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SanauerL Anzeiger

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General-Anzeiger

AmMchrs Organ für Slaöl- «nd Landkreis Sanau Erschein! lSgllch mi! Ausnahme der Sann- und Feiertags

Nr, 306 Donnerstag den LV. Dezember

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Dettansleitung: Ad. Indermühle. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen Teil Rich, H u l t i ch 'für lokalen und provinziellen Teil iowte EvortW. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Rotati onsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei bau« , Fernivrechanichlüge Nr. 1237 und 1238

1920

Das Neueste.

— Das deutsch-schweizerische Luftfahrabkom- men ist gestern ratifiziert worden.

— Die unser Leitung des Ministers Eröner in Dresden abgehaltene Konferenz der Eisen- bahndirektionspräsidenten nahm zur Lage des deutschen Eisenbahnwesens sowie zur gtzgenwär- sigen Beamtenbewegung Stellung.

— Der Sechzehnerausschuß der Eisenbahner hat eine Erklärung gegen den Streikerlaß des Reichsverkehrsministers erlaffen.

— Die Kommunistin Klara Zetkin hat ohne Paß die französische Grenze überschritten und auf dem Spzialistenkongreß eine Rede gehalten.

— Der französische Sozialistenkongreß sprach sich mit 3252 von 4763 vertretenen Mandaten für den Anschluß an Moskau aus.

— Tschitscherin hat angeordnet, alle mit amerikanischen Firmen eingegangenen Verträge für nichtig zu erklären.

— D'Annunzio soll zurückgetreten sein.

m Kattowitz veröffentlicht die Namen von 85 Offizieren und Unteroffizieren der polnischen Kampforganisation deF Kreises Beuthen. Sie erklärt, die Photographien und Löhnungslisten dieser Personen mit ihrer eigenhändigen Unter­schrist vorweisen zu können, woraus zu ersehen ist, daß diese polnischen Stoßtruppler recht hohe Gehälter beziehen. Das Blatt zieht daraus den naheliegenden Schluß, daß hinter diesen Offizieren und Unteroffizieren eine Truppe von 15000 Mann stehen müsse, die Korfanty bei einem neuen Putsch zur Verfügung stehen würden, der nach den eigenen Angaben der Polen in den ersten Ianuartagen stattfinden soll. Das Blatt fragt den General Lsrond, was die interallierte Kommission zu tun gedenke, um die Ausführung dieser politischen Eewalt- pläne zu verhüten.

Dr. Wirlh über Sie iNnerAol. Lage.

Freiburg i. Vr., 29. Dez. Aus Einladung der hiesigen Gruppe des Volksvereins für das katholische Deutschland sprach heute abend Reichsfinanzminister Dr. Wirth in einer stark besuchten Versammlung über die inner­politische Lage Deutschlands. Er be­tonte dabei die unbedingte Notwendigkeit, die gesamte deutsche Politik auf den Ver- sailler Friedensvertrag einzustellen. Aller­dings könnten seine finanziellen Bestimmungen nur dann erfüllt werden, wenn die techni- nischen Voraussetzungen gegeben seien. Die als Wiedergutmachung von französischer Seite von 267 Millionen Eoldmark stelle den seligen Wert des gesamten deutschen Volksvermögens dar. Das könne man nicht leisten. Die Brüsseler Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Aus dem in Brüffel vorgelegten Fragebogen könnte die deutsche Beamtenschaft ersehen, ein wie gefährliches Spiel es sei, eine un­kluge Politik zu treiben. Die Beamtenschaft dürfe nicht übersehen, daß sie sich der Ver­antwortung nicht entziehen/ könne. Wenn eine große Bewegung der Arbeiter, Ange­stellten unb' Beamten kommen sollte, und wenn die heutige Regierung, die doch eine Minderheitsregierung sei,An Gefahr kommen sollte, den Forderungen nicht entsprechen zu können, dann müßten diejenigen die Ver­antwortung übernehmen, die glaubten, daß die Forderungen unbedingt erfüllt werden müßten. Er wisse sich eins mit dem Reichs­kanzler, daß das Hin und Her in der Soziali- sierungsfrage ein Ende finden müsse. Der Gesetzentwurf, der dem Reichstag demnächst zugehen werde, werde den Grundsatz auf­stellen, daß die Schätze des Bodens Eigen­tum der Allgemeinheit seien. Das Rechnungs­jahr 1920 schließt mit einem Fehlbetrag von 80 Milliarden ab. Ein neuer Ergänzungs- eiat von rund 12 Milliarden werde dem­nächst dem Reichstag zugehen. 7 Milliarden seien für die Einfuhr von Brotgetreide er­forderlich. Der Besitz müsse Opfer bringen. Der zu-zahlende Betrag des Reichsnotopfers solle ermöglichen, ein langsameres Arbeits­tempo der Notenpresse zu erreichen. Die Doppelbesteuerung soll abgeschafft werden und der nicht zu beteuernde Einkommensanteil von 500 auf 1000 Mark erhöht werden. Er hoffe, daß das nunmehr ratifizierte hollän­dische Kreditabkommen den Anfang bilde, für weitere solche Abkommen.

