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Gensral-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Samt»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Ar. 14

Dienslag den 18. Januar

Das Neueste.

Der Reichspräsident hat aus Anlaß des Migen Gedenktages der Reichsgründung eine Kundgebung erlassen.

Der Hauptausschuß des Reichtages ge­nehmigte 40 Millionen Mark für die Technische Rothilfe.

Dem Wunsche nach einer Verlängerung der im Abstimmungsreglement für Oberschlesien ^gesetzten Frist soll stattgegeben werden.

Die Besatzungsbehörde in Landau er­richtet dort eine französische Schule.

Der Poststreik in Wien ist beendet.

Die Konferenz der alliierten Minister- präfidenten wird am 24. Januar beginnen.

General Cariglia hat die Aufhebung der Blockade von Fiume angeordnet.

In Kiew ist eine große antibolschewistische Bewegung im Gange.

Nationale Einigung!

Zum Reichsgründungstag.

Am 18. Januar 1871 erfolgte die öffentliche Lertündigung des deutschen Kaisertums im Spie­gelsaale des Schlosses zu Versailles, genau 170 Jahre, nachdem der erste preußische König zu 'Königsberg gekrönt worden war. Die einzelnen Regimenter waren durch Deputationen vertreten; die deutschen Fürsten und Prinzen scharten sich um König Wilhelm, der nach dem Gottesdienst vortrat und durch Bismarck die Kaiserproklama­tion verlesen ließ. Er erklärte darin die ibm an­gebotene Kaiserwürde anzunohmen, in dem Be- . wußtsein der Pflicht, in deutscher Treu« die Rechte des Reiches und seiner Glieder zu schützen, . W wahren, die Unabhängigkeit TArtschlands, gestützt aus bie geeinte Kraft fernes Polkes, zu verteidigen". Wie das Programm sei­ner Zukunft klang die Versicherung:Uns und unseren Nachkommen an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, alle Zeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an dm Gütern und Gaben des Friedens, auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung."

So steht es geschrieben in der Maurenbrecher- schen Gründung^sgeschichte des Deutschen Reiches. O glorreiche Erinnerungen an diesen Januartag, an jenen Tag, der des Deutschen Reiches Herr­lichkeit machtvoll «mporstieg^ da ein vielhundert- jähriges Sehnen unseres Volkes, gestützt auf die Einigkeit und Einheit des letzteren, erfüllt ward. Die gemeinsamen Siege aller deutschen Stämme hatten das Gefühl der Zusammenge­hörigkeit lebhaft geweckt; überall brach das Ver­langen nach Einigkeit mächtig hervor. Und diesen Einheitswünschen wurde heute vor 50 Jahren , am 18. Januar 1871 Rechnung getragen. Der ' alte Barbarossa war erwacht, die Raben Hader und Zwietracht waren verschwunden, und der längst verwelkte Baum das Deutsche Reich begann unter dem Zeptèr des Kaisers zu grünen und zu blühen. Während einer langen Reihe von Jahren war es dem deutschen Volke vergönnt, in unzertrennbarer Einigkeit sich durch ungebrochen« Arbeitsfreudigkeit, Öpferwilligkelt, durch Fleiß und Ausdauer emporzuschwingen zu höchster Blüte und zu höchstem Wohlstand. Einig­et und Einheit als Volk war Quelle und Werkzeug unserer Kraft zugleich. Und dann kam der Schicksalsschlag, dem der Augenblick des Zu­sammenbruchs dieser Einigkeit folgt«. Das Jahr 1919 hat uns an das Grab des vielbesungenen deutschen Reiches geführt. Aufgerichtet durch Arbeit und Macht, dmch Städtegründung, die Heinrich I. seinen volltönenden Namen in der deutschen Geschichte gegeben hat, und durch das Heer, das er als Hauptschutz nach dem bedrohten Osten seines Reiches sandte, ist das Deutsche Reich in einem Augenblick rasch zusammen ge­brochen, wo deutsche Arbeit und deutsche Macht versagten, in einem Augenblick, wo der Terror wie eine Windsbraut durch die deutschen Städte stgte. Dazu kam der furchtbare Friedei der uns auferlegt wurde. In demselben Orte, in demselben Glosse, ja in demselben Saale, in dem am 18. Januar 1871 die Laufbahn des Deutschen Reiches ^röße und Herrlichkeit machtvoll «mporstieg, wurde am 28 Juni 1919 die durch lange Frie- ben^eit-dahingegangene Einigkeit und Herrliche «rt unseres Vaterlandes durch zwei einsame Unterschriften auf lange Zeit vernichtet, die Grenzen des Reiches zerrissen. Häßliche schwarze oder blutrote Flecken auf der Landkarte zeigen, was uns in Nord und Süd, in West und Ost ge= ^ubt worden ist und noch entrissen werden iE. Das einst so stöbe Deutsche Reich mit gebrochenem Schwerte und blu- 'dndem Herzen am Boden! Und wenn wir heute an die ungeheure Bedeutung

