Montag de« 17. Januar
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Lokales.
Hanau. 17. Januar.
Die Wissenschaft vom GeschSftsleben.
Das immer stärkere Hinübergrèifen der Wissenschaft auf das prattifche Leben ist ein Zeichen unserer Zeit, und besonders ist es die angewandte Psychologie, die auf di« verschiedensten Gebiete des alltäglichen Seins anregend und be- stuchtend wirkt. Ueber die Methoden und Ergebnisse der angewandten Psychologie handelt Dr Erich Stern in einem soeben erschienenen neuen Band der bei B- G. Teubner erscheinenden Sammlung „Aus Natur und Geisteswelt". Ein Zweig dieser Wissenschaft, der zunächst in Arnerika ausgebildet worden ist, ist die Psychologie des geschäftlichen Lebens, und zwar wurden die grundlegenden Untersuchungen in dem „Büro für geschäftlich« Forschung" des Carnegie-Instituts ausgeführt. In neuester Zeit hat man sich dann auch bei uns mehr und mehr mit den wissenschaftlichen Problemen des Geschäftslebens beschäftigt. Die Psychologie des Geschäftslebens ist selbstverständlich von den Wirtschastsverhalt- niffen abhängig, die gerade herrschen. Wir haben während des Krieges Zeiten erlebt, in denen Waren knapp waren und von denen man sagte, daß ein Kunde hundert Kaufleuten nachlief, während früher hundert Kaufleute einem Kunden «schliefen. In solchen Perioden der Warenknappheit, in denen die Konkurrenz so ziemlich âusgeschaliet wird, bedarf man natürlich keiner Mittel der Reklame und der Anlockung. Jetzt aber, da die internationale Absatzkrisis wieder auf das Vorhandensein eines Warenüberflusses hindeutet, gewinnt auch die psychologisch richtige Behandlung des Publikums von neuem mehr und mehr an Geltung, und die Wissenschaft wird daher die wertvollste Mitarbeiterin des Kaufmanns sein. Die Wissenschaft vom Geschäfts- leben beschäftigt sich z. B. mit der Ausbildung von Handlungsreisenden; sie fragt, wie man hervorragende Verkäufereigenschaften entdecken kann. welche Ausbildung für den Geschäftsreisenden die beste ist und welche Art der Entlohnung ihn am meisten onspornt. Amerikanische . Psychologen haben festgestellt, welche Kenntnisse für diesen Berufszweig die wichtigsten sind, welche Ausführungen in einer bestimmten Branche sich am meisten dazu eignen, den Kunden zum Kaufen zu bewegen usw. Auch der Reisende ist ja in gewisser Hinsicht ein Teil der Reklame und eigentlich der Nachfolge des mittelalterlichen Marktschreiers. Aber die Reklame von heute greift sehr viel weiter um sich und erstreckt sich auf alle Teile unseres Lebens, wenngleich freilich die Kunst des Lesens meistens Vorbedingung ist und die Reklamemenschen gern da aufsucht, wo sie in größeren Mengen zusammenkommen. Wichtiges hat die Psychologie z. B, für
dsrt. Eine Anzeige findet , stets Beachtung; das Große erregt größere Aufmerksamkeit als das Kleine, und zwar wirkt eine dreimal so groß« Anzeige nicht nur dreimal so stark, sondern, noch erheblich mehr. Da das sich von der Umgebung Abhebende besonders auf- fäKt, so soll man den zur Verfügung stehenden Raum nicht ganz eng bedrucken, sondern einigen Platz freilassen. Je kürzer eine Reklame ist, desto wirksamer, denn der Leser hat nicht so viel Zeit, um einen umfangreichen Text auch wirklich für die Dauer aufzunehmen.
Als den wichtigsten Teil der Geschäftswissen- schaft hat man nicht mit Unrecht die Kunden- Psychologie bezeichnet. Schon bei der Aus- »oahl der Reklamemittel muß der Kaufmann Rücfficht auf die Seele seines Kunden nehmen. Auf einer guten Psychologie der Menge beruhen auch die Ausverkäufe. Aus einer gewissen
Das Winkelbergjche Lerz.
Ro «an von Ewald Gerhard Seeliger.
7# Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Wird schon nichts rauskommen!" tröstete ihn August Knorr eck und klopfte an das Arbeits- 5 immer.
Moritz Gaffel öffnete und begrüßte ihn mit einem träftigen Händedruck.
„Gott sei Tank, daß Sie da sind!" flüstert« er. „Bleiben Sie hier, bis der Doktor wiederkommt! Ich muß endlich in die Schule. Er soll schlafen und nicht sprechen."
Auoust Knorreck nickte, stellte den Stock in die Ecke, Ying die Mütze darauf und setzte sich auf den Stuhl, vno dem aus er den Kranken im Auge behalten konnte. Ter rührte sich vorerst nicht. Plötzlich stöhnte er tief und schwer auf. August Knorreck trat ans Bett und beugte sich über ihn. „ e^t schlug Fritz von Winkelberg, der den for= sehenden Blick fühlte, die Augen auf und erkannt« st ort seinen Inspektor.
Da setzte das Wintelbergich« Herz aus. Es konnte die Blutwellen der Fröude, die es be- "rmfen, nicht gleich bewältigen. Dreimal holte her Atem vergeblich an. Dann pochte es plötzlich Elfter aber io heftig und heiß, daß der Baron kein Wort herausbringen konnte. Er faßte August ^no :ieds Hand und sah ihn an.
„Knorreck!" flüsterte er tonlos.
"Was befehlen der Herr Baron?"
Nichts! Gar nichts mehr! Jetzt ist alles gut!"
Fritz von Winkelberg schloß die müden Augen, und über seine blassen Lippen lief ein glückliches Lächeln.
In diesem Augenblicke trat ber Arzt 'ns Krankenzimmer und schob August Knorreck ohn« weiteres zur Tür hinaus. Drei Tage lang blieb Doktor Bielschowfty in Britzkawe. Dann kam er jeden Nachmittag auf eine Stunde herübergefahren. Im Dorf riet man hin und her, reimte Ich Berichi«bLn«â Luiammen. das der Wahrheit
angeborenen Trägheit heraus entschließt sich der Mensch nicht gern, irgendetwas zu unternehmen, tu kaufen. Tritt aber nun eine besonders gün- tige Gelegenheit hinzu, die er zu versäumen ürchtet, so überwindet er di« Trägheit. Des- >alb ist die Festsetzung des Ausverkaufes auf be- timmte Tage sehr anlockend, und ie kürzer di« Zeit ist, j« genauer fixiert, umso größer di« Wir- *ung. Weil die meisten Menschen eines äußeren Anstoßes bedürfen, um sich zu etwas zu entschließen, so muß man ihnen die Ware möglichst nahe vor Augen führen, wie das in den Warenhäusern geschieht. Von ber „Aufmachung", der anziehenden Art der Aufstellung und der Verpackung hängt sehr viel ab. Der gute V e r Täufer muß auch «in guter Psychologe sein: er wird bem Kunden nicht das verkaufen, was dieser will, sondern was e r will; er muß von vornherein wissen, was er dem einen Kunden anbieten darf und dem andern nicht. Wesentliche Mittel der Absatzsteigerung sind auch die Gewährung von Kredit, besonders durch die Abzah- lungsg«schLfte, die Zugaben und Rabatte, die in ärmeren Vierteln beliebt sind, während sich ein elegantes Publikum mit solchen, „Bagatellen" nicht abgibt. Eine alte amerikanische Geschäfts- reoel sagt, da^ d«r Kaufmann dafür sorgen müsse, daß sein Laden nie leer sei. Man rechnet dabei mit dem Nachahmungstrieb des Menschen, und diesen machen sich besonders unsere Straßenverkäufer zunutze. Irgendein Freund des Händlers stellt sich zuerst hin, horcht aufmerksam auf die Anpreisungen des Händlers, kauft etwas und preist die Güte und Billigkeit der War«. Dann folgen meist eine Menge anderer Käufer nach.
* Einziehung von Fernsvrechqebühren. In den nächsten Tagen wird mit der Einziehung der Fernsprechgebühren begonnen werden. Es empfiehlt sich, die fälligen Beträge bereit zu halten.
