Elnrkickung«gebiibr:Dteßgeip.KolonelzelIeod. deren Raum 1.—Mk„ die 4gesv. Zeile i. Neilame- teil 8.— Mk., 2üAnTeuerungszuichl. Offertgebühr 3<>Psg. Vekuasv reis: Vierteljährlich lL.Ai mt„ monatl. 4.80Ml„ kür Postbezug vierteliäbri. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Psg.
Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
<—------------------
rrr. 296
Grusral-Mzeiger
AmMches Organ für Sia-l- mrd Landkreis Lamm
Erschein! lSglich mir Ausnahme d« Samt» und Feiertag* WIi I milMWimHBäBWnTOXigail^^ MlimiMBBBMMM^^
Freitag den 17. Dezember
Beslagslettung: Ad. Indermüdle.
Verantwortlich i für politischen und allgemeinen TeilRick. dultichtfür lokalen und provinziellen Teil iomie Sport W. Morip, für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in öanau a. M.
Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckrrei ban« Fernsvrechanichlüüe Nr. 1237 und 1238
1929
^BBseaDBBewÄM
Das Neueste.
— Die deutsche Regierung lehnte in einer Note sie von der Entente geplante, dem Friedensvertrag ttttgegenstebende Verlängerung der Sperrfrist zur Her- Mung von Lnstsahrzeugen ab.
— In der Frage der Ausgleichs der Privatschulden vurde der Ncparatioirskommission eine neue deutsche giote übereicht.
— Der Reichstag hat in 2. Lesung ein Sperrgesetz angenommen, welche- verhindern will, daß die Beamten der Länder und Gemeinden besser bejahlt werden als die Ncichrbeaintcn.
— Der Hauptausschuß de» Reichstages bewilligte den Haushaltsplan der Reich-justizministeriumS.
— Der 23. Aurschuß der preußischen Lauderver- sammlung hat da-BolkSschullehrer- Besoldungsgesetz angenommen.
— Der Sotschasterrat hat beschlossen, daß die Ab- Kimmung in Obcrschlcsicn zeitlich getrennt erfolgen soll.
— Die schwedische Regierung kündigte für den 16. März den deutsch-schwedischen Handelsvertrag.
Brüssel.
Die erste Sitzung der Brüsseler Konferenz war nach einem Sonderbericht der Agence Havas fast vollständig dem Vortrag des Exposces gewidniet, das von Staatssekretär Schröder vorgetragen, sich mit der finanziellen Lage Deut sich lan d s befaßte. Außer den beiden Haupidelegierten Bergmann und Havenstein wohnten drei deutsche Sachverständige der Zusammenkunft bei und zwar Dr. Melchior, von Stau § und V. Meinel. Bei der Eröffnung erinnerte Präsident D e l a c r o i x daran, daß die Konferenz zum Ziel habe, praktische Ergebnisse bezüglich der Ausführung der Klauseln des Ver- sailler Vertrages über die Reparation zu erlangen, wie er gestern abend bereits in einer Lrivatunterhaltung mit Bergniann bemerkt habe. NWus ergriff B e r g m a n n das Wort und gab tütMMAulwo irre, o«,
Wsukg des Reparation-"^ jiellen Lag« Deutschlands abhänge. Er überreichte der Konferenz eine Reihe von Dokumenten, die sich mit dieser Lage befassen. Er tverde es den Vertretern des Reichsfinanzministers überlassen, nähere Ausführungen dazu zu machen. Da- muf ergriff Staatssekretär Schröder das Wort. Er sprach über die Denkschriften, welch« die folgenden sind: Denkschrift über die gegenwärtige finanzielle Lage Deutschlands, über den Budget- entwurf für 1920/21, sowie drei andere, eine über die Vermehrung der schwebenden Schuld, über den Eingang der Steuern und endlich einen kurzen Ueberblick über die Ergebnisse des Finanzjahres.
