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<xinrückunasgebllbr:Die8geIv.Kolonelzeileod. deren Raum 1.-Mk.. die 4gesp. Zeile i. Reklame- teil 3. Mk.. 25°loleuerunos8ufd)l. Offertgebühr MPsg. Bezugspreis:Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.80 tuet., für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20Hfg. Pottickeck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

General-Anzeiger

AMichrs Organ für SlaS!- «ud Landkreis Sanau i ^

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Erschein! !8gNch mit Ausnahme der Sonn» und Feiertags *------------

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""^Uonsdrucko.Waisenbausbuchdruckerei Hanau Rernintetoanidtlüne Nr. 1237 und 1238 <

gr. 304

Dienskag den 28. Dezember

1920

Ei

Das Neueste.

_- Die Votschafterkonferenz' hat sich mit den deutschen Einwohnerwehr-Noten befaßt, ihre Erledigung aber den Alliierten Regierungen überlassen.

- Eine Kundgebung des apostolischen Kommissars verordnet für alle katholischen Geistlichen in Oberschlesien absolute Neutralität.

Die Vereinigten Staaten richteten an England eine Note wegen des Mandats über ne'deutschen Kolonien.

Der König von England hat die Home- Ale Bill für Irland bewilligt.

Die Besetzung Fiumes durch italienische jsegierungstruppen hat begonnen.

Der Attentäter, der am 14. November auf Trotzki schoß, ist jetzt ausfindig gemacht und nebst einigen Mitschuldigen erschossen worden.

Hüter der Vormundschaft der Entente.

So günstig auch die Verhandlungen der Brüsseler Konferenz in der Presse beurteilt werden mögen, sind doch die Forderungen, welche die Alliierten an Deutschland stellen, als ein schwerer Eingriff in die deutsche Staats-Verwaltung zu betrachten, da sich lus den Fragen ergibt, daß die Alliierten jich die Vormundschaft über Deutschland auch in der Zukunft nicht nehmen lassen wollen. Von den Alliierten-Sachverständigen sind u.a.

17 Punkte den deutschen Delegierten vorge­legt und eine ausführliche Beantwortung derselben verlangt worden. Wie weit dieser Eingriff in die innere deutsche Staatsver- . Wallung sich vollziehen wrro, geht aus Hiz Fragen selbst hervor, die hier folgen:

1. Deutschland muß eingehende Auskunft über seine Politik bezüglich des Geldwesens erteilen. r

2. Wie gedenkt Deutschland seine Schulden abzutragen und aus welchen Einkünften soll dies geschehen?

3. Aufklärung über die Steuerverhältnisse auf das Privatvermögen in Deutschland,

. 4. Wie hoch sind die Kosten der Regie- rungsbeihilfen für die Lebensmittelversorgung Deutfchlands?

5. Nachweis über die neuen Einnahmen und Ausgaben der Post und der Eisenbahn?

6. Was kostet die allgemeine Staatsver­waltung und wieviel Beamte sind dort- be­schäftigt?

7. Genaue Angaben über die Ausgaben für die Besatzungsarmeen.

8. Welcher Art und Umfang sind die Vorteile, die Deutschland infolge der nied- rigen Löhne der deutschen Arbeiter im Ver­hältnis zu fremden Ländern besitzt?

9. Auslieferung der richtigen Statistiken des deutschen Handels bezüglich der Ein­und Ausfuhr.

10. In welcher Weise will Deutschland seinen Untertanen die beschlagnahmten und liquidierten Besitze in den feindlichen Staa­ten vergüten?

11. In welcher Weise hat Deutschland die infolge des Spa-Abkommens von den Alliierten erhaltenen Vorschüsse verwendet?

12. Inwieweit sind durch diese Vorschüsse der Alliierten die Lebensverhältnisse der Bergarbeiter verbessert worden?

13. In welchem Verhältnis stehen die deutschen Steuern auf Vier, Tabak, Tee und Zucker zu denjenigen in Frankreich und Ek.gland?

14. Wie hoch ist der Wert des deutschen Privatvermögens in neutralen Ländern?

15. Wie hoch stellt sich der jetzige Kohlen- preis, der in Deutschland von den Ein­wohnern und der Industrie gefordert wird?

