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General-Anzeiger
Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Ferniprechanicklüsse Nr. 1237 und 1233.
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Sir. 32
Dienslag den 8. Februar
1921
Das Neueste.
— Dt« Londoner Konferenz ist auf den
1, März festgesetzt worden.
— Ueber bk deutsche Haltung auf der Loudner Konferenz ist noch keine Entscheidung ge- tc»ff«n.
— Die Pariser Presse ist eifrig an der Arbeit, um gegen Deutschland zu hetzen.
— Die schwedische Regierung hat die staat- siche Regulierung des Außenhandels ausgehoben.
— Als Vergeltungsmaßnahmen eines Anschlages auf Polizisten in Irland wurden mehrere Häuser In Brand gesteckt.
— Es ist bk Rede davon, daß die belgische Flottmbafis von Antwerpen nach Ostende verlegt weiden soll.
Vergiftung der Volksmeinung.
Es wird wohl niemand über den schweren Stuft der Lage sich auch nur der geringsten Täuschung hingeben. Die Franzosen sind überaus geschäftig, ihre Forderungen durchzudrücken. Briand richtete einen Appell an das amerikanische Volk und fordert es auf, sich mit Frankreich solidarisch zu erklären. Indes ist die nationalistische Presie damit beschäftigt, eine richtige Katastrophenstimmung vorzubereiten und die öffentliche Meinung in Unruhe zu versehen, indem sie ausführliche Berichte über Kriegsvor- bereilungen in Deutschland verbreitet. Das Blatt Daudets leistet sich einen „gut dokumentierten Bericht" über geheime Pläne der deutschen Militärpartei und bemerkt, daß diese Informationen von einer Persönlichkeit stammen, die zu dem früheren Kriegsminister Lefevre in enger Beziehung steht. In dem Bericht heißt es:
Die deutsche Militârpartei bat sich endgültig für ds^Mstum de« RtvaMekriegcS ° au»gesprochen und
den Kreg für den nächsten März vor, um au einem Zeitpunkte, wo sich die französische Wehrmacht in' teschwâchtcm Zustande befindet. Der KricgrauS- bruch wird all eine Art plötzlicher militärischer Explosion seit einem Jahre in den verschiedenen bürgerlichen Vereingungen vorbereitet. Der Pariser Beschluß, diese Vereinigungen auf dem Papier zu entwaffnen, kann nicht» mehr an dem Lauf der Dinge ändern. Alle Linielbeiten sind geregelt. Die Führer sind Ludendorff und Eecckt, der sich jetzt in Baycrwbcfindet. Zuerst wird ein Generalstreik anSbrcchcn, alle Drahtver- iindungen usw. werden unterbrochen. Die alliierten Kommissionen und Besatzungen sollen vollständig isoliert werden. Unter dem Vorwande, den Generalstreik niiderxuwerfcn, wird sich die Mobilmachung der dent- -en Soldaten vollziehen, von denen bereits jeder seinen Mrlitârpaß in der Tasche hat. Plötzlich wird «an auS dem Boden, ober bester gesagt, an8 den Keller», die schwere Artillerie, Feldkanonen, Giftgase, Munitionen und viel andere» Material hervorholen, bei unserer Kontrolle entgangen ist. Die Besatzung»- truppen im Rbemgebiet merken bereits den dnmpicu und organisierten Widerstand, eine Feindseligkeit, die da« Vorzeichen de» Krieg»au«bruche» ist. Man lebt m der Erwartung einer Katastrophe. Die Ueberzeugung der alliierten Offiziere, daß eS bald zum Kriege kommen werde, ist allgemein, und verschiedene Regi- mentet setzen bereits die Kasernen in Verteidigungszustand. um gegen einen plötzlichen Angriff geschützt zu sein. Der deutsche ©cneral lab ist überzeugt, daß die Alliierten die Rheinlinie nicht halten könne» und sich etwa fünfzig Kilometer rückwärts konzentrieren werden, doch die größte Sorge bei deutschen Gcneralstades ist, daß die Verteidigungèwerle von Metz bereits in boller Ordnung sind."