das Versailles von 1871 denken und uns das Versailles von 1919 vergegenwärtigen, so hätten wir allen Grund, an einem Wiederauf­stehen deutscher Herrlichkeit zu verzweifeln. Aber trotz alledem dürfen wir nicht verzaaen. Es ist nicht an der Zeit durch Verzagtheit, durch, Dahin- dümmern oder durch Trauer unsere Kraft, die wir noch besitzen, wenn wir un» nur auf sie be­sinnen, zu lähmen Die namenlos schmerzliche Katastrophe, die durch den Krieg, den wir weder wollten noch verschuldeten, heraufbeschworen ist, die Erschütterungen, die seit dem 9. November 1918 unseres Vaterlandes Grundfesten durch- beüen, der Abgrund, an dem wir hängen das verlangt unsere volle Kraft, den Einsatz von Herz und ârnb zedes einzelnen.

werten es als einen Hoffnungsschimmer und das sei heute am Tage der Wiederkehr der Reichsgründung ausgesprochen, daß sich bei uns in letzter Zeit eine Erstarkung des na= tio^len Einigungsgedankens bemerkbar macht. Wir erinnern nur an die Sehnsucht, bie alten stolzen Farben eines stolzen ReichesSchwarz­weiß-rot" wieder flattern zu sehm, eine Sehn­sucht, di« heute in allen bürgerlichen Lagern zu verzeichnen ist. Es war eine Tat voll unaussprech­licher Häßlichkeit, eine Handlung, die Zeugnis ablegte von Charakterlosigkeit, als das deutsche Volk in der bittersten Stunde seines Niederbruchs bie stolzen Heldenfarben, Schwarz-weiß-rot ab­schwur.Jede Fahne ist gut, jede Fahne ist recht, nur der Fahnenwechsel ist schlecht". Während alle anderen Völker ihre Fahnen hochhielten, ver­leugnete der Deutsche th einer Stunde qualvoller Selbstzerfleischung, törichten gottvergessenen Irrens sein herrliches nationales Wahrzeichen, das stolze Symbol seines Vaterlandes, unter dessen Zeichen auf Frankreichs blutigen Feldern, auf Rußlands eisigen Gefilden, auf Asiens hei- ßem Boden ja man WA jagen in allen Zonen des Erdballs, auf dem Meere wie in der Luft, deutsche Helden in den Tod gingen. Ja, bekennen wir es in Wahrheit und rücksichtsloser Aufrichtigkeft: Es war und ist eine Schmach für unser Volk, Da wir unser herrliches Farbentuch, das uns heute vor 50 Jahren wie ein Geschenk des Himmels teilhaftig wurde, unter dem wir ge­litten und gestritten haben, unter dem wir Hel­dentaten vollbrachten, wie ein schmutziges Tuch von uns warfen. Heute müssen wir daran den­ken ynd geloben, diese Schmach wieder gut zu machen, dadurch, daß wir uns von dèn Dämonen des Hasses, der Zersplitterung, des Parteizwistes, die unser Volk umkrallen,, freimachen, und zu unserer nationalen Würde,' dem deutschen Ein­heitswillen, dem Aufbauwillen zurüâhren. Mög« die Erinnerung an den 18. Januar dazu beitragen, daß wieder der alte, gute Geist natio­naler Eintracht, nationaler Würde und Selbst­erhaltung über uns alle komme, daß wir ben Treuschwur leisten, festzuhalten am Deutschen Reich, das einst mit d«m Blut der Väter erkämpft wurde.

