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ögesv. Zeile im Reklameteil 3. Mk..25AoTeuerungs- V

zulLl. Offertgebühr30Pfg.Bezugspreis:Viertel- .. .. . _ ,, , .

K»M Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanaa

Posticheck-Konto Nr. 26C59. ^rontiurt a.M. ErschemI täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierloge

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil R i ch ar d S u l t i ch: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Mai Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanan Fernsprechanschlülle Nr. 1237 und 1238.

Str. 25

Montag den 31. Januar

1821

^ Das Neueste.

Ä Die Pariser Konferenz stimmte in der Wieder- hastellungsfrage den Vorschlägen des Vermittlungs- zurschusse» zu, ebenso einigte man sich in der Ent- vaffnunaSsrage.

Deutschland wird zu der Konferenz in London aut 28. Februar Einladung erhalten.

Die Pariser Konferenz beschloß die Republick Georgien als Staat anzuerkennen.

Das 8 Uhr-Abendblatt beziffert die gesamten teutschen Kriegskosten Deutschland« auf rund 126 Milliarden Mark.

Der Wagenmangel im Ruhrbezirk nimmt einen gewärtigen Umfang an. Am Freitag fehlten 10622, am Samstag 6677 Wagen.

ir .'...... ..........

Oberschlesier im Reich!

Am 3. Februar abends 6 Uhr werden die Listen der Stimmberechtigten abgeschlossen. Wer nicht in der Liste steht, darf nicht abstimmen. Unsere Mehrheit bei der Abstimmung muß überwältigend werden. Es darf nicht der geringste Vorwand bleiben, an dem Ergebnis zu deuteln. Um dies zu erreichen, brauchen wir euch, ihr Brüder und Schwestern im Reich! Habt ihr euch angemeldet zur Eintragung in die Stimmlisten? Wenn nicht, so tut es in letzter Stunde! Tut es noch heute. Wenfalls kommt die Anmeldung noch rechtzeitig, wenn sie Montag oder Dienstag erfolgt. In den letzten Tagen häuft sich die Arbeit aber so, daß ihr vielleicht zu spät kommt. Deshalb meldet euch sofort bei der nächsten Ortsstelle der vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier. Landsleute! Brüder und Schwestern! Die Heimat rechnet auf euch! Die Heimat wartet auf euch! Für eure Unterbringung ist alles vorbereitet. Mit Freuden werden Wir und ganz Oberschlesien euch in der Heimat aufnehmen. Wir stehen alle zusammen ÈAt Es_.g<ht um unsere gemein-

EffHerMt^ ergeht um Deutschland: Kommt alle und.stimmt alle ab! Es ist eure Pflicht. Ihr müßt sie erfüllen. Aber in die Stimmlisten kommt ihr nur, wenn ihr euch anmeldet. Darum noch ein­mal, meldet euch sofort!

Das Plebiszitkommissariat für Oberfchlesten. Dr. Urbanek.

Vereinigte Verbände hoimattreuer Oberschle­sier. Dr. QuSster.

Bayer» -ege» die Bergewattig«»- M AbstimmungSrechteS

München, 80. Jan. Am Sonntag vormittag hatten sich im großen Saale des Hotels Wagner Tausende von Angehörigen der verschiedensten Berufs­stande und Parteien zu einer machtvollen Kundgebung Segen bie Vergewaltigung de» Abstimmungsrechte« in Oberschlesien zusammengefunden. Anwesend waren u. «. auch Ministerpräsident von Kahr und Staatsrat Meinel. Universitätsrektor Geheimrat Frank be­tonte in seiner Begrüßungsansprache, daß jeder Deutsche wne ganze Kraft einsetzen müsse, um dem geknechteten Vaterland« seine LebenSnotwendigkeiten zu bewahren. Neben England war Deutschland ein Ausfuhrland für We. Geht Oberschlesien verloren, so sinkt Deutsch­land zum Einfuhrland herab, wobei Bayern besonders

^ Ausfall betroffen würde. Als zweiter Redner luhrte Dr. Kleiner aus Kattowitz aus: Was die Hand oder die Lunge für den Körper bedeute, das sei Ober- £?«[«« für Deutschland. Ohne Oberschlesien sei Deutschland nicht lebensfähig. Aber auch im Jnter- Kreuropäischen Friedens müßten wir Ober« AHen behalten. Zum Schluß wurde eine Ent- Hileßung an die Reichsregierung einstimmig ange- nommen. in der schärfster Einspruch gegen die neuer« Vergewaltigung des direkten und unbeeinflußten stimnirechts in Oberschlesien erhoben und die Reichs- ngierung aufgefordert wird, daß sie sich mit aller ^schledenheit gegen das aller Gerechtigkeit ins Ge- M schlagende Abstimmungsreglement wende uud namentlich für die Forderung aller Oberschlesier, an nn und demselben Tage abzustimmen, mit aller zu «wote stehende» Kraft eintreten.

