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General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für völkischen und allgemeinen Teil Richard Hultsch, für lokalen und vrovimiellen Teil

sowie Svort Wilhelm Mori«: für Anreisen und

Amlkches Organ für Sladl- und Landkreis Lana« «-»---. «-.»«B-°d. -«->-»-»-»-w» ' 3 Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei banau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Som- und Feiertage

Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Nr. 19

Montag den 24. Januar

1921

Das Neueste.

Das Neichsvostministerium veröffentlicht den Entwurf für eine neue Erhöhung der Post- und Telegravbengebühren.

In den Untersuchungen gegen die Leiter der kommunistischen Armeeorganisation im Ruhrgebiet ist festgestellt worden. daß in Berlin die militärische Leitung einer Roten Armee besteht.

Der Reichspräsident hat am Samstag den neuernannten javagjschen Botschafter Skoki zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens empfangen.

Der Reichstag'überwies das Gesetz über die Abänderung des Einkommensteuergesetzes dem Steuerausschub.

John E. Rockefeller junior hat 1 Million Dollar zur Unterstützung der hungernden Kinder in Europa gespendet.

Dor -er Pariser Konferenz.

Dir Lntschädigungsfrage vor der Einigung?

Der Londoner Korrespondent desTemps" meldet, daß die Hoffnung auf eine baldige Einigung in der so wichtigen Entschädigungs- stage gestiegen sei, da man in Frankreich eine Tendenz festzustellen glaube, die sich dem eng­lischen Standpunkt nähere, der darauf hinaus­gehe, eine Entspannung in Europa herbeizuführen, ohne die berechtigten Interessen der alliierten Länder zu opfern. Aus diesem Grunde habe sich auch die englische Regierung wenig geneigt gezeigt, starke Mittel anzuwenden, ob es sich um die Entwaffnung Deutschlands oder um die Reparationsfrage handelt. Der zukünftige Friede könne nach Ansicht der englischen Regierung besser sichergestellt werden, wenn man zur Ueber- redung, also zum diplomatischen Druck seine «tmluÄt nehme, als zu ZwanasmabaabMen. wie die Besetzung neuer Gebiete, zu greifen. Wenn die Negierung in Berlin erstere, sie könne die Einwohnerwehren in der vorgeschriehenen Frist nicht auflösen, und wenn dies wahr sei, sei die einzige vernünftige Lösung, ihr eine neue Frist zu bewilligen.

Langwierige und komplizierte Verhandlungen.

Paris 23. Januar. In einer längeren Be­sprechung über die Arbeiten der beginnenden Konferenz sagt der Londoner Korrespondent der Havas-Agentur, man dürfe die Politik der mili­tärischen Notwendigkeiten nicht einer Fassade und Ehrgeizpolitik opfern, die nur eine vorüber­gehende gefühlsmäßige Befriedigung geben könne. Es handle sich nicht so sehr um die Ablieferung von Kriegsmaterial, die in ihrer Gesamtheit befriedigend sei, sondern eher um die Entlastung der militärischen Organisationen. Der Standpunkt des englischen und französischen Generalstabs sei nach dieser Richtung verschieden und es sei wahrscheinlich, daß man zu einer dritten Lösung gelangen werde. Aus diesem gemeinsamen Uebereinkommen werde die taktische Lösung entstehen, die für Frankreich und seine Verbündeten eine bessere Garantie sei als die endgültige Lösung der Entwaffnungs- und Re­parationsfrage und sie führe auch zur Besprechung der finanziellen Frage und infolgedessen zur Besprechung der Frage der internationalen An­leihen und auch zur Behandlung der amerika­nischen Frage. Der Korrespondent sagt, das Abkommen von Boulogne, das die Grundlage für das Studium Der Reparationsfrage gewesen sei, habe durch die Veränderung der wirtschaft­lichen und finanziellen Lage ein neues Studium notwendig gemacht. Aus diesem Grunde dürfe man sich nicht wundern, wenn gewisse Fragen, die durch die Ereignisse noch nicht zur Rei^e hätten geführt werden können, die Arbeiten des Ooersten Rates besonders delikat gestalten würden. Die Diplomaten jähen sogar voraus, daß gewisse Fragen, denen gegenüber die Lage eine abwartende Haltung verlange und die man erst in der kommenden Zeit beurteilen könne, mit einer gewissen Diskretion behandelt werden wüßten. Die Arbeiten des Obersten Rates v»roen also langwierig und kompliziert jein.