Die Erstarkung des nationalen Einigungsge­dankens macht sich auch bei unserer Jugend, be­merkbar, die von dem deutschen Geiste erfaßt wor­den ist, der auch unsere Großväter aus schwerer Not herausgeführt hat. Die deutsche Jugend lernt erkennen, welches die ^stärksten Stützen der deut­schen Volkskraft auch nach den surchtbarsten Nie­derlagen waren: Treue und Redlichkeit, Gottes­furcht und Vaterlandsliebe. So bleibt die Hoff­nung, daß ein Geschlecht heranwächst, das die Nöte unserer Z^it erkennt, das aber auch erkennt, daß die Besten unseres Volkes für das Vaterland starben, in der Hoffnung, daß dieses Vaterland nicht untergeht, daß es die Pflicht der Ueber- lebenden ist, das Erbe zu übernehmen und' es hochzuhaften: wiederaufzubauen, was zerschlagen wurde, ein neues Deutschland zu errichten, in dem Arbeitspflicht höchste und vornehmste Pflicht ist. Darum flechten wir in den Flor und das schwarz-weiß-rote Band, mit dem wir heute das Bild der Reichsgründung umgeben, das lebendige Immergrün ein, das auch im Winter unter Schnee und Eis in der Farbe der Hoffnung grünt und im Frühling Blüten in der Farbe des Glaubens treibt. Wir glauben fest an eine große Zukunft unseres Volkes und an diese Hoffnung und diesen Glauben sollen und können wir uns klammern aw heutigen Tage. Wie heißt das alte Lutherw»rt?

Und wenn die. Welt voll Teufel wär -

Das Reich muß uns doch bleiben!

Glaube, Vertrauen und der eiserne feste JZBiHe: diese drei leuchten als Sterne vom dunklen^ Hum­mel der ^Zukunft uns entgegen. Einigkeit! Geistige und sittliche Erneuerung! Ein starkes Empfinden für die Bedeutung und Notwendig­keit des Staates! sei bie Parole des heutigen Tages. Verloren ist nur ein Volk, das sich selbst verloren gibtl

Bismarck-Worle zur Reichseinigung.

Die Unabhängigkeit, die staatliche Freiheit, die nationale Ehre geht einem Volke, wie das unsere, über

alles.

Abgeordnetenhaus, 11. Dez. 67.

Hat Deutschland derartige Vergewaltig,ingen seines Rechts und seiner Ehre in früheren Jahrhunderten schweigend ertragen, so ertrug es sie nur, weil eS in seiner Zerrissenheit nicht wußte, wie stark es war.

Norddeutsch. Reichstag, 19. 7. 70.

Wir haben erreicht, was seit der Zeit unserer Väter für Deutschland erstrebt wurde: Die Einheit und deren organische Gestaltung, die Sicherung unserer Grenzen, die Unabhängigkeit unserer nationalen Rechtrent­wicklung. e Reichstag, 21. 3. 71.

Die deutsche Einheit mußte ohne fremde Einflüsse zustande kommen, aus eigener nationaler Kraft.

Gedanken und Erinnerungen n. 64.

*

Die Einigkeit ist die Vorbedingung unserer nationalen Unabhängigkeit. Reichstag, 21. Juni 82.

*

Ich habe das dringende Bedürfnis, weil ich die Zukunft eben nicht vorheriehen kann, an der Befesti­gung des Reiches zu arbeiten, solange el für mich Tag ist. Reichstag, 26. 3. 86.

CS ist ja alte historische und betrübende Wahrheit, daß es eine größere KampseSfreude für den kampseS- mutigen Deutschen überhaupt nicht gibt, als den Streit mit dem eigenen Landsmann. Der Streit mit dem Landsmann ist ja ein nationaler Svort, wie bei uns, so auch bei anderen Völkern der Welt; ein Bürger­krieg ist immer daS Fürchterlichste, was man haben kann, in allen Ländern; aber bei uns Deutschen noch fürchterlicher, weil er bei uns mit mehr Liebe durch­gefochten wird, wie jeder andere Krieg.

Herrenhaus, 23. 3. 87.

Mix Trutlchen, in der Mitte Eure pak gelegen, müssen mehr zusammenhalten, als andere Nationen. Wir müssen eins sein, wenn wir nicht verloren sein

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wollen. Wir haben seinen natürlichen Schutz und müssen Rücken an Rücken stehen, wenn nicht alle Opfer der Vergangenheit für uns verloren sein sollen.