Ein neuer Raubzng der ANnerlen.

Berlin, 29. Dezbr. Am 7. Dezember wurden auf Veranlassung des Vorsitzenden der interalliierten Schiffahrtskommission in Köln, des französischen Obersten Dumont, zwei Polizeiboote -der Rheinstrombauverwvl- tung (in Vingerbrück und St. Coar) von den Franzosen requiriert. Dem zuständigen deutschen Vertreter erklärte Oberst Dumont einige Tage später, er habe den Auftrag, die gesamte Schiffahrtsstrompolizei und die kriminelle Polizei auf dem Rhein innerhalb der französischen Zone zu übernehmen. Er würde dafür sämtliche Polizeiboote derRhein- strombauverwaitung in Beschlag nehmen und sie seinerseits zur Ausübung dcr Schiffahrts­und allgemeinen Polizei in Dienst stellen.

Der Diklalor von Oberschlesien.

Jpu. Amsterdam, 29. Dezbr. Der Korrespon­dent des „Telegraaf" hatte in Beuthen eine Un­terredung mit Korfanty, dem polnischen Agitator für Oberschiesten. Was Korfanty dem Korrespon­denten erzählte, geben wir nachstehend gekürzt wieder: Der Korrespondent besuchte Korfanty in seinem Hauptquartier in Beuthen, wo dieser eines der ersten Hotels requiriert hat, das von ihm in eine Festung verwandelt ist. Durch zwei schwere Eisentüren gelangt man in den Eingang, wo im Hintergründe der Halle ein Panzerturm mit Ma­schinengewehren errichtet ist. Hohe Eisentore schließen die ^einzelnen Etagen des Hotels von ManEk ab. Am Eingang des H/Ms-K^Me polnische Wache, die den Fremden nur Zulaß ge­währt, wenn ein Korfanty-Paß vorgezeigt wird. Weshalb Korfanty zu dieser Burg Zuflucht ge­nommen hat, erklärte er dem Korrespondenten, in­dem er ihm einen Angriff schilderte, der im April auf sein Quartier unternommen worden sei. Der Korrespondent fügt aber dieser Erklärung hinzu, daß Korfantys Angaben mehr Phantasie als Wahrheit enthielten. Wie Korfanty das Recht der Abstimmung den in Oberschlesien geborenen Teutschen verweigern will, geht aus Korfantys Worten hervor, die der Korrespondent selbst als eine Verdrehung der Tatsachen erkennt. So er­wählte Korfanty, daß in früheren Zeiten häufig Zigeuner nach Oberschlesien gekommen seien, um Pferde zu stehlen. Diese blieben dann dort eine Weile herumstreisend. Die von den Zigeuner- ftÄuen geborenen Kinder dort hätten jetzt ein Rech't, an der Abstimmung teilzunehmen. Den Oberschlestern erzählte Korfanty dann eine andere Legende. Früher sei es in Deutschland üblich gewesen, daß unverheiratete Frauen und Mädchen nach Oberschlesien geschickt wurden, wo sie ihre un­ehelichen Kinder zur Welt brachten. Diese in Schande geborenen Kinder der polnischen Unter­drücker müßten jetzt über die Nationalität be­schließen. Der Korrespondent hatte von Kor- e den Vorschlag erwartet, der, ohne den Frie- rertraz zu verletzen, eine Einschränkung des Stimmrechts für die ausgewanderten Ober- schlesier enthielt, aber Korfanty wußte dazu keinen Ausweg. Auf die direkte Frage des Korrespon­denten. ob Korfanty es für