Die Entwaffnung der Einwohnerwehren.

Paris, 23. Jan. Wie der Temps mitteilt, wird morgen vormittag nach Eröffnung der Ätzung des Obersten Rates an erster Stelle die ^toge der Entwaffnung der Einwohnerwehren behandelt. Acan glaubt, daß das Reparations- broolem erst am Dienstag zur Besprechung ge­langen wird.

Lloyd G«org«, Lord Curzon und die Mitglie­der der englischen Delegation sind heute nachmit- wg 4.20 Uhr im Sonderzug angenommen. Mi- Higerpräsident Briand begrüßte di« englischen Liaaismänner. Er hatt« in einem Salon des Aordbahnhofes mit Llovd Georg« und Lord

Curzon eine halbstündige Unterredung. Zu gleicher Zeit mit der englischen Delegation ist der italienische Botschafter de Martino in Paris angekommen Der italienische Minister für aus­wärtige Angelegenheiten Graf Scorza wird im Laufe des heutigen Abends erwartet.

Nach einer Hâsmeldung aus Rom, die das Journal des Debats veröffentlicht, werde sich Giolitti bemühen, den letzten Sitzungen des Obersten Rates in Paris beiwohnen zu können.

Die Durchführung des Friedensvertrages nicht nur eine französische Angelegenheit.

Rom, 23. Jan. Zur Pariser Konferenz schreibt das Giornale d'Jtalia: Die italienische und englische Regierung werden in höflicher aber fester Form in Paris zu verstehen geben, sie könnten die letzte französische Note an Deutsch­land nicht billigen, hauptsächlich weil dieselbe ahgesandt worden sei, ohne vorher die Verbün­deten in Kenntnis zu setzen. Die Durchführung des Friedensvertrages sei eine inter­alliierte und nichinureine französische Angelegenheit. Das Blatt fährt fort: Die Meinungen Englands und Frankreichs gehen in der Frage der Reparation noch mehr ausein­ander.. Der italienische Gesichtspunkt stimmt eher mit dem englischen überein. Die italienische Ab­ordnung wird daher in den beiden Fragen, der Entwaffnung und der Reparation, sich bestreben, den französischen und englischen Gesichtspunkt zu vereinigen zugleich aber Deutschlands Wiederaufbau ermöglichen. Inder Orientfrage hingegen schließt sich Italien mehr dem französischen Gesichtspunkt an. In dieser Fra"« beweist England dieselbe Intransigenz wie Frankre^) inbezug auf die deutsche Entwaffnung. Die russische Frage ist vielleicht die allerschwie­rigste Hier ist es wieder Frankreich, das auf sei- nem Standpuntk beharrt, während England und Italien geneigt sin-d, unter den nötigen Borans- setzungen der tatsächlichen russischen Lage Rech­nung zu tragen und Rußland beizustehen, damit es seine Rolle in der allgemeinen europäischen Wirtschaft wieder aufnehmen kann.

