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General-Anzeiger

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Amtliches Orga« für Stadl- und Landkreis Kana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Vertagsleitung: Ad. Lndermübl«.

Sir. 20

Dienstag den 25. Januar

Verantwortlich: für volitiichen und allgemeinen Teil RichardHulttch:iür totalen und vrovinziellen Teil' iowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und" Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. - Rotationsdruck der Waitenhausduchdruckerei banau. .

Rerniotetbantolüne Nr. 1237 und 1238.

1921

Das Neueste.

Im Reichstag wurde gestern in der Besprechung kr nnabi'Lngigen Interpellation betr. die Beziehungen m Rußland fortgefahren.

Aut dem FriedeiiSschacht in OelSnitz erfolgte Dern eine Schlagwetterexplosion, die eine größere Anzahl Tote forderte.

Die Russen im Riissenlager zu Gardelegen sind n den Hungerstreik getreten «Sie wollen durch diese Maßnahme die Abberufung einer ihnen mißliebigen geistlichen erzwingen.

Bei den Wahlen zum lippi'chen Landtag wurde sie bisherige sozialistische Mehrheit gebrochen.

Die Gemeinden von Brüssel, Antwerpen und Löwen haben die belgische Regierung ersucht, ein lebn söhlige» Niederlassungsverbot für Deutsche in Belgien zu erlassen.

Nach einer Meldung auS Madrid hat das Ministerium gestern bemiifioniert

Das Verhältnis zu Ruhland.

Fortsetzung der Debatte im Reichstag.

In der gestrigen Sitzung des Reichstages wurde in der Besprechung der unabhängigen Z: «rrpellation betreffend Aufnahm« ber diplo­matischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu- Rußland fortgefahren. Abg. v. Kemnitz (D. Vpt.) erklärt sich mit der Grundtendenz der Interpellation einverstanden, bedauert, daß wir die Bahnen der Bismarckschen Russen- politik verlassen haben und stellt fest, daß Deutschlands und Rußlands Interessen parallel teufen. Aber das alte Rußland besteht nicht mehr. Freilich würde der Bolschewismus äußerlich kein Grund sein, nicht mit ihm zu verhandeln. Da der Bolschewismus aber nach seinen eigenen Worten bie Wektrevolution herbeiführen will, ist zwischen MS sein Verhandeln möglich. Dazu kommt, daß Mit^tch Lei.Ja »Mrz feun;. daß wir Maren nack "Rußland schicken, wo keine Garanti« für Gegen­leistungen besteht. Als bie äußerst« Linke durch lebhafte Zwischenrufe gegen diese Aeußerung protestiert, entgegnet« der Redner, er habe nichts dagegen, wenn bie gesamten Kommunisten und Unabhängigen nach ihrem geliebten Moskau auss wanderten. Mit der Einleitung von Vorarbeiten zur Wiederaufnahme der Beziehungen zu Anem bürgerlichen Rußland, dessen Wiedererstehen binnen kurzem zu erwarten sein wird, sei er einverstanden. Es werde aber lange dauern, bis man mit Rußland zusammen wieder eine Stütz« des Weltfriedens bilden könne und das werde der Tag fein, an dem wir wieder ein geeintes Volk wurden. Abg. Gothein (Dem.): Für Fürst Bismarck sei Rußland erst in zweiter Linie gekommen Desgleichen schienen ihm die Aeuße­rungen von dem künftigen Verhältnis zu einem bürgerlichen Zukunstsrußland noch stark illu­sorisch. Dr« diplomatischen Beziehungen könnten Bieter ausgenommen werden, aber ber betreffende Gesandte muffe verpflichtet sein, sich nicht in unsere Politik einzumischen, sonst müsse ihm der Skuhl vor die Tür gesetzt werden. An oie unab­hängigen Möglichkeiten der russischen Reichtümer, die der Abgeordnete Crispien schildert«, könne er nicht recht glauben. Die frühere große Ge­treideausfuhr war nur möglich, weil das Volk bie Steuern in Form von Getreide zahlen mußte, selbst aber hungert«. Der Redner gibt sodann eine Kritik der Kohlenindustrie und der Eisen- inbuftrie, die er als völlig darniederliegend scyil- terte. Das Eisenbahnwesen Rußlands versagte vollkommen. Der Abg. Crispien sagte, Rußland könne alles gebrauchen. Womit wird Rußland aber bezahlen? Das Gold ist auch in Rußland knapp. Wir haben selber kein Geld und können auch der russischen Volkswirtschaft nicht borgen. Die Holzkonzessionen Rußlands bedingen kost- spi-lige Anlagen von Eisenbahnen und enthalten soviel Einengungen, baß das Ueberschreilen die­ser Bedingungen förmlich herausgefordert wird, toi diesem Falle ist die Konzession aber verfallen, unter diesen Umständen hat niemand Lust, sich solche Konzessionen zu erwerben. Tas Einzige iväre bie Schaffung einer Treuhandgefellschaft, im Clearing-house-Verkehr die Wiederauf- Nahme des Hand-els mit Rußland betreibt- Da ks in Rußland aber keinen Privathandel gibt, vielmehr der einzige Handestreibende die Sowjet- regierung selbst ist, erscheint auch dieser Weg ausreichend. Trotzdem muß versucht werden, ° re diplomatischen und wirtschaftlick>sn Be-ieh- ungen^u Rußland wieder aufzunehmen Abg. brau Zetkin (Kom.): Die Politik der jetzigen Regierung steht wie die aller früheren Regie­rungen im Zeichen desEs wird fortgewurstelt!" Dre Russenpolitil ter Regierung richtet sich nach den Wünschen der Entente, wenn sie sich auch viel darauf einbildet, sich an ter Blockade Ruß^nds 5W beteiligtu haben. Gccn Frankreich hät'cn tön uns mit Rußland verbinden müssen Wir werden doch nicht gleich pazifistische Anfälle be­

