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AmMches Organ für Statt- und Landkreis Kanan

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SCHOB

Ak. 31

1921

Das Aeuefle.

Lloyd George hat in Birmingham eine I Ache über die Bedeutung der Pariser Konferenz- I forderungen gehalten und dabei erklärt, daß I Deutschland zahlen müsse.

Die Besprechung der Landesminister über die Pariser Forderungen ergab volle Ueberein- I stimmung mit der Stellungnahme des Reichs- I tadinetts.

Außenminister Dr. Simons hatte mit 200 I Gewerkschaftsvertretern eine Aussprache über I die Lage infolge der Pariser Beschlüsse.

Der frühere Chef des Admiralstabes, Eraf Friedrich von Baudissin, ist in Charlotten­burg gestorben.

DieHumanitâ* meldet, daß 13000 Sol­daten der Armee Wrangel in die Fremdenlegion eingetreten seien und verlangt darüber eine Aufklärung von Briand.

V. ...... ........... .............

Lloyd George über Paris.

^Deutschland kann und mutz zahlen."

Dem Temps zufolge sagte Lloyd George in seiner Birminghamer Siebe zur Repara - tionsfrage: Vor den Tagen von 19.18 habe er die drei Grundsätze aufgestellt, nach denen die -ieparatinoSfrage geregelt werden müsse: 1. müsse Deutschland für die von ihm angerichteten Schä­den Reparation leisten, 2- könne man von einem Schuldner nur das verlangen, was er zu zahlen fähig sei, 3 sei «s nicht angebracht, daß die Art der Reparationszahlungen dem Gläubigerland ein Nachteil zufüg«, der größer sei als die wieder­gutzumachenden, Schäden. Deutschland könne in billiger Ware bezahlen. Aber was habe das für einen Wert^ Der gegenwärtige Wechselkurs er-

a

ie die alliierten S

lersgkeittn gewesen verständigen bei dem Abkommen von Paris zu lösen gehabt hatten. Nachdem man den Zahlungs­modus festgesetzt habe, habe man Deutschland die Rechnung überreicht. Das scheine ihm wenig ge­fallen zu haben. Die Rechnung sei auf der Grund­lage der deutschen, Prosperität aufgestellt. Wenn Deutschland sich nicht emporarbeite, könne es nicht bezahlen. Deshalb habe man damit angefangen, in den ersten Jahren ein Minimum festzusetzen. Lloyd George fuhr fort: In Berlin sei ein Sturm entstanden, aber der Mangel an telegraphischen Informationen enthalt« ihm vieles vor. Er nehme aber einen Auszug aus der Rede des deutschen Außenministers. Dr. Simons sei ein Staatsmann von dem er glaube, daß er aufrichtig und ent» schlossen sei, di« übernommenen Verpflichtungen «uszuführen, wenn er wolle. Aber Dr. Simons habe falsche Eindrücke, die leicht berichtigt wer­den könnten. Er beklag« sich darüber, daß die Rechnung nicht vollständig sei. Wenn er sie haben Moll«, sie sei bereit. Er rat« Dr. Simons an, dl«inParisausge st eilte Rechnung - n z u n e h m e n. Deutschland möge sich nicht zu Erneuerung der Torheiten von 1914 verleiten lassen. Deutschland könne bezahlen, Menn e s wolle. Die deutschen Steuern seien nicht so hoch wie di« in Großbritannien und Frankreich. Es sei nötig, daß das Land, welches schaden angerichtet habe, gegenüber den beiden Ländern erfülle, die die Opfer einez unprovo- zierten Angriffes geworden seien. Man sage, die veutschen Autokraten hätten den Krieg verursacht, aber nicht das Volk. Das ganze deutsche A o l k a b « r, einschließlich der Sozialisten, s e i derantwortlich für den K r i e g und alle würden sich gern in die Siegesbeute geteilt ^lben. Schließlich erklärte Lloyd George, die R« p a r a t i o n s l a st e n, die man Deutschland auferleg«, feien nicht übertrieben. Für die beiben ersten Jahre sei die Belastung Deutsch- wnds nicht so groß, wie bie Englands und Frankreichs, bie allein aus den Kriegspensionen herrühre. Es sei falsch, daß man daran denke, den deutschen Arbeitern ein wirtschaftliches Sklaven- mtn aufzuzwingen. Sollten vielleicht die franzö­sischen Arbeiter begafften, die während des Krie­gs dem Eindringling herzhaft standgehalten hatten? Der Heroismus Frankreichs fei erstaun­lich gewesen. Sei es notwendig, daß dieses Land mit einer schweren Last belegt werde, während Leutschland sich ihr entziehe? Niemals! Die For­derungen der Alliierten seien gerecht und es müsse ^nen Genügt getan werden. Dr. Simons habe »esagt, er hab« andere Vorschläge zu machen. Das recht Wenn seine Vorschläge recht und billig seien, so würden die Alliierten davon Kenntnis nehmen. Menü sie aber nur ein Manöper seien, um der Rrparationepslicht zu entgehen, dann müß:»n die Alliierten handeln. Simons habe Mährend ter Konferenz in Spa den Eindruck «nes gerechten und verständigen Mannes ge- MÄt, Aber er (Llovd Georae) habe immer das