16. Welche Aussichten hegt die deutsche Regierung über den Staatshaushalt der folgei.d n Jchre?

17. In welcher Weise unb Umfang kann Deutschland in den nächsten 23 Fahren keine Steuern erhöhen?

Außerdem ist noch von französischer Seite der Auftrag erteilt, den deutschen Staats­etat für das laufende Jahr genau zu unter­suchen, wozu von deutscher Seite die er­forderlichen Unterlagen gewährt werden Jollen, Wenn deutjcherseits alle diese Fragen

nach den Wünschen der Entente beantwortet werden unb das verlangte Akteninaterial zur Einsicht gegeben wird, dann sind alle deutschen Staatsgeheimnisse, worauf die En­tente gerade Hinzielt ausgeliefert. Die Folge davon wäre, daß zunächst der deutsche Handel von den Alliierten unmöglich gemacht würde und der Wiederaufbau Deutschlands unter­drückt wird. '

Frankreichs neue Forderungen.

Die Vorgänge in der französischen Kammer, ganz besonders die Reden der Herren Lesövre und Tardieu, haben in Berlin begreifliche? Aufsehen erregt. Wenn der französische Ministerpräsident etwa mit seiner rein chauvinistisch orientierten Kammer nur darin fertig werden zu können glaubt, wenn er ihr den Nachweis erbringt, daß er aus Deutschland, trotzdem wir den Versailler Vertrag mehr als loyal erfüllt haben, über jene Bestimmungen hinaus das Menschenmöglichste heranspreßt, so darf unter den Schwierigkeiten der inneren Lage Frankreichs unmöglich Deutschland leiden. In Berliner amtlichen Kreisen vertritt man

die Ansicht, daß Deutschland bis an die Grenze des Möglichen gegangen ist, um die ihm anserlegten Pflichten <u erfüllen, ein irgendwie greifbarer Grund für Frankreich also nicht vorhanden ist, um erneut in dieser aufreizenden Art gegen Duttschland vorzugehen. Wir haben die Abrüstung so weit durchgeführt, daß wir heute nicht einmal mehr die Aufrechterhaltung der inneren Ruhe gewährleisten können, an der doch

inneren Ruhe gewährleisten fi Frankreich gerade so viel zu lie-

gen scheint.. Daß man in Frankreich auf Grund einer jesuitischen Auslegung des § 429 desFriedensvcrtragcS* schon jetzt tn Aussicht zu stellen versucht, die Besetzung der Rhein­lande über die vereinbarte Frist von 15 Jahren hinaus

auszudchnen, ist nur aeeignet, neue allgemeine Er­bitterung in Deutschland, besonders aber in den davon betroffenen Gebieten, auszulösen. Es scheint, daß in Frankreich'die Zahl derer im Wachsen begriffen ist, die aus der ein st welligen Besetzung der eine dauernde A n nexi o n machen wollen. Da uns die nußcreWMkch«mWt- durch unsere Abrüstung fehlen, um neuen französischen Hebelgriffen rntgegenzntreteN, so bleibt der Reichs- leitung nichts anderes übrig,.als sich fest auf den Boden des Rechts ünd der Verträge zu stellen. Hiervon wird sie sich - auch durch Drobungen und Einschüchterungen unter keinen Umständen ab­bringen lassen.

Der 8. allrussische Rälekongretz.

Moskau, 27. Dez. Bei der Eröffnung des 8. allrussischen Kongresses der Ärbeiterrate sprach fi.t' Kalium in seiner Eröffnungsansprache über die inter­nationale Lage Dowjetrußlands aus, die sich durch die Siege so besserte, daß die westeuropäischen Regierungen uiit Rußland Beziehungen anznknüpsen suchten. Die innere Lage festigte sich ebenfalls. Im März zeigten die Bauern der Sowjetregiernng gegenüber noch ein gewisses Mißtrauen, im August äußerten sie jedoch den festen Wnnsch. für Sowjetrußland zu sümpfen Vor der Sowjetregiernng ständen gewaltige Aufgaben. Die Wirtschaft des Landes ßnüsse geregelt werden, gleich­zeitig müßten die Interessen der kleinen Bauernwirt- schaki gewahrt werden, wie schwer auch die Aufgaben M Kongresses fern mögen. Die Sowjetregiernng habe die Gewißheit, daß sie siegen werde. Der gegen­wärtige Kongreß werde, so glaube er, alles tun, um Sowjetrußland dem Siege näher zu bringen.

Auf Vorschlag der konimnniitifchen Fraktionen wurde daS Präsidium einstimmig gewählt. Es besteht ans Kalinin, Leniii, Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Bucharin, Rykow, Screbrjakow, Enukidzi, Smirnow, Jntomski, Petrowjki, Turaknloff, Meuderew, Orir- danikidze. Blaschewitsch, Saliu, Kalikow, Said-Galtan,, Tscherwjakow, Miriakawski, Moroschilow, Sapronow,' GnSjew, Iwanow und Petruschkin. Die Itpten betörn Mitglieder sind parteilos. Der Kongreß beschloß, einen Gruß an die RRe Armee, an das französische Prottta«at und an die Sowjetrepubliken, die. in unserer Mtcsöderation anfgehcn, abzuschicken.