Soll man über solche Ausgeburten einer entweder krankhaften oder verbrecherischen Phantasie in Zorn geraten oder soll man lachen? Zum lachen ist es freilich nicht, wenn man sich die Folgen dieser unerhörten Vergiftung der Volksmeinung überlegt. Leider wird die französische Presse in diesem für ganz Europa unheilvollen Treiben noch unterstützt durch die Reden, die Lloyd George am Samstag über die Pariser Beschlüsse gehalten hat. Er gießt Del ins Feuer, wenn er behauptet, die Deutschland auferlegten Summen entsprächen nur seiner „Prosperität“, wenn er wieder die Schuldfrage aufwirft und das ganze deutsche Volk, einschließlich der Sozialisten, für den Krieg verantwortlich macht. Es ist beachtenswert, daß der „Petit Parisien" im Zusammenhang mit der Lloyd George-Rede aus die Ateaktion der deutsche» Militärpartei zu sprechen kommt. Man sieht daraus, daß zwischen Paris und London eine vereinbarte Kampsparole besteht, die Deutschland gegenüber angewendet wird, um aus die sozialistischen Parteien in Deutschland einzuwirken, deren gemeinsame Front mit den bürgerlichen Parteien in Paris und London naturgemäß seh-r una:rgenehm empfunden wird. Lloyd George als gewiegter Politiker sucht durch seine Rede nichts weiter als den Teutschen „Mut" zur Unterschrift unter das Todesmteil zuzusprochen, jene Kreise bei MM iu stärken. die bereit wären, dem Nein. das
die Regierung ausgesprochen hat, zugunsten des Ja entgcgenzuwirken. — Das Echo der Lloyd George-Rede dürfte den englischen Ministerpräsidenten nicht voll befriedigen, denn aus den unten folgenden Preffestimmen geht hervor, daß man mit den Deutschland auferlegten Forderungen doch nicht ganz einverstanden ist.
Man darf nun gespannt sein, welche Stellung Amerika, das zweifellos der gewichtigste Faktor in den kommenden Entscheidungen sein dürfte, einnehmen wird. Wie wir bereits meldeten, beabsichtigt Senator France eint Resolution vorzulsgen, die die Vereinigten Staaten einlädt, auf eine Herabsetzung der von den Alluorten in Paris vorgeschlagenen Entschädigungssumme hinzuwirken. Die englischen Blätter melden nun, daß er dem Senat auch einen Entwurf der Vorschläge unterbreiten werde, die Amerika machen solle. Sie lauten im einzelnen:
1- Herabsetzung der deutschen Entschâdigungs- fumme auf 15 Milliarden Dollars oder 28 jährliche Zahlungen von 1 Milliarde Dollar, von denen jede das Kapital und bk anwach senden Zinsen darstellt.
2. Gewährung eines Kredits an Deutschland in Höhe von 5 Milliarden Dollar im Hinblick auf seine afrikanischen Kolonien und die Kabel, die während des Krieges weggenommen wurden.
3. Vollmacht zum Ankauf der Kolonie» und Kabel durch die Vereinigten Staaten für bk genannte Summe von 5 Milliarden Dollar, bk gegen die Schulden der Alliierte» an Amerika in Zahlung genommen würden.
Die Pariser Presse nennt diese Pläne phantastisch und fordert die Regierung auf, auf der Hut zu sein, um unangenehme Ueborraschunge» zu vermeiden. — Für uns Teutsche heißt ez jetzt aber fest und einig zusammenzustehen, um der Entente zu zeigen, daß wir geschlossen hinter unserer Regierung stehen.
Zur Londoner Konferenz. ~"~ -
Das Reutersche Büro meldet, daß bk Alliierten eine förmliche Einladung an die deutsche Regierung erlassen werden, in der sie bk deutsche Regierung ersuchen, Vertreter nach London zu der Konferenz zu entsenden, auf der die Reparationsfrage behandelt werden soll. Der Zeitpunkt für diese Konferenz sei nunmehr auf den 1. März festgesetzt worden.