Gefühl gehabt, daß hinter ihm die Männer von 1914 ständen. Wer vertrete das heutige Deutsch­land? Sei es der Minister für Auswärtige Ange­legenheiten, oder seien es die Männer von 1914. Man werde niemals glatten, daß die Klasse, die den Krieg provoziert habe, den Mächten Trotz biete. Die letzten Erklärungen des Premier­ministers sollen nach der Meldung des Temps einen Beifallssturm ausgelost haben.

Lloyd George sagte weiter, die Völker hätten genug von der Krregsatmospbäre. Die Alliierten wollten keine strengen Maßnahmen gegen Deutsch­land ergreifen, es sei denn, daß sie sich noch dem Deutschland von ehedem gegenübertefänben, das sich bemühe, sich den Folgen des Vertrages, den es unterzeichnet habe, zu entziehen, und das ent­schlossen sei, heute dasselbe zu tim, was sie mit den früheren Verträgen getan habe, die es wie ein Fetzen Papier zerrissen habe. Die Alliierten arbeiteten an der gemeinsamen Sache der Gerech­tigkeit und sie würden beweisen, daß sie zu diesem Zwecke mehr denn je geeinigt seien.

Deutschlandmutz" bezahlen.

Wie Havas aus London meldet, sagte Lloyd George in einer zweiten Rede in Birmingham, die der inneren Politik Englands gewidmet war, der englische Handel befinde sich augen­blicklich in e^nem Zustande des Niedergangs, aber Großbritannien werde diese Periode Über- Zehen, wie es die Zeit der napoleonischen Kriege überstanden habe. England habe es mit un­vermeidlichen Schwierigkeiten zu tun, wie sie immer auf einen großen Krieg gefolgt seie^. Ein Regierungswechsel würde die Lage nicht ändern. Der Niedergang des Handels habe sich mit erschreckender Plötzlichkeit gezeigt. Alle Völker der Welt litten darunter. Man könne nicht mehr auf den Wechselkurs zählen, der tJtf^ÜW^to La­merden muffe. Lloyd George erklärte, er glaube, Deutschland mache keine Anstrengungen, um zu einer derartigen Stabilisierung zu ge­langen. Deutscbland sei eine starke und mäch­tige Ration. Es müsse bezahlen. Wenn seins Mark nur einen Penny wert sei, dann müsse man sie für einen Penny berechnen. Wenn er demnächst den Reichsminister Dr. Simons in London sehen werde, werde er ihm bemerken, daß Deutschland keine wirklichen An­strengungen mache, um zu bezahlen. Eng­land habe schlimmere Stunden erlebt unb. es sei ihrer Herr geworden. Es werde den gegen­wärtigen Schwierigkeiten mit derselben Tatkraft gegenübertreten. Es könne sie bekämpfen, wenn Einigkeit unter allen Engländern bestehe.

Nach einer weiteren Havasmeldung sagte Lloyd Eeorgönoch, er glaube, daß die deutsche Mark ein wenig tiefer stehe, als es sein dürfte. Wenn erst die Enschädigungs- summe festgesetzt sei, werde die Mark etwas weniger schlecht stehen.

London 5. Febr. Lloyd George erklärte in seiner Birminghamer Rede u. a. noch, Deutsch- lands Kriegsmaschine müsse so gründlich abgebrochen werden, daß sie nicht mehr wieder aufgebaut werden könne. Deutschland habe bereits 31009 Geschütze, 33 Millionen Granaten, 70000 Maschinengewehre, 3 Millionen Gewehre und 411 Millionen Patronen ausge­liefert, es habe aber immer noch zuviel Kriegs­material und Maschinen zur Herstellung von Munition und zuviel ausgebkldete Mannschaften.