möglich halte, daß die oberschlesische Bevölkerung, die bis kurz vor dem Kriege stets in der Mehrheit deutsch gewählt habe, nun nach Polen neigen werde, antwortete Kor- fanth, daß mindestens 80 Prozent polnisch stim­men würden. Er legte dabei eine Anzahl Land­karten und Statistiken vor, welche beweisen soll­ten, daß die Mehrheit der Bevölkerung polnisch spreche und mithin auch polnisch stimmen werde. Dies wird aber von dem Korrespondenten stark bezweifelt, der sich auf seinen Reisen in Ober- schlesien selbst davon überzeugt hat, daß ein großer Teil der polnisch sprechenden Bevölkerung deutsch stimmen wird, darunter besonders die pol­nischen Arbeiter, die den sozialistischen Verbänden angehören. Der Einwand des Korrespondenten, daß die schlesische Industrie unter der polnischen StaatSverlvaltung eine unsichere Zukunft habe, wurde von Korfanty damit erwidert, daß er siel darüber keine Sorgen mache, denn das Kapital se immer international. Er schimpfte auf die Eng­länder, dje aus wirtschaftlichen Gründen Ober­schlesien bei Deutschland lassen wollten, und fügte hinzu: „Wenn Oberschlesten sich für Polen aus­gesprochen hat und der. Gesandtenmt wolle be­schließen. daß es bei Deutschland bleibe, dann werde hier nicht gearbeitet und Oberschlesten lie­fert beim Jahrzehnt« lang keine Kohlen mehr."

Ein neuer Polenputsch in Oberschlesten?

Die „Schlesische Volkszeitung" meldet: Die ^berschlesische Heimatzeitung „Schwarzer Adler"

Mit der Polizeiaufsicht zu Wasser wie zu Lande würden französische Offiziere beauf­tragt. Die Wasserbehörden müßten unter völliger Kontrolle der interalliierten Schiff- fahrtskommission ihren Dienst verrichten. Die Polizeiboote hätten die Flagge der Schiffahrtskommission zu führen. Die An­gestellten der Wasserbehörden würden mit einer Armbinde der Kommission versehen sein. Im Falle der Weigerung sollte die Auflösung der bestehenden Behördenorgani- sationen erfolgen. Nach weiteren Nachrichten gelang es anscheinend Inzwischen dem fran­zösischen Einfluß, die interalliierte Schiff- fahrtskommission zu Beschlüffen zu veran­lassen, die auf die Übernahme der gesamten Polizeigewalt auf dem Rhein innerhalb sämtlicher vier Besatzungszonen durch die alliierten Militärbehörden abzielen. Wie wir hören, sind von den deutschen amtlichen Stellen alsbald nach dem B.ekannrwerden der gegnerischen Absichten, die bezweckten, Deutschland den letzten Rest seiner schon durch den Vertrag von Versailles auf das äußerste eingeschränkten Hoheitsrechte auf dem deutschen Rheinstrom zu rauben, ener­gische Schritte unternommen worden, um die Zurücknahme der getroffenen Anordnungen zu erreichen und weiteren Maßnahmen ähn­licher Art vorzubeugen. Insbesondere wird auch darauf gerechnet werden können, daß den beteiligten Beamten der Rheinstrom- bauverwaltung gegenüber etwa vorkommen- den Willkürakten der Besatzungsbehörden wirksamer Schutz zuteil wird.