Was Deulschlarr- bisher ablieferte»

Paris, 23. Jan. (HavaS.) Die ReparationS- fommiffion veröffentlicht folgenden Bericht über die Lieferungen Deutschlands bis zum 31. Dezbr. 1920: Die Lieferungen auf baS Revarationskonto betrugen Kis 31. Dezbr. 1920 an Kolken tKoks und Braun­kohlen inbegriffen u. gleichwertig berechnet) 17 81R 8401, Ammoniak-Su fat 19 000 t, Dampfer, Segler und Fischerboote 2031729 Bruttotonne, Flußschiffe nebst 'Material dazu 38 7301, Tiere 360 000 Stück. Sämereien 6 80 2 558 Kilogramm, rollendes Material: Lokomotiven 4571, Waggons 129 555, Lastwagen 5000, feste? ®ifen= bahumaterial 140 000 t, landwirtschaftlicher Material 1315051 (Maschinen und Gerätes, Farbstoffe 10 787 827 Kilogramm, pharmazeutische Produkten 57 823 Kilogr., Untersee-Kabel : Emden-Vigo, Emden-Brest, Emden- Teneriffa, Emden-Azoren (1 und 2), Azoren-Newyork (t und 2), Teneriffa-Monrovia. Monrovia-Lome, Lome- Dnala, Monrovia-Pernambuco Konstantinopel-Kon­stanza, Jap-Schangbai. Jav-Guam, Jap-Nenado. In vorstehendem Verzeichnis sind verschiedene Lieferungen und Ablieferungen verschiedener Art nicht enthalten, die Deutsch'and zugeschrieben werden müssen oder als -olche in Betracht kommen, für die aber Zahlen nicht angegeben werden können, z. B. bei Privateigentum und Teilschulden in den abgetretenen Gebieten und im Saargebiet, nach dem 11. Hobein her 1918 im Stich ge­lassenes Material ww. Endlich umfaßt die Liste die Lieferungen oder Abtretungen, die in dem Friedens­vertrag mit anderen Staaten als Deutschland vorge­sehen sind. ViS batte bat die Nepa>-anonSkommstwn wlgendc Verteilung der deutschen Lieferungen auf das Reparationskonto vorgenommen: Kohlen: Frankreich 14 210 582 t, Italien 1 618 534 t. Belgien 1401 6261 Luxemburg 588 098 t, Amoniak-Sulfat: Frankreich 1900 i t, 'Schiffe (in Bruttotonnen)! Großbntanieii 1477 839 Frankreich 160 924, Italien 124 901, Belgien

15 831, Japan 28 678, Flnßschiffmaterial: Frankreich 36 730, Belgien 2000, Tiere: Frankreich 208 943, Belgien 152 233 St.. Sämereien: Frankreich 6 501310, Italien 200, Belgien 3M 078 Kilogramm, Farbstoffe: Bereinigte L tonten 1300143 Großbritanicn 8113 802, Frankreich 3172 632, Italien 1760 810, Belgien 1 190 375, Japan 25n062 Kilogramm, pharmazeutische Produkte: Italien 30 581, Belgien 12 385, Japan 5855 Kilogramm, rollendes Material: Lo o- motiven: Frankreich 2653, Belgien 191 , Eisenbahnwagen: Frankreich 63 658, Belgien 66 897, Lastkraftwagen und Automobile: Vereinigte Staaten i 314, Großbritannien 1242, Frankreich 2200, 'elgien 224, landwirtscha'tliches Material und Maschinen : Frankreich 109 932, Belgien 21 573, estes Eisenbalnimaterial: Frankreich 90OoO, Belgien 50 030 t. Die Austeilung der Unterseekabel, die von Mn alliierten Mächten einer Konteren; von Sach­verständigen in Washington anvertrant worocn war, bat noch nicht angeführt werden können. Für den größten Teil der oben angcfübrten Lieferungen wurden Schnvnngen vorgenommen. Da einige Hauptfragen i o b nicht gelöst sind, mußten hier und da an Hand verschiedener Unterla en Zahlen ausgestellt werden, zwischen denen später gewählt werden w rd. Die .gomnilssiou legt jedoch Wert da.auf zu erkören, das; die Zahle«, bie Deutichlaud lürihdi berügl.ch (einer