Befriedigung der franzöfischen Presse.

Paris," 6. Febr. Die Nede Lloyd Georges in Birmingham bezeichnete derP e t i t P a r i s i e n" als die beste Antwort, die man von den eng­lischen Freunden auf bis Erklärungen Dr. Simons habe erwarten können. Pertinax imEcho de Paris" bemängelt, daß in der Rede Lloyd Georges die von den Deutschen angekündigten Gegenvorschläge in Betracht gezogen worden seien. Die Londoner Konferenz dürfe keine Re- msionskonferenz sein. Vergesse man das, dann würde manTjie Entente Eorsiale der schwersten Prüfung aussetzen, die sie bis jetzt zu bestehen gehabt habe.Eaulois" meint, die Rede Lloyd Georges werde in Frankreich gr ße Ve- iriedigung und in Deutschland Enttäuschungen Hervorrusen.

Briands Appell an Amerika.

Briand richtet heute vormittag durch die Chicago Tribune" an das amerikanische Volk einen Ausruf zur Unterstützung Frankreichs in der Reparationsfrage. Frankreich werde sich nicht vergeblich an das Solidaritätsgefühl Ame­rikas wenden. Die Einigkeit aller Nationen, die auf den Schlachtfeldern für die Sache der Freiheit gekämpft hätten, fei unerläßlich für die Lösung der wirtschaftlichen Probleme, denen Iran jetzt gegenübergestellt sei. In Frankreich sei man der amerikanischen Freund ichnit kicher, die sich

im Laufe von Jahrhunderten bewährt habe. Die beiden Negierungen würden sicher von der öffentlichen Meinung'in beiden Landern unter­stützt werden.

Simons Nein durch die Liinderregierungen bekräftigt.

In Berlin fand am Samstag die Konferenz zwischen den Ministerpräsidenten aller Bundes­staaten und dem Reichskabinett statt. Die aus­gedehnten und sehr eingebenden Besprechungen erzielten unter allen Beteiligten völlige Ueber­einstimmung dahin, daß sich sowohl die Minister­präsidenten als auch das Kabinett geschloffen auf den Standpunkt stellen, die Ausführungen Dr. Simons im Reichstag als unerschütterlich feststehende Grundlage zu betrachten. Alle Ge­rüchte anderer Art, wie z. V. prinzipielle Mei­nungsverschiedenheiten zwischen München und Berlin! bezüglich der Behandlung der Entente­vorschläge, treffen nicht zu.

Dr. Simons und die Gewerkschaften.

Der Reichsminister des Aeußern nahm am Samstag Gelegenheit, sich im Herrenhause mit etwa 200 Vertretern der deutschen Gewerkschaften über die durch die Pariser Beschlüsse geschaffene Lage auszusprechen. Es ergab sich dabei eine vollkommene Uebereinstimmung der Vertreter der Gewerkschaften mit dem von der Regierung eingenommenen Standpunkt.

Dr. Simons bleibt fest.

Berlin, 5. F«br. DerB. Z. am Mittag* zu­folge erklärte Reichsminister Dr. Simons in einer Unterredung mit dem Berliner Vertreter der Hearstpreffe, Wiegand, auf die Frage, ob die Regierung wirklich bei ihrem Nein bleiben werde: Wenn die deutsche Regierung auch nur ein Jota von der Erklärung abweicht, die ich im Reicystag in ihrem Namen abgab, daß nämlich die Pariser Beschlüsse für uns unannehmbar sind, bleibe ich nicht länger im Amte und werde das meinige dazu tun, daß m«a Nachfolger nur dieselbe Po­litik betreiben kann wie ich. Auf die Frage Wie­gands, was geschehen würde, wenn die Alliierten Zwangsmaßregeln ergreifen, erwiderte Dr. Si­mons: Dann müssen wir eben für einige Zeit leiden und Leid tragen.

Der Handel gegen die Pariser Beschlusse.

