänden im Ausland«, aus den Leistungen der deutschen Schiffahrt für fremde Rechnung usw. Nimmt man das deutsche Eigentum im Ausland« und den Besitz, an ausländischen Wertpapieren 1913 mit 20 bis 22 Milliarden an, dann ergibt sich daraus bei einer sehr niedrig gerechneten Verzinsung von 5 v. H. bereits ein Jahresein­kommen von reichlich 1 Milliarde; aus den Ge­ivinnen unserer Seeschiffahrt für fremde Rech­nung kann man einen Ueberschuß von etwa 0,4 Milliarden errechnen. Um die Balancierung der Zahlungsbilanz zu erreichen, waren 1913 also neben unserer Ausfuhr noch für über 1 Milliarde Ältere Einkünfte nötig, das heißt, es wurde ein Betrag, der etwa 10 v. H. unserer damaligen Ausfuhr ausmachte, allein durch reine Geldein- vahmen gedeckt. Nun das

Bild unserer Handelsbilanz von 1920, das allerdings nur auf Schätzungen beruht, die aber der Wirklichkeit außerordentlich nahe kom- Mt dürften. Unsere Einfuhr betrug 8 Milliar­den,,die Ausfuhr ,5 Milliarden, der Passiv saldo 3 Milliarden Goldmark. Dieser Passtvsaldo wird aber in dar Zahlungsbilanz nicht durch neue Aktivposten ausgeglichen, im Gegenteil, «tue Zah­lungsbilanz von 1920 müßte mit noch einem stärkeren PaMsakdo abschließen. Durch den Fort­fall des werbenden deutschen Eigentums im Aus- iande, den Ausschluß Deutschlands von den Weltmärkten, durch den Verlust unserer Schiff- sahrt ist uns eine Balancierung unserer Han- »eEbilanz vollständig unmöglich gemacht. Dazu kommt noch di« starke Überfremdung des Aktien- ivpitals im Inland«, wodurch bedeutende G«- tvinne in fremde Taschen gehen und unsere Zah- lungsbilanz noch weiter nach der passiven Seite hin verschoben wird. Obwohl die Berechnungen auf Schätzungen beruhen, kann man mit Sicher­heit doch sagen, die deutsche Zahlungsbilanz 1920 mit einem

Passiv saldo von weit über 3 Milliarden Goldmezk abschließen. Wir müßten also zur Balancierung Hz SfödreinitomswÄ von über 3 Milliarden, d. £

über 60 v. H. unseres gegenwärtigen Ausfuhr­betrages haben, da die Einnahmequellen von 1923 nicht mehr in Frage kommen. Die Ejn- nahm«quell«n können wir nicht vermehren, die Einfuhr könnte nur in geringerem Maße ge­drosselt werden, der einzige Ausweg, der übrig bleibt, ist der der Mehrproduktion. Da der vierte Teil des Wertes unserer Ausfuhrgüter auf die Einfuhr her Rohstoffe kommt, würde ein Aus­gleich der gegenwärtigen Zahlungsbilanz erst bei einer Aus- und Einfuhr in der Höhe von 9 Milliarden Goldmark gegeben sein, d. h. eine Be­seitigung des Passivsaldos würde nahezu eine Verdoppelung unserer gesamten gegenwärtigen Ausfuhr zur Voraussetzung haben.

Dabei ist die geforderte Aussubrabgab« von 12 v. H. noch vollkommen unberücksichtigt. Die Alliierten haben mit dieser Forderung nichts anderes im Auge als sich unserer AuslandS- devifen zu bemächtigen und den ganzen Devisen- Lerkehr unter ihre Kontrolle zu bekommen. In -Berücksichtigung dieser Abgabe wäre ein weiterer Ausfthrüberschuß zum Ausgleich unserer Han­delsbilanz von 1,1 Milliarden erforderlich.