kommen, wenn wir das Wort ..Stieg* hören. (Heiterkeit.) Die Rednerin wendet sich sodann --egen die Unabhängigen und hält ihnen ihre antibolschewistische Agitation vor. Die Rede des Ministers war die Gabe desMädchens aus der Fremde". Auf einen Zuruf des Abg. Ledebour verbittet Frau Zetkin jede Einmischung. Die Rednerin weist darauf hin, daß infolge der Nichtgenehmigung der Einreise russischer Sachver­ständiger große von Vertretern Rußlands abge­schlossene Handelsgeschäfte wieder gekündigt wor­den sind so z. Bi Abschlüsse auf landwirtschaft­liche Maschinen in Höhe von 65 Millionen, über elektrotechnische Artikel im Betrag« von 36 Millionen und über pharmazeutische und chemische Produkte in Höhe von 20 Millionen. (Hört, hört! bei den Kommunisten.) Wenn jemand sich in russische Angelegenheiten gemischt hat, so war es Graf Mirbach, der den Kurier und das Rote Kreuz benutzt hat, um das Vermögen russischer Aristokraten der Konfiskation zu entziehen. (Hört, hört! links.) Die Rednerin versucht schließlich nachzuweisen, daß die Wiederaufnahme der Beziehungen mit der Sowjetrepublik auch heute nur von Vorteil sein würde. Abg. B re i d sch« i d (U. S.) konstati«rt, daß auch bei den bürgerlichen Parteien vielfach eine Zu­stimmung zur Grundtendenz des Antrages her­vorgetreten sei, mit alleiniger Ausnahme der Deutsch nationalen- Aber die Ludendorffe und Seneffen hätten mit ihren Anerbietungen zum gemeinsamen Kampfe aller Völker gegen Ruß­land wieder einmal bewiesen, daß immer Unsinn herauskomme, wenn Generäle Politik machen wollten. Genau so wenig, wie wir uns geweigert haben, mit Horthy-Ungarn einen Wirtschaftsplan abzuschließen, ebensowenig dürfen wir es Ruß­land gegenüber. England hat mit Rußland ab­gebrochen, als es sich um die Deckung der russi- delte. Gegenüber dèm Zentrumsredner^und dem Minister des Aeußern müsse er zugeben, daß di- wirtschaftliche Lage in Rußlands allerdings zur Zeit eine Misere sei. Rußland kann in abseh­barer Zeit kein Getreide liefern. Es kann nur in Gold oder Platin zahlen. Herr Kopp hat es uns selbst gesagt. Schon nach roenfoen Jahren wird Rußland dann wieder in Waren zahlen können. Das hat auch England erkannt. Warum soll Deutschland das nicht auch tun? Veber Polen will ich angesichts der Abstimmung in Oberschle­sien nicht sprechen. Wenn man gegen russisch« Emmissärè Front macht, darf man auch anderer, seits bie Tätigkeit zaristischer Generale in Deutsch- land>nicht gestatten. Der Redner schließt mit einer Polemik gegen Frau Zetkin und die Kom- munist««. Zu einem Aufruf an die deutschen Arbeiter, gemeinsam mit Sowjetrußland gegen bie Entente zu Felde zu ziehen, hatten wir allerdings keinen Anlaß. Tas sage ich auch auf di Gefahr hin, als pazifistisch verschrien zu wer­den. Man rede hier immer noch von der Sühne, ir^n hatt« doch Herrn Helfferich nach Moskau gesandt? Soll Rußland noch mehr bestraf wer­den? (Heiterkeit.) Solange Rußland und Deutsch­land nicht wieder in das Meltgetriebe «ings- 'chalict sind, ist die Weltkrise nicht beseitigt. Des­halb müssen alle Widerstände befestigt werden. Damit schließt die Besprechung. Es folgen persönlich« Bemerkungen.

