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Nr. S

Dienstag den 11. Januar

Stift s

Hk. WärmewIrtfchaftlicher Kursus zu Frank­furt a. M. vom 25. Bi» 29. Januar. In der Zeit vom 25. bis 29. Januar ds. Js. veran­staltet die Preuß. Hess. biofflen-Wirtschaftsstelle Frankfurt a. M., OBermainffr. 51, Fernsprecher Hansa 9284 und 9285, im Hörsaale der Poly­technischen Gesellschaft, Neue Mainzerftraße 47, einen wärmewirtfchaftlichen Kursus. Es finden an jedem Tage vormittags, beginnend um 9 Uhr, 2 Vorträge über Fragen der Wärmewirt­schaft statt, an welche sich eine Diskussion ans schließen soll. Für den Nachmittag sind Besich­tigungen vorgesehen. Der Kursus soll unter möglichster Ausschaltung alles Theoretischen alle diejenigen Fragen erörtern, welche die wirt­schaftlichste Ausnützung -unserer Brennstoffe, ins­besondere der minderwertigen Brennstoffe, be­treffen. Dementsprechend werden für den Besuch des Kursus keinerlei hohe Anforderungen an eine hohe theoretische Vorbildung gestellt, son- dem die Vorträge sind sämtlich so gestaltet, daß sie jedem Betriebsfachmann verständlich find, weshalb sich der Kursus, auch besonders zum Besuche durch untere und mittlere Betriebs­beamte eignet. Programme, welche Über alle Fragen der Tagung genaue Auskunft geben, sind kostenlos bei der Kohlenwirtfchastsstelle erhältlich. Dieselbe nimmt auch jetzt bereits verbindliche Anmeldungen zur Teilnahme an dem Kursus entgegen. Bei dem zu erwartenden starken Andrang empfiehlt es sich, sich recht bald zur Teilnahme vormerken zu lassen. Die Teilnehmergebühr für den ganzen Kursus ist auf 75. Mk., diejenige für die Veranstaltungen eines einzelnen Tages auf 30. Mk. festgesetzt. Alles weitere ergibt sich aus den bei der Kohlen- wirtschaftsstelle Frankfurt a. M. erhältlichen Programmen und Einladungsschreiben.

Festgenommen wurde ein steckbrieflich ver­folgtes Pärchen, das sich in einer hiesigen Wirt­schaft einquartiert hatte.

n. Wieder teure Schweine. Allem Anschein nach werden die Schweine in diesem Jahre ge­rade wieder so teuer wie im vergangenen Jahre. Der letzte SG'weinemarkt in Mellrichstadt (Rhön) war mit 40 Körben Saug- und Läuferschweine bestellt. Bei Anwesenheit vieler Käufer gingen die Preise gegenüber den Vormärkten in die Höhe, sodaß für Saugschweine pro Paar 300 bis 500 und 800 Mark, für Läufer pro Stück 500 Bis 700 und 1100 Mark bezahlt wurden.

* Vortrag. Der nächste Sent ng bei Jffniten- paterl Otto Richter findet erst nm nächsten Dienstag »en 18. Januar statt über das Tbema: »Ist es Tat­sache, daß die großen Naturforscher der Neuzeit dem VotteSglauben feindlich geaenüberstebcn, also Atheisten find?"

Mus Nah und F^rn.

g. Somborn, 11. Jan. Am Abend des 3- Juli, nach Verlassen der Wirtschaft, gerieten jung« Burschen aneinander. Der Landwirtssohn Otto Nieden'thal warf einen vorüberfahrenden Bur­schen vom Fahrrade, der dieses Vorgehen mit ein paar Ohrfeigen quittierte, sodaß N. hin­stürzte. Er war aber bald wieder auf den Bei­nen und ftach'nnit einem Dolch nach dem Bur­schen, dessen Anzug arg beschädigt wurde. Das Schöffengericht Meerholz hatte den N. zu zwei Wochen. Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Vor der Strafkammer in Hanau be­hauptete N. gestern, von den Schlägen des Bm- schen bewußtlos gewesen zu sein und von den weiteren Vorgängen nichts zu wissen. Das Ge­richt hob das erstinstanzliche Urteil auf und «r- lannte wec-«n Bedrohung und Sachbeschädigung ruf 500 Mar! Geldstrafe.

Lverhone, 9. Fan. Ein bedauerlicher Un- glücksfaff, dem ein junges blühendes Menschen­leben zum Opfer gefallen ist, hat sich in einer hiesigen Fabrik ereignet- Beim Auflegen eines Treibriemens wurde der Arbeiter W. R. von dem Ehernen erfaßt und herumgeschleudert. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb.

