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-uickl. OffertgebübrMPfg.Bezugsvreis:Viertel- iäbrl.1^.MMk..monatl.S.8NMk.. k. Postbezug viertel- jäbtl. 15.90 Mk..monatl.5.36Mt. DieNummer20Pfg.

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Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Richard Hultick: für lokalen und vrovinziellen Teilst sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Sanou am Main. Rotationsdruck der Waisenbausduchdruckerei Sanau.

Fernlorechanicklüsse Nr. 1237 und 1238.

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Donnerstag den 10. Februar

ISA

Das Neueste.

Bel der deutschen Regierung ist auch eine Andere Einladung der englischen Regierung zur ebener Konferenz eingegangen.

- Zur Borbereitung der deutschen Eegenvor- Me wurde im Auswärtigen Amt ein engerer rbeitsausschuh eingesetzt.

- Die bayrische Regierung und mit ihr die Wer der Koalitionsvarteien halten fest an nm bisher eingenommenen Standvunkt in der ntmaffnungg» und Einwohnerwebrfrage.

- In der gestrigen französischen Kammersttzung urbe die von der Regierung gebilligte Tages- bnung Fabry angenommen.

- Die Pariser Beschlüsse machen sich im Sandel relts recht unangenehm bemerkbar.

Die italienischen Blätter halten die Pariser -s-lüsse in ihrer jetzigen Form für unausführbar.

- Die Verhaftungen von kommunistischen Ifirern in Frankreich dauern an.

kDie franz. Kammer über den Wtedergutmachungsplan.

In der gestrigen Nachmittagösitzung der fron« Lolchen Kammer wurde die Jnterpellations- LSebatte fortgesetzt. Zunächst ergreift der Be- rrichterstatter des Finanzausschusses de ßc = isteyrie das Wort. Nach seiner Ansicht müsse tmn erkennen, daß der Ministerpräsident unter »besonders schwierigen Umständen verhandelt Mb«, da die Politik gtanfrc'djs in der Mntschädigungsfrage schwankend gewesen sei. »Nachdem man geschrien habe, Deutschland werde «Iles zahlen, hab« man einsehen müssen, datz cs Wicht genüge. diese Behauptung aufzustellen. Man Mbe M den V erd üirderen vom Fursa.it gr^ro- |6cn. Wer aber Forfait sage, meine damit Nach- IlG In politischer Beziehung bedeute das Pa­riser Abkommen einen Erfolg, weil die a l l i - gierte Front gegenüber Deutsch- llanb wiederher stellt wurde, das ver- Isucht habe, die Alliierten zu veruneinigen- In »finanzieller Beziehung seien die Ergebnisse nicht Iso befriedigend. Tardieu rufe zwar: Führen HM den Friedensvertrag aus! Der'Vertrag sei »aber ein ziemlich mittelmäßiges diplomatisches I