Dr. Simons über den auswärttgen Dienst.

Im Hauptausschuß d«s Reichstages erklärte bei der Beratung des Haushaltsplans des Aus­wärtigen Amts Reichsminister Dr. Simons u. a.: Was die Paßgebühren anbetrifft, so sind die hohen Einnahmen durch eine Reform zu­standegekommen, die nicht nur. im Ausland, son­dern auch im Inland vielfach Mißstimmung er­regte. Eine Rückwärtsrevidierung der hohen Ge­bühren wird eintreten und ein dementsprechender Gesetzentwurf dem Reichstag demnächst zugehen. Es wäre zu begrüßen, wenn bie auf der Ver­kehrskonferenz des Völkerbundes gemach'«« Vor­schläge in den einzelnen Ländern angenommen würden, da hierdurch Deutschlands Weltverkehrs- lage. nur verbessert werden könnt«. Die hohe Zahl der Beamten im Auswärtigen Amte ist nicht in erster Linie auf eine Neuorganisation des Auswärtigen Amtes, sondern. Vielmehr da­rauf zurückzuführen, daß die Arbeit des Aus­wärtigen Amtes durch den Friedcnsdertrag und den Verkehr mit den auswärtigen Kommissionen u. a. erheblich größer geworden ist. Die Zusam­menlegung des diplomatischer unbAmsulari'chen Dienstes hängt nicht damit zusammen, daß an den Auslandspofen, an denen sich gleichzeitig das Konsulat und Gesandlöbaft befindetu= ?> è'n« reiche räumliche Vereinigung d'e'er

morgen vor-

beiden Behörden durch geführt worden ist. Es ist .n, v.« unr:' «-" --an > "- iu> m nr^iu^ dies vielmehr schon aus finanziellen Gründen^ tollen, um die völlige Ausführung der Friedens

geschehen. B«i der Verwendung konsularischer Beamten in dem diplomatischen Dienst müssen Uebertreibungen vermieden werden, schon mit Puck^t darauf, daß die Tätigkeit in beiden Dienstkreisen verschieden ist. Aber ber Vorteil eines gemeinsamen Beginnes der beiden Lauf­bahnen muß erhalten bleiben. Der Frage der mittleren Beamten und ihrer Uebernahme in den höheren Dienst wird besondere Aufmerksamkeit zugewandt, da gerade die mittleren Beamten das Skelett des auswärtigen Dienstes sind. Die Zusammenlegung der Botschaft in Paris und der Friedensdelegation ist in Aussicht genommen worden. Der Abbau der Friedensdelegation er­folgt in den nächsten Monaten, sobald die end­gültige Uebernahme ihres-an sich selbständigen Arbeitsgebietes durch die Botschaft möglich ist. Das Chiffrierwesen im Auswärtigen Amt würd« nach Uebernahme besonders tüchtiger Kräft« aus anderen Chiffri«rft«llen auf eine Höh« gebracht, die ein Versagen des Chiffrierdienstes zukünftig nicht mehr befürchten läßt. Was das amtliche Nachrichtenwesen angeht, so scheint el wünschens, wert, daß die Einrichtungen des Amt«s zur Wei­tergabe geschäftlicher Mitteilnugen mit anderen bestehenden Organisationen zusammengelegt werden. D«r Vertrag zwischen dem Wolffbüro und der Havasagentur wird in einer Spezial­debatte behandelt. Mas die Reform des Aus­wärtigen Amtes im allgemeinen angeht, so hängt ja das Rcgionalsystem mit ber Auflösung dieser früheren Abteilung und der Gründung der Außenhandelsstelle zusammen. Der Grundgedanke der Reform, bie Ministerialdirektor Schüler mit all seiner Energie durchführte, ist zweifellos ein gesunder. Das Zusammenarbeiten ber einzelne^ Abteilungen im Amte wird durch die Direktoren­konferenz, die ich täglich in Anwesenheit der bei­den Staatssekretäre abhalte, garantiert. Bei Be- Mweâey über dje Besetzung einzelner Posten, ist der Auffassung durchaus zuzustimrn«», bat ieber Beamte, der es nicht über sich bringt, der heutigen Versassuno zu dienen, seinen Abschied nehmen muß. Gleichgültig, wie im einzelnen ihre politische Auffassung ist, so muß both von den Be­amten bes auswärtigen Dienstes verlangt wer­den, daß sie in ihren Reden und Handlungen das Ansehen des Dcuffckisn Reiches in seiner jetzigen Form nicht schädigen oder herabsetz««. Di« Frag« ber Kulturpolitik im Ausland« wird mit besonderer Sorgfalt verfolgt. Allerdings können wir eine Kulturpropaganda nach fran- zöstfchem Muster nicht betreiben. Wir müssen uns damit begnügen, durch besonders gute Leistungen auf fachlichem, auf wissenschaftlichem und tech­nischem Gebiet und durch Festhalten an der deut­schen Art das Ansehen de; Deutschen Reiches im Ausland« wieder herzustell«n. Besonders mache ich auf die erfolgreiche Tätigkeit deutscher Aerzie im Auslande, z B. in China, aufmerksam.

