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General-Anzeiger

Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Ri chard Hu l ti ch:für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und

Amtliches Organ für Sladl- « Landkreis Kanau Reklamen August Brodt. alle in Hanau am Main. 7 Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

FernfprechanschlüNe Nr. 1237 und 1238.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage

Nr. 7 Montag den 19. Januar 1921

Das Neueste.

Die gestrige Stuvtverordnetenwahl in Hanau erbrachte, eine bürgerliche Mehrheit.

In einer Versammlung des deutschen Kewerkschastsbundes, Bezirk Rheinland-West­falen, wurden Leitsätze angenommen, die sich gegen eine Vollsozialisierung des Kohlenberg­baues aussprechen.

Die Eisenbahnerdemonstration im Berliner Lustgarten ist ruhig verlaufen.

Italien verzichtet auf das ihm nach dem Vertrag non Versailles zustehende Recht der Beschlagnahme deutschen Eigentums, soweit dessen nach der heutigen Marktlage zu messender Wert die Summe von 50000 Lire nicht übersteigt.

, Die österreichische Regierung hat beschlossen, auf ihrem Posten auszuharren.

In Parts findet eine Konferenz von Russen statt, die den Zweck hat, die Mittel zur Bekämpfung des Bolschewismus festzulegen.

Der Drosse!grèss.

Die öffentliche Meinung hat seiner Zeit die Bedeutung des Kohlenabkommens von Spa nicht tief genug erfaßt. Kohlenwirtschaftliche Fragen sind ja leider das, was uns wenig Interesse er­regt, obschon gerade sie im Kern die Gegenwart und Zukunft unserer Wirtschaft enthalten. Heute, wo sich der Verband zu einem neuen Drosselgriff anschickt, wo er versucht, seine Kohlenförderungen noch höher zu schrauben, sehen wir wieder einmal blitzartig, was für uns auf dem Spiele sieht. Noch . ist die Entscheidung über Oberschlesin nicht' ge­fallen, noch wissen wir nicht einmal, ob die ober­schlesische Kohle nach dem 1. April überhaupt noch für das deutsch« Wirtschaftsgebiet in Betracht kommt. Den Veröffentlichungen des statistischen Michsamts ist zwar zu entnehmen, daß unsere Förderung etwas gestiegen ist. Allein wir haben keine Ursache, daraufhin zufrieden und guter Dinge zu sein. Das kohlenwirtschaftliche Problem ist für uns viel ernster als jemals zuvor. Zunächst zeigen die statistischen Veröffentlichungen, daß die Spannweite zur Friedensförderung noch immer sehr groß ist. Wenn die Gesamtförderung an Steinkohlen im Jahre 1920 rund 130 Millio­nen Tonnen betragen wird, so bleibt sie hinter tEvon 1913 noch immer um 60 bis 70 Millionen Tonnen zurück. Allein die Spannweite verringert sich noch durch die Kohlenauflage des Verbandes um rund 25 Millionen Tonnen, so daß der Ge- samiausfall nahezu 90100 Tonnen erreicht.