Instrument, oöer er sei eben vorhanden. Die Ne- Ijmrationskommission habe ihre Rechnung noch »nicht aufgestellt. Der Vorsitzende der Repara- »iionskommlssion LouiS Dubois habe den Scha- lien an Personen und Sachen auf 200 Milliarden I geschätzt zu einer Zeit, zu der vom Wechselkurs »noch nicht die Rede gewesen sei. Das Pariser »Abkommen bedeute ein Opfer Frankreichs. Wenn »'man einen Diskont von 6 Proz. berechne, könne I mn den französischen Anteil auf 55 Milliarden I berechnen. Wenn man bedènle, daß der franzö- I lisch« Handel wesentlich gestiegen sei und zwar I don 4 Milliarden auf 22 Milliarden, müsse man I ^nehmen, daß auch der deutsche Außenhandel I in gleichem Maße in die Höhe gehen werde. In I Frankreich gebe es keine Imperialisten, aber man I wolle doch wissen, ob Deutschland bezahle. 1871 I hätten die Deutschen als Sicherheitsleistung für I ble Zahlung territoriale Pfänder genommen. I (Tardieu ruft: Wenn Deutschland die Ber- I tragsklauseln nicht ausführt, wird die Be- I satzungssrist verlängert.) Wenn Deutschland in I «n ersten 15 Jahren seine Annuitäten bezahlt I Wt, hat es dann schon Klauseln ausgeführl? I Abgeordnete spricht von der Prosperität der I putschen Industrie und von dem Märchen des Elends ,n Deutschland. Es täusche die Alliier- I ob es sich nun um die Eisenbahnen oder um I Finanzen handele. Deutschland habe nur I WO 000 Mann unter den Waffen, Frankreich I ?~800 000. Sie seien in den Kasernen anstatt I ,n den Fabriken und auf den Feldern. Der Ab- I ^ordnete sagt, die Sachverständigen in Brüssel I Men als Zahlungsfähigkeit Deutschlands drei I Werben Jahreszahlungen abgeschätzt. Jetzt w man nur 2 Milliarden. (Minister Lou - I cheur ruft: Für 5 Jahre sehen wir 19 Milliar- I A vor, die Sachverständigen sprachen nur von I ° Milliarden.) De Lestehrie verlangt Aufklä- I darüber, ob die 20 Milliarden Goldmark I ersten Zahlungen von der Gesamtsumme ob- I ^llen würden. Finanzminister D o u m e r er- I diese 20 Milliarden Goldmark seien eine I ^^er^eitslciflung für die Ausgaben, bie zu I Raiten Deutschlands gingen, besonders für die I Aufrechterhaltung der Besatzungstruppen. (Der I Abgeordnete Puech ruft dazwischen: Das hätte I 7 dem Abkommen vorgesehen werden müssen!) I Lestehrie will auch Aufklärung haben ' über I ^«Naturalleistung Deutschlands und über die I ^rung von Holz. Kohlen und chemischen Pro- I °^n. Er befürchtet, daß Frankreich in den I , Jah"n große finanziell« Schwierig- I ' habe» würde, Der Finanzminister müsse