Nachmittags sprach Dr. Havenstein über die Frage des Wechselnotenumlaufs. Der Havas- Lerichterstatter bezeichnet es als wahrscheinlich, daß nach der heutigen Sitzung die A l l i i e r t e n : das Bedürfnis empfinden werden, unter sich «i n e S i h u n g abzuhalten, die morgen vormittag stattfinden dürfte.
Paris, 16. Dezbr. Der Petit fristen beschäftigt sich nochmals in einem halbamtlichen Artikel mit _ der Sachverständigenzusammenkunft in müssel. Man müsse ein für allemal sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß es nicht genüge, Gewalt anzuwenden, um Deutschland zum Zah- >tn zu zwingen. Die Anstrengung, die Deutschland schulde, sei nur möglich, wenn ein Plan veiiesigehender industrieller Zusammenarbeit llusgvarboitet werde; allerdings müsse, wenn I Deutschland die schuldige Entschädigungssumme m gewissem Umfang mit Waren zahlen solle, ins. Eiuge gefaßt werden, wie dann diese deutsche Produktion auf die französische und belgische Jn- buftrie und auf die Länder wirke, mit denen Deutschland in geschäftlichen Beziehungen stehe. ®5 sei zu hoffen, daß der in Aussicht genom- Mene Plan in seinen großen Zügen in Brüssel Wiegt werden könne. Was Frankreich anbe- üefsc, so werde man vielleicht von seinem Ent- Wenfommen und zu gleicher Zeit von der Festigkeit seiner Entschlüsse in Erstaunen gesetzt werden. Mn werde beispielsweise bemerken, daß Frankreich entgegen dem gehässigsten Gerede, das je Wen es in Umlauf gesetzt worden sei, den Wie- skraufstieg der deutschen Industrie nicht besürchte, «in Gegenteil, daß es deren Nutzbarmachung er» Itift&e zugunsten feiner geschädigten Gebiete. Noch iinmal inehr werde man erkennen, daß yan "Brecht gehabt habe, auf das Versagen der f-an- Mchen Intelligenz zu lauern. Das Blatt bedauert schließlich noch die Nichtbctciligung Amerikas. Millerand und Lloyd George hätten Un in Hythe ausgesprochen, man müsse bei der Lösung der Entschädigungsfrage nicht nur die deutsche Schuld, sondern auch die Verbandsschul- ins Auge fassen. Diese Schulden könnten ab« nicht geregelt werden, solange Amerika ab< Rita bleib«. Schon aus diesem Grund müßten die
Sachverständigen in Brüssel eine gewisse Zurückhaltung an den Tag legen; man dürfe für die Zukunft nicht allzu viel festlegen.
Zum Ausgleich der Privalschulden.
Eine neue deutsche State.
Die deutsche Friedensdelegation in Paris überreichte der Neparationskommission folgende Note: Nach § 11 der Anlage zu Art. 298 des FriedenSvertrages findet im Schuldenausgleichs- verfahren mit den alliierten Staaten eine monatliche Abrechnung zwischen den Ausgleichsämtern statt, wobei die sich zu Lasten Deutschlands ergebenden Passivsalden jedesmal binnen einer Woche durch Barzahlung zu begleichen sind. Aus Grund dieser Bestimmung mußte Deutschland in den letzten Monaten bereits sehr erhebliche Zahlungen leisten. Auch für die Zukunft sind gegenüber England, Elsaß-Lothringen und Belgien mit Sicherheit weitere erhebliche deutsche Debetsalden zu erwarten. Da die Beschaffung der für Abdeckung der Debetsalden erforderlichen Devisen immer größere Schwierigkeiten verursachte und namentlich die Durchführung des Ernährungs- Programms der deutschen Regierung ernstlich in Frage stellte, hat diese sich genötigt gesehen, Mitte Oktober an die britische und französische Regierung mit dem Antrag heranzutreten, daß die künftig entstehenden deutschen Debetsalden bis auf weiteres fortlaufend auf das nächste Monatskonto vorgetragen werden möchten. Beide Regierungen lehnten den Antrag ab. Die deutsch^ Regierung hat darauf Mitte November den Antrag wiederholt, wobei sie die hier in Betracht kommenden wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse Deutschlands eingehend barlegte und darauf hinwies, daß sie mit den bisherigen Zahlungen bis an die Grenze des Möglichen gegangen sei, und daß sie deshalb nicht die Verant- -vortstM dafür übernehmen könne, auch im,De- fo (dummem
