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Erschein! täglich mit Ausnahme der Somi* und Feiermgo

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Frettag den 24. Dezember

1920

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Das Neueste.

Das Befinden der Kaiserin ist weiterhin sehr ernst.

General Nollet wurde die deutsche Antwort in der Einwohnerwehrfrage überreicht.

In dem Rechtsstreit wegen Veröffentlichung des dritten Bisniarck-Bandes wurde die Klage der Verlagsfirma abgewiesen.

Die Genfer Konferenz soll am 12. Februar beginnen. Die Vereinigten Staaten haben eine Teilnahme an der Konferenz wieder abgelehnt.

Der ehemalige, französische Kriegsminister Lesevre sprach gestern in der Kammer über die Gründe seines Abganges.

Die französische Regierung hat Deutschland eine Note überreicht, in der sie gegen die Ein­stellung der Saldizahlungen protestiert.

Weihnachten.

Weihnachten! Horch! Vor der Tür wispert I und flüstert es, Kinderfüßchen trippeln hin und her, Kinderfäuste schlagen an die Tür:Macht | auf, macht auf!" Hört ihr es, daß in den zarten Kinderfäuftchen das ewig-junge Leben, daß die I ganze Hoffnung, die ganze Zukunft unseres Volles an unsere Türen pocht? Macht auf, | macht auf! Unser Heil steht vor der Schwelle, das sich stets erneuernde ewig-junge Leben des I Volkes tritt vor uns mit weit geöffneten Hän­den. Gib uns, gib uns! So steht, bittend, hei- I schend, fordernd, die deutsche Weihnacht vor der Tür. Wir sollen schenken und Wir wollen sch«n- I len! Ja, was denn? Ob Bleisoldat, ob Schaukel- ^^^^^^^litternben Tand oder Juwelen, es die Siebs

Sinn der deutschen Weihnachten ein Bekenntnis | zu Liebe und Leben.

I ' Man hat uns Barbaren und Hunnen ge- I nennt. Nirgends aber, bei keinem Volke der Erde äußert sich das Bekenntnis zu Liebe und Leben 11 schöner, reicher, ergreifender als in den beut* chen Weihnachten. Weihnachten ist das beut* - che Fest. Ob man uns Hunnen oder Bar- baren oder Boches nennt, es niuß doch etwas im f Deutschen stecken, was andere Völker nicht ober i nicht in dem Niaße besitzen als unser Volk. Das ist das deutsche Gemüt, eine Seelenge- Minschaft, für das die außerdeutschen Sprachen f kaum einen Ausdruck besitzen. Das deutsche Ge­müt, das in unseren alten Sagen die deutschen ; Wälder und Seen und Berge mit gigantischen Gestalten füllte, das Berge auf Berge, Schlösser auf Schlösser türmte, dieses machtvoll sinnende, dichtende, mit Himmel und Erde spielende deutsche Gemüt findet rm grünen, lichtfunkelnden Tannenbaum seinen vollkommensten Ausdruck. Viel tausend Märchen aus viel tausend Jahren rauschen in seinen Zweigen und unsere Kinder schlagen mit Fäusten ab die Türen: Wir wollen schauen den ewigen Traum, das uralte Märchen der Deutschen, in dem das große Wunder des Christbaums Wie eine Rose mitten in Winter- aacht aufblüht. Deutsches Gemüt! Deutscher Kin­derglaube! Deutscher Christenglaube!

Es ist der soziale Gedanke, der in dem Weihnachten lebt, schlicht und groß. Hirten auf dem Felde, die Aermsten der Armen: das sind die Auserwählten! Und über ihnen ein einziger leuchtender Stern, der Stern von Beth­lehem! Wie zur Zeit Luthers, der das Laien- Priestertum des Voltes schaffte, stehen mit heute wieder vor einem neuen Laienpriestertum der Kirche. Und dieses Priestertum des Volkes ver- , kündet, wie die Engelsbotschaft an die Hirten, den sozialen Gedanken, die Arbeit am Heile des Volkes durch das ganze Volk. Aber in unsere Weihnachtslieder tönt eine andere Me­lodie, das garstige politische Lied vom Klassenkampf. So hoch der Himmel über der Erde, so hoch steht die welt^rlösende soziale Tat des Christentums über diesem Zerrbild des Sozialismus, der in Gestalt des Klassenkampfes Auftritt, der nicht die Liebe will, nicht den Frie­den predigt, sondern den Kampf fordert, am letzten Ende den Kamvf gegen das eigene Volk. Wie ein schriller Mißklang tönt dieseLehre" in die Weihnacbtsbotsckiaft hinein, vor der unser Bolk am Christfest seine Knie beugt. Der Welt­stiertag der Völker, der Völkerbund kommt eanz Sewiß niemals durch die Lehre des Klassen- lampses. sondern nur. in den mit tausend Lich­tern besteckten Cvmbol ber Weihnachten, der Liebe, die den Frieden und nicht den Kamps predigt Kein Klassenkampf, sondern Liebe! Völker und Staaten," mag man sie rvssenpolitisch, staatspolitisch oder wirtschasts- politisch begreifen und zusammenfassen wollen, können nur existieren, wenn in ihren Gliedern Aber allen; GeZrieb zwecks Erziehung einer aus«