Die Enkenle-Konferenz.

Di« interalliiert« Konferenz in Paris ist gestern vormittag im Uhrenjaal des Ministeriums ves Aeußern eröffnet worden. Ein zahlreiches Publikum, das sich vor dem Gebäude eingefunden hatte, wurde von der Ordnungspolizei in Schran- ten gehalten. Um 10 Uhr 15 Min. traf der Mi­nister für die befreiten Gebiete, Loucheur, im Ministerium ein- Dann folgten Lord Curzon, Kriegsminister Barthou, Lloyd George, Grai Sforza, bie beiden belgischen Delegierten Caspar und Theuis, Marschall Foch, General Weygand, General Rollet usw. Alle wurden von Foch in den Kongreß Ml geführt, während sich Lloyd George und Briand in des letzteren Arbeitszim­mer begaben um sich alsdann gleichfalls in den Uhietifaai zu begevcn. Um 11% Uhr begann die Sitzung unter dem Vorsitz Briands. Nach einigen VegrüßuugLworten des letzter» wurde in die Tagesordnung «ingetrelen. Es wurde die Frage der Entwaffnung Deutschlands bil- tuilert. Marschall Foch faßte die Festsiellungen des Berichts des interalliierten militärisch:« Ausschusses von Versailles vom 30. Dezember 1920 zusammen Er setzte alsdann die augenblick- ..ch« Lage Deut'' Olands hinsichtlich der Truppen und ber Entwaffnung auseinander. Ueber ein­zeln« Fünfte gab General Rollet Auskunft. Di« weitere Diskussion wurde auf nachmittags 4 Uhr vertagt.

Das am Abend ausgegebene off belle Kom­munique« hat folgenden Wortlaut:

In einer Sitzung, die von 4 bis 7 Uhr nach­mittags dauerte, hat die Konse «nz die Beratung der Entwaffnichgsfrage Teussch^ands fortgesetzt. S'e hat entschieden, daß die Sachpe?pändige« für

Heer, Marin« rrb STW

mittag rr'cr tem Vorsts von Marschall Foch zu- sanlmenfinden sollen, rm d> Maßra^'m«« fe^nt- 'n b> hnrZi ^e-'ir. ''(.anh getroffen mürben

vertragsklauseln betreffend dir Entwaffnung durchzuführen. Di« Sachverständigen sollen bet Konfer«n« alsdann berichten.

In der heute vormittag stattfindenden Sitzung wird zunvächst über die Lage in Oesterreich ge­sprochen, slsdann wird in eine Prüfung der griechischen und der Orientfrage ein getreten. Dar Reparationsproblem wird also voraussichtlich er an dritter Stelle behandelt werden.

Dr. Simons über die Reparationsfrage.

Im Hauptausschuß des Reichstages machte gestern Reichsminister Dr. Simons u. a. auch einige Ausführungen zur Reparationsfrage und gab einen Ueb«rblick über die bisherigen Ver. Handlungen und die Gründe, die für ein Ein­gehen auf den Vorschlag der Festsetzung von Annuitäten für fünf Jahre maßgebend waren. Ex betonte, daß wir auf di? Fe' 'ekung der Gesamt, schuldsumme, die Deutschland nach dem Frieden«, vertrag bis 1. Mai 1921 erwarten dürfe, nur verzichten können, wenn wir uns vorher mit unseren Gegnern über Erleichterungen bot uni auserlesen Last verständigt haben, über die wir in Brüssel zu verhandeln begonnen haben. Komms es nicht zu einer Verständigung über bie bekann­ten Voraussetzungen unserer Leistungsfähigkeit und über die Methode der Leistung, muß es bei der Festsetzung der Gesamtschuld zum 1. Mai sein Bewenden haben, da die deutsche Regierung ein unbilliges Diktat einer unerfüllbaren Verv tung.vorziehcn würde. Auf der anderen Seit« dürfe die Regierung nichts versäumen, was der Zusammen-arbeit mit den bisherigen Gegnern zur gemeinsamen Wiederherstellung der europäischen Finanz- und Wirtschaftskraft dienlich sein könnte. Sie müsse ebenso wie ihre Gegner sich durch­dringen lassen von dem Bewußtsein der Ju- teressensoltdarität.