fahren zu belasten. Eine Abschrift der an die französische Regierung gerichteten Note, mit der die an die britische Regierung gerichtete Note inhaltlich übereinstimmt, wird bei gefügt. Da sich inzwischen herausgestellt hat, daß im Verhältnis zu Belgien ebenfalls erhebliche Debetssalden zu Lasten Deutschlands entstehen werden, wurde die gleiche Mitteilung der belgischen Regierung gemacht. Dementsprechend hat das deutsche Aus- gleichsamt die beteiligten fremden Ausgleichs-, amter benachrichtigt, daß bis auf weiteres von einer Barbezahlung der Dezemberverpflichtungen abgesehen werden müsse. Das Vorgehen der deutschen Regierung in dieser Angelegenheit stützt sich auf den Gedanken, der allen Bestimmungen des Friedensvertrages über die deutschen Zablungs- verpflichtungen zugrunde liegt, den Gedanken nämli<b daß diese Zahlungen nicht ine Beschaffung -erienigen Mengen ^eb«"smittel und Rohstoffe verhindern dürfen, die erforderlich sind, um Deutschland die Erfüllung der Revarations- vfticht zu ermöglichen. Der hiernach bestehende Zusammenhang mit der Renaralonsvfticht macht es nach Auffassung der deutschen Regierung ersyr- derlich. daß sich neben den unmittelbar be*eili<r« fen alliierten Regierungen auch die Reparations- kommission mit der Anseleoenbeit besaßt und diese an Hand des in der Anlage enthaltenen Mcher'als prüft. Die deutsche Regierung bittet die Revcrrationskommisllo-n deshalb, alsbald in diese Prüfung einzutreten. und auf die beteiligten alliierten Regierunoen dahig «in-uwirken, daß sie den deutschen Standpunkt anerkennen.
Der Sinfrill in die Fremdenlegion.
Aus eine Anfrage d 8 Nbcmo.'dmtcn Hubt usb Genossen wegen der G e w i n n u » q A c u t k ck e r für die französische Freindenlegion erwiderte rie ReichSregiernng, gegen den freiwilligen Eintritt z^b^reicher junger Deutscher in die Freuidenlegion, die vie! aw aus wirkschattsiebm Gründen ero^e, lgUe sich nichts tun, da die früher maßgebenden Rücksichten auf Erfüllung der Verpflicht in Denttchland fortge» fallen sei und Art 179 Abs. 3 des FriedenSvertrages mgunften der Ergänzung der Fremdenlegi,» eine Ausnahme von der V rpflichtnng Deutst>!ands fest« stellt, Reichrdcnt'cke am Eintritt in ansländi che Heeresdienste ?u verhindern. Die planmäßigen äußer'' eifrigen Anwerbungen fran^HfcfiereitS im besehen ih inischen Gebiet, vielfach durch ioaeuannte Werbe- ! üros in Augliederung an fronzösische Dienullelle», mit Hilfe von gewerbsmäßigen Agenten, vjel-ach Elsaß - Lothringern, teils sogar Deutschen eurrfi Geidverfprechungtn, Vorspiegelung von ArbeitSmöglichkeit oder sonstige Täu'cknumen, gelegentlich auch durch Zwangsmittel beruhen w der auf einer Verpflichtung Deutschlands anS Artikel 179 ded FriedcnSvn trage?, derartiges Werben zu dulden, noch auf einem A chte FraenkreickS Aber der Nachwe S der Beteiligung fiauzöfiicher Bevörden und Bcainter daran ist durch die besonderen Wirkungen des FriedenSver- trageS. und die ®c(ebung- der Rheuilande nabezn unmöglich gemacht. Den Werdern aelmflt es mit
Hilfe eine» merkbaren, aber kaum^ nächzuweisenden ^ichiitzcS durch die französischen Militärbchördei! häufig, sich der Verfolgung der deutschen Po'izei- und Gerichtsbehörden zu entziehen. Einige deutsche Werber wurden allerdings gerichtlich bestraft. Minderjährige Angeworbene können auf diplomatischem Wege sreigemacht werden. Ein in EuSkirchen wohnender französi cher Agent fleht in dringendem Verdacht der eifrigen Werbetätigkeit für die Fremdenlegion. Getvisse Umstände lassen darauf schließen, daß er sich möglicherweise auch mit dem Mädchenhandel befaßt.