erblickt werden. Es kommt jedoch darauf an, ob eine solche Erleichterung als der eigentliche Zweck der Maßnahme zu betrachten ist. Dies ist bei dem Zusammenschluß der Bürger zum Selbst­schutz ebensolvenig der Fall, wie bei den erwähn­ten Beispielen. Die deutsche Regierung kann also Flicht zugeben, daß das Bestehen von Selbstschutz­organisationen an und für sich gegen den Frie­densvertrag verstößt, sie muß vielmehr an der in ihrer Note vom 9. Dezember ausgesprochenen Auffassung festhalten, daß die Duldung oder Auflösung von Selbstschutzorganisationen, die keinen militärischen Charakter haben, eine innere Angelegenheit Deutschlands ist. Sie wiederholt, daß solche Organisationen nur als einstweiliger Notbehelf zu betrachten sind und aus Gründen der Staatsautorität aufgelöst werden müssen, so­bald es die Verhältnisse gestatten. Daß etwa die Organisationen selbst ihren Fortbestand für län­gere Zeit wünschen und sich darauf «inrichten, würd« demgegenüber nicht ins Gewicht fallen. Uebrigens hat sich bisher nicht feststellen lassen, worauf sich die Angabe bezieht, daß die baye­rischen Einwohnerwehren eine Betätigung für das Jahr 1922 und noch weiterhin ins Auge fassen. Der Landesleitung der bayerischen Weh­ren ist von einer derartigen Erklärung nichts be­kannt. Die Kontrollkommission glaubt aus Nach­richten, die sie über gowisse Selbstschutzorgani­sationen besitzt, folgern zu müssen, daß diese Or­ganisationen entgegen der Erklärung der deut­schen Regierung wilitärischen Charakter tragen und in einer durch den Friedensvertrag unter­sagten Verbindung mit den militärischen Behör­den stehen. Sie beruft sich dabei auf ^n ffe Be­stimmungen derSatzungen des Lauoesverban- des der Einwohnerwehren Bayerns" und auf eine beim Stab« der ersten Division in Königs­berg bestehende Anordnung hinsichtlich der ost- preußischen Ortswehren. In Bayern galt für den Fall, daß die Einwohnerwehr und di« Reichswehr gleichzeitig zur Bekämpfung von Un­ruhen heranzuziehen waren, früher die Bestim­mung, daß sich die Einwohnerwehr den Weisun­gen der Führer der militärischen Abteilungen zu stellen habe. Die Paragraphen 9 a und 10 a der Satzungen des Landesverbandes der Einwohner­wehren Bayern sollten lediglich für diesen Fall die notwendige Fühlungnahme mit den militäri­schen Stellen sichern. Eine andere Auslegung konnte den Bestimmungen schon deshalb nicht zukommen, weil die Einwohnerwehr nur als Hilfsorgan der Landespolizei zu dienen hat. Ein organischer Zusammenhang zwischen Einwohner­wehr und Reichswehr war dadurch nicht bet* gestellt. Die Bestimmungen sind aber inzwischen gegenstandslos geworden. Seit der Neuordnung der Polizei untersteht die aufgebotene Einwoh- nerwehrgrupp« nur der Leitung der in Tätigkeit getretenen Landespolizei-Abteilung.

In der Note vom 11. Dezember heißt es: Die Aufrechterhaltung der Selbftschutzorganija-

gleichenden Gerechtigkeit als oberster Grundsatz der der Gemeinschaft steht. Man soll sich nicht scheuen, auch in der Politik das Wort zu ge­brauchen: es handelt sich um den Grundsatz der Liebe.