ein vollkommenes Programm aufstellen. Deutsch­land müsse internationale Anleihen aufnehmen und Frankreich müsse mit seinen Alliierten ein Abkommen über die Flüssigmachung der deutschen Schuld treffen. Nach dieser Richtung genüge das Abkommen von Paris nicht. Während des Krieges oder vor 18 Monaten hätte man der­artige Einverständnisse leichter erzielen können. Sowohl Klotz als auch der Ministerpräsident bestätigen- daß die Erziehung der finanziellen Solidarität Schwierigkeiten gemacht habe und noch mache. Briand sagt, im Jahre 1916 habe eine wirtschaftliche Konferenz stattgesunden. Er habe damals den Grundsatz der Solidarität er­zielt.

Der Abgeordnete de Laffeyrce beendet seine Rede, indem er sagt, Ministerpräsident Briand müßte den Deutschen, die nach London kommen, um zu feilschen, begreiflich machen, daß Frank­reich weitere Konzessionen nicht machen könne, und daß es, wenn es weiter entgegenkomme, einen Zusammenbruch erlebe. Er habe Vertrauen zu Briand, daß er die Interessen Frankreichs vertreten werde.

Andrü Lefèvre erklärte zuerst, die Ent­scheidungen, die über die Entwaffnung in Paris getroffen wurden, bestätigten, was er jünqsi in der Kammer gesagt habe. Nach seiner Ansicht hätte man nach dem Abkommen von Boulogne 41 Milliarden 180 Millionen bekommen. Nach dem Abkommen von Paris erhalte man 33 Milliarden 382 Millionen. Wenn man die deutsche Ausfuhr mit durchschnittlich ^Milliar­den berechne, könne man durch die Aussuhrsteuetz n fast gleichen Ergebnissen kommen, wie sie in Boulogne vorgesehen worden seien. Die Aus­fuhrziffer von 25 Milliarden, die Loucheur an­gegeben habe, scheine ihm übertrieben, aber man stehe doch vor Dem Paradoxen. daß Pcuuchlano vrosperire, weil es fähig sei, für 25 Milliarden jährlich zu exportieren. Oder Deutschland exportiere nicht, dann könne es eben nicht be­zahlen. Den Wert der Güter des deutschen Reiches nach der Schätzung von 1913 berechnet Lefèvre mit 18 Milliarden Mark. Eine ameri­kanische Cesandschast habe für die deutschen Eisenbahnen 25 Milliarden geboten. Es gäbe aber auch noch andere Werte in Deutschland. Man dürfe keine Politik der Schwäche betreiben, denn diese führe notwendigerweise zum Kriege. Wenn Deutschland nicht bezahle, dann müsse man doch die Hälfte des Wertes des französischen Kapitals suchen und das sei kein einfacher mili­tärischer Spaziergang. Wenn man aber nicht nach Deutschland ginge, um das Geld zu holen, dann werde man nicht bezahlt. In Deutschland zeige sich schon jetzt eine Solidarität der Interessen bei allen Klassen der Bevölkerung. Die wollten nicht bezahlen. In Frankreich aber gebe es auch eine Solida­rität der Klassen, damit man bezahlt werde. Lefèvre beglückwünscht den Ministerpräsidenten, daß er sich nicht gebunden habe, und daß er vor das Parlament gekommen sei, bevor er Ver­pflichtungen übernommen habe, namentlich in« betreff des Vertrages von Sevres. Minister­präsident Briand sagt: Verwickeln Sie nicht meine Aufgabe! Sie haben an der Regierung teilgenommen, die diesen Vertrag ausgearbeitet hat. Jetzt wird man in London darüber ver­handeln. Mehr könne er in Paris nicht sagen. Lefèvre schließt, die Welt müsse wissen, ba^as französische Parlament nicht geneigt sei, alles mit verbundenen Augen hinzunehmen.

Abg. Fergeot erklärt, daß nach seiner An­sicht der Vertrag von Paris den Vorteil habe, mit der Unsicherheit zu brechen, die der Vertrag von Versailles geschaffen habe. Es sei ein Vor­zug, daß nicht die Neparationskommission, son­dern die Negierungen die Ziffern festgesetzt hätten. Dadurch habe man eine Solidarität der etwaigen notwendigen Zwangsmaßnahmen geschaffen. Das Abkommen von Paris sei insofern ingeniös, als es mobile Annuitäten zufammenjchweiße mit dem Forfait. Es fei auch zu billigen, daß man für die Berechnung der Schäden nicht den augenblicklichen hohen Preis, sondern einen mitt­leren Preis annehmen wolle. Der Abg. Fer­geot schätzt den Nachlaß an der französischen Forderung auf 68 Milliarden Goldfrgncs. Das bedeute ein Loch von 5 Milliarden. Wie wolle man dieses Loch verstopfen. Der Abgeordnete fragt den Ministerpräsidenten, ob seine Beant­wortung richtig sei. Ministerpräsident Briand anwortet, er gebe gern zu, daß man auf die Gesamtheit der Forderung großen Nachlaß habe gewähren müssen, um des Einverständnis aller Alliierten zu erzielen. Er werde später über die Vorteile und die Kompensationen sprechen Der Abgeordnete Fergeot sagt, Frankreich wo e den Frieden. Es verlange nur sein Recht.! Er sei der Ansicht, daß man Maßregeln! ergreifen müsse, um bezahlt zu werden.