Der Reichsverband des deutschen Ein- und Ausfuhrhandels richtete an dasNeichsministerium des Auswärtigen und an das Reichswirtschafts­ministerium ein Protesttelegramm, in dem er schärfsten Widerspruch gegen die Jahrzehnte hin­durch wirkende Vernichtung der deutschen Wirt­schaft durch die Absicht der Pariser Beschlüsse, insbesondere durch die 12pro-entige Ausfuhr- abgabe, erhebt. Ihre Ausführung komme einer völligen Abschnürung der Zu- und Abfuhrstraßen von und zum Weltmarkt gleich. Auch die weitere Einfuhr der für die deutsche Industrie nötigen Rohstoffe würde von Deutschland nicht mehr be­zahlt werden können. Aber auch die Entente würde die von ihr geforderten Entschädigungen nicht erhalten. Der Reichsverband des deutschen Ein- und Ausfuhrhandels verlangt deshalb von der Reichsregierung, daß sie den Gedanken der Ausfuhrbesteuerung unter allen Umständen ab­lehnt.

Der italienische Kammerausschuß gegen die Ausfuhrtaxe.

Berlin, 5 Febr. Nach einer Meldung der Tribuna* hat sich der italienische Kammeraus­schuß für auswärtige Angelegenheiten einstimmig gegen die Festsetzung einer Aussuhrtaxe von 12 Prozent ausgesprochen und ferner auch die Deutschland auserlegte EntschädigungFls viel zu hoch bezeichnet.

Ein PrvZrmnm für London.

Dernburg über die Gesundung der Weltwirtschaft.

' Der frühere NtickSnnnister Bernhard Dernburg verösscntlickt intBerliner Tageblatt" eine eingehende Bctracktung über die G es» » d u » - der Welt- w i r t k ck a f t als Programm der Lon­doner Konferenz. Er gebt davon an#, daß Frankreich wegen seiner fiiionziellen Lage die atiteri« tauige Forderung an Frankreich durch eine Forde­rung au Deut chl-md ablö'en wolle. Tam müßten durch Abänderung bei Versailler Vertrages die börfen« mäßigen Unterlagen für die RcparatiouSauleim gt« fünden werde». Hierzu gebäre die Feüsctznni be­stimmter JahrcS eismngcn, die Bestellung eines beson­dere» Pfandes, wie d.e Errichtung eines Zollregimes für die besetzten Gebiete und die Ausselmimg der Besetzung auf weite Gebiete. Für all dar biete der Vertrag keine Handhabe. Die rechtliche Giuidlagc wäre mir d:-ch die deutsche Unterschrist zu f mffen. Das Gleiche gelte für das Verbot au Deutschland, ohne Geneluniguna S!»leiâcii auStUgeben. Deutschland leime aber die Uiiterschr ft <5. Da die AuSfuhrabgabc den deutsche» Handel erdrossele und ein AuSsuhrüber- idutB »ubt MehL io eine fei* »*äu**iw Uh*

und zwecklos. Das ganze Projekt sei unausführbar, und mit Gewalt werde nichts erreicht. Aus der Fort- dauer des unbefriedigenden Zustande» könnte für Frankreich geradezu eine Katastrophe erwachsen. Man müsse in London eine andere Lösung finden, Deutsch. land werde Gegenvorschläge mache». Hierbei müsse eS sich auch von der Erkenntnis der Bedürfnisse der Gegner leiten lassen. Vernünftige» könne nur heraus» kommen, wenn da» Verhältnis Deutschland» tu feinet? Besiegern in die gesamte Weltwirtschaft eingeorbnft weide Im Wcltkörper lege der Unterkonsum der einen die Produktion der anderen labm. Für Deutsch« land handele eS sich in erster Linie nm die Herstellung von gesünderen ZahlungSbedinguNgen. Deutschland habe in Brüssel keine Bedingungen gestellt, sonder« Voraussetzungen absolut sachlicher Art für die heutige Produktion ausgesprochen. Deutschland biete eine Reparation entsprechend feinen gegenwärtigen Mitteln an, die eS ermöglicht, daß Frankreich einen Teil seiner Forderungen alsbald fundieren kann. Dafür bleibt Deutschland für eine Reihe von Jahre» von alle» weiteren Leistungen befreit, bannt eS seine innerem namentlich die finanziellen Verhältnisse ordnen kann. Die Rcparationszahliing-n dauern 30 Jahre. Ein BessernngSschein wird für die gleiche Zeit gegeben,' der die Entente berechtigt, an der Besserung der deut­schen Verhältnisse teilzunedmen. Gegenüber Briand betont Ternbura, die acgenwärtige Situation sei lös­bar. Eine solche Lösung habe einen höheren Wert al» eine Bajonetianleihe oder ein Vertragsbruch.