Die Eifenbahnsr^ewegung.

Dresden, 29. Dezbr. Gestern fand hier die dritte Präsidentenkonferenz der Reichs­eisenbahnen unter Leitung des Reichsver- kehrsministers Eröner statt. Außer einer Reihe laufenderVerwaltungsangelegenheiten wurde die wirtschaftliche und politische Lage der Eisenbahnen besprochen. Es wurde darauf hingewiesen, daß ein beginnendes Wiedererstarken des ganzen Apparates und ein wachsendes Interesse des Personals an den Leistungen der Eisenbahnen festgestellt werden könne. Beides werde allerdings durch die ernste Bewegung in der Beamten­schaft und die Versuche, sie zu unüberlegten Beschlüffen zu verleiten, gefährdet. Die Präsidenten erkannten einmütig die Notlage der Beamten in weiten Teilen des Reizes an. Der Minister wies darauf hin, daß die Reichsregierung und das Parlament die Notlage der Beamten ebenfalls durchaus anerkannt und durch die im Dezember ge­troffenen Maßnahmen begonnen hatten, ihr abzuhelfen. Die Reichsregierung werde an dem in der Kundgebung vom 17. Dezember enthaltenen Standpunkt gegenüber einem Beamtenstreik unerschütterlich festhalten. Die vom Minister in der Kunogebung der Re­gierung erlassenen Richtlinien wurden dem Präsidenten erneut eingeschärft. Die Be­ratung dauerte bis zum späten Abend.

Verschärfung der Lage.

Berlin, 29. Dezbr. Der von den Eisen­bahnerorganisationen eingesetzte Sechzehner­ausschuß erläßt, den Abendblättern zufolge, eine Erklärung, die bei aller Schärfe die Absicht erkennen läßt, nicht die Prinzipien­frage des Streikrechts zur Entscheidung zu bringen, sondern einen annehmbaren Ver­gleich zu erzielen. Was jetzt zur Erörterung stehe, sei nicht d,ie Frage, ob die Eisen­bahner das Recht zum Streiken haben, sondern ob sie für sich und ihre Familien die Mittel zum Leben besitzen. Die Pflicht der Regierung, die von ihren Bediensteten Hingabe und hochwertige Leistungen, von ihren Beamten ein besonderes Treuever- Hältnis verlangt, sei es, für deren Existenz ausreichend zu sorgen. Gegen jeden Ver­such den Verhandlungsboden zu verschieben, müßten die Organisationen Verwahrung einlegen.

Der „Berl. Lokal-Anz.« berichtet aus München, die Bezirksgruppe Nürnberg des Deutschen Eisenbahncroerbandes habe sich für den Streik erklärt, fall» die als Min­

destmaß erachtete Erhöhung des Teuerung», zuschlags abgelehnt wird.

Vom französischen Sozialistenkongretz Klara Zetkin ohne Paß die Grenze überschritte«.

— Für Moskau.

Tours, -29. Dezbr. Der sozialistische Partei­tag setzte heute die Diskussion über die Frage bei Anschlusses an die dritte Jnter« nationale fort. Lebas sieht in Lenin» Werk nichts als Zerstörung und keinen Wieder­aufbau. Bevor man von einer Diktatur des Proletariats spreche, müsse man das Proletar ich «r-iehen. Am Schlüsse der Vormittagssitzune traf ein Telegramm Klara Zetkins ein, das sich zu Gunsten der dritten Internationale aus« spricht.

In der Nachmittagssitzung erklärte ein Set*, treter des Bezirks Jura, daß er unter Garantien für die dritte Internationale stimmen werde. Frossard wies dann den Vorwurf zurück, eine Politik zu treiben, die alle sozialistischen Ueberlieferungen über den Haufen werfe, aber die Achtung vor der Ueberlieferung dürfe nicht zu weit gehen. Der Redner wies die Argument» der Gegner zurück.