Wenn das heurige Weihnachtsfest unter den denkbar ungünstigsten äußeren und inneren Ver- Hällnissen in Not und Elend gefeiert wird, so leuchtet uns doch in dem grünen Weihnachts- baum das Symbol der Hoffnung, die nicht stirbt und nicht sterben kann. Und diese Hoff­nung Hoffnung ist Lebenselement; denn der Glaube an eine bessere ZrFunst allein ist es ja, der uns aufrecht hält in der Trübsal dieser Tag« und uns Mut und Kraft gibt zu neuem Schaffen diese Hoffnung wirft ihren hellen Schein als lodernde Fackel in die Zukunft, die undurchdring­lich wie das Duylel der Nacht vor uns liegt

. Am die Einwohnerwehren.

Die deutsche Antwort an General Rollet.

Dem Vorsitzenden des interalliierten Ueber- wachungsausschusses für das Landheer, General Rollet, wurde eine Not« des Auswärtigen. Amtes übergeben, in der es u. a. heißt:

Herr General! In Ihrer Note vom 11. De­zember wird die Aus-fassung vertreten, daß die deutsch« Regierung nach dem Vertrag von Ver­sailles zur Auflösung aller Selbstschutz- organisationen verpflichtet fei, weil solche Organisationen geeignet seien, eine Mobil­machung zu erleichtern und daher unter Artikel 178 des Vertrages fielen. Artikel 178 untersagt aber nicht alle Niaßnahmen, die eine Mobil­machung erleichtern könnten, sondern nur solche, die auf diesen Zweck ab zielen (ten= dente une mobilisation). Eine Erleichterung der

hung könnte auch in dcr Führung von

Honen nach ihrer Entwaffnung lasse sich durch rein innere Zwecke nicht rechtfertigen- da sie. ihrer Waffen beraubt, nicht mehr wirsam zur Aufrechterhaltung der Ordnung beitragen könn­ten. Die Entwaffnung der Selbstschutzorgani­sationen, wozu Deutschland nach dem Protokoll von Spa verpflichtet jst, hat jedoch, ebenso wie im allgemeinen die Entwaffnung der Bevölke­rung, nur in der Abgabe der Kriegswaffen zu bestehen. Auch trägt schon allein der Zusammen­schluß zum Selbstschutz und die Gewißheit, im Falle der Not auf den Nachbar zählen zu kön­nen, viel dazu bei, das Gefühl der Unsicherheit, unter dem die Bevölkerung leidet, zum Schwin­den zu bringen. Die in der Note geäußerte Be­fürchtung, es könnten ander« deutsch« Länder oder Landesteile für sich diese Ausnahmestellung ebenfalls beanspruchen, die Bayern und Ostpreu­ßen hinsichtlich der Entwaffnung der Wehren einnehmen sollten, ist nicht begründet. Für die übrigen Teile des Reiches wird die vertrags­mäßig zugesagte Entwaffnung der Selbstschutz­organisationen in nächster Zeit durchgeführt sein. Die Annahme, daß die kommunistisch« Gefahr, auf die ich in meiner Note vom 9. Dezember bei der Schilderung der bayerischen Verhältnisse unter anderem hingewiesen hatte, für Deutsch­land überwunden sei, kann leider nicht als zu­treffend betrachtet werden. Ich habe allerdings der Ansicht Ausdruck gegeben, daß durch das Auf­treten der russischen Sendlinge auf dem Kongreß der unabhängigen sozialistischen Partei Deutsch­lands in Halle manchem die Augen geöffnet wor­den seien. Meine Hoffnungen sind aber nicht so weit gegangen, daß ich geglaubt hätte, mit einer Bedrohung von dieser Seite nicht mehr, rechnen zu brauchen. Wenn mein« Aeußerungen in der Unterredung vom 9. November anders auf­

gefaßt worden sind, so liegt ein Mißverständnis

Einwohner- und Steuerlist«» ober4§$&^^ oor. Aus j gistern und in jedem Ausbau des Eisenbahnnetzes kommunistisc

-- --^ ^^^ WÄfi kommunistischen Wahlstimmen kann keineswegs

gefolgert werden, daß bei etwaigen Unruhen die Zahl der Kämpfer nicht über, die der kommu­nistischen Wähler Hinausgehen werbe. Gelänge es einigen radikale» Elementen, die Straße auf- zurufen, so müßte mit weit größeren Massen ge­rechnet werden.