Anzahlung auf die 20 Milliarden Goldmark, die er laut Artikel 235 der Friedensvertrages zu zahlen hat, veröffentlichte, die wirkliche Zahl ansehnlich über­schreitet. Die hauptsächkichsten Werte, bei denen eine Unsicherheit oder eine Abweichung vorliegt, sind die öffentlichen Besitztümer in den abgetretenen Gebieten, die Schiffe, das Saargebiet, das von den Deutschen nach dem 11. November 1918 auf* gegebene Material unb ein Teil der" Kohlen Außer den Deutschland gutzuschreibenden Liefeningen bestimmt Artikel 238 des Friedensvertrages, daß Deutschland verpflichtet ist znrückzuerstatten die Gegen­stände jeder Art Wertpapiere und Gelder, die wegge- nommen, beschlagnahmt oder sequestriert worden sind, falls es möglich, diese zu identifizieren, sei e8 auf deutschem Gebiet oder im Gebiet der Alliierten. Diese Rückerstattung identifizierter Gegenstände ist absolut zu unterscheiden von den oben angeführten Lieferungen. Artikel 253 der Vertrages setzt fest, daß beren Wert nicht auf das Neparationskonto Deutschlands gebucht werden darf. Die Kommission stellte bis zum 31. Dezember 1920 folgende Rückerstattungen für Frank­reich und Belgien fest: an landwirtschaftlichen Maschinen: Frankreich 13546, Belgien 14, zuiammen 13560, Ataterial für die Industrie: Frankreich 184161, Belgien 87046, zusammen 271207, rollendes Material: Lokomotive«: Frankreich 273, Belgien 134, zusammen 407, Waggons: Frankreich 6031, Belgien 12897, zu­sammen 18928, Andere Güter sind gleichfalls zurück­erstattet worden, wie Wertpapiere und ein gewisses Quantum Mobiliar uiib Kânstgegenstände.

Die Organisation -er roten Armee

Auf Grund d«s bei den Durchsuchungen nach dem Best«h«n einerRoten Arme«" am 19. Ja­nuar in Essen, Düsseldorf, Elberfeld unb Lünen bei Dortmund gefundenen Beweismaterials und der Geständnisse einer Festgenommener ist, soweit die Ermittelungen bisher ergeben haben, fol­gender Sachverhalt als feftfte^enb zu erachten:

In Berlin besteht ein« militärisch« Leitung der roten Arm««, welch« von der politischen K. P. D. ins Leben gerufen ist und die die übergeord­nete Stelle für mehrere Kommandobehörden bil­det. Eine dieser Kommandobehörden (Zentral­oberleitung (Z. O. L.) befindet sich in Essen und ist wiederum die vorgesetzte Stelle für vier Be­zirksleitungen (B--L.)), nämlich in Essen, Rem­scheid, Bielefeld und Cassel. Diese B.-L. sind die Kommandostellen für die entsprechenden örtlichen Bezirke. Der Bezirk Essen ist seinerseits in drei Unterbezirke (Essen, Hamborn, Dortmund) geglie­dert und die Unterbezirke endlich zerfallen in Kreis« mit Kreisstäben, die Kreise in örtliche Organisationen mit Ortsstäben. Neben den der Z. O. L Essen unterstehenden Bezirken Essen, Remscheid. Bielefeld und Cassel besteht noch ein besonders organisierter Bezirk mit einer von Essen unabhängigen Oberleitung (M. O. L.) in Düsseldors. An der Gesamtorganisation ist seit Anfang D«zember 1920 in besonders verstärkter Weise gearbeitet worden. Die Organisation hat durchaus militârisch«n Charakter. Die rote Armee wird unmittelbar von der K. P. D. organisiert.' Die K. P. D. betrachtet sich gewissermaßen als einen Staat im kleinen mit Ressorts wie Finanz­wesen, Arbeitswesen, Zivilorganisation, Militär­wesen usw Das Militärrvesen teilt sich in die Militärpropaganda (M. P.) unb die Militärab­teilung (M. A.). Die M. A. umsaßt die eigene militärich« Organisation, wi« sie eben geschitdert ist, und den Nachrichtendienst, der die Beobach­tung und Feststellung der Stärke des Gegners zur Aufgabe hat unb der besonders durch einen straff durchgeführten Kurierdienst der kommunistischen- Jugendorganisation versehen wird. In der M. A. sind folgende bemerkenswerte Organisation satten gesunden worden: Akte: Feldgendarmerie, Ver­pflegungswesen, Bekleidungswesen, Nachrichten­dienst, Verkehrswesen, Fahrtbereitschaften, Was­sen- und Munttionsbeschaffung mit Listen über Wafsenlager der Reaktionäre und ausgefüllten Waffenbestandslisten der Regimenter. Akte: Be- zirksiommando, Rekrutendepot, Werbebüro, Löh­nung der roten Armee, Spezialtruppen, Rad- sahrschasten, Finanzwesen. Sanitätsdienst, Solda­tenräte. Akte: Gerichtskommission, Kassenbücher, Registraturen, Besehlsbuch, Generalstabskarten, Telegrammschlüssel für den Verkehr zwischen der Zentrale in Berlin und Düsseldorf, Korrespon­denz zwischen Berlin und Düsseldorf, Organisa- tionspläne. Außerdem wurden «in Stempel Militärische Oberleitung Düsseldorf rote Armee" mit Sowjetstern und eine Unmenge Soldbücher und Stammrollenauszüge beschlagnahmt. Di« Stäbe selbst hatten eine Dezernatsbearbeitung, wie sie früher in der Arme« üblich war, so z. B. die Zentraloberleitung ein Organisationsbüro, ein Operatidnsbüro, ein Nachrichtenbüro unv. Die Sitzungen der Militäroberlei^ungen haben zum Teil im Büro des kommunistischen Organs Ruhrecho" stattgefunden, sodaß auch Hjeraus ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Partei und Kampforganisation zu erkennen ist. An Ve- weismaterial ist außerdem eine überaus große

Anzahl von Mobilmachungsplänen, Stempel roter Formationen, stenographischen Bericht?« über militärische Sitzungen, Nachrichten über bie Stärke des inneren Gegners, der alsFeind* bezeichnet wird. Meldungen der Unterführer ae die Oberführer über die Zahl der Waffen bet Orts- und Kreisbehörden, über Waffenlager usw. gefunden worden. Nach diesem BeweiSmaterial sind leiste und schwere Waffen sowie sonstiges Kriegsmaterial in erheblicher Menge vorhanden. Aus einer Niederschrift ist zu erkennen, daß di» bewaffnete Aktion im Anschluß an den Ham- borner Streik der Hüttenarbeiter, der bis zum Cleneralstreik propagiert werden sollte, geplant war. Nach einer Aeußerung des politischen Lei. ters d«'' vereinigten kommunfltischen Partei in Essen, Schönbeck, hat jedoch ein Eintreten in die Aktion aufgrund einer Anweisung der Berliner Zentralleitung nicht stattfinden können, weil diese eine Gesamtaktion im ganzen Reiche noch nicht für möglich hielt. Die Mion sollt« infolge­dessen vorläufig auf 14 Tage verschoben werden. Dur-b die Aufdeckung derRoten Armee" ist sie zunächst vereitelt worden.