Deutschland habe Kohlengruben. Lloyd Ee- orge habe erklärt, man könne sie nicht nach England transportieren. Aber für Frankreich seien sie erreichbar. Wenn die Häuser von Reims, von Arras und von Verdun nicht wieder aus ihren Ruinen auferstehen würden, dann könnten die von Frankfurt, von Koblenz und Köln für sie einstehen. (Großer Beifall.) Aber man sei .noch nicht so weit. Die Franzosen hätten nicht die Seele der Deutschen. Man könnte Briand und Loucheur vertrauen, daß sie die Sache Frankreichs, also die Sache der Ge­rechtigkeit, vor den Alliierten zum Siege führen würden.

Finanzminister Doumer ergreift das Wort. Er sagt, die Interessen Frankreichs seien auf der Konferenz von Paris mit Energie vertreten worden. Nach einer theoretischen Auseinander­setzung über den Wert des Geldes der ver­schiedenen Länder kommt er zu einer Berechnung, welches Verhältnis bestehe zwischen dem, was Frankreich nach dem Friedensoertrag von Ver­sailles und nach dem Abkommen von Paris zu bekommen habe. Nach feiner Berechnung erhalte Frankreich bei einem Zinsfuß von 5'/» 63'/, Milliarden in Jahreszahlungen. Wenn auch Deutschland sich arm zu stellen versuche, habe es noch eine große Produktionskraft und es könnte in 24 Jahren seine Tätigkeit von 1913 wiederfinden, sodaß auch auf ein annehmbares Erträgnis der Expartsteuer gerechnet werden könnte.

DaS DertraucnSzeusnlS für Briand.

Paris, 11.Febr. Jn drr gestrigen Kammtrsitzung wurde gegen Mitternacht die von der Regierung ge- nchmigte Tagesordnung Fabry mit 38 7 gegen 1 25 Stimmen angenommen. Die TageSordntmg lautet: Im Vertrauen darauf, daß die Regicruug die mit unsern Verbündeten eingeleiteten Verhandlungen in vollem Einveriichmen in einer Weise fortsetzen wird, daß die völlige Entwaffnung Deutschlands ffchergestellt, das Recht Frankreichs auf Eiit'chädiguug gewährleistet »uv die unerläßlichen wirtschaftlichen Erleichterungen für den Wiederaufbau Frankreichs verwirklicht werden, gebt die Kammer, indem sie auf die Entschlossenheit der Regierung bei der Anwendung aller notwendigen Strafmaßiiabmcn rechnet, die die Durchführung bet Versailler Vertrags sichern sollen, unter Ablehnung jeglichen Zusätze» zur Tagesordnung über.

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T«r bayerische Standpunkt unverändert.

München, v. Febr. (Amtlich). Die Ber­liner Besprechung der Llaatd- und Minister» Präsidenten vom 8. K«br. veranlaßte in Bayern eingehend« Beratungen sowohl im Ministerrat wie im Schoße der KoalttiouS» Parteien. Im Mittelpunkt der Berhaudlun» gen steht für Bayern naturgemätz die dnrch die Pariser Note der alliierten Mächte aus- gesprochene Forderung der Entwaffnnng und Auflösung der E i n w o h n e r w e tt r e n deren Beibehaltung für Bayern nach wie vor nach der übereinstimmenden Anschauung aScc beteiligte» Faktoren eine Lebensfrage bildet. Die bayerische Staatsregicrung und die Koalitionsparteic« haben die Mögtichkeit einer solchen Sorben »ng der Alliierten nienralS außer acht ge- taffen, so ofl sie auch ihren Standpunkt in dieser Frage prüften und bis heute unver­ändert festtegteu. Auch bei ein^r neuerlichen Prüf»»« aller einschlägige» Gesichtspunkte bei den bisherigen Besprechnnge» ergab sich, daß dieser Standpunkt, der ausschließlich durch die Sorge für den staatlichen Micder- aufban bestimmt wird, anch durch di« neue Lage nicht umgestoßc» werden kau», und daß die gleichen Gründe, die von Anfang an ihn notwendig machten, ungeschwächt weiter be­stehen. Die Einheit deS Reichs stand für alle Beteiligten dabei außer Frage. Separa­tistische» Gedanke» wurde während der gan- zen Berhandlnttgtn auf keiner Seite auch nur einen Angenblick Raum gewährt. Die endgültige Fassung der an die ReichSregie- rung zu richtenden Rote erfolgt Donnerstag vormittag.