Lenin erstattete Bericht über die internationale Lage EowjetrnßlcmdS. Er führte u. a. aus: Wir wissen alle, wie die polnischen Gutsbesitzer und Kapi­talisten unter dein Drängen der Kapitalisten West­europas uns den Krieg aufzwangen. Zurzeit sann der Krieg ein Sude, und zwar durch einen Frieden, der für uns vorteilhaster ist als derjenige, welchen wir Polen vor dem Kriege anbolen. Der Vorfriede mit Polen ist unterschrieben. Die Politik der Entente, die darauf gerichtet ist, sich in Kriegsaltionen einzu- mischen, um die Sowjetmacht zu vernichten, leidet immer mehr Schiffbrnch. Die Zahl der Reiche, die mit uns Frieden schloffen, wächst andauernd. Man kann sagen, daß der endgültige Friede mit Polen in der nächsten Zeit bestimmt abgeschlossen werden wird. Unsere zeitlmuligen Niederlagen im Kriege mit Polen rührten davon her, daß wir gezwungen waren, gegen Wrangel zn kämpfen, der von Frantteich anerkannt wurde unb von den Westregicrungen unerhörte Unter« stütziingen erhielt. Wir wissen alle, welchen außer­ordentlichen Heldenmut unsere Rote Armee bewies, als sie Wraiigcl den entscheidenden Schlag beibradjte. Der uns von den Weißgardisten und Imperialisten aufge« zwungene Krieg ist nunmehr erledigt. Wir können uns jetzt mit vollem Bewußtsein an das Werk des wirtscliaftlichen Anfbanes machen. Wir müssen jedoch immer auf der Hut sein. Die Kriegsbereitschaft müssen wir auf jeden Fall bewahren, um uns vor UcbeifaHSmöghcbfeiteii zu sichern. Wir müssen b-e KnegSlüchtigkeit der Landes heben. Unsere Friedens- bereiticbait legte man früher als Schwache aus.

Ein Festtag für Sowjetrußland.

Dem,Berl. Lokal-Anzeiger" zufolge ist der 161 Januar 1921 für Sowjetrußland ein neuer Fesitan, der zum Gedächtnis von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg bestimmt wurde.

SisgerWalds Essener Programm.

Einen betnerfenstoerten Beitrag zum Essener Programm liefert die letzte Nummer des Zentral- blattes der christlichen Gewerkschaften Deutsch­lands. Stegerwald selbst erklärte in seiner Rede, mit der er am 20. November den Essener Ge­werkschaftskongreß eröffnete:In zahlreichen Konferenzen der führenden Personen sind die wichtigen und großen Fragen durch gearbeitet und durchgekämpft worden; wir glauben heute die Voraussetzungen für eine geschlossene Marsch­richtung und für ein aktives Handeln^in der Zu­kunft geschaffen zu haben."Durchgekämpft", be­merkt das Zentrumsblatt dazu,will so viel be­sagen, daß alte, vertraute Anschauungen zurück- treten mußten vor der Erkenntnis, daß die Schwere der Zeit andre Wege zu gehen bietet." Aus weitem Darlegungen des Zentralblatts sieht man, daß alle Kreise der christlichen Gewerk­schaften nicht nur die an erster Stelle stehenden, Kräfte, schon lange, besonders aber seit der Re­volution, sich mit dem Gedanken einer anders Politik trugen. Gegenüber diesem Umgestaltungs- willen habe der Essener Kongreß,das erlösende und bestimmende Wort gesprochen. Dann stellt das Zentralblatt wiederholt fest, daß das Essener Programm nicht die persönliche Auffassung Stegerwalds ist, dem es gelungen sei, einen Augenblickserfolg zu erzielen, sondern die ein­stimmige Willenskundgebung der Vertreter von rund zwei Millionen christlich-deutscher Arbeit­nehmer, und im Sperrdruck heißt es weiter:

Gebe man sich nicht der Täuschung hin, ein

christlichen Atbeiterm-affen im Schlendrian des alten Parteiwesens zu halten. Die Zeiten, wo solches zu erreichen gewesen wäre, sind endgültig vorbei. Inzwischen wird auch derjenige Teil der politischen Tageszeitungen, der sich auf den Standpunkt stellte, man dürfe dem Essener Ge­werkschaftskongreß nicht zu viel Bedeutung bei- messen, und tue deshalb gut, möglichst wenig darüber zu berichten, erkannt haben, wie sehr man sich irrte.