Die Gefahr wächst mit der«wirtschaftlichen Not, die gegen das Ende des Wirtschaftsjahres in besonders bedenklichem Grade zunimmt. Daß die dagegen zur Verfügung stehenden regulären Kräfte die in der Note vom 11. Dezember ge­nannte Zahl nicht erreichen würden, ist aus meiner Note. vom 9. Dezember ersichtlich. Auch die Schlüsse, die aus den Mitteilungen des Ober- präsidenten der Provinz Ostpreußen vom 6. und 14. September gezogen werden, sind nicht halt­bar. Zur damaligen Zeit waren die Russen ge­schlagen und die akute Gefahr eines Einfalles in Ostpreußen geschwunden. Um der Bevölkerung in Ostpreußen wie in Bayern das Gefühl der Sicherheit zu geben und sie vor Gefahren zu schützen, die nur allzu drohend sind, ist es im Augenblick noch nicht angängig, dort zur vollstän­digen Entwaffnung der Selbstschutzorganisatio­nen zu schreiten. Die deutsche Regierung kann daher nur die in ihrer Note vom 9. Dezember ausgesprochen« Bitte an die alliierten Mächte wiederholen, indem sie bittet, diese und die gegenwärtige Note zur Kenntnis der von Ihnen vertretenen Regierungen zu bringen und gestattet sich, darauf hinzuweisen, daß bis jetzt an Waffen, die nicht den Selbstschutzorganisationen gehörten, im ganzen 791 Geschütze, Minenwerfer und son­stige Wurfmaschinen, 9133 Maschinengewehre und 1373 730 Gewehre, Karabiner und Pistolen abgeliefert und in der Hauptsache auch schon zur Verschrottung gebracht sind. Außerdem sind auf Grund des Entwaffnungsgesetzes vom 7. August 8404 Maschinengewehre und 801 653 Gewehre angemeldet worden. In diesen Zahlen ist die Bewaffnung der Selbstschutzorganisationen ent­halten.

Die deutsche Regierung glaubt erwarten zu können, daß dieses Ergebnis ihres ernsten Be­mühens.Anerkennung findet. Eine weitere Ein­ziehung der leichten Waffen der Selbstschutz- organisationen ist im Gange. Die deutsche Re­gierung wird auch weiterhin aUey tun, um die in ihrer Note vom 9. Dezember angegebenen Termine inneuihalten. Sie hat keinen Grund, daran zu zweifeln, daß es ihr gelingen wird. Der Weg, den sie bei der ganzen Entwaffnungs- aktion «ingeschlagen hat, war der einzige, der nach Lage der Verhältnisse zum Ziel« führen konnte. Sie hofft, daß sich die alliierten Regie­rungen dieser Erkenntnis nicht' verschließen werben.

Genehmigen Sie, Herr General, den Aus­druck meiner ausgezeichneten Hochachtung, gez.: Dr. Simons.

Lesevre über feinen Abgang.