Das Ergebnis der Pariser Konferenz.

Annahme des vrdroffelungs-ProgrammS.

Die Verhandlungen de« Obersten Rate« in Paris am Samstag beendet das ErdrosselungS-Pro- gramm ist von den Alliierten angenommen worden und i Konferenzteilnehmer sprechen von einer großen «migkest unter den Alliierten. Das VerhandlungS- MbniS zeigt, daß der verruchte Geist bei Versailler Me« noch ungebrochen dasteht, daß er heute ebenso unnlo'e Zerstörung und auf Vergewaltigung odne am ersten Tage. Lloyd George, Ju c ?nn' ^ wieder einmal umgefallen; er war °n chemend Verteidiger Deutschlands, um sich schließlich üv,?^en Gegnern zu einigen, daß Deutschland mit «ner Schuld aus vorläufig 42 Jahre belastet werden » Der von unl am Samstag noch als letzte Midiing wledergegebeiie Beschluß des Unterausschüsse, fohA mS^ nachmittag von der Konferenz angenommen GV^ beträgt die von Deutschland zu zahlende w gifcfmlb 226 Milliarden Goldmark, also nach fsutig-r Valuta mehr als 3000 Milliarden Pavier- D-^t'e^ mehr als das gesamte Materialvermögen rutichiands beträgt. Dazu soll eine auf die deutsche »fuhr gelegt« Taxe von 12 v. H. kommen, die der ^umi« nochmals etwa eine Milliarde im Sabre ein-

bringen soll und ferner die Kosten für die Besatzung.

Auch daS EntwaffnungSebkommen ist unterzeichnet worden. Nach einem Spezialbericht der HavaSagentur hat Barthou beim Verlassen deS Sitzungssaals erklärt, die Entwaffunngsirage sei zur gemeinsamen Beftiedi- gung der Alliierten und im Interesse der Sicherheit ihrer Länder geregelt worden.

Der amtliche, SchlutzVericht.

Paris, 3tT. Jan. Gestern abend ist folgendes CommnniguS auSgegeben worden:

Die Konferenz hat im Laufe der beiden Sitzungen, die sie gestern abgehalten bat, sich mit der Aus­arbeitung eines Uebereinkommens beschäftigt, das unter ihren Mitgliedern über die beiden Haupt­fragen der Entwaffnung und der Repara­tion erzielt wurde. Hinsichtlich der Entwaffnung billigte sie die Vorschläge, die ihr die Sachverständigen für militärische, maritime und Luftschiffahrts-Ange- legenheiten mit dem Zweck unterbreiteten, von Deutsch­land die vollständige Ausführung der Verpflichtungen zu fordern, die sich für dieses sowohl auS dem Vertrag, all aus den Noten von Boulogne und dem Protokoll von Spa ergeben. Hinsichtlich der Reparation ist gestern bal von den Sachverständigen vorbereitete Arrangement diskutiert, vervollständigt und schließlich einstimmig gebilligt worden. Die Alliierten haben schon jetzt unter sich die Maßnahmen festgehalten, die evtl, angewendet werben sollen, im Falle Deutschland sich weigern würde, loyal nnd lückenlos die Verpflichtungen ausznfi'ihren, die sich auf die Reparation und auf die Entwaffnung erstrecken. Aus Höflichkeitsgefühl und von der Hoffnung erfüllt, daß Deutschland aus sich selbst heraus seinen Verpflichtungen nachkommen werde, hätten die Alliierten geglaubt, in diesem Angen­blick diese Sanktionen in Berlin nickst notifizieren zu lassen. Qualifizierte Ver­treter der deutschen Regierung würden eingeladen werden. Ende Februar in London mit den Vertretern der alliierten Mächte zusammenzukommen.