Das ist aber noch nicht alles; das statistische Reichsamt teilt wohl di« Förderungsziffern mit, jedoch sagt es nicht darüber, in welchem Zustand sich der Kohlenbergbau heute befindet. Es sagt nichts darüber, daß der Raubbau weiterbetrieben, daß aus den noch leistungsfähigen Schächten alles herausgeholt wird, bis auch sie eines Tages er­schöpft sind. Das Kohlenproblem ist eben nicht nur ein Arbeiterproblem. Es kommt vielmehr da­rauf an, daß her Bergbau technisch vorzüglich organisiert ist, daß Maschinen unb Schachtanlagen von höchster Leistungsfähigkeit sind. Das ist nir­gend mehr wo der Fall, weil die Erneuerungs­kosten heute Milliarde» Summen erfordern, die, der Bergbau nicht anlegen kann, weil das , Da­moklesschwert des Sozialismus über ihn hängt. Noch "foeniger als der Bergbauunternehmer ist das verschuldete Reich in der Lage, dies« Milliar­den aufzubringen, es sei denn, daß es den dazu notwendigen Kredit sich durch Verpfändung des gesamten Bergwerkseigentums an das interna- : tionale Finanzkapital verschafft. Auf der einen Seite: das kohlenwirtschaftliche Problem ist das Problem für Deutschland schlechthin. Auf der andern Seite: für die Kohlenwirtschaft selbst ist rr eine Lebensfrage, unverzüglich an die Erneue­rung zu gehen, also die Bauten über und unter Tage zu verbessern und zu ergänzen, sowie neue Schächte abzuteufen. Sonst ist es unmöglich, die Kohlenförderung nachhaltig zu steigern. Was jetzt Geleistet wird, ist Raubbau, der den Zusammen­bruch geradezu erzwingt-

Die neue Kohlenförderung des Verbandes ^M nun, daß unsere Kohlenwirtschaft noch von anderen Gefahren bedroht ist, als nur der der Dozialisierung. Wir können die neue Forderung aicht erfüllen, weil wir dann weiter Raubbau treiben müßten. Merken nun die Vertstdioer der Halb- oder Vollfozialisierung nicht, daß. sie dem èrband einfach in die Hände arbeiten? Nach der ^ziÄisierung wird der Verband die Koblenfor- °^ung erhöhen, sowie einen Anteil am Brufto- ^rag verlangen. Weigern wir uns, so ist die Be- '^ung des Ruhrgebiets unb die Militarisierung i "«samten bergbaulichen Betriebes durch den - Arband nicht mehr abzuw'mden. Wer Gelegen- M hat die französische Preise ru verfolgen, weiß, [ ^ aufmerksam jenseits der Vogesen «die Vorgänge

* der deutschen Kohlenwirtschaft beobachtet wer­

den. Frankreich hat die Hoffnung auf das Ruhr­gebiet nicht <rufgegeb«n. Es wird es auch niemals tun, da seine eigene industrielle Entwicklung von der genügenden Kohlengrundlage abhängig ist.

Gegen die Vollsozialisierung.

Duisburg, 9. Jan. Heute vormittag fand hier eine von mehreren hundert Vertrauensleuten aus d«m rheinisch-westfälischen Industriegebiet be­suchte Versammlung des Deutschen Gewerkschasts- bundes statt, die sich mit der Frage der Sozia­lisierung des Kohlenbergbaues be­schäftigte. Der Vorsitzende des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter,. Reichstagsabgeordneter I mb u sch, sprach sich gegen eineVer- st a a t l i ch u n g des Kohlenbergbaues, wie sie mit dem WortVollsozialisierung" gemeint sei, aus. Die ganze Wirtschaft müsse vielmehr in mög­lichst vollkommener Weise der Volksgesamtheit dienstbar gemacht werden. Folgende Leit­punkte wurden als im gegenwärtigen Zeit­punkt erreichbar aufgestellt:

Diè im Boden vorhandenen Schätz« an Kohlen werden in den Besitz bei Volksgemeinschaft über­geführt. Die Ausbeutung wird den bisherigen Be­sitzern «veiter überlassen, von denen eine dem Wert der Lagerstätten angepaßte Abgab« erhoben wird. Die im Bergbau beschäftigten Personen sind an der Produktion zu interessieren. Unbe­rechtigt hohe Gewinne im Bergbau müssen der Volksgesamtheft dienstbar gemacht werden, Schaf­fung einer befriedigenden Stellung für die im Bergbau beschäftigten Arbeiter und Angestellten. Das Betriebsrätegesetz muß sinngemäß durchge­führt und eventuell verbessert werden. Hinzukommt noch eine Aenderung des Aktienrechtes, insbefon- dere die Einführung von Kleinaktien.