C r-Yung mit der Besetzung bayrischer Städte.

Straßburg, 9. Febr. Nah Pariser Mcldilii^en beschäftigte sich eine Sitzuiia beS Oberste» KricqSrates mit beu zutreffenden nuNtänscheir Maßnabm'n r,-en Dentichland,für den Fall, daß ®eutid).anö sich ei i« bin widerspenstig zeigen werde. Der Oberste^r>.,,,.ai bat bie Besetzung* verschiedener bayrischer Städte in Au»stcht genommen, wenn dort bie Einwobnerwetzre» nicht «Mo» entwaffnet und aufgelöst würden.

ArbeitsanSschutz im Auswärtigen Amt.

Berlin, 9. Febr. Im Auswärtigen Amt f«A unser dem Vorsitz de» Ministers de» Aenßern e$f Sitzung von Sachverständigen statt, um bie beutst Stellungnahme zu den Beschlüssen der Pariser Kon^, seren, in der Entschädignnaasrage im einzelnen zu erörtern und bie deutschen Gegenvorschläge vorzube« reiten. Reichsminister Simon» geb zuuächsi einen Ueberblick über bie gegenwärtige politische Lage, weit sie sich aus das Ent'châdigiingSproblem bezietzt. Die wirtschastrpolitffchen Wirkungen der Pariser Bez ichlüffe wurden hierbei besonder» behandelt. Nach eingehender Beiprechung der einzelnen in Frdtz» kommenden Probleme durch die Anwesenden wurde ein engerer Arbeit?auSschnß eingesetzt, der die Beratungen am Montag anfnimmt.

Laut .voff. Ztg.- gehören dem von der Sachver» flâiidigenkonserenz im Auswärtigen Amt gebildete« engeren ArbeitSailt'chuß die folgenden Mitglieder ant Vorsitzender des ReichSwirtschaitSratS Edler von Braun. Gebeimrat Wiedfeld vom Direktorium der Friedrich Krupp.Akiieugescllschgft, Direktor Han» Krämer, Generaldirektor Cuno, Walter RatliLuau, 6tinne8, Genklalchrektor Vögler. NeicbSbaukrrasident Haveu- Kein, Generalsekretär Silberjchmidt als Arbeiterver­treter.

Die lähmende Wirkung der Pariser Beschlâffe»

Schon jetzt stellt sich heraus, welche verhängnis­vollen Folgen das Pariser Abkommen haben würde, wenn es in die Wicklichkeit nmgesetzt wird. Von einigen anSläudischkn Plätzen liegen bereits Aiinulliernngen von Austrägen vor, weil die belreffenden Handelkkreise befürchten, den t2prozentigrii Auifchlag auf den Export laMen zu müsse», wozu natürlich niemand Lust hat. Wie sott da» erst werden, wenn die Pariser Abmachungen tatsächlich von un» angenomen werden würden.

Italienische Dernuuft-Stimme».

Im ,® i o r n a I e d' Italia* bespricht der frühere Abg. Auooim die Pariser Beschlüsse. Indem er fick an die Alliierten wendet, sagt er: Wollt ihr, » Deutschland euch zahle, so müßt ihr ihm gestatten, tret auSiülire» zu können. Gerade uieie Ausfuhr fürchtet ihr aber und wollt sie daher durch einen Zoll von 12 Proc. beeinträchtigen. England und Frank­reich stellten sich die Frage wahrscheinlich so vor: Ent­weder wird Deutschland dennoch viel exportieren und uns Stoitsurrenj machen, in diesem Falle wird eS uni zahlen, oder es wird wenig exportieren, in diesem Falle kann c» nicht vollständig zahlen, aber wir werden u«S auf dem europäischen Markte schadlos halten, nachdem wir die furchtbare deutsche Kon'urrenz auSgeichaltet haben. Anooiia setzt hinzu: Deutschland könnte nur dann zahlen, wenn cs sich dafür entschließen würde, yvei Menschenalter nur von Brot und Wasser /zu leben. Dar scheint ihm ausgeschlossen. Auch wäre eS »»gerecht, daß zwei Generationen für die Sünden der Väter derart gestraft werden sollten.