* Die Kommunallandtagswahlen im Regierungsbezirk Cassel. In Ausführung des Gesetzes vom 3. Dezember 1920 betreffend die Wahlen zu den Provinzialland tagen und zu den Kreistagen hat der Landesausschuß für den Regierungsbezirk Cassel in seiner letzten Sitzung einen Beschluß gefaßt, in bem es heißt: „Die Einwohnerzahl des Regierungsbezirks Cassel beläuft sich nach der letzten Volkszählung vom 8. Oktober 1919 auf 1 034 635. Auf die Vollzahl von je 20 000 Einwohnern entfällt ein Abgeordneter. Zum Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Cassel sind daher 51 Abgeordnete zu wählen. Zur Ermittlung des Wahlergebnisses im Regierungsbezirk Cassel werden bestellt: Provinzialwahlleiter Landesrat Stoehr, Direktor der Hessischen Brandversicherungsanstalt, zum Stellvertreter Landesrat Dr. Schellmann, beide in Cassel. Di« Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge wird derart verkürzt, daß sie bis zum 7. Februar
Regierungsbezirk Cassel Die Bezeichnung „Provinzialwahlleiter" ist lediglich deshalb beibehalten worden weil sie gesetzlich für die Provinzen vorgeschrieben ist. In Hessen-Nassau sind bekanntlich die beiden Regierungsbezirke selbständig. — Der bisherige Landtag hatte 63 Abgeordnete.
* Rad-Jo-Schwindel. In Zeitungen, Fachzeitschriften usw. preist die Rad-Jo-Versandgesell- schaft Hamburg, Rad-Fo-Posthof, Rad-Jo an als ein Segen für werdende Mütter, für glückliche, oft ganz schmerzlose Entbindung, günstige Nebenwirkung usw. Hierzu haben die Direktoren sämtlicher deutschen Universitätsfrauenkliniken gegen Rad-Jo folgendermaßen Stellung genommen: Die ungeheuerliche Reklame, die die in Aerzte- kreisen zur Genüg« bekannte Rad-Jo-Versondge- sellschaft, Hamburg, Amolposthof, ■ neuerdings wieder betreibt, legt den unterzeichneten Direk-
nahekam. und brachte es als schlimmes Gerücht in Umlauf. Und schon am vierten Tage erschien der Luschelauer Gendarm bei August Knorreck, um über die Schießerei Erkundigungen einzuziehen.
„Kommt morgen wieder!" sagte der, um Zeit zu gewinnen. „Muß selber erst mit dem Herrn Baron Rücksprache nehmen. Jetzt schläft er."
Der Wachtmeister begnügte sich damit und ritt wieder nach Lusche lau, ohne den verwundeten Müller zu besuchen. Zu dem aber ging August Knorreck und verlas ihm gründlich di« Leviten.
„Ihr kommt ins Zuchthaus!" drohte er, „wenn Ihr nicht das Maul haltet. Der Herr Baron will aus der Sache nichts machen, benn die Lust aufs Wildern wird Euch wohl vergangen fein mit dem Denkzettel. Und wenn morgen ber Wachtmeister kommen sollte: Es kann auch eine Flinte von selbst losgehen Mertt Euch das!"
Am Abend rückte Frau Shtorred mit den drei Möbelwagen an. Thomas Hauschild leitete den Transport.
Als der Gendarm am nächsten Tag« wiederkam, schickte ihn der Inspektor zu Christian Reuschel.
„Der Herr Baron ist noch viel zu schwach, um sprechen zu können. Geht zum Müller! Sagt nur, Ihr kommt vom Schloß, da wird er schon nicht lange zaudern mit ber Wahrheit." •
Der Wachtmeister stiefelte das Dorf hinunter und nahm zuerst die Müllerin ins Gebet. Die aber machte in ihrer Angst und Verwirrung derartig widerspruchsvolle Angaben, daß er nichts damit anfangen konnte.
„Laß ihn herein!" rief der Müller aus bem Nebenzimmer
Der Wachtmeister trat ein, fetzte sich an den Tisch und zog sein Nottzbuch heraus. Und Christian Reuschel erzählte ihm «’ne sehr harmlose Geschichte wie er seine Flinte in bie Ecke gestellt hätte und sie von selbst losgeqangen sei.