Di« von Deutschland verlangten Jahresraten würden die Passivseite wiederum um etwa 40 v. H. belasten, was einem Gesamtausfuhrbetvage von rund 13 Milliarden Goldmark gleichkäme«. Wentt die Annuitäten und die Ausfuhrabgabe bezahlt werden sollten, müßte die deutsche Aus­fuhr auf fast 14 Milliarden Goldmark, das heißt, auf das Dreisache ihrer gegenwärtigen Höhe ge­bracht werden. Ob unsere Kohlenlieferungen an- gerachnet werden sollen, ist noch zweifelhaft. Nach verschiedenen Aeußerungen, die von En- tentefeife borliegen, betrachtet man sie nur als Pfand und behält sie als Garantie. Aber selbst wenn sie zur Anrechnung kämen, müßten wir zu dncytefii&ij^ der von 1913 kommen, wollten wir unsere Ver­pflichtungen erfüllen. Unberücksichtigt bei diesen Voraussetzungen ist, daß durch eine Zollkontrolle von feilen der Entente die deutsche Wirtschaft sich unweigerlich weiter verschlechtern würde.

. Jedenfalls geht aus dem hier Angeführten mit aller Deutlichkeit hervor, daß höhere Lei­stungen von Deutschland als die, die es bereits vollbracht hat, nur zu erlange» sind durch Stei­gerung seiner Produktion. Daher werden auch die deutschen Gegenvorschläge immer nur von dem Gedanken einer Produktionserhöhung aus­gehen.

Tumult im bayerischen Landtag.

Im bayerischen Landtag kam es gestern zu überaus stürmischen Szenen. Auf der Tages­ordnung stand die I n t e r p e l l a t i o n der U. S. P. wegen der Stellungnahme des Minister­präsidenten in Berlin. Ministerialdirektor v. Lutz erklärte in Tertretung des erkrankten und an das Bett gefesselten Ministerpräsidenten, daß die Regierung die Interpellation vorläufig in Rück­sicht auf die Vertraulichleit der Berliner Ver­handlungen nicht beantworten könnte. Darauf entstand aus der Linken ein ungeheurer Tumult, bei dem die MehrheitSsozialisten noch die Unab­hängigen übertrafen. Beide Parteien erklärten, daß diese Ablehnung der Beantwortung eine Herausforderung des Landtages sei und daß man in solchen Fragen die Linke völlig übergehen würde. Auf sozialistischen Antrag wurde die Sitzung für kurze Zeit durch Fvaktiousberatungen unterbrochen. Nach Wiederaufnahme erklärte Abg. Timm (M. S. P.) namens der Sozialisten, daß diese sich so lange nicht an ten Verhand­lungen beteiligen würden, bis der Ministerpräsi­dent feine Pflicht erfüllt und die Stellung der Regierung zu den Folgen des Pariser Diktats klargelegt habe. Die Koalitionsparteien sprachen sich gemeinsam dahin aus, daß sie nichts gegen eine Besprechung der Interpellation «inzuwen- den hätten, aber in Rücksicht auf die Vertrau­lichkeit sich nicht auf Einzelheiten einlassen können. Sie hätten auch nichts gegen eine ver­trauliche Information der anderen Parteien. Der Ministerpräsident habe ja auch Donnerstag abend den Vizepräsidenten Auer zu einer Be­sprechung «ingeladen. Der darauf folgenden Be­hauptung Auers, daß die Besprechung erst Samstag flattfinden sollte und ihm über deren Zweck nichts mitgeteilt wurde, trat der Oberamt­mann von Schellhorn mit der Versicherung ent­gegen, daß er selbst im.Auftrage des Minister­präsidenten Auer zur Besprechung über die po­litische Lage eingeladen und daß Auer selbst die Verschiebung auf Samstag gewünscht habe. Uebrigens sei der Ministerpräsident jetzt erkrankt. Hierauf verließ di« gesamte Link« den Saal. Das Haus trat in di« weitere Beratung der Tages- ordmung ein.