Zu Verehrern auS Süddeutschland, 24. 7. LL

*

Die Masse zur deutschen Einigkeit war flüssig und gußbereit. Ich habe getan, was ich konnte, ohne Menschensurcht und ohne Selbstsucht, daß der Guß rascher, sicher und glücklicher vollzogen wurde.

Zu den Bürgern aus Haniburg und Altona, 31.3.94.

Der Deutsche ist nicht so organisiert, daß er daS, wofür er sich in der Jugend begeistert hat, m späteren Jahren vollständig fallen läßt.

Zu deutschen Studenten, 1. 4. 95.

Eine Kundgebung des Reichs- präfideuieu.

Der Reichspräsident hat aus Anlaß des heu­tigen Tages folgende Kundgebung erlassen:

Am 18. Januar sind es 50 Jahre seit der Einigung der deutschen Stämme zu einem ein­heitlichen Staalsgeüilde vergangen. Die Sehn­sucht unserer Vorfahren und das heiße Verlan­gen weiter Schichten des Volkes in allen deut­schen Gauen fanden hierdurch ihre späte Er­füllung. Und diese Erfüllung blieb von Dauer. In allen schmerzlichen Verlusten, die uns jetzt durch den Krieg und Frieden getroffen haben, ist uns fast als einziges das eine große Unglück erspart geblieben, daß die deutschen Län­der wieder auseinandrrgefallen sind. Sie halten aneinander fest. Darüber wollen wir uns freuen, wenn wir auch mit besonderer Trauer an diesem Tage zu allen deutschen Landesteilen hinüber­blicken müssen, die gegen ihren Willen von ihrem stammverwandten Lande getrennt worden sind, und auf das besonders schwer leidende Oester­reich, das mit dem Herzen zu uns strebt, wie wir zu ihm. Unsere innere staatliche Einheit weiter zu erhalten und zu festigen muß unser aller fester Wille sein wenn uns auch politische und wirt­schaftliche Anschauungen mehr als gut ist tren­nen. In einem sind wir einig: Grenzen sollen uns ni.cht trennen. Die Einheitlichkeit unseres deutschen Vaterlandes ist für uns alle ein Stück unseres Glaubens, unserer Liebe und unserer Hoffnung.

(gez.) Ebert Reichspräsident.

(gez.) Fehrenbach, Reichskanzler

Die neue französische Regierung.

Die ministerielle Erklärung.

Paris, 17. Jan. Nach derLibertö" ist die ministerielle Erklärung bereits in den Haupt­zügen fertiggestellt. Der Grundgedanke ist nach diesem Blatte der, die nationale Eini­gung aufrecht zu erhalten, da sie notwendiger sei als je zur Erledigung der wirtschaftlichen und finanziellen Aufgabest. Notwendig auch, um der Negierung die Kraft zu geben, die für sie uner­läßlich fei zu einer guten Fortführung der diplo­

matischen Besprechungen. Die Erklärung geht bann an eine Prüfung der Hauptfragen, die beim Parlament vorgelogt werden sollen. An erster Stelle steht die Frage des Budgets. Das» get werde bald besprochen in der Absicht, Erspäh nisse zu machen. In wirtschaftlicher unb sozialer Beziehung ist die Erklärung für Freiheit trttb Ordnung. Die Freiheit des Handels soll rasch auf alle Gebiete ausgedehnt werden, auf denen- sie noch beschränkt ist. Weiter spricht die Erklä­rung von dem Willen, die Ruhe des Landes gegen bolschewistische Vorstöße auftecht zu erhalten, bie gemacht werden könnten. In der auswärtige» Politik spricht die Erklärung von den Beziehun­gen zu Deutschland und der Lage in Rußland. Das Blatt meint, in jedem Falle werde dem Ministevium eine große Mehrheit sicher sein.

Paris, 17. Jan. (Havas.) Nach den- hörigen Mitteilungen dürfte die List« der Unter­staatssekretär« folgende sein: Beim Präsidium des Ministerrats gissier, auswärtige Ange­legenheiten Danielow, Innerer Colrat; Post und Telegraphen Lafont, Luftschiffahrt Lymes, Handelsmarine Bis, befreite Gebiet« Lugol, technischer Unterricht, körperliche Er- ziehMg und Sport Vidal, Finanzen P a i- s a n t, Ackerbau P u i s e. Das Unterstaatssekre­tariat für Wasserkräfte wird aufgehoben.