VerbandZvorlitzcnder W i « b « r - Duisburo 'treff auf der Thyssenhütte in Hamborn, der zur Schlie­ßung dieser Hütte geführt hat und wandte , sich gegen die Bestrebungen, den Streik auf weitere Betriebe im rheinisch-westfälischen Industriegebiet auszudehnen. Dadurch würde nur Not und Glend in tausende von Arbeiterfamilien hineingetragen und den links radikalen Hetzern Vorschub geleistet. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurden die verschiedenen Leitsätze Fmbuschs an­genommen.

Die Derleiluna der deutschen Binnenschiffe.

Paris 8. Jan. DerAssociated Preß" wird gemeldet, daß der gemäß dem Friedensvertrag von Versailles zur Verteilung der Binnenschiffe In den verschiedenen internationalen Gewässern betraute Schiedsrichter Walker D. Rynes seinen ersten Spruch gefällt hat, durch den etwa 253 000 Tonnen Schiffsraum in Kähnen und ferner Schleppschiffe, mit einer Leistungsfähigkeit von insgesamt 24000 Pferdekräften Frankreich zuge­wiesen werden, was ungefähr 13'/, Prozent der gesamten Tonnage der deutschen Rheinflotte bedeutet. Da die Rheinflotille bei weitem be­deutender ist als alle anderen Flotillen aus den anderen Flüssen, so trifft die Entscheidung des Schiedsrichters einen Schiffsraum von ganz außerordentlicher Bedeutung. Die Verteilung der deutschen Rheinschiffahrtsflotillr zwischen Frankreich und Deutschland bildet keinen Be­standteil der Bestimmungen des Friedensver­trages über die Wiedergutmachung und darf nicht mit dem Teil der Flußschiffahrtsflotille verwechselt werden, die an die Alliiertest als Ersatz für den während des Krieges verlorenen Flußschiffsraum geliefert werden muß. Rynes bestimmt genau die Gattungen von Schiffen, die abgeliefert werden müssen, und wird am 10. Februar die einzelnen Schiffe bezeichnen. Außerdem fordert Rynes noch, daß Deutschland an Frankreich ein Aufsichtsrecht über die Aktien gewisser Rheinschiffahrtsgesellschaften abtritt..

. Jur Eniwaffnungssrage.

Paris, 10. Jan. Der englische Generalmajor Maurice, der sich gegenwärtig in Deutschland auf­hält, um -bie Entwaffnungsfrage zu studieren, schreibt in denDaily News": Es sei kaum zwei­felhaft, daß die deutsch« Regierung sich ehrlich bemühe, die Entwaffnung durchzusühren. Frank­reich sei zum guten Teile im Recht, wenn es bie Auflösung der Einwohnerwehren verlange. Die einzige Differenz zwischen der französischen und der englischen Ausfassung liege in der Wahl der zweckmäßigsten Mittel. Die Franzosen hätten I lange Zeit gewünscht, das Ruhrgebiet zu besetzen, wo die Sympathien durchweg nach links gingen. Dies würde eine Sirasmaßnahme gegen die Re­gierung und die.Links;xirt«ien sein. Das richtige Verfahren sei. bie Stellung der gegenwärtigen deutschen Regierung zu stärken. Wenn das deutsch« Volk überzeugt werben könne, daß die Wieder­

herstellung der Industrie und die Bekämpfung der Teuerung von der ganzen Erfüllung der militä­rischen Bestimmungen des Versailler Vertrages abhänge, so werde es die Mittel finben, bie ge­eignet seien, diese Bestimmungen dtrrchzuführen. Wenn andererseits die Engländer und Franzosen durch ihr Vorgehen die Lebensbedingungen in Deutschland erschwerten, so würden sie direkt bie Karten der Reaktion spielen.

Leygues über die Beziehungen zu England.