„Das ist gelogen!" schnauzt« ihn der Wacht- mdüer an.
toren der deutschen Universitäts-Frauenkliniken di« Verpflichtung auf, im Interesse des allgemeinen Volkswähls und im besonderen der schwangeren Frauen wie der Säuglinge zu den irreführenden Anpreisungen des Rad-Jo Stellung zu nehmen. Hauptbeteiligter des Rad-Jo- (ebenfo wie des Amol-)Geschäfts ist der Fabrikant Vollrath Wasmuth. Rad-Jo wird u. a. folgendermaßen angewiesen* „Rad-Jo verhütet Schwangerschaftsbeschwerden, Erbrechen usw." „Es kürzt dre Gcburtszeit oft bis auf Minuten ab." „Es verhütet Krampfadern." „Es befördert die Milchbildung ost so stark, daß die Milchbildung oft nicht bezwungen werden kann." „Viele Mütter berichten, daß Rad-Jo-Kinder weit gesünder, kräftiger entwickelt, hübscher und heiterer sind als ihre älteren Kinder, die ohne Rad-Jo geboren wurden." Durch den Zusatz „Geprüft und begutachtet von hervorragenden Aerzten und Professoren, u. a. mit großem Erfolg angewandt an einer deutschen Universitäts- Frauenklinik" sucht die Rad-Jo-Firma den täuschenden Anschein zr erwecken, daß di« oben angeführten und anderen Angaben von ärztlichen Autoritäten anerkannt worden seien. Die wissenschaftliche Nachprüfung des Mittels hat vielmehr ergeben, daß Rad-Jo bie ihm von Wasmuth zugeschriebenen Eigenschaften nicht besitzt. Eine Beleidigungsklage, die Wasmuth gegen einen das Rad-Jo als „glatten Schwindel" bezeichnenden Arzt angestrengt hatte, wurde auf Kosten Wasmuths red; Kräftig abgewie^n. Wegen der unwahren Behauptung, daß Prof. Kouwer Rad-Jo bei der Entbindung der Königin von Holland angewandt habe, wurde Wasmuth zu Geld- und FreiheitsstDafen verurteilt. Mit dem Namen von Aerzten hat bie Rad-Jo-Gesellschaft graben Mißbrauch getrieben. Di« Reklame für Rad-Je ist gemeinschädlich. Da Rad-Jo zu einem sehr hohen Preise vertrieben wird, werden die Käufer zu einer wirtschaftlich unnützen Ausgabe verführt, die nur dazu dient, den Rad-Jo-Fabrikan- ten zu bereichern. (Folgen 22 Unterschriften.)
* Ueber Einreise - Erleichterungen nach Jugoslawien erteilt die Geschäftsstelle Hanau der Vereinigten Handelskammern Frankfurt a.M.- Hanau Auskunft.
* Für den Geschäftsverkehr mit der Ukraine sich interessierende Jndustriefirmen wollen sich wegen Auskunft an die Geschäftsstelle Hanau der Vereinigten Handelskammern Frankfurt a. M.- Hanau wenden.
* Wichtig für Ziegenhalter. Man schreibt uns: Die Ziegenzucht ^rt in den letzten Jahren einen ungeahnten Aufschwung erfahren. Di« Ziege wird mit Recht bie Kuh des kleinen Mannes genannt. Allerdings sind unerläßliche Pflege und gute Aufzucht die Grundbedingungen zur Erlangung guter Milchziegen. Seitens dex Regierung wird jetzt der Ziegenzucht mehr Entgegenkommen
welches geeignet ist, einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung mit Milch zu versehen. Es soll nur erwähnt werden, daß die Ziegen mit unter das Viehseuchengesetz fallen, was bisher nicht der Fall war, auch können sich di« Ziegenversicherungsvereine den Viehversicherungsverbänden anschließen und mit diesen eine Rückversicherung abschließen. Dies sind zwei wichtige Probleme; denn dem Ziegenhalter wird im ersteren Falle für das eingegangene Tier der annähernde Schaden seitens der Regierung ersetzt und zweitens kann sich jeder Ziegenhalter der Versicherung anschließen, die seitens des hiesigen Ziegenzuchtvereins gegründet worden ist, ob er Mitglied des genannten Vereins ist oder nicht. Di« Preis« der Ziegen sind gegen die Vorkriegszeit ganz enorm. Früher kostete ein Tier im Höchstfalle 45 Mark, jetzt 1000—1200 Mark; diese greife werden voraussichtlich noch steigen. Dadurib. daß viele
„Wenn Jhr's besser wißt, warum fragt Ihr mich?" meinte bet Miller und drehte sich der Wand zu. „Das geht doch keinem was an, wenn ich im Bett liege!"