PoWche Tagesderichle.

DogekS -lmneftkernng abgelchnt. Der Strafsenat des Kammergerichts bat der Beschwerde de« Nnklagevertreiers geaen die Entscheidung bei Land- aerichts, die die Amnestierung bei Oberleutnant- Bogel aussprach, Folge gegeben. Da diese Entscheidung endgültig ist, bleibt das gegen Oberleutnant Vogel ausgesprochene Urteil besteben.

Für Moskau. Nach einer Dlâttermeldunj ans Danzig bat der Parteitag der Danziger Unab­hängigen mit 75 gegen 9 Stimmen den Anschluß an die dritte Internationale und bie Perschmelzung mit der kommunistischen Partei beschlossen.

Bei de» Wahlen zum lippischen Sand» tag wurden abgegeben: Für die Deutich-Natioua-en 176CO Stimmen (bei den letzten ReichstagSwable» 18 000), Deutsche DolkSvartei 15 200 (18 000), Demo­kraten 8800 (8600), GewerkichaftSbnnd 4400, Mehr, beit-sozialdemokraten 25 400 f23000>, Unabhängigen 2400 (6000), Kommunisten 3400. Nach diesem Ergeb­nis ist die bisher im lippischen Landtag bestehende sozialistische Mehrheit gebrochen. Von öcn 21 Abgeordneten entfallen auf bie Sozialdemo­kraten 7, die Demokraten 2, die Teutsch-Nationalen â, die Volkspartei 4, die Eewerkschasten 1, die flammn« listen 2. Tie Unabhängigen gehen mandatSloS au»; sie verloren bie Stimmen größtenteils an bie flammn« nisten. Ein Mandat steht noch an«, bis bie Ergeb» niffe der brieflichen Wahl, die zum ersten Male in Deutschland durch Lippe eingefücht ist, morgen be» 'anntzegeben w-rden.

Misthelligkeite» zwischen den Posener» und Kongretzpolcn. Die Warschauer Zeitnng cklazota WarSzamska" bestätigt, daß schwere Miß- ifQigfeiten zwischen len Posener Polen und des .'kongrcßpolen bestehen und teilt mit, daß die Posenci tkDolfermtg besonders über die Beamtm ans Kongrez- volen erbittert ist. Auch das Verhalten der zahlreicher kongrestpoliiischcn Offiziere ruft allgemeine Entrüstung hervor. Wie der Warschauer Berichterstatter bei Vossischen Zeitung" meldet, hat am meisten zur Ent. rentbiuvi der Bevölkerung bei ehemals preußischen Deilgeb etS die allzu eilige Unifizierung Polens beige« nagen im Sinne bei Grundsatzes: »Wenn el un übrigen Bolen bös aussieht und eine schreckliche Neuerung herrscht, ia möge eS auch in der früheren preußischen Provinz wüst auSsesen und dort eine eben« solche Teuerung her, scheu."

Russische Friedenspolitik. Eine amtlich« Kundczebuncz aus Moskau tritt den in West, curopa verbreiteten (gefügten von russischen Ansinffsabsichien für das nächste Frühjahr ent. gegen. Sie entbehren jeder Grundlage. Die Ausstreuungen feien nur der Deckmantel für neue Verschwörungen und Pläne einer inter­nationalen Gegenrevolution. Die russische Re­gierung habe die estnische, lettische und rumänische Regierung offiziel benachrichtigt, daß Rußland keinerlei Angriffsabsichten auf diese Länder habe. Die russische Friedensdelegation in Riga habe der polnischen Delegation zu verstehen gegeben, baß Rußland den Frieden wünsche und keine kricgeriscken Absichten gegen Polen hege. Trotz vieler Herausforderungen verfolge Rußland gegen Georgien eine Politik des Friendens. Sie ganze Politik Sowjetrußlands fei von dem eunsche nach Frieden und frirdlicher Arbeit bunüDiunaeiL