Inzwischen betrat Klara Zetkin, die man an der Grenze zurückgehalten glaubte, den Sitzungssaal. Man ließ sie beim Vorstände Platz nehmen, sang die Internationale und der Vor« sitzende begrüßt« die Abgesandte Lenins und Sinowjews. Darauf ergriff Klara Zetkin das Wort zu einer heftigen Rede. Sie be­tonte, daß die französischen Sozialisten eine Tren­nung vornehmen müßten, um die Einheit zu sichern. Sie sprach von einer Revision des Ver- träges von Versailles und empfahl eine geistige Union zwischen den deutschen und den frans oft1 schen Arbeitern. Die Ausführungen der Rcdne- rm wursen auf ser HG-i .mit .MSMM Beifall ausgenommen. Dann wurde die Tages ordmmg fortgesetzt. Eine halbe Stunde blieb der Kon­greß geschlossen, als Klara Zetkin sich zurückzog, und niemand konnt« das Haus aus Furcht vor einer Denunziatton verlassen.

Paris, 30. Derbr. Gestern nachmittag hat bt\ Parteitag seine Debatte über den Anschluß an Moskau beendet und ist sofort zur Abstimmung geschritten. 3252 Mandate von 4763 haben sich für den Anschluß an die kommunistische Inter­nationale ausgesprochen. Für die mittlere Rich­tung Longuets erklärten sich 1022 Mandate. Die Tagesordnung, die für die zweite Internationalen stimmte, wurde zurückgezogen SWre Anhänger haben sich der Abstimmung enthalten.

Eine Anftage wegen Klara ZeMn.

Paris, 30. Dozbr. Da die deutsche Kommu« nipin Klara Zetkin ohne Paß die Grenz« überschritten hat, um auf dem französischen So­zialistenkongreß eine Rede zu halten, wird heut« in der Kammer eine Anftage an die Regierung gerichtet werden, wie es möglich rvar, daß Frau Zetkin die Grenze überschreiten konnte.

Aus Sowjetrutzland. - Niederlage der kriegerisch gestimmten Element« — Abbruch der Beziehungen mit Amerika.

Kopenhagen 29. Dez. „Politiken" meldet aus Riga: Auf dem allrussischen Nätekongreß erlitten die kriegerisch gestimmten Elemente eine Niederlage. Lenins Plan für eine positive Wirtschaftspolitik wurde mit großer Mehrheit angenommen. ■ Der allrussische Zentralrat der Arbeiterorganisationen beschloß, alle politischen Abteilungen innerhalb der Arbeiterorganisationen mit 14tägiger Frist aufzulösen. Man befürchtet, daß diese ‘ Abteilungen, die die Beherrschung der Arbeiter erleichtern sollten, bei wachsender Unzufriedenheit unter den Arbeitern zu einer SammelstellederoppositionellenElemente werden könnten.

Moskau 29. Dez. Tschitscherin ersuchte den bolschewistischen Geschäftsträger in Newyork, Mariens, der von der amerikanischen Regierung ausgewiesen wurde, in einem Telegramm, mit Rücksicht darauf, daß infolge der feindseligen Haltung der amerikanischen Regierung eine witt- schaftliche Zusammenarbeit unmöglich geworden sei, sofort mit dem Personal seines Stabes nach Rußland zurückzukehren und alle mit amerika, nischen Firmen eingezangenen Verträge gemäß den Instruktionen des Volkskommissariats fütj den Außenhandel für nichtig zu erklären.

— Der deutsche Botschafter beim franz. Ministerpräsidenten. Der „Matin" meldet, daß der deutsche Botschafter Dr. Meyer gestern dem Ministerpräsidenten Leygues einen Besuch abge. Jtattet habe, um ihm Mitteilungen über du Einwohnerwehren zu machen. Nach dem „Pe­tit Parisien" empfing Leygues sofort nach demj Vottchalter den General Rollet.