Die Fälschung in der Schuldfrnge.
„Nieuwe Tourant" schreibt: Die ursprüngliche Auffassung über die Ursachen des Weltkrieges, dass er sich aus einer Reihe von Missverständnissen erkläre, wurde durch die intensive Propaganda der Entente in die Ueberzeugung umge- wandelt, die Welt wurde ein Opfer einer gross angelegten Verschwörung der deutschen Regierung. Diese Ueberzeugung ist sogar so stark geworden, dass man die Torheit begangen hat, den Besiegten im Friedensvertrag zu der Anerkennung zu zwingen, er trage an allem Schuld.
•
Je häufiger neutrale Stimmen hie ungeheure Lüge über Deutschlands Schuld üm Welt, kriege festnageln, um so besser ist es für die Durchsetzung der Wahrheit. Allerdings ist es auch nicht haltbar, Missverständnisse als Ursachen des Krieges zu bezeichnen. Die russischen und belgischen Dokumente haben die Kriegsabsichten der Feinde ein für allemal bewiesen. Das war kein Mißverständnis, was den Kriegsminister Suchomlinow und die russischfranzösische Clique bewog, den Zaren hinters Licht zu führen und ihm den Befehl zur Mobilmachung abzudrängen, die längst vor sich ging.
Die Keimkehr des griech. Königs.
Venedig, 15. 5 ejbr. Der König von Griechen- ■kuliJLjieito^ Bord des „Mveross" nach
^Uvriö/WDD^^VMpax fSreffif
be Paris", daß die französische Regierung der eng» lischen und der italienischen Regierung vorgeschlagen habe am Tage deS Einzugs des KönigS Konstantin in Athen die Gesandten abzuberufen und sie durch einfache Geschäftsträger zu ersetzen, aber Lloyd George sowohl wie auch Graf Sforza hätten eine ablehnende Antwort erteilt.
— Nneinigkeil im gvicchischeir Kabinett. Die venizelistlche Presse berichtet, bag bezüglich der Rn..kehr König Konstantins Uneinigkeit im Kabinett eeftebe. Obwohl die Minister sämtlich der Ansicht finb, daß die Dol'sstimmung genüge, um Röntg Konstantin zu ersuchen, teil Thron wieder zu bc» steigen, so halten mehrere Minister den Augenblick für ungünstig und möcht:» erst eine Einigung mit der Entente erzielen. Sie sind der Ansicht, daß bie e Einigung sehr leicht zu erreichen ist, wenn Griechenland die griechischen Trnppcn in Smyrna zur weiteren Verwendung der Entente bereit hält und im übrigen verschiedene Konzessionen macht, wodurch eine Aenderung des Friedens von SeoreS vermieden wird.
PoMische Lagesberichre.