Ministerpräsident Leygues gewährte einem VertreterderSunday Times" eine Unterredung, in der er nach einem Bericht desTimes- Korrespondenten aus London u. a. sagte: Das englische und das französische Volk erwarten mit Ungeduld die Entscheidung der Alliierten in der Orientsrage. Aber die Aufmerksamkeit der beiden Länder würde auf die wichtigste Frage, auf die Frage der Entwaffnung Deutsch­lands und die Ausführung der Bestimmungen des Friedensvertrages gelenkt. Der Minister­präsident sprach dann von den guten Beziehungen zwischen England und Frankreich. Es sei not­wendig, Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden nnd die auseinandergehenden Ansichten auf ein Minimum zu beschränken. Die beiden Länder hätten sich soeben wieder über die wichtigsten Punkte und über die allgemeinen Linien ihrer Politik geeinigt, weil jeder von beiden Staaten sein sehr lebhaftes Gefühl für Realitäten bei der Prüfung der Probleme gezeitigt habe. Schließlich bemerkte Leygues, Lloyd George sei der einzige Ministerpräsident, der an der Aus­arbeitung des Friedens beteiligt gewesen sei, der sich noch im Amte befinde. Deshalb habe er eine starke Stellung. Er habe gezeigt, daß er die Interessen Großbrittanniens mit der Lösung bet Probleme, die Frankreich und anderen Einrlang zu bringen suche. Das Einvernehmen zwischen den beiden Vollern und den Alliierten sei unerläßlich für ihre Sicherheit und ihre Ent­wickelung, aber auch für das Werk des Wieder­aufbaues, das die Grundlagen des europäischen Friedens bilde.

Eine Entwaffnungs-Konferenz. Wie der Chicago Tribune" aus Washington gemeldet wird, beabsichtigt Präsident Harding, bald nach Uebernahme seines Amtes am 4. März eine inter­nationale Konferenz zur Beratung der Entwaff­nungsfrage nach Washington einzuberufen. Zu dieser Konferenz würden alle Mächte eingeladen werden.

Politische Tagesberichte.

Eine Aeußerung des deutschen Botschafters in London. Der deutsche Botschafter in London hat sich gegenüber einem Vertreter des Reuter- schen Büros gegen die Meldungen ausgesprochen, die von Vorbereitungen Deutschlands für einen neuen Krieg sprechen. Eine Volksabstimmung im Jahre 1914 hätte zweifellos eine große Mehrheit gegen den Krieg ergeben. Auch heute denke Deutschland nicht daran, weder jetzt noch in der Zukunft Krieg zu führen. Und was vielleicht noch wichtiger sei, Deutschland sei dazu auch gar nicht imstande, Krieg zu führen. Deutschland habe den lebhaften Wunsch, die Bedingungen des Ver­sailler Vertrages zu erfüllen, so weit dies möglich sei, denn es gäbe tatsächlich gewisse Bedingungen, die unerfüllbar seien, so z. B. die Bezahlung der Kriegskosten. Die Wiedergutmachungen, bie Deutschland zu leisten imstande ist, könne es nur in natura und nicht in bar leisten. Die Erfüllung dieser Bedingungen hänge also von der Wieder­aufrichtung des Handels und der Industrie Deutschlands ab- Was die Entwaffnung der Ein- wohnerivehren in Bayern und in Ostpreußen be- trifft, so gibt es besondere Gründe, warum man gegenwärtig dazu nicht schreiten dürfe. In Ost­preußen handele es sich um den Schutz des Landes gegen den Bolschewismus und in Bayern um den Schutz gegen kommunistische Aufstände.. Die deutsch« Regierung sei aber entschlossen, dies« Organisationen aufzulösen; und es sei dies nur eine Frage der Zeit.

Zur Aburteilung derKriegsvcrbrcchen". Ueber das Verfahren vor dem Reichsgericht zur Aburteilung der Kriegsverbrechen wird imBcrl. Tagebl." mitgeteilt: Die Aburteilung her Kriegs­verbrechen und Kriegsvergehen ist dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts übertragen worden. Ein Dermin in dieser Sache ist bisher noch nicht "estaesekt worden.