Das Kommunistin stellt allbann fest, welche Fragen von der Konferenz im Laufe dieser Woche noch gelöst wurden und betont alsdann, als das wichtigste Er­gebnis der Konferenz, daß die Entscheidungen in der

Paris, 30. Jan. Nach derSiberts® hätten die Vertreter des Deutschen Reiches, die zur Londoner Konferenz kommen, nicht da» Recht, Abänderungen an dem gestrigen Abkommen zu verlangen. Die Alliierten würden nichts an ihren Beschlüßen ändern. Den deutschen Vertretern werde nur das Recht zuerkannt werden, Bemerkungen über Ausführungseinzelheiten vorzubringen.

Die Beschlüsse.

Paris, 30. Jan. (HavaS.) Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur HavaS sagt, daß im Laufe des grstrigen Abends Deutschland folgende Beschlüffe mitgeteilt wurden:

Hinsichtlich der Entwaffnung Deutschland» wurde der Bericht bei Marschall« Foch etwa» abge­ändert. Deutschland muß darnach feine Gesetzgebung den Vereinbarungen bei Friedenkvertrages anpassen, die überzähligen Offiziere vor dem 28. Februar ent­lassen, die Bürgerwehr vor dem 30. Juni auflösen, die Reserveschiffe vor dem 81. Juli entwaffnen, die im Bau befindlichen Kriegsschiffe sowie alle Unterseeboote vor dem 31. Juli zerstören, die im Jahre 1919 zer­störten Zeppeline ersetzen, darauf verzichten, eine Luft­polizei zu bilden und die alliierten Definitionen an» nehmen, die die zivilen box den Militärflugzeugen unterscheiden. Das Abkommen der Alliierten betreffend die Reparation werde der Reparationskommission mitgeteilt werden, welche den deutschen Export überwache» wird. Deutschland wird den Alliiert, entsprechend dem ihnen zufallenden Anteil Gutscheine für die Jahresrenten geben. Die vorgesehenen Maßregeln bestehen vor allem in der Besetzung neuer Gebiete, Verlängerung der Be­setzung der Rheinland« und Ausschließung Deutschlands vom Völkerbünde. Die Prämie von 2 Goldmark für die Tonne guter Kohlen wird aufrechterhalten.

Die Etrafmaßnahme».

Wie die ,Hava»"-Agtntur nichtosfiziell mtlbet, hat die Konferenz in ihrer Vormittagssitzung den Bericht des interaUierten militärischen Ausschusses in Versailles über die EntwaffnurgSfrage angenommen. Es wurde hiernach Deutschland füe jede der noch auszuführen- den Maßnahmen eine Frist bi« zum 1. Juli be­willigt. Die folgenden Sicherungen der Durch- führuu« sind vorgesehen:

1. Aufhebung der Räumungsfrist für die Rhein- lande,

2. Besetzung neuen deutschen Gebiete»,

3. Errichtung einer besonderen Zollregime» in den Rheinlanden und endlich, auf Antrag von Lord Curzon,

4. Einspruch gegen die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund.

Lloyd George über die Konferenz.

Paris 30. Jan. Nach Schluß der Konferenz erkärte gestern Lloyd George französischen Jour­nalisten, sein Eindruck von der Konferenz sei ausgezeichnet. Er Habs selten eine Konferen« ae!eüen° di« man mit solch allge­

meiner Befriedigung verlaßen habe, und das sei sehr gut so, denn wenn man nicht zu einer vollständigen Verständigung gelangt wäre, wäre das ein wirkliches Unglück gewesen und nur die Deutschen hätten sich darüber freuen können. Die Deutschen würden allerdings nicht so recht mit dem Ergebnis der Konferenz zu­frieden sein, fürchte er. Irgendwelche Schwie­rigkeiten für die Erhebung der Kontrolle der Ausfubrtaxe fürchte er keineswegs. Es stände den Alliierten mehr als ein Mittel zur Ver­fügung, um dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, falls sie auftauchen sollten, vor allem dir Zollkontrolle, die sie einrichten würden. Diese Kontrolle werde allerdings durch einen deutschen Beamten ausgeübt werden. Aber die Ernennung dieses Beamten werde nur unter Zustimmung der Reparationskommission erfolgen können, die jeden Augenblick seine Abberufung fordern könne. Wenn' die Deutschen trotz dieser Kontrolle ihre Ausfuhr irgendwie zu verheim­lichen suchen würden, so brauche man sich nur an die Verbündeten oder sogar an die neu­tralen Regierungen zu wenden, die ja größten­teils schon Statistiken über ihre Einfuhr ver­öffentlichten. Man würde dann diese Statistiken nur mit den deutschen Ziffem zu vergleichen haben. Ueber die militärischen und nicht- militärischen Zwangsmaßnahmen er. klärte Lloyd George, man müße sich wohl davor hüten, die Kontrolle der deutschen Zölle, die keinerlei Zwangsmaßnahme sei, mit der Ein­richtung eines direkten Zollregimes durch die Alliierten zu verwechseln, was natürlich eine Zwangsmaßnahme wäre. Man habe es ver­mieden, den AusdruckBeschlagnahme" zu ge­brauchen, wie man ganz allgemein überhaupt zu vermeiden gesucht habe, was die deutsche Empfindlichkeit verletzen könnte.