PoMrsche Tagesberichte.

Ein Protest des Reichsverbandes bet deutschen Presse. Auf der gestern in Breslan abgehaltenen gemeinsamen Tagung des Gesamt- Vorstandes des Reichsverbandes der deutschen Presse und des Verbandes der schlesischen Press« wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der einmütig gegen die Verfolgung und Kne­belung der deutschen Vresse- in Oberschlefie:: protestiert wird. Der Reichsverband erwartet, daß die interalliierte Kommission in Oppeln dem Versprechen ihres Vorsitzenden, des General- Le Rond. endlich die Tat folgen läßt und dafür orgt, daß die Berufsgenoffen in Oberschlesien, die für das gute Recht des deutschen Volkes mit der Feder streiten, gegenüber ihren polnischen Gegnern nicht weiter benachteiligt werden.

Die «mrritanifdK Rüeinzoue und Frank­reich. Jvu Hieltet aus Washington : Der amerika­nischen Regierung finb~au8 Europa Mitteilungen zu« gegangen, w«nach die Franzosen «neigt sind, schon jetzt einen Teil ter amerikanischen Besetzungen am Rhein mit ihren eigenen Truppen zu besetzen, nachdem sich die Amerikaner entschlossen haben' die Truvpcnzabl auf 8000 herab,nieten. Die Franzosen sind der An­sicht, daß dadurch eine Sicherung in der amerikanischen Zone nickt genügend gewährleistet wird. Auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Byrne» bat der Kriegsminister Baker geantwortet, daß die anierikanisch« klkegieruna sich zu dieser Frage noch nicht äugetn sönne. Die gân, liche Aufhebung der amerikanischen Besetzung fei eine Frage, die in kurzer Zeit entschiede« merhe. Er habe dcsiialb zur Ze>r keinen Zweck, mit Frankreich in derartige Verhandlungen emiutretey. Eine Bcrcchtigniia, um einen Teil der amerikanischen Zone mit französischen Truppen zu besetzen, könnt« Frankreich auS ter teilweisen Rücknahme der amerika­nischen Truppen nicht: ableilen. Darüber dürfe nur ter Oberste Rat entscheiden. Da Amerika in dem Rat nicht mehr vertreten ist, so sei auch wohl nicht zu er­warten. daß die übrigen Verbündeten eine derartige französische Maßnahme gutlKigen werden, bevor btt demnächstigen Beschlüsse der amerikanischen Regienrn, vorliegen sönnen.

Die militärischen Kräfteverhältnisse bei Ausbruch des Krieges. Der erste Unterausschuß des Untersuchungsausschusses, der mit der Auf­klärung der Vorgänge, die zum Ausbruch, bei Weltkrieges führten, beauftragt ist. beschäftigte sich in einer Reihe von Sitzungen mit den mili­tärischen Kräfleverhältnissen, wie sie vor Beginn der großen Krise in Europa bestanden haben. Es wurden ausführliche Gutachten erstattet, im be* sondern auch von Graf Montgelas. Ueber b« Frage der militärischen Ldräfteperhältnisse faßt» der Ausschuß auf Grund der Erörterung der er» statteten Gutachten eine Entschließung, in der ^s u. a. heißt: Ter Ausschuß hat auf Grund ein­gehender Prüfung der militärischen Kräftever­hältnisse Europas im Jahre 1914, wobei er auch die operativen Möglichkeiten berücksichtigte, fest- gestellt, daß die cerbündeten Mächte Rußland und Frankreich den Mittelmächten mit militä­rischer Ueberleeenheit gegenüberstanden.

Der Kohlenvertrag mit der Tschechoslo­wakei. Wie die .Vossische Zeitung' erfährt, wurde am 5. Februar der neue Kohlenvertrag mit der Tschechoslowakei unterzeichnet. Das alte Abkommen hatte am 31. Dezember sein Ende er­reicht und war zunächst provisorisch bis Ende Januar verlängert worden. D-e neuen Abmach­ungen, die zunächst bis zum 31- Mai gelten, win­den auf bet Grundlage der alten Vertragsbestim­mungen geschlvssen. Deutschland liefert monatlich 110 000 Tonnen Kohle an die Tschechoslowakei und erhält dafür 230 000 Xoom« -SMschs Grauuksbli^