— Preußentag der Deutschen Bolkspartei. Wie bie^atirmalliberale Korrespondenz mitteilt, findet nunmehr endgültig am 9. und 10. Junwar 1921 der Preußentag der Deutschen Bolkspartei in Potrdam statt. Dem Parteitag geht am 8. Ja- nuar eine Sitzung des preußischen Zentralvor- standes voraus. In seiner letzten Sitzung am 1. Dezember in Nürnberg hat der geschäfts,führende Ausschuß den bisherigen ersten siellverttetenden Vorsitzenden, Reichstagsabgeordneten Kempkes, zum Vorsitzenden gewählt. Abgeordneter Dr. Streseniann hatte bas Amt des Vorsitzenden mit Rücksicht auf seine Arbeit als Vorsitzender der Reichstagssraktion und als Vorsitzender der Ge- samtpariei niedergelegt. Ferner wurden durch Zuruf in den geschäftsführenden Ausschuß berufen: der Reichstagsabgeordneie v. Kardorff, Bankdirektor Dr. V. Stauß und Frau Abgeordnete Pöhlmann.
— Teutscher Offizierbund gegen Scheidemann. Die 2200 Mitglieder der Ortsgruppe München des Deutschen Offizierbundes erlassen eine scharfe Erklärung gegen den „Vorwärts", der von einem schandbeladenen Ofstzierkorps spricht und gegen Ccheiveinann, der am 28. Oktober im Reichstag erklärt hatte: „Am 9. November hatten es die Offiziere der Selbstzucht einer auf das tiefste gekränkten Volkes zu verdanken gehabt, daß sie mit dem Verluste der Achselstücke und der Kokarden davongegangen sind." Die dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler zu'esandte Erklärung schliesst mit den Worten: „Wir erfüllen eine Pflicht gegen jene Witwen und Waisen der tapferen Männer und Väter, die von Auslandsdemagogen begeifert werden, wenn wir unserer tiefsten Verachtung für Leute Ausdruck geben, denen Dank- barfeit für die Opfer des Krieges und deutsche Treue unbekannte Begriffe sind."
— Besprechung der auswärtigen Lage. Wie die Abendblätter melden, ist auf Antrag der Unabhängigen der auswärtige Ausschuß des Reichstags auf Samstag nachmittag einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht die Be» sprechung der auswärtigen Lage.
— Eupen'Malmedy an den Papst. Die „Kölnische Volkszeitung" meldet aus Aachen: Wie der „Volksfreund" meldet, ist von den vereinigten Landsmannschaften von Eupen, Mal- medy und Monschau folgendes Telegramm an den Kardinalstaatssekretär Dasparri abgegangen: Die Einwohner von Eupen, Malmedy und Monschau erfahren von dem Besuch Seiner Eminenz des Kardinals Mercier in Rom mit dem Zweck, die Einverleibung der Gebiets in seine belgische Diöze zu erreichen. Selbst in der Abwehr behindert, bitten sie und ihre Lands- leute im Reich, bei Seiner Heiligkeit gegen bt< Verwirklichung dieser Absicht Fürbitte einzu- legen. Insbesondere befürchten die deutsch- sprechenden Bewohner der Kreise die Beein. trächtigung ihrer religiösen Bedürfnisse, Ab- schwächung ihres Vertrauensverhältnisses zu dem neuen, teilweise anders gearteten Klems und unzureichenden, weil nicht in ihrer Mutter, spräche erteilten Religionsunterricht.
— Skeparations-Holz. Nachdem die Menge des von Deutschland vorläufig an die Entente zu liefernden Holzes auf Rechnung der Wiederherstellung festgesetzt war, blieb noch die Preisfrage zu erledigen. Die Verhandlungen, die in den letzten Tagen darüber geführt worden sind, sind, wie die Berliner „Holzwelt" erfährt, abgebrochen worden, da die Ansichten über die zu gewährenden und die zu fordernden Preise so weit auseinandergehen, dass eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Es handelt sich dabei übrigens für die Entente nicht um Bezahlung des Holzes, sondern nur um die Höhe der Anrechnung auf dar Reparationskonto.
(Sitzung vom Donnerstag, 16. Dezember.)