Paris, 7. Febr. Das „Journal des Debets" bespricht heute abend wie viele Morgenblätter, die Erregung in Deutschland infolge der mitgeteilten Beschlüsie der Pariser Konferenz und die ausgesprochene feindselige Haltung der deutschen Regierung, die es voraussetzen lasse, daß die Alliierten bk Frage prüften, ob es angebracht sei, die Londoner Konferenz zu vertagen. Diese Voraussetzung treffe nicht zu. Im Gegenteil, das Blatt glaubt sagen zu können, daß an den von den Alliierten getroffenen Beschlüssen nichts geändert werde Die Londoner Konferenz * werde stattfinden. 1- weil die Orientfrage auf ihrem Programm stehe, und dann, weil sie in Gegenwart der Deutschen gewisse Ausführungsmodalitäten des in Paris angenommenen Planes prüfen müsse. Menn die Teutschen sich nicht nach London begeben würden, dann würde bk Konferenz von London ganz natürlich bk Sanktionen ins Auge fassen müssen, deren Grundsatz in Paris einstimmig angenommen worden sei. Tas Blatt meint, diese Einmütigkeit bestehe noch. Sie werde der Berliner Regierung zu denken geben, auf bk die Reden von Lloyd George und Graf Sforza einen tiefen Eindruck gemacht habe. Es sch-eir.e übrigens, daß Deutschland in der Entwaffnungsfrage nachgeben wolle, um in der Reparationsfrage besser feilschen zu können. Aber sowohl in der einen wie in der anderen Frage werde Deutschland auf die gleiche Festigkeit seitens der Alliierten stoßen.
Paris, 7. Febr. Wie der „Temps" mitteilt, hat die Neparationskommission, nachdem sie wiederholt die verschiedenen alliierten und assoziierten Regierungen aufgefordert hat, die Liste der erlittenen Schäden zivecks Festsetzung der deutschen Schuld, die am 1. Mai zu erfolgen habe, einzureichen, nunmehr aufs neue in diesem Sinne Vorstellungen erhoben. Die Reparationskommission habe beu 12. Februar als den äußersten Termin für bk Beibringung der erforderlichen Unterlagen bestimmt.
Arbeiten der Reparationskommission.
Paris, 7 Febr. Tem „Temps" zufolge ist die Reparationskommission beauftragt worden, die Ausführung des Abschnittes 9 des Friedensver- trages von Versailles, also Art- 243—263, durch- zusetzen. Die Reparationskommission hat ferner die alliierten Regierungen aufgefordert, bk Liste der erlittenen Schäden zwecks Festsetzung der deutschen Schuld bis zum 12. Februar einzu- reichsn-
Noch keine Entscheidung.
Wie der „Berliner Lokalanzeiger" mitteilt, fei in der gestrigen Sitzung des Reichskabinetts eine Beschlußfassung über die in London einzunehmende Haltung noch nicht erfolgt, da zunächst die Stellungnahme der bayerische» Regierung abgewartet werden soll.
Die Presse über Lloyd Georges Rede.
London, 7. Febr. Die gesamte Presse nimmt zu Lloyd Georges Rede in Birmingham Stellung.
Der „O b s e r v e r" schreibt, das ganze Land stehe fest hinter Lloyd George bei seiner Forderung, daß Deutschland alles zahlen müsse, was es ohne Schaden für bk gesamte europäische Gemeinschaft zahlen könne. Deutschland dürfe nicht den törichten schweren Fehler der einfachen Ablehnung begehen. Die volle Summe, die Deutschland zahlen könne, dürfe jedoch nicht diktiert werden, sondern müsse von den alliierten und den deutschen Sachverständigen in gemeinsamer Arbeit festgestellt werden. Deutschland würde für bk Bezahlung der Entschädigung dadurch, daß es an ihrer Abschätzung teilnehme, vor der Welt die Verantwortung übernehmen. Groteske Ziffern und märchenhafte Entschädigungen machten nur ihre Urheber zum Spott. Tas Ziel der Reparation sei Gerechtigkeit, jedoch praktische und nicht theoretische Gerechtigkeit. Ter augenblickliche Reparationsplan, der ebenso wie der Friedensvertrag das aninaßende Werk eines kleinen Ausschusses sei, werde niemals als Werkzeug für das dienen, was beabsichtigt sei. Die in dieser Beziehung herrschenden Meinungsverschiedenheiten seien nur Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Methode; der Grundsatz sei klar und allseitig anerkannt. Deutschland könne in bk kooperative Gemeinschaft der Reparation nur als mitarbeitender Teil eintreten. Es dürfe Aeußerungen der Vernunft nicht als Zeichen der Schwäche aus legen. Deutschland würd« am allerwenigsten aus per Auflösung der englisch-französischen Entente Nutzen ziehen. Die Dr. Simons von Lloyd George gezollte Anerkennung bezeichnet der „Observer" als gerecht.