Paris, 23. Dez. Die Kammer beriet heute auch» mittag den Gesetzentwurf über die zu bewilligenden provisorischen Kredite für bie Monate Januar und Feb-uar 1921. Im Laufe der Debatte ergriff der ab. aeaaugene Kriegsminister AndrS Lesevre da» Wort. Er erklärte, die Gründe seine« Abgänge? seien nicht in der Art und Weise zu suchen, in der die Militär- aesctze in seiner Abwesenheit vom Ministerrat ange­nommen worden seien. Er verkenne die finanzielle Lage nicht, aber man dürfe doch nicht zugegen, daß man Deutschland für den Wiederaufbau der befreiten Gebiete und für bie Zahlung der Pensionen Geld vorschieße. Im vorliegenden Budget be­trage die Summe 16 Milliarden. Man leihe Deutsch­land Geld zu 5 Prozent, wofür man selber 6 Prozent zahlen müsse. Frankreich fei also der Bankier Deutsch. landS. Er stelle deshalb die Frage, ob Frankreich Sieger sei. Man habe den Vertrag, den man ange­nommen habe unb den er bekämpfe, verurteilt. Er wolle aus der Debatte keine minister eile Frage machen. Wenn er mit der Regierung in allen Punkten ein. verstanden aemefen wäre, wäre er nicht zurückgetreten. Er habe deshalb die Frage seine» Abganges vor bie Kammer bringen müssen. Während der Besetzung habe Deutschland an8 dem besetzten Gebiet 1'/. Millmrten an Geld bezogen. Die Requisitionen hätten 3 Milliarden 700 Millionen betragen. Man habe sich nickt um bie wirtschaftliche Lage gekümmert. Man habe bie jungen Mädchen von Liste gezwungen, für Deutschland zu arbeiten. Er bedauere, daß der Ministerpräsident gefagl habe, Frankreich dürfe nicht des Imperialismus be­zichtigt werden. Sei da? Jmperialisyius, wenn man E iaß und Lothringen wieder zurückverlange und da? Mandat in Cilicien ausfübre? lAbg. Cachin ruft dazwischen: Ja, da? ist Imperialismus!) Lesevre fährt fort: Wenn Frankreich an seiner Sichcrbeit arbeite, bann bürsten sich die Italiener und Engl nber nicht wundern. England habe auch 860 000 Mann und 180000 Matrosen unter Waffen. Frankreich halte die Wacht am Mein, wie die Gastier vor 2000 Jahren. Man dürfe nicht mit dem Schicksal des armen Deutsch, land Mitleid haben. (Lebhafter Beifall) Warum verlange man nicht von Deutschland die Summe, Die es bezahlen könne^ Wenn Deut'chkand guten Willen» wäre und bere-t sei, feine Fehler einzugesteben, und wenn es die Ver- fieberung gebe, nicht wieder anzufangen, dann könne man sich vielleicht mit einer Entwaffnung zufrieden neben. Frankreich muffe genügend militärische Macht besitzen, um die tschecho-slowakische, polnische und nimänische Mener. die den Germanismus verhindere, sich mit dem Bolscbew smus zu verbinden, anfrechtzu. erhalten. Frankreich verdanke man den Sieg von Warschau. Als die Russen sich Warschau genähert hätten, habe sich die Zabl der deutschen Waggons, bie nach Ostpreußen gegangen ünd und die für Rußland bestimmt gewesen feien, vermehrt. Frankreich trage allein, wie zu Beginn des ÄriegeB, die Kosten _ der Anstrengungen. Mann müsse immer bebenten, daß 60 M llionen De itsche und 80" Millionen Russen sich im Osten nach Indien unb im Westen nach Dem Rhein wenden könnten. Im Monat August hätten in Oft* Preußen 70000 Deutsche gestanden unter den her* sstiedensten Bezeichnungen. Sie hätten die Hand am Gewebr gehabt um Polen in der Flanke anzugre seit. Im Jahre 1871 würde Birmarck nicht die Reden ge« Hattet haben, bie bie deutschen Minister jüngst im Rheinland gehalten haben. Der Redner spricht abends

9

Uhr noch weiter.

PoMifche Tagesberichte.

Lloyd Gtsrge über den Kriegsausbruch.

Wie die englischen Blätter melden, sagte Lloyd'Gcorge in seiner gestrigen Rede vor den briträfen Sertretern bei der VölkerbundSversammlung u. a.: Wenn im Jahre 1914^ein Völkerbund bestanden hätte, so würde er keinen Krieg gegeben haben. Je mehr man die in den verschiedenen Ländern über die Ereignisse vor dem 1. August 1914 geschriebenen Memoiren und Bücher studiere, desto klarer erkenne man, daß keiner von den leitenden Staatsmännern in jenem Augenblick einen Krieg gewollt habe. Sie seien bincingeglitten oder vielmehr diiicingestolvcrt, v elleicht aus Torheit. Eine Besprechung der Lage wurde zweifellos den Krieg verhindert haben. Weiter 'agte Lloyd George, er sei hoffnungsvoll, daß die Ver­einigten Staaten vielleicht doch »och dem Völkerbund beitreten wurden. Ein Fortschritt sei nicht möglich, bevor nicht alle Nationen dem Bunde «»gehörten. Da» wichtige Entwasfnune.Sproblem könne nur gelöst wer­den, wenn jede Nation sicher sei, daß die andere Nation baS'elbe tue. Solange aber der Rüstung»bcwerb an- danere, werde e8 keinen wahren Frieden geben.

Der Rachfolocr Mösres. Wie di« Deutsche Allgemeine Zig." hört. ist nunmehr die Ernennung' des Ministerialdirektors im Reichrstnanz- mmuterinm Dr. Zopf als Nachfolger der Siaat». sekretärs Mösle erfolgt

Der dritte Bismarik-Band. Laut Urteil - der 4. Zivilkammer des Landgerichts Berlin 1 in der Klaaeiachc des Totta-Beriaas wegen Freigabe der im dritten Bande derGedanken und Erinne­rungen des Fürsten Bisnlarck" enthaltenen Briefe des Kaisers ist die Klägerin, mit ihrer Klage ab- gewiesen worden. In der gestern mittag erfolgten Bertündigling des Urteils wurde betont, daß der Gerichtshof zwar das Periontichkeitsrechl des Kaners auf seine Briefe an Bismarck verneine, ihm aber das Urheberrecht an diesen Schriftstücke« LUgedilltgt bade.