Vor Eintritt in die Tagesordnung bedauert Winzer Wilhelm Reinhardt, daß der ReichSernährungS- minister die Einfuhrbewilligung von billigen Itanium» meinen im Werte von 30 Millionen Mark erteilt hat. — Die Interpellation Bernhard kann nach einer Mitteilung des Vorsitzenden noch immer nicht von der Regierung beantwortet werden. Sir wird als Dring- iichkcitLaiitrag eingcbracht. um die Möglichkeit ihrer Beratung zu sichern. — Chefredakteur Bernhard: Wenn die Regierung beabsichtigen sollte, die Frage bet Zivaiigtzanleihc und der ReichsnotopferS ohne Anhörung beS ReichrwirtschaftsrrtcS zu erledigen, so wäre das eine falsche Auslegung der Verordnung über den Rcich?- wirtichastSrat. Der Rcichswitt'chaftSrat müßte mehr von feinem Recht Gebrauch machen, die Ausarbeitung bestimmter Gesitzentwürfe zu verlangen. Ich beantrage die Einsetzung eines besonderen finanzpolitischen Ausschusses, der sich mit den in ber Snte4e ation berührten Fragen beschäftigen kann. Der Anteaz Aernoard wird einstimmig angenommen. — Rechtsanwalt Dr. Hachen- b n r g begrüntet eine Interpellation, die sich dagegen wendet, daß der Reichstag ohne AusichußStratung und ohne sachliche Erörterung sofort in allen drei Lesungen das Abkommen m t der Schweiz über Schweizer Gold- Hypotheken an Dentschland angenommen hat, ohne daß der NeichSwirtscks'tSrat in dieser Angelegenheit von höchster wirtschaftlicher Sebentung gehört smarten ist. — Ltaatrickrcrär Dr. Hirsch: Die Regierung wird die Interpellation in der gesetzmäßigen Frist durch einen Vertretcl deS AnSwärtigm Amtes beantworten. — Chefredakteur Bernhard: Durch die Beinling auf eine solche GeschäftSordnungkabstmi- inititg, die für den ReichswirtschaftSrat gar nicht paßt, kann die Negierung der Beantwortung jr^er unbequemen Frage auS dem Wege geben. — Dr. Hache» bürg: Das Auswärtige Amt hat tat» iächlich mit der Beantwortung einen Vertreter beauftragt, der aber aus airberen Gründen nicht erscheinen konnte. — Architekt Kroger begründet hieraus »einen Antrag, der Ausschuß für Holz- und For ft» wirtschaft utihe unverzüglich gebildet und ein- berufen werden. Wir brauchen einen zwangSweiien Abbau der viel zu heben Holzpreise. — Verbal»- vonitzender Tarnow <Hol;arbeiterv:rbans>: Die Forstverwaitungen haben die Holzpreise in geradezu wucheri«der Weile in die Höhe getrieben und dadurch in der Holzindustrie eine wäre Katastrophe derbeigerührt. Die privaten Forsten sollten schleunigst sozialisiert werden. Die Holzwirtschaft muß dem ReichSwin- übaitSmmistet inm unterstellt werden. — Forsfrat Endie?: Die Forstverwaltung hat nicht Wucher getrieben, sondern die Holzpreve babin sich genau nach der Valuta gerichtet. »Auch wir wünschen eine Preissenkung. — LcrbandSvorsitzendcr Seitz (Snchdrnckerver- band»: Durch bie enormen Holzprene sind auch die Pavierpreiie uner chwinglich geworden. — Fabril- oirckior Krämer: Wenn Sie die ganze Wirtschaft ruinieren wollen, so passen Sie bie Holzpreise dem Weltmarktpreis an. — Der Antrag Krüger wird hier» auf einstimmig angenommen. Warf) Erledigung von Ansichaßivahlc» wird - der Vorstand ermächtigt, d c nächste Sitzung nach Bedarf, voraussichtlich in der zweiten Halste des Januar 1921, «inzuberufen.
todtere poliüschr Nachrichten Srit« *