„Oho!" tief der Gendarm und stand auf. „Daß Ihr Euch nur nicht täuscht! Der Staatsanwalt wird Euch schon packen!"
Dann ritt er zum Dorfe hinaus, um beim Förster sein Glück zu versuchen. Da aber tarn er ganz an den Unrechten. Der wußte überhaupl nichts.
„Hat denn jemand geklagt?" fragte er neugierig.
„Das ist erst die Voruntersuchung!" erflärte ber Hüter der Ordnung. „Wo habt Nr den Baron gefunden?"
„Da drüben!" erwiderte der Förster. „Mt einem Schuß in der Brust. Das kann ich beschwören."
• „Wer hat ben Schuß abgegeben?"
„Weitz nicht. Mützt ihn schon selbst fragen, wenn er wieder gesund ist. Wird wohl ein Unfall gewesen sein. Er ist vielleicht gestolpert, und dabei ist feine Büchse losgegangen!*
„Das sieht doch ein Kind, datz bas nicht möglich ist!" fuhr der Gendarm fort „Der Staatsanwalt wird Euch schon die Zung« locker machen."
„Ich wart's ab!" erwiderte Karl Ruppert. „Bis dahin halt ich mich an ben Spruch: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter!"
Der Gendarm mußte bie Voruntersuchung einstweilen ernstesten.
Nach Sulitsch lief das Gerücht einen Tag länger. Der alte Abraham erfuhr es am Nachmittage vorher alc er in Altsorg« fein Pferdchen tränk'«. So'orl drehte er um und kam noch vor Sonnenuntergang na^ Britzkawe.
Als er über den Hof schrägt«, lief er August Knorreck in di« Hände
„W''e febt’s mit dem Baron!" tiefer atemlos.
„Be"«r!" sprach der Inspektor und bettrat. ihm den Weg zum Herrenhaus-
„Wird et sterben?"
Ziegenhalter Milch an Kranke usw. abgeben.^ | winnt die Ziege immer mehr an Bedeutung. _ | In einer am Dienstag den 18- d. M., abend« | 8 Uhr, fiattfindeniden Versammlung in der Braue r«i Dörr, Auheimerweg, wird nähere Auskunst erteilt
* Stadttheater. Heute Montag, 17. Ja«, abends 7 Uhr: Geschlossene Vorstellung. Zur Aufführung kommt das Liebesdrama „Jugend« von Max Halbe. Dienstag, 18. Jan., abendz | 7 Uhr: „Heimat", Schauspiel von Hermann Sudermann. Die Regie hat Herr Mendel übernommen. Die beiden Haupttollen „Magda" und „Oberstleutnant Schwartze" liegen in den Hän. den von Frau Anka Sandra und Herrn Direktor Poetzsch. Ihnen zur Seite stehen die Damen Alid« Dallin, Franziska Schlvarz, Thea Boss« und die Herren Heinrich Schroth, Georg U Lang, M^ Schuchardt. Mittwoch, 19. Jan.: „Jubiläum", Lustspiel von Arnold und Bach. Anfang 7 Uhr. — Wir möchten nochmals auf die Einzeichnung in die Abonnem«ntr- listen für die 2. Serie für 20 Vorstellungen ab 1. Februar aufmerksam machen. Die Einzeichnung kann im Theaterbüro in den Stunden von 10—1 und 4—7 Uhr vorgenommen werden. Dq eine starke Nachfrage besteht, empfiehlt es sich, sich rechtzeitig um die Einz«ichnung zu bemühen.