- Zit den Rücktritt.'al'sich!«» D«. Meyers, Über bie wir bereits berichteten, erfahren wir noch zu unserer Samstciqsmelriing: Tr. Meyer hat sich bereit erklärt, vorläufig bis mr Beendigung der Genfer Kon'eren» unb nach Beilegung der wichtwüen Streit fragen auf seinem Posten zu bleiben. Sein Rücktritt dürfte dann im Lame des Sommers erfolgen.

-- Zur Nb immun,; in Obers ditcfkn. In emgeivkihten Kreisen herrscht die «ujsassung vor, daß

durch die Festsetzung bei Reglements über die eher« schlesische Abstimmung die technischen Vorarbeiten sich derart binausziebcn, bah die Abstimmung in Ober­schlesien feiuelmni vor Avril stattfinden kann.

Die «isenbaftnerdttnostration in Ber­lin. Im Berliner Lustgarten fanden gestern vor, mittag zwei Versanimlungen statt. Um 10 Uhr vor. mittags stellten sich von den oraanisierten 60 000 Eisenbahnern etwa 3000 ein. Ein tommnnifiifcher Redner forderte sie unter Beschimvftmg der Regierung auf, sofort in den Streik einzutreten.^ Die Rede wurde fast ohne Bei?all ausgenommen. Eine Stnnde später rückten in fünf Zügen etwa 15 000 Anhänger der beiden kommunistischen Parteien an, um gegen die Flensburger Vorgänge zu demonstrieren. N. a. sprach Adolf Hoffmann. Heftiger Regen veranlaßte zahl» reiche Demonstranten, sich schleunigst davon zu niachen. Auf der Granitschale vor bem Museum kam es bann ;u einem Faustkamps zwischen einem Redner der kom­munistischen Arbeiterpartei und einem Redxer der kom­munistischen Partei, ber mit bem Siege' des ersteren endete. Aber es war ein Pyrrhussieg, bexn als er sprechen wollte, stimmten die Kommunistin die Inter­nationale an, worauf sich bie Versammlung auflöste.

9reifi«be des drittsckrr» Eigentums in Italien. Wie bie Agenzia Stefani mitteilt, wurde ein Dekret veröffentlicht, demzufolge die Regierung die von der deutschen Regierung mit Bezug auf bal italienische Eigentum ergriffenen Maßnahme» begrüßt und auf das Italien nach bem Vertrage von Vcr- sailles guHebenbe Recht der Beschlagnahme deutschen Eigentums verzichtet, soweit dessen nach der gegenwär­tigen Marktlage zu messender Wert bie Summe von 50 000 Lire nicht übersteigt. Die Bewrrttiug umfaßt lediglich bal Eigentum deutscher Staatsangehöriger in Italien und den Kolonien. Falls jedoch die deutschen Staatsangehörigen über ein nickt unbeträchtliches Eigentum im Auslande verfügen, so soll ihr in Ita­lic« befindlicher Kleinbesitz uickt freigegeben werden. Die' Bewertung geschieht mtssckließlich durch den italie­nischen Staat, ohne daß ein Rechtsmittel zulässig ist. Bei der Freigabe sollen die Reckte Dritter geschützt werden. Die Freigabe kann an Bedingungen geknüpft fein, wobei beionbers, unter ^erndfttftt'gusa ber geaem

AtzttzyMaSâ an sie im Eigentum 2r:H scher stehenden Häuser und dergleichen gedacht wird.

Die Verwaltung der deutschen Kabel. Seit dem 1. Januar »erben die deutschen Kabel laut Beschluß der kürzlichen Konferenz nur für Rechnung der beteiligten Großmächte der Vcr. Staaten, Japan, England, Frankreich unb Italien betrieben. Die Reineinnahmen sollen der später festzustelleuden Ver­teilung der Kabel entsprechend, an die Macht« verteilt werde». Wenn man bis zum 15. Februad zu keiner endgültigen Entscheidung über bie Verteilung bet Kabel kommen sollte, bann soll eine neue vorläufige Vereinbarung getroffen werden, die bem 15. März ab Gültigkeit hab,n fol. Nene Verhandlungen sind aber mzwischm noch nicht ausgenommen.