I g. Fulda, 11. Jan. Der Jnsbaffatenr Wilh. Scyolmeyer aus Mainz war im Jahre 1319, da­mals noch keine 18 Jahre alt, ohne Wissen seiner Eltern Bei der Reichswehr hier eingetreten. Im De-ember bekam er Heimweh und entfernte sich heimlich von dem Truppenteil unter Mitnahme der militärischen Bekleidungsstücke. Wegen Untdr- schlagung war er zu 1 Woche Gefängnis verur­teilt worden. Die Strafkammer Hanau hob da« Urteil auf und sprach den Angeklagten frei, da <3 dessen Angaben, daß er die Sachen nicht be­halten wollte, als nicht widerlegt ansah.

mc. Frankfurt st. M., 10. Jan. Vor der Straf- iammer staub heute eine große Bande Eisenbavn-

bebienftele, die in Gütcrrügen auf der Strecke nach Worm« ungeheuer gestohlen hatten Der Zugführer Holzhäuser als der Anstifter erhielt 2 Jahre Gefängnis, der Zugführer Adam Dahn IV« Jabre, ebenso der .fSitfSfchaffner Valentin Hoernecke. D^e Schlosser Sebastian Salier und Wilhelm Harb kamen mit je 9 Monaten Gefängnis davon. Außerdem wurde auf die entsprechenden Ehrenstrafen erkannt. Wie der Vor- stdende in der Urteilsbegründnn« mitteilte, wird jetzt gegen Eisenbahndiebe mit den härtesten Strafen v»r- geganaen. 1

Oberursel, 10. Jan. Die am «. Januar von der Deutschnationalen Volkspartei veranstaltete grohe Bauernversammlung hatte einen vollen und ganzen Erfolg. In glänzenden, fesselnden Ausführungen be­richtete der Hauptredner bei Tages, der Reichtagsab- aeordnete Bürgermeister Lind, Niederissigheim, über seine Tätigkeit im Reichstage und den verschiedenen Ausschüssen. Reicher Beifall wurde ihm zuteil. Er lprachen ferner die Landwirte Hieronymi-Weißkirchen, Volz-Seulberg, Christian-Unterliederbach als Kandidat für die Dreußenwahl.m, von Gofen-Franksurt, Bgucrn- schnstssekretär Dobler-Frankfurt, Lehrer Martell-Frank­furt, dieser ebenfalls als Kandidat für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus In seinem Schlußwort er­mahnte der gefeierte Hauptredner de Versammelten nur Einigkeit in Stadt und Land und mit einem vom Bo-sitzenden vorgeschlagenen Hoch auf das deutsche Vaterland schloß die überaus zahlreich besuchte Der- fammluug.

Höchst, 10. Jan. E'N? Meldung ans Koblenz wußte von einer Amtsenthebung des Soubrette? bei KreiseS Höchst, Bimmermann, durch die Rheinla-d»- komutitsion zu berichten. Diese Nachricht ist nach Mit­teilungen von zuständiger Stelle»durchaus unzutreffend und es liegt auch kein Verfahren seitens der Rhein- lanblfommiffion vor. Zutreffender dürfte wohl eine Mitteilung des Organ? der amerikanischen B-fatznnn»- trupvenAmeroc New?" sein, das von einer Amts­enthebung des »KreiSdepntierten Wolff ans Höchst* sprach.

Maubach (Kreis Fnlda), 16. Jan. Mitte November v. I. ließ ein Postgehilfe im Nrbeiterznge auf der Fahrt nach Fulda einen balbsertiggestellten Mantel liegen, den er zum Anvrobieren an ein Fuldaer Schneider- gcicbätt abgeben sollte. Die Nachforschungen der Bahn­behörde waren erfolglos. Jetzt fand sich auf dem Hofe bc8 Bahnpostamkes, wo der Postgehilfe in Diensten steht, ein Paket mit der Aufschrift:Der Mantel, der Mitte November morgens im Zuge von einem Po^- gebilfen liegen gelassen wurde I* Vexierbild: Wo steckt der Dieb?

Ma nz, 10. Jan. Die Ovelwerke sind gestern in vollem Umfange wieder eröffnet worden. Die Forde- rung einer Wirtscha-tSbeihilfe oder bergt würbe zurück­gezogen und die Arbeiter übernehmen die volle Ga­ranlie für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in dem Betrieb und die Einhaltung der Tarife. Eine Zahlung für die Streiktage findet nicht statt.