München, 12. Febr. Amtlich wird gemeldet: Der Ministerrat befaßte sich gestern mit der Lage. Er vertrat dabei di« «iâlliae Aukiassuna, daß

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es nicht nur Pflicht, sondern auch ein Wunsch der Staatsregierung ist, sowohl im Landtage sowie auch im ganzen Lande rückhaltlos eine Auf­klärung über die Lage zu geben. Die Vorbe­sprechungen mit den Kcaliticmsparteien sind gestern ând zu Ende gegangen. Im Anschluß daran suchte der Ministerpräsident Fühlung mit den Führern ^er sozialdemokratifchen Fraktion und eine Aussprache über die politische Lag«. Die Staatsregierung wird daher die nächste Ge­legenheit benutzen, in diesem Sinne zu verfahren.

München, 12. Febr. In der gestrigen Abend- sitzung des bayerischen Landtages erklärte Prä­sident Königbauer: Heute vormittag mürbe von der sozialdemokratischen Fraktion hier im Hause eine Erklärung abgegeben. Diese Erklä­rung wuder als Interpellation «'mgebracht. Der Ministerpräsident läßt mir mitteilen, daß er selbst­verständlich bereit ist, die nimmer eingebrachte Interpellation bei der nächsten sich bietenden âlegenheit zu beantworten. Das Haus er­mächtigte das Präsidium, die nächste Vollsitzung im Laufs der nächsten Woche «inzuberufen, um diese Interpellation zu besprechen. Im übrigen soll es bei der getroffenen Vereinbarung^ drei Wochen lang nur die Ausschüsse tagen zu lassen, verbleiben. Hierauf vertagte sich das Haus.

Die Entwaffnunqsfraqr wird in Londdn nicht erörtert.

Havas meldet: Der deutschen Regierung ist am 9. Februar eins Mitteilung zügegangen, wonach die Alliierten es ablehnen, in London über die Entwaffnunossrage mit Deutschland nochmals zu verhandeln. Di^ Beratungen in London müßten sich ausschließlich auf die Wieder­erstattungsfrage beschränken.

Der Standpunkt des deutschen Volkes.

Berri« 4t. Febr. Dem Reichspräffdsnten, der Reichsregierung und dem Auswärtigen Amt gehen fortgesetzt aus allen Teilen des Reiches und von dèn verschiedensten Kreisen der Bevöl­kerung Kundgebungen zu den Pariser Beschlüssen zu. Diese Erklärungen, auf die im einzelnen zu antworten nicht möglich ist und die von den oerfchisdensten wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten aus die Unmöglichkeit der Er­füllung der Pariser Beschlüsse zum Ausdruck bringen, sind ein erfreuliches Zeichen dafür, daß das deutsche Volk in ganz überwiegender Mehrheit geschloffen den Standpunkt der Reichs­regierung billigt, welcher in der Erklärung des Reichsministers des Aeußern vor dem Reichstage am 1. Februar festgelegt ist.

Safttags Velo.

Bafel, 11. Febr. DerNew Park Harald" meldet: Präsident Harding gab die Erklärung ab, daß er unmittelbar nach Antritt feiner Präsidentschaft gegen die Bestimmungen der Pariser Konferenz in bezug auf den bedrohte» Handelsverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sein Beto einlegen werde.

Die Truppen anfammlungen an der Ostgrenze.