Bevorstehende Interpellationen.

Paris, 17. Jan. DemTemps" zufolge hat der Abeordnete Doyris seine Interpellation über die allgemeine Politik, die er am letzten Tage bei Ministeriums Leygues eingebracht hatte, wieder ausgenommen.

WieJournal des Debats" meldet, hat der Abgeordnete Forgeot eine Interpellation über bie Zusammensetzung des Kabinetts und über bis innere und auswärtige Politik eingebracht.

Die AÜiierteu-iKonferenz am 24. Janus«.

Paris, 17. Jan. Aus London wird ge» meldet: Das Reutersche Büro wurde amtlich davon in Kenntnis gefetzt, daß Lloyd George der Zusammenkunft der alliierten Minister­präsidenten beiwohnen wird, die in Paris am 24. Januar stattfinden wird. Gestern antwortete die französische Regiemng, daß fie darin ein» willige, daß die Zusammenkunft am 24. Januar stattfinde. Sie wird höchstwahrscheinlich drei oder vier Tage dauern. Es ist nicht sicher, das der italienische und der belgische Ministerpräsident auf ihr vertreten sein werden. Auf alle Fäll« wurde beschlossen, daß die Außenminister Italiens und Belgiens Graf Sfarza und Jaspar daran teilnehmen.

Havas fügt der Meldung hinzu, van einer Ein» ladung der Deutschen sei nicht die Rede gewesen.

Die britische Ansicht.

Lonbon, 17. Jan. Das Reutersche Büro erfährt von maßgebender Seite mit Bezug auf die bevor­stehende Konferenz, die britische Ansicht gehe baMn, daß eine Einigung in der Eniwaffnungsfrage wahrscheinlich bald gefunden werden wird, ohne daß dafür lange Er- örtcrnngcn nötig sind. Mit Bezug auf die Wiedergut­machung hält man el nicht für möglich, daß irgend etwas einer endgültigen Regelung Glcich'ommcndeS auf der Pariser Konferenz erwartet werden kann. Wahrscheinlich wird man in dieser Frage nicht über einen allgemeiüen Meinungsaustausch hinauSwmmen, Man ist in London der Ansicht, daß sich nichts End. gültige« ergeben kann, bevor weitere Nachrichten au» Deutschland vorlicgcn. In der EntschädignngGang«. legenheit sei die Frage nicht nur, was die Alliierten wollen, sondern war sie bekommen können. Griechen­land gegenüber wird Großbritannien bestimmt größte Zurückhaltung üben und eine Gelegenheit zur genaueren Beobachtung der Entwicklung wünschen, bevor el seine Haltung, die es von jeher in der türkischen Frage ein» genommen hat, ändert. Jedoch auch hier sind bie eng­lischen Bevollmächtigten zu weitester Erörterung beieit

Politische Tagesberichte.

Der Kanptausschust des IReiAStad« ge- nehmigte die Ausgaven für die technische Notbilfe mit 25 Millionen Mk. für die Beschaffung der AnSrüstungS- gegenstände und 15 Millionen Mk. für die Durchfüh­rung der technischen Nstbilse. Ferner bewilligte der Hauptausschuß zur Entwicklung der Anstalt für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche eine halbe Million Mk. Nach Bewilligung vov 36 Millionen Mk. für die Durchführung der Reichs- tag»wahl und von 5 Million Mk. 'ur Fârsarge für dcutschstänimige Anslaudrilüchtlinge genehmigte bei Hauptaurschuß da» Etat bei ReichSministerium» bei $ Zur Abstimmung in vbcrschlcsien. Au» den Kreisen »er interalliierten Kommission verlautet, daß dem Wünsche dc» oderschlesi'chen Volke» nach einer Verlängerung der im AbstimmungSrcglement festgesetzten Frist stattgegeben werden würoe, da auch die internationale Kommission sich davon nbcrzeu,t habe, daß die ursprünglich festgesetzten Fristen eine Vorbereitung zur Abstimmung und die rechtmäßig» Eintragung der Stimmberechtigten nicht gestatte.

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