Senator«», Walzen in Arattkreiest. Gestern fanden in Frankreich die Nachwahlen für ein Drittel der Senatssitze statt. Außerdem waren Eisatzwahlen für zwei vklstorbeiie Senatoren vorzunehmen. Im ganzen erstreckte sich bie Wahl auf 93 Kandidaten. Die Ergebnisse des ersten Wahlganges mit Ausnahme von zwei Wahlen in den Kolonien sind bekannt. Nach dem ersten Wahlgang wurden 72 Senatoren endgült g gewählt. In 24 Wahlkreisen wird Stichwahl statt» finden, die im Gange ist Es wurden gewählt: Drei Liberale, 13 Progressisten, 19 LinkSrevublikauer, 32 Radikale unb Radikalsozialisten und 5 sozialistische Republikaner. Die Gewinn- uub Verlustliste stellt sich int Augenblick wie folgt: Dit Konservativen geivinucn keinen Sitz und verlieren 4, die Liberalen gewinnen 2 Sitze, verlieren keinen Sitz, die Progreisiisten ge­winnen 2 und verlieren einen Sitz, die Linksrrpubli» sauer gewinnen 6 Sitze und verlieren einen Sitz, die Radikalen und Radikalwiialisten gewinnen 2 Sitze und verlieren S, die sozialistischen Republikaner gewinnen 3 Sitze und verlieren einen Sitz. In der Stichwahl wurden noch gewählt: 3 Linksrepublikancr, 8 Radi­kale und Radikâlsozialisten und 3 republikanische So­zialisten. 11 Stickwahlen haben noch stattzufinden. Der ebema'ige Präsident der Republik Deschanel wurde in feinem alten Wahlkreis gewählt. Von ben Mini­stern find bis jetzt gewählt worden: Justizminister Lillopitean, Finauzmiuister Marschall uns der Mini­ster für Kunst und Wissenschaft Honorat.

giumânien und Totvjetrustland. DaS ritmäniiche Pressebüro teilt mit, ba« die Berhandliiirgen mit Sowjctrußlaiid nicht unterbrochen find und noch fortbaiimt. Der rumänische Standpunkt fei ber, daß zwilchefi den beiden Ländern kein Kriegszustand herrsche. Die Zusanimenzichung der Roten Truppen an der rumänischen Grenze scheine auf die Notwendig­keit zurückzuführcn zu sein, den russischen Truppen Winterquartiere in der ant besten mit Lebensmitteln versorgten Gegend zu beschaffen. ES sei sicher, da; der FriedciiSzustand mit Rußland fortbaueru werde. Wenn bie rumänische -Regierung feindselige Absichren hätte, so würde sie sich den Augenblick zu Nutzen ge­macht haben, in dem Rußland mit Voten und den verschiedenen russischen Generälen im Kriege stand. Daran? folge, daß seine friedlichen Absichten unan­fechtbar seien.

Ein Nttentat auf den G-ttverneur von Ba'enila. Als der Zwilzouvrrneiir am >wttmj abend in seinem Wagen auS dem Theater zurnckkehrte, gaben etwa 12 Personell ca. 30 Rcpölverschüssc auf ihn ab, ohne ihn jedock zu treffen. Der Wagen ward von Kugeln stark durchlöchert und der &!S, auf den cer Gouverneur saß, war von zwei Kugeln getroffen' worden. Durch bie Schüsse wurde ein vorüber­gehender Polizist und ein Kind schwer verletzt. Dit Angreifer ergriffen sofort die Flucht und lein« WM tuen lo nute fcstgtnommeii werden.