Mainz, 10. Jan. Wie vor einigen Tagen be­richtet, wurde in einem Sack die unbekleidete Leiche eines Mannes gefunden. Es war ein feit einiger Zeit vermißter Monteur Dörrzapf und als mutmaßliche Mörder wurden die Ehefrau Dörrzapf und deren Licb- haber, der Arbeiter Wenzelin Roth, verhaftet, die den Mord ciugestan-cn haben. Dörrzapf wurde vorsätzlich von seiner Frau und dem Noth ermordet und die Leiche dann in einen Neubau geschafft, wo sie unter einem teilweise schon betonierten Fußboden verborgen wurde. Dort wurde* sie entdeckt. Die Tat wurde von Rotb im Einverständnis unter Beihilfe der Ehefrau Dörrzapf ansgeführt.

14.Jan.: Wagner-Abend Otto Fänger, Emma Holl.

21. Jan.: Wagner-Abend Magda Spiegel, Rob. vom Scheidt

16. Febr.: Lustiger Abend Rich. v. Schenk, Else Grünberg.

1.März: Kammermusik-Abend

Spielplan und Eintrittskarten zu haben bei: Fr. Koenigs Hofbuchhandlung.

Aus aller Welt.

Die Liebestragödie eines Primaners. Eine Liebestragödis, der ein 18 Jahre alter Oberpri­maner und die beiden unmündigen Töchter seiner um 20 Jahre älteren Geliebten zum Opfer ge­fallen sind, erregt in Hannover großes Aufsehen. Dort bewohnt in der Karolinenstraße 7 seit einem Jahrzehnt der Justizrat Wilhelm Noelle die Wohnung im zweiten Stock mit seiner Ehe­frau, zwei erwachsenen Töchtern und seinem Sohn, dem Gymnasiasten Hans. Vor einem Jahr stellte der Justizrat zwei seiner Zimmer dem Wohnungsamt freiwillig zur kostenfreien Vermie­tung an mittellose Flüchtlinge für die nächsten i 6 Jahre zur Verfügung. Die Wohnungsbehörde I brachte eine aus Brasilien nach Deutschland ge-

kommene Frau, bie 38 Jahre alte Anna Zerwig mit ihren beiden Töchtern von 7 und 5 Fahren in den Zimmern unter. Am Freitag morgen fand man das Zimmer des Oberprimaners leer vor. Als man zufällig die Schlafstube der Brasilianerin betrat, bot sich die furchtbar« Erklärung. Auf dem Boden lagen mit todlicken Schußwunden die bei­den Kinder. Auf dem Bett, mit dem Gesicht auf dem Kissen, fand man Frau Zerwig bewußtlos. Vor ihr lag der Oberprimaner tot, mit einem Revolver in der Hand; er hatte sich mit Hilfe eines Sviegels in den Hals geschossen. Auf dem Nachttisch wurde eine große Tüte mit amerikani­schem Chankali-Konfekt entdeckt, von dem ein Teil verzehrt war. Ein Arzt sorgte für die Neberfüh- runa der Frau in das städtische Krankenhaus. Di« volizeilichen Ermittelungen ergaben, daß die 38iäßrige Frau Zerwig seit Weihnachten mit dem 18jâhrigen Primcmer ein Liebesverhältnis einge­gangen war und den unerfahrenen Menschen völlig in ihren Bann gezogen hatte. Im Hause batte man von diesen Reaießunaen keine Ahnuna. Man neigt W der Ansicht, daß die normale und Wterifefce ^an in der Todesnacht in einem An- soff geistige- Umnadituna ihre Macht über den -Jüngling tmu benutzt hat ihn au bewegen, daß er gemeinsam mtt ihr und ihren Kindern aus dem Leben sche-de. Als das ©ist na(h zwei Stunden n!-bt *ene Wftkuno tab griff her 53-fwvmet wohr- flbe'nbjcb n«r Waffe, tötete erst die Kinder, dann sich selbst fVfstii Berlin hat dann aber anscheinend angefWa her hret Leichen den Mut verloren, sich "> erschießen. Frau Zerwia bleibe ol-q Boliaei- gefangene m Krankenbans: ihr Zustand ist ernst.

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Literarisches.