Nach ben Vorstellungen, die die deulsche Regiernng in London, Pari«, Rom und Warschau we,en der starken polnischen Tnivpcnansammlungen an der Oft« grenze de» Reiches erhoben bat, wurde die Tatsache dieser Triippenaiiiaimiiluiigen von polnischer und fran­zösischer Seite bestritten ober auf die TemobibsationS- majjnahmen zurnckgeüihrt. Von riiständiger Stelle ivirv hierzu mitgetcilt, baß der deut-chen Regierung nunmehr eingehende, sorgfältig gcprnite Nachrichten über die Höhe der Truppenstärken im westlichen pol­nischen Grenzgebiet vorliegen. Danach besindcn sich zurzeit, uachdcm ucucrding« weitere Abtransporte er­folgt sind, von Truppen der ersten Linie an der »eulsch-polniichen Grenze: an der Südgrenze Ostpreu« neu8 im Raume LomsbaMlawaOstrolenka tue 4 Division in Stärke von 14000 Mann, in Weslpreußen m Raume Grandenz Thor« Bromberg die 16. Division und die sogenannte sibirische Brigade in Stärke von 20003 Mann, in der eheinaligen Provinz Posen im 2anmt Hoücnsalza -PosenLissa - Ostrowo die 14., 15. und 17. Diviston und zwei Reserrebri- gaden in Stärke von 54000 Mann, längs der ober« schlesischen Grenze im Raume Czem'tocbau-Bielitz- NeuSandetKrakau die 6. und 21. Podjhalanèki' Division in Stärke von rum 42000. Dazu kommen im Rtservcstelliliigen die 11. Division im Raume von Lodz und die 22. LegioRärdwision im Raume von Warschau ebenfalls in Stärke von 42000 Mann. Diese Truppen stellen also allein schon eine Gesamtstärke von 172 000 Mann dar. Dam kommen noch die Truppen zweiter Linie, die allein an der oberschlesiichen Grenze im Railme Czcnüochau Soinowie eine Stacke von 25000 Mann amweistn. Das Gcsaiiitaufgcbot der an der dentscli-polniichen Grcn,e versammelten Truppen beträgt über 212 200 Mann. An der litauucben Front befinden sich zurzeit 70000, an der russische« Front nur 126003 Mann. Daran? folgt, daß übet die Hälfte der gesamten Formationen gegenwärtig nicht an der Rordost- und Ostgrenze Polen», sondern an der Grenze b » mit Palen im Frieden btfi» blieben Deutjchca Reiches steht. Die «falLteuuuM de» Ml»

nischcn Minister» des Aeußern, daß die Truppender« legunge« nur dem Ziele der Demobilisation bienten, lasse» sich mit den Tatsachen nicht vereinbaren, daß bibber nur die ältesten Jahrgänge und die Studieren­den entlassen und die übrigen Jahrgänge teilweise mit Ausrüstung und Bewaffnung sriülo» beurlaubt wur­den. Reueinziebungen dieser beurlaubten Mannschaften wurden wiederbolt gemeldet- Die gesetzliche Front« dienstpflickt beträgt zur Zeit in Polen nur zwei Jahre. Statt dessen werden aber jetzt mindestens 5 Jayrrânge unter den Waffen belasse«, die genügen, um die Armee auf Kriegs Parke zu erhalten. Weiter sind einige bi»» her noch nicht unter den Waffen stehende OffiütJl« jahreèklassen neu einbernfen worden. Eine Anslâstmg der Truppen der zweiten Linie hat bisher noch nicht, stallgesundkn. Auch sind nur kriegSunbrauchbar« Pferde und Fahrzeuge verkauft und kricg»brauchbar^ dafür neu eingestellt worden. In einer ganzen Ryh« von Fällen 'ist festgestcllt worden, daß Rezimenür, welche sich zur Zeit in den westlichen Grenzgebiete» Polen» befinden, auf voller Kriegsstärke belassen m.#» den sind, und daß sogar ihre Ersatzformatwnrn'nr voller Stärke weiter bestehen. Endlich befindet sich ein Teil der im dentsch-polniiche« Grenzgebiet stehen­den Formationen tatsächlich nicht in den Heimatgar­nisonen. Daran» ergibt sich, daß von einer Demo^ biliiation des polnischen Heere» nicht die Rede sein kann. Die deutsche Regierung hat sich daher veran­laßt gesehen, wegen der vorstehend fstiÄ'.idertcn Tat­sachen erneut bei den eingangs erwähnten Regie, äugelt vorstellig zu werden.

PoliMche Tagesberichte.