In demselben Sinne schreibt die „Daily News". Das Blatt führt aus, Dr. Simons, dein Lloyd George die verdiente Anerkennung habe zuteil werden lassen, habe anerkannt, daß Deutschland verpflichtet sei, den Alliierten nach dem vollen Ntaße seiner Leistungsfähigleit Entschädigung zu leisten. Dr. Simons würde seinem Lande einen schlechten Dienst eriveisen, wenn er die Einladung zur Londoner Konferenz aü- lehnen würde. Die Art der bevorstehenden Londoner Konferenz hänge von der Gesamthaltung Deutschlands ab. Die Pariser Ziffern bezeichnet das Blatt ebenfalls als phantastisch. Der Betrag könne nur nach der Leistungsfähigkeit Deutfch- lands festgelegt werden, bk niemand auch nur für zwei Jahre im voraus beurteilen könne.
Die „M o r n i n g Post" gibt dem deutschen Minister des Aeußern den Rat, bk Ansichten der englischer, Gegner der englischen Regierung nicht als maßgebend anzusehen. Kein einziger dieser Gegner würde mit dieser Stellungnahme eine Ersatzivahl gewinnen ober auch nur eine einzige Stimme im Unterhaus erhalten. Die „Morning Post" hebt weiter hervor, daß Dr. Simons noch nicht beschlossen habe, bk Einladung zur Londoner Konferenz anzunehmen. Nach dem Versailler Friedensvertrag habe Deutschland das Recht, Gegenvorschläge zu inache». Die deutsche Regierung müsse jedoch klar verstehen, daß irgendein Vorschlag, die Entschädigung herabzusetzen, nicht angenommen werden könne. Di« Reden Dr. Simons' und anderer politischer Führer im Reichstag ließen das englische Volk vollkommen kalt.
Die „Times" ist diesmal vollkommen mit Lloyd George einverstanden. Das Blatt schreibt, die Birminghamer Rede habe ebenso wie die von Paris Anerkennung gefunden; sie sei bk Rede eines Mannes, der sein Ziel klar vor Augen sehe und unwiderruflich entschlossen sei, es zu erreichen. Tas sei ein Beiveis dafür, daß die Friedensfront der Alliierten stärker und einiger fei als je. Die „Times" erwartet, daß bk Warnungen Lloyd Georges ihre Wirkung auf bk verantwortlichen Persönlichkeiten in Deutschland nicht verfehlen würden.
„Die „Da i l y Ma i l" schreibt, Lloyd George habe in Birmingham niemanden direkt eingeladen, nach London mit alternativen Vorschlägen zu kommen. Es würde eine neue Wendung bedeuten, wenn bk Tore einem deutschen Gegenvorschläge geöffnet würden. Einen solchen bezeichnet das Blatt als einen geschickt verhülllen Versuch, Uneinigkeit unter den Alliierten zu erzeugen, der unvermeidlich zu weiteren Erörle- ruiraes und Verro gerungen führen würd«.
Graf Sforza über Paris.
Rom, 8. Febr. Im Senat hielt Graf Sforzs eine Rede über die Ergebnisse der Pariser Kon« ferenz. Was die Reparation anbelangt, sagt« er, müsse man zwei Plementen Rechnung tragen, 1. dem Betrage der Schuld und 2. der Zahlungss fähigkeil Deutschlands. Es sei sehr schwierig, die Zahlungsfähigkeit Deutschlands einigermaßen zutreffend anzugeben, da Deutschland es bisher unterlassen habe, sie bekannt zu geben. Es bestehe zur Zeit in Deutschland ein scharfer Gegensatz zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen, welche das Bestreben zeigen, zu der früheren Blüte zurückzukehren, und den finanziellen, welche beunruhigende Krisen befürchten lassen. Di- Pariser Verständigung bewirke, daß die Alliierten an dem wirtschaftlichen Wohlergehen Deutsche lands interessiert fei. Falls man in London zn einer Verständigung gelänge, würden die begonnenen Arbeiten die glücklichsten (Ergebnisse zeitigen. Der Minister schloß seine Rede mit der Erklärung, man nähere sich immer mehr einer Atmosphäre der Duldsamkeit und der gegenseitigen Zusammenarbeit. Die Rede des Grafen Sforza wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Zahlreiche Senatoren beglückwünsch, ten den Redner.
Amerika und die Entwaffnung Deutschland».