* Ihre Dienstherrschaft bestohlen hat die 25jährige Luise K. von Passau, die am 11. November ihren Dienst verliest und dabei 4 neue Herrenanzüge, Damenstiefel, Hemden, Unterhosen, Bettbezüge, einen Skunksmuff, 6 silb. Est- und 3 Teelöffel mitnahm. Sie hatte auch versucht, den Schreibttsch mit einem Bobrer zu öffnen, was ihr aber nicht gelang. Die gestohlenen Sachen, die einen Wert von 14010 Mk. hatten, konnten der Herrschaft wieder zugestellt werden. Die Strastammer verurteilte die Angeklagte gestern zu einer Eesängnisstrafe von 5 Monaten. Auf die Strafe wurden 2 Monate der Unter, luchung angerechnet.
* Wegen Urkundenfälschung stand am Samstag der Kellner August Kaiser von Oberdhulba vor der hiesigen Strafkammer. Er hatte am 10. Februar, nachdem er auf einer gefälschten Mli- tärfahrkarte von Prenzlau nach Frankfurt gefahren war, hier in Hanau unter Vorlegung falscher Mllitärpapiere einen Enâssungeanzug zu erhalten versucht, wurde dabei aber feftgenommen und befindet sich seit dieser Zeit in Untersuchungshaft. Man fand bei ihm nicht weniger als 39 Ausweispapier«, bie zum größten Teil gefälscht sein dürften. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Bettugs in Jdealkon- ft-rrenz mit ilrfim^fäT^vna zu 1 Jahr Gefängnis. 9 Monate der Untersuchungshaft wurden ans bie Strafe angerechnet.
* Einen Lehrgang in Gadelsberger Steno» graphie eröffnet morgen abend 7'/, Uhr der 6tenöaxap^^n«£re^^v<5aM«t^ in der städtischen Handelslehranstalt, Gärtnerstr. 67. Anmeldungen werden dort vor Beginn des Unterrichts entgegengenommen.
Siaditheater Hanau
Direktion: Joh. Poetsch. — Telephon 160.
Montag, 17. Januar 1921, 7 Uhr Geschlossene Vorstellung " „Qugenfc“
Liebesdrama von Max Halbe.
Dienstag, 18. Januar 1921, 7 Uhr
„Keimst"
Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.
August Knorreck schüttelte den Kopf.
„Nu, da ist alles gut!" meinte der alte Abraham befriedigt- „Und Sie sind auch wieder da! Wie ist’s mit dem künstlichen Dünger?"
„Zwei Waggons wie voriges Jahr!"
„Schön, werd's besorgen!"
Gleich darauf klapperte et wieder zum Dorst hinaus. Diesmal aber hatte er es eilig. Auf bei Chaussee ließ er sein Pferdchen sogar galoppieren Als er in Sulitsch über ben Niarktplatz lenkte hielt ihn ein Polizist an, weil die LLagen-latern« nicht brannte.
„Nu, was wollen Sie!" lachte der alte Abraham- „Es ist doch noch hell, und ich bin doch schon zu Hause."
Fritz von Winkelbergs Wunde begann sich 8« schließen Doktor Bielschowsky war mit dem Heilungsvorgang zufrieden. Nur die Schnelligkeit ließ zu wünschen übrig. Komplikationen blieben aus, jedoch das Herz wollte sich nicht zu seinem alten Zustand zurückfinden. Der Baron war ein sehr geduldiger Kranker. Für die nötige Ruhe sorgte August Knorreck, der auf bem Gute die alte straffe Zucht wieder eingefiihrt hatte, die Pflege leitete Frau Knorreck mit Umsicht und Sicherheit und für die Unterhaltung sorgten Cäcilie und Moritz Gassel, die abwechselnd vorlasen. Cäcilie zog die Märchenbücher vor, Moritz Gaffel war weniger wählerisch, nahm Bücher aus allen Wissensgebieten, nur die Pädagogik ließ er aus.
Unterdessen begann die Rübenernte. Schwerbepackte Wagen schwankten und knarrten über die Felder, ratterten durch das Dorf, die Strafe nach Zdurotschin zu Doch der gerade Weg war für diese Fuhren nicht brauchbar, weil die Drücken zu schwach waren. Sie mußten ben Umweg über Podraschke mach«n, der zum größten Teile haussiert war Nur das Lehmstück im Walde war noch nicht geregelt. Und hier blieb auch aadt einem tüchtigen Regentage ein Wagen stecken. Er mußte entladen werden, um aus d«m Loche herausMkommen- (Fortsetzung folgt.)