Es sei den Alliierten nicht daran gelegen, Deutschland zu erniedrigen, sondern nur darum, in den Besitz ihrer Fordemngen zu gelangen. Die rein moralischen Zwangsmaßnahmen der Nichtaufnahme Deutschlands in den Völker­bund, die auf Vorschlag Lord Curzons zur Annahme gelangte, könnte ohne weiteres da­durch verwirklicht werden, daß die Alliierten sich der Ausnahme Deutschlands wiedersetzten, falls diese sich weigern sollte die soeben unter­zeichnete Lösung 'anzunehmen. Lloyd George wies noch besonders daraufhin, in welchem Geiste die vorgesehenen Zwangsmaßnahmen zur Anwendung kommen sollten. Die Alliierten seien sich vollkommen darüber einig, daß man sie nicht leichtfertig zur Anwendung bringen dürfe. Man werde mit anderen Worten Deutsch­land nicht gleich wegen jedes leichten Verstoßes mit der Anwendung dieser Maßnahmen drohen. Aber diese Maßnahmen würden in ihrer Ge­samtheit rücksichtslos zur Anwendung gelangen, wenn die Alliierten es für nötig hielten. Die Reparationskommission werde ihre Arbeiten fortführen, weil Frankreich wünsche, daß die gesamte Eoldsumme der Forderungen aller Alliierten Deutschland gegenüber gemäß dem Vertrage festgestellt werde und weil man immer­hin die Möglichkeit voraussehen müße, daß Deutschland das jetzt getroffene Abkommen nicht annehme. In diesem Falle würde nichts anderes übrig bleiben, als die Bestimmungen des Paktes restlos und »buchstäblich zur Änwendung^ zu bringen. Die Frage der interalliierten Schulden würde Großbritannien mit dem allerbesten Willen regeln und mit dem größten Entgegen­kommen. In Hythe habe fa England bereits versprochen, fünf Jahre lang seinen Anteil an der deutschen Entschädigungssumme nicht zu kapitalisieren, nur um einer etwaigen französischen Anleihe nichts in den Weg zu legen, falls Frankreich versuchen sollte, auf diesem Wege seine Forderungen gegen Deutschland flüßig zu machen. Das sei zwar nur wenig und England würde gerne mehr tun. Aber es sei ganz un­möglich, sich mit einem Sonderabkommen nur zweier Länder über diese Schulden zu befaßen. Dafür bedürfe er einer ganz allgemeinen Lösung. Wir schulden den Amerikanern Geld. Frankreich ist unser Schuldner und andere Nationen wiederum sind Frankreich Geld schuldig. Es ist da keine Lösung möglich, solange Amerika sich von den Besprechungen fernhält. Tun wir in­zwischen so, als ob uns keinerlei Schulden drückten. Das wird uns ermöglichen, noch zu warten.Wenn mein Gläubiger mich nicht drängt, so werde ich meinerseits auch meine Schuldner nicht drängen".

DaS Echo in der englische» Presse.

Die Beschlüsse der Pariser Konferenz finden in der englischen Presse allgemeine Zustimmung, vor allem wegen bei Beweises der Unverbrüchlichkeit der Entente. Einige Blätter deben hervor, daß d» Zustimmung Deutschlands abaemariet werden muß. Sie berSffest*