Jpu. Washington, 7. Febr. Unterstaatssckretâ, Davis teilte Eenatsmitgliedern auf eins Anfrage hin mit, daß die Vereinigten Staaten sehr wahrscheinlich einen Protest an Frankreich und bk Alliierten richten würden, wenn FranLeich dt« Besetzung des Ruhrgebietes durchsetzen wollen weil Deutschland angeblich seinen Verpflrchtunge» in der Entwaffnungsfrage nicht na<^e?otmnex sei. Die amerikanische Regierung stehe aus dem Standpunkte, daß gerade diese Angelegenheit von Deutschland äußerst korrekt behandelt worden sei.
Jpu. Newyork, 7. Febr. Der zweite Vorsitzend« der Guaranty Trust Go., Booth, stellte fest, daß die Beschlüsse der Pariser Konferenz 'auf Amerikas wirtschaftliche Lage einen nachhaltigen Ein- fluß ausüben würden. Die Alliierten versuchen dagegen wahrscheinlich in der Voraussicht, daß Deutschland vorläufig doch nicht zahlen könne, Amerika zu veranlassen, die Kriegskredite zu ver. länger». Würde Deutschland sick gezwungen sehen, den Forderungen der Alliierte» nachzukommen, dann müsse der deutsche Ausfuhrhandel in eine, Weise erhöht werden, daß der amerikanische Handel schwere Schädigungen dadurch zu erwarte» habe. Die Folge werde sein, daß die Vereinigten Staaten Schutzmaßnahmen treffen müßten für den eigenen Handel, die sich wiederum gegen btt deutsche Ausfuhr richteten. Immerhin werde dadurch die deutsche Ausfuhr bekämvft und unmöglich gemacht, wie dies auch seitens England» und der anderen Alliierten beabsichtigt ist. Das Endergebnis wäre wieder, daß die Alliierten Deutschland selbst zahlungsunfähig machten. Wenn man die Pariser Beschlüsse von dieser Seite aus betrachtet, ergibt sich bereits die Unmöglichkeit sitz praktisch durchzuführen.
PorMsche Tagesbenchre.
— ^oribatter deS BnchdruckersireikS iM Laargcbiet. Der Biichdrnckcrstrcik im Saargcbiei erbt Wecker. Auch die Sudibinbtr und Hilfsarbeiter haben sich dem Streik anaeidiloffen.
— Tcucrn»g§zn!agen an die preußische» Beamte». Einer Korreipondenzmeldmig zufolge wird sich der Neunundnoanziger Ausschuß der preußische« Lauderversamnilimg beute mit der Genehmigung der Notverordnung besassen, die eine sofortige AuSzabluxg der neuen TcueruugSzuschlâge an die preuß. Beamte» ermögl 'ben fort.
— Die Gestaltuu« der politischen und finanzicNen Lage Oelkerrcichs. Der Wiener Vertreter der ^Innsbrucker Nachrichten" batte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Dr. Mayr über die (Gestaltung der politischen und finaufiellen ckage Oesterreichs. Der Kuuterprästdent erklärte, die politische Lage Oesterreich« sei burdiauS von dem »irt« tditHluben Druck bestimmt, der auf der Bevölkerung laste. Es sei natürlich, daß die Regierung bloß Wirt- jchastâpolitik treibe, doch werde sich dies einmal ändern müssen, denn Oesterreich habe eine politische Entwicklung notwendig. Wenn auch der Weltkrieg gegen Oesterreich entschieden habe, habe O-sterreich doch ein volle« Recht darauf, daß die andern Völker es wu Achtung behandelten. Richt aus Faucheit brächte : e Oestcrrcichrr seit zwei Jahren bei den verschiedene i Stellen Bitten vor, sondern weil sie arbeiten mn 'n Auch andere Boiler hätten vor den Ocstcrrei-^er^ Kriege verloren, die nun lernen tonnten, wie man nch in einer solchen Lage zu betragen habe, um o m-, Preisgabe natürlicher Rechte und ohne Lpfer au Würde gute internationale Beziehungen zu fcha^ - Oesterreich treibt heute seine andere Politik als dir è ' Wieder« njrichtilng. Ticic hänge aber tx erster Luue von der ausländischen Finanzhilfe ux> u iWeuer Lurie von der eigene» Tatigkcck ab.
W«lt«« volUissbe NaLriLtep MN *