Die Derksthrerin. Roman von G«ara N. b. fUeM-nh. L. Staackmann Verlaa Leivzia 1920. G7H, 18 Mk., geb 25 Mk. Ein historischer Roman, der in her gcwaltiaen Zeit her Sieformation spielt, aber nicht den gewaltigen Ideengehalt ber großen geistigen und religiösen Umwälumo, der leider im Roman« zu tun kommt, zum Gegenstände bat. Viel­mehr den Zug des kaiserlichen Heeres über die Alpen, feine Kâmpke und Schwi«rsgk-iten in Oberitalim. de« tragischen Abgang Fnmdberg's, bie Uebernahme bei Oberbefehls durch den unglücklichen Konnetable von Bo rbon, dir Erstürmung Roms im Mai 1527, die schreckliche Plünderung bei ewigen Stadt, bie Pest, bie unter dem Rest der Bewohner und dem Besatzungrheer unzählige Ovser forderte, bie Crobernna der Engels- burg und die Gesangenbaltnna des VabsteS, schließlich den Abzug de? Kerne? des faiferl. Heeres aus dem Pestberd, wobei wir allerdwg? das Schicksal der Söldner ans dein Auge verlieren. Aber der Ausgang dervier Getreuen* maa als Teil fürs Ganze stehen nur einem gelingt er von ihnen, die teure Heimat zu er­reichen und so führt uns die Erzâdbmg wieder znm Ausgangspunkt zurück. Jurgen Schwarz, ber Platt- neroefefl, den, wie soviele Deutsche die Wanderlust er« rtreut und der vermeint, in der Fremde das Glück zu finden, wird von feinem Wahn geheilt und siebt ein, daß die Heimat her wahre Nährboden für ihre Söhne ist. Aber Rom, Italien ist die große »Verführerin*, die die Nordmänner anzog, von den Cimbern und Teutonen an bis in die Neuzeit unb sie, wie die Flam­men den Falter versengt« und dahin raffte. Der Ro­man bietet einen hochinteressantem Ausschnitt aus der deutsche« Geschichte, umschifft sicher bie Klippen, einer trockenen Auszählung von Taten, die vielmehr in Hftndlnnge» und Gesprächen zum Ausdruck kommen. Wenn dies a!s Vorzug gebucht werden kann, so muß andrerseits doch betont werden, daß unbeschadet der Flüssigkeit der Darstellung die Ursache dieses Zuges nach Rom die politischen Verhältnisse deutlicher gezeich­net werden könnten. Der Verf. entwirft uns ein gegenständliche? Bild des Landsknechtsleben» bei sech­zehnten Jahrhunderts mit all seiner Freiheit, Freude und Lust, aber aüch der Roheit, Kümmerlichkeit, Enge unb Gebundenheit des mittelalterlichen Menschen, die typisch für das ganze Zeitalter ist, in dem Luther noch an einen persönlichen Teufel glaubt, wo der Hexen- wabn in ein förmliche» theologisch-juristisches System gebracht wurde, und man glaubte, daß Personen, be­sonders Frauen, mit dem Teufel in Verbindung treten könnten. Diese kulturgeschichtlichen Verhältnisse sind mit starker Bildhafte leit dargestellt, unb die Illusion wird zuweilen dabei so stark, daß mir bie Wirklichkeit vergessen können. Die Anlage -bei Werkes ist klar und folgerichtig, alles ist um den organischen Mittel­punkt gruppiert, die Eharaktcre. besonders die der Hexe und der Jovanna, find gut gezeichnet, bie Darstellung von epischer Anschauliclffeit unb Klarheit. Alles in allem ein Werk, durch das der Verfasser feine Fähig­keit, den historischen Stomau zu meistern bartut.

Politische Nachrichten.

Die ersten amerikanischen Milchkühe in Aussicht. Nach einer Blättermeldung aus Bremen ist am 8. Januar der amerikanische DampferWest-Arrow" von Galveston abge­gangen und wird im Laufe dieses Monats mit 742 amerikanischen Milchkühen in Bremen ein- treffen. (Der Abgang dieses Milchkühetrans-

Portes ist uns nun schon des öfteren aemelbd worden; hoffentlich kommt auch der Tag, an dem wir die Ankunft melden können. D. Red.)

Znm Wiederaufbau Frankreichs. Der Voss. Zeitg." zufolge sind in Berlin Vorschläge der französischen Regierung eingetroffen, in denen zum ersten Male von einer attiven Beteiligung Deutscher am Wiederaufbau Frankreichs ble Rede ist.