Das christliche Gewerkschaftsblatt bringt wei­ter die Hauptstellen der Rede, die Stegerwald auf dem preußischen Parteitag der Zentrums­partei am 12. Dezember in Berlin gehalten hat und meint, mit dieser Rede habe Stegerwald .dem, der den Essener Beschluß immer noch nicht habe begreifen können, über seine Ziele und die der christlichen Gewerkschaftsbewegung keinen Zweifel mehr gelassen, und knüpft daran folgende Be­merkungen ;

Deutlicher kann man wohl nicht werden. Wer jetzt noch nicht- klar sieht, der mag getrost die Rolle, die er im öffentlichen und politischen Leben spielt, aufgeben. Die Parteien aber wissen, woran sie sind Die christliche Gew-erksÄaftsbewegung lehnte es ab. die allseits für notwendig erachtete Partei selbst zu schaffen. Sie über totes diese Auf­gabe den in erster Linie dazu berufenen poli­tischen Parteien, denen das parlamentarische Komitee des Deutschen Gewerifchaftsbundes hilf­reiche Hand zu leisten hat. Mögen jetzt die Par­teien handeln so, wie das Wohl des deutschen Volkes es gebietet. Wächst aber die als notwendig erkannte Partei nicht recht bald aus der Ini­tiative der Parteien selbst heraus Zahlreiche Zustimmungszuichriften aus allen Schichten der Bevölkerung, besonders aber aus den Kreisen der Intellektuellen, beweisen das starke Unterere daran. dann wird, wie die Kölner Rheinische Volksmacht in richtiger Erkenntnis der Sachlage schreibt,die politische Expanstonskrakt des Deut­schen Gewerkschaftsbundes sie schaffen. Dafür war der Verlauf der Essener Tagung Zeuge."

PsMische Tagesbericht.

Die Bstschafterkonfercur hat sich.heute mit den Noten der deutschen Regierung hont 9. und 22. Dezember besaßt, die sich auf die Entwaffnung der EnNvobnerwehren beziehen. Marscha'l Fach, General Weygand und General Rollet wohnten der Sitzung bei. Wie derTempS" mitte st, einigte man sich nach kurzer Beratung dahin, da'; die Entscheidung dieser Frage angesichts ihrer Wichtigkeit den alliierten Re­gierungen überlassen werden müsse. Gleichzeitig bat die Bot chaitertonserenz den alliierten Militärausschuß in Verlailles ersucht, ihr schleunigst Bericht über den gegenwärtigen Stand der militärischen, maritimen und Lusnahrbestkmmungkn der F edcndv rtrager zur Weitergabe an die Regierungen der Entente zu er­statten.

«rbcttSlofettitnruhen in BreSlau. Auf dem Schloßplatz fand heute nachmittag eine Brbeits- losmversammlung statt, die von der Kommunistischen Partei amen den Willen der GewerkiLaiten und bei

ErwerbSlosenratS einberufen worden war. Nack Schluß der Versammlung bildeten die Teilnehmer einen Zug und ragen nach dem Rathau», obwohl bei Polizeipräsident Umzüge verboten hatte. Die Menge griff die zum Schutze des Rathauses bereit gestellte Polizei an, die den Zug aufhalten wollte. Nachdem die Polizei Schreckschüsse abgegeben hatte, zerstreute sich die Menge. Durch zurückprallende Kugeln wurden einige Personen verwundet. Mehrere Beamten wur­den durch Schläge und Steinwürfe unb ein Pferd durch Messerstiche verletzt. Drei Personen wurden in das Allerheiligen-Hospital eingeliefert, von denen eine starb. Vor dem Rathause fanden später Ansamm­lungen statt, die nach Verhaftung einiger Personen zerstreut wurden.

Streikabsicht im mitteldeutschen Braun» kohleubergbau. DasBerl. Tagbl." berichtet au» balle: Die Verbände der int Mitteldeutschen Braun­kohlenbergbau beschäftigten Bergleute, welche unlängst neue Lohnforderungen einreichten, beschlossen auf ihrer Tagnng in Halle, bis zum 15. Januar ein Ultimatum zu stellen. Bleibt dieses ergebnislos, so soll der Ge­neralstreik verkündet werden.

Die Beamtenfoederunaeu. Die in her ReichSgewerkschaft der Post- und Telegraphenbeamten . vereinigten verbände mit über 20^ 000 Mitzliedern stellten sich in Bezug auf die Erhöhung des Teuer« ungSznschlag» auf den Boden der Forderungen des Deutschen BeamtenbilndeS. Die Forderungen gehen dahin: Erhöhung des ErneuerungSzuschlagS von 59 Prozent mtf 75 und Festsetzung eines Mindestteue. rungSzusclFags, und zwar für die Ortsklasse A von 7000 Mark.