liehen Telegramme ihrer Berliner Korrespondenten, in denen die geschloßene Front der Deutschen boÄ »Neichsboten* bis zumSBortoärtl' gegen die An­nahme der Pariser Beschlüsse uxb die unter dem Vublikum herrschende Erregung über die Beschlüsse der Pariser Konferenz dargelegt wird. Andere Blätter haben Telegramme aus Amerika, au» denen hervorgeht, daß man dort der Ansicht ist, daß die von den Alliierte« geforderte Entschädigung zu doch ist.Obferber* nennt die auf 42 Jabre festgesetzte Frist vhantastisch. Die Tatsache, daß die Ergebnisse von 1963 nicht am vorauSgesagt, sondern vorgeschrieben werden, ertoeÄ mehr Heiterkeit all Eindruck.Daily Chromel«* schreibt vom Standpunkt des Eindrucks der Alliierten sei die Pariser Konferenz ein besonderer Erfolg. Ma Alliierten hätten nicht nur beschlossen, wa» Deutschland tun müsse, sondern auch, was sie selbst tun würden, wenn Deutschland bie Zahlungen verweigere. Die letztere Frage sei die allerschwieri-ste gewesen.

Die deutsche Entrüst»»- »»verständlich.

DerTcmps' sagt in seinem gestrigen Leitartikel unter besonderem Hinweis darauf, daß die Alliierte« von der deutschen Regierung gesetzgeberische und ver­waltungstechnische Handlungen verlangen werden, da« Abkommen könne nur dann funktionieren, -wenn bie deutschen Minister, Abgeordneten und Beamten sich be­mühten, sich ihm anzupassen. Da» Blatt wünscht, raß die Alliierten el niemals nötig haben werden, zu Zwangsmaßnahmen zu schreiten. Die Alliierten, von dem Wunsche beseelt, zu einem beiderseits angenommenen Arrangement zu gelangen, hätten el sich versagt, die von den militärischen Sachverständigen anempfohlenen ZwgngSmaßnahmen offiziell in Berlin zu notifizieren. Das Blatt sagt, wenn man nach d-n Pressetelegrammen urteile, hätte sich eine heftige Protestbewegung als bie erste Reaktion in Deutschland gezeigt. Diese Ent­rüstung scheint dem Statt absolut ungerechtfertigt, in­soweit sie sich gegen die Alliierten und inkbesonder« gegen Frankreich richte. Seit sechs Wochen habe die deutsche Regierung die eklatante Gelegenheit gehabt um ihren guten Willen und ihr Entgegenkommen zu beweisen. Wie habe sie in der Frage der deutschen Einwohnerwehren gehandelt? Wie habe sie den Vor- schlag der fünf Jahreszahlungen beantwortet? Da» Watt sagt, es wisse nickt, welcher Geheimrat in der Wilhklmstraße den ingerrSfen Gedanken gehabt habe, die Zuerkennung Oberschlesiens an Deutschland all Kompensation für die Hinausschiebung der Festsetzung ihrer eigenen Forderungen von den Alliierten zu ver­langen. Durch sein Vorgehen habe Deutschland die Franzosen gezwungen, sich mit den Engländern zu einigen, um ihm sofort 42 Jabreszahlungeu aufzu­zwingen anstelle der fünf JahreSzahlungen. Wenn bie deutsche Regierung weise wäre, würde sie begreifen, sta& die Diskussion schon lange genug gedauert hat. Wenn man jetzt noch widerstehe und feilschen Weöe, dann wolle man den Ruin von Europa.

Politische Tagesberichte.

Unsere Kriegskosten. Wie das 8 Nhr-Abe«b« blatt erfahren haben will, betragen die gesamten Krieg»- kosten Deutschlands, einschließlich der Kosten für die Demobilisation und Entwaffnung der Heere« rund 126 Milliarden Mark.

Die Königsfrage eine Gefahr für Ungar«. Ministerpräsident Teleki erklärte den Vertretem der Presse, er betrachte es als geradezu kata­strophal für das Land, daß die Königsfrage in den Kampf der Tagespolitik hineingezogen werde. Noch gefährlicher würde jeder Versuch, sein, die Königsfrage schon jetzt einer Entscheid dung zuzuführen. Er verwerfe jede im Zeichen der Königsfrage vorgenommene Parteigründung als die größte Eefa^c für Ungarn.

(Weitere politische Nachrichten Seite 9.)

Oberschlesier!

Wer seinen Stimmantrag

nicht so rechtzeitig bei der nächsten

Ortsgruppe -er Vereinigte» Der«

bände heimakstreuer Oberschlesier einreicht, -atz er bis zum

3. Februar

bei -em paritätischen Gemein-e- Ausschutz in Oberschlesien vorliegt verlünöigksicham

Valerlanüe!