Die Rheinlandsfrage. Auf dem rheinischen Zentrumsparteitag, der gestern in Köln eröffnet wurde, wurde vor allem die Rheinlandsfrag« erörtert. Professor Lauscher-Bonn und der Vor­sitzende der rheinifchen Zentrumspartei Trimborn hoben hervor, daß die Lösung der Rheinlands, frage sich nur im Rahmen de» allgemeinen deutschen Problems vollziehen dürfe und daß der Reichsgedanke allein bei allen Aktionen maßgebend sein müsse.

Die polnische ErnShrungskrise. Nach einer Akeldung desBerl. Tagebl." aus Warschau über die dortige Emährungskrif« herrscht in der Stadt völliger Brotmangel. Statt der benötigten 600 Waggons Mehl hat Warschau nach Auskunft des Versorgungsamtes nur 60 erhalten. Infolgedessen hat in dieser Woche nur der siebente Teil der Bäckereien mit Mehl beliefert werden können. Der Zusammen­bruch der städtischen Verpflegung wird auf die mangelnde Organisation und die gesunkenen Leistungen des Transportwesens zurückgeführt.

Deutsch-tschechische Verhandlungen. Aus Prag wird gemeldet: Staatssekretär Schusser reist in den nächsten Tagen nach Berlin, um Mißver­ständnisse, die sich bei dem Ein- und Ausfuhrver- trag mit Deutschland ergeben haben, zu beseitigen. D«r in Belgrad weilende deutsche Mnisterial- direktor v. StoShammer wird nach Prag kommen, um wegen der bereits gemeldeten berliner Be­sprechungen mit tschechischen Regierungsvertretern Rücksprache zu nehmen- In der Hauptsache han­delt es sich um den Kohlenvertrag, her Ende Januar abläuft.

Zu den französischen Senatswahlen. Marcel Hutin schreibt imEcho de Paris* angeblich auf Grund von Informationen aus Regierungskreisen über die Folgerungen aus dem Ausfall der Se­natswahlen: Wenn es zutrtfft, daß L e y g u e r in einem gegebenen Augenblick an eine Umbil­dung d«s Kabinetts denken konnte, so ist er ange­sichts des Ausfalls der Senatswahlen, die Marfal in den Senat bringen und drei andere Mitglieder der Regierung wiederum hereinbringen, wie er erst vor enigen Tagen erklärte, der Ansicht, daß kein Anlaß zurUmbildung des Ka­bln «t ts borliegt mit Ausnahme hinsichtlich des AckerbauminMers Ricard. Die Wahlen im ganzen änderten die gegenwärtige politische ^Si­tuation nicht Die Regierung schöpfe auch welier- Htn ihre Kraft und ihre Mehrheit aus-dem linken Sentrum. Unter diesen Umständen könn« als sicher angenommen w-erden, daß in dem am Diens­tag unter dem Vorsitz Millerands stattfindenden Ministerrat das Kabinett der Ansicht Ausdruck geben werde, daß seine Kraft durch die gestrigen Wahlen gewachsen sei. Auf eine Frage über die nächsten Interpellationen sei Hutin geantwortet worden, der Präsident müsse über die Entwaff­nung Deutschlands interpelliert werden. Diese Interpellation und alle anderen, auf die auswär­tige Politik des Kabinetts bezüglichen Informa­tionen würden' zusammen besprochen, aber, bis nach der Zusanrmenkunst der Regierungschefs io Paris am 19. Januar verschoben werden. Zu- fammenfaffenb sagt Hutin: Die 'Regierung fühlt sich durch die Senatswahlen ac'"'tigt und nach dem, was ich vernommen habe, wird einzig Ricart nicht in dem Kabinett verbleiten, sondern' durch einen anderen Deputierten ersetzt werden. <-;

Iswolski» Schuld an der Grmordnn« von Janrès. Im »Vie Onvrierc* wird ein Artikel veröffentlitit, wonach der Mörder von Janrè° öo > Iswolski angeftiftet worden war, weil dieser als Trink­geld für die Annektion Bosniens durch Oesterreich 40 Millionen ut erhalten gehofft batte, sie aber eicht erhielt. Janrss wollte in der »Hrwanitö* am T - «' vor feiner Ermordung diese Tatsache vcröffentli hen Er würbe aber von dem während des Krieges gefallenen Deputierten Ferry daraus aufmerksam gemacht, wenn er dieses wage, dann würde er an der nächsten Straßenecke getötet'werden. Zweifellos habe Iswolski, um sich seines Ankläger» zu entledigen, den Mord an. gestiftet. ,

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