Die deutsch-polnischen WirttchaftSver» Handlungen die feit einiger Zeit unterbrochen waren, wurden wieder ausgenommen. Gegen Lieferung land­wirtschaftlicher Erzeugnisse würde Deutschland an Polen 150 Lokomotiven und 6000 Eisenbahnwagen im Gesamtwert: box einer Milliarde liefern. Du Vereinbarung ist aber noch nicht endgültig.

Die Mandatsfrage. Pertinax teilt im Echo de PariS" mit. daß die Vereinigten Staaten vor 16 Tagen an die englische Regierung eine Store gerichtet hätten, in der verlangt wird, man möge der Regierung in Waihmaton mitteiien, wie die eng!"jche Äegleru», bie^r atUcMßWM^MMM-^^ln^ ehemalige deutsche Kolonien sowie über einige der Türkei abgenommene Gebiete regeln wolle. In di-Ee Rote der Regierung der Vereinigten Staaten wurde gesagt, daß nicht der Völkerbund, sondern die alliierten und assoziierten Mächte, zu bereit Gunsten Deutsch­land unk^die Türkei alle ihre Rechte abgetreten hätten, Die Frag« zu regeln haben.

Die 2tl>iieferttng eines zweiten Zrppe- lins an Italien. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist da« zweite.fk.r Italien bestimmte Luftschiff Z 120, das am 24. Dezember mittags von Stanken abgefahren war, am 1. Weihnachtstage mit­tags wohlbehalten in Rom angefor mex.

Wilson gegen Kredite an Deutschland. DieChicago Tribune meldet aus Washington: Falls der Kongreß den Antrag auf Sewähruna eittei amerikanischen Anleihe an Deutschland in Höhe bou einer Milliarde Dollars annehmen soll, so will Wil- son sein Veto einlegen.

Amerika und der Dölkeröund. Di« Bespreckungei!, die Harding mit den republikanischen Führern über den Völkerbund hielte, haben die Unsicht Hardinzs geändert und von der Errichtung einet zweiten Völkerbundes kann keine Rede mehr sein. Har- Ding will jedoch eine befontere Sommiifion für diese Frage eracHiien, die die speziellen Wünsche Amerika» zusammenstellt, welche nach Antritt der Negicrunz Harding bem Bölrervund überwiefen werden tollen Werden die amerikanischen gorberuxgex vom Völker­bund angenommen, was einer Pro^rammänderung gleich ksnimt, bann luollen- die Bereinigten Staaten sein Völkerbund beitreten. Falls sie abgelehitt wer»en, werden sich nicht allein die Vereinigten Staatex, son­dern auch noch andere Länder sehr wahrscheinlich vom Völkerbund ternhaltcn.

Das Abkonrmen über Palästina und Syrien, Zu dem von Leygues und dem englisHeu Bot- schafl-tr Lord Hardiug« unterzeichneten Abkom­men nKibet Hüvers, daß die Abkommen von 1917, die keinen endgültigen Charakter trugen, im De­zember 1918 in den Untechandlungea zwischen Clemeueau und Lloyd George zur Sprache kamen. Die Ängelegenheit wurde mehrere Male wieder ausgenommen. Anfang 1919 kam man überein, daß Palästina unter englisches Mandat gestellt würde, anstatt ein internationales Terri­torium zu bilden. Nach dem Sturz des Kabincils , Clemenceau nahm man die Diskussion wieder auf bezüglich der Grenzen Palästinas und gscich- zeitig über die Jnteressenzonen Frankreichs-,Eng­lands und Italiens. Man kam «Lerem, daß,Va- lästina, das unter englisches Mandat gestellt wurde, das historische Palästina sein solle. Dre Regelung der Grenzen bildete nrehrfach Gegen­stand der Besprechungen der Sachverständigen. Wenn man dem ersten Vertrage auch nicht Sicfi« nung getragen hat, so erhielt Frankreich doch Vorteile in Palästina und Syrien, die durch die

in London und durch die Kon­ferenz in San Remo festgesetzt wurden.

Gombcnntteutate in Üiff«theilt. Slul Lissabon wird gemeldet, daß «nf den Muttpcrpraicocn» teil und eine Anzahl politischer PewöMchttttcn hom« benattentatc verübt wurden. Vercetzt wurde nieuianb.

(Weitere politische Nachrichten Seite 64