Die italien^djfe Regierung gegjn dH bolschewistische Propaganda. Der itoliemsche Senat beschäftigt« sich mit der bolschewistischen Propaganda in Italien. Senator Garofalo hatte eine klein« Ansrag« über di« Enthüllun-gen _ bec französisch«» Polizei wegen her bolschewistische» Propaganda an die Regierung gerichtet. Italien sei bisher in seiner Gastfreundschaft zu weit ge­gangen und viele Ausländer hätten Mißbrauch damit getrieben. Die Regierung solle -j» Gr«We» besser bewachen lassen. Garofalo erinnerte an di« mannigfach«» Beweise für die Tätigkeit der russischen Bolschowist«n und warnte die Regie­rung vor den sogenannten russischen^ Hawdels- cmiffären. Im Namen der Negierung antwortet« Staatssekretär Comwanldini, der «rklärte, die Regierung werde nie bols-chewistifchs Propaganda dulden.

Die Rückkeftk der Palâstinadentfchen. Nach einer Mitteilung der Katholischen Misfioue« ist rin deutscher Priester vom OLcrkommissar Sir Herbert Samuel in Palästina empfangen worben um bat von ihm die Versicheriiua erhalte», daß er sein Wunsch fei, daß im Heiligen Laude alles werde wie immer. Der Krieg sei zu Ende und e» sei endlich Zeit, alle Er­bitterung und Feindseligkeiteu einzustellen und wieder friedlich und utiteinanber zum Wohle Palästina» zu arbeiten. Der Haarez, die angesehenste hebräisch, jüdische Zeitung Palästinas, schreibt in demselben Sinne: Als ein überall verfolgte» Volk haben die Juden die Pflicht, die hciite in unsagbarer Not lebenden Deut­schen zu unterstützen, wo c» geschehen kann. Die deutschen Kolonisten sind ein fleißiger und nützlicher Faktor int Lande nud sollten als Mnstcrbauern de» jüdischen Kolonisten vorgehalteu werden."

Die Konstantinopeler Regierung in London. Die Abordnung der Regiemng von Konstantinopel bei der Londoner Konferenz wird zwei Mitglieder umfassen, den Großwesier Tewfik Pascha als Vorsitzenden und General Osman Mzami Pascha, den türkischen Vertreter in Rom, sowie 12 Sachverständige Beiräte und Sekretäre. Die Abordnung wirH am Samstag mit dem Orientexpreß abreisen. In Vertretung des Großwesiers wird der frühere Großwesier Ali Riza Pascha dessen Dienst versehen. Die Abordnung wird sich 24 Stunden in Paris auf, halten, wo sie mit dem türkischen Vertreter in Paris Nabi Bey und anderen türkijchen Per­sönlichkeiten zusammentreffen wird.

Die Arbeitslosen in England und Frank­reich. DieInformation" meldet zur Verschär­fung der Arüeitslosenkrise in England, daß die Zahl der nicht voll besänftigten Arbeiter im Vereinigten Königreich auf ca. eine Million Vkänner und Frauen geschätzt wird. In einer Besprechung über die Arbeitslosenkrise in Frank­reich erklärte in der heutigen Kammersitzung Arbeitsmin'ister Daniel Eincent, in Paris würden zur Zeit 39 000 Arbeitslose unterstützt. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Frankreich betrage 47144.1 Die Gesamtzahl der Arbeits­losen in Frankreich schätze man auf 100120000.

-- Günnel und die Lowjetreüicrttng. Der .Tempi" berichtet nach dem Bolichcmiflrnblatt .Kal- beidn", Hugo etinne» habe tie metallurgische» Etablisse­ment» Don Briaiit'k gekauft. Er wolle dieselben in Betrieb nehmen und habe versprochen, im ersten 3ahr 70 Lokomotiven, im zweiten 200 und im dritte» Jahr 120u Beinstellen, den Betrieb aber so zu fördern, daß er später 8003 Lokomotiven und 80 000 Waggon»' liefere. Slin«c» habe ferner zugesagt, ein Drittel bei erzielten Wugcuü der SowjetrrgreriiUg überweisen zr» woikn. - - W

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