Der Roten Fahne hat scheinbar ihre Enk» hüllungen über einen großzügigen Militärputsch von rechts der angeblich einer Wiederholung des Kopp-Putsches in vermehrter und verbesser­ter Auflage gleichkommen sollte nur ihr schlech­tes Gewissen diktiert- Die kommunistischen Kreise wußten sicherlich schon, daß wirkliche Enthüllungen über ihre geheime Militärorganisation bevor­standen, und sie suchten die Wirkung einer solchen Veröffentlichung durch Sensattonslügen abzu. schwächen, die jetzt auch vom Wolff-Büro ge­bührend charakterisiert werden:

Von kommuniistischer Seite wurde letzthin großer Lärm geschlagen, wegen der angeblichen Enthüllung über eine Militärkonterrevolutionäre Verschwörung. Die je Enthüllung wird jetzt sei­tens des Staotskommiffors für öffentliche Ord­nung für eine Fälschung erklärt.

Politische Tagesberichte.

Zur Sozialisierungsffage. Die Soziali» sierungskommission beschloß, die Beratungen über die Sozialisierung der Kohle am nächsten Diens­tag in Berlin fortzusetzen. An dieser Besprechung werden außer den in Frage kommenden Ressort­ministern auch hervorragende Rechtsgelehrte als Gutachier teilnehmen. Den Beratungen sollen die Richtlinien zugrunde gelegt werden, die die in Essen versammelt gewesenen Mitglieder der Kom­mission aufgestellt haben.

Ein Beamtenrätegesetz. Der Minister bes Innern Severing kündigte am Samstag in einer Rede in Castel an, daß die preußische Regierung ihre Vertteter im Reichsrat am Montag in­struieren werde, die Vorlegung eines Beamten­rätegesetzes vom Reiche zu-verlangen.

Polnische Sabotage in Oberschlesien. Der deutsche Plebiszitkommissar Dr. Urbanek richtete an die interalliierte Kommission in Oppeln fol­gendes Telegramm: Gestern abend zwischen- 5 und 6 Uhr hat der polnische Vorsitzende des Pari­tätischen Ausschusses in Laurahütte Paul Kuczma eigeiihändig im Gemeindemeldeamt sämtliche Er­suchen auf Aufstellung der Aufenthaltsbescheini­gungen weggenommen und fortgeschleppt und sie bis jetzt nicht zurückgegeben. Es handelt sich um über 650 Ersuchen. Wir erheben gegen diese uner­hörte Sabotage der Abstimmung schärfste Ver­wahrung. Wir verlangen sofortige Abberufung und exemplarisch« Bestrafung des Kuczma- Wir wi«derholen unser telegraphisches Ersuchen vom 7. Januar. Wir haben damals um Anweisung an sämtlich« Gemeindeverwaltung«» und Ge­meinde- und Gutsvorstände gebeten, dahingehend, daß diese Behörden zu sofortiger Ausstellung der ange'orderten Aufenthaltsbescheinigung«» ver­pflichtet sind. Aus dem Umstand«, daß sich im Gemeindeme-ldeamt Saurabütte über 650 Ersuchen um Aufenthaltsbesche^nigungen anaesammelt haben, entnehmen wir, daß bie Gemeindeverwal­tung Laurahütte die Bearbeitung dieser Ersirchen unterlassen hat Durch solche passive Resistenz wird innerhalb der viel zu kurzen Fristen die Verwirklichung der geforderten Formalitäten ver­eitelt und bie Abstimmungsberechtigten der Kate­gorie C. um ihre Stimme gebracht.

Gegen dicFrankenrntioftttuns im Saar* gebiet. Bei her gestern erfolgten Abstimmung übe» bie Einführung der rankenentlohuunâ ant dcii Laar, bahnen wurden abgegeben im gainen 160'6 Stimmen, ^-ür die Einilibrun» der Frankenwâbrung stimmten 4315, dagegen 11467 Eisenbahner, ungültig waren 224 Stimmen.

V>er!u c der Griechen. Nach einer Meldung derEbicagoer Tri une" au« Konstantinopel sind über 2090 Verwundete der griechischen Armee in 8lem-Nuen in Konstantinopel eingefroren. Er be­stätigt sich, daß die grieâmchen Truppen in Klem-Me» schwere $ erbitte erlitten haben.