DieE p o c a* schreibt: Der grundsätzliche gehler war vor allem ein psychologischer, denn praktisch »st die ßiifcbcb gin g kleiner als sie in früheren Konfe­renzen feftgefteilt wurde. Aber sie muß darum n». gebenren Eindruck erwecken, weil nun zwei Genera- tioneu bie Schuld einer einzigen auferlegt werden sollen. Nils diese Art werden die Folgen des Kriege» nicht ligilidiert, sondern verewigt. Die Zeit scheint »nS gesammelt mit Dciitschlans offen und loyal zu iprechen, statt ihm mit ZwaugSverwaltung zu drohen.

Der »Carriere b 31 a 11 a bemerkt: Daß gerade die Verteilung auf 42 Jahre viele Einweu- duiigen verursachte, denn eS sei unmöglich, daS deutsche Volk solange unter der Saft der Pariser Beschlüsse zu halten. DaS beweist, wie die Schwankung, in bet Hatlung der Ent'ntc ans der Schwierigkeit entstehen, eine Lösung zu finden, welche aUgenicine Billigung hat.

£er e st o bei Carlino schreibt: 61 ist unserer Regierung znzuschreibcii, verlangt und er­reicht zu ha heu, daß Denlschland zur Londoner Kontze» rei\3 ziigelassen wird. W r glauben, daß die Einigkeit des deutschen Vol.es die Regierungen der Entente doch überzeugen wird, daß el notwendig wird, von den Pariser Bedingungen alle» Unaus­führbare zu st reichen.

PoMische Tagesberichle.

Die trösten der E!ite»tekommissi»neM> Das ,B. T/ gibt einen Ueberblick über die hoben Kosten, die Dentschland aus der Unterhaltungipflicht der Eiltentekoupnissioneli erwachsen. Etwa 2500 Mit» glieber von Euientekommlsüone» weilen gegeuwârtig in Deutickland auf ReichSkosten, davon allein in Berlin 374 Offiziere, 110 Beamte und 133 Mann» iebajten. Die Unterhaltungskosten verteilen sich auf Oiiartiergelber, VerpflcgunMelder und Gehälter. Die monatliche!! Lcrpfleguugkgelder betragen nach An­ordnung der Generals Rollet für den Präsidenten der UebeiivachiliigSkouiiiiisfion 28 500 Mark, für Generale 21 000 Mark, für Obersten 15 000 Mark, Subaltern» oisiziere 12 750 Mark, Unteroffiziere 5775 Mark und Mannichasten 3500 Mark. Zu diesen Vccpflegung»- geldern kommen die Kosten für die Quartiere, bie bei einzelnen Generalen monatlich rund 12 000 Mark be­tragen. Tanack beziclit ein Enteutchvuptmaml allein mit seinen SSetpfkgunalgeibmi bei freier Wohnung mehr alS der deutlche Reichskanzler.

Dir Waffettablie.cruttg Nach Mitteilung bei 9kicü5fommmarS für Entwaffnung beträgt der Zugang der aigelieiert.it, augelaimeu uns beschlag« iiabmteii Waffen im Januar: 18 Geschütze, 15& Maschiucngtwelne, 9113 Gewehre, 2>8 Revolver und Pistolen unb 2329 Handgranaten. Von beu auge» meldeten Waffen der Organisationen wurden bUba 371